In Deutschland sind inzwischen über 4.000 Menschen an einer COVID-19-Erkrankung gestorben. Ein mit dem Coronavirus infizierter Deutscher sorgt in Bosnien-Herzegowina für einen Eklat. Der EU-Mitarbeiter hat mehrfach versucht zu flüchten, zuerst aus einer Quarantänestation - später aus einem Krankenwagen. Hier finden Sie alle Meldungen vom 17. April zum Nachlesen.

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  • 20:33 Uhr: Inzwischen über 4000 Tote in Deutschland
  • 19:40 Uhr: Auch Mecklenburg-Vorpommern führt Maskenpflicht im Nahverkehr ein
  • 19:23 Uhr Infizierter Deutscher sorgt in Bosnien-Herzegowina für Eklat
  • 14:47 Uhr: Sachsen beschliesst Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel
  • 12:18 Uhr: Galeria Karstadt Kaufhof klagt auf Öffnung der Filialen in NRW

Schon über 4000 Tote in Deutschland

20:33 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 137.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 134.400 Infektionen). Mindestens 4089 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3800). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 81.800 Menschen die Infektion überstanden.

Maskenpflicht auch in Mecklenburg-Vorpommern

19:40 Uhr: Ebenso wie Sachsen führt auch Mecklenburg-Vorpommern eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin sagte, müssen Nutzer von Strassenbahn, Bus oder Taxi im Kampf gegen das Coronavirus künftig einen Mund- und Nasenschutz tragen. Alternativ könne auch ein Tuch als Schutz getragen werden.

Infizierter Deutscher sorgt in Bosnien-Herzegowina für Eklat

19:23 Uhr: Ein deutscher Mitarbeiter der EU-Delegation in Bosnien-Herzegowina ist nach einer Infektion mit dem Corona-Virus aus der Quarantänestation eines Spitals in Sarajevo geflohen. Der Mann sei eine knappe Stunde danach von Polizisten im Stadtzentrum aufgegriffen worden, sagte Kantonsinnenminister Ismir Jusko am Freitag auf einer Pressekonferenz in Sarajevo.

Als er im Krankenwagen zurück ins Spital gebracht werden sollte, versuchte er beim Halt an einer Ampel einen weiteren Fluchtversuch, wie der Lokalpolitiker sagte. Inzwischen halte sich der Deutsche im Stützpunkt der EU-Schutztruppe Eufor in Butmir bei Sarajevo auf. Er habe ersucht, nach Deutschland gebracht zu werden. Der Vorfall hatte sich bereits am Donnerstag ereignet.

3000 Masken geklaut

18:49 Uhr: Unbekannte haben rund 3000 Schutzmasken aus der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Paderborn geklaut. Das berichtete die Polizei am Freitag. Die Diebe brachen zwischen Donnerstag und Freitag die Tür zur Kleiderkammer auf. Dort durchsuchten sie einige Kisten und verteilten den Inhalt auf dem Boden. Die Kartons mit den 3000 medizinischen Schutzmasken nahmen sie mit, so ein Polizeisprecher. Das DRK hatte zunächst eine höhere Anzahl geklauter Masken vermutet. Hinweise auf die Täter gab es bisher noch nicht.

Virologe erwägt Fussballspiele mit Schutzmasken

17:36 Uhr: Fussballer könnten in der Corona-Krise nach Ansicht eines führenden belgischen Virologen mit Schutzmasken spielen. "Eine Möglichkeit wäre das Tragen von Masken, um Fussball zu spielen", sagte der Experte Marc Van Ranst der belgischen Zeitung "Le Soir". Dabei gehe es nicht um chirurgische Masken, die völlig ungeeignet wären. Man finde im Internet jedoch Masken gegen Luftverschmutzung, die von Radfahrern oder American-Football-Spielern getragen würden.

Mitte März liefen die Spieler des brasilianischen Fussballvereins Botafogo FR bei einem Pokalspiel mit Schutzmasken auf.

"Die sind komfortabler", sagte der Virologe, der als Kapazität auf seinem Gebiet gilt. "Wenn es für sie möglich ist, warum sollte es dann nicht auch für Fussballspieler möglich sein?"

Vor der Absage aller Spiele seien manche Mannschaften mit Schutzmasken aufs Feld gekommen, hätten diese aber für das Match abgenommen. In Italien hätten die Zweitligisten von Benevento und Pescara mit Masken spielen wollen, doch der Schiedsrichter habe dies abgelehnt, sagte Van Ranst.

