• 21:59 Uhr: ➤ Pentagon warnt vor neuer russischer Militäroffensive in der Ukraine
  • 17:35 Uhr: Russlands Chefunterhändler will mit Ukraine über Möglichkeit eines EU-Beitritts sprechen
  • 12:56 Uhr: 18 Millionen Menschen in Ukraine laut Rotem Kreuz auf Hilfe angewiesen
  • 10:33 Uhr: Ukraine und Russland starten neue Verhandlungen in Istanbul
  • 07:27 Uhr: Kremlsprecher: Keine Pläne für Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg
  • 06:34 Uhr: Bericht aus England: Russland verlegt Söldnertruppe Wagner in die Ostukraine

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➤ Trotz Ankündigung eines Teilrückzugs: Pentagon warnt vor neuer russischer Militäroffensive

Das US-Verteidigungsministerium sieht die russische Ankündigung, die Kampfhandlungen im Norden der Ukraine deutlich zu drosseln, als taktisches Manöver und warnt vor einer neuen Militäroffensive in anderen Landesteilen. Man dürfe sich trotz der russischen Erklärung "nichts vormachen", sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby, am Dienstag. Es sei bislang nur zu beobachten, dass sich "eine sehr kleine Zahl" russischer Truppen nördlich von Kiew von der Hauptstadt wegbewege. "Wir sind nicht bereit, die russische Begründung zu glauben, dass es ein Abzug ist", sagte er.

Es sei möglich, dass die Soldaten dort nur abgezogen würden, um in einem anderen Teil der Ukraine, etwa der umkämpften östlichen Donbass-Region, eingesetzt zu werden. "Wir glauben, dass es sich um eine Repositionierung handelt, nicht um einen Abzug, und dass wir alle vorbereitet sein sollten, eine grössere Offensive gegen andere Teile der Ukraine zu erwarten", sagte Kirby.

Die russischen Streitkräfte seien mit ihrem Versuch, Kiew einzunehmen, "gescheitert" und befänden sich angesichts der Gegenangriffe der Ukrainer in defensiven Positionen. Russland könne Kiew aber weiter aus der Ferne mit Raketen beschiessen, warnte Kirby. "Die Bedrohung für Kiew ist nicht vorbei", sagte Kirby. Die USA seien "nicht überzeugt", dass sich die Bedrohungslage für Kiew infolge der russischen Ankündigung bedeutend verändert habe. Kirby wollte sich nicht dazu äussern, wie viele Soldaten Russland von Stellungen bei Kiew abzieht. "Was ich Ihnen sagen kann ist, dass die grosse Mehrheit der bei Kiew versammelten Kräfte noch dort ist", sagte er.

Nach neuen Friedensgesprächen mit der Ukraine hatte Russland am Dienstag zugesagt, seine Kampfhandlungen bei Kiew und Tschernihiw deutlich zurückzufahren. Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin sagte nach einem Treffen in Istanbul, seine Regierung wolle so Vertrauen aufbauen und weitere Verhandlungen ermöglichen.

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Fünfte Kriegswoche in der Ukraine: Die Ereignisse in Bildern

Am 24. Februar hat Russland auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin mit einem breit angelegten Angriff auf die Ukraine begonnen. Nun geht der Krieg bereits in die fünfte Woche. Millionen Menschen sind auf der Flucht und immer mehr Städte in der Ukraine von den Kämpfen betroffen.

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die Anerkennung der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine verkündet.

Die ukrainische Armee wehrt sich nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es wohl Tausende Tote, wie viele Menschen bereits starben, lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen mehr als 3,8 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand 20. März), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Die Vereinten Nationen stellen sich auf die Versorgung von bis zu vier Millionen Flüchtlingen ein.

Die EU und die USA reagieren mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit schweren Waffen aus Bundeswehr- und NVA-Beständen. Dass die Nato in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Die weiteren Meldungen des Tages

Biden reagiert zurückhaltend auf Moskaus Ankündigung eines Teilrückzugs

20.33 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat auf die russische Ankündigung, die Kampfhandlungen im Norden der Ukraine deutlich zu drosseln, zurückhaltend reagiert. Er wolle die Aussagen nicht bewerten, bis er "die Handlungen" der russischen Streitkräfte sehen werde, sagte Biden am Dienstag im Weissen Haus. "Wir werden sehen, ob sie das umsetzen, was sie vorschlagen", sagte er. Bis es eine tatsächliche Veränderung gebe, werde der Druck auf Moskau mit "harten Sanktionen" weiter aufrecht erhalten und auch das ukrainische Militär werde weiter unterstützt, sagte Biden.

