• Mit einem souveränen Sieg gegen Borussia Dortmund sichern sich die Bayern vorzeitig die Meisterschaft.
  • Für den Verein ist es der zehnte Titel in Folge.
  • Der Sieg der Nagelsmann-Elf gegen die Dortmunder war früh absehbar.

Mehr aktuelle News zur Bundesliga finden Sie hier

Bis zur ersten Bierdusche für Julian Nagelsmann dauerte es nicht lange. Verteidiger Benjamin Pavard landete beim jüngsten Münchner Meistercoach den ersten Volltreffer. Der FC Bayern ist seit Samstagabend historischer Zehn-Jahres-Meister. In einem nur in Phasen hochklassigen Bundesliga-Topspiel gegen den ewigen Rivalen Borussia Dortmund bestätigte der Rekordchampion mit einem 3:1 (2:0) seine seit 2013 anhaltende Vormachtstellung im deutschen Fussball.

"Wir wollten es heute unbedingt. Wir konnten uns den Frust gut von der Seele spielen - alles wunderbar jetzt", sagte Bayern-Routinier Thomas Müller bei Sky: "Wir haben einen tollen Kader, wir haben super Spieler, aber du musst es erstmal immer wieder auf den Platz bringen. Wir sind zwölf Punkte weg von unserem schärfsten Verfolger Dortmund. In der ersten Halbzeit haben wir schon gezeigt, was Sache ist."

Die Trophäe ist auch ein wenig Trostpflaster

Der zehnte Meistertitel nacheinander wird allerdings die einzige Münchner Trophäe in einer Saison bleiben, die in Champions League und DFB-Pokal mit dem Ausscheiden gegen den FC Villarreal und Borussia Mönchengladbach mit grossen Enttäuschungen endete.

Die Offensivkräfte Serge Gnabry (15. Minute), Robert Lewandowski (34.) und der eingewechselte Jamal Musiala (83.) erzielten am Samstagabend die Bayern-Tore vor 75 000 Zuschauern in der Allianz Arena. Der BVB um den lange unsichtbaren Torjäger Erling Haaland zeigte sich erst nach der Pause auf Augenhöhe: Nach Foul von Joshua Kimmich an Marco Reus traf Emre Can vom Elfmeterpunkt (52.).

Direkt danach kam Kapitän Reus dem Ausgleich zweimal nahe: Einmal scheiterte der Dortmunder an Nationaltorwart Manuel Neuer (54.). Dann stoppte ihn Bayern-Verteidiger Lucas Hernández in höchster Not (55.).

Die FCB-Fans singen schon vor dem Abpfiff

Schon vor dem Schlusspfiff hallte ein Jubelruf der glücklichen Bayern-Fans durch die Arena: "Deutscher Meister wird nur der FCB!" Drei Spieltage vor Saisonende liegen die Bayern mit zwölf Punkten Vorsprung auf Dortmund uneinholbar vorne. "Wir sind richtig happy. Schöner wäre es natürlich mit der echten Schale", sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer, der mit Pappschale gejubelt hatte.

Julian Nagelsmann verewigte sich mit 34 Jahren als zweitjüngster Meistercoach in der Bundesliga-Historie. Nur Matthias Sammer war beim BVB-Triumph 2002 einige Tage jünger. "Es war für uns am Ende wichtig, dass wir es nach dem Ausscheiden gegen Villarreal vernünftig abschliessen", kommentierte Neuer. Nagelsmann sei "sehr ehrgeizig".

Elf Tage nach dem Frust-K.o. in der Champions League gegen Villarreal wollten die Bayern wenigstens im letzten grossen Spiel der Saison nochmal ein Zeichen setzen und die eigenen Fans erfreuen. Die grössere Entschlossenheit und Gier führte dabei zum Erfolg. Zudem hatte der nun 32-malige deutsche Meister bei seinen Toren recht leichtes Spiel.

Musiala mit dem Entscheidungstreffer

Nationalspieler Gnabry platzierte im Anschluss an einen Eckball einen Volleyschuss nach Kopfball-Ablage von Leon Goretzka unhaltbar für Borussen-Torwart Marwin Hitz ins linke Eck. Und Lewandowski erzielte sein 33. Saisontor nach einem Ballverlust von Dortmunds Verteidiger Dan-Axel Zagadou im Aufbauspiel. Die Vorlage kam von Thomas Müller, der mit nun elf Titelgewinnen alleiniger Spieler-Rekordmeister ist.

Das womöglich letzte Wettschiessen zwischen den Liga-Topstürmern Lewandowski und Haaland endete mal wieder mit einem Punktsieg des Bayern-Stürmers. Lewandowski traf nicht nur, er war auch aktiver als sein junger Kontrahent aus Norwegen, der kaum in Erscheinung trat. Hitz vereitelte gegen Lewandowski spektakulär das 3:1 (69.). Haaland kam erst spät zu zwei erfolglosen Abschlüssen (80./81.). Musiala sorgte dann für die Entscheidung freistehend vor Hitz.

Zur weltweiten Leistungsschau der beiden besten deutschen Teams taugte der Klassiker nicht. Zu viel blieb Stückwerk, die Emotionen kochten auf dem Platz und am Spielfeldrand nur sporadisch hoch. (best/dpa)

Nach Aus in der Champions League: Nagelsmann erhält Morddrohungen

Julian Nagelsmann hat nach dem Aus des FC Bayern in der Champions League Morddrohungen gegen seine Person öffentlich gemacht. "Ich kann mit Kritik gut umgehen. Anders sieht es mit den 450 Morddrohungen auf Instagram aus", sagte der 34-Jährige am Freitag. © ProSiebenSat.1
Teaserbild: © dpa / Sven Hoppe/dpa