Zu Fussballspielen mit Publikum könne man erst zurückkehren, wenn das Virus-Risiko akzeptabel erscheine. Auf die Entwicklung eines Impfstoffs könne der Fussball aber nicht warten. "Bis dahin muss man für eine lange Zeit zu Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit übergehen", sagte Van Ranst dem Blatt. "Bis wann? Es ist noch zu früh, um das zu sagen."

Spahn: Maskenpflicht in Sachsen ist Teil der föderalen Debatte

17:15 Uhr: Mit Blick auf den Alleingang Sachsens, ab Montag eine Maskenpflicht im Nahverkehr und Einzelhandel einzuführen (Eintrag von 14:47 Uhr), hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gelassen gezeigt.

Die Bundesregierung habe sich am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten auf ein Maskengebot geeinigt. "Dass es jetzt einzelne Abweichungen gibt, das haben wir in einigen Städten schon gesehen, ist immer Teil der föderalen Debatte", sagte Spahn am Freitag in Hamburg.

Er selbst habe im Zug auf dem Weg nach Hamburg eine textile Alltagsmaske getragen. Das mache einen Unterschied in Situationen, in denen der Mindestabstand zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus nicht eingehalten werden könne, wie etwa in Bussen und Bahnen oder beim Einkaufen. "Deswegen finde ich dieses Gebot für diesen Bereich richtig, wenn da andere im föderalen Miteinander zu anderen Entscheidungen kommen, dann ist das so."

Angst der Deutschen vor Ansteckung mit Corona geht laut Umfrage deutlich zurück

16:43 Uhr: In Deutschland ist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus einer Umfrage im Auftrag das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge zuletzt stark gesunken.

Laut dem am Freitag veröffentlichten "BfR-Corona-Monitor" sank der Anteil der Befragten, die sich vor einer Infektion fürchten, in dieser Woche auf 26 Prozent. In der Vorwoche waren es demnach noch 40 Prozent gewesen. Befragt wurden rund 500 Menschen.

Insbesondere die jüngeren Menschen schätzten die gesundheitlichen Folgen des neuartigen Virus "als nicht mehr so gross ein", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Demnach sank auch die Zustimmung zu Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen oder Ladenschliessungen. Zudem ging der Anteil der Menschen, die nach eigenen Angaben die Öffentlichkeit meiden, binnen einer Woche um zehn Prozent zurück. Er lag aber immer noch bei 42 Prozent. 20 Prozent tragen demnach Masken.

Der "BfR-Corona-Monitor" wird seit Ende März wöchentlich vom Institut Kantar erstellt. Befragt werden jeweils rund 500 Menschen. Nach Angaben des BfR ist die Befragung repräsentativ für die Bevölkerung ab 14 Jahren und soll Informationen dazu liefern, wie sich die Corona-Risikowahrnehmung der Bevölkerung entwickelt.

Heiko Maas besorgt über Korrektur der Corona-Todeszahlen in Wuhan

16:11 Uhr: Bundesaussenminister Heiko Maas hat sich beunruhigt über die nachträgliche Korrektur der Todeszahlen im chinesischen Ursprungsort der Corona-Pandemie Wuhan geäussert.

Bundesaussenminister Heiko Maas

"Das ist natürlich besorgniserregend", sagte der SPD-Politiker am Freitag in einem "Bild"-Interview. Er forderte die chinesischen Behörden auf, Transparenz zu schaffen, was die Entstehung und Ausbreitung der Pandemie angeht. "Es gibt Fragen, die müssen irgendwann beantwortet werden." Er hoffe da auf eine konstruktive Rolle Chinas.

Maas zeigte sich zudem auch irritiert davon, dass der Wildtiermarkt in Wuhan wieder geöffnet wurde, wo das Virus wahrscheinlich zuerst auf einen Menschen übertragen wurde. "Das kann ich nicht so recht nachvollziehen", sagte der Minister.

Die USA, Frankreich und Grossbritannien drängen auf eine Aufklärung der Ursache der Corona-Pandemie durch China und kritisierten das Vorgehen der chinesischen Regierung scharf (Eintrag von 11:45 Uhr). China selbst weist die Kritik zurück.

So wurden mehrere Gründe für die erhebliche Korrektur um rund 50 Prozent nach oben genannt. So seien Patienten anfangs zuhause gestorben. Die Kapazitäten zur Aufnahme und Behandlung seien unzureichend gewesen, sagte ein namentlich nicht genannter Beamter des Covid-19-Krisenzentrums der Elf-Millionen-Stadt der Nachrichtenagentur Xinhua. "Ein paar medizinische Einrichtungen haben sich nicht rechtzeitig mit dem System zur Vorbeugung und Kontrolle verbunden."

