• Der FC Bayern hat seinen Vertrag mit Hansi Flick aufgelöst und bereits einen neuen Trainer verpflichtet. Wie beide Vereine inzwischen bestätigt haben, übernimmt Julian Nagelsmann ab Juli 2021 beim deutschen Rekordmeister. Sein Vertrag soll über fünf Jahre laufen.
  • Wie die "Bild" berichtet, soll Bayern für Nagelsmann einen zweistelligen Millionenbetrag an Leipzig zahlen.
  • Der Vertrag zwischen dem FC Bayern und Hansi Flick wurde in beiderseitigem Einverständnis auf Flicks Wunsch hin aufgelöst. Er wird im Sommer als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw erwartet.

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Der FC Bayern und RB Leipzig haben sich auf einen Wechsel von Trainer Julian Nagelsmann zu den Münchnern zur neuen Saison geeinigt.

Beide Vereine haben den Wechsel inzwischen bestätigt. Nagelsmann erhält demnach einen Fünfjahresvertrag bei den Münchnern.

In der Pressemitteilung der Leipziger wird Nagelsmann mit folgenden Worten zitiert: "Ich werde RB Leipzig schweren Herzens verlassen. Ich darf hier eine grossartige Mannschaft trainieren, in einem Klub, der einem alle Möglichkeiten und beste Bedingungen bietet, um erfolgreich zu arbeiten. Alle, auch das Team um die Mannschaft herum und jeder einzelne Mitarbeiter, haben dazu beigetragen, dass wir gemeinsam unsere Seiten in den Geschichtsbüchern von RB Leipzig gefüllt haben und noch dabei sind, unsere Geschichte fortzuschreiben. Darauf bin ich sehr stolz."

Es sei jedoch zu früh, sich zu verabschieden und ansonsten über Erinnerungen zu sprechen, so Nagelsmann weiter. Er sei in Leipzig noch nicht fertig. Im Sommer werde seine Mission zwar enden, aber bis dahin gehe es mit Vollgas weiter. "Wir sind zu einem eingeschworenen Haufen zusammengewachsen, der endlich einen Titel will."

Münchner Lobeshymnen auf Nagelsmann

In der Pressemitteilung der Münchner werden bereits Lobeshymnen auf den neuen Trainer angestimmt. "Julian Nagelsmann steht für eine neue Trainergeneration. Trotz seiner jungen Jahre hat er schon eine beeindruckende Laufbahn vorzuweisen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Julian Nagelsmann an die grossartigen Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen werden", sagt Präsident Herbert Hainer und Oliver Kahn ergänzt: "Allein schon Julians Vertragslaufzeit von fünf Jahren zeigt, wie sehr er sich mit dem FC Bayern identifiziert." Auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic scheint von Nagelsmann angetan. Die Gespräche seien sehr partnerschaftlich verlaufen, wird er zitiert.

Natürlich danken alle Beteiligten auch Hansi Flick für dessen äusserst erfolgreiche Arbeit beim deutschen Rekordmeister und auch der so bereits Verabschiedete findet noch einmal warme Worte für die Zeit bei seinem Noch-Verein: "Für mich werden die vergangenen zwei Jahre unvergesslich bleiben. Die Emotionen, die Siege, die Titel, aber auch die tägliche Arbeit auf dem Platz hat mir sehr viel Spass gemacht – es war eine herausragende Zeit. Erfolg hat man nur gemeinsam! Ein Trainer ist nichts ohne sein Team und ich hatte das Glück, hier in München auf fantastische Spieler zu treffen und auf einen Staff und ein Trainerteam das Unglaubliches geleistet hat. Danke, Jungs, danke Kathleen!"

Die Ablösesumme, die die Münchner an Leipzig zahlen müssen, dürfte eine bislang unerreichte Dimension in der Bundesliga haben.

Nach der vorzeitigen Vertragsauflösung von Flick bei Bayern ist der Weg für den Erfolgscoach zum Deutschen Fussball-Bund frei. Der 56-Jährige wird als Topkandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw gehandelt.

Ablöse liegt wohl zwischen 20 und 30 Millionen Euro

Sowohl die Verträge von Flick als auch von Nagelsmann waren bei den Bundesliga-Konkurrenten bis zum 30. Juni 2023 datiert. Beide baten ihre Clubs um ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit. Als Ablöse wurde über eine Summe von 20 bis 30 Millionen Euro spekuliert. Laut "Bild" soll die Abstelle im zweistelligen Millionenbereich liegen und inklusive Prämien auf 25 Millionen Euro ansteigen können.

Unter Flick erlebten die Bayern die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Insgesamt sechs Titel räumten die Münchner ab, darunter war der Gewinn der Champions League beim Finalturnier im Vorjahr. Zwar machten die Bayern die Meisterschaft noch nicht am Wochenende in Mainz klar, aber diese dürfte ihnen kaum noch zu nehmen sein. Das wäre Titel Nummer sieben in der doch überraschend kurzen Flick-Ära.

Nagelsmann schon als Kind Bayern-Fan

Nagelsmann (33) war im Sommer 2019 für fünf Millionen Euro von der TSG Hoffenheim nach Leipzig gewechselt. Er hatte stets betont, dass für ihn ein vorzeitiger Wechsel nur mit Zustimmung von RB in Frage käme. Seit Jahren gilt der gebürtige Landsberger als möglicher Bayern-Trainer, die Münchner Vereinsbosse schätzen ihn schon lange. "Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas grössere Rolle", hatte er vor einigen Jahren in einem Eurosport-Interview gesagt. Als Kind und Jugendlicher war Nagelsmann Fan des Rekordmeisters, lebte auch schon mal in München. Frau und Kind wohnen bereits im Freistaat.

Als Nachfolger von Nagelsmann kursierte zuletzt der Name Jesse Marsch. Der Amerikaner ist aktuell Trainer von Red Bull Salzburg und hatte bereits sein Interesse an der Nagelsmann-Nachfolge hinterlegt. Unter Ralf Rangnick war Marsch bereits Co-Trainer in Leipzig und bei Mannschaft und Umfeld sehr beliebt.

Zwist zwischen Flick und Salihamidzic ein Grund für Abschied

Hintergrund für das Ende der kurzen Flick Amtszeit in München ist auch ein seit langem schwelender Zwist mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Zudem reizt Flick offenkundig die Chance, nach der EM im Sommer die Nachfolge von Löw antreten zu können, der dann sein Amt räumen wird. "Ich bin dem Verein dankbar, dass ich Cheftrainer bei Bayern München sein konnte", hatte Flick gesagt. Er war 2019 als Co-Trainer von Niko Kovac engagiert worden und hatten diesen im November 2019 als Chefcoach abgelöst.

Bis zum Transfer von Nagelsmann nach München waren die 7,5 Millionen Euro für den Wechsel von Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach der Ablöse-Höchstwert eines Trainers in Deutschland. International gilt der Wechsel von Andre Villas Boas (43) vom FC Porto zum FC Chelsea vor zehn Jahren als Bestmarke. Von 15 Millionen Euro war damals die Rede. (dpa/ska)

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