Mit Blick auf eine Schalte mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien vom Dienstag fügte Biden hinzu, es sei "Konsens" jetzt erst mal abzuwarten, was die Russen täten. "Wir werden weiter genau beobachten, was passiert." In einer Pressemitteilung des Weissen Hauses zu dem Gespräch hiess es, die fünf Staaten betonten die Notwendigkeit, in der umkämpften südöstlichen Stadt Mariupol Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

Nach neuen Friedensgesprächen mit der Ukraine hatte Russland am Dienstag zugesagt, seine Kampfhandlungen bei Kiew und Tschernihiw deutlich zurückzufahren. Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin sagte nach einem Treffen in Istanbul, seine Regierung wolle so Vertrauen aufbauen und weitere Verhandlungen ermöglichen.

Kreml: Putin informiert Macron über Lage in Mariupol

19:27 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben sich nach Kremlangaben über die schwierige humanitäre Lage in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol ausgetauscht. Putin habe Macron in dem Telefonat am Dienstag darüber informiert, dass die russischen Armee humanitäre Hilfe liefere und Zivilisten in Sicherheit bringe, hiess es in einer vom Kreml veröffentlichten Mitteilung.

Putin habe dabei betont, dass die "ukrainischen nationalistischen Kämpfer den Widerstand aufgeben und die Waffen niederlegen sollten". Die ukrainischen Behörden werfen den russischen Truppen vor, Bürger aus Mariupol zu verschleppen und gezielt zu töten. Russland weist das zurück - und wirft wiederum ukrainischen Nationalisten vor, sie würden sich in Wohn- und Krankenhäusern verschanzen und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzen.

Der Kremlchef informierte demnach auch über die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau für eine Beendigung des Krieges, bei denen in Istanbul weitere Schritte vereinbart wurden. Zudem sei es um die Frage von Erdgaslieferungen nach Europa gegangen, die sich Russland nun in seiner Währung Rubel bezahlen lasse, hiess es. Details nannte der Kreml jedoch nicht.

Moskau beharrt auf Zahlung der Gaslieferungen in Rubel

18:25 Uhr: Russland bleibt bei seiner Forderung der Bezahlung russischen Gaslieferungen nach Westeuropa in Rubel unnachgiebig. Bis Donnerstag (31. März) würden auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin die Modalitäten ausgearbeitet, damit das System "einfach, verständlich, transparent und umsetzbar" für die europäischen und internationalen Gasbezieher sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. "Keiner wird Gas umsonst liefern, und bezahlt werden kann es nur in Rubeln", betonte er einmal mehr. Die Käufer müssten die veränderte Konjunktur und die "absolut veränderten Umstände" verstehen, die durch den "Wirtschaftskrieg" gegen Russland entstanden seien.

Putin hatte vergangene Woche verkündet, dass Russland Gas an Deutschland und weitere «unfreundliche Staaten» nur noch gegen Zahlung in Rubel liefern werde. Dies würde die unter Druck geratene russische Währung stützen, weil sich die Importländer Rubel beschaffen müssten. Der Kremlchef hatte der Zentralbank und der russischen Regierung eine Woche Zeit gegeben, die Modalitäten für die Umstellung von Devisen- und auf Rubelzahlungen festzulegen.

Die Gruppe der G7-Wirtschaftsmächte, darunter Deutschland, sowie die Europäische Union insgesamt lehnen Zahlungen in Rubel für Gas jedoch ab. Entsprechende Forderungen seien «ein einseitiger und klarer Bruch der bestehenden Verträge», hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Montag nach einer Besprechung der G7-Energieminister gesagt. Deutschland hat derzeit den Vorsitz in der Gruppe, zu der auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Grossbritannien gehören.

Medinski: Ukraine will Möglichkeit eines EU-Beitritts aushandeln

17:35 Uhr: Nach Angaben von Russlands Unterhändler Wladimir Medinski will die Ukraine bei den laufenden Friedensverhandlungen die Möglichkeit eines EU-Beitritts im Gegenzug für Zugeständnisse an Moskau aushandeln.

Der ukrainische Vorschlag sehe vor: "Die Russische Föderation hat keine Einwände gegen Bestrebungen der Ukraine, der Europäischen Union beizutreten", sagte Medinski am Dienstag nach neuen Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in der Türkei.

