Laut WHO ist der Corona-Höhepunkt in Süd- und Mittelamerika noch nicht abzusehen. Eine Ansammlung von Hunderten Schlauchbooten hat zu Pfingsten die Berliner Polizei beschäftigt. In Göttingen hatten mehrere Menschen eine Shisha-Bar besucht und sind nun an COVID-19 erkrankt. Alle News zum Coronavirus.

  • 19:13 Uhr: WHO: Corona-Höhepunkt in Süd- und Mittelamerika noch nicht abzusehen
  • 15:50 Uhr: Raveparty auf Schlauchbooten in Berlin: Polizei schreitet ein
  • 14:31 Uhr: Illegal geöffnete Shisha-Bar verantwortlich für Göttinger Corona-Ausbruch?
  • 14:01 Uhr: Weltweite Umfrage der WHO: Andere Patienten wegen COVID-19-Fokus weniger behandelt
  • 12:18 Uhr: Infizierte Polizisten aus Afghanistan ausgeflogen
  • 8:37 Uhr: Hälfte der Deutschen würden sich gegen Coronavirus impfen lassen
  • 7:45 Uhr: Infektionsmediziner: Schule ohne Abstandsregeln jetzt vertretbar
  • 5:52 Uhr: Infektionsfall in Sondermaschine der deutschen Wirtschaft bestätigt

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Top-News: WHO: Corona-Höhepunkt in Süd- und Mittelamerika noch nicht abzusehen

19:13 Uhr: Der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie ist nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht. "Süd- und vor allem Zentralamerika sind sicherlich zu Zonen intensiver Infektionen geworden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend. "Ich glaube nicht, dass wir den Höhepunkt der Übertragungen dort schon erreicht haben." Wann das geschehe, sei nicht vorauszusagen.

Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten gehörten Brasilien, Peru, Chile und Mexiko, sagte Ryan. In vielen Ländern kämen die Gesundheitssysteme unter Druck. "Sie brauchen unsere Unterstützung und unsere Solidarität." Es gebe gute Beispiele von Ländern, die mit der gesamten Regierung und der Gesellschaft gegen das Virus kämpften, und andere, "wo es Schwächen gibt". Namen nannte er nicht. Brasilien wird kritisiert, weil der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro Massnahmen, die Wirtschaft und Gesellschaft einschränken, ablehnt. Das Land hat mehr als eine halbe Million Infektionen und damit nach den USA die zweithöchste Zahl.

Weitere Corona-Meldungen des Tages im Live-Blog:

Zahl der neuen Corona-Infektionen in Italien sinkt

21:35 Uhr: Kurz vor der Öffnung Italiens für ausländische Urlauber gehen die Corona-Zahlen weiter zurück: Der italienische Zivilschutz in Rom meldete am Montag knapp 178 neu registrierte Infektionsfälle innerhalb von 24 Stunden. Das sei der niedrigste Wert seit dem 26. Februar, erläuterten die Experten der Behörde. Er lag auch unter den Zahlen aus Deutschland. Dort hatten die Gesundheitsämter zuletzt dem Robert Koch-Institut 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet.

An oder mit der Covid-19-Krankheit starben in Italien erneut 60 Menschen. Am Vortag lag auch dieser Wert darüber, auf dem Höhepunkt der Corona-Welle im März jedoch waren in dem Land an einem Tag beinahe 1.000 Menschen gestorben. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Toten seit Februar damit auf 33.475. Die Gesamtzahl der registrierten Fälle wird mit gut 233.000 angegeben.

Tschechien öffnet Grenze für deutsche Touristen ab 15. Juni

20:00 Uhr: Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland. Das beschloss das Kabinett am Montag in Prag, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech bekanntgab. Der EU-Mitgliedstaat hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie einen weitgehenden Einreisestopp verhängt.

