• Manuel Neuer kehrte nach seiner überstandenen Schulterverletzung wieder in das Tor des FC Bayern München zurück.
  • Der 36-Jährige fiebert der Weltmeisterschaft entgegen und sieht eine Parallele zur siegreichen WM 2014.
  • Der Torwart bedauert zwar die Verletzung von Timo Werner, traut aber anderen Spielern zu, die Lücke zu schliessen.

Mehr News zum FC Bayern München

Er lächelte viel und wirkte glücklich, als sein Comeback geglückt war. "Ich habe mich heute gut gefühlt. Ich glaube, die Aktionen, die ich hatte, waren auch alle gut", sagte Manuel Neuer nach dem 3:2 gegen Hertha BSC auf Nachfrage unserer Redaktion.

Sieben Pflichtspiele hatte der Torwart des FC Bayern München aufgrund einer Schultereckgelenksprellung verpasst. Bei seiner Rückkehr fühlte es sich für ihn trotzdem so an, als wäre er nie weg gewesen. "Man ärgert sich immer über die Gegentore, das ist klar. Dennoch war es nicht anders als zuvor", sagt er.

Manuel Neuer war früher gefordert als unter Pep Guardiola

Neuer hatte an beiden Gegentoren keine Schuld. Beim ersten Gegentreffer zum 1:3 kam der Torschütze Dodi Lukebakio aus kurzer Distanz völlig frei zum Schuss. Das kurz darauffolgende 2:3 resultierte aus einem Elfmeter durch Davie Selke. Ansonsten gab es viele Situationen, in denen er sich mit seinen starken Reflexen und seinen fussballerischen Fähigkeiten auszeichnen konnte.

"Wichtig war für mich, dass ich nicht so wie früher unter Pep (Guardiola, Anm. d. Red.) lange warten musste und erst in der 80. Minute gefordert bin. Nach so einer Pause ist es immer blöd, wenn man so lange warten muss", erklärt Neuer, der bereits in der 4. Spielminute zu einer ersten Rettungstat gezwungen war. "So war ich im Spiel, hatte sofort ein gutes Gefühl und keine Probleme."

Auch wenn sein Vertreter Sven Ulreich für seine Leistungen im Tor des FC Bayern viele Komplimente einheimste, freut sich Trainer Julian Nagelsmann über die Rückkehr des Kapitäns: "Er ist nach wie vor der beste Torwart der Welt. Man sieht, dass er mit seiner Erfahrung sofort wieder da ist."

Der Nationaltorwart hatte nie Zweifel an seiner WM-Teilnahme

Nicht nur beim FC Bayern sind die Beteiligten glücklich über die Rückkehr von Neuer, sondern sicherlich auch bei der deutschen Nationalmannschaft. Weil sich die Verletzung von Neuer in die Länge zog und selbst Nagelsmann keine Prognose über dessen Rückkehr geben konnte, kamen in den Medien Befürchtungen auf, Neuer könnte die Weltmeisterschaft verpassen.

Der Torwart selbst allerdings tut so, als hätte diese Gefahr nie bestanden: "Es gab die ganze Zeit gar keine Zweifel. Für mich war nur die Frage, wann ich mit dem fussballspezifischen Torwarttraining anfange. Ich musste der Schulter so lange wie möglich Ruhe geben. Daher habe ich mir die Zeit auch einfach genommen."

Schreckmoment beim Abschlusstraining am Freitag

Neuer hatte sich die Verletzung vor dem Bundesligaspiel gegen Dortmund zugezogen, als er mit der Schulter unglücklich auf den Boden aufkam. "Das kann rechts wie links jederzeit passieren", weiss Neuer.

Erst am Freitag, beim Abschlusstraining vor der Auswärtsreise nach Berlin, ereignete sich "eine ähnliche Situation wie bei dem Unfall vor dem Dortmund-Spiel". Neuer fiel ungünstig auf seine Schulter und machte sich deshalb kurzzeitig Sorgen: "Aber nach einer Minute ging der Schmerz wieder weg. Und dann ging es weiter."

Zwei Bundesligaspiele mit dem FC Bayern München hat Neuer noch vor sich, um vor der Weltmeisterschaft in Katar weiter Spielpraxis zu sammeln. Dienstag steht das Heimspiel gegen den SV Werder Bremen an (20:30 Uhr, live in SAT.1), Samstag das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04.

Nicht zum ersten Mal erlitt Neuer kurz vor einer Weltmeisterschaft eine Blessur an der Schulter. Auch beim DFB-Pokalfinale im Jahre 2014 zog er sich eine Verletzung zu. Wenige Wochen später folgte der WM-Sieg in Brasilien. "Das hat damals Glück gebracht", witzelt er in Hoffnung auf ein gutes Omen für das bevorstehende Turnier.

Lesen Sie auch: Neuer über Hautkrebs-Vorsorge: "Keine Scheu haben"

Manuel Neuer bedauert Verletzung von Timo Werner

Während Neuer der Weltmeisterschaft entgegenfiebert, wird Stürmer Timo Werner verletzungsbedingt fehlen. "Das ist natürlich ärgerlich. Timo ist mit seinem Speed und seinem Timing ein ganz wichtiger Spieler für unsere Mannschaft", sagt Neuer. Nichtsdestotrotz glaubt er an ein erfolgreiches Turnier: "Wir müssen eben mit den Spielern spielen, die zur Verfügung stehen. Wir haben sehr gute Spieler. Ich bin optimistisch."

Verwendete Quellen:

  • Pressekonferenz und Interviews nach dem Spiel Hertha BSC – FC Bayern München (5.11.2022)
Interessiert Sie, wie unsere Redaktion arbeitet? In unserer Rubrik "So arbeitet die Redaktion" finden Sie unter anderem Informationen dazu, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte kommen. Unsere Berichterstattung findet in Übereinstimmung mit der Journalism Trust Initiative statt.
Manuel Neuer nach dem Topspiel seines FC Bayern München am 8. Oktober 2022 in Dortmund.

Manuel Neuer macht Krebserkrankung öffentlich

Bayern Münchens Torwart Manuel Neuer rückt mitten in seiner rekonvaleszenten Phase mit einem neuen Thema in den Blickpunkt. Neuer macht öffentlich, sich wegen Hautkrebs bereits drei Eingriffen unterzogen zu haben. Daraus hat er - gemeinsam mit einem anderen deutschen Sportstar - Konsequenzen gezogen. (Teaserbild: Leon Kügeler/Reuters)