Kiew wiederum habe den von Moskau geforderten Verzicht auf einen Nato-Beitritt unter Gewährleistung von Sicherheitsgarantien in Aussicht gestellt, sagte Medinski. Diese Garantien würden sich demnach allerdings nicht auf die 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim beziehen und auch nicht auf die ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk, die Russland als unabhängige Staaten anerkannt haben will.

EU-Kommission koordiniert EU-weit Sachspenden für Ukrainer

16:54 Uhr: Private Sachspenden für vom Krieg geschädigte Ukrainer werden künftig EU-weit koordiniert. Die EU-Kommission kündigte am Dienstag an, dass Einrichtungen ihre Angebote per Mail an "ECHO-private-donations@ec.europa.eu" schicken können.

Man bewerte die Angebote dann gemeinsam mit den Staaten, die um Hilfe bitten, um den Bedarf zu ermitteln. Die Kommission stehe in direktem Kontakt mit den ukrainischen und benachbarten Katastrophenschutzbehörden und erhalte laufend Informationen über benötigte Gegenstände.

Türkei lobt "bedeutendste Fortschritte" bei Friedensverhandlungen

16:24 Uhr: Die türkische Regierung wertet die Ergebnisse der Friedensverhandlungen in Istanbul als deutliche Schritte zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine. Bei den Gesprächen der russischen und ukrainischen Delegation seien "die bedeutendsten Fortschritte" seit Beginn der Gespräche erzielt worden, sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag.

Er fügte hinzu, der Kriege müsse "jetzt enden". Eine Sprecherin des Aussenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Verhandlungen in Istanbul seien beendet, sie würden am Mittwoch nicht fortgeführt.

Russland hat in Folge der Gespräche angekündigt, seine "militärischen Aktivitäten" in der Ukraine bei Kiew und Tschernihiw deutlich reduzieren zu wollen. Moskau hatte seinen Angriffskrieg auf die Ukraine vor gut einem Monat begonnen. Es war die erste Ankündigung zu einem Rückzug dieser Art von russischer Seite.

Die Unterhändler hatten sich bis zum Treffen in der Türkei bereits dreimal im Grenzgebiet von Belarus getroffen. Danach gab es regelmässige Videoschalten.

Das Nato-Land Türkei hat enge Beziehungen zu Kiew und Moskau und ist von Russland etwa in den Bereichen Energie- und Getreideversorgung sowie im Tourismus abhängig. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat immer betont, keinen der beiden Partner aufgeben zu wollen.

Merkels Wirtschaftsberater Röller verteidigt Russland-Politik

16:10 Uhr: Der frühere Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrik Röller, hat deren Russland-Politik und die damit einhergehende Energieabhängigkeit Deutschlands verteidigt. "Es gab einen innenpolitischen Konsens, an dem alle beteiligt waren", sagte er dem "Handelsblatt". "Klimaneutralität bis 2045, raus aus Atom und raus aus der Kohle - dann bleibt nur Gas übrig, zumindest, solange erneuerbare Energien nicht entsprechend zur Verfügung stehen."

Die Bundesregierung habe bei ihrer Energie- und Wirtschaftspolitik gegenüber Russland immer auf Kritik aus dem Ausland gehört, etwa bei der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2, sagte Röller. Deutschland habe sich deshalb unter anderem für einen neuen Gasvertrag für die Ukraine eingesetzt. "Damit wollten wir sicherstellen, dass Gas weiter durch die Ukraine fliesst", sagte Röller.

Er zeigte sich überrascht vom Krieg des Kreml-Chefs Wladimir Putin in der Ukraine. "Dass er so auch gegen russische ureigene Interessen handelt, hatte ich mir nicht vorstellen können", sagte Röller. Ein Energieembargo gegen Russland sieht der Wirtschaftsfachmann kritisch. "Wenn die Industrie kein Gas mehr für ihre Produktion bekommt, sind Arbeitsplätze und Wohlstand nachhaltig gefährdet."

Moskau: Militär-Aktivitäten bei Kiew und Tschernihiw werden reduziert

15:49 Uhr: Russland will seine "militärischen Aktivitäten" in der Ukraine bei Kiew und Tschernihiw deutlich reduzieren. Dies sei angesichts des Verlaufs der Verhandlungen mit der Ukraine entschieden worden, teilte Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin am Dienstag nach den Gesprächen in Istanbul mit. Dort hatten sich Delegationen aus Moskau und Kiew zu Friedensverhandlungen getroffen.

