• 19:05 Uhr: ➤ Flughafen Kabul weiter unter Kontrolle des US-Militärs
  • 17:41 Uhr: Pentagon: Abzug des US-Militärs vom Flughafen Kabul hat begonnen
  • 15:41 Uhr: Taliban: Mehrere Flughafen-Gates in Kabul übernommen
  • 12:07 Uhr: Nach Vergeltungsangriff: USA erwarten gefährlichste Phase der Mission
  • 09:55 Uhr: "Bild": BND bis zuletzt an Evakuierungsmission in Kabul beteiligt
  • 08:17 Uhr: Vergeltung nach Anschlag von Kabul: US-Luftwaffe greift IS-Ableger an

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➤ Flughafen Kabul weiter unter Kontrolle des US-Militärs

Das US-Militär hat den Flughafen Kabul nach eigenen Angaben weiterhin komplett unter Kontrolle. Das Militär werde noch bis zum geplanten Abzug am Dienstag für Sicherheit und Betrieb des Airports verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Alle Tore des Flughafens stünden weiter unter Kontrolle der US-Truppen.

Damit widersprach Kirby einer Darstellung der militant-islamistischen Taliban, wonach die USA "zwei, drei" Zugänge zum Flughafen in der Nacht zu Samstag an Kräfte der Islamisten übergeben hätten. Die Taliban hätten Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet, sagte Kirby. "Aber sie kontrollieren keine Tore, sie sind nicht am Flughafen und haben keine Rolle für die Sicherheit", betonte Kirby.

Das Pentagon hatte Berichte und Beiträge in sozialen Medien, wonach die Taliban teilweise die Kontrolle des Flughafens übernommen haben sollen, bereits am Freitag entschieden dementiert.

Nach Angaben des US-Aussenministeriums befinden sich in Anfghanistan noch rund 350 amerikanische Staatsbürger, die das Land verlassen wollen. Die Bemühungen, sie sicher ausser Landes zu bringen, liefen rund um die Uhr, erklärte das Ministerium am Samstag. Bislang seien insgesamt 5.400 US-Bürger aus Afghanistan evakuiert worden, hiess es.

Ground Zero, 11. September 2001
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Johnson und Merkel: Humanitäre Krise in Afghanistan verhindern

London/Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der britische Premierminister Boris Johnson haben bei einem Telefonat am Samstag internationale Anstrengungen gefordert, um eine humanitäre Krise in Afghanistan zu verhindern. Wie aus einer Mitteilung der Regierung in London hervorging, bekannten sie sich auch zur Zusammenarbeit, um den beim Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs Anfang der Woche diskutierten Fahrplan für den Umgang mit einer künftigen Regierung in Kabul umzusetzen. Johnson betonte, jegliche Anerkennung und Zusammenarbeit mit den Taliban müsse unter der Bedingung stehen, dass sie denjenigen sicheres Geleit zusicherten, die das Land verlassen wollten, und die Menschenrechte beachteten.

Die Bundesregierung teilte mit, Merkel habe neben Johnson auch mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte telefoniert. Die Kanzlerin und die beiden Premierminister seien sich einig gewesen, dass «der Ausreise von Staatsangehörigen, Ortskräften und schutzbedürftigen Menschen aus Afghanistan auch weiterhin höchste Priorität zukommt, ebenso wie der humanitären Versorgung der Bevölkerung und der Flüchtlinge in der Region».

Während die deutsche Rettungsmission aus Afghanistan bereits am Freitag beendet wurde, startete am Samstag noch ein letzter britischer Evakuierungsflug in Kabul. Insgesamt wurden von britischer Seite nach Regierungsangaben seit dem 13. August knapp 15 000 Menschen ausser Landes gebracht. Erwartet wurde, dass auch die rund 1000 dort eingesetzten britischen Soldaten noch am Wochenende das Land verlassen sollten. Nach Schätzungen der Regierung werden damit 1100 Afghanen und bis zu 150 britische Staatsbürger im Land verbleiben.

Pentagon: Abzug des US-Militärs vom Flughafen Kabul hat begonnen

17:41 Uhr: Kurz vor dem Ende des Evakuierungseinsatzes hat das US-Militär nach eigenen Angaben mit dem Abzug seiner Truppen vom Flughafen Kabul begonnen. Der Prozess habe begonnen, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Die US-Truppen sollen Afghanistan nach Willen von US-Präsident Joe Biden bis Dienstag verlassen. Am Freitag waren noch mehr als 5000 US-Soldatinnen und Soldaten am Flughafen Kabul stationiert gewesen.

