• 21:30 Uhr: đŸ‘ïžâ€đŸ—šïž Mann aus Baden-WĂŒrttemberg stirbt nach zweiter Corona-Infektion
  • 18:46 Uhr: Hohe Todeszahlen und volle KrankenhĂ€user: Die Corona-Situation wird in England immer dramatischer
  • 17:24 Uhr: Merkel gibt Abgeordneten Auftrag mit - Bewusstsein ĂŒber bevorteilte Akademikerkinder
  • 16:20 Uhr: Intensivmediziner sehen "Wettlauf zwischen Mutation und Impfung"
  • 14:07 Uhr: Drei FĂ€lle von Corona-Varianten in Berliner Klinik nachgewiesen
  • 13:07 Uhr: Jens Spahn verteidigt lĂ€ngeren Lockdown

Mehr Coronavirus-Themen finden Sie hier

đŸ‘ïžâ€đŸ—šïž Mann aus Baden-WĂŒrttemberg stirbt nach Corona-Reinfektion

21:30 Uhr: In Baden-WĂŒrttemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist der erste derartige Fall im SĂŒdwesten, der bekannt geworden ist, und womöglich auch in Deutschland. Der Mann habe im Landkreis Freudenstadt gelebt, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwochabend in Stuttgart mit. Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann erneut angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. "Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid19-Pneumonie (LungenentzĂŒndung) und Sepsis mit Multiorganversagen." Zuerst hatte der Rechercheverbund von WDR, NDR und "SĂŒddeutscher Zeitung" darĂŒber berichtet.

Wie der Verbund weiter schreibt, handelt es sich um einen 73 Jahre alten Mann. Stefan Brockmann, der am Landesgesundheitsamt das Referat Gesundheitsschutz und Epidemiologie leitet, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei der erste bekannte Todesfall nach einer zweiten Infektion im SĂŒdwesten. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er eine der neuen Virusvarianten hatte", erklĂ€rte Brockmann.

Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt, sagte Brockmann. Es sei wahrscheinlich, dass er bei der ersten Infektion keine starke ImmunitĂ€t ausgebildet habe. Die Chance, dass sich ein Mensch ein zweites Mal mit dem Coronavirus ansteckt, sei bisher sehr gering. Es gebe vereinzelte FĂ€lle, bei denen die Patienten beim ersten Mal nicht genĂŒgend Antikörper ausgebildet hĂ€tten.

Nach dem Bericht von WDR, NDR und "SĂŒddeutscher Zeitung" dĂŒrfte dies weltweit erst der dritte bekannt gewordene Todesfall nach einer Corona-Reinfektion sein. Im Oktober war eine 89-jĂ€hrige NiederlĂ€nderin gestorben, die allerdings immungeschwĂ€cht war. Im Dezember berichtete eine israelische Zeitung, dass dort ein 74-jĂ€hriger Bewohner eines Altenheims nach durchstandener Erstinfektion im August sich erneut infizierte und starb, obwohl er zwischendurch dreimal negativ getestet worden sei.

Die weiteren Corona-News vom 20. Januar:

Hohe Todeszahlen und volle KrankenhÀuser: Die Corona-Situation wird in England immer dramatischer

18:46 Uhr: Die Corona-Lage wird in England immer dramatischer. Einige KrankenhĂ€user haben sich nach den Worten des fĂŒhrenden Corona-Beraters der Regierung, Patrick Vallance, in "Kriegsgebiete" verwandelt. Auf den KrankenhĂ€usern liege ein "enormer Druck", sagte Vallance am Mittwoch dem Sender Sky News. Allein am Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich 1.820 Corona-TodesfĂ€lle gemeldet - damit stieg die Gesamtzahl auf fast 93.300. Das sind mehr Corona-Tote als in jedem anderen Land Europas.

In Grossbritannien breitete sich in den vergangenen Wochen eine neue Corona-Mutante aus, die offenbar weit ansteckender ist als die davor bekannte. Die Regierung in London setzt auf eine gross angelegte Impfaktion, seit Anfang Dezember wurden bereits vier Millionen Menschen geimpft. Vallance warnte jedoch, die Impfungen wĂŒrden nicht sofort zu einer spĂŒrbaren Verbesserung fĂŒhren, daher mĂŒssten die Anstrengungen aufrecht erhalten werden, enge Kontakte zwischen Menschen zu vermeiden.

"Die Zahlen sind absolut nicht da, wo sie sein sollten", sagte Vallance. "Sie mĂŒssen noch deutlich herunter, daran mĂŒssen wir festhalten." Derzeit befindet sich Grossbritannien im dritten Lockdown seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr, es gelten ReisebeschrĂ€nkungen. Vallance prognostizierte, dass die BeschrĂ€nkungen nur sehr langsam gelockert werden können, damit "die Auswirkungen verstanden werden".

Merkel sieht Akademikerkinder im Vorteil - Unionsabgeordnete sollen GesundheitsĂ€mter unterstĂŒtzen

17:24 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Kinder aus Migrantenfamilien durch die Schulschliessungen in der Corona-Pandemie besonders belastet. Es gebe jetzt "lange Zeiten, in denen keine PrÀsenzschule stattfinden kann", sagte sie am Mittwoch in Berlin. Dabei seien diejenigen Kinder in einer "sehr viel schwierigeren Situation", bei denen "die Eltern eben nicht zu Hause Deutsch sprechen".