Russland hatte seinen Angriffskrieg auf die Ukraine vor gut einem Monat begonnen. Es war die erste Ankündigung zu einem Rückzug dieser Art von russischer Seite. Das Verteidigungsministerium hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, sich auf den Donbass im Osten der Ukraine konzentrieren zu wollen.

Der Schritt solle dazu dienen, gegenseitig Vertrauen aufzubauen und die Bedingungen für weitere Verhandlungen zu schaffen, sagte Fomin. Die Ukraine sei dabei, einen Vertrag vorzubereiten über einen neutralen Status des Landes ohne Atomwaffen. Russland gehe davon aus, dass die Ukraine dazu entsprechende Entscheidungen treffe. Eine ausführliche Information über die Vereinbarungen von Istanbul solle es nach der Rückkehr der Delegation nach Moskau geben.

Unterdessen teilte der ukrainische Generalstab mit, im Gebiet um die Hauptstadt Kiew und die nordukrainische Grossstadt Tschernihiw werde der Abzug einzelner Einheiten der russischen Streitkräfte beobachtet.

Bei russischen Angriffen auf Tschernihiw sind nach Angaben der örtlichen Behörden bereits mehr als 350 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahlen seien aber nur vorläufig, sagte Bürgermeister Wladylsaw Atroschenko am Dienstag nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian. Es könnten ach Schätzungen auch bis zu 400 Tote sein. In den Krankenhäusern der Stadt lägen zudem rund 400 Verletzte.

Kreml: Dialog mit USA in jedem Fall notwendig

15:20 Uhr: Der Kreml hält den weiteren Dialog zwischen Russland und den USA trotz der jüngsten Missstimmungen wegen Äusserungen von US-Präsident Joe Biden für notwendig. Die "persönlichen Beleidigungen" Bidens gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hätten aber einen "negativen Einfluss" auf die Beziehungen beider Länder, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

"Dennoch ist der Dialog zwischen Russland und den USA in jedem Fall notwendig", betonte Peskow. "Das liegt nicht nur im Interesse beider Länder, sondern im Interesse der ganzen Welt." Früher oder später müssten Russland und die USA etwa über Fragen der strategischen Stabilität und der Sicherheit reden.

Biden hatte Putin am Samstagabend bei einer Rede in Warschau einen "Diktator" genannt und mit den Worten geschlossen: "Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben." Das Weisse Haus betonte danach umgehend, das sei kein Aufruf zum Sturz Putins.

Am Montag sagte Biden vor Journalisten im Weissen Haus, er nehme nichts zurück, wolle aber seine Worte nicht als Aufruf zum Machtwechsel in Moskau verstanden wissen.

Robert Habeck

Robert Habeck: G7-Staaten lehnen Gaszahlungen in Rubel ab

Russland will, dass Gas-Lieferungen an "unfreundliche Staaten" nur noch in Rubel abgerechnet werden. Doch die Staaten der G7-Gruppe erteilen russischen Forderungen nach einer Begleichung von Gas-Rechnungen in Rubel eine Absage.

Selenskyj: Europa muss schnellstmöglich Nein zu russischem Öl sagen

14:32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen augerufen, seine Abhängigkeit von Gas, Kohle und Öl aus Russland so schnell wie möglich zu beenden. In einer Videoansprache vor dem dänischen Parlament dankte er Dänemark am Dienstag für die Hilfe und Unterstützung bei der Abwehr des russischen Angriffskriegs auf sein Land, forderte zugleich aber weitere Sanktionen gegen Moskau.

"Europa muss so schnell wie möglich Nein zu russischem Öl sagen", sagte Selenskyj. Der Handel mit Russland müsse blockiert, russische Schiffe beschlagnahmt werden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien in Europa müsse beschleunigt werden.

Selenskyj sprach ausserdem über die Lage in der belagerten Hafenstadt Mariupol. Was die russischen Truppen dort machten, sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dies geschehe vor den Augen der gesamten Welt. Er fragte, warum die Welt nicht eingegriffen habe.

Täglich werde sein Land von tödlichen russischen Raketen angegriffen, berichtete der Präsident. Ziel Russlands sei es, die Grundlagen der Ukrainerinnen und Ukrainer für ein normales Leben vollständig zu zerstören. Vier Millionen Ukrainer hätten ihr Land bereits verlassen, darunter vor allem Frauen und Kinder.

Selenskyj hat in den vergangenen Wochen vor mehreren Parlamenten und weiteren Institutionen gesprochen, darunter war auch der Bundestag in Berlin und der schwedische Reichstag in Stockholm. Am Mittwoch war auch eine Videoansprache vor dem norwegischen Parlament geplant.