Kirby erklärte, das Militär werde aus Sicherheitsgründen zunächst keine neuen Zahlen zur Truppenstärke nennen. Das US-Militär werde noch bis zum Abschluss des Einsatzes westliche Staatsbürger und frühere afghanische Mitarbeiter ausfliegen können, betonte er.

Ramstein: Bisher etwa 20.500 Evakuierte aus Afghanistan gelandet

16:50 Uhr: Etwa 20.500 Evakuierte aus Afghanistan sind bis Samstag auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Das teilte der weltweit grösste US-Luftwaffenstützpunkt ausserhalb Amerikas mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz für Geflüchtete aus Afghanistan.

Etwa 100 Flugzeuge der United States Air Force seien auf der Air Base eingetroffen, berichtete eine Sprecherin des Stützpunkts. Mehr als 5.000 Evakuierte seien von dort mit etwa 22 Flügen weitergereist. Die Flüge werden voraussichtlich über das ganze Wochenende andauern.

Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt. In der US-Militäranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern werden Menschen aus Afghanistan ebenfalls vorübergehend beherbergt.

Johnson und Merkel wollen humanitäre Krise in Afghanistan verhindern

16:22 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der britische Premierminister Boris Johnson haben bei einem Telefonat am Samstag internationale Anstrengungen gefordert, um eine humanitäre Krise in Afghanistan zu verhindern. Wie aus einer Mitteilung der Regierung in London hervorging, bekannten sich die beiden auch zur Zusammenarbeit, um den beim Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs Anfang der Woche diskutierten Fahrplan für den Umgang mit einer künftigen Regierung in Kabul umzusetzen.

Johnson betonte, jegliche Anerkennung und Zusammenarbeit mit den Taliban müsse unter der Bedingung stehen, dass sie denjenigen sicheres Geleit zusicherten, die das Land verlassen wollten, und die Menschenrechte beachteten.

Während die deutsche Rettungsmission aus Afghanistan bereits am Freitag beendet wurde, startete am Samstag noch ein letzter britischer Evakuierungsflug in Kabul. Insgesamt wurden von britischer Seite nach Regierungsangaben seit dem 13. August knapp 15.000 Menschen ausser Landes gebracht.

Erwartet wurde, dass auch die rund 1.000 dort eingesetzten britischen Soldaten noch am Wochenende das Land verlassen sollten. Nach Schätzungen der Regierung werden damit 1.100 Afghanen und bis zu 150 britische Staatsbürger im Land verbleiben.

Hunderte Menschen demonstrieren für Luftbrücke in Afghanistan

15:50 Uhr: Hunderte Menschen haben in Hamburg für eine Luftbrücke und ein Bleiberecht zugunsten bedrohter Menschen in Afghanistan demonstriert. Aufgerufen zu der Demonstration am Samstag hatten Afghaninnen und Afghanen aus Hamburg, die Flüchtlingsorganisation Seebrücke und weitere Organisationen.

Bei einer Demonstration in St. Georg zählte die Polizei 400 Menschen, die Veranstalter sprachen von 500. Am Jungfernstieg und auf dem Johannes-Brahms-Platz zählte die Polizei rund 750 Demonstranten.

Sie forderten die Bundesregierung auf, die Evakuierungsflüge so lange wie irgend möglich fortzusetzen, allen bedrohten Menschen in Afghanistan sichere Fluchtwege anzubieten und die Grenzen für Geflüchtete aus Afghanistan zu öffnen, wie die Veranstalter mitteilten.

Taliban: Mehrere Flughafen-Gates in Kabul übernommen

15:41 Uhr: Die militant-islamistischen Taliban haben eigenen Angaben zufolge mehrere Tore am Flughafen Kabul unter ihre Kontrolle gebracht. "Zwei, drei" Zugänge zum Flughafen seien in der Nacht zu Samstag von den USA an Kräfte der Islamisten übergeben worden, sagte ein Vertreter der Taliban der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Samstag.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte eine derartige Übergabe nach ersten Medienberichten darüber in der Nacht zum Samstag allerdings vehement und ohne Zögern dementiert. Taliban kontrollierten weder den Flughafen noch Teile davon, noch Tore des Geländes, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Freitag.