Thüringen will offenbar wieder Versammlungen mit bis zu 50 Menschen zulassen

15:53 Uhr: Die Thüringer Landesregierung plant einem Bericht zufolge in der Coronakrise Ausnahmen beim Versammlungsverbot.

Ab dem 4. Mai sollten in besonderen Einzelfällen Versammlungen in geschlossenen Räumen mit bis zu 30 Menschen wieder genehmigt werden, berichtete die "Thüringer Allgemeine" am Freitag online. Dabei müssten aber der Sicherheitsabstand von anderthalb Metern und die scharfen Hygienevorschriften gewährleistet sein.

Für Versammlungen unter freiem Himmel will das Land dem Bericht zufolge 50 Menschen zulassen. Dieselben Regelungen sollen demnach auch für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte gelten.

Der Entwurf der neuen Rechtsverordnung, die am Wochenende veröffentlicht werden soll, wurde laut der Zeitung am Freitag vom Landeskabinett in einer Telefonschaltkonferenz beraten.

Sachsen: Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel

14:47 Uhr: Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen.

Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. (Symbolbild)

Die Regelung gelte von Montag an, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse es keine teure FFP2-Maske sein, es reiche auch ein einfaches Tuch oder ein Schal, betonte der Regierungschef.

Wenn man in so vielen Bereichen zusätzliche Kontakte von Menschen zulasse, sei eine Maskenpflicht "die richtige Antwort", so Kretschmer. Von Montag an sollen in Sachsen einige Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden.

Es sei ein "zumutbares Instrument" für die grösseren Bewegungsmöglichkeiten, die die Menschen in Sachsen nun hätten. Einen solchen Schutz gebe es mittlerweile in vielfältiger Weise, man könne ihn selbst nähen oder kaufen. "Ich denke wir sind an einem Punkt, wo wir das verpflichtend vorgeben können", sagte Kretschmer.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Klopapier ist weniger gefragt

14:32 Uhr: Nach Hamsterkäufen in der Corona-Krise hat sich die Nachfrage nach Toilettenpapier im Einzelhandel mittlerweile entspannt. Verbraucher zeigten etwas mehr Gelassenheit bei gefragten Produkten, zu denen neben Hygieneartikeln etwa auch Nudeln und Reis gehörten, sagte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Diesen Trend bestätigten die grossen Drogeriemarkt-Ketten. So teilte das Unternehmen dm mit, nach "extremen Abverkaufsspitzen" beobachte man nun, "dass sich die Nachfrage verändert und in einzelnen dm-Märkten wieder Toilettenpapier in den Regalen vorhanden ist".

Der Konkurrent Rossmann beurteilte die Lage ähnlich: "Im Fokus der verstärkten Nachfrage stehen weiterhin Hygieneartikel, jedoch nicht mehr in dem Umfang wie noch vor einigen Wochen", sagte eine Sprecherin.

Transatlantik-Koordinator: Trumps Verhalten in Coronakrise "fast schon kindisch"

14:06 Uhr: Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, hat das Agieren von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise scharf kritisiert.

"Die Pandemie wurde viel zu lange verharmlost", sagte Beyer der Deutschen Presse-Agentur. "Die Auseinandersetzungen zwischen dem Präsidenten und etlichen Gouverneuren waren in Teilen überzogen, unnötig, fast schon kindisch und von parteipolitischen Ideologien geprägt." Das gleiche gelte für die Auseinandersetzungen Trumps mit seinem Pandemie-Berater Anthony Fauci.

Nachdem Fauci angedeutet hatte, dass strengere Massnahmen in den USA mehr Leben hätte retten können, schickte Trump einen Tweet mit dem Hashtag #FireFauci weiter und löste damit Spekulationen über eine Ablösung des Mediziners aus. Am Montag machte der US-Präsident aber klar, dass er zu Fauci stehe.

In der Auseinandersetzung mit den Gouverneuren hatte Trump noch bis vor wenigen Tagen betont, er habe die alleinige Befugnis, über die Rückkehr des Landes zur Normalität zu entscheiden. Das stand jedoch im Widerspruch zur Verfassung und der Realität, denn alle Ausgangsbeschränkungen wurden in der Corona-Krise von Gouverneuren erlassen, die Regierung in Washington gibt nur Richtlinien und Empfehlungen vor.

Bei der Vorstellung seines Drei-Stufen-Plan für eine Rückkehr zur Normalität trug Trump dieser Situation Rechnung. Er betonte, den Gouverneuren der Bundesstaaten bleibe es überlassen, die Richtlinien umzusetzen.