Kuleba an Delegation in Istanbul: "Nichts trinken, nichts essen"

13:59 Uhr: Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba hat die Mitglieder der eigenen Delegation bei den Friedensverhandlungen mit Russland in der Türkei zur Vorsicht aufgerufen. Ukrainische Medien zitierten Kuleba am Dienstag mit folgendem Rat: "Nichts trinken, nichts essen und keine Oberflächen berühren."

Am Montag hatte die ukrainische Seite Berichte zurückgewiesen, wonach Mitglieder der ukrainischen Delegation sowie der an den Gesprächen ebenfalls beteiligte russische Oligarch Roman Abramowitsch vor einigen Wochen angeblich vergiftet worden sein sollen. Auch der Kreml in Moskau dementierte diese Darstellung und sprach von einem "Informationskrieg".

Krieg in der Ukraine: Russland konzentriert sich auf Hauptziel Donbass

Nach einem Monat Krieg gegen die Ukraine hat der russische Generalstab ungeachtet von Berichten über hohe Verluste ein positives Fazit gezogen.

Tschechien schickt Kampfjets zur Luftraumüberwachung ins Baltikum

14:03 Uhr: Fünf Gripen-Kampfjets der tschechischen Armee sind am Dienstag nach Litauen geflogen, um sich an der Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum zu beteiligen. Die Maschinen vom Typ Saab JAS-39 starteten vom Luftwaffenstützpunkt in Caslav bei Prag.

Sie werden künftig auf dem Flughafen Siauliai stationiert sein. "Die Verteidigung der Nato-Ostflanke war schon immer in unserem Interesse - selbst vor der russischen Invasion in die Ukraine", sagte die tschechiche Verteidigungsministerin Jana Cernochova.

Die Gripen-Jets lösen in Siauliai ein dänisches Kontingent ab und werden bis Ende Juli bleiben. Die Staffelübergabe findet am Freitag statt. Die an Russland grenzenden Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen verfügen über keine eigenen Kampfjets. Deshalb wird ihr Luftraum seit 2004 im Rahmen des "Baltic Air Policing" nach einem Rotationsprinzip von den Verbündeten geschützt.

Selenskyj: Mindestens sieben Tote und 22 Verletzte bei russischem Angriff auf Mykolajiw

13:35 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die Regionalverwaltung in der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sieben Menschen getötet und 22 weitere Menschen verletzt worden.

Die Trümmer würden derzeit noch durchkämmt auf der Suche nach weiteren Opfern, sagte Selenskyj am Dienstag in einer Videobotschaft vor dem dänischen Parlament. Mykolajiw steht seit Wochen unter russischem Beschuss, zuletzt hatten die Angriffe auf die Stadt jedoch nachgelassen.

18 Millionen Ukrainer brauchen humanitäre Hilfe

12:56 Uhr: In der Ukraine werden laut einer Schätzung des Roten Kreuzes 18 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen. Das sei ein Drittel der Bevölkerung, sagte Francesco Rocca, der Präsident der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), am Dienstag. "Niemand in der Ukraine bleibt von dem Konflikt verschont", sagte er bei einer Pressekonferenz in Genf.

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine haben die Vereinten Nationen und ihre Partnerorganisationen erst 900.000 besonders hilfsbedürftige Menschen versorgen können, wie das UN-Nothilfebüro OCHA bekanntgab.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen zeigte sich am Freitag tief besorgt über die Versorgung mit Nahrungsmitteln in der Ukraine. Die FAO führte vor kurzem Umfragen in 19 der 24 Verwaltungsbezirke durch. Es werde erwartet, dass es in mehr als 40 Prozent der untersuchten Gebiete in den kommenden drei Monaten zu Nahrungsmittelknappheit kommen werde, sagte FAO-Experte Rein Paulsen in Rom. "Es ist nicht sicher, ob die bestehende Ernte in der Ukraine eingebracht werden kann, ob die nächste Ernte angepflanzt werden kann und ob die Viehwirtschaft während des Konflikts aufrechterhalten werden kann", sagte er.

Dobrindt: Flüchtlinge dürfen nicht in Obhut Unbekannter geraten

12:30 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat eine konsequente Registrierung auch derjenigen verlangt, die in Deutschland Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen. "Der Staat kann nur den schützen, den er kennt. Wir brauchen deshalb keine stichprobenartigen Passkontrollen bei der Einreise, sondern eine lückenlose Registrierung", sagte Dobrindt dem "Münchner Merkur" (Dienstag). "Das gilt auch für Personen, die Flüchtlinge aufnehmen. Flüchtlinge dürfen nicht in die Obhut Unbekannter geraten."

