Bis Freitag konnten sich die Paare an der Deutsch-Schweizer Grenze bei Konstanz noch berühren. Damit ist jetzt Schluss. Ausserdem möchte Peter Altmaier, dass alle Arbeitnehmer eine Atemschutzmaske bekommen, sofern sie eine wollen. In den USA gibt zudem einen Negativ-Rekord. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 16:32 Uhr: Bayern stoppt Aufnahme für Behinderteneinrichtungen
  • 15:53 Uhr: Ausgangssperre in Spanien wegen Coronakise verlängert
  • 15:11 Uhr: Weitere Absperrung hält Paare an Deutsch-Schweizer Grenze auf Distanz
  • 11:11 Uhr: Altmaier will alle Arbeitnehmer mit Atemschutzmaske ausstatten

Weiter viele Verstösse gegen Corona-Verordnung in Berlin

16:48 Uhr: Die Berliner Polizei verzeichnet weiterhin zahlreiche Verstösse gegen die Verordnung des Senats zur Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung. Während einer 24-stündigen Kontrolle bis zum Samstagmorgen notierten die Beamten in der gesamten Stadt 30 Strafanzeigen und 79 Ordnungswidrigkeiten, wie eine Sprecherin mitteilte. "Es war die gesamte Bandbreite dabei."

Das sonnige Wetter lockte am Samstag viele Berliner in die zahlreichen Parks der Hauptstadt - jedoch meist mit ausreichend Sicherheitsabstand zueinander. Vor Bäckereien und Baumärkten bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen. Der Berliner Senat hatte das seit dem 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag bis zum 19. April verlängert.

Bayern stoppt Aufnahme für Behinderteneinrichtungen

16:32 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Behinderteneinrichtungen zu bekämpfen, herrscht dort seit Samstag ein Aufnahmestopp. "Menschen mit schweren Behinderungen können von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor Ansteckungen zu schützen", teilten am Samstag die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und Sozialministerin Carolina Trautner (beide CSU) mit. Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 19. April.

Grossbritannien meldet mehr als 700 neue Corona-Todesfälle

16:01 Uhr: In Grossbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf einen neuen Höchststand gestiegen: Es seien 708 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium in London mit. Damit starben im Königreich insgesamt bereits mehr als 4.300 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Die Zahl der Corona-Infizierten stieg den offiziellen Angaben zufolge auf knapp 42.000. Die britische Regierung hatte im Kampf gegen die Corona-Pandemie restriktive Massnahmen zunächst abgelehnt, weshalb sie heftig kritisiert wurde. Inzwischen gilt im ganzen Land aber eine Ausgangssperre.

Ausgangssperre in Spanien wegen Coronakrise verlängert

15:53 Uhr: In dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Spanien wird die Ausgangssperre für die Bevölkerung nochmals verlängert. Regierungschef Pedro Sánchez gab am Samstag im Fernsehen die Verlängerung um zwei Wochen bis zum 25. April bekannt. Das Kabinett werde am Dienstag dazu die Zustimmung des Parlaments beantragen. Notfallmassnahmen und die Ausgangssperre gelten seit dem 14. März.

Weitere Absperrung hält Paare und Freunde an Deutsch-Schweizer Grenze auf Distanz

15:11 Uhr: Eine zweite Absperrung hält Paare und Freunde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz in Konstanz am Bodensee jetzt auf Abstand. Auf Schweizer Seite sei ein weiterer Zaun aufgestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag. Dort stehen nun zwei Drahtgitterzäune, wie man sie von Baustellenabsperrungen kennt - zwischen ihnen ist ein etwa zwei Meter breiter Abstand.

An den vergangenen Tagen hatten sich viele Paare an der Grenze getroffen und über die provisorische Absperrung hinweg direkten Kontakt aufgenommen. Händchenhalten, Umarmungen und Küssen sind jetzt nicht mehr möglich. Wenn ein Partner in Deutschland wohnt und der andere in der Eidgenossenschaft, ist eine Fahrt zum Freund oder der Freundin derzeit ausgeschlossen. Besuchsreisen über die Grenze sind wegen der Coronavirus-Pandemie aktuell nicht erlaubt. Zuvor war die grüne Grenze am Bodenseeufer normalerweise offen für Fussgänger und Fahrradfahrer.