Einfacher hÀtten es Kinder aus Familien, "wo beide Eltern die deutsche Sprache perfekt verstehen und sprechen und gleichzeitig vielleicht auch eine akademische Berufsausbildung haben". Die unterschiedlichen Belastungen seien "uns sehr bewusst", versicherte Merkel.

Sie Àusserte sich bei der Entgegennahme des Abschlussberichts der Fachkommission IntegrationsfÀhigkeit. Das mehr als 280 Seiten starke Dokument gibt zahlreiche Empfehlungen, um die Integration von Zuwanderern zu verbessern.

Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen hat die Bundeskanzlerin zudem ihre Fraktion zur UnterstĂŒtzung der GesundheitsĂ€mter aufgerufen. In einer Videoschalte mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bat Merkel am Mittwoch laut Teilnehmern die Abgeordneten, Kontakt zu den GesundheitsĂ€mtern vor Ort in den Wahlkreisen aufzunehmen und sich nach der Lage dort zu erkundigen. "Vielleicht kann ja jeder einen virtuellen Besuch bei seinem Gesundheitsamt machen", zitierten Teilnehmer die Kanzlerin im GesprĂ€ch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Die Abgeordneten sollten die GesundheitsĂ€mter darauf hinweisen, dass sie auch UnterstĂŒtzungen etwa vom Bund in Anspruch nehmen könnten, sagte Merkel den Angaben zufolge.

Intensivmediziner sehen "Wettlauf zwischen Mutation und Impfung"

16:20 Uhr: Deutschlands Intensivmediziner sehen in der Mutation des Coronavirus eine grosse Herausforderung fĂŒr die kommenden Wochen. "Es ist quasi ein Wettlauf zwischen Mutation und Impfung", sagte Gernot Marx, Vorsitzender der InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Mittwoch in Aachen der Nachrichtenagentur AFP. Um VerhĂ€ltnisse wie in Grossbritannien oder Spanien zu vermeiden, mĂŒssten möglichst viele Menschen geimpft werden.

Eine Verbreitung der Virusmutanten wĂŒrde zu mehr Neuinfektionen und letztendlich auch zu mehr Intensivpatienten fĂŒhren, erlĂ€uterte Marx. Deshalb mĂŒsse auch die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen reduziert werden, damit diese wieder aufnahmebereit seien.

Bis die derzeit behandelten Corona-Patienten die Intensivstationen verlassen können, werde es allerdings noch "etliche Wochen" bis hin zu drei Monaten dauern. "Die nÀchsten Wochen sind noch sehr kritisch", sagte Marx. "Deswegen ist es sehr wichtig, dass wir Kontakte vermeiden."

Derzeit befinden sich nach Divi-Angaben rund 5.000 COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen. Von einer "Entspannung" wĂŒrde Marx erst bei weniger als tausend Patienten sprechen.

Von der Leyen ĂŒber Impfziele: Es ist gut, ambitioniert zu sein

15:53 Uhr: Die Impfziele der EU-Kommission fĂŒr FrĂŒhjahr und Sommer sind nach Überzeugung von Kommissionschefin Ursula von der Leyen nicht zu ehrgeizig. "Wenn wir auf die Menge der Dosen schauen, die kommen, ist das machbar", sagte die deutsche Politikerin am Mittwoch in BrĂŒssel. "Es ist gut, ambitionierte Ziele zu haben, weil wir wissen, dass weitere Impfstoffe kommen." Sie verwies auf die Impfstoffe der Unternehmen Astrazeneca, Johnson & Johnson sowie Curevac.

Die Beschleunigung der Corona-Impfungen in Europa steht im Mittelpunkt eines Videogipfels der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend. Die EU-Kommission hatte am Dienstag zwei Impfziele fĂŒr die Staatengemeinschaft vorgeschlagen: 80 Prozent der Menschen ĂŒber 80 Jahre und des Medizin- und Pflegepersonals sollen bis MĂ€rz geimpft sein, 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bis zum Sommer, also spĂ€testens bis Ende August.

Derzeit gibt es in Deutschland und den anderen EU-Staaten allerdings nur Impfstoff fĂŒr einen Bruchteil der Bevölkerung.

Niederlande verhĂ€ngen erneut Flugverbote fĂŒr Grossbritannien

15:21 Uhr: Aus Sorge vor der schnellen Verbreitung der Virus-Mutationen verschĂ€rfen die Niederlande die Corona-Massnahmen drastisch und verhĂ€ngen ein Flugverbot fĂŒr Passagiermaschinen aus Grossbritannien, SĂŒdafrika und SĂŒdamerika. Das Verbot gelte ab kommenden Samstag, teilte MinisterprĂ€sident Mark Rutte am Mittwoch in Den Haag an. In den Gebieten seien die besonders ansteckenden Virus-Varianten stark verbreitet. Das Flugverbot gelte bis eine QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr Reisende aus diesen LĂ€ndern geregelt sei.

Die Niederlande wollen auch eine abendliche Ausgangssperre einfĂŒhren. Vermutlich ab dem Wochenende sollen BĂŒrger zwischen 20:30 und 04:30 Uhr nur noch in dringenden FĂ€llen ihre Wohnungen verlassen dĂŒrfen, kĂŒndigte der Premier an.

