• 18:59 Uhr: Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter
  • 18:10 Uhr: ➤ Russland meldet Zerstörung eines deutschen Flugabwehrpanzers Gepard
  • 17:07 Uhr: FDP-Politiker: Nur noch fünf von 15 deutschen Panzerhaubitzen in der Ukraine einsatzbereit
  • 15:03 Uhr: Nach Explosionen auf der Krim: Behörden verhängen örtlichen Notstand
  • 12:34 Uhr: Ukraine: Mindestens zehn russische Flugzeuge bei Explosionen auf der Krim zerstört

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➤ Russland meldet Zerstörung eines deutschen Flugabwehrpanzers Gepard

  • 18:10 Uhr:

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen im Süden der Ukraine auch einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. "Nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw wurde ein von Deutschland an das Kiewer Regime geliefertes Kampffahrzeug für den Flugabwehrkanonenkomplex Gepard zerstört", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, bei einem Briefing. (Aufnahmedatum: 6. März 2022; Screenshot aus einem Video des russischen Verteidigungsministeriums)

Insgesamt will Deutschland als Teil seiner Waffenhilfe an die Ukraine 30 Gepard-Flugabwehrpanzer liefern. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt. Die ukrainische Seite hat die Ankunft von drei Panzern bestätigt.

In der Vergangenheit hatte das russische Verteidigungsministerium mehrfach über die Vernichtung der US-Raketenwerfer Himars berichtet. Bereits bis Anfang August sind so laut den Angaben Konaschenkows 6 der insgesamt 16 von den USA gelieferten Waffen zerstört worden. Washington und Kiew haben dies später stets dementiert.

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 10,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 8. August), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Die weiteren Meldungen vom 10. August:

Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter

  • 18:59 Uhr

Kiew (dpa) - Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. "Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Massnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden", sagte Jermak. Der Krieg dauert inzwischen fast schon ein halbes Jahr.

Jermak sagte weiter, die ukrainische Armee versuche alles, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Je länger sich russisches Militär auf ukrainischem Gebiet verschanzen könne, desto schwieriger werde es. Russland ist am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Inzwischen hält es einschliesslich der Halbinsel Krim etwa ein Fünftel des Nachbarlandes besetzt. Auf eine mögliche Lösung am Verhandlungstisch gibt es derzeit keinerlei Hinweise.

Estland meldet Luftraumverletzung durch russischen Helikopter

  • 17:26 Uhr:

Estland hat die Verletzung seines Luftraums durch einen russischen Helikopter gemeldet. Der Hubschrauber des Typs Mi-8 sei am 9. August abends unerlaubt in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Mitglieds eingedrungen, teilten die estnischen Streitkräfte am Mittwoch mit. Das Aussenministerium in Tallinn bestellte wegen des Vorfalls den russischen Botschafter ein und überreicht eine Note.

Nach Armeeangaben war es die dritte Luftraumverletzung durch Russland in diesem Jahr - nach insgesamt fünf Vorfällen im vergangenen Jahr. Wie zuletzt im Juni sei sie im Gebiet Koidula im Südosten Estlands nahe der Grenze zu Russland erfolgt.

Der Helikopter habe weder die elektronische Kennung eingeschaltet noch einen Flugplan übermittelt. Auch habe der Pilot zum Zeitpunkt der weniger als eine Minute dauernden Luftraumverletzung keinen Funkkontakt mit der Flugsicherung gehalten, hiess es weiter. (dpa)

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FDP-Politiker: Nur noch fünf von 15 deutschen Panzerhaubitzen in der Ukraine einsatzbereit

  • 17:07 Uhr:

Von insgesamt 15 Panzerhaubitzen 2000, die von Deutschland und den Niederlanden bislang an die Ukraine geliefert wurden, sind nach Angaben des FDP-Verteidigungspolitikers Marcus Faber die meisten derzeit nicht mehr einsatzbereit. Ursache der Ausfälle sei aber nicht russischer Beschuss, sondern dass die Geschütze von den ukrainischen Streitkräften "massiv genutzt" würden, sagte Faber, der in den vergangenen Tagen die Ukraine besucht hatte, dem Portal ntv.de.

