• 17:16 Uhr: ➤ EU-Genesenenzertifikate aus der Apotheke wieder sechs Monate gültig
  • 14:54 Uhr: Dürfen ab 4. März wieder 25.000 Zuschauer in die Bundesliga-Stadien?
  • 13:00 Uhr: "Massnahmen aus ersten Wellen greifen offensichtlich nicht mehr": Klinikarzt Graf fordert neue Corona-Strategien
  • 12:40 Uhr: Grenzbrücke zwischen Kanada und USA nach einwöchiger Blockade wieder geöffnet
  • 11:35 Uhr: Trucker-Protest blockiert Regierungsviertel von Den Haags 20. März: Diesen Stufenplan erwägen Bund und Länder

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

➤ Wieder alles ganz anders? Apotheken stellen EU-Genesenenzertifikate für sechs Monate aus

Die Verwirrung um die Dauer der Genesenenzertifikate wird immer grösser. Mitte Januar hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) den Zeitraum verkürzt, in dem Ungeimpfte nach einer durchgemachten Corona-Infektion als Genesene gelten – von 180 Tagen auf nur noch maximal drei Monate. Durch die Massnahme verloren viele Menschen quasi über Nacht ihren Status als Genesene, das RKI musste viel Kritik für die nur unzureichend kommunizierte Massnahme einstecken.

Wie die Deutsche Apothekerzeitung (DAZ) unter Berufung auf die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) berichtet, dürfen deutsche Apotheken nun wieder EU-Genesenenzertifikate ausstellen, die 180 Tage gültig sind. Also einfach eine Rolle rückwärts? Nur scheinbar!

Denn das RKI hatte die Gültigkeit von 90 Tagen nur für komplett ungeimpfte Menschen empfohlen. Wer hierzulande die Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen länger als drei Monate geniessen wollte, musste sich danach mindestens ein Mal impfen lassen. Wer hingegen vor oder nach einer Infektion mit Corona eine Impfung bekommen hat, für den ist laut RKI das digitale Impfzertifikat der EU als Vorlage ausreichend - mit einer Gültigkeit von 270 Tagen, also neun Monaten, für Reisen in der EU.

Woher also die Verwirrung? Offenbar hatten die ABDA und auch der Deutsche Apothekerverband (DAV) übersehen, dass die RKI-Empfehlung zur Verkürzung auf 90 Tage nur für Ungeimpfte gilt – und in ihren Handlungshilfen für die Apotheken für einige Zeit die Maxime ausgegeben, die EU-Genesenenzertifikate grundsätzlich, also unabhängig vom Impfstatus, nur mit einer Gültigkeit von drei Monaten auszustellen. Am vergangenen Freitag informierte laut DAZ der DAV seine Mitglieder darüber, dass diese Regelung hinfällig sei und die Zertifikate wieder mit einer Gültigkeit von sechs Monaten ausgegeben werden – ohne Rücksicht auf den Impfstatus.

Gelöst ist die Problematik damit natürlich nicht. Wer nicht geimpft ist und eine Corona-Infektion überstanden hat, bekommt zwar nun ein Zertifikat, das ab dem 29. Tag nach einem positiven PCR-Test im EU-Ausland sechs Monate lang gültig ist. Doch in Deutschland ist dasselbe Zertifikat nach 90 Tagen abgelaufen und damit ungültig.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Erneut Proteste gegen Corona-Politik in vielen deutschen Städten

23:45 Uhr: Bundesweit sind am Montag erneut mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Massnahmen auf die Strasse gegangen. Die Proteste verliefen der Polizei zufolge weitgehend friedlich.

In den sächsischen Landkreisen Bautzen und Görlitz zählte die Polizei insgesamt etwa 12.200 Teilnehmer bei zahlreichen Protesten. In Chemnitz demonstrierten bis zu 2000 Menschen bei einem nicht angezeigten Protest. In Dresden versammelten sich nach Angaben der Polizei mehrere Hundert Demonstranten ebenfalls bei einem nicht angezeigten Protest. Die Polizei stellte Anzeigen gegen drei Teilnehmer wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Gegen einen weiteren Teilnehmer werde wegen Volksverhetzung ermittelt, hiess es in einer Mitteilung vom Abend. Alle vier Demonstranten hatten den Angaben zufolge rechte Parolen gerufen.

Auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern versammelten sich jeweils Tausende Menschen, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren.

Krankenhausgesellschaft: Belegungszahlen gehen erst im März zurück

15:18 Uhr: Die sich andeutende Entspannung der Corona-Lage wird sich nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erst in einigen Wochen in den Kliniken bemerkbar machen. Es sei erst im Laufe des März mit einer deutlichen Reduktion der Belegungszahlen zu rechnen, teilte die DKG auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. Der Expertenrat der Bundesregierung hatte in einer am Sonntagabend veröffentlichten Stellungnahme eine mögliche Lockerung der Coronamassnahmen an die Lage in den Krankenhäusern geknüpft: "Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmassnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist." Am Mittwoch werden Bund und Länder über den weiteren Corona-Kurs beraten.