Auch die CDU hat bereits ein "Schutzregister" mit einer zentralen Erfassung der aus der Ukraine geflohenen Frauen und Kinder sowie der sie aufnehmenden Menschen in Deutschland gefordert.

Dahinter steckt die Sorge, junge Frauen, die vom Krieg in der Ukraine geflohen sind, könnten in Deutschland in die Hände von Menschenhändlern geraten, die ihnen erst helfen und sie später zur Prostitution zwingen wollen. Die Bundespolizei in Berlin hat schon vor auffälligen Personen am Hauptbahnhof gewarnt, wo täglich viele Flüchtlinge ankommen.

Trotz Verhandlungen: Russland setzt Angriffe in Ukraine fort

12:13 Uhr: Ungeachtet neuer Friedensverhandlungen hat Russland die Fortsetzung seiner Angriffe in der Ukraine angekündigt. "Die russischen Streitkräfte setzen die militärische Spezial-Operation fort", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Durch russische Luftangriffe seien seit Montag 68 ukrainische Militärobjekte zerstört worden, sagte Konaschenkow weiter. Darunter seien unter anderem Flugabwehrraketen-Systeme, zwei Munitionsdepots und drei Treibstofflager gewesen. Auch drei Drohnen seien zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte auch einen Raketenangriff auf ein Treibstofflager im Gebiet Riwne in der Nordwestukraine am Montagabend. Der Treibstoff sei für ukrainische Militärtechnik in Vororten Kiews bestimmt gewesen, hiess es. Ukrainische Behörden hatten am Montagabend über diesen Raketenangriff berichtet.

Rund viereinhalb Wochen nach der russischen Invasion in die Ukraine trafen sich am Dienstag Delegationen aus der Ukraine und Russland zu einer neuen Verhandlungsrunde in Istanbul.

Kühnert warnt vor wirtschaftlichen Folgen bei russischem Gas-Stopp

11:40 Uhr: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat vor den Folgen möglicher Gas-Engpässe für die deutsche Wirtschaft gewarnt. "Natürlich überlegen sich Unternehmen auch, wenn sie hier auf mittlere Sicht keine Produktionsperspektive haben, ob sie nicht woanders hingehen", sagte er in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. Man müsse diese Debatte "offen" führen, forderte er: "Immer in dem Wissen, dass wir wirklich über die industrielle Substanz unserer Volkswirtschaft sprechen."

Sollte der russische Präsident Wladimir Putin das Gas für Deutschland abdrehen, könne die deutsche Industrie aber noch versorgt werden. "Nach meinem Kenntnisstand ist dafür genug vorhanden", sagte Kühnert. Der Blick richte sich deswegen auf die nächste Winterperiode: "Dafür müssen Vorkehrungen auf allen Ebenen getroffen werden".

Die Bundesregierung arbeitet daran, die Abhängigkeit Deutschlands von Energie aus Russland zu reduzieren. Der Anteil der russischen Gaslieferungen ist laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) von 55 auf 40 Prozent gesunken. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte jüngst betont, es gebe aktuell keine Versorgungsengpässe bei Gas.

Experten der Hans-Böckler-Stiftung rechnen derweil mit noch höheren Schäden bei einem Lieferstopp für russische Energierohstoffe als von vielen Ökonomen angenommen. In einem Risikoszenario könnten stark gestiegene Kosten in Folge eines Lieferstopps oder eines Embargos demnach "einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Basisszenario in der Spitze von mehr als 4 Prozent" verursachen, heisst es in der Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung.

In einem weiteren Szenario, in dem die Energiekosten in Folge eines Lieferstopps noch stärker steigen, ergebe sich für das Jahr 2022 ein "Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um mehr als 6 Prozent."

Bundespolizei zählt etwa 278.000 Ukraine-Flüchtlinge

10:55 Uhr: Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine nimmt leicht ab. Wie das Bundesinnenministerium am Dienstag mitteilte, hat die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 278.008 Kriegsflüchtlinge in Deutschland festgestellt.

Damit wurden seit dem Vortag 5.670 neu angekommene Geflüchtete erfasst. In der vergangenen Woche waren täglich etwa 7.000 Einreisen festgestellt worden. In den Wochen zuvor hatte die Bundespolizei pro Tag jeweils mehr als 10.000 Menschen aus der Ukraine gezählt, die in Deutschland Zuflucht suchten.