In der Nacht zu Samstag hatten pro-Taliban-Nutzer auf Twitter Bilder geteilt, die Taliban-Kräfte wenige Meter hinter dem Zugang zum zivilen Teil des Flughafen zeigen sollen, also innerhalb des Flughafengeländes. Auch am Samstagmorgen (Ortszeit) teilten sie Bilder, die Taliban-Kräfte noch etwas weiter innerhalb des zivilen Teils des Flughafengeländes zeigten nahe des VIP-Parkplatzes und des Inlandsterminals.

Von wann die Fotos sind, ist nicht klar. In der Vergangenheit haben die Islamisten ihre Kämpfer immer wieder kurzzeitig an bekannte Punkte geschickt und Fotos machen lassen, um beispielsweise in sozialen Medien ihr Vorrücken auf eine bestimmte Stadt vorzutäuschen und Panik zu schüren.

Robert Habeck warnt vor Erstarken von islamistischem Terror

15:21 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat nach dem Rückzug der Nato aus Afghanistan vor einem Erstarken von islamistischem Terror gewarnt. "Nach der Machtübernahme der Taliban dürfte der islamistische Terrorismus weltweit zu einer wieder wachsenden Gefahr werden", sagte er der "Welt am Sonntag".

Auch in Deutschland sei deshalb eine erhöhte Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste geboten. "Bekannte Gefährder müssen engmaschig überwacht werden. Und wir müssen sehr genau hinschauen, wer in den hier ankommenden Maschinen sass und sitzt."

Menschenrechtsausschuss-Chefin zu Afghanistan: "Komplettversagen"

14:49 Uhr: Die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Gyde Jensen (FDP), hat der Bundesregierung mit Blick auf die aktuelle Situation in Afghanistan ein "Komplettversagen" vorgeworfen und zumindest indirekt Rücktritte gefordert. Sie erwarte, dass die zuständigen Minister "in den nächsten Tagen persönliche Konsequenzen aus ihrer koordinierten Verantwortungslosigkeit ziehen", sagte sie dem "Handelsblatt". Etwaige Rücktritte dürften allerdings nicht zu einer schlechteren Ausgangslage für die noch in Afghanistan zurückgebliebenen Menschen führen.

Am Freitag hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass nach der Rettung von 5.347 Menschen aus Afghanistan und dem Ende des Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr noch immer rund 300 Deutsche und mehr als 10.000 Afghanen auf Ausreise nach Deutschland warten.

"Insbesondere an den Haupteinsatzorten der Bundeswehr und den Schwerpunktregionen der Entwicklungszusammenarbeit im Norden des Landes müssen gefährdete Personen lokalisiert und deren Ausreise in sichere Drittstaaten ermöglicht werden", sagte Jensen. Unerträglich sei in ihren Augen, dass der Schutz derjenigen, die sich auf die Bundesrepublik verlassen hätten, nun vom Wohlwollen der militant-islamistischen Taliban abhänge.

Sie forderte, dass sich die EU-Staats- und Regierungschefs mit der Lage in Afghanistan auseinandersetzen. "Die Einberufung eines Sondergipfels auf europäischer Ebene ist dringend notwendig - nicht zuletzt, um die drängendsten humanitären Fragen zu klären", sagte Jensen.

USA und Verbündete fliegen 6.800 Menschen aus Kabul aus

14:20 Uhr: In den Endzügen der militärischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden rund 6.800 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Eine Sprecherin des Weissen Hauses teilte mit, bis zum Samstagvormittag (Ortszeit Kabul) habe die US-Luftwaffe mit 32 Flügen rund 4.000 Menschen in Sicherheit gebracht, Flugzeuge von Verbündeten hätten rund 2.800 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Einsatzes Mitte August hätten die Vereinigten Staaten und ihre Partner damit insgesamt rund 112.000 Menschen ausgeflogen.

Das US-Militär will seine zuletzt gut 5.000 Soldaten bis Dienstag vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt abziehen. Damit wird der Einsatz zur Evakuierung westlicher Staatsbürger und früherer afghanischer Mitarbeiter ausländischer Truppen und Einrichtungen enden.

Die Zahl der pro Tag ausgeflogenen Personen ist zuletzt wegen des beginnenden US-Abzugs und der Einstellung von Rettungsflügen durch Verbündete bereits deutlich zurückgegangen. Von Dienstag auf Mittwoch zum Beispiel waren innerhalb von 24 Stunden noch etwa 19.000 Menschen evakuiert worden.