RKI-Zahlen vom 14.02.22

RKI registriert 76 465 Corona-Neuinfektionen

Die Corona-Zahlen sinken den zweiten Tag in Folge. Warum das noch kein Grund zum Aufatmen sein dürfte.

"Die sehr hohen Inzidenzen der vergangenen Wochen kommen erst mit Zeitverzug in den Kliniken an", erläuterte Gerald Gass, Vorstandsvorsitzender der DKG. "Wir hatten in der letzten Woche mehr als eine Million Infizierte, die Krankenhausfälle werden uns in rund 7 bis 10 Tagen erreichen." Auch wenn die Hospitalisierungsrate bei der derzeit kursierenden Omikron-Variante deutlich geringer sei als bei Delta, würden sich die Zahlen der positiv Getesteten in den Kliniken in den kommenden zwei bis drei Wochen weiter erhöhen. "Gut ist, dass die Steigerung auf Intensivstationen bis dato sehr gering ist."

Ab 4. März wieder bis zu 25.000 Zuschauer in Bundesliga-Stadien?

14:45 Uhr: Die Stadien in der Fussball-Bundesliga könnten womöglich schon bald wieder deutlich besser gefüllt sein. Gemäss des ersten Beschlussvorschlags für den Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch, der unserer Redaktion vorliegt, dürften ab dem 4. März bei einer Auslastung von maximal 60 Prozent wieder bis zu 25.000 Fans in die Arenen. In Hallen sollen bei einer Höchstauslastung von 40 Prozent bis zu 4.000 Zuschauer zugelassen werden.

Dabei ist jeweils die 2G-Plus-Regelung vorgesehen, auch das Tragen einer medizinischen Maske soll verpflichtend sein. Die entsprechenden Zahlen stehen im Papier allerdings noch in Klammern. Das bedeutet, dass sich die Grössenordnung durchaus noch ändern kann. Generell stimmen Bund und Länder gemäss des ersten Beschlussvorschlags überein, "dass die derzeit geltenden Infektionsschutzmassnahmen nunmehr verantwortungsbewusst und in kontrollierten Schritten zurückgefahren werden sollen".

Dabei werde auch ein möglichst einheitliches Vorgehen in den Ländern angestrebt. Das gibt es derzeit in der Zuschauerfrage nicht. Der bundesweiten Einigung auf 10.000 Zuschauer bei einer Maximalauslastung von 50 Prozent beim letzten Gipfel der Regierungschefs folgten einige Alleingänge. So sind beispielsweise in Bayern oder Sachsen mittlerweile im Freien bis zu 15.000 Fans zugelassen.

Überbrückungshilfen für Firmen werden verlängert

14:32 Uhr: Die Überbrückungshilfen für Unternehmen mit coronabedingten Umsatzeinbrüchen werden bis Ende Juni verlängert. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte sich am Wochenende für stufenweise Öffnungsschritte in der Pandemie ausgesprochen. Zur Absicherung für Wirtschaft und Beschäftigte sei eine Verlängerung der Corona-Wirtschaftshilfen bis Ende Juni analog zu den Regelungen zum Kurzarbeitergeld aber ebenfalls geboten und sinnvoll, so das Ministerium.

Die Hilfen sind das zentrale Kriseninstrument des Bundes, um die Folgen der Pandemie auf Firmen und Jobs abzufedern. Unterstützt werden Unternehmen mit einem coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Vergleichswert ist in der Regel der jeweilige Monat im Vor-Corona-Jahr 2019. Erstattet werden fixe Betriebskosten wie Mieten und Pachten oder Ausgaben für Strom und Versicherungen. Die Förderhöhe ist gestaffelt je nach Höhe des Umsatzeinbruchs.

"Massnahmen aus ersten Wellen greifen offensichtlich nicht mehr": Klinikarzt Graf fordert neue Corona-Strategien

13:00 Uhr: Der Ärztliche Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums, Jürgen Graf, wirbt für einen "Paradigmenwechsel" im Umgang mit dem Coronavirus. Vieles, was bei der Delta-Variante noch richtig und zielführend gewesen sei, habe sich mit Omikron geändert. "Die eingeschwungenen Massnahmen aus den ersten Wellen greifen offensichtlich nicht mehr."

Als einen Punkt nannte Graf die Teststrategie. Die Ursprungsidee sei gewesen, Infektionsketten zu unterbrechen - das sei angesichts der aktuellen Verbreitung des Virus nicht mehr möglich. Auch das "Freitesten" nach einer Infektion funktioniere bei Omikron nicht mehr so gut - der CT-Wert könne noch lange Zeit nach Abklingen der Symptome hoch sein.