"Ich habe aus dem Verteidigungsministerium erfahren, dass derzeit noch fünf von fünfzehn Panzerhaubitzen einsatzbereit sind", sagte der Bundestagsabgeordnete. In diesem Zusammenhang sei von ukrainische Seite der Wunsch nach mehr Ersatzteilen geäussert worden. Im Grundsatz sei man in Kiew dann "optimistisch, dass sie die Einsatzbereitschaft wieder nach oben bringen können".

Marcus Faber (FDP) ist seit 2018 Mitglied im Verteidigungsausschuss.

Zwar habe Deutschland einige Ersatzteile mitgeliefert, es gehe aber auch um Reparaturmöglichkeiten vor Ort, die dringend benötigt würden. Bislang gebe es diese nur für einige kleinere Reparaturen. Aus Deutschland seien nach ukrainischen Angaben bislang zehn Panzerhaubitzen 2000 geliefert worden, dazu fünf weitere aus den Niederlanden, sagte Faber. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte sich zur Einsatzbereitschaft der Geschütze in Berlin nicht äussern. (afp)

Darstellung und technische Daten zur Panzerhaubitze 2000

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Ukraine: Brücke bei Dnipro-Staudamm nach Beschuss nicht mehr nutzbar

  • 15:44 Uhr:

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. "Der Treffer war akkurat, aber wirksam", teilte das Armeekommando Süd am Mittwoch per Facebook mit. Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen. Am Vortag hatte der russische Sender RT lediglich über regelmässigen Beschuss der Brücke über den Schiffskanal und den Staudamm selbst berichtet.

Russland hat die Ukraine Ende Februar überfallen und danach unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Flusses Dnipro weitgehend erobert. Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden.

Die Eisenbahnbrücke und die Strassenbrücke bei Cherson haben die Ukrainer dabei bereits unbrauchbar gemacht. Stattdessen errichteten die russischen Truppen eine Fährverbindung für Zivilisten und Berichten zufolge auch mehrere Pontonbrücken für das eigene Militär über den knapp einen Kilometer breiten Fluss. (dpa)

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Nach Explosionen auf der Krim: Behörden verhängen örtlichen Notstand

  • 15:03 Uhr:

Nach den Explosionen auf dem Militärstützpunkt Saki auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben die Behörden den Notstand in dem Landkreis ausgerufen. Der Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, sagte am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass mindestens 252 Bewohner des benachbarten Kurorts Nowofjodorowka in Notunterkünfte umgesiedelt werden. Die Gasversorgung zweier Ortschaften wurde demnach vorübergehend abgestellt.

Bei den Explosionen am Dienstag ist nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, 14 Menschen wurden demnach verletzt.

Sergej Aksjonow, Verwaltungschef der Krim.

Aksjonow versprach den Besitzern der beschädigten Wohnhäuser Schadenersatz zwischen 10.000 und 100.000 Rubel (umgerechnet 166 bis 1.660 Euro). Laut Aksjonow laufen strafrechtliche Ermittlungen zu den Explosionen.

Das russische Verteidigungsministerium nennt bisher einen Verstoss gegen die Brandschutzregeln als wahrscheinlichste Ursache des Vorfalls. Experten vermuten, dass diese Version aus Imagegründen präsentiert wird. Moskau wolle seine Verletzlichkeit durch ukrainische Waffensysteme nicht eingestehen, hiess es. Zahl und Wucht der Explosionen legten dagegen einen gezielten Angriff der Ukraine nahe. Es wäre die erste militärische Attacke auf Ziele auf der Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 annektiert hatte. (dpa)

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Moskau: Welt "wandelt am Abgrund" nach Beschuss von Atomkraftwerk

  • 13:24 Uhr:

Das russische Aussenministerium hat bezüglich der Eskalation um das Atomkraftwerk Saporischschja schwere Vorwürfe gegen die Vereinten Nationen erhoben. "Die UN haben in dem vorliegenden Fall leider eine negative Rolle gespielt", sagte Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa dem staatlichen russischen Radiosender Sputnik. Das grösste Atomkraftwerk Europas im Süden der Ukraine ist seit März von russischen Truppen besetzt. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerks vor.

Die Diplomatin warf den verantwortlichen Stellen in den Vereinten Nation vor, eine Inspektionsreise der Internationalen Atombehörde (IAEA) verhindert und damit eine Eskalation der Lage provoziert zu haben. "Im UN-Sekretariat, welches sich mit Problemen der Atomenergie befasst, darunter auch mit den Folgen technischer Katastrophen und der Problematik im weitesten Sinne, sollten sie begreifen, dass die Welt am Abgrund wandelt", erklärte Sacharowa.