Grundlage ist nun ein neues Ampel-Modell, das Länder nach Risikogruppen einteilt. Grünes Licht bekommen neben Deutschland und allen anderen Nachbarstaaten Tschechiens unter anderem auch die Schweiz und Kroatien. Damit entfallen auch die bisherigen Einschränkungen für grenzüberschreitende Berufspendler.

Ausländer aus rot und orange gekennzeichneten Ländern müssen bei der Einreise nach Tschechien einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen. Dazu zählen unter anderem Grossbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden.

Um den Tourismus wieder anzukurbeln, hat die Stadt an der Moldau nun ein Gutscheinmodell beschlossen: Wer mindestens zwei Nächte in einem Hotel bleibt, erhält Punkte, die unter anderem in den städtischen Museen, dem zoologischen und dem botanischen Garten eingelöst werden können.

Gesuchte Kriminelle in Brasilien beziehen Corona-Nothilfe

18:55 Uhr: Mehrere Krimminelle sollen in Brasilien in der COVID-19-Pandemie einem Medienbericht zufolge die Nothilfe des Staates bekommen haben. Das brasilianische Fernsehen verglich am Sonntagabend (Ortszeit) eine Liste mit den 22 meistgesuchten Verbrechern mit der Internetseite der Nothilfe. Demnach wurde im Namen von elf unter ihnen die Corona-Nothilfe von 600 Reais (100 Euro) beantragt – und bewilligt. Zu den Begünstigten sollen demnach Täter gehören, die an millionenschweren Verbrechen beteiligt gewesen seien - etwa an einem Überfall auf ein Werttranport-Unternehmen in Paraguay 2017 oder einen Goldraub in São Paulo im vergangenen Jahr.
Insgesamt bekamen dem Bericht zufolge 27.000 von der Justiz Gesuchte die finanzielle Unterstützung, die eigentlich für Tagelöhner, Kleinunternehmer, Selbstständige und Arbeitslose in der Corona-Krise gedacht ist. Die Bundesprüfer gaben der Regierung 48 Stunden Zeit, um zu den Problemen bei der Auszahlung Stellung zu nehmen.

Schweden meldet nach Tag ohne Corona-Tote acht neue Todesfälle

16:51 Uhr: Schweden hat am Montag acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war.

Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle auf 4403. Etwa 37.800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert.

Bereits am Sonntag hatte die Behörde aber gesagt, über das Wochenende verzögerten sich für gewöhnlich die Meldungen über neue Opfer. "Wir werden morgen (Dienstag) wahrscheinlich weitere Todesfälle gemeldet bekommen", sagte der Epidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde. "Aber es ist positiv, dass wir für ein paar Tage geringe Zahlen hatten."

Regierungschef Stefan Löfven will in den kommenden Wochen wahrscheinlich eine Kommission einberufen, die das Vorgehen Schwedens im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bewerten soll. Dabei gehe es darum, Erfolge, aber auch Fehler zu finden. Die Opposition hatte eine solche Kommission gefordert.

Anders als andere Ländern hatte Schweden weit weniger strenge Massnahmen ergriffen. So wurden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden unter anderem lediglich gebeten, Abstand zu halten, sich immer wieder die Hände zu waschen und auf Reisen zu verzichten.

Raveparty auf Schlauchbooten in Berlin - Polizei schreitet ein

15:50 Uhr: Eine Ansammlung von Hunderten Schlauchbooten hat zu Pfingsten die Berliner Polizei beschäftigt. Die Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" am Sonntag habe von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg geführt, teilte die Polizei am Montag mit. Zwischenzeitlich seien rund 300 bis 400 Boote zusammengekommen. Die Polizei sei mit rund 100 Kräften im Einsatz gewesen.

Rund 1500 Menschen hätten sich auf dem Wasser und an Land aufgehalten. Der Veranstalter habe die Versammlung "aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik" nach einem Gespräch mit der Polizei am frühen Abend beendet, hiess es im Polizeibericht.