Das US-Verteidigungsministerium hat erklärt, das Militär werde noch bis Dienstag Menschen in Sicherheit bringen, allerdings werde die Zahl der ausgeflogenen Personen wegen des gleichzeitigen Abzugs von Soldaten und Ausrüstung sinken.

Grafik-Karte Nr. 102973, Querformat 110 x 80 mm, "Verortung des Anschlags am Flughafen in Kabul "; Redaktion: I. Kugel; Grafik: A. Brühl

Bundesanwaltschaft ermittelt nach Schuss auf Deutschen in Kabul

14:01 Uhr: Die Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren zu den Schussverletzungen eines Deutschen am Flughafen in Kabul eingeleitet. Es bestehe ein Anfangsverdacht für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Samstag. Da bislang unklar sei, wer den Schuss abgegeben habe, werde das Verfahren gegen Unbekannt geführt. Zunächst hatte die "Welt" darüber berichtet.

Am Freitag der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ein Deutscher auf dem Weg zum Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul angeschossen worden war. Um den Flughafen herrschen seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zustände. Die Lage ist extrem gefährlich. Ein weiterer Deutscher wurde in der Nähe des Flughafen leicht verletzt.

Söder will Bundesverdienstkreuz für Bundeswehr-Soldaten

13:40 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, allen Bundeswehr-Soldaten im Afghanistan-Einsatz das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. "Unsere Bundeswehr hat mehr Respekt und Anerkennung verdient. Alle Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren, sollten das Bundesverdienstkreuz oder eine vergleichbare Ehrung bekommen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Für mich sind unsere Soldatinnen und Soldaten wahre Helden."

Afghanistan-Einsatz: Bundeswehr zieht Sanitätsflugzeug ab

12:33 Uhr: Die Bundeswehr hat nun auch ihr Sanitätsflugzeug aus dem usbekischen Taschkent abgezogen, das dort noch für eine mögliche Rettung Verletzter aus dem afghanischen Kabul stationiert war. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus der Bundeswehr erfuhr, startete die fliegende Intensivstation "MedEvac" am Samstag Richtung Wunstorf bei Hannover. Auch eine Transportmaschine A400M brach mit Material an Bord zurück nach Deutschland auf.

Bereits am Freitagabend waren drei Bundeswehrmaschinen aus Taschkent in Wunstorf gelandet, die Soldaten aus dem Einsatz zurückbrachten. Damit endete die grösste Evakuierungsoperation in der Geschichte der Bundeswehr. In elf Tagen hatte die Truppe 5.347 Menschen aus mindestens 45 Ländern aus Kabul ausgeflogen, überwiegend Afghanen, aber auch mehr als 500 Deutsche.

Nach Vergeltungsangriff: USA erwarten gefährlichste Phase der Mission

12:07 Uhr: Auf den Terroranschlag in Kabul mit Dutzenden Toten hat das US-Militär mit einem Vergeltungsangriff reagiert. Es attackierte einen örtlichen Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Nun stellen sich die USA auf die gefährlichste Phase des am Dienstag endenden Evakuierungseinsatzes ein, wie das Weisse Haus erklärt.

"Die Bedrohung ist akut, sie dauert an. Unsere Truppen sind immer noch in Gefahr", hatte Sprecherin Jen Psaki am Freitag gesagt. US-Präsident Joe Biden sei bei einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam darüber informiert worden, "dass ein weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich ist". Biden betonte dennoch, dass die USA weiter Menschen ausfliegen würden und es ein "lohnender Einsatz" sei.

Auf dem Gelände des Flughafens warten nach US-Angaben noch mehr als 5.000 Menschen auf eine Chance zur Ausreise. Tausende weitere Menschen hoffen ausserhalb des Flughafens auf einen Platz in einer Evakuierungsmaschine.

Die Taliban kontrollieren seit Mitte August Kabul - und damit auch das Gebiet rund um den Flughafen. An den Toren und im Inneren des Geländes haben allerdings US-Soldaten und deren Verbündete das Sagen. Diese sollen aber bis spätestens Dienstag kommender Woche abgezogen werden. Einige internationale Partner hatten die USA zu einer Verlängerung des Einsatzes aufgefordert, um noch mehr Zeit für die Evakuierungen zu haben.

Taliban rufen weibliches Gesundheitspersonal zur Arbeit

10:45 Uhr: Die militant-islamistischen Taliban in Aghanistan haben alle im öffentlichen Gesundheitssektor beschäftigten Frauen aufgefordert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das Gesundheitsministerium weise alle weiblichen Mitarbeiter in der Hauptstadt und den Provinzen an, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, hiess es in einem Tweet des Taliban-Sprechers Sabiullah Mudschahid von Freitagabend. Der Ausübung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege.