Das russische Aussenministerium hatte schon am Dienstag in einer Mitteilung beklagt, dass eine geplante Reise der IAEA-Vertreter zu dem Atomkraftwerk in letzter Minute an Sicherheitsbedenken des UN-Sekretariats gescheitert sei. Sacharowa legte nun nach und sprach von "verantwortungslosem Handeln". Für Donnerstag hat Russland hat eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Der Rat soll von IAEA-Chef Grossi über den Zustand des AKW unterrichtet werden. (dpa)

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Ukraine: Mindestens zehn russische Flugzeuge bei Explosionen auf der Krim zerstört

  • 12:34 Uhr

Bei den Explosionen auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der von Russland 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Flugzeuge zerstört worden. "Nach der Explosion, die wir gesehen haben, ist klar, dass das Kontingent der Luftwaffe getroffen wurde", sagte der Sprecher des ukrainischen Luftwaffenstabs, Juri Ihnat, am Mittwoch im Fernsehen. Laut Ihnat sind dort Kampfflugzeuge der Typen Suchoi Su-30M und Su-24 sowie Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 stationiert.

Der Militärstützpunkt Saki auf der Krim wurde am Dienstag von Explosionen schwer erschüttert. Videos zeigen, dass es an mindestens zwei unterschiedlichen Stellen zu Detonationen kam. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge ist ein Verstoss gegen die Brandschutzregeln für den Vorfall verantwortlich.

Dieses vor den Explosionen aufgenommene Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt Flugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki.

Viele Beobachter gehen hingegen von einem ukrainischen Angriff aus. Die Führung in Kiew hat bislang keine Verantwortung für die Explosionen übernommen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb allerdings auf Twitter: "Das ist nur der Anfang." (dpa)

Studie: Ukrainische Kinder haben gute Chancen im deutschen Schulsystem

  • 11:45 Uhr

Aus der Ukraine geflüchtete Kinder haben einer Studie zufolge gute Chancen im deutschen Schulsystem. In Deutschland könne auf einem hinreichenden Bildungsstand aufgebaut werden, teilte das Ifo-Institut am Mittwoch in München auf Basis einer Auswertung der Pisa-Studie 2018 mit. Das Kompetenzniveau ukrainischer Kinder liege zwar unter dem deutscher Kinder, jedoch deutlich über dem Niveau von Kindern aus EU-Ländern wie Rumänien und Bulgarien.

Aus beiden Ländern seien bereits zahlreiche Kinder erfolgreich in das deutsche Schulsystem integriert worden. Unterschiedliche Niveaus gebe es beispielsweise beim Lesen. In der Ukraine haben laut der Studie 18 Prozent der Kinder hohe Kompetenzen darin. In Deutschland sind es 33 Prozent. Deutlich schwächer ist der Wert hingegen in Rumänien und in Bulgarien mit zehn beziehungsweise elf Prozent. Während in Bulgarien 47 Prozent ein geringes Leseniveau haben, sind es in der Ukraine knapp 26 Prozent.

"Die geflüchteten ukrainischen Schulkinder sollten schnellstmöglich mit Bildung versorgt werden, um weitere Lernlücken zu vermeiden, die durch den Krieg entstanden sind", forderte Lukas Mergele vom Ifo-Institut. Welche Massnahmen sinnvoll sind, hänge davon ab, wie lange sie in Deutschland blieben. Wenn sie länger blieben, verbesserten sich ihre Integrationschancen erheblich, wenn sie Deutsch lernten. (AFP)

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London: Russland rekrutiert Freiwillige für neue Kampfeinheiten

  • 10:32 Uhr

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste soll Russland zur Stärkung seiner Offensive in der Ukraine Freiwillige für ein neues Armeekorps rekrutieren. Den Rekruten - Männern bis zum Alter von 50 und mit mittlerem Schulabschluss - würden lukrative Boni angeboten, hiess es am Mittwoch in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als "3rd Army Corps (3AC)" bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung im Gebiet Nischni Nowgorod östlich von Moskau, sein.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den Ukraine-Krieg entscheidend beeinflussen werde, hiess es weiter aus London. Es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15.000 bis 20.000 zu bringen. (dpa)

Ukraine: Russland will besetztes AKW an die Krim anschliessen

  • 10:00 Uhr

Russland will das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja nach ukrainischen Angaben an die annektierte Halbinsel Krim anschliessen. Der Präsident des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom, Petro Kotin, sagte am Dienstag, die russischen Soldaten an dem Atomkraftwerk würden ein Vorhaben des russischen Atomkonzerns Rosatom umsetzen, das AKW "an das Stromnetz der Krim" anzuschliessen.