Mann wegen Demo-Aufrufs gegen Corona-Auflagen vorläufig festgenommen

14:30 Uhr: Weil er im Internet zu einer Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgerufen haben soll, hat die Polizei einen Mann aus dem baden-württembergischen Weinheim festgenommen. Mit der Demonstration, bei der sich viele Menschen in der Öffentlichkeit versammelt hätten, habe der Mann nach den aktuellen Regelungen zur Eindämmung der Coronakrise zu einer Straftat aufgerufen, erklärte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Ohne die Corona-Auflagen wäre der friedliche Protestmarsch kein Problem gewesen.

Über den Anbieter des Internetportals machten die Ermittler schliesslich den 32-Jährigen ausfindig. Bei der Wohnungsdurchsuchung am Freitag hatten die Beamten Datenträger, drei Laptops, Festplatten, ein Tablet und ein Smartphone sichergestellt, die nun ausgewertet werden sollen. Der 32-Jährige kam nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freien Fuss.

Mehr als 1.150 Corona-Tote in Deutschland

13:17 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11:00 Uhr: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1.154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1.022) mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Wirtschaftsverbände fordern offene Grenzen für Warenverkehr

13:13 Uhr: Angesichts von Grenzkontrollen innerhalb der Europäischen Union wegen der Corona-Pandemie fordern Wirtschaftsverbände, den freien Warenverkehr sicherzustellen. "Um auch in der Coronakrise eine breite Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aufrechtzuerhalten, ist es unerlässlich, die Grenzen innerhalb der Europäischen Union offenzuhalten", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, einer Mitteilung vom Samstag zufolge. "Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, die Verbreitung des Virus einzudämmen, müssen andere Wege gefunden werden, als die Binnengrenzen der EU zu schliessen und damit möglicherweise Lieferketten zu gefährden."

Der Verband unterstütze deshalb eine Initiative der Europäischen Bewegung (EBD), über die zuvor die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet hatte. Der EBD gehören nach eigenen Angaben 252 Mitgliedsorganisationen aus Gesellschaft und Wirtschaft an.

Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich

12:33 Uhr: In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Coronakrise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7.000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124.700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4.000 an COVID-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34.000 Betroffene wieder gesund. Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 11.700. Das waren 809 mehr als am Freitag. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien.

Giffey: Mehr häusliche Gewalt vor allem in Städten

11:48 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht vor allem in den Städten die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt im Zuge der Coronakrise. "Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch. "Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen", sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Beim Hilfetelefon "Nummer gegen Kummer" gebe es einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent, sagte die Ministerin "Zeit Online". "Es rufen sowohl mehr Kinder als auch mehr Eltern an." Ein Teil des Zuwachses könne auch dadurch begründet sein, dass man massiv für die Nummer geworben habe. Kinder- und Jugendliche, die Hilfe suchen, können sich an die deutschlandweite kostenfreie Nummer 116 111 wenden. Für Mütter, Väter oder Grosseltern gibt es die 0800 111 0550. Die Beraterinnen und Berater verstehen sich als "erster Ansprechpartne" und vermitteln bei Bedarf Kontakt zu weiteren Hilfsangeboten vor Ort.

Altmaier: Jeder Arbeitnehmer soll in Coronakrise Atemschutzmaske erhalten

11:11 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der Coronakrise Atemschutzmasken für alle Arbeitnehmer gefordert. "Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen", sagte Altmaier der Internetsendung "Bild Live" am Freitag. Deutschland müsse sich darauf einstellen, "dass wir sehr viel mehr Masken brauchen werden - nämlich nicht nur die medizinischen Masken für die Ärzte, für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, in den Altenheimen, in den Pflegeheimen, sondern eben auch im Alltag, in den Betrieben, in den Werkstätten."

Altmaier sagte zur Begründung: "In Südkorea hat man sehr früh auf das Tragen von Masken gesetzt. Und es hat offenbar funktioniert." Wenn man das Beispiel Südkorea auf Deutschland umlege, "dann würden wir etwa für zwei Monate anderthalb Milliarden Masken benötigen". Das sei zwar "sehr, sehr viel", doch "ein Land wie Deutschland kann das stemmen".

