• 20:45 Uhr: ➤ Österreich erlaubt Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne
  • 18:26 Uhr: Priorisierung bei Corona-Impfungen endet ab 7. Juni
  • 17:30 Uhr: Mallorca darf nachts eine Stunde länger ausgehen
  • 17:09 Uhr: Bundesregierung sieht noch keine Corona-Entwarnung für den Sommer
  • 16:31 Uhr: Kassenärzte wollen nicht Millionen Impfnachweise ausstellen
  • 16:09 Uhr: Jens Spahn schlägt Ende der Impf-Priorisierung ab 7. Juni vor

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➤ Österreich erlaubt Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne

20:45 Uhr: Österreich erlaubt ab Mittwoch die Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne. Das erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein mit Verweis auf eine neue Verordnung. Verpflichtend bleibe allerdings der Nachweis einer Impfung, Testung oder Genesung. "In vielen Staaten gehen die Infektionszahlen zurück, daher können wir parallel zu den Öffnungsschritten im Land auch Erleichterungen bei der Einreise nach Österreich umsetzen", sagte Mückstein. Als Impfnachweis würden die Impfstoffe anerkannt, die von der EU-Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen worden seien oder den entsprechenden Prozess der Weltgesundheitsorganisation erfolgreich durchlaufen hätten.

Die Quarantäne bei Einreise entfällt auch für Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Schweiz, Tschechien und Ungarn. Für Regionen mit Virusvarianten oder Hochinzidenzgebiete würden weiterhin strengere Regeln gelten. Falls ein Test nicht vorgelegt werden könne, müsse dieser innerhalb von 24 Stunden in Österreich gemacht werden. Vor jeder
Einreise sei weiter eine elektronische Registrierung nötig.

Die weiteren Corona-News vom 17. Mai

Studie: Impfstoffe von Pfizer und Moderna wohl auch gegen indische Varianten wirksam

23:27 Uhr: Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna sind laut einer US-Studie wohl auch gegen die zwei indischen Virus-Varianten B.1.617 und B.1.618 hoch wirksam. "Wir haben festgestellt, dass die Antikörper des Impfstoffs zwar ein wenig schwächer gegen die Varianten wirken, aber nicht so sehr, dass es unserer Auffassung nach grosse Auswirkungen auf die Schutzfähigkeit der Impfstoffe hätte", sagte Nathaniel Landau, einer der Verfasser der Studie, der Nachrichtenagentur APF am Montag.

Die Studie der NYU Grossman School of Medicine und des NYU Langone Center wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt.

Für ihre Studie entnahmen die Forscher geimpften Menschen Blutproben und setzten diese unter Laborbedingungen künstlich hergestellten Pseudoviruspartikeln aus. Dabei stellten die Wissenschaftler Landau zufolge fest, dass die Zahl der Antikörper bei den indischen Varianten geringer ausfiel. "Es gab aber genug, die funktionieren, so dass wir glauben, dass die Impfstoffe hochgradig schützen werden."

Bulgarien: Neue Prioritäten bei Corona-Impfkampagne

23:08 Uhr: In Bulgarien sollen ältere und chronisch kranke Menschen nun vorrangig gegen das Coronavirus geimpft werden. Nur den von der bisherigen Impfgruppe vier erfassten Menschen soll jetzt an vier Wochentagen von den Hausärzten oder in Impfzentren ein Corona-Vakzin verabreicht werden. Die neue Priorisierung wurde von Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow am Montag angeordnet. Dieser rief die Bulgaren auf, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Nach dem Impfplan der bisherigen Regierung von Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow wurden bisher drei andere Risiko-Gruppen vorrangig geimpft. Dazu gehörten unter anderem Klinikpersonal, Apotheker, Heiminsassen und Beschäftigte in lebenswichtigen Bereichen. Bislang wurden in dem Balkanland mit einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen 1,1 Millionen Impfdosen verabreicht.