Da es keine festen Grenzkontrollen gibt und Menschen mit ukrainischem Pass für 90 Tage visumsfrei einreisen können, dürfte die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland insgesamt tatsächlich deutlich höher liegen.

Russische und ukrainische Delegationen treffen in Istanbul zusammen

10:33 Uhr: Rund viereinhalb Wochen nach der russischen Invasion in die Ukraine haben sich Delegationen aus der Ukraine und Russland zu einer neuen Verhandlungsrunde in Istanbul getroffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begrüsste die Verhandler am Dienstagmorgen im Dolmabahce-Büro des Präsidenten. Danach wollten die beiden Delegationen zu Gesprächen zusammenkommen.

Es sei in den Händen beider Seiten, die "Tragödie" zu beenden, sagte Erdogan. Von einem sofortigen Waffenstillstand würden alle profitieren. Russische Medien veröffentlichten Fotos, auf denen zu sehen ist, dass auch der Oligarch Roman Abramowitsch bei der Begrüssung dabei war.

Die Unterhändler aus der Ukraine und aus Russland haben sich bereits dreimal im Grenzgebiet von Belarus getroffen. Danach wurden die Gespräche in Videoschalten abgehalten.

Erdogan, der gute Beziehungen zu Kiew und Moskau unterhält, hatte sich am Montagabend optimistisch gezeigt. Die Verhandlungen zwischen der ukrainischen und der russischen Delegation gestalten sich aber äusserst schwierig.

Kiew will einen Abzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien. Moskau fordert einen Nato-Verzicht der Ukraine sowie eine Anerkennung der abtrünnigen ostukrainischen Separatistengebiete als eigene Staaten und der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands.

Ukrainische Armee: Russen bei Krywyj Rih zurückgedrängt

10:24 Uhr: Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben zufolge russische Truppen bei der südukrainischen Grossstadt Krywyj Rih zurückgedrängt. "Die Besatzer befinden sich nicht näher als 40 Kilometer von der Stadt entfernt", sagte der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Olexander Wilkul, in einer am Dienstag bei Facebook veröffentlichten Videobotschaft.

Teils hätten sich russische Einheiten über die Grenze des Gebiets Dnipropetrowsk ins benachbarte Cherson zurückgezogen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Krywyj Rih ist die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Vor dem Krieg lebten dort etwa 600.000 Menschen. Zwischenzeitlich seien die Russen bis etwa zehn Kilometer an die Industriestadt heran gekommen, hiess es von ukrainischer Seite. Zuvor hatte die ukrainische Armee über mehrere Teilerfolge bei der Hauptstadt Kiew und im Gebiet Charkiw informiert.

Ukraine-Krieg: Kiew kündigt drei Fluchtkorridore an

09:41 Uhr: Die ukrainische Regierung hat eigenen Angaben zufolge für Dienstag mit den russischen Truppen drei Fluchtkorridore für die Evakuierung von Zivilisten ausgehandelt. Aus der belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk soll es möglich sein, mit privaten Autos über Berdjansk nach Saporischschja zu fahren, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Dienstag.

Zudem seien 34 Busse von Saporischschja nach Berdjansk am Asowschen Meer unterwegs. Diese sollen Menschen aus Mariupol mitnehmen, die eigenständig in das knapp 70 Kilometer entfernte Berdjansk gelangt sind. Angaben örtlicher Behörden zufolge harren in Mariupol von den einst 440.000 Einwohnern immer noch mehr als 100.000 aus.

Zwei weitere Korridore seien im Gebiet Saporischschja für die Atomkraftwerksstadt Enerhodar und die Grossstadt Melitopol vereinbart worden. Busse des Zivilschutzes seien unterwegs.

UN-Angaben zufolge sind seit Kriegsbeginn mindestens 1.100 Zivilisten getötet worden. Die UN und Kiew gehen aber von weitaus höheren Opferzahlen aus.

Amnesty dokumentiert "Kriegsverbrechen" in der Ukraine

08:11 Uhr: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat "Kriegsverbrechen" in der Ukraine angeprangert. "Was in der Ukraine geschieht, ist eine Wiederholung dessen, was wir in Syrien gesehen haben", sagte Generalsekretärin Agnes Callamard der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation. Russland greife "gezielt" zivile Einrichtungen an und verwandle Fluchtrouten in "Todesfallen".