"Das können wir uns vornehmen", sagte Altmaier. Der Wirtschaftsminister rechnet nach eigenen Angaben auch nicht mit einem baldigen Ende der Einschränkungen. "Vorsichtsmassnahmen werden wir mindestens so lange brauchen, bis Impfstoff da ist."

Versicherer kommen Kunden in Coronakrise entgegen

10:36 Uhr: Grosse Versicherer kommen ihren Kunden in der Coronakrise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Münchner Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden, Nummer zwei ist die Generali-Gruppe mit 10 Millionen. Der italienische Konzern richtet einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro ein, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie das Unternehmen mitteilte. Auch der grösste öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will einer Kundengruppe besonders entgegenkommen: Gastronomen und Hoteliers, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Frankreich auf

10:01 Uhr: Bayern will in der Coronakrise zehn schwerkranke COVID-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

16 Tote nach Konsum von vermeintlichem Corona-Schutz-Getränk in Peru

09:20 Uhr: Es sollte angeblich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen: Weil sie als Heilmittel propagierten gepanschten Alkohol tranken, sind in einer abgelegenen Gegend Perus mindestens 16 Menschen gestorben. Die Patienten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie den Alkohol im Glauben getrunken hätten, dieser schütze sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Andina am Freitag unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Die Patienten aus der Andenregion Huancavelica wiesen demnach Vergiftungssymptome auf. Die Polizei habe die alkoholischen Getränke beschlagnahmt, die in "einem Etablissement zweifelhaften Rufs" verkauft worden seien.

China gedenkt der Coronavirus-Toten mit drei Schweigeminuten

Coronavirus-Krise: China trauert um seine Toten

Die Nationalflagge wurde nicht nur in Wuhan am Samstagmorgen auf Halbmast gesetzt, alle Unterhaltungen sowie der Verkehr für drei Minuten unterbrochen.

08:45 Uhr: China hat mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus gedacht. Landesweit heulten am chinesischen Totengedenktag am Samstag um 10:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MESZ) die Sirenen. Auch hupten Autos und Schiffe liessen ihre Hörner ertönen. In Peking blieben die U-Bahnen für drei Minuten stehen. Die Menschen auf den Strassen chinesischer Metropolen hielten inne und trauerten um die Opfer. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast.

Karliczek warnt vor Senkung der Standards in der Forschung

07:39 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor einer Herabsetzung von Standards in der Corona-Forschung gewarnt, um Medikamente oder Impfstoffe schneller fertigzustellen. "Wir tun jetzt alles, was möglich ist. Wir können es aber nicht verantworten, unabdingbare Standards abzusenken", sagte die CDU-Politikerin den
Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). "Bei der Impfstoffentwicklung bleiben Wirksamkeit und Sicherheit die Richtschnur. Risiko und Nutzen müssen immer wieder vor diesem Hintergrund abgewogen werden."

Karliczek fügte an: "Wir haben die Hoffnung, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres zur Verfügung steht. In der Medikamentenforschung könnte es etwas schneller gehen, wenn es um den Einsatz schon vorhandener Medikamente geht." Das sei aber - dank des Netzwerkes Cepi - noch relativ schnell. "Normalerweise dauert es von der Entwicklung eines Impfstoffes bis zur Zulassung ungefähr zehn Jahre."

Staatliche Museen: Massive Verluste

07:30 Uhr: Die Staatlichen Museen zu Berlin rechnen mit massiven Einbrüchen bei den Einnahmen durch die Coronakrise. "Wenn wir von den Vorjahreszahlen ausgehen, hätten die Staatlichen Museen zu Berlin einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat für alle Häuser", sagt Vize-Generaldirektorin Christina Haak der dpa in Berlin. Konkrete Berechnungen der aktuellen Verluste gibt es noch nicht.

Zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Allein die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

US-Regierung kündigt Kostenübernahme für nichtversicherte Corona-Patienten an

02:36 Uhr: Die US-Regierung will die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie seien dafür 100 Milliarden Dollar enthalten, teilte Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag mit. In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung.

Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren. Der Vorgänger von US-Präsident Donald Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump will diese Reform rückgängig machen.

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln liessen, wenn sie sich mit dem Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.

Mehr als 1.000 Coronavirus-Tote in den USA binnen 24 Stunden

01:51 Uhr: In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit COVID-19 innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1.000 angestiegen. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) nach Daten der Johns-Hopkins-Universität bei 7.087 - nach 5.949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach den Daten der Universität sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

Nach den laufend aktualisierten Berechnungen des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle, auf die auch das Weisse Haus Bezug genommen hat, wird der Höhepunkt der Pandemie in den USA am 16. April erwartet - mit dann mehr als 2.600 Toten an diesem Tag. IHME prognostiziert, dass zum Höhepunkt der Krise Mitte des Monats mehr als 87.000 Krankenhausbetten in den USA fehlen werden, darunter fast 20.000 auf Intensivstationen.

Trump: Wahltermin bleibt unverändert

01:19 Uhr: US-Präsident Donald Trump will trotz der Coronavirus-Pandemie nicht an dem Termin für die Präsidentschaftswahl im Herbst rütteln. "Die Wahl wird am 3. November stattfinden", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weissen Haus in Washington. Ein Journalist hatte gefragt, ob angesichts der Verschiebung diverser Vorwahlen in den USA auch eine Änderung der Pläne für den Wahltermin im Herbst denkbar sei.

Trump wies das ebenso zurück wie die Forderung nach einer Ausweitung der Briefwahl angesichts der Corona-Krise. "Viele Menschen betrügen bei der Briefwahl", beklagte er. Es sei sicherer, wenn die Menschen mit einem Ausweis ins Wahllokal gingen.

Das Wahljahr in den USA ist durch die Ausbreitung des Coronavirus komplett aus den Angeln gehoben. Im März und April hätten diverse Vorwahlen angestanden. Doch wegen der Pandemie haben diverse Bundesstaaten ihre Abstimmungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Teilnehmer des Freiwilligendienstes sollen in Coronakrise helfen

01:00 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Teilnehmern der Freiwilligendienste unbürokratisch ermöglichen, sich im Corona-Kriseneinsatz zu engagieren. "Freiwillige, die ihren Dienst wegen der aktuellen Situation gerade nicht ausüben können, bekommen die Möglichkeit, unbürokratisch und schnell an eine andere Einsatzstelle zu wechseln - beispielsweise dahin, wo jetzt dringend Helfer gebraucht werden: in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei der Lebensmittelversorgung von Bedürftigen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Giffey kündigte an, dass in der kommenden Woche dazu eine Online-Plattform für die Freiwilligendienste frei geschaltet werde. Dem Familienministerium zufolge engagieren sich beim Bundesfreiwilligendienst derzeit etwa 39.000 Helfer, sogenannte Bufdis, wie es in dem Bericht heisst. Hinzu kämen rund 52.000 Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machten. Von diesen Freiwilligen arbeiteten etwa 25.000 bereits in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Rettungsstellen. Viele Einsatzstellen jedoch hätten ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt oder ganz geschlossen.

Eine Verpflichtung, die Einsatzstelle zu wechseln, solle es nicht geben, heisst es in dem Bericht unter Berufung auf das Ministerium.

Etwa 40.000 Reisende noch im Ausland

00:51 Uhr: Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich in der Coronakrise aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhten auf Schätzungen, teilte das Ministerium der "Rheinischen Post" (Samstag) mit. Die meisten Deutschen sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die deutsche Regierung sammelt derzeit wegen der Pandemie gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaussenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen.

"Logistisch war das für alle Beteiligten ein Husarenstück", sagte Maas der Zeitung. Zwar sei das Krisenreaktionszentrum einiges gewöhnt. "Aber das Auswärtige Amt ist eben auch keine Fluggesellschaft, die so etwas jeden Tag auf die Beine stellt. Da hatten wir am Anfang eine steile Lernkurve", sagte der Aussenminister. An manchen Tagen seien 20 Flugzeuge zugleich in der Luft gewesen, um deutsche Staatsbürger zurückzubringen.

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Mit Material von dpa, afp und apa.