Den neuen Plan begrüsste Beyer. Er scheine "ein gangbarer, realistischer Weg zurück in Richtung Normalität" zu sein. "Es ist gut, dass US-Präsident Donald Trump jetzt auf die Kompetenz der Gouverneure und den Föderalismus des US-Systems setzt", sagte der CDU-Politiker.

Für Atemwegs-Krankschreibungen ab Montag wieder Arztbesuch nötig

13:31 Uhr: Für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer ab kommender Woche wieder zum Arzt gehen. Eine in der Corona-Epidemie eingeführte Ausnahmeregelung, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt ging, wird nicht verlängert.

Für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer ab kommender Woche wieder zum Arzt gehen.

Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Freitag. Für die Beurteilung, ob ein Versicherter arbeitsunfähig ist und eine Krankschreibung erhält, ist demnach ab diesem Montag wieder eine körperliche Untersuchung nötig.

Der G-BA Vorsitzende Josef Hecken erläuterte, die befristete Ausnahme diente angesichts der dynamischen Corona-Entwicklungen dazu, Praxen zu entlasten und die Virus-Ausbreitung zu verringern. Diese Dynamik habe zwischenzeitlich aber durch strikte Abstands- und Hygieneregeln, die ebenfalls in Praxen beachtet werden, deutlich verlangsamt werden können. Die Behelfsregelung könne daher zum vorgesehenen Termin auslaufen. Dies entspreche auch den behutsamen Lockerungsschritten, die Bund und Länder beschlossen haben.

Eine unmittelbares Arztgespräch sei vor allem bei Erkrankungen wichtig, die nur durch eine persönliche Untersuchung umfassend und präzise erkannt werden könnten. Unabhängig davon sollten Patienten mit typischen Covid-19-Symptomen oder unklaren Symptomen der oberen Atemwege vorher in der Praxis anrufen und das Vorgehen besprechen.

Deutsche kaufen in der Coronakrise sehr viel mehr Wein, Gin und Korn

13:19 Uhr: Die Deutschen haben wegen der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise deutlich mehr alkoholhaltige Getränke im Einzelhandel gekauft. Von Ende Februar bis Ende März wurde gut ein Drittel mehr Wein gekauft als im gleichen Zeitraum 2019, wie der "Spiegel" am Freitag Daten des Marktforschungsinstituts GfK zitierte. Auch bei klaren Spirituosen wie Gin oder Korn beträgt die Steigerung demnach rund 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Verkauf von Alkoholmischgetränken wuchs demnach sogar um rund 87 Prozent, allerdings machen diese Getränke nur einen geringen Anteil am Gesamtmarkt aus. Ihre Biervorräte steigerten die Bürger um 11,5 Prozent, wie das Magazin unter Berufung auf die GfK-Zahlen weiter berichtete. Die Daten beruhen demnach auf regelmässigen Einkäufen von 30.000 Haushalten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), äusserte sich besorgt: "Corona treibt viele suchtkranke Menschen noch mehr in die Isolation. Kneipen und Restaurants haben zu, diese Form des öffentlichen Konsums fällt also weg. Getrunken wird hinter verschlossenen Türen."

Mediziner warnten vor den Folgen alkoholbedingten Rausches: "Der Corona-Blues lässt sich nicht wegtrinken", sagte Helmut Karl Seitz von der Universität Heidelberg dem "Spiegel". Alkohol in höheren Mengen könne das Immunsystem massiv schädigen, was Infektionen Tür und Tor öffnet wie beispielsweise virale und bakterielle Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung und auch Tuberkulose.

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Enzkreis: Lebensmittelfirma wegen Corona-Infektionen unter Quarantäne

13:09 Uhr: Nach einer Häufung von Corona-Infektionen hat das Landratsamt des Enzkreises eine Lebensmittelfirma unter Quarantäne gestellt. Von den etwa 250 Mitarbeitern seien mehr als 90 mit dem Virus infiziert, die meisten davon zeigten aber keine Symptome, teilte die Behörde mit.

Wegen ihrer Bedeutung für die Lebensmittelherstellung dürfe die Firma unter Auflagen weiterarbeiten. Eine Gefahr für Verbraucher habe zu keiner Zeit bestanden. Das Unternehmen habe die Situation unter Kontrolle und zeige sich sehr kooperativ. Trotzdem habe man keine andere Wahl gehabt, als den Betrieb unter Quarantäne zu stellen, betonte Landrat Bastian Rosenau.