Statt weiter möglichst viele Menschen zu testen, müsse man sich die Frage stellen: "Wofür testen wir eigentlich?" und daraus ableiten: "Wen wollen wir testen?". Übergeordnetes Ziel sollte es sein, gezielt vulnerable Gruppen zu schützen, sagte Graf. Das anlasslose, wiederholte Testen symptomfreier Menschen sei in der Medizin "vergleichsweise unüblich".

Ähnlich verhält es sich Graf zufolge mit der allgemeinen Impfpflicht. Gegen die Delta-Variante hätte eine Impfpflicht "einen echten Segen" gebracht - mit Omikron habe sich die Sachlage möglicherweise geändert: "Eine Ausrottung des Virus durch Impfung erscheint nicht möglich, auch Geimpfte infizieren sich und übertragen das Virus." Die Umsetzung einer generellen Impfpflicht sieht Graf zum gegenwärtigen Zeitpunkt kritisch: "Wenn die Fakten sich ändern, müssen wir auch unsere Meinung ändern können."

Ein "Paradigmenwechsel" betrifft auch die Frage, welche Einschränkungen sinnvoll sind. Die Gesellschaft müsse einen Ausgleich finden zwischen dem Schutz des Einzelnen und dem Preis, den alle dafür zu zahlen bereit sind. "Auch das muss man mit Omikron erneut bewerten", findet Graf.

Das Virus könne nach gegenwärtiger Kenntnis nicht ausgerottet werden: "Zero COVID ist somit nicht umsetzbar." Auch ein hundertprozentiger Gesundheitsschutz aller sei nicht möglich: "Infektionserkrankungen bringen Krankheit, Leid und Tod mit sich, das war vor Corona beispielsweise für Influenza gesellschaftlich akzeptiert", sagte Graf mit Blick auf durchschnittlich 20.000 Influenza-Tote in den Jahren vor Corona.

Impfen sei dennoch die wichtigste Einzelmassnahme gegen Corona - sowohl aus gesellschaftlicher, als auch individueller Sicht: Die Impfung reduziere das Risiko von schwerer Erkrankung und Tod und senke die Wahrscheinlichkeit der Infektion und Übertragung. "Daher muss alles für eine möglichst hohe Impfquote getan werden." Auch Masken müssen seiner Ansicht nach in geschlossenen öffentlichen Räumen noch länger konsequent beibehalten werden.

Grenzbrücke zwischen Kanada und USA nach einwöchiger Blockade wieder geöffnet

12:40 Uhr Die wichtige Ambassador-Grenzbrücke zwischen der kanadischen Provinz Ontario und der US-Metropole Detroit ist wieder offen. Die kanadische Grenzpolizei bestätigte die Öffnung, riet auf Twitter jedoch von "nicht unbedingt notwendigen Reisen" über die Brücke ab.

Lkw-Fahrer hatten den Grenzübergang, den täglich mehr als 40.000 Pendelnde nutzen, aus Protest gegen Corona-Massnahmen eine Woche lang blockiert. Am Wochenende räumte die kanadische Polizei die Brücke schliesslich in einem zweitägigen Einsatz. Fahrzeuge wurden von der Brücke abgeschleppt, es gab Festnahmen.

Andere Grenzübergänge werden noch von Gegnern der Corona-Regeln blockiert. Demonstrierende Lkw-Fahrer blockieren zudem weiterhin die Hauptstadt Ottawa, dort dauert der Protest mittlerweile seit drei Wochen an.

Die Aktionen der Lkw-Fahrer hatten aus Protest gegen die Impfpflicht bei Grenzübertritten begonnen, die Mitte Januar von Kanada und den USA eingeführt worden war. Ungeimpfte kanadische Lkw-Fahrer müssen demnach bei der Rückkehr aus den USA in eine 14-tägige Quarantäne, US-Fahrer ohne Impfung dürfen gar nicht ins Land. Inzwischen richten sich die Proteste allgemein gegen die Corona-Regeln und gegen die Regierung von Premierminister Justin Trudeau.

Berlins Gesundheitssenatorin warnt vor zu schnellen Lockerungen

11:59 Uhr Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote hat vor schnellen weitreichenden Lockerungen der Corona-Massnahmen gewarnt. "Ich bin auch immer noch beim Team Vorsicht, ganz ausdrücklich. Was jetzt gesagt wird, wir machen am 19. März alles auf, das geht mir ehrlich gesagt zu schnell", sagte die Grünen-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. "Wenn wir uns anschauen, wie das in den anderen Ländern sich entwickelt, dann sind das keine guten Beobachtungen." Gote sagte, in Dänemark und Israel seien die Infektionszahlen nach den Lockerungen wieder stark gestiegen - vor allem aber auch die Belastung in den Krankenhäusern.

