Gladbach hält sich mit Nachdruck an der Bundesligaspitze und trifft nun im Topspiel auf den FC Bayern. Es ist nicht nur ein einzelner Star, der die "Fohlen" so gefährlich macht. Wir erklären, auf welche Akteure die Münchner besonders aufpassen müssen.

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Christoph Kramer tat unlängst etwas beinahe Unerhörtes: Der Weltmeister von 2014 sprach tatsächlich das "M"-Wort aus: Meisterschaft.

Erfrischend offensiv formulierte der 28-jährige Mittelfeldspieler zuletzt seine Träume. Kein Wunder: Seit sechs Spieltagen verteidigt Arbeitgeber Gladbach beharrlich die Tabellenführung in der Bundesliga. "Ich gucke fast jeden Tag auf die Tabelle und denke: Sieht geil aus! Die Fans sollen träumen! Sie sollen Schalen ausschneiden. Die Euphorie kann tragen, das gehört dazu im Sport, das ist doch was Schönes", sagte Kramer im Interview mit der Nachrichtenagentur "sid".

Forsche Töne, dabei ist der frühere Nationalspieler derzeit nicht mal Stammkraft bei den "Fohlen". Diese treffen am Samstag (15:30 Uhr bei uns im Live-Ticker) nun auf den Klub, der sich hierzulande eigentlich immer ganz oben sieht: den FC Bayern. Wir erklären, welche Gladbacher den Münchnern im Topspiel richtig weh tun können.

Stefan Lainer: Gladbachs österreichischer Dauerläufer

Als Trainer Marco Rose im Sommer aus dem Salzkammergut ins tiefste Rheinland kam, brachte der Ostdeutsche einen in Deutschland kaum bekannten Spieler von Red Bull Salzburg mit: Stefan Lainer, 27, Rechtsverteidiger, österreichischer Nationalspieler.

Nicht wenige Beobachter wähnen in dem Mann mit dem grimmigen Gesichtsausdruck (zumindest auf dem Platz) den eigentlichen Königstransfer, nachdem Keeper Yann Sommer in der Vergangenheit kritisiert hatte, dass die Mannschaft zu brav sei.

Lainer ist der Prototyp eines "Aggressive Leader". Gladbach-Legende Wolfgang Kleff verglich ihn im Interview mit der "Westdeutschen Zeitung" bereits mit dem "Terrier vom Bökelberg": "Stefan ist der neue Berti. Berti Vogts war von ähnlicher Statur: Ein drahtiger Typ, der immer hart am Mann blieb, aber auch so oft wie möglich die Piste rauf und runter rannte. Genau wie Stefan, stets unterwegs und sehr angriffslustig."

Denis Zakaria: Im Fokus des FC Bayern und des BVB

Der Schweizer Nationalspieler ist vielleicht der Shootingstar. Der 23-Jährige, 2017 von den Young Boys Bern an den Niederrhein gewechselt, steigert sich im Expresstempo.

Kaum ein Spieler der Bundesliga interpretiert die Acht besser als er, Zakaria ist ein "box-to-box-Spieler", ergo, sein Arbeitsbereich liegt zwischen beiden Strafräumen. In dieser Zone bearbeitet er den Gegner unermüdlich, initiiert zeitgleich die Offensivaktionen der Borussia.

Vor der Saison wollte Ex-Bayern-Coach Niko Kovac ihn angeblich nach München holen, längst soll auch der BVB in das Werben um das Mittelfeldjuwel eingestiegen sein. "Zakaria ist ein hervorragender Spieler, mit dem wir zusammenarbeiten wollen. Er hat noch einen Vertrag, aber verlängern wäre ein Traum", meinte Gladbach-Manager Max Eberl. "Verkäufe auszuschliessen, ist für einen Verein wie uns unmöglich."

Florian Neuhaus: Beim Bayern-Rivalen 1860 München gereift

Neuhaus, beim Münchner Stadtrivalen des FC Bayern, dem TSV 1860 ausgebildet, ist einer der wenigen klassischen Spielmacher des deutschen Fussballs. Ein Zehner, wie es sie heute kaum noch gibt: sehr stark bei Standards, mit einem feinen Fuss für zielgenaue Flankenbälle und viel Spielübersicht.

Der 22-jährige Bayer, unweit von München in Landsberg am Lech aufgewachsen, hat sich festgespielt, überzeugt durch einen hartnäckigen Zug zum Tor und harmoniert sowohl mit dem Slowaken Lászlo Bénes als auch mit Routinier Lars Stindl in der Zentrale.

Marcus Thuram: Konkurrenz für Robert Lewandowski und Timo Werner

Vor der Saison wurde Marcus Thuram noch darauf reduziert, Sohn von Weltmeister Lilian Thuram zu sein. Doch der 22-jährige Franzose schreibt längst seine eigene Geschichte. Eberl holte ihn für kolportiert neun Millionen Euro von EA Guingamp – ein Schnäppchen.

Thuram, 1,92 Meter gross und von breiter Statur, ist im Sechzehner kaum zu halten. Hinzu kommt eine enorme Explosivität. In Summe macht das neun Pflichtspieltore und fünf Assists.

"Marcus ist ein sehr offener Mensch, er lacht viel und ist stets positiv gestimmt. Er tut der Stimmung in der Kabine äusserst gut", sagt Eberl über ihn: "Wir haben da nicht nur als Fussballer einen guten Griff getätigt." Nach Heimsiegen hat Thuram ein Ritual: Er schnappt sich eine Eckfahne, streift das Trikot eines Kollegen drüber und tanzt vor der Gladbacher Fankurve. Die Bayern wollen sicher zusehen, dass es diesmal nicht so weit kommt.

Verwendete Quellen:

  • t-online.de: Kramer befeuert Meister-Träume: "Sollen Schalen ausschneiden"
  • tz.de: Gladbach-Star zum FC Bayern? Manager Eberl: "Verkäufe auszuschliessen, ist unmöglich…"
  • Vereinsprofil Borussia Mönchengladbach bei transfermarkt.de
  • wz.de: Wolfgang Kleff: "Stefan Lainer ist der neue Berti"
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