Sämtliche Mitarbeiter kämen weiter zur Arbeit, dürften ansonsten aber die eigenen vier Wände vorerst nicht verlassen. Das Landratsamt hat eine Reihentestung aller Beschäftigten veranlasst.

Kinder-Notbetreuung wird ausgeweitet - Keine einheitlichen Regeln

12:53 Uhr: In der Corona-Krise bekommen mehr Eltern einen Anspruch auf Notbetreuung für jüngere Kinder - es wird aber vorerst keine bundesweit einheitliche Regelung geben. "Bis mindestens zum 3. Mai 2020 regeln und erweitern die Bundesländer die Notbetreuung im Rahmen ihrer landesspezifischen Notwendigkeiten und Gegebenheiten", heisst es in den Ergebnissen einer Telefonschalte, zu der Familienministerin Franziska Giffey ihre Länderkollegen eingeladen hatte. Die SPD-Ministerin hatte für bundesweite Regelungen geworben, die insbesondere auch Alleinerziehende berücksichtigen sollten.

Die Notbetreuung gibt es in der Regel für Kinder ab dem Kita-Alter bis zur sechsten Klasse, für die Kinder von Eltern, die dringend an ihrem Arbeitsplatz gebraucht werden - etwa in der Pflege, in Krankenhäusern aber auch in der Produktion bestimmter Güter oder bei der Polizei.

Details sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Auf die Ausweitung hatten Bund und Länder sich bereits am Mittwoch im Grundsatz verständigt. Viele Landesregierungen haben seitdem etwa angekündigt, weitere Berufsgruppen und Alleinerziehende einzubeziehen oder die Regeln so zu lockern, dass es reicht, wenn ein Elternteil in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeitet.

Galeria Karstadt Kaufhof klagt auf Öffnung der Filialen in NRW

Geschlossene Galeria Karstadt Filiale

12:18 Uhr: Die Essener Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat Klage gegen die Sonderregeln des Landes Nordrhein-Westfalen in der Corona-Krise eingereicht. Das Unternehmen wende sich in einem Eilverfahren gegen die Coronaschutzverordnung, teilte das Oberverwaltungsgericht des Landes am Freitag in Münster mit.

Das Land hat Gelegenheit, dazu Stellung zu beziehen. Eine Entscheidung soll in dieser Woche nach Angaben des Gerichts nicht mehr fallen.

China streitet "Vertuschung" bei Corona-Bilanz ab

11:45 Uhr: Die chinesische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Ausmass der Coronavirus-Epidemie im Land verschleiert zu haben.

Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Aussenministeriums.

"Es hat nie eine Vertuschung gegeben, und wir werden nie eine Vertuschung zulassen", sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Zhao Lijian, am Freitag vor Reportern in Peking. Kurz zuvor hatten die Behörden der zentralchinesischen Stadt Wuhan die Zahl der Todesfälle überraschend um die Hälfte nach oben korrigiert.

China gerät international wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise zunehmend unter Druck. Unter anderem die USA werfen Peking vor, zu spät über den Ausbruch des neuen Erregers informiert zu haben.

Die US-Regierung erklärte am Donnerstag ausserdem, dass sie Berichten nachgehe, wonach die Coronavirus-Pandemie ihren Ausgang in einem Forschungslabor im chinesischen Wuhan genommen haben könnte.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Umgang Pekings mit dem Virusausbruch infrage gestellt. Macron sagte der "Financial Times", es sei "naiv" zu behaupten, dass Chinas Krisenmanagement besser sei als das anderer Länder. "Es sind offensichtlich Dinge geschehen, von denen wir nichts wissen", sagte er weiter.

Auch aus London kam Kritik: Peking müsse "harte Fragen" zum Ausbruch des neuartigen Coronavirus beantworten, sagte der britische Aussenminister Dominic Raab, der vorübergehend die Amtsgeschäfte des an Covid-19 erkrankten Premierministers Boris Johnson übernommen hat. China müsse darlegen, "wie es dazu kam und wieso es nicht früher gestoppt werden konnte".

Coronavirus-Ausbruch: China weist Labor-Theorie zurück

Experten gehen davon aus, dass das Coronavirus von einem Tiermarkt in Wuhan stammt. Vor allem in den USA kursierte zuletzt eine andere Theorie. Diese wies China nun jedoch zurück.