Corona-Hilfen auch fĂŒr Schauspieler

15:00 Uhr: Kulturstaatsministerin Monika GrĂŒtters (CDU) hat sich erfreut gezeigt, dass die Corona-Hilfen fĂŒr SoloselbststĂ€ndige wie etwa KĂŒnstler erhöht werden. "So unterstĂŒtzt die Bundesregierung wirksam die vom Lockdown in ihrem Lebensnerv getroffenen Kreativen und hilft, die Kultur zu retten", erklĂ€rte GrĂŒtters am Mittwoch. Sie habe intensiv bei ihren Kabinettskollegen geworben, die spezifischen LebensumstĂ€nde und BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse der Kreativen anzuerkennen und die Hilfsangebote darauf abzustimmen.

Neu ist, dass auch sogenannte unstÀndig BeschÀftigte die Neustarthilfe beantragen können - damit soll Schauspielern geholfen werden.

"Wir satteln bei den Hilfen fĂŒr SoloselbststĂ€ndige noch mal deutlich drauf, das liegt mir sehr am Herzen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Neustarthilfe werde von 25 Prozent auf nun 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht, zugleich werde die maximale Förderhöhe deutlich angehoben. "Wichtig ist mir auch, dass wir die Neustarthilfe fĂŒr weitere EmpfĂ€nger öffnen." Die maximale Höhe der Betriebskostenpauschale betrĂ€gt kĂŒnftig 7.500 Euro, bisher waren 5.000 Euro vorgesehen.

Die Bundesregierung hatte nach schwerer Kritik aus der Wirtschaft insgesamt bei den Corona-Hilfen fĂŒr Unternehmen nachgebessert.

Biontech: Corona-Impfstoff schĂŒtzt wahrscheinlich auch vor Variante

14:52 Uhr: Der Impfstoff von Biontech und Pfizer dĂŒrfte auch vor der Corona-Variante B.1.1.7 schĂŒtzen. Darauf deutet eine Labor-Studie der beiden Unternehmen hin. Ein deutscher Experte findet die Daten ĂŒberzeugend, bislang wurden sie aber nicht in einem begutachteten Fachjournal veröffentlicht.

In Deutschland und anderen LÀndern geht die Angst um, dass ansteckendere Mutanten des Coronavirus die Infektionslage massiv verschlechtern könnten. In Grossbritannien hatte sich die Variante B.1.1.7 rasch verbreitet - auch hierzulande gibt es vereinzelt Nachweise. Die Mutante zeichnet sich durch mehrere VerÀnderungen am sogenannten Spike-Protein aus. Dieses Bauteil ermöglicht es dem Virus, an Körperzellen zu binden und in diese einzudringen.

Gleichzeitig ist das Spike-Protein das Ziel des Impfstoffs. Geimpfte bilden unter anderem Antikörper, die an das Bauteil binden und damit das Virus unschÀdlich machen. Biontech und Pfizer wollten deshalb nun wissen, ob die Mutationen am Spik-Protein die Schutzwirkung des Impfstoffes beeintrÀchtigen.

Ihr Experiment fĂŒhrten sie nicht mit echten Coronaviren durch, sondern mit sogenannten Pseudoviren, die aber das jeweilige Spikeprotein auf ihrer OberflĂ€che tragen. Die Forscher konnten zeigen, dass die Antikörper von insgesamt 16 Geimpften die Pseudoviren mit mutiertem Spike-Protein praktisch genauso wirkungsvoll ausschalten wie solche mit nicht-verĂ€ndertem Spike-Protein.

Es sei deshalb "sehr unwahrscheinlich", dass der Impfstoff nicht vor Erkrankungen durch die Variante B.1.1.7 schĂŒtze, heisst es in der Studie.

Ifo: Lockdown lÀsst Wirtschaft im ersten Quartal stagnieren

14:35 Uhr: Durch die VerlĂ€ngerung des Lockdowns bis Mitte Februar wird die deutsche Wirtschaft nach EinschĂ€tzung des ifo-Instituts im ersten Vierteljahr stagnieren. "Jede Woche, um die der Lockdown verlĂ€ngert wird, fĂŒhrt unmittelbar zu Einbussen bei Umsatz, Produktion und Wertschöpfung", sagte ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user am Mittwoch. Wenn die "Massnahmen bis spĂ€testens MĂ€rz wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden, nimmt der Zuwachs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um etwa diesen Betrag wieder zu".

Die Wertschöpfung der vom Lockdown unmittelbar betroffenen Dienstleister werde Ă€hnlich zurĂŒckgehen wie im FrĂŒhjahr 2020. In der Industrie und bei den industrienahen Dienstleistern dagegen "dĂŒrfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal weiter zunehmen", sagte der Professor.

Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit hĂ€tten mit 19 Prozent einen gewichtigen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung. "Diese brach im zweiten Quartal 2020 um ĂŒber 8 Prozent ein, unter anderem weil Kitas fast vollstĂ€ndig geschlossen waren und damit die dort geleisteten Arbeitsstunden wegfielen", sagte WollmershĂ€user. Heute dagegen sei die Kinderbetreuung mit knapp 50 Prozent vergleichsweise hoch.

2020 war die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach einer ersten SchÀtzung des Statistischen Bundesamtes um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Im vierten Quartal ist das BIP zum Vorquartal trotz des zweiten Lockdowns nicht geschrumpft, schÀtzen die Statistiker des Bundes.