"Ja, es ist richtig, es wird keinen Zusammenbruch und keine Überlastung des Systems geben, so wie wir sie erwartet haben, als wir noch nicht wussten, wie stark die Omikron-Welle kommt", sagte Gote. "Aber die Belastung ist sehr hoch, auch hier in Berlin." Gote wies darauf hin, dass nach wie vor auch viele Operationen verschoben werden müssten.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über Lockerungen beraten. Dabei gilt als sicher, dass ein Öffnungsplan entworfen wird. Unklar ist, wie schnell Lockerungen kommen und ob das bis 19. März befristete Infektionsschutzgesetz als Grundlage der Massnahmen vorsorglich verlängert wird.

Corona-Beschränkungen in Finnland gelockert

12:09 Uhr In Finnland gelten seit Montag deutlich weniger Corona-Massnahmen als zuvor. Zum Wochenstart wurden mehrere der bisherigen Beschränkungen gelockert. Restaurants und Kneipen dürfen nun zunächst bis 23.00 Uhr Alkohol verkaufen und bis Mitternacht offen bleiben. Wie der Rundfunksender Yle berichtete, ist auch ein Gesang- und Tanzverbot aufgehoben worden - das bedeutet, dass viele Finnen wieder in die von ihnen sehr geschätzten Karaokebars gehen können. Beschränkungen für die Kultur, den Sport und für Veranstaltungen fallen ebenfalls weg.

Die finnische Regierung hatte die Lockerungen vor gut zwei Wochen angekündigt. Dänemark, Schweden und zuletzt auch Norwegen haben praktisch alle geltenden Corona-Beschränkungen bereits aufgehoben.

So weit wie seine nordischen Partner geht Finnland nun nicht. Das nördlichste EU-Land will aber bis Anfang März alle Beschränkungen planmässig aufheben, sollte die epidemische Lage dann nicht dagegen sprechen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Kneipen und Diskotheken erstmals seit Herbst vergangenen Jahres bis zum frühen Morgen geöffnet sein dürfen.

Trucker-Protest blockiert Regierungsviertel von Den Haag

11:35 Uhr Aus Protest gegen Corona-Beschränkungen haben Lastwagen- und Traktorfahrer in Den Haag am Samstag mit mehreren Fahrzeugen Teile des Regierungsviertels blockiert. Die Demonstration nach dem Vorbild kanadischer Trucker unter dem Motto "Freiheitskonvoi Niederlande" sorgte für erhebliche Verkehrsbehinderungen, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Die Polizei ging zunächst nicht gegen die vor dem Haager Binnenhof versammelten Fahrer vor. An dem hunderte Jahre alten Binnenhof befindet sich der Amtssitz von Ministerpräsident Mark Rutte. Die beiden Kammern des Parlaments, die normalerweise dort ebenfalls ihren Sitz haben, sind zur Zeit wegen umfassender Renovierungsarbeiten des Komplexes an anderen Stellen der Stadt untergebracht. Die Demonstranten skandierten Slogans wie "Rutte, hau ab!" und "Genug ist genug!". Die Behörden forderten sie auf, ihre Fahrzeuge auf dem nahegelegenen Freigelände Malieveld abzustellen. Dort ist am Sonntag eine Kundgebung gegen die Corona-Politik der Regierung geplant.

Die niederländische Regierung hatte am Donnerstag erklärt, zum 18. Februar die meisten Corona-Massnahmen aufheben zu wollen. Stadien, Theater, Kinos und Gaststätten sollen dann wieder fast uneingeschränkt für Besucher freigegeben werden, erklärte Gesundheitsminister Ernst Kuipers. Eine endgültige Entscheidung soll am Dienstag fallen. Ende Februar sollen dann die restlichen Einschränkungen aufgehoben werden.

Trotz strenger Null-COVID-Strategie: So ernst ist die Lage in Hongkong

11:15 Uhr In Hongkong hat ein "Ansturm" von Corona-Infizierten nach Angaben von Regierungschefin Carrie Lam zu einer Überlastung des Gesundheitssystems geführt. "Der Ansturm der fünften Infektionswelle hat Hongkong einen schweren Schlag versetzt und die Kapazitäten überlastet", erklärte Lam am Sonntagabend. Menschen, die positiv auf Corona getestet werden, müssten inzwischen länger warten, um in Quarantäne-Einrichtungen aufgenommen zu werden.

In Hongkong gilt wie in Festland-China eine strikte Null-COVID-Politik. Schon beim Auftreten einzelner Corona-Fälle greifen die Behörden zu harten Massnahmen wie gezielten Lockdowns. Auch Infizierte ohne Symptome werden in Krankenhäuser oder Quarantäne-Einrichtungen geschickt.

Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus hat in Hongkong nun zum grössten Corona-Ausbruch seit Pandemie-Beginn geführt - und die Null-COVID-Strategie auf eine harte Probe gestellt. In den Krankenhäusern der chinesischen Sonderverwaltungszone sind nach Behördenangaben mittlerweile 90 Prozent der Betten belegt. Am Sonntag hatten Kliniken bereits Patienten mit leichten Symptomen nach Hause geschickt. Auch an Test- und Quarantäne-Zentren gibt es lange Wartezeiten.

Regierungschefin Lam beteuerte aber, die Hongkonger Regierung werde "keine Mühen scheuen", um an der Null-COVID-Strategie festzuhalten. Peking werde der Sonderverwaltungszone dabei helfen, die Test- und Quarantäne-Kapazitäten auszubauen.

Bis Ende Dezember hatte Hongkong nur gut 12.000 Infektionsfälle seit Pandemie-Beginn registriert - seitdem wurden aber mehr als 8.000 Infektionsfälle verzeichnet. Experten befürchten, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen bis Ende März auf 28.000 ansteigen könnte.

Lockerungen bis 20. März: Diesen Stufenplan erwägen Bund und Länder

10:52 Uhr Bund und Länder erwägen einen Drei-Stufen-Plan für die weitgehende Lockerung der Corona-Schutzmassnahmen bis zum Frühlingsbeginn am 20. März. In einem zwischen Kanzleramt, Vorsitz und Co-Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) abgestimmten Vorschlag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heisst es, dass bis zum 20. März die weitreichenden Einschränkungen des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens schrittweise zurückgenommen werden sollen. Danach sollen noch Basisschutzmassnahmen wie das Tragen medizinischer Masken greifen.

Bei dem Beschlussvorschlag handelt es sich nach dpa-Informationen noch nicht um den konkreten Entwurf für das Beschlusspapier der Bund-Länder-Gespräche an diesem Mittwoch, sondern nur um eine Diskussionsgrundlage. Am Montag sollten zunächst die Chefs und Chefinnen der Staatskanzleien der Länder über die Vorlage beraten.

In einem ersten Schritt sollen laut Vorschlag private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene mit mehr Teilnehmern ermöglicht werden. Bisher gilt eine Obergrenze von 10 Personen. Vorgeschlagen werden jetzt 20 Personen. Für Ungeimpfte sollen die Kontaktbeschränkungen dem Entwurf zufolge allerdings bis zum 19. März bestehen bleiben. Im Einzelhandel sollen die 2G-Regel fallen und der Zugang bundesweit für alle Personen ohne Kontrollen möglich sein. Allerdings soll Maskenpflicht gelten.

In einem zweiten Schritt soll dem Vorschlag zufolge ab dem 4. März der Zugang zur Gastronomie für Geimpfte, Genesene und Personen mit tagesaktuellem Test (3G-Regel) ermöglicht werden. Auch Übernachtungsangebote sollen für diese Personengruppen mit tagesaktuellem Test möglich werden. Diskotheken und Clubs sollen für Genesene und Geimpfte mit tagesaktuellem Test oder dritter Impfung (2G plus) geöffnet werden. Gelockert werden sollen auch die Beschränkungen der Zuschauerkapazitäten bei überregionalen Grossveranstaltungen (inklusive Sport).

In einem dritten und letzten Schritt sollen ab dem 20. März alle tiefgreifenderen Schutzmassnahmen fallen - auch die verpflichtenden Homeoffice-Regelungen. Arbeitgeber sollen aber weiterhin im Einvernehmen mit den Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice anbieten können.

Dänische Königin Margrethe kann Corona-Isolation beenden

10:26 Uhr Dänemarks Königin Margrethe II. muss wegen ihrer Corona-Infektion nicht länger in Isolation weilen. Zu diesem Schluss ist ein Arzt gekommen, nachdem die 81-jährige Monarchin lediglich einen milden Krankheitsverlauf hatte. Das teilte das dänische Königshaus am Sonntagabend mit. Margrethe war am Dienstagabend positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie hatte milde Symptome gezeigt und sich bis auf Weiteres auf Schloss Amalienborg im Zentrum von Kopenhagen aufgehalten. Einen geplanten Winterurlaub in Norwegen hatte sie wegen der Infektion absagen müssen. Die Königin ist dreifach gegen Corona geimpft.

Corona-Demonstrierende wollten zu Winfried Kretschmanns Wohnhaus vordringen

09:46 Uhr Kritiker der Corona-Politik haben in Sigmaringen versucht, zum Wohnhaus von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorzudringen. Eine kleine Gruppe der insgesamt rund 60 Demonstriende wollte eine Absperrung der Strasse umgehen, die zum Privathaus des Regierungschefs führt, wie ein Polizeisprecher an Montag mitteilte. Dies sei jedoch verhindert worden. Er bestätigte damit einen Bericht der "Schwäbischen Zeitung."