Nach Angaben der Berliner Clubcommission handelte es sich um eine Initiative von einzelnen Akteuren aus der Clubszene. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass Menschen mit Abstand am Ufer sitzen und Musik und Redebeiträgen auf den Booten zuhören. Die Organisatoren seien vom Zulauf wohl überrascht worden, sagte ein Sprecher.

Die Berliner Clubs sind seit Monaten geschlossen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Viele Betreiber fürchten um ihre Existenz. Bei Facebook war zu einer Veranstaltung namens "Ravekultur Retten! Wasserdemo" aufgerufen worden. Darin stand die Bitte, etwa Abstand zu halten und Gesichtsbedeckungen mitzunehmen. Gefordert wurde unter anderem auch finanzielle Unterstützung für Clubs und Festivals.

Kultur-Demo wird zum Wasser-RaveKultur-Demo wird zum Wasser-Rave - Polizei schreitet ein

Am Sonntag feierten Hunderte Menschen in Kreuzberg auf ihren Booten im Wasser und am Ufer. Die Veranstaltung sollte eine Protestaktion gegen das Aussterben der Club- und Ravekultur sein.

Illegal geöffnete Shisha-Bar verantwortlich für Göttinger Corona-Ausbruch?

14:31 Uhr: Eine Shisha-Bar in Göttingen steht im Zentrum eines Corona-Ausbruchs. Was genau in der Bar passierte, ist noch unklar. Fest stand am Pfingstmontag nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Göttingen bisher nur: Die Bar hatte geöffnet, obwohl sie es wegen der Corona-Auflagen eigentlich noch nicht durfte. Und: Mehrere Menschen, die später an COVID-19 erkrankten, waren zuvor in der Bar.

Ob sie dort gemeinsam aus einer Wasserpfeife rauchten, wie es in Shisha-Bars üblich ist, ist noch offen. "Die Bar wurde geschlossen, nun wird ein Bussgeldverfahren geprüft", sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert.

Ein Airbus-Militärtransporter A400M. (Symbolbild)

WHO-Umfrage: Andere Patienten wegen COVID-19-Fokus weniger behandelt

14:01 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das geht aus einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai in 155 Ländern hervor. "Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen COVID-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. COVID-19 ist die Krankheit, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Nach der Umfrage mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten.

Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

In den meisten Fällen wurden Termine abgesagt, weil Personal für die Behandlung von COVID-19-Patienten abgezogen wurde, oder weil Menschen wegen der Ausgehbeschränkungen nicht zu Terminen kommen konnten. An nicht übertragbaren Krankheiten sterben nach Schätzungen der WHO jedes Jahr 41 Millionen Menschen. Das sind 71 Prozent der Todesfälle weltweit.

Grüne fordern Gründung von Experten-"Pandemierat"

13:16 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Gründung eines speziellen wissenschaftlichen Gremiums zur Beratung der Bundesregierung beim weiteren Vorgehen in der Coronakrise gefordert. Dieser "Pandemierat" solle mit Experten aus unterschiedlichen Disziplinen besetzt sein und über den Sommer ein Gutachten erarbeiten, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem am Montag veröffentlichen Interview. Die FDP-Fraktion plädierte stattdessen für ein "Wirtschaftskabinett".

Der Pandemierat solle in seinem Gutachten Empfehlungen dafür vorlegen, "mit welchen Massnahmen zielgenau und wirksam ein erneutes unkontrollierbares Anwachsen der Infektionszahlen und schwere gesundheitliche, ökonomische und soziale Folgen in den nächsten Monaten verhindert werden können", sagte Göring-Eckardt. Das Gutachten müsse anschliessend im Bundestag diskutiert werden.

Es sei ein Fehler, dass in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern nicht längst ein unabhängiges interdisziplinäres wissenschaftliches Beratungsgremium geschaffen worden sei, das die Pandemie und ihre Folgen "laufend und aus umfassender Perspektive beurteilt", kritisierte Göring-Eckardt.