Tokio mit Rekord an neuen Corona-Fällen - Sorge vor "Goldener Woche"

11:27 Uhr: In Tokio sind am Freitag weitere 201 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt nach der offiziellen Statistik nun mehr als 2.700 Infektionsfälle, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. Der neue Tagesrekord erfolgte einen Tag nachdem Japans Ministerpräsident Shinzo Abe den Notstand auf das ganze Land ausgeweitet und die Bürger aufgerufen hatte, möglichst zuhause zu bleiben.

Der Notstand hatte zuvor nur für den besonders betroffenen Grossraum Tokio und einzelne andere Provinzen gegolten. Er gilt bis 6. Mai, bedeutet aber keine Ausgangssperren wie in Europa. Bürger können bei Missachtung weder belangt werden, noch können Firmen gezwungen werden, zu schliessen.

Mit der Zahl der Infizierten in Japan - inzwischen zählt das Inselreich mehr als 10.000 bestätigte Fälle - wuchs auch die Kritik am rechtskonservativen Premier Abe. Seine Zentralregierung habe durch das relativ spärliche Testen die offiziellen Fallzahlen lange Zeit kleingehalten und zu spät und zu wenig Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus angeordnet, kritisieren Mediziner und internationale Beobachter.

Die Provinz-Gouverneure des Landes drängten Abes Zentralregierung am Freitag, energischer dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung während der Ende des Monats beginnenden "Goldenen Woche", in der nationale Feiertage dicht zusammenliegen, auf die üblichen Reisen zu verzichtet. Allmählich machen sich Millionen Japaner gleichzeitig auf den Weg aus den Grossstädten in ihre Heimatorte oder nutzen die freien Tage für einen Kurzurlaub.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden

10:57 Uhr: Die bisherigen Massnahmen gegen die Corona-Pandemie in Deutschland sind nach Darstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erfolgreich gewesen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

"Der Ausbruch ist - Stand heute - wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Mitte März habe es im Ausbruchsgeschehen eine sehr starke Dynamik gegeben. Daher hätten sich Bund und Länder zu einer "Vollbremsung" entschieden.

"Nun können wir sagen, das war erfolgreich. Wir haben es geschafft, das dynamische Wachstum zurückzubringen zu einem linearen Wachstum. Die Infektionszahlen sind deutlich gesunken, vor allem auch die relativen Steigerungen von Tag zu Tag", sagte Spahn. Ermutigend sei auch, dass seit dem 12. April täglich mehr Menschen genesen, als es neue Infizierte gebe.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach ebenfalls davon, "dass wir ein wirklich gutes Zwischenergebnis erreicht haben". Es gebe mehrere positive Tendenzen. So habe sich der tägliche Anstieg der Fallzahlen verlangsamt. Momentan liege die Reproduktionszahl bei 0,7. "Das heisst, dass inzwischen im Durchschnitt, aktuell nicht mehr jede Person, die infiziert ist, eine andere Person ansteckt."

Allerdings steige die Zahl der Todesfälle an, sagte Wieler. "In dieser Woche hatten wir tatsächlich den grössten Anstieg." Der Anteil der Verstorbenen an allen gemeldeten Fällen liege jetzt bei 2,9 Prozent.

Gute Nachrichten gebe es indes laut Spahn bei der Produktion medizinischer Schutzmasken: Erste Vereinbarungen für die Herstellung medizinischer Schutzmasken im Inland seien getroffen worden. Nach einer ersten Ausschreibung seien Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt worden, sagte Spahn. Damit sollten ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. Damit lasse sich der Grundbedarf für das Gesundheitswesen im Grossen und Ganzen decken.

Spahn betonte, dass neben der Beschaffung im Ausland eine solche Unabhängigkeit wichtig sei. Angesichts der Corona-Epidemie ist Schutzausrüstung für das medizinische Personal weltweit knapp.

Reisewarnung: Maas will keine Prognose über Sommerurlaub abgeben

10:36 Uhr: Bundesaussenminister Heiko Maas kann noch nicht abschätzen, ob die weltweite Reisewarnung für Touristen vor dem Sommer aufgehoben werden kann.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. "Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein. Wir werden das von Woche zu Woche entscheiden, und wir werden uns versuchen so gut es geht auch europäisch abzustimmen."

Maas hatte Mitte März eine Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen - ein bisher einmaliger Schritt. Sie gilt - wie die Kontaktsperren im Inland - noch bis zum 3. Mai. Die Bundesregierung will Ende April oder Anfang Mai entscheiden, wie es weitergeht. Reisewarnungen gab es bisher nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Syrien oder Afghanistan.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich am Donnerstag skeptisch zu Sommerurlauben im Ausland geäussert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein", sagte er. "Das ist bei der Situation in den Ländern um uns herum, unseren klassischen Urlaubsländern, die wir haben - Spanien, Italien oder Frankreich oder Türkei - eher unwahrscheinlich."