Drei FĂ€lle von Corona-Varianten in Berliner Klinik nachgewiesen

14:07 Uhr: In einem Berliner Krankenhaus ist bei drei Patienten die zunĂ€chst in Grossbritannien entdeckte Corona-Variante nachgewiesen worden. Das habe ein Routinescreening am 14. Januar auf einer Station der Klinik fĂŒr Innere Medizin und Kardiologie ergeben, teilte der kommunale Vivantes-Konzern am Mittwoch mit.

Die Patienten sollen sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht auf Reisen angesteckt haben. Die neue Variante ist Experten zufolge infektiöser als bisherige Formen. Über die Nachweise hatte zuvor der "Tagesspiegel" (online) berichtet.

Die drei FĂ€lle wurden nach Vivantes-Angaben im Humboldt-Klinikum im Bezirk Reinickendorf festgestellt. Wie Vivantes erklĂ€rte, sei zum Schutz von Patienten und Personal sofort ein Aufnahmestopp fĂŒr die betroffene Station verhĂ€ngt worden. "Aufgrund der strengen Hygienemassnahmen und der direkten Isolation der Betroffenen konnte das Infektionsgeschehen kontrolliert werden", betonte das Klinikum.

Nachdem zuletzt eine starke Ausbreitung mehrerer Corona-Varianten im Ausland beobachtet wurde, wird nun auch in Deutschland verstÀrkt danach gesucht. Die in Grossbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 etwa wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch bisher in 28 FÀllen in mehreren BundeslÀndern nachgewiesen, zwei davon in Berlin (Stand: Dienstag).

Bayern lĂ€sst Abschlussklassen ab 1. Februar zurĂŒck in die Schulen

13:51 Uhr: Bayern lĂ€sst seine SchĂŒler aus den Abschlussklassen und im Abitur ab dem 1. Februar wieder zurĂŒck in die Schulen. Von da an solle fĂŒr diese JahrgĂ€nge Wechselunterricht mit den entsprechenden AbstĂ€nden stattfinden, sagte MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) am Mittwoch im Anschluss an eine Kabinettssitzung in MĂŒnchen. Dies sei zu rechtfertigen, weil es nur einen kleinen Teil der SchĂŒler betreffe.

Wie Söder weiter sagte, sollen wie im vergangenen Schuljahr in der Versetzung gefĂ€hrdete SchĂŒler auch in diesem Jahr in Bayern von einer Freischussregelung profitieren können. SchĂŒler, die von ihren Noten her nicht in die nĂ€chste Jahrgangsstufe kommen wĂŒrden, könnten dann nach Absprache mit der Schule auf Probe versetzt werden.

Wenn SchĂŒler das Schuljahr wiederholen, werde dies dann aber auch nicht in der Schulkarriere als Sitzenbleiben vermerkt. Es sei völlig klar, dass dies kein normales Schuljahr werde.

Hubertus Heil zu Homeoffice: "Mir geht es nicht darum, Unternehmen zu quÀlen"

13:30 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil setzt auf die Umsetzung der neuen Homeoffice-Verordnung durch die Betriebe. "Mir geht es jetzt nicht darum, Unternehmen zu quĂ€len oder stĂ€ndig zu kontrollieren", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Jeder mĂŒsse sich in diesem Land an Recht und Gesetz halten und viele Unternehmen zeigten, was möglich sei. "Jetzt mĂŒssen es alle."

Heil hatte zuvor dem Bundeskabinett eine Verordnung vorgelegt, mit der die von Bund und LĂ€ndern besprochenen Homeoffice-Vorgaben fĂŒr Unternehmen umgesetzt werden sollen. Demnach sollen Arbeitgeber BeschĂ€ftigten im Falle von BĂŒroarbeit oder vergleichbaren TĂ€tigkeiten anbieten, auch zu Hause arbeiten zu können, wenn keine zwingenden betriebsbedingten GrĂŒnde dagegensprechen. Das Ministerium spricht in den ErlĂ€uterungen zu der Verordnung von einer "Pflicht", Homeoffice anzubieten, "soweit dies nach den betrieblichen Gegebenheiten möglich ist".

Arbeitgeber seien rechtlich verbindlich gehalten zu schauen, wo Homeoffice möglich sei und mĂŒssten ihren BeschĂ€ftigten dies dann anbieten, sagte Heil. Auf die Frage, wie das kontrolliert werden solle, riet er dazu, dass Arbeitnehmer zunĂ€chst mit ihrem Arbeitgeber sprechen sollten oder sich im Zweifelsfall an den Betriebsrat und im "Ă€usseren Konfliktfall" an die Arbeitsschutzbehörden der LĂ€nder wenden sollten. Nur im Zweifelsfall wĂŒrden die Behörden kontrollieren und im "allergrössten Notfall" seien auch Bussgelder möglich.

Das stehe aber nicht im Vordergrund, sagte der Minister. Er sprach von tiefen Eingriffen in das wirtschaftliche Leben des Landes. "Diese Massnahmen sind aber notwendig und deutlich weniger restriktiv als in anderen Bereichen der Gesellschaft."

Die Homeoffice-Verordnung, mit der auch Schutzvorgaben am Arbeitsplatz im Betrieb verschÀrft werden, wird nur einige Wochen in Kraft sein. Heil rechnet nach der Unterzeichnung damit, dass sie Mitte der kommenden Woche wirksam wird. Sie ist befristet bis zum 15. MÀrz.