Sie forderte ausserdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu auf, noch vor dem Sommer über ihre weitere Strategie im Umgang mit der Krise zu informieren. "Statt chaotischer Einzelmassnahmen brauchen wir eine fundierte Gesamtanalyse und eine offene, sachliche Debatte über die weitere Strategie im Umgang mit dem Virus", mahnte die Fraktionsvorsitzende.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte hingegen, das Corona-Kabinett der Bundesregierung müsse jetzt durch ein "Wirtschaftskabinett" verstärkt werden. "Wir brauchen keinen Pandemierat", erklärte er. Stattdessen sei ein Gremium "zum Wieder-Hochfahren der Wirtschaft unter Leitung von Kanzlerin Merkel und insbesondere unter Einbindung des Wirtschafts-, Finanz-, Forschungs- und Verkehrsministeriums" nötig.

Das "Wirtschaftskabinett" solle "eine wichtige Flankierung zum Konjunkturpaket" sein, um das Wachstum schnell wieder anzukurbeln. "Jetzt heisst es volle Kraft voraus für Wirtschaft, Arbeitsplätze, Steuersenkungen, Innovation, Investitionen, Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung und Bürokratieabbau", forderte Theurer.

Steinmeier bedankt sich bei Kindern und Eltern für Disziplin in Coronakrise

12:29 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bei den Kindern für ihre Disziplin in der Coronakrise bedankt. "Ihr konntet Freunde und Verwandte nicht besuchen, nicht zum Spielen, nicht raus ins Grüne, Kitas und Schulen waren geschlossen", sagte Steinmeier in einem Interview des Kinderkanals zum Kindertag. "Dass Ihr Euch trotz alledem so gut an die Regeln gehalten habt, finde ich klasse und dafür sage ich herzlich Dank."

Steinmeier bedankte sich zugleich auch bei den Eltern für ihren Einsatz. Sie hätten in dieser besonderen Situation ihren Kindern Ängste nehmen und sie trösten müssen, neben ihrer ganz normalen Arbeit auch das Essen auf den Tisch bringen und Hausarbeiten betreuen müssen. "Davor habe ich viel Respekt und deshalb sage ich: ganz herzlichen Dank allen Eltern."

Infizierte Polizisten aus Afghanistan ausgeflogen

12:18 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch unter deutschen Polizeiausbildern in Afghanistan hat das Bundesinnenministerium insgesamt neun Polizisten nach Deutschland zurückgeholt. Mit einem speziell ausgestatteten Airbus A400 MedEvac flog die Luftwaffe am Sonntag drei erkrankte Ausbilder in die Heimat. Mit an Bord war auch ein infizierter Bundeswehrsoldat, der im Camp Marmal im nordafghanischen Masar-i-Scharif stationiert war, wie die Luftwaffe mitteilte.

Der Airbus landete am späten Sonntagabend in Köln. Parallel dazu wurden mit einer gecharterten Maschine sechs weitere Polizisten nach Deutschland zurückgebracht. Sie hätten bei der Ausbildungsmission mit den infizierten Kollegen zusammengearbeitet und gälten daher als Erstkontakte, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Die neun Beamten gehören zu der Einheit, die im Rahmen des "German Police Project Teams" in Kabul und Masar-e-Scharif lokale Polizisten ausbildet. Die Ausbildungsmission in Afghanistan gerät nun ins Stocken. Weil jetzt neun Polizisten fehlen, könne die gesicherte Unterkunft des Teams vorübergehend nicht genutzt werden, erklärte der Ministeriumssprecher. Für den Betrieb sei eine Mindestanzahl an deutschen Einsatzkräften notwendig.

Armeniens Regierungschef Paschinjan infiziert

11:32 Uhr: In der Südkaukasusrepublik Armenien hat sich Regierungschef Nikol Paschinjan an seinem 45. Geburtstag wegen einer Coronavirus-Infektion in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte der Politiker am Montag in der armenischen Hauptstadt Eriwan mit. Er selbst habe keine Symptome, aber auch Tests bei den übrigen Familienmitgliedern hätten eine SARS-CoV-2-Infektion bestätigt. Die Infektion sei entdeckt worden, als er vor einem geplanten Besuch beim Militär des Landes einen Test auf Corona gemacht habe. Seine Amtsgeschäfte wolle er von zu Hause fortsetzen, teilte er mit.