An oder mit dem Coronavirus starben bis Montag insgesamt 17.259 Menschen. Damit gehört Bulgarien zu den EU-Ländern mit der höchsten Corona-Sterblichkeit.

Italien lockert nächtliches Ausgangsverbot - Ende im Juni erwartet

22:05 Uhr: Italien lockert wegen sinkender Corona-Zahlen das nächtliche Ausgangsverbot und will es ab 21. Juni möglichst weitgehend beenden. Das berichteten offizielle Stellen in Rom nach einer Beratung der Regierung von Mario Draghi mit einem Gremium von Gesundheitsexperten am Montag. In den sogenannten Gelben Zonen Italiens mit moderatem Corona-Risiko solle der Beginn der Sperrstunde von jetzt 22 auf 23 Uhr verlegt werden. Sie geht aktuell bis 5 Uhr morgens.

Diese Massnahme trete kurzfristig in Kraft, sobald sie per Dekret erlassen werde, hiess es. Ab 7. Juni dürfe man in dem Mittelmeerland eine weitere Stunde länger bis Mitternacht draussen bleiben. Für den 21. Juni stellte Rom die Abschaffung der Massnahme in Aussicht, wenn die Infektionswerte es zulassen.

Ausserdem wurde bekannt, dass im Juni mehrere der 20 Regionen des Mittelmeerlandes als Weisse Zonen eingestuft werden sollen, in denen fast gar keine Corona-Beschränkungen mehr gelten. Das solle zu Beginn des Monats für Friaul-Julisch Venetien, Sardinien und Molise gelten. Später kämen Venetien, Ligurien und die Abruzzen dazu, hiess es. In den Weissen Zonen müssen die Menschen nur die Maskenpflicht einhalten und die Gesundheitsabstände beachten.

Italien befindet sich bei sinkenden Corona-Werten seit Wochen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Derzeit sind alle Regionen bis auf das kleine Aostatal als Gelbe Zonen eingestuft. Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte am Montag weniger als 3.500 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden.

Corona-Variante aus Indien in Grossbritannien auf Vormarsch

21:17 Uhr: Die zunächst in Indien entdeckte Variante des Coronavirus breitet sich in Grossbritannien weiter aus. Es gebe landesweit 2.323 bestätigte Fälle, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament. Das sind gut 1.000 mehr als noch am 12. Mai. Vor allem die mittelenglischen Städte Bolton und Blackburn sind betroffen. Es gebe Hinweise, dass die Variante ansteckender sei als die bisher bekannten Formen. Aber der Umfang sei noch unbekannt. Hancock betonte, frühe Analysen legten nahe, dass die Impfungen gegen die Variante schützten.

Zwar werden in Bolton und Blackburn insgesamt 27 Menschen wegen der Variante in Kliniken behandelt. Diese Patienten seien aber nicht geimpft gewesen, sagte Hancock. "Impfungen retten Leben", sagte Hancock und rief alle Menschen auf, sich eine Spritze geben zu lassen. In Bolton hatte am Wochenende grosser Andrang auf Impfungen geherrscht. Bisher sind mehr als 20 Millionen Menschen in Grossbritannien vollständig gegen das Virus geimpft, knapp ein Drittel der Bevölkerung. Von diesem Dienstag an dürfen alle über 37-Jährigen einen Termin machen.

Die Opposition gibt der Regierung die Schuld an der Ausbreitung der "indischen" Variante. Sie habe wochenlang gezögert, Indien auf eine "rote Liste" zu setzen, nur weil Premierminister Boris Johnson lange an einem letztlich doch abgesagten Besuch in dem südasiatischen Land festhielt, um ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. In dieser Zeit seien etwa 20.000 Menschen aus Indien nach Grossbritannien eingereist.