Kanzleramtschef Helge Braun.

Kanzleramtschef Braun: Um Corona-Erfolge "beneidet uns die ganze Welt"

9:38 Uhr: Die Wirksamkeit der in der Corona-Krise ergriffenen Massnahmen hat Deutschland laut Kanzleramtschef Helge Braun grosse internationale Anerkennung gebracht.

Das Virus sei in den letzten Wochen deutlich zurückgedrängt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag im RBB-Inforadio. "Das ist ein Riesenerfolg, um den uns die ganze Welt beneidet", sagte Braun. "Viele meiner Amtskollegen weltweit rufen mich an und fragen: 'Wie habt ihr das geschafft?'."

Trotz der Erfolge appellierte Braun weiter an Geduld und Disziplin der Bürger: Es sei wichtig, dass die Infektionskurve jetzt nicht wieder steil ansteige, damit Infizierte und deren Kontaktpersonen nachverfolgt werden könnten.

Braun verteidigte darüber hinaus die Bund-Länder-Einigung zur schrittweisen Öffnung von Schulen. "Wir haben nicht gesagt, dass alle die Schulen am gleichen Tag wieder öffnen müssen", sagte er mit Blick darauf, dass in einigen Bundesländern einzelne Schüler schon Ende April in ihre Klassenräume zurückkehren sollen und in anderen erst im Mai. "Insofern gibt's da nichts zu kritisieren."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eröffnet die Plenarsitzung im Deutschen Bundestag.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

09:00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 133.830 angegeben - ein Plus von 3.380 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 137.698 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 3.868 Todesfälle, die JHU 4052 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 81.800.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

  • Baden-Württemberg: 26.543 / +662 / 872
  • Bayern: 36.027 / +885 / 1.137
  • Berlin: 4945 / +97 / 84
  • Brandenburg: 2.120 / +62 / 60
  • Bremen: 556 / +49 / 22
  • Hamburg: 4.005 / +52 / 84
  • Hessen: 6.705 / +235 / 197
  • Mecklenburg-Vorpommern: 634 / +0 / 13
  • Niedersachsen: 8.442 / +254 / 274
  • Nordrhein-Westfalen: 27.030 / +647 / 726
  • Rheinland-Pfalz: 5.211 / +124 / 92
  • Saarland: 2.254 / +53 / 76
  • Sachsen: 4.048 / +93 / 95
  • Sachsen-Anhalt: 1.279 / +31 / 28
  • Schleswig-Holstein: 2.349 / +55 / 59
  • Thüringen: 1.682 / +81 / 49
  • Gesamt: 133.830 / +3.380 / 3.868

Spahn: "Eher noch drei bis vier Wochen" für Corona-App

08:30 Uhr: Bis die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland eingesetzt werden kann, dürfte es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch mehrere Wochen dauern.

"Das wird entwickelt, mit Hochdruck", sagte der CDU-Politiker am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Aber die Wahrheit ist auch: Damit's wirklich gut ist, braucht es halt eher noch drei bis vier Wochen als noch zwei Wochen."

Spahn betonte: "Es geht ja darum, dass wir bei der Datensicherheit, beim Datenschutz und auch bei dem dahinterliegenden Konzept natürlich so perfekt wie möglich sein müssen. Das muss den Anforderungen genügen, die wir auch ansonsten an eine solche Technologie stellen."

Wirtschaft in Süddeutschland leidet besonders unter Coronakrise

08:22 Uhr: Die Coronakrise trifft die Wirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg nach einer neuen Studie des Münchner Ifo-Instituts besonders stark. Durch die massiven Einschränkungen aufgrund der Pandemie büsse Baden-Württemberg 57,4 Prozent seiner Wertschöpfung ein, Bayern verliere 56,3 Prozent, zitierte die "Augsburger Allgemeine" (Freitagsausgabe) aus der Studie. Auf dem dritten Platz landete demnach das Saarland mit einem Wertschöpfungsverlust von 54,1 Prozent.

Umfrage: Söder bei Wählern populär wie nie

08:00 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erreicht einer Umfrage zufolge in der Corona-Krise auch bundesweit einen neuen Zustimmungsrekord. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf eine repräsentative Insa-Umfrage berichtet, erreicht Söder in dieser Woche einen Zustimmungswert von 163 Punkten in der Bevölkerung - das sind drei Punkte mehr als in der Vorwoche auf einer Skala bis 300 Punkte.