Paschinjan meinte, er habe sich womöglich angesteckt, als ihm ein Kellner bei einem Arbeitstreffen ohne Handschuhe ein Glas Wasser gebracht habe. Bei dem Mann sei eine Corona-Infektion inzwischen ebenfalls bestätigt. Kremlchef Wladimir Putin gratulierte Paschinjan zum Geburtstag und wünschte ihm "Gesundheit und Glück".

In dem christlich geprägten Land in Nachbarschaft zur Türkei und zum Iran waren mit Stand Montag 9402 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Amtlich bestätigt waren 194 Todesfälle. In der Ex-Sowjetrepublik gilt noch bis 13. Juni der Ausnahmezustand, der aber fast nur Bildungseinrichtungen betrifft. Für die Wirtschaft in dem verarmten Land gibt es keine Einschränkungen.

Befragung belegt Zusammenhang von Corona und Verlust des Geruchssinns

11:02 Uhr: Eine international angelegte Befragung belegt, dass eine Coronainfektion mit dem Verlust des Geruchssinns einhergehen kann. Das Virus greife offenbar Zellen des Riechepithels an und sorge für einen Ausfall der Rezeptoren, teilte das an der Analyse beteiligte Universitätsklinikum Dresden am Pfingstmontag mit. Da sich die Zellen regelmässig erneuern, klinge die Geruchsstörung bei vielen Betroffenen auch wieder ab. Das Phänomen gehe - anders als etwa bei einem grippalen Infekt - nicht mit einer verstopften Nase einher.

Die Ergebnisse resultieren aus einer Onlinebefragung und basieren auf Beiträgen von gut 4000 Patienten mit COVID-19-Diagnose aus mehr als 40 Ländern, wie es hiess. Die Analyse wurde bisher nur in einer sogenannten Preprint-Version veröffentlicht, sie wurde noch nicht von unabhängigen Gutachtern beurteilt und in einer Fachzeitschhrift veröffentlicht.

Viele der Angaben stammen aus den USA, Frankreich und Italien. "Wir erleben aber auch in Deutschland immer mehr ehemalige Corona-Patienten, die nach der Erkrankung über eine eingeschränkte Riechfähigkeit klagen", erklärte Thomas Hummel. Der Professor leitet das interdisziplinäre Zentrum "Riechen und Schmecken" an der HNO- Klinik des Dresdner Uniklinikums. Eine plötzlich aufgetretene Riechstörung könne ein Hinweis auf eine mögliche Corona-Infektion sein.

Dass viele Patienten parallel dazu vermeintlich auch über Veränderungen bei der Geschmackswahrnehmung berichten, könnte laut Hummel ein Interpretationsfehler sein. Die meisten könnten bisherigen Erkenntnissen zufolge die vier Geschmacksrichtungen süss, sauer, bitter und salzig weiter einigermassen zuverlässig unterscheiden. "Was sie vermissen, sind die Aromen der Lebensmittel." Um diese zu erkennen, brauche es das Zusammenspiel mit dem Geruchssinn.

USA liefern umstrittenes Malariamittel zur COVID-19-Behandlung nach Brasilien

10:14 Uhr: Die Vereinigten Staaten schicken entgegen medizinischer Empfehlungen zwei Millionen Dosen Hydroxychloroquin zum Einsatz gegen das Coronavirus nach Brasilien. Das Malariamittel soll zur Prävention bei Krankenschwestern und Ärzten sowie zur Behandlung von Infizierten eingesetzt werden, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der beiden Länder vom Sonntag (Ortszeit) hervorging.

Um das Medikament zur Anwendung bei Corona-Patienten zu empfehlen, hatte das brasilianische Gesundheitsministerium jüngst seinen Leitfaden für Ärzte geändert. Gesundheitsminister Nelson Teich, selbst ein Mediziner, hatte gar um seine Entlassung gebeten, weil er anders als der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro gegen den Einsatz war.