Jens Spahn verteidigt lÀngeren Lockdown

13:07 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das VerlÀngern der Corona-BeschrÀnkungen mit weiteren Massnahmen trotz zuletzt leicht sinkender Infektionszahlen verteidigt.

"Das ist mit diesem Lockdown so wie mit einem Antibiotikum: Wenn Sie zu frĂŒh aufhören, kann es anschliessend noch schlimmer werden", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Mit Blick auf neue, wohl ansteckendere Virus-Varianten gelte zudem das Vorsorgeprinzip. "Wenn wir die Mutation erstmal ĂŒberall haben, ist es im Zweifel zu spĂ€t."

Spahn sagte, gerade weil die Infektionszahlen auf dem richtigen Weg zu sein scheinen, gelte es, die Anstrengungen nun so zu verstĂ€rken, "dass wir die Zahlen richtig runter bringen". Es gehe darum, in eine Grössenordnung zu kommen, die auch ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum etwa beim Verfolgen von Infektionsketten und der Kontrolle von QuarantĂ€ne beherrschbar sei.

"Ich möchte nicht, dass wir uns am Ende vorwerfen mĂŒssen, wir haben zu frĂŒh gelockert, und nach vier Wochen waren wir wieder da, wo wir vorher waren."

Vatikan impft 25 Obdachlose gegen COVID-19

12:38 Uhr: Der Vatikan hat eine Gruppe obdachloser Menschen gegen COVID-19 geimpft. 25 Leute hÀtten im Zuge des Impfprogramms des Heiligen Stuhls in der Vatikanischen Audienzhalle eine erste Impfung verabreicht bekommen, teilte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Mittwoch mit.

Die Obdachlosen seien in den Einrichtungen der Apostolischen Almosenverwaltung des Kirchenstaates untergebracht. Der Vatikan will in den kommenden Tagen weitere Menschen immunisieren.

Am vergangenen Donnerstag hatte die Kirche mitgeteilt, dass Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. ihre Impfdosen erhalten hÀtten. Franziskus hatte zuvor immer wieder gefordert, Impfstoffe gerecht zu verteilen und allen zugÀnglich zu machen.

Man mĂŒsse sich impfen lassen, denn man spiele sonst nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leben anderer, hatte der 84-JĂ€hrige unlĂ€ngst im italienischen Fernsehen gesagt.

WHO: Ansteckendere Corona-Variante bereits in 60 LĂ€ndern nachgewiesen

Die in Grossbritannien entdeckte Virus-Mutation wurde mittlerweile in 60 LĂ€ndern nachgewiesen. Das sind zehn Staaten mehr als noch vor einer Woche. (Teaserbild: REUTERS/Toby Melville)

Österreichs Kanzler Kurz wĂŒtend nach Impf-Verstössen von BĂŒrgermeistern

12:10 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat kein VerstĂ€ndnis fĂŒr einige BĂŒrgermeister, die sich bei der Impfung gegen das Coronavirus vorgedrĂ€ngelt haben. "Es macht mich wĂŒtend und zornig", sagte Kurz der "Kronen Zeitung" (Mittwoch).

In einigen BundeslĂ€ndern waren FĂ€lle bekannt geworden, dass ĂŒbrig gebliebene Impfstoffe nicht an Heimbewohner, Gesundheitspersonal oder ĂŒber 80-JĂ€hrige verabreicht wurden, sondern an Politiker, Gemeindebedienstete und Angehörige. "Wenn sich jemand vordrĂ€ngt, ist das moralisch enttĂ€uschend", betonte Kurz.

Er selbst sei mit 34 Jahren viel zu jung, um schon jetzt an die Reihe zu kommen. Er werde sich obendrein bewusst mit dem Impfstoff von AstraZeneca immunisieren lassen.

"Viele tun so, als wÀre Biontech/Pfizer der Mercedes und AstraZeneca der Ơkoda unter den Impfstoffen. Ich werde mich bewusst mit AstraZeneca impfen lassen, um diesem Mythos gegenzuwirken", erklÀrte Kurz. Der Impfstoff des schwedisch-britischen Unternehmens steht kurz vor der Zulassung.

Zwei FĂ€lle mit Virus-Mutation erstmals in Peking entdeckt

12:00 Uhr: Zwei FĂ€lle mit der Virus-Variante, die zum ersten Mal in Grossbritannien nachgewiesen wurde und besonders ansteckend sein soll, sind erstmals in Peking entdeckt worden.

Wie das Gesundheitsamt nach Angaben von Staatsmedien am Mittwoch berichtete, handelt es sich nach ersten Untersuchungen um importierte Infektionen. Sie seien im sĂŒdlichen Stadtteil Daxing identifiziert worden, wo auch der neue internationale Flughafen der chinesischen Hauptstadt liegt. Die Genom-Analyse deute darauf hin, dass es sich um die Mutation B.1.1.7 handele, wurde mitgeteilt.

Die Entdeckung alarmierte die Behörden Pekings, das vor seinen Toren gerade den seit Monaten grössten Ausbruch mit dem Coronavirus in China erlebt. In der Provinz Hebei gab es seit Anfang Januar rund 1.000 Infektionen. FĂŒr mehr als 20 Millionen Menschen wurden Ausgangssperren verhĂ€ngt - unter anderem in Shijiazhuang, Xingtai und Langfang, das an den Stadtteil Daxing grenzt.