Dies sei der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen im Januar 2019 jemals für einen deutschen Politiker gemessen worden sei, heisst es in dem Bericht. Söder belege damit unverändert zur Vorwoche den ersten Platz einer Rangliste von 22 deutschen Spitzenpolitikern, gefolgt von Kanzlerin Angela Merkel mit 153 Punkten (minus zwei Punkte) und Gesundheitsminister Jens Spahn mit 135 Punkten (minus zwei Punkte).

Zentralrat der Muslime ruft zu Einhaltung von Corona-Massnahmen auch im Ramadan auf

07:18 Uhr: Der Zentralrat der Muslime hat an die Gemeinden appelliert, sich auch während des Fastenmonats Ramadan an die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Einschränkungen zu halten.

"So schwer es uns fällt, unsere Moscheen im Heiligen Monat Ramadan weiter geschlossen zu halten, so ist es unsere religiöse und bürgerliche Verantwortung, in der aktuellen Phase genau das zu tun", sagte der Verbandsvorsitzende Aiman Mazyek den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Gesundheitsschutz und der Schutz von Menschenleben in dieser Pandemie stellten für gläubige Muslime die allerhöchste Priorität dar, erklärte Mazyek.

Zahlen in Wuhan korrigiert: 1.290 Tote mehr als bisher berichtet

06:47 Uhr: Die chinesische Stadt Wuhan hat die Zahl der Corona-Toten überraschend um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden am Freitag berichteten, sind in der zentralchinesischen Metropole, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, doch noch weitere 1.290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3.896 Tote. Bislang waren nur 2.579 Tote berichtet worden.

Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3.342 Toten in China wurde am Freitag zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4.600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.

Schäuble bringt Verkürzung der Sommerferien ins Spiel

06:03 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat eine Verkürzung der Sommerferien ins Gespräch gebracht. "Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Ein solcher Schritt böte Schülern die Gelegenheit, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen.

"Im Moment ist ohnehin noch aus vielen Gründen unklar, wann und wie man im Sommer verreisen kann", sagte Schäuble. "Das Urlaubskonto vieler Eltern dürfte durch die Krise jetzt schon strapaziert sein." Deshalb könne er die verstehen, "die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen".

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Trump kündigt schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen an

05:30 Uhr: Während die Zahl der Todesopfer in den USA weiter in die Höhe schnellt, hat Präsident Donald Trump seinen Plan für einen Ausstieg aus dem Corona-Shutdown vorgelegt. Die US-Wirtschaft werde in drei Phasen wieder hochgefahren, sagte Trump am Donnerstag in Washington. Dies werde "vorsichtig" Schritt für Schritt und "Bundesstaat für Bundesstaat" erfolgen. Den Gouverneuren, mit denen sich Trump kurz zuvor noch angelegt hatte, gestand der Präsident weitgehende Entscheidungshoheit zu.

"Basierend auf den jüngsten Zahlen sind sich unsere Experten einig, dass wir nun die nächste Front in unserem Krieg eröffnen können", sagte Trump weiter. "Wir nennen das: Lasst uns Amerika wieder in Gang bringen." Die Gouverneure der 50 Bundesstaaten können demnach eigenständig entscheiden, ob und wann sie die von ihnen verhängten Corona-Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschliessungen lockern.

Gespräch über Lockerung des Gottesdienstverbots

05:00 Uhr: Das im Kampf gegen das Coronavirus verhängte Gottesdienstverbot ist an diesem Freitag Thema eines Treffens in Berlin. Innen-Staatssekretär Markus Kerber kommt mit Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften zusammen. Bei dem Gedankenaustausch soll es unter anderem darum gehen, wie Begräbnisse in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden und ob Gottesdienste künftig unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden können.

Zu dem Gespräch sind Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche, der orthodoxen Christen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinierungsrats der Muslime eingeladen, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte.

Wegen Coronavirus: Chinas Wirtschaft bricht um 6,8 Prozent ein

04:44 Uhr: In Folge der Coronavirus-Pandemie ist Chinas Wirtschaft erstmals seit Jahrzehnten geschrumpft. Wie das Pekinger Statistikamt am Freitag mitteilte, verkleinerte sich das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 6,8 Prozent. Es ist der erste negative Wert seit mindestens 1992, als die Volksrepublik damit begann, Wachstumszahlen quartalsweise zu veröffentlichen.

Ein ganzes Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft verzeichnete China zuletzt 1976. Vergangenes Jahr war die zweitgrösste Volkswirtschaft noch um 6,1 Prozent gewachsen.

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © dpa