Hydroxychloroquin wird zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19 eignet, ist noch nicht abschliessend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen.
Trotzdem versprechen sich einige, wie Bolsonaro oder US-Präsident Donald Trump, von dem Medikament Hilfe gegen die grassierende Coronavirus-Pandemie.

Hälfte der Deutschen würden sich gegen Coronavirus impfen lassen

8:37 Uhr: Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Jeder Vierte würde dies vielleicht tun, wie aus der repräsentativen Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnt eine Impfung ab. Männer würden sich eher impfen lassen als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommendem Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen. Im Rahmen grosser klinischer Studien könnten schon zuvor Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. Möglich ist allerdings auch, dass noch Jahre vergehen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der guten Schutz bietet.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten: Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen.

In der Coronakrise kursieren Spekulationen über eine mögliche Impfpflicht. Die Bundesregierung hat indes wiederholt betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen werde.

Das Infektionsschutzgesetz setzt einer verpflichtenden Impfung enge rechtliche Grenzen: Eine solche Pflicht kann von der Bundesregierung nicht ohne weiteres angeordnet, sondern nur "mit Zustimmung des Bundesrates", also von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen werden - "für bedrohte Teile der Bevölkerung", wie es in Paragraf 20, Absatz 6 heisst.

Verpflichtende Impfungen sind aber nur in besonderen Fällen zu rechtfertigen, denn sie könnten gegen Artikel 2 des Grundgesetzes verstossen: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit", heisst es dort. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland seit März zum Schutz vor den hoch ansteckenden Masern, unter anderem für Kinder und Personal in Kitas und Schulen.

Der Weg des Virus: Wie ein Stammbaum die Evolution des Virus sichtbar macht

Wissenschaftler verwenden die genetischen Sequenzen des Virus, um den Stammbaum des Virus zu erstellen. Aus den gesammelten Informationen konnte so ein globaler Stammbaum des Virus konstruiert werden.

Infektionsmediziner: Schule ohne Abstandsregeln jetzt vertretbar

7:45 Uhr: Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Coronakrise ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. "Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer" sagte Fickenscher der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen."

Fickenscher ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten.

In Schleswig-Holstein sollen vom 8. Juni an alle Grundschüler wieder in ihren Klassen ohne Abstandsregeln unterrichtet werden. Noch vor den dort am 29. Juni beginnenden Sommerferien sollen zudem alle Schüler aller Schularten zumindest tageweise zusammen kommen. Ab Mitte Juni peilt auch Sachsen-Anhalt für Grundschüler einen Betrieb in voller Klassenstärke an. In Baden-Württemberg ist das ab Ende Juni geplant.

Die Frage, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen, ist noch nicht abschliessend geklärt. Eine kleinere Studie des Berliner Virologen Christian Drosten von der Charité hatte Hinweise darauf gegeben, dass sie genau wie Erwachsene das Virus weitergeben können. Andere Forscher haben gefunden, dass Kinder ein geringeres Ansteckungsrisiko haben.

Zu Beginn der sich rasch ausbreitenden Pandemie sei es richtig gewesen, "so vorsichtig wie möglich zu sein", sagte der Experte. Mit den niedrigen Zahlen an Neuinfektionen habe sich die Situation geändert. Es gehe jetzt um die Abwägung der Verhältnismässigkeit von Einschränkungen und Risiken. "Wir haben in den vergangenen Wochen eine ganze Menge an Lockerungen erlebt und sind damit bisher überraschend gut gefahren."

Umfragen: Coronakrise löste Ängste vor Versorgungsengpässen aus

7:17 Uhr: Ängste vor Versorgungsengpässen und vor steigenden Lebensmittelpreisen - dazu hat die Corona-Situation im Frühjahr bei vielen Verbrauchern in Deutschland geführt. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig voneinander zwei Analysen aus Niedersachsen, vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück und der Universität Göttingen.

