Bei der Auslosung der Gruppen für die Europameisterschaft 2020 hat die deutsche Nationalmannschaft gleich zwei Hammer-Gegner erwischt. Mit Portugal und Frankreich trifft Deutschland auf den amtierenden Welt- und den Europameister – und geht nicht als Favorit in die EM. Wir stellen die (bislang feststehenden) Gruppengegner der deutschen Mannschaft vor.

Mehr Fussballthemen finden Sie hier

Nein, Glück hat Losfee Philipp Lahm seinem ehemaligen Trainer Joachim Löw und der deutschen Mannschaft bei der Auslosung der EM-Gruppen nicht unbedingt gebracht. Fest steht: Die DFB-Elf bekam gleich zwei Kracher zugelost. Mit Portugal und Frankreich trifft sie in Gruppe F sowohl auf den amtierenden Europa-, als auch auf den Weltmeister. Der dritte Gegner wird erst im März durch die Playoffs der UEFA Nations League ermittelt.

"Mit diesen Spielen können wir gleich Fussball-Fieber in Deutschland entfachen. Das ist ein Hammer-Los", sagte DFB-Präsident Fritz Keller nach der Auslosung. Auch der Bundestrainer sprach von einer "absoluten Hammer-Gruppe". "Das hat man davon, wenn man die Qualifikationsgruppe gewinnt. Das lässt einiges erwarten. Für unsere junge Mannschaft wird es eine grosse Herausforderung und Motivation sein", sagt Joachim Löw.

Die Mannschaft, die nach der miserablen WM 2018 eine Verjüngungskur durchgemacht hat, gilt nicht als Favorit. Doch wie gefährlich sind die beiden bisher feststehenden Gegner wirklich? Wir stellen Portugal und Frankreich vor.

Starensemble tricolore: Frankreichs Zeit ist lange nicht vorbei

Steckbrief Frankreich

Trainer: Didier Deschamps
Superstars im Team: Antoine Griezmann, Paul Pogba, Kylian Mbappé
Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege für Deutschland, 14 Siege für Frankreich, 8 Unentschieden

Nach der bitteren EM-Niederlage 2016 hat Frankreich vergangenes Jahr seine Mission beendet und den WM-Titel verdient abgeräumt. Mission beendet? Von wegen. Die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps ist aktuell mindestens so gut wie bei der Weltmeisterschaft in Russland.

Die Mannschaft besticht durch seinen glänzend besetzten Kader – in der Breite wie in der Tiefe. Mit den Bayern-Profis Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sowie Real-Star Raphael Varane und Clement Lenglet vom FC Barcelona ist die Abwehrkette gespickt mit Weltklassespielern.

Davor sind Spielmacher wie Paul Pogba, Chelseas N’Golo Kanté, Bayerns Corentin Tolisso, Dimitri Payet im Einsatz. Antoine Griezmann und Kylian Mbappé beeindrucken mit ihrer Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, Olivier Giroud bringt die langjährige Erfahrung mit und erweist sich als Torjäger und Joker.

Ein harter Brocken für das DFB-Team, denn die Franzosen sind eingespielt und haben ihre Gruppe gewonnen (acht Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage). Löws Vorteil: Er weiss, gegen wen er spielt. Spätestens seit der WM in Russland ist die französische Mannschaft sein grosses Vorbild, Deutschland spielte in der Nations League gegen die "Équipe tricolore" – verlor dabei einmal und spielte einmal unentschieden – und kennt die Spieler sowie deren Stärken und Schwächen.

Klar ist aber: Frankreich gehört zu den absoluten Topfavoriten bei der EM 2020.

Die Gruppenphase der EM 2020 ist ausgelost. Es standen vorab schon einige Konstellationen fest. Hier finden Sie den Spielplan.

Portugal: Europameister und Nations-League-Sieger setzte auf Teamgeist

Steckbrief Portugal

Trainer: Fernando Santos
Superstars im Team: Cristiano Ronaldo, Joao Felix
Bilanz gegen Deutschland: 10 Siege für Deutschland, 3 Siege für Portugal, 5 Unentschieden

Dass die Nationalmannschaft Portugals mehr ist als nur Cristiano Ronaldo, hat sie spätestens zur EM 2016 bewiesen, als das Team den EM-Titel gewann – obwohl CR7 früh verletzt ausgewechselt werden musste. Und dass sie kein One-Hit-Wonder ist, zeigte sie einmal mehr mit dem Gewinn der Nations League.

Im Gegensatz zu Frankreich, dem Team der vielen individuellen Stars, setzt Portugal aufs Kollektiv. Neben Ronaldo, der jüngst in der Qualifikation gegen Litauen einen Dreierpack erzielte, heben sich nur wenige Spieler hervor.

Dabei sind mit Bernardo Silva von Manchester City, 120-Millionen-Euro-Mann Joao Felix oder Frankfurts Goncalo Paciencia durchaus namhafte Spieler im Kader. Die Mannschaft von Trainer Fernando Santos wurde in der EM-Qualifikation allerdings nur Gruppenzweiter hinter der Ukraine, spielte zweimal unentschieden und verlor eine Partie.

"Portugal lebt auch davon, dass es auswärts gute Konterspieler hat. Gegen eine solche Mannschaft zu spielen, ist eine grosse Herausforderung. Sie spielen schon ein paar Jahre so zusammen", sagte Joachim Löw über das Los. Portugal wird zeigen müssen, ob es sein Top-Niveau auch im nächsten Turnier halten kann. Trotz Weltranglisten-Platz Sieben ist die Mannschaft sicher nicht unschlagbar.

Das Entsetzen im deutschen Fussball ist gross: Bei der Europameisterschaft im Sommer (ab 12. Juni 2020) muss die Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal ran. Kaum standen zwei der drei Vorrunden-Gegner fest, bekam die EM-Gruppe F ihr Etikett verpasst: "Todesgruppe". Man muss sich trotzdem keine Sorgen machen.

Der dritte Gegner: Welche Teams in die deutsche Gruppe kommen könnten

Deutschlands dritter Gruppengegner wird im März über die Playoffs der Nations League ermittelt. Sieben Nationalteams können in Gruppe F gelost werden, sowohl der Gewinner von Playoff-Pfad A, als auch der Gewinner von Playoff-Pfad D. Aus Pfad A könnten Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn in die deutsche Gruppe kommen. Gewinnt allerdings Rumänien den Pfad, wird der Gewinner von Pfad D der deutschen Gruppe zugeteilt, da Rumänien als Co-Gastgeber in die Niederlande-Gruppe müsste.

Aus Pfad D ergeben sich Georgien, Nordmazedonien, der Kosovo und Weissrussland als mögliche Gruppengegner für das DFB-Team.

Bildergalerie starten

Diese Nationalspieler dienten unter Joachim Löw aus

Vor diesem Moment graut jedem Trainer: Einem Spieler sagen zu müssen, dass es für ihn nicht mehr reicht. Jede Kadernominierung für eine WM oder eine EM bringt für Bundestrainer Joachim Löw schlaflose Nächte mit sich, weil er Turnier-Kandidaten aussortieren und daheim lassen muss. Schlimmer ist nur noch, Nationalspieler gänzlich auszusortieren. Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller sind in dieser Reihe nur die jüngsten "Opfer".