Laut Polizei informierten Beamte Kretschmanns Ehefrau Gerlinde darüber, die zur selben Zeit nach Hause kam. Ihr Mann sei nicht daheim gewesen. Insgesamt verlief der Zug der Massnahmen-Kritiker nach Polizeiangaben friedlich.

Es ist in der Pandemie schon häufiger vorgekommen, dass der Protest der Gegner der Corona-Massnahmen vor die Wohnhäuser von Politikerinnen und Politiker getragen wird. Anfang Dezember 2021 etwa gab es einen Fackel-Aufmarsch vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Im Januar dieses Jahres waren Hunderte Corona-Massnahmengegner bei einem unangemeldeten Protest lautstark am Wohnhaus von Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) vorbeigezogen.

Messewirtschaft: 165.000 Arbeitsplätze "akut gefährdet"

08:17 Uhr Die Messewirtschaft fordert vor dem Bund-Länder-Treffen eine sofortige Öffnungsperspektive. 230.000 Arbeitsplätze in Deutschland hingen an der Messewirtschaft, 165.000 davon seien mittlerweile akut gefährdet, erklärte der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma) am Montag in Berlin.

Die Messewirtschaft habe sich lange solidarisch in den Gesundheitsschutz eingereiht. "Angesichts von 85 Prozent doppelt geimpfter und 65 Prozent geboosterter Erwachsener, bestens erprobter Hygienekonzepte der Messen und immer mehr Öffnungen der Länder um uns herum haben wir aber kaum noch Verständnis für eine ratlose Politik auf Kosten der übergrossen Mehrheit", so der Verband.

Das Infektionsschutzgesetz erlaubt den Bundesländern bis 19. März, Messeverbote zur Corona-Eindämmung auszusprechen. Ob diese Möglichkeit noch einmal verlängert wird, ist bislang unklar. Auma-Chef Harting forderte Planungssicherheit. "Wir vermissen das Verständnis für die mittlerweile extreme Situation der gesamten Zunft. Keinesfalls darf die Grundlage für Messeverbote im Infektionsschutzgesetz verlängert werden."

Deutschland gilt als einer der führenden Messestandorte weltweit. In normalen Zeiten ist die Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Vor der Pandemie hatte sie nach eigenen Angaben rund 28 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt. Für dieses Jahr hoffen die Veranstalter auf einen Neustart; rund 60 Messen wurden vom Jahresanfang auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Bis Jahresende sollen insgesamt 390 Messen in Deutschland stattfinden, darunter "dutzende Leitmessen der Weltwirtschaft".

Veranstaltungsbranche will Ende aller Corona-Auflagen

07:47 Uhr Die deutsche Veranstaltungsbranche fordert vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Mittwoch eine "sofortige und vollständige Öffnung" und das Ende aller Corona-Auflagen. "Wir müssen jetzt entscheiden, ob unsere Veranstaltungen im Herbst stattfinden werden oder nicht", sagte der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, der Funke- Mediengruppe (Montag). Für viele Veranstalter hänge von einer klaren Perspektive das wirtschaftliche Überleben ab.

Der Verband halte es für vertretbar, dass Bund und Länder am Mittwoch die Aufhebung aller Corona-Auflagen beschliessen. "Wir sehen ja, dass dem Gesundheitssystem derzeit keine Überlastung droht", sagte Michow. Wegfallen müssten alle Kapazitätsbeschränkungen, die Überprüfung von Impfnachweisen bei Veranstaltungen und die Maskenpflicht.

"Wer ein Konzert oder eine Veranstaltung besuchen will, muss künftig selbst bestimmen, ob er das Risiko einer Infektion zu tragen bereit ist", erklärte Michow. Seine Branche habe Corona am härtesten getroffen, "keiner hat so sehr unter den Massnahmen gelitten wie wir".

Wende oder überlastetes System? Inzidenz sinkt zweiten Tag in Folge

06:15 Uhr Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am zweiten Tag infolge gesunken - wobei die Aussagekraft der Daten derzeit eingeschränkt ist. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 1459,8 an. Am Vortag war der Wert erstmals seit Ende Dezember gesunken und lag bei 1466,5. Es ist schwer zu beurteilen, ob das wirklich eine Wende im Infektionsgeschehen von Deutschland bedeutet. Es könnte auch sein, dass der Inzidenzrückgang nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegelt, sondern Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems ist.

Eine Rolle könnte unter anderem auch spielen, dass einige Menschen ihren positiven Selbst- oder Schnelltest nicht mit einem PCR-Test abklären lassen. Sie tauchen dann nicht in der Statistik auf. Vor einer Woche lag die die bundesweite Inzidenz bei 1426,0 (Vormonat: 470,6). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 76.465 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 95.267 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 49 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 12.421.126 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 6,46 an (Donnerstag: 6,23). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende werden keine Daten zu den Klinikaufnahmen veröffentlicht. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 8.838.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 119.977.