Beide führten im April repräsentative Befragungen in Deutschland durch. Demnach gingen die Menschen in dieser Zeit weniger oft einkaufen, kauften aber insgesamt wohl mehr Waren.

Laut der Quakenbrücker Studie gaben rund ein Drittel der Befragten an, mehr Zeit für ihre Mahlzeiten und die Erstellung der Einkaufslisten aufzuwenden und damit auch ihren Einkauf besser zu planen. 33 Prozent der Befragten gaben ausserdem an, mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben zu haben, sagte Studienleiter Adriano Profeta.

Einerseits spiegelt sich darin demnach das Hamstern von Waren wieder. "30 Prozent haben gesagt, dass sie jetzt mehr Lebensmittel im Haushalt bevorraten als vorher", sagte Profeta. Andererseits habe die bessere Planung der Einkäufe bei einem Viertel der Befragten auch dazu geführt, dass weniger Lebensmittel weggeworfen worden seien. 38 Prozent wollen das demzufolge auch in Zukunft so halten.

Laut der Umfrage des DIL stieg im April die Sorge der Menschen, nicht mehr genügend Lebensmittel kaufen zu können, sprunghaft an: Vor der Corona-Pandemie hätten diese Befürchtung nur 3,3 Prozent der Befragten gehabt, im April dann 18 Prozent.

Die Umfrage der Göttinger Agrar-Ökonomen lässt darauf schliessen, dass die Sorge vor steigenden Preisen grösser war als die Sorge vor Lebensmittelknappheit. Diese befürchteten die Befragten vor allem bei Grundnahrungsmitteln, aber auch bei Gemüse und exotischem Obst.

Die gestörten Lieferketten und geschlossenen Grenzen hätten bei der Bevölkerung offensichtlich auch ein Nachdenken über die Versorgungssicherheit ausgelöst, erklärte Agrar-Ökonom Achim Spiller. "Den Leuten leuchtet es offensichtlich ein, dass eine starke deutsche Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit wichtig ist." Er sehe in den Daten Hinweise auf eine mehrheitlich globalisierungsskeptische Haltung in der Bevölkerung.

RKI meldet 333 Neuinfektionen in Deutschland

6:56 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 181.815 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt (Datenstand 1. Juni 0 Uhr).

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8511 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,04 (Datenstand 31. Mai 0 Uhr; Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Personen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 31. Mai 0 Uhr) bei 0,90 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Infektionsfall in Sondermaschine der deutschen Wirtschaft bestätigt

5:52 Uhr: Ein Infektionsfall mit dem Coronavirus auf dem Sonderflug der deutschen Wirtschaft nach China hat sich bestätigt. Auch der zweite Test zur Überprüfung einer Ansteckung des Passagiers auf dem Charterflug nach Tianjin war positiv, wie der Geschäftsführer der deutschen Handelskammer in China, Jens Hildebrandt, am Montag der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Es handelt sich nach Angaben der Gesundheitskommission der nordchinesischen Stadt um einen 34-jährigen Ingenieur aus Blaustein im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Der Mann war am Freitag mit rund 180 in China tätigen Managern, Technikern und anderen Vertretern der deutschen Wirtschaft und Angehörigen sowie vier China-Korrespondenten nach Tianjin geflogen. Da China im März wegen der Pandemie die Grenze dicht gemacht hatte, waren sie in Deutschland gestrandet. Die Handelskammer hatte die Rückholaktion mit den chinesischen Behörden organisiert, um die Wirtschaftskooperation beider Seiten wieder in Gang zu bekommen.

Obwohl alle Passagiere vor dem Abflug in Frankfurt auf das Virus getestet worden waren, zeigte ein zweiter Test nach der Ankunft bei dem 34-Jährigen einen positiven Befund. Alle Mitreisenden mussten sich ohnehin in Tianjin in Quarantäne begeben.

Die Coronavirus-Meldungen vom Vortag finden Sie hier

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.