Vor 30 Jahren krönte sich Boris Becker zum König von Wimbledon – als damals jüngster Champion aller Zeiten. Nach seinem Karriereende machte er mehr durch Skandale und Peinlichkeiten von sich reden. Ob B wie Besenkammer, H wie Hecht oder S wie Steuerhinterziehung: Im grossen Boris-Becker-ABC finden Sie alles Wichtige (und Unwichtige) zur Tennis-Legende.

A – Autobiografie

Beckers 2003 erschienene Autobiografie "Augenblick, verweile doch" schaffte es zwar auf Platz 19 der "Spiegel"-Bestsellerliste des Jahres, von der Kritik wurde sie aber verrissen. Seine zweite Autobiografie "Das Leben ist kein Spiel" war ihm später selbst peinlich.

B – Besenkammer

1999 lernte Becker in einem Londoner Restaurant das russische Model Angela Ermakova kennen. Nach fünf Minuten Flirtens passierte es – allerdings nicht in der berühmten Besenkammer. Später gab der Schwerenöter zu, dass seine Tochter Anna (15) auf einer Treppe gezeugt wurde.

C – Chelsea

Fan des FC Bayern München ist er, aber sein Lieblingsfussballclub ist der FC Chelsea aus London. Zuletzt sorgte Becker für Verwunderung, als er sich mit einem Hooligan-Schal bei einem Spiel des englischen Meisters blicken liess.

D – Djokovic


Ende 2013 wurde Becker überraschend Trainer des serbischen Tennis-Stars Novak Djokovic. Mit Erfolg: Mittlerweile hat der "Djoker" wieder Platz eins der Weltrangliste zurückerobert.

E – Ehe

Zweimal lief Becker in den Hafen der Ehe ein. Erst mit Barbara "Babs" Feltus (1993-2001). Seine zweite Ehe schloss er 2009 mit dem niederländischen Modell Sharlely Kerssenberg, die unter den Namen Lilly Becker bekannt ist. Zwischendurch war er vier Monate mit Alessandra Meyer-Wölden, der späteren Ehefrau Oliver Pochers, verlobt. Allerdings hielt auch diese Promi-Ehe nicht lange.

F – Faust

Die berühmte Becker-Faust und der dazugehörige "Ja"-Schrei gehörten zu seinen Markenzeichen – wie die emotionale Spielweise, mit der er die Fans mitreissen konnte.

G – Graf

Steffi Graf holte das Tennis gemeinsam mit Becker in den 1980ern aus der Versenkung. An die sportliche Klasse der Gräfin (22 Grand-Slam-Siege) kam Becker (6) aber nicht heran. Dafür bekannte er in seiner Autobiografie: "Jeder fand Steffi Graf scharf."

H – Hecht

Ein beherzter Sprung zur Seite, um den Ball zurück zum Gegner zu schlagen, ohne Rücksicht auf Verluste: Der Becker-Hecht, auch Becker-Rolle genannt, war ein weiteres Markenzeichen der Tennis-Legende.

I – "Ich bin drin"

Mit diesem Slogan warb Becker 1999 für den Internetanbieter AOL. Heute besitzt der Spot längst Kultstatus.

J – Jüngster Wimbledon-Sieger


Vor fast genau 30 Jahren gewann Boris Becker erstmals in London. Mit 17 ist er bei den Herren bis heute der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten. Nur die Schweizerin Martina Hingis war mit 15 noch jünger.

K – Kalkofe

Kaum jemand hat sich so bitterböse über Boris Becker lustig gemacht wie Oliver Kalkofe, der ihn als "falsch blondierten, aufgequollenen Stammelkopp" und "St. Bobbele – Schutzpatron der Fremdscham und der Peinlichkeit" bezeichnete.

L – Leimen

In Leimen ist man nicht nur stolz auf den wohl berühmtesten Sohn der Stadt. Der örtliche Tennisclub TC Blau-Weiss liebäugelte zwischenzeitlich damit, die Boris-Becker-Halle wieder umzubenennen, weil er sich weder dort sehen lässt, noch den Club finanziell unterstützt.

M – Michael Stich

Die Nummer zwei unter den deutschen Tennis-Assen hiess während Beckers Laufbahn Michael Stich. Sie waren mehr Konkurrenten als Freunde: Stich bezwang Becker im Wimbledon-Finale 1991, gemeinsam gewannen sie aber 1992 bei Olympia Gold im Doppel.

N - Noah Gabriel Becker

Mit seiner ersten Frau Barbara hat Becker zwei Söhne. Während sich der fünfzehnjährige Elias Becker noch im Hintergrund hält, arbeitet sein grosser Bruder Noah Gabriel schon an seiner Karriere - allerdings nicht auf dem Tennisplatz, sondern vornehmlich in der Modewelt.

O – Operation

Für einen Sportler gehören Verletzungen dazu, auch nach dem Karriereende. 2010 liess sich Becker eine künstliche Hüfte einsetzen. Zuletzt musste er wegen einer Sprunggelenksverletzung unters Messer.

P – Peinlich

Früher wurde er durch seine Aussprache und sein Aussehen zum Opfer von Parodien, später führte er sich durch offenherzige Bücher, peinliche TV-Auftritte oder Facebook-Einträge sowie eine Twitter-Fehde mit Oliver Pocher selbst aufs Glatteis.

Q – Queen's

Sein erster Turniersieg überhaupt: Am 16. Juni 1985 bezwang er im Finale von Queen's den Niederländer Johan Kriek 6:2 und 6:3.

R – Rote Haare

Die rot-blonde Mähne ist sein Markenzeichen. Mittlerweile sind in Bart und Frisur des 47-Jährigen erste Anzeichen von grauen Haaren zu sehen.

S – Schweighöfer

Natürlich ist das Leben Beckers auch ein Fall fürs Kino. Matthias Schweighöfers Produktionsgesellschaft Pantaleon hat sich die Rechte an seiner Historie gesichert und arbeitet an einem Film über Beckers Sportkarriere.

T – Turniersiege

Insgesamt 64 Titel hat Becker zwischen 1985 und 1996 gewonnen, 49 davon im Einzel. Dazu zählen sechs Grand Slams, drei ATP-Weltmeisterschaften sowie einmal olympisches Gold.

U – Uli Hoeness

Becker und der ehemalige Bayern-Manager kennen sich. Zum Hoeness-Steuer-Urteil 2014 schrieb Becker mitfühlend auf Twitter: "Ich bin einfach nur traurig für den Menschen Uli Hoeness."

V – Vorhand

Die stark geschlagene Vorhand war eine von Beckers Stärken. Zudem galt er als aggressiver Offensivspieler, der häufig zum Netz ging, um Druck auszuüben.

W – Wimbledon


Sein Wohnzimmer, seine grosse Liebe, der Ort seines grössten Triumphes. 1985, 1986 und 1989 siegte Becker im Mekka des Tennissports. Hier wurde seine Legende geboren.

Z – Zürich

Seinen Hauptwohnsitz hat Becker im schweizerischen Zürich. Zudem nennt er ein Haus in London sein Eigen. Eine Finca auf Mallorca gehört ebenfalls zu seinem Besitz.