Es ist bisher weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban weiter ihren Berufen nachgehen können. Bislang gab es lediglich für den Gesundheits- und den Bildungsbereich konkretere Aussagen, dass Frauen wieder ihre Arbeit aufnehmen sollten.

Im Gesundheitsbereich hatte es zuletzt Berichte aus dem Norden des Landes gegeben, dass etwa Hebammen nicht mehr an Sitzungen mit männlichen Ärzten teilnehmen durften. Während der Taliban-Herrschaft 1996 bis 2001 durften Frauen nicht von männlichen Ärzten behandelt werden, was ihre Gesundheitsversorgung massiv einschränkte.

In einer Pressekonferenz sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid diese Woche, arbeitende Frauen sollten zuhause bleiben, bis es neue Regeln gebe. Ihre Gehälter würden sie dennoch erhalten. Es war unklar, ob er nur von angestellten Frauen bei Regierungsbehörden sprach oder auch von privaten Firmen. Journalistinnen hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass sie von Taliban-Kämpfern wieder nach Hause geschickt worden seien.

"Bild": BND bis zuletzt an Evakuierungsmission in Kabul beteiligt

09:55 Uhr: An der deutschen Evakuierungsmission in Afghanistan ist laut einem Bericht der "Bild" auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt gewesen. Der Auslandsgeheimdienst habe bis zuletzt im äusseren Umfeld des Flughafens von Kabul gearbeitet, berichtete die "Bild" am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach halfen BND-Mitarbeiter beim Abgleichen von Listen und dem Auffinden schutzwürdiger Menschen. Zudem habe der BND alle eigenen afghanischen Ortskräfte in Sicherheit gebracht.

Laut "Bild" schickte der BND vor einigen Tagen ein frisches Team nach Kabul, um die Arbeit bis zum Schluss der Evakuierungsmission fortzusetzen. Dieses habe in der letzten deutschen A400M-Maschine Afghanistan verlassen.

Laut Verteidigungsministerium brachte die Bundeswehr im Verlauf des knapp zweiwöchigen Einsatzes mit 37 Flügen mehr als 5.300 Menschen in Sicherheit. Darunter waren rund 500 deutsche Staatsbürger, etwa 4.000 Afghaninnen und Afghanen und weitere Menschen aus insgesamt 45 Nationen.

Nach dem Ende der Evakuierungsmission kehrten die Bundeswehr-Soldatinnen und Soldaten am Freitagabend nach Deutschland zurück. In drei Bundeswehrmaschinen landeten sie aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent kommend auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf.

Regionalgipfel im Irak berät über Kampf gegen IS-Miliz

09:03 Uhr: Bei einem Gipfeltreffen im Irak beraten führende Vertreter der Region ab Samstag über den Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz IS und andere Extremistengruppen. Zu dem zweitägigen Treffen werden der französische Präsident Emmanuel Macron als Mitorganisator sowie der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi und der jordanische König Abdullah II. erwartet. Auch die Türkei, Saudi-Arabien und der Iran sind eingeladen.

Dringlichkeit erhält das Treffen durch den Anschlag am Flughafen von Kabul mit zahlreichen Todesopfern, den die IS-Miliz für sich reklamiert. Aus dem Pariser Elysée-Palast hiess es dazu, der Irak spiele eine "Schlüsselrolle beim Kampf gegen den Terrorismus". Der IS hatte 2014 ein "Kalifat" im Irak und Syrien ausgerufen, galt nach jahrelangen Kämpfen aber als besiegt.

Vergeltung nach Anschlag von Kabul: US-Luftwaffe greift IS-Ableger an

08:17 Uhr: Die USA haben mit einem Vergeltungsangriff auf den tödlichen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz IS attackiert. Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar habe "einem Planer" von Isis-K gegolten, teilte der Sprecher des US-Zentralkommandos Centcom, Bill Urban, am Freitagabend (Ortszeit) mit. "Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet. Wir wissen von keinen zivilen Opfern."

US-Präsident Joe Biden hatte nach der blutigen Attacke von Kabul Rache geschworen. Bei dem Terrorangriff waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden - darunter 13 US-Soldaten. "Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen. Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen", hatte Biden kurz nach dem Anschlag gesagt.