In der Provinzhauptstadt Shijiazhuang wurde innerhalb weniger Tage ein Auffanglager zur QuarantĂ€ne gebaut, das am Donnerstag schon mehr als 1.700 Zimmer zur VerfĂŒgung stellen soll, wie die "China Daily" berichtete. In der zweiten Phase soll es fĂŒr mehr als 4.000 Personen ausgebaut werden. Mit dem Bau war erst vor einer Woche begonnen worden. Mehr als 20.000 Menschen sind aus Risikogebieten in mehr als 400 zentralisierte QuarantĂ€ne-Lager gebracht worden, so das Blatt.

Mediziner rechnen mit noch lÀngerem Lockdown als bis Mitte Februar

11:31 Uhr: Der Vorsitzende des WeltĂ€rztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit einer weiteren VerlĂ€ngerung der Massnahmen gegen das Coronavirus ĂŒber Mitte Februar hinaus.

Man mĂŒsse die Menschen daran gewöhnen, dass das jetzt eine Lebensform fĂŒr den Rest dieses Winters sei, mit der man leben mĂŒsse. "Andernfalls schlĂ€gt dieses Virus mit grosser Macht zurĂŒck", sagte er am Mittwochmorgen im Radioprogramm SWR Aktuell.

Auch die Intensiv- und Notfallmediziner gehen davon aus, dass eine VerlÀngerung der Massnahmen bis Mitte Februar nicht ausreichen wird. "Wir werden mindestens bis Ende Februar oder Anfang MÀrz benötigen, wenn die Massnahmen wie jetzt zu beobachten greifen, um die Patientenzahl auf den Hochpunkt der ersten Welle zu
drĂŒcken - knapp unter 3.000", sagte Gernot Marx, Vorsitzender der InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Trotz eines ersten leichten RĂŒckgangs der COVID-19-Patienten wĂŒrden immer noch 5.000 von ihnen auf den Stationen liegen. Man solle sich keine Illusionen machen, dass Mitte Februar die InnenstĂ€dte und Restaurants wieder öffnen könnten.

Hygiene-Experte: Konzepte womöglich ĂŒberprĂŒfen wegen Virus-Mutationen

11:11 Uhr: Hygiene-Experte Florian Kainzinger hĂ€lt mit Blick auf die neuen Varianten des Coronavirus Nachbesserungen der Konzepte im Sport unter UmstĂ€nden fĂŒr angebracht.

"Wichtig ist, dass wir verstehen, ob die Mutation aus UK oder SĂŒdafrika sich anders verhĂ€lt (Übertragbarkeit, etc.) und ob sie sich mehr und mehr in Deutschland durchsetzt", erklĂ€rte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wenn Letzteres der Fall wĂ€re, sei eine ÜberprĂŒfung der Konzepte auch dann anzuraten, wenn noch kein Sportler mit der Mutation positiv getestet wurde, so Kainzinger.

Er hatte sowohl am Hygienekonzept der Basketball- als auch der Handball-Bundesliga mitgearbeitet. "Die BBL muss aktuell ihr Konzept nicht anpassen – wichtig ist vielmehr, dass man die Umsetzung aller Regeln und Empfehlungen konsequent einhĂ€lt und gegebenenfalls bei der 'Anwendung' nochmal nachschĂ€rft", erklĂ€rte er. "Es ist aber kein Mangel an Regeln vorhanden."

Biontech-Lieferprobleme: Nordrhein-Westfalen stoppt Impfungen in KrankenhÀusern

10:51 Uhr: Wegen der verzögerten Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech verschiebt Nordrhein-Westfalen den Start der Impfungen fĂŒr ĂŒber 80-JĂ€hrige, die zu Hause leben.

Die 53 Impfzentren im Land nehmen ihren Betrieb nun erst am 8. Februar auf - eine Woche spÀter als bislang geplant, wie ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte.

Überdies verhĂ€ngte das Land einen sofortigen Impfstopp in KrankenhĂ€usern, die mit Biontech-Impfstoff versorgt werden. Grund seien auch hier die Lieferprobleme, heisst es in einer E-Mail des Gesundheitsministeriums, die der dpa vorliegt. Ein Ministeriumssprecher bestĂ€tigte am Mittwoch die Echtheit des Schreibens. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Infizierte Reise-RĂŒckkehrerin: 5.000 Personen mĂŒssen in QuarantĂ€ne

10:34 Uhr: Durch das Missachten von Corona-Regeln hat eine Schweiz-Urlauberin nach der RĂŒckkehr nach Belgien fĂŒr geschlossene Schulen und Tausende QuarantĂ€ne-Anordnungen gesorgt.

Mehr als 2.000 SchĂŒler und Lehrer an zwei Schulen im Grossraum Antwerpen seien ausserdem auf das Coronavirus getestet worden, berichtete der belgische Sender RTBF am Dienstag. Die Urlauberin war dem Bericht zufolge positiv auf die Mutation des Coronavirus, die zuerst in Grossbritannien entdeckt worden war, getestet worden.

