Mesut Özil stapft nach 65 Minuten unzufrieden vom Platz: Der deutsche Weltmeister von 2014 darf im irren Ligapokal-Duell in Liverpool für den FC Arsenal trotz starken Comebacks nicht durchspielen. Jürgen Klopps B-Elf behält in einem Herzschlagfinale die Oberhand.

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Mesut Özil ist nur noch gut genug für vermeintlich unwichtige Pokalspiele: Arsenal Londons Coach Unai Emery setzte im Achtelfinale des Ligapokals erst zum dritten Mal in der laufenden Saison auf den deutschen Weltmeister von 2014. Für Arsenal war der Gang zum FC Liverpool bereits das 15. Pflichtspiel der Saison.

Es endete für den mit seiner Situation bei den Gunners schon länger unzufriedenen Özil in einer weiteren Enttäuschung. Beim Stand von 4:4 entzog Emery in einem hin und her wogenden Abtausch, der die Fans mitriss, dem 31-Jährigen das Vertrauen. Emery brachte den erst 20-jährigen Franzosen Mattéo Guendouzi.

"Er weiss, was ich von ihm erwarte, weil es dasselbe ist wie in der letzten Saison seit dem ersten Tag der Vorbereitung", hatte Emery vor dem Match Özil mitgegeben.

Mesut Özil überzeugt mit drei Vorlagen

Özil lieferte, zeigte sich bei den Toren eins, drei und vier für die Hauptstädter als aufmerksamer und ballsicherer Vorarbeiter. Ihn dann nach 65 Minuten herunterzunehmen, verbessert das Verhältnis zwischen Emery und Özil nicht.

Die Fans des gebürtigen Gelsenkircheners allerdings freuten sich auf Instagram darüber, ihn wieder in Aktion zu sehen. Özil hatte sechs Spiele nacheinander nicht zum Kader Arsenals gehört.

Die verrückte Partie gewannen Jürgen Klopps Reds mit 5:4 im Elfmeterschiessen, nachdem es nach der regulären Spielzeit 5:5 (2:3) gestanden hatte.

Liverpool und Arsenal gingen jeweils mit einer B-Elf ins Spiel, was im Ligapokal nicht unüblich ist. Özil leitete das 1:1 und das 3:1 für Arsenal mit geschickten Pässen ein, das 4:2 bereitete er per Hacke direkt vor.

Shkodran Mustafi trifft früh ins eigene Tor

Weniger glücklich lief es für Arsenals deutschen Ex-Nationalspieler Shkodran Mustafi, der das Scheibenschiessen mit einem Eigentor bereits in der sechsten Minute eröffnete.

Für Liverpool trafen zudem Kapitän James Milner (43./Foulelfmeter), Alex Oxlade-Chamberlain (58.) sowie Divock Origi, der die Reds per Doppelpack (62./90+4.) erst in der Nachspielzeit ins Elfmeterschiessen rettete.

Für Arsenal hatten zuvor Lucas Torreira (19.), Sturm-Talent Gabriel Martinelli (26./36.), Ainsley Maitland-Niles (54.) und Joe Willock (70.) getroffen.

Im Elfmeterschiessen scheiterte Arsenals Daniel Ceballos an Reds-Keeper Caoimhin Kelleher, während alle fünf Klopp-Schützlinge souverän trafen.

Der FC Liverpool, Tabellenführer der Premier League, gewann 14 seiner 16 Pflichtspiele in der laufenden Saison, Arsenal hingegen von seinen 15 Pflichtspielen nur acht. (hau/AFP)

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