"Dafür müssen zunächst die Stromleitungen des Atomkraftwerks beschädigt werden, die mit dem ukrainischen Energiesystem verbunden sind", sagte Kotin im ukrainischen Fernsehen weiter. "Zwischen dem 7. und 9. August haben die Russen schon drei Stromleitungen beschädigt. Derzeit läuft das Werk mit einer einzigen Produktionsleitung, was ein äusserst gefährlicher Arbeitsmodus ist."

Sobald die letzte Leitung gekappt sei, hänge das Atomkraftwerk von Diesel-Generatoren ab, sagte der Energoatom-Chef. "Dann wird alles von deren Verlässlichkeit und den Treibstoffreserven abhängen."

Saporischschja im Süden der Ukraine ist das grösste Atomkraftwerk Europas und hat sechs der insgesamt 15 ukrainischen Atomreaktoren. Es liegt nicht weit von der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim entfernt. Das AKW ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Die Invasionstruppen hatten die Nuklearanlage wenige Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht. (AFP)

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Innenministerin Faeser bereut Sektglas-Szene auf Balkon in Kiew

  • 08:15 Uhr

Bundesinnenministerin Nancy Faeser bereut eine Szene von ihrer Reise in die ukrainische Hauptstadt Kiew Ende Juli. Fotos und Videos zeigten die SPD-Politikerin mit ihrem Parteikollegen und Arbeitsminister Hubertus Heil, Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko und der deutschen Botschafterin Anka Feldhusen auf dem Balkon der Residenz der Botschafterin. Die vier halten Sektgläser, teils lachen sie in die Kameras von Journalisten.

Als Faeser bei der Veranstaltungsreihe "RND vor Ort" des Redaktionsnetzwerks Deutschland am Dienstagabend in Potsdam mit einem dieser Bilder konfrontiert wurde, sagte sie: "Das Foto bereue ich." Es sei "sicherlich nicht angemessen" gewesen.

Zugleich sei das Bild leicht zu erklären, weil in Kiew im Moment wieder normales Alltagsleben eingekehrt sei, obwohl das angesichts von Kriegsverbrechen und anhaltenden Kämpfen im Osten des Landes kaum zu begreifen sei. "Die Leute gehen einkaufen. Es sind wieder im öffentlichen Raum Blümchen gepflanzt. Die Menschen gehen in Bars, sie sitzen in Cafés, sie gehen ihrer Arbeit nach."

Faeser bereut umstrittenes Bild von Sektglas-Szene in Kiew

Ein Foto von Innenministerin Faeser und Arbeitsminister Heil, das sie lachend bei ihrem Ukraine-Besuch Sekt trinken zeigte, hatte für Empörung gesorgt. (Teaserbild: picture alliance/dpa/Christophe Gateau)

Das sei schwer nachzuvollziehen, aber das sehe man letztlich auch auf dem Bild, sagte Faeser. "Wir waren abends eingeladen bei der Botschafterin und mit dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko und haben letztlich das gleiche Getränk wie er gewählt." Die Innenministerin betonte: "Ich würde das nicht mehr machen. Weil das etwas ausdrückt, was unangemessen ist, wenn man aus einem anderen Land kommt."

Einen Vergleich des Fotos mit dem viel diskutierten Bild aus dem vergangenen Sommer, das den damaligen Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) lachend beim Besuch in einem deutschen Flutgebiet zeigte, wies Faeser zurück. Schliesslich habe in Kiew Alltag geherrscht. "Das ist etwas anderes, als wenn ich jetzt mit einem Sektglas im Osten des Landes gewesen wäre."