Am Freitag bekräftigte seine Sprecherin Jen Psaki die Entschlossenheit des Präsidenten: "Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben." Sie reagierte damit auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle. Der Präsident und das Militär hätten keinen Zweifel an ihrer Befugnis, die Terrormiliz Isis-K anzugreifen, sagte Psaki weiter.

Isis-K ist ein örtlicher Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Amerikaner sprechen von Isis statt vom IS - daher bezeichnen sie den Zweig als Isis-K.

US-Botschaft warnt erneut vor akuter Gefahr am Flughafen von Kabul

06:21 Uhr: Die US-Botschaft in Afghanistan hat eine neue Sicherheitswarnung für ihre Landsleute am Flughafen Kabul veröffentlicht und dazu aufgerufen, das Gebiet sofort zu verlassen. Das gelte für alle US-Bürger, "die sich am Abbey-Gate, Ost-Gate, Nord-Gate oder am Gate des neuen Innenministeriums aufhalten", hiess es in der Warnung der Botschaft in der Nacht zu Samstag. Alle anderen sollten aufgrund der Gefahrenlage auch weiterhin gar nicht erst zum Flughafen kommen.

In der Nähe des Flughafens der afghanischen Hauptstadt waren bei einem Anschlag der Terrormiliz IS am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter hatte sich an einem Flughafentor in die Luft gesprengt, ausserdem eröffneten mehrere Schützen das Feuer. Unter den Todesopfern waren auch 13 US-Soldaten. Schon wenige Stunden vor diesem Anschlag hatten die USA ihre Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, die Gegend rund um bestimmte Flughafentore sofort zu verlassen.

Auch Frankreich beendet seinen Evakuierungseinsatz in Afghanistan

04:52 Uhr: Nach der Bundeswehr und anderen westlichen Verbündeten haben auch die französischen Streitkräfte ihre Evakuierungsmission in Afghanistan abgeschlossen. Der am 15. August begonnene Einsatz sei am Freitagabend beendet worden, schrieb Verteidigungsministerin Florence Parly auf Twitter.

Binnen knapp zwei Wochen habe das französische Militär rund 3.000 Menschen in Sicherheit gebracht - darunter mehr als 2.600 Afghanen, die in Frankreich Zuflucht gefunden hätten. Parly hatte am Montag gemeinsam mit Aussenminister Jean-Yves Le Drian den Militärflughafen bei Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht, über den die Luftbrücke für die Evakuierungen aus Kabul abgewickelt wurde.

Bereits am Donnerstag war der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr am Flughafen von Kabul nach elf Tagen zu Ende gegangen. Am Freitag beendete dann auch das spanische Militär seine Luftbrücke und zog sich vollständig aus Afghanistan zurück. Die britischen Truppen sollten am Wochenende folgen. Die USA - vom Truppenkontingent her mit Abstand am stärksten vertreten - wollen ihre Soldaten bis Dienstag aus Afghanistan abziehen und damit ihren vor 20 Jahren begonnen Militäreinsatz am Hindukusch beenden.

Jill Biden wendet sich an Soldaten-Familien: "Sie sind nicht allein"

02:06 Uhr: Die amerikanische First Lady Jill Biden hat sich nach dem tödlichen Terroranschlag in Kabul an die Familien von Militärangehörigen und Veteranen gewandt. "Der tragische Anschlag vor dem Flughafen von Kabul in dieser Woche hat uns das ultimative Opfer, das Sie zu bringen bereit sind, schmerzlich vor Augen geführt", schrieb Biden am Freitagabend (Ortszeit) auf Facebook. "Als Nation haben wir in den letzten zwanzig Jahren so viel von Ihnen verlangt." So viele hätten eine enorme Last auf sich genommen, schrieb Biden weiter. "Sie haben uns mehr gegeben, als wir je zurückzahlen können."

Das Ende des Einsatzes in Afghanistan sei ein emotionaler Moment, fuhr Biden fort. "Sie sollen wissen, dass mein Herz bei Ihnen ist, während Sie überlegen, was als Nächstes auf Ihre Familie, Ihre Gemeinschaft und unser Land zukommt. Sie sind nicht allein."

Ausserhalb des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatten am Donnerstag ein Selbstmordattentäter und mehrere Kämpfer der Terrormiliz IS Dutzende Menschen getötet, darunter 13 US-Soldaten. Die USA wollen ihre Truppen bis Dienstag aus Afghanistan abziehen und damit ihren 2001 begonnen Militäreinsatz am Hindukusch beenden.

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.