Biden: USA geben weitere 20 Millionen Corona-Impfdosen ab

20:30 Uhr: Die USA wollen bis Ende kommenden Monats weitere 20 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an andere Länder abgeben und im globalen Kampf gegen die Pandemie eine Führungsrolle einnehmen. "Wir wissen, dass Amerika nie ganz sicher sein wird, bis die Pandemie, die weltweit wütet, unter Kontrolle ist", sagte Biden am Montag im Weissen Haus. Bis Ende Juni würden die USA mindestens 20 Millionen Impfdosen mit anderen Staaten teilen - zusätzlich zu bereits angekündigten 60 Millionen. Insgesamt würden die USA damit mehr Impfstoff abgeben als jedes andere Land. "Und wir werden unsere Impfstoffe nicht benutzen, um uns Gefälligkeiten von anderen Ländern zu sichern", betonte Biden.

Ende April hatte die US-Regierung verkündet, nach einer Freigabe der Arzneimittelbehörde FDA 60 Millionen Dosen des in den USA derzeit nicht zugelassenen Corona-Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca an andere Staaten abzugeben. Nach Angaben des Weissen Hauses sind die nun angekündigten 20 Millionen zusätzlichen Impfdosen von bereits zugelassenen Mitteln. Mit einer FDA-Notfallzulassung sind derzeit die Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna und Johnson & Johnson zur Verwendung in den Vereinigten Staaten freigegeben.

Kroos positiv auf Corona getestet - kein Einsatz beim Saisonabschluss

20:00 Uhr: Fussball-Nationalspieler Toni Kroos von Real Madrid ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte sein Verein am Montag mit. Der 31-Jährige ist schon seit Freitag in Quarantäne, weil sich eine seiner Kontaktpersonen mit Corona angesteckt hatte. Um wen es sich dabei handelte, teilte Real nicht mit.

Der Mittelfeldspieler fehlt Real damit in der entscheidenden Phase des Titelrennens in Spanien. Zudem droht der Rio-Weltmeister den Start der EM-Vorbereitung mit der Nationalmannschaft am 28. Mai zu verpassen.

Hunderte Corona-Tote: Brasiliens Gefängnisse extrem überfüllt

19:08 Uhr: Die Zahl der Häftlinge sinkt, aber die Gefängnisse in Brasilien sind auch in der Corona-Pandemie extrem überfüllt. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Gewaltmonitor hervor, den die Mediengruppe Globo regelmässig gemeinsam mit der Universität von São Paulo und dem Forum für öffentliche Sicherheit erstellt. Demnach sitzen in den Gefängnissen des südamerikanischen Landes derzeit rund 688.000 Gefangene ein. Im vergangenen Jahr sassen rund 710.000 Gefangene ein.

Es ist das erste Mal, dass die Zahl der Gefangenen von einem Jahr auf das andere sinkt, seit das Nachrichtenportal "G1" im Jahr 2014 mit der Erhebung begann. Zudem wurde Platz für mehr als 17.000 weitere Häftlinge geschaffen. Die Gefängnisse haben allerdings weiter nur eine Gesamtkapazität für 441.000 Insassen. Der Anteil derjenigen, die ohne Gerichtsverfahren einsitzen, ist nach dieser Erhebung von 31,2 Prozent auf 31,7 Prozent gestiegen.

Mit der Pandemie hat sich die Situation in den Haftanstalten verschlimmert. "Es gab eine Zeit, in der die überwiegende Mehrheit der Gefangenen Symptome zeigte, die mit COVID-19 zusammenhängen", hiess es bei "G1" unter Berufung auf einen Inspektionsbericht. Sie seien jedoch nicht medizinisch oder nur mit schmerzlindernden Medikamenten versorgt oder geschlagen worden. Insgesamt rund 450 Häftlinge und Gefängnis-Angestellte starben demnach im Zusammenhang mit COVID-19.

Priorisierung bei Corona-Impfungen endet ab 7. Juni

18:26 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll ab dem 7. Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr gelten. Die Priorisierung soll dann entfallen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin nach einem entsprechenden Beschluss der Ressortchefs von Bund und Ländern mitteilte. Die seit dem Impfstart vor fünf Monaten eingeführten Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf sollten in Praxen, regionalen Impfzentren und bei Betriebsärzten wegfallen.