Über Weihnachten hatte die Frau demnach einige Tage zum Ski-Urlaub in der Schweiz verbracht. Ihre Tochter war wĂ€hrenddessen bei ihrem geschieden von der Mutter lebenden Vater untergebracht. Anstatt sich nach ihrer RĂŒckkehr - in Einklang mit den belgischen Regeln - selbst zu isolieren, nahm die Mutter ihre Tochter sofort wieder zu sich.

Ein erster Corona-Test fiel Tags darauf zwar negativ aus, ein spÀterer Test dann aber positiv. Zwischenzeitlich hatte die Tochter ihren Vater wieder besucht und ging auch wieder zur Schule. Wenig spÀter zeigte auch sie COVID-Symptome. Ein Test ergab, dass sowohl sie als auch der Vater mit der Mutation infiziert waren.

Wie RTBF weiter berichtete, wurden an diesem Montag nach einer Entscheidung der örtlichen Behörden zwei Schulen in Edegem und Kontich geschlossen - die Schule der Tochter sowie eine weitere, an der einer der Lehrer ebenfalls arbeitet. Zudem wurden knapp 2.000 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sowie 300 LehrkrĂ€ften auf Corona getestet. Die Ergebnisse waren zunĂ€chst nicht bekannt. FĂŒr 5.000 Personen ordneten die Behörden QuarantĂ€ne an.

Ansteckendere Corona-Variante bereits in 60 LĂ€ndern nachgewiesen

10:12 Uhr: Die zuerst in Grossbritannien entdeckte Corona-Mutation hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen in mindestens 60 LĂ€ndern ausgebreitet. Innerhalb einer Woche sei die Virus-Variante damit in zehn weiteren Staaten entdeckt worden, teilte die WHO am Mittwoch mit. Die Mitte Dezember erstmals nachgewiesene Mutation B.1.1.7 gilt als 50 bis 70 Prozent ansteckender als das Virus in seiner bisherigen Form.

Eine weitere in SĂŒdafrika entdeckte Virus-Variante wurde nach Angaben der WHO inzwischen in 23 LĂ€ndern festgestellt. Diese Mutation ist Experten zufolge ebenfalls ansteckender, ebenso wie die britische Variante aber offenbar nicht tödlicher als die ursprĂŒngliche Form des Virus.

Weltweit starben inzwischen zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Die WHO meldete am Mittwoch einen neuen Höchststand der wöchentlichen Opferzahl. 93.000 Infizierte seien binnen sieben Tagen gestorben. Zugleich seien in der vergangenen Woche 4,7 Millionen Neuinfektionen verzeichnet worden.

Nach Bund-LĂ€nder-GesprĂ€chen: Arbeitgeber mĂŒssen Homeoffice ermöglichen

Bei den Bund-LĂ€nder-GesprĂ€chen am Dienstag sind einige Corona-Regeln verschĂ€rft worden, auch am Arbeitsplatz gelten jetzt strengere Vorgaben. Arbeitgeber mĂŒssen Arbeit im Homeoffice zulassen, wenn das möglich ist. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte die BeschĂ€ftigten und Unternehmen auf, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen.

Kanzleramtschef Helge Braun verteidigt Beschluss zu Schul-Schliessungen

09:36 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat den Bund-LĂ€nder-Beschluss, bis Mitte Februar die PrĂ€senzpflicht fĂŒr Schulen und Kitas auszusetzen, verteidigt. "Wir mĂŒssen mit den Neuinfektionszahlen so schnell wie möglich runter, und deshalb mĂŒssen wir so viele Massnahmen gleichzeitig durchhalten. Dazu gehört auch, dass die Schulen bis auf Weiteres geschlossen bleiben", sagte Braun im Interview mit den Sendern RTL und n-tv.

Die Massnahmen seien Bund und LÀndern "nicht leicht gefallen". Es gebe aber ernstzunehmende Hinweise darauf, dass die mutierte Virus-Variante, die in Grossbritannien entdeckt worden war, sich bei Kindern Àhnlich ausbreite wie bei Erwachsenen, sagte Braun.

Sauerstoff aus Venezuela erreicht Amazonas-Metropole Manaus

08:43 Uhr: Nach dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Manaus sind in der brasilianischen Amazonas-Metropole mehrere Lastwagen mit Sauerstoffzylindern aus dem benachbarten Venezuela angekommen.

Wie das Nachrichtenportal "Portal do Holanda" am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete, transportierte der Konvoi mehr als 100.000 Kubikmeter Sauerstoff. Dies entspricht den Angaben zufolge dem Bedarf von eineinhalb Tagen.

Die venezolanische Regierung hatte die Lieferung angekĂŒndigt, nachdem den KrankenhĂ€usern in Manaus wegen der enormen Zunahme an COVID-19-Patienten der Sauerstoff ausgegangen war. Die Lastwagen fuhren von der Stadt Puerto Ordaz ab, die etwa 1.500 Kilometer von Manaus entfernt in Venezuela liegt.

Venezuela steckt in einer tiefen Krise. Aus Mangel an Devisen und wegen zahlreicher US-Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des tĂ€glichen Bedarfs importieren. Selbst Benzin ist in dem Land mit den grössten Ölreserven der Welt Mangelware.