Faeser und Heil hatten neben Kiew auch die vom Krieg zerstörte Stadt Irpin besucht. Die Bilder vom Balkon der Botschafterin hatten in den sozialen Medien empörte Kommentare nach sich gezogen. Der Generalsekretär der CDU, Mario Czaja, gehörten zu den prominenten Stimmen, die sich kritisch dazu äusserten. (dpa)

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Elf Tote durch russische Raketenangriffe im Süden der Ukraine

  • 07:50 Uhr

Durch nächtlichen Raketenbeschuss sind im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk offiziellen Angaben zufolge mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. "Eine tragische Nacht... Im Kreis Nikopol hat die russische Armee 11 Menschen getötet und 13 verletzt", schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal. Die beiden getroffenen Ortschaften liegen dabei dem zuletzt mehrfach beschossenen Atomkraftwerk Saporischja gegenüber - am anderen Ufer des hier zum Stausee geformten Fluss Dnipro.

Am schwersten traf es demnach die Kleinstadt Marhanez. In der Stadt seien 20 mehrgeschossige Gebäude durch den Raketenbeschuss beschädigt worden, darunter der Kulturpalast, zwei Schulen und ein Wohnheim. Zehn Menschen seien in der Stadt getötet worden, elf weitere verletzt, sieben davon schwer, teilte Resnitschenko mit. In einem Dorf unweit der Grossstadt Nikopol starb eine weitere Frau in ihrem Wohnhaus durch den Angriff, ein Ehepaar wurde verletzt.

Die beiden Orte liegen nördlich des zum Fluss Dnipro gehörenden Kachowka-Stausees. Auf dessen Südseite, weniger als 20 Kilometer entfernt, befindet sich das Atomkraftwerk Saporischschja. Die Ukraine hat russischen Truppen in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, das AKWals Schutzschild für eigene Artillerie- und Raketenangriffe zu missbrauchen. Nachdem am Wochenende die Nuklearanlage selbst unter Beschuss geriet und beschädigt wurde, geben sich beide Seiten die Schuld für die Vorfälle. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen. (dpa)

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USA unterstützen Minenräumung in der Ukraine mit 89 Millionen Dollar

  • 07:21 Uhr

Die USA unterstützen mit 89 Millionen Dollar die Räumung von Anti-Personen-Minen in der Ukraine. Mit den umgerechnet 87 Millionen Euro soll unter anderem die Arbeit von 100 Minenräumteams von Nichtregierungsorganisationen oder spezialisierten Privatunternehmen finanziert werden, wie ein Vertreter des US-Aussenministerium am Dienstag sagte.

Er warf den russischen Streitkräften vor, nach ihrem Rückzug aus Teilen der Ukraine zahlreiche Minen und Sprengfallen hinterlassen zu haben, unter anderem in Waschmaschinen, Krankenhausbetten und Leichen.

So habe eine Familie in der nahe Kiew gelegenen Stadt Butscha, in der russische Soldaten Massaker an der Zivilbevölkerung begangen haben sollen, einen Sprengsatz im Klavier ihrer zehn Jahre alten Tochter entdeckt. Der US-Vertreter verglich das Vorgehen der russischen Armee mit jenem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. (afp)

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Importverbot für russische Kohle: Verband rechnet nicht mit Engpässen

  • 06:30 Uhr

Die deutschen Kohlenimporteure rechnen trotz des ab Donnerstag geltenden Importverbots für russische Steinkohle nicht mit Lieferengpässen. "Kohle ist auf dem Weltmarkt verfügbar", sagte Vorstandschef Alexander Bethe vom Verein der Kohlenimporteure (VdKi) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Hauptlieferländer seien jetzt die USA, Südafrika, Australien, Indonesien und Kolumbien.

2021 stammten laut Verband noch fast 50 Prozent der Steinkohle- und Koksimporte aus Russland, gut 17 Prozent aus den USA und mehr als 13 Prozent aus Australien. Aus Russland waren das knapp 20,5 Millionen Tonnen. Laut VdKi kamen von Januar bis einschliesslich Mai noch rund 7,2 Millionen Tonnen Steinkohle nach Deutschland. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Die russische Kohle wurde vor allem als Brennstoff für Kraftwerke verwendet. (dpa)

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AKW Saporischschja soll im UN-Sicherheitsrat behandelt werden

  • 06:15 Uhr

Der UN-Sicherheitsrat soll sich auf Initiative Russlands mit dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beschäftigen. Moskau beantragte am Dienstag (Ortszeit) ein Treffen des mächtigsten UN-Gremiums für Donnerstagnachmittag New Yorker Zeit. Der Rat soll vom Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, über den Zustand des AKWunterrichtet werden.

Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKWSaporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht. UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Beschuss des Kraftwerks "selbstmörderisch" genannt und internationalen Zugang zum Gelände gefordert.

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Alle Meldungen vom 9. August:

Selenskyj: Dieser Krieg beginnt und endet mit der Krim

  • 23:45 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten erneut eine Befreiung der von Russland annektierten Halbinsel Krim im Schwarzen Meer versprochen. "Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben", sagte er am Dienstag. Er bezog sich dabei auf Nachrichten über Explosionen auf einer russischen Militärbasis auf der Halbinsel.

Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte verwandelt. "Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist", sagte Selenskyj. "Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung."

Die Ursache der massiven Explosionen auf der Halbinsel ist unklar. Die Regierung in Kiew hat den Angriff nicht für sich reklamiert. Einem Bericht der "New York Times" zufolge hat die ukrainische Armee den wichtigen russischen Luftwaffenstützpunkt mit einer nicht genannten, selbst entwickelten Waffe attackiert. (dpa)

Wolodymyr Selenskyj: "Wir werden die Krim niemals aufgeben!"

Nach Explosionen auf der Militärbasis Saki auf der Krim verspricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Befreiung der annektierten Halbinsel. Selenskyj in Videoansprache: "Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben."

Ukraine erhält 50 Militärtransporter von der Türkei

  • 17:52 Uhr

Knapp ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Ukraine eigenen Angaben zufolge 50 Militärtransporter von der Türkei erhalten. Weitere 150 sollen folgen, wie ukrainische Medien am Dienstag berichteten. Die gepanzerten Mannschaftstransporter vom Typ Kirpi sind mit Allradantrieb ausgestattet und können neben der Besatzung zwölf Soldaten transportieren. Bei der Abwehr russischer Angriffe ist die Ukraine stark auf internationale Militärhilfe angewiesen, ihr wichtigster Waffenlieferant sind die USA.

Die Türkei unterhält enge Beziehungen zur angegriffenen Ukraine - aber auch zu Russland. So gehörte sie zu den Vermittlern im Streit um monatelang in der Ukraine blockierte Getreideexporte. Die Mediation endete Ende Juli mit der Einigung auf ein Abkommen, das den Export von Lebensmitteln aus drei ukrainischen Häfen vorsieht. (dpa)

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Explosionen auf russischem Militärflugplatz auf der Krim

  • 16:54 Uhr

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist lokalen und Moskauer Angaben zufolge ein Munitionsdepot auf einem Luftwaffenstützpunkt explodiert. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten am Dienstag zudem Explosionen und grosse Rauchwolken, die bei dem Ort Nowofjodorowka unweit des Badeortes Feodossija aufgenommen worden sein sollen. Es gebe keine Opfer, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier. (dpa)

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Kreml kritisiert Selenskyjs Forderung nach Reisebann für Russen

  • 14:15 Uhr

Die ukrainische Forderung nach einem internationalen Reisebann für alle Russen hat in Moskau heftige Kritik ausgelöst. Die Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seien "äusserst negativ" aufgenommen worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. "Die Irrationalität des Gedankengangs übersteigt jedes Mass", kritisierte er.

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew beschimpfte Selenskyj auf Twitter als "grössten ukrainischen Clown" - und verglich ihn sogar mit NS-Diktator Adolf Hitler. Medwedew fällt seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine immer wieder mit abfälligen Bemerkungen über das Nachbarland auf. So stellte er in der Vergangenheit etwa das Fortbestehen der Ukraine als souveränen Staat infrage.

Immer wieder rechtfertigt Moskau seinen schon seit fast einem halben Jahr dauernden Angriffskrieg mit einer angeblichen "Befreiung" des Nachbarlands von Nationalsozialisten - was auch deshalb für besondere Empörung sorgt, weil Selenskyj jüdischer Abstammung ist.

Mit Blick auf russische Besatzungsverwaltungen in eroberten ukrainischen Gebieten hatte Selenskyj der US-Zeitung "Washington Post" am Montag in einem Interview gesagt: "Die wichtigsten Sanktionen sind es, die Grenzen zu schliessen, denn die Russen nehmen anderen ihr Land weg."