Spahn bat zugleich weiterhin um Geduld. Das Ende der Priorisierung bedeute nicht, dass nun alle unmittelbar innerhalb weniger Tage auch einen Termin bekommen könnten. Die Impfungen würden wie angekündigt "bis weit in den Sommer hinein" fortgesetzt. Bereits vereinbarte Termine würden nun auch nicht hinfällig, sondern sollten wahrgenommen werden. Mit Blick auf die Impfzentren heisst es in dem Beschluss: "Den Ländern ist es unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten."

Ausserdem sind bis zum 7. Juni noch mindestens 15 Millionen Erst- und Zweitimpfungen vorgesehen - darunter viele noch entsprechend der Priorisierung. Ebenfalls ab 7. Juni werden Betriebs- und Privatärzte routinemässig in die Impfungen einbezogen - von Beginn an ohne Priorisierung.

Mallorca darf nachts eine Stunde länger ausgehen

17:30 Uhr: Angesichts sinkender Corona-Zahlen auf Mallorca soll die nächtliche Ausgangssperre ab Sonntag erst um Mitternacht beginnen. Eine Stunde mehr Zeit als bisher bleibt den Nachtschwärmern auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel damit.

Regierungssprecher Iago Negueruela kündigte den Schritt am Montag in Palma an. Während der Ausgangssperre, die um 06.00 Uhr morgens endet, dürfen Einheimische wie Urlauber ihre Unterkunft nur aus triftigem Grund verlassen, etwa wegen Arbeit, eines Arztbesuches oder um zum Flughafen zu kommen.

Lockerungen gibt es auch bei den Bestimmungen zu privaten Treffen. Im Freien sind ab Sonntag dann Gruppen von bis zu acht Personen statt der bislang sechs erlaubt. In privaten Innenräumen bleibt es bei einer Obergrenze von höchstens sechs Personen, die dann aber künftig aus unterschiedlichen Haushalten kommen dürfen.

Die neuen Regeln gelten vorerst für zwei Wochen und müssen noch vom Oberlandesgericht abgesegnet werden, eine Zustimmung galt aber als sicher. Unklar war, wie es mit der Gastronomie weitergeht. Bars und Restaurants dürfen Kunden derzeit nur bis 22.30 Uhr und nur auf den Aussenterrassen bedienen. Vorgesehen ist, dass ab nächster Woche unter Auflagen auch die Innenbereiche genutzt werden dürfen.

Bundesregierung sieht noch keine Corona-Entwarnung für den Sommer

17:09 Uhr: Die Bundesregierung sieht trotz der Entspannung der Corona-Lage noch keinen Anlass zur Entwarnung auch für den Sommer. Die täglich fallenden Neuinfektionszahlen und die mit grossem Schwung laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen, aber nicht voreilig, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

"Wir haben noch nicht die Voraussetzungen dafür erreicht, einen genauso entspannten Sommer wie letztes Jahr zu geniessen." Ziel müsse bleiben, die Zahl der Ansteckungen deutlich weiter zu senken.

Vor einem Jahr habe die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz um diese Zeit bei fünf gelegen, erläuterte Seibert - am Montag waren es laut Robert-Koch-Institut (RKI) 83,1 gemeldete neue Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Seibert verwies für das Ziel, die Zahlen weiter zu senken, auf Länder wie Schleswig-Holstein, das mit einem Wert von nun 35 das bundesweit geringste Niveau hat.

"Freuen wir uns, dass wir gemeinsam die dritte Welle brechen konnten. Geniessen wir, was dadurch in den nächsten Tagen und Wochen wieder möglich wird", sagte Seibert. Masken, Abstand, Testen und die Corona-Warnapp blieben aber Verbündeten im Kampf gegen die Pandemie. "Und dieser Kampf ist noch nicht ganz vorbei."