"Signifikanter Unterschied zur Delta-Variante": Was in Kliniken anders ist

06:03 Uhr Ein hoher Anteil der Corona-Patienten im Krankenhaus ist nicht wegen Corona sondern mit Corona zur Behandlung gekommen. Dieses Bild ergibt sich zumindest für die Unikliniken in Aachen, Düsseldorf und Essen, wie aus den Daten der Einrichtungen hervorgeht. Die Unikliniken behandeln als grosse medizinische Einrichtungen mit einem breiten Spektrum besonders viele Patientinnen und Patienten.

In der Uniklinik Düsseldorf ist inzwischen sogar mehr als jeder zweite Corona-Patient mit und nicht wegen Corona im Krankenhaus. Diese Patienten seien entweder erst in der Klinik positiv auf das Coronavirus getestet worden oder hätten die Infektion vor einer geplanten Behandlung mitgeteilt, erläuterte ein Sprecher.

"Für uns im Krankenhaus ändert das relativ wenig", betonte er mit Blick auf die Schutzmassnahmen wie die Schutzbekleidung des Personals und die Isolierung der betroffenen Patienten. Sowohl bei Notfällen als auch bei geplanten Eingriffen gebe es Patienten, die infiziert seien. Die Behandlungen erfolgten unter entsprechendem Schutz. "Das ist für unsere Beschäftigten aufwendiger Alltag", verdeutlichte der Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. Nur in Absprache mit den Patienten werde eine Behandlung oder ein Eingriff im Einzelfall verschoben.

In der Uniklinik Aachen, der grössten Einrichtung dieser Art in Nordrhein-Westfalen, liegt der Anteil der Corona-Fälle, die mit aber nicht wegen Corona im Krankenhaus sind, noch etwas höher: Ein Kliniksprecher bezifferte ihn auf derzeit etwa 65 Prozent.

In der Uniklinik Essen ist bei etwa der Hälfte der Corona-Fälle die Infektion mit dem Virus ein Zweitbefund, wie ein Sprecher sagte. Sie seien wegen anderer Erkrankungen in Behandlung und würden demzufolge als nebenbefundlich auf COVID-19 positiv getestet gelten.

"Dies ist ein signifikanter Unterschied zur Delta-Variante, als die im Krankenhaus positiv Getesteten meist auch erkrankt waren", erklärte er. Die derzeit von Omikron durch die Eingangstestung unerwartet positiv getesteten Patientinnen und Patienten gingen jedoch nicht selten in die COVID-19-Belegungsstatistik ein, obgleich sie nicht wegen einer COVID-19-Erkrankung in Behandlung seien.

Markus Söder fordert Exit-Strategie - und Notfallplan

05:00 Uhr Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert vor der Bund-Länder-Runde am Mittwoch eine stufenweise Exit-Strategie aus den Corona-Beschränkungen. "Wenn der Omikron-Peak erreicht und das Gesundheitssystem weiterhin intakt ist, braucht es den Einstieg in den Ausstieg", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Er plädierte für einen Stufenplan, um die Corona-Regeln schrittweise zurückzufahren. Zugleich forderte er eine länger gültige gesetzliche Grundlage für Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht und Abstandsregeln sowie eine Notfall-Strategie für mögliche neue Wellen.

"Am Mittwoch dürfen Entscheidungen nicht vertagt werden. Jetzt ist die Zeit für Weichenstellungen gekommen – nicht überstürzt, aber stufenweise", sagte Söder. Die Ampel müsse nun ihre Pläne offenlegen.

"Für den Ausstieg braucht es einen Stufenplan", betonte Söder. "Als erstes kann 2G im Handel bundesweit abgeschafft und in der Gastronomie von 2G plus auf 2G umgestellt werden. Zudem sollten bundesweit mehr Zuschauer zugelassen werden: 50 Prozent im Sport mit einer begrenzten Höchstzahl und 75 Prozent in der Kultur." In Bayern hatte Söder die Corona-Regeln zuletzt bereits entsprechend gelockert.

Zudem forderte Söder ein Ende der Kontaktbeschränkungen - bislang dürfen im privaten Rahmen maximal zehn Personen zusammenkommen, sofern alle geimpft oder genesen sind. Sobald ein Ungeimpfter dabei ist, darf sich nur noch ein Haushalt mit zwei weiteren Menschen treffen. "Die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich können jetzt auch aufgehoben werden", betonte Söder. Anschliessend brauche es einen Zeitplan, "wie und wann man von 2G auf 3G umstellen kann". Die Öffnung von Clubs und Diskotheken sieht Söder dagegen nicht gleich in einem ersten Schritt. "Die Bereiche, die als letztes geöffnet werden können, sind sicher Clubs und Discos mit 2G plus", erklärte er.