Die Direktorin für Osteuropa, Marie Struthers, erklärte, die Amnesty-Forscher hätten bei einem Ortsbesuch in der Ukraine "den Einsatz derselben Taktiken wie in Syrien und Tschetschenien" dokumentiert. Demnach setze Russland auch Waffen ein, die nach internationalem Recht verboten sind.

Callamard verglich die belagerte Stadt Mariupol mit der syrischen Stadt Aleppo. Diese war vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Hilfe der russischen Luftwaffe völlig zerstört worden. Amnesty beobachte in der Ukraine eine "Vervielfachung der Kriegsverbrechen".

Kremlsprecher: Keine Pläne für Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg

07:27 Uhr: Angesichts immer wiederkehrender Spekulationen über den möglichen Einsatz nuklearer Waffen durch Moskau ist Kremlsprecher Dmitri Peskow diesen Gedanken energisch entgegengetreten. "Niemand in Russland denkt an den Einsatz oder auch nur an die Idee eines Einsatzes von Atomwaffen", sagte Peskow im Gespräch mit der amerikanischen Fernsehkette PBS am Montag.

Moskau gehe davon aus, dass alle Aufgaben der "speziellen Militäroperation", wie Russland die Invasion in die Ukraine nennt, erfüllt werden. Doch wie auch immer diese Aktion ausgehe, werde dies kein Grund für den Einsatz nuklearer Waffen sein, sagte Peskow. Er bekräftigte, dass Russland sein Atomwaffenarsenal nur bei einer "Bedrohung der Existenz Russlands" einsetzen werde. Die staatliche Existenz Russlands und die Ereignisse in der Ukraine hätten "nichts miteinander zu tun".

Die Sorge im Westen über mögliche Atomwaffenpläne Moskaus war gestiegen als Präsident Wladimir Putin zum Auftakt des Angriffskrieges in der Ukraine eine erhöhte Alarmbereitschaft der russischen Nuklearstreitkräfte anordnete.

Auch warnte Putin, dass Länder, die sich in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine einmischten, mit Konsequenzen rechnen müssten, "wie sie sie noch nie erlebt haben". Peskow sagte nun dazu: "Ich denke, das jeder versteht, was er damit meinte." Auf die direkte Nachfrage des PBS-Journalisten, ob damit ein Atomwaffen-Einsatz gemeint gewesen sei, sagte der Kremlsprecher: "Nein, ich denke nicht."

Ukrainische Truppen "befreien" einige Vororte wichtiger Städte

06:53 Uhr: Die ukrainischen Truppen haben die russischen Streitkräfte aus einigen Vororten Kiews und Charkiws vertrieben. Die Stadt Irpin im Nordwesten der Hauptstadt sei "befreit worden", sagte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrsky am Montagabend im Fernsehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, es sei "noch zu früh, um von Sicherheit in diesem Teil unserer Region zu sprechen". "Die Kämpfe gehen weiter." Die Russen kontrollierten nach wie vor die Gebiete im Norden Kiews.

Der Hauptkontrollposten an der Strasse von Kiew nach Irpin war am Montag wieder offen. Er war vor zwei Wochen nach dem Tod eines US-Journalisten für Medien gesperrt worden. Nach Angaben von AFP-Journalisten vor Ort dauerten die Kämpfe nahe Irpin am Montag aber an. Es seien rund 20 laute Explosionen von Granaten in einem Wald entlang der sechs Kilometer langen Strasse zu hören gewesen.

Russland und die Ukraine wollen in Istanbul über Waffenruhe verhandeln

05:39 Uhr: Vertreter Russlands und der Ukraine wollen am Dienstag in Istanbul erstmals seit fast drei Wochen wieder direkt über einen Waffenstillstand in der Ukraine verhandeln. Die Gespräche sollen bis Mittwoch dauern. Zu den zentralen Themen gehören nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "Sicherheitsgarantien und die Neutralität" sowie der Status der Ukraine als "atomwaffenfreier Staat".

Eine Neutralität der Ukraine ist eine der russischen Hauptforderungen. Selenskyj sagte am Sonntag, seine Regierung werde die Frage "gründlich" prüfen. Erste Verhandlungen auf Ministerebene am 10. März im türkischen Antalya hatten keine konkreten Fortschritte im Bemühen um eine Waffenruhe in der Ukraine gebracht. Seitdem wurden die Gespräche per Videokonferenz fortgesetzt. Beide Konfliktparteien bezeichneten sie zuletzt als "schwierig".

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 28. März finden Sie hier

Mit Material von dpa, AFP, APA