In der EU wird ein Erschweren oder eine völlige Einstellung der Vergabe von Touristenvisa an Russen diskutiert. Die baltischen Staaten etwa vergeben bereits jetzt nur noch in Ausnahmen Visa an russische Staatsbürger. Finnland erwägt ebenfalls eine Verschärfung der Regelungen, fordert aber eine Lösung für den ganzen Schengen-Raum. (dpa)

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Moskau: Ukraine hat Transit von russischem Öl nach Ungarn gestoppt

  • 13:28 Uhr

Der Transit von russischem Öl über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn ist nach Angaben aus Moskau eingestellt worden. Der russische Pipeline-Monopolist Transneft machte für den Lieferstopp die Ukraine verantwortlich: "Tatsächlich hat (das ukrainische Unternehmen) Ukrtransnafta das Durchpumpen von Öl nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei über den Südstrang der Pipeline Druschba am 4. August um 6:10 Uhr morgens vollständig gestoppt", gab Transneft laut staatlicher russischer Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Dienstag bekannt. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Nach Angaben von Transneft-Sprecher Igor Djomin hängt die Beendigung des Transits mit Zahlungsproblemen zusammen: Die Ukraine fordere für die Durchleitung russischen Öls Vorkasse, doch von Transneft getätigte Zahlungen seien wegen neuer europäischer Sanktionen zurückgewiesen worden. Über die Nordroute der Druschba, die durch Belarus und Polen bis nach Deutschland führt, werde hingegen weiter geliefert. (dpa)

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London: Russland fokussiert sich auf Verteidigung in Süd-Ukraine

  • 12:04 Uhr

Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine haben nach Angaben britischer Militärexperten ihre Bemühungen in den vergangenen Tagen darauf konzentriert, eine ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes abzuwehren. Trotzdem seien die russischen Angriffe in der östlichen Region Donezk weitergeführt worden, hiess es in dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London am Dienstag.

Die Fortschritte der russischen Aggressoren seien weiterhin begrenzt, so das Fazit der britischen Experten. Den grössten Erfolg in den vergangenen 30 Tagen haben die Russen demnach beim Vorrücken auf die Stadt Bachmut erreicht. Doch auch dort sei die Frontlinie in diesem Zeitraum um gerade einmal zehn Kilometer verschoben worden. In anderen Gebieten seien es nur drei Kilometer gewesen.

Als Grund dafür sehen die Briten unter anderem Personalmangel bei den Russen. "Trotz des weiterhin starken Einsatzes von Artillerie in diesen Gebieten, war Russland nicht in der Lage, fähige Infanterie-Kampftruppen in ausreichender Zahl aufzubringen, um grössere Gebietsgewinne zu sichern", hiess es.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

"Höllennacht": Bürgermeister berichtet von schweren Angriffen auf russische Stellungen in Melitopol

  • 11:27 Uhr

Die russischen Streitkräfte haben in Melitopol laut dem Bürgermeister der besetzten Stadt im Süden der Ukraine eine "Höllennacht" durchgemacht. Das berichtet "CNN". Anwohner berichteten demnach, sie hätten in der Nacht etwa zehn Explosionen gehört. Im Morgengrauen habe es weitere gegeben.

"Wir können die Orte der Explosionen im Moment nicht genau benennen, aber wir wissen, dass es Tote und Verletzte gibt", sagte Bürgermeister Iwan Fjodorow. Er fügte hinzu, dass Rauch aus einem Militärstützpunkt aufstieg, der zuvor viermal getroffen worden war.

"Heute ist klar, dass die ukrainischen Streitkräfte Melitopol nicht aufgeben werden und es zusammen mit der Widerstandsbewegung der Einwohner definitiv befreien werden", sagte Fjodorow.

Fjodorow wies auch die russischen Pläne für ein Referendum in den besetzten Teilen der Region Saporischschja, in der Melitopol liegt, zurück. Er sagte, das Datum und die Form der vorgeschlagenen Abstimmung über den Beitritt zu Russland seien mehrfach geändert worden. Der Grund dafür sei, dass "sie wissen, dass sie keine Unterstützung von den Einwohnern bekommen würden".