Bildergalerie starten

Alles, was Sie ĂŒber den Mund-Nasen-Schutz wissen mĂŒssen

Masken sind zu unseren tÀglichen Begleitern geworden - und doch gibt es wichtige Tipps zum Mund-Nasen-Schutz, die viele nicht kennen. Worauf Sie achten und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Israel feiert Impfrekorde und verlÀngert den Lockdown um zehn Tage

08:16 Uhr: In Israel sind erstmals mehr als 200.000 Corona-Impfungen am Tag verabreicht worden. Gleichzeitig verlÀngert das kleine Land am Mittelmeer seinen Lockdown angesichts eines Allzeithochs von Neuinfektionen um weitere zehn Tage. Die BeschrÀnkungen sollen nun bis Ende des Monats gelten, wie die Regierung des MinisterprÀsidenten Benjamin Netanjahu am Dienstagabend beschloss.

Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien insgesamt 201.000 Menschen geimpft worden. Von ihnen erhielten 129.000 bereits die zweite Impfdosis und 72.000 die erste. Insgesamt haben bereits mehr als 2,2 Millionen Menschen in Israel die erste und 550.000 Menschen die zweite Impfdosis bekommen. "In diesem Tempo besiegen wir die Mutation", schrieb Edelstein bei Twitter.

Am Dienstag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land erstmals 10.000 ĂŒberstiegen. Seit knapp zwei Wochen gilt in Israel ein Lockdown mit strikten EinschrĂ€nkungen. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1.000 Metern verlassen. Von der Regel gibt es aber zahlreiche Ausnahmen. Die Schulen bleiben weiter geschlossen, es gibt lediglich Fernunterricht.

Laut der neuen Entscheidung des Kabinetts mĂŒssen Reisende nach Israel vor dem Abflug einen höchstens 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen. Alternativ gelten auch eine nachgewiesene Corona-Impfung oder eine Bescheinigung, dass der Reisende in der Vergangenheit erkrankt und genesen ist. Diese Vorschrift soll am 23. Januar in Kraft treten.

Lehrerverband setzt auf Schulbetrieb ab Mitte Februar

07:39 Uhr: Der PrÀsident des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger hofft nach eigenen Worten darauf, dass Mitte Februar an den Schulen "der grosse Einstieg wieder gelingt". Entsprechend Àusserte er sich in der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwochausgabe).

Die Entscheidung von Bund und LĂ€ndern, die Einrichtungen bis zum 14. Februar weitgehend geschlossen zu halten, trĂ€gt der Verband demnach mit. "Schulen sind Teil des Infektionsgeschehens", sagte Meidinger. Es sei notwendig, auch dort auf die hohen Zahlen zu reagieren. "An den Schulen jetzt zu lockern und sie dann innerhalb kĂŒrzester Zeit wieder dichtzumachen, wĂ€re das verkehrteste, was man tun kann."

Meidinger erneuerte seinen Vorschlag fĂŒr ein freiwilliges Zusatzjahr, in dem besonders von den SchulausfĂ€llen betroffene SchĂŒler den Stoff wieder aufholen könnten, gegebenenfalls in Gruppen zusammengefasst und mit einem speziell auf sie zugeschnittenen Stundenplan.

Gedenkzeremonie fĂŒr Corona-Tote am Abend vor Vereidigung von Joe Biden

06:54 Uhr: Am Abend vor ihrer Vereidigung haben der kĂŒnftige US-PrĂ€sident Joe Biden und die kĂŒnftige VizeprĂ€sidentin Kamala Harris mit einer Gedenkzeremonie an die Hunderttausenden Corona-Toten im Land erinnert.

"Um zu heilen, mĂŒssen wir uns erinnern", sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) bei der kurzen Zeremonie in der US-Hauptstadt Washington. Es sei wichtig, als Nation zu gesunden.

Harris sagte, ĂŒber viele Monate hĂ€tten die Amerikaner alleine getrauert. An diesem Abend trauere die Nation zusammen. Sie hoffe, dass das Land mit der Erkenntnis aus der Krise hervorgehe, die einfachen Momente mehr wertzuschĂ€tzen und sich fĂŒreinander zu öffnen.

Am Dienstag hatten die Vereinigten Staaten in der Coronakrise einen weiteren dĂŒsteren Meilenstein ĂŒberschritten: Mehr als 400.000 Menschen sind dort seit Beginn der Pandemie nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 gestorben, wie aus neuen Daten der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t in Baltimore hervorging.

Die Zahl der tÀglich nachgewiesenen Neuinfektionen bewegen sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach mehr als 3.000 Tote und mehr als 200.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden verzeichnet.

15.974 Corona-Neuinfektionen und 1.148 neue TodesfÀlle gemeldet

06:19 Uhr: Die deutschen GesundheitsÀmter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Ausserdem wurden 1.148 neue TodesfÀlle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1.060 neue TodesfÀlle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem RĂŒckgang wĂ€hrend der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten BundeslĂ€ndern (jedoch nicht allen) nun leicht", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend.

Der Höchststand von 1.244 neuen TodesfÀllen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Die Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben ThĂŒringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Alle Corona-Meldungen vom 19. Januar zum Nachlesen finden Sie hier.

Mehr zum Coronavirus-Thema

Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

Covid-19-Simulation ergibt: Lockdown bis Ende Januar wird nicht reichen

Wissenschaftliche Berechnungen haben ergeben, dass der aktuelle Lockdown das Infektionsgeschehen in Deutschland bis Ende Januar nicht ausreichend. FrĂŒhestens Mitte Februar seien Lockerungen demnach möglich. Aber das ist bei weitem nicht sicher.