Grundsätzlich forderte Söder eine Überarbeitung der gesamten Corona-Verordnungen. "Deutschland hat sich leider in einem Gestrüpp aus unterschiedlichen Verordnungen verheddert. Wir brauchen deshalb weniger Regeln und dafür klare und verständliche Prinzipien."

Als erstes sei der Bund in der Pflicht: Der Bund müsse nun eine klare Aussage treffen, wie es im März weitergehen solle - innerhalb der Ampel werde darüber ja heftig gestritten. Bis zur Bund-Länder-Runde brauche es aber eine einheitliche Position der Bundesregierung.

Tatsächlich soll nach dem Willen der FDP die bis zum 19. März befristete gesetzliche Grundlage für die Corona-Schutzmassnahmen komplett entfallen. Sollte dies so kommen, "braucht es zumindest noch Schutzmassnahmen wie Masken und Abstand", sagte Söder. "Dazu ist aber eine gesetzliche Grundlage notwendig. All das muss jetzt entschieden und geplant werden. Zudem braucht es eine Notfall-Strategie gegen mögliche neue Wellen und Mutationen. Vertagen gilt diesmal nicht."

Bildungsministerin warnt vor zu grossen Corona-Lockerungen an Schulen

01:35 Uhr Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen zum künftigen Corona-Kurs hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei möglichen Lockerungen zu einem vorsichtigen Vorgehen an Schulen aufgerufen. Die Ministerpräsidentenkonferenz solle "spürbare Lockerungsschritte beschliessen", sagte die FDP-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Bei den Schulen müssen wir jedoch besonders behutsam sein, um den Präsenzunterricht und damit die Chancengerechtigkeit nicht durch steigende Infektionszahlen zu gefährden."

Schulen bräuchten "zunächst auch weiterhin ein hohes Schutzniveau, das regelmässige Tests und auch Maskentragen umfasst". Die Ministerin sagte: "Lockerungen im Bildungsbereich sollten regional differenziert bei deutlich sinkenden Infektionszahlen und unter Berücksichtigung der Impfquote von Kindern und Jugendlichen erfolgen."

Die Länder-Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beraten. Die FDP dringt auf schnelle und spürbare Corona-Lockerungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz war nach Zahlen vom Sonntag erstmals seit Dezember gesunken.

Ähnlich wie Stark-Watzinger äusserte sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. Dem Funke-Zeitungen sagte er, sein Verband hoffe zwar darauf, dass in absehbarer Zeit Gesundheitsschutzmassnahmen und Einschränkungen an Schulen gelockert und abgebaut werden könnten. "Unserer Ansicht nach ist allerdings der Zeitpunkt dafür oder gar für einen fixen Freedomday an Schulen noch nicht gekommen."

Amnesty wirft Pharmakonzernen bei Corona-Impfstoffen Profitgier vor

01:01 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Impfstoff-Herstellern Profitgier vorgeworfen und zu einer deutlich schnelleren Impfung der Weltbevölkerung aufgerufen. "Wie viele Varianten müssen wir noch durchleben, bis reiche Länder und Pharmaunternehmen realisieren, dass Menschen in ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen haben müssen?", fragte die Amnesty-Vertreterin Rajat Khosla laut einer Mitteilung vom Montag.

Einem aktuellen Bericht von Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr zehn Milliarden Corona-Impfdosen produziert - mehr als genug, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, 40 Prozent der Weltbevölkerung bis Ende 2021 zu impfen. In ärmeren Ländern liegt die Quote der vollständig Geimpften dem Bericht zufolge jedoch nur bei gut vier Prozent. Amnesty ruft die Konzerne auf, Patente und Technologien freizugeben und das von der WHO ausgegebene Ziel anzustreben, bis Mitte 2022 70 Prozent der Weltbevölkerung zu impfen.

"Diese Unternehmen hätten die Helden von 2021 sein können. Stattdessen haben sie denen, die die Impfstoffe am meisten brauchten, den Rücken zugekehrt und einfach weiterhin Profite vor das Wohl von Menschen gestellt", sagte Khosla.

Während Pfizer, Biontech und Moderna riesige Umsätze gemacht hätten, seien nur zwei Prozent ihrer Impfdosen an ärmere Länder gegangen, heisst es in dem neuen Amnesty-Bericht. Johnson & Johnson sowie Astrazeneca kommen in dieser Auswertung besser weg, da die Hälfte ihrer Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer gegangen sein sollen. Auch diese beiden Konzerne verweigerten jedoch immer noch die Herausgabe ihrer Patente, kritisierte die Organisation.

Alle Corona-Meldungen vom 13. Februar finden Sie hier

Mehr zum Themenkomplex Coronavirus:

Mit Material von dpa, AFP, APA