Am Montag hatte ein ukrainischer Politiker, der mit der russischen Besatzung zusammenarbeitet, ein Dekret zur Unterstützung der Vorbereitungen für das Referendum unterzeichnet. (lh)

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Russische Truppen stationieren Luftabwehr um Atomkraftwerk

  • 10:41 Uhr

Nach mehrfachem Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja stationieren die russischen Besatzungstruppen eigenen Angaben zufolge Luftabwehrsysteme rund um die Anlage. "Die Luftabwehrsysteme des Kraftwerks werden verstärkt", sagte der Chef der von Moskau eingesetzten Militärverwaltung in der Region, Jewgeni Balizki, am Dienstag im russischen Staatsfernsehen. Moskau und Kiew hatten sich in den vergangenen Tagen wiederholt gegenseitig für Angriffe auf das AKWverantwortlich gemacht. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Balizkis Angaben zufolge arbeitet das Kraftwerk derzeit normal. Die Stromleitungen und beschädigten Blöcke des Meilers seien repariert, sagte er. Das Atomkraftwerk Saporischschja verfügt über insgesamt sechs Blöcke mit einer Gesamtleistung von 5.700 Megawatt. Damit ist es das leistungsstärkste Kernkraftwerk in Europa. Bis zum Beschuss am Wochenende waren davon laut ukrainischen Angaben noch drei Blöcke in Betrieb. (dpa)

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Selenskyj warnt nach Angriffen auf Atomkraftwerk vor Atomkatastrophe

  • 10:03 Uhr

Nach den Angriffen auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja hat Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer atomaren Katastrophe gewarnt und Vergleiche zur Tschernobyl-Katastrophe 1986 gezogen. "Die Welt sollte Tschernobyl nicht vergessen und sich daran erinnern, dass das Atomkraftwerk Saporischschja das grösste in Europa ist", sagte der ukrainische Staatschef am Montag. "Die Tschernobyl-Katastrophe war die Explosion eines Reaktors. Saporischschja hat sechs Reaktoren."

Zugleich forderte Selenskyj neue Sanktionen gegen Russland. "Nötig sind neue Sanktionen gegen den terroristischen Staat und die gesamte russische Atomindustrie wegen der Schaffung der Gefahr einer atomaren Katastrophe."

Die Atomanlage Saporischschja im Süden der Ukraine war in den vergangenen Tagen zweimal unter Beschuss geraten. Dabei wurden Teile der Anlage beschädigt, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich.

Das AKWist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Die Invasionstruppen hatten die Nuklearanlage wenige Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht. (AFP)

Russische Soldaten sollen Sprengstoff im Atomkraftwerk Saporischschja verlegt haben

Nach ukrainischen Angaben sollen russische Soldaten Sprengsätze in dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja installiert haben. Der russische Befehlshaber habe angedroht das Werk in die Luft zu sprengen.

US-Behörden wollen Airbus des russischen Oligarchen Skotsch beschlagnahmen

  • 08:40 Uhr

Die US-Behörden wollen ein Flugzeug des russischen Oligarchen Andrej Skotsch in Kasachstan beschlagnahmen. Wie das US-Justizministerium, das Handelsministerium und die Bundespolizei mitteilten, wurde am Montag (Ortszeit) ein Beschluss zur Beschlagnahme des Airbus A319-100 ausgestellt. Die Maschine befindet sich demnach seit Anfang März in Kasachstan und hat einen Wert von mehr als 90 Millionen Dollar (88,3 Millionen Euro).

Dem Duma-Abgeordneten Skotsch wird vorgeworfen, mit russischen Banden des "organisierten Verbrechens" in Verbindung zu stehen. Die USA sowie die Europäische Union haben eine Reihe von Sanktionen gegen ihn verhängt.

US-Justizminister Merrick Garland hatte im März im New Yorker Stadtteil Manhattan eine Einheit zur Verfolgung "korrupter russischer Oligarchen" mit dem Namen KleptoCapture eingesetzt. Ihr gehören mehr als zehn Staatsanwälte und andere Strafrechtler sowie Experten für nationale Sicherheit und FBI- und Steuerermittler an.

Die USA und die EU haben ihr Vorgehen gegen russische Oligarchen nach dem Beginn von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine am 24. Februar verstärkt. Sie beschlagnahmten Luxusanwesen, riesige Jachten und Flugzeuge von russischen Milliardären, die Verbindungen zum russischen Staatschef Wladimir Putin haben.

Seit Kriegsbeginn bis Ende Juni froren die USA und ihre Verbündeten Deutschland, die EU, Frankreich Italien, Grossbritannien, Japan, Kanada und Australien Vermögen russischer Oligarchen im Wert von mehr als 330 Milliarden Dollar ein. (AFP)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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