Kassenärzte wollen nicht Millionen Impfnachweise ausstellen

16:31 Uhr: Deutschlands Kassenärzte wollen keine Impfnachweise für Millionen in Impfzentren geimpfte Bürgerinnen und Bürger ausstellen. "Es ist den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und deren Teams nicht zuzumuten, solche Nachweise nachträglich für Millionen bereits geimpfter Menschen auszustellen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bisher wurden 40 Millionen Impfdosen verabreicht, davon knapp 30 Millionen in Impfzentren.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte: "Der Impfnachweis ist ein Reisedokument, kein medizinisches Dokument." Es sei nicht Aufgabe der Ärzte, solche Nachweise auszustellen. "Die Arztpraxis ist kein zweites Bürgeramt." Grundsätzlich sei man aber bereit, solche Nachweise für diejenigen auszustellen, die auch in der Praxis geimpft worden seien. Das müsse vergütet werden und dürfe nicht aufwendig sein.

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf. Der gelbe Impfpass ist als international anerkanntes Dokument gültig.

Jens Spahn schlägt Ende der Impf-Priorisierung ab 7. Juni vor

16:09 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab dem 7. Juni keine Priorisierung mit einer festgelegten Reihenfolge mehr gelten. "Damit sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren", heisst es in einem Beschlussentwurf des Bundes für Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder am Montag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Ab 7. Juni solle die Priorisierung bundesweit in Arztpraxen und den regionalen Impfzentren entfallen, heisst es in dem Vorschlag. Zugleich wird betont, dass aufgrund der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des Juni geimpft werden könnten. "Die Impfkampagne wird wie angekündigt bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden müssen."

Virologe Streeck warnt vor vierter Corona-Welle im Herbst

Der Virologe Hendrik Streeck warnt davor, die Corona-Pandemie bereits abzuhaken. Er hält eine vierte Welle im Herbst für möglich.

Umfrage: Nachfrage nach Cyber-Versicherungen in Pandemie gestiegen

15:35 Uhr: Die Digitalisierung und der Ausbau des mobilen Arbeitens in der Corona-Pandemie haben einer Umfrage zufolge die Nachfrage nach Versicherungen gegen Schäden durch Hackerangriffe und sonstige Cyber-Attacken erhöht. Wie aus der am Montag veröffentlichten Befragung der Rating Agentur Assekurata hervorgeht, gehen 76 Prozent der Versicherer und 89 Prozent der Versicherungsvermittler davon aus, dass durch die Pandemie das Interesse an Cyber-Versicherungen gestiegen ist.

Das gilt nach Angaben der Befragten vor allem für die Industrie. Hier sehen 80 Prozent der Anbieter den Angaben zufolge wachsende Nachfrage, im Bereich Gewerbe sind es 54 Prozent.

Die Mehrheit der Befragten (79 Prozent) beobachtet steigende oder stark steigende Schadenzahlen. Hauptrisiko sind demnach Betriebsunterbrechungen. Die Mehrheit der Versicherer (87 Prozent) erwartet einen weiteren Anstieg der Schadenzahlen. Für Schlagzeilen hatte jüngst ein Cyberangriff auf eine grosse Pipeline in den USA gesorgt.

Königin Máxima: Dank Corona mehr Zeit für Familie

15:13 Uhr: Die niederländische Königin Máxima geniesst einen Vorteil der Corona-Pandemie: Sie sei dankbar, dass sie mehr Zeit mit der Familie verbringen konnte, sagte Máxima in einem TV-Interview in Den Haag anlässlich ihres 50. Geburtstages am Montag. Vor allem für ihr Ehrenamt bei den Vereinten Nationen muss die Argentinierin viel reisen.

"Ich muss sagen: Ich reiste ein bisschen zu viel vor Corona," räumte sie ein. "Ich bin heimlich auch ein bisschen froh, dass ich weniger reisen muss, vor allem, weil ja jetzt zwei Kinder aus dem Haus gehen. Dass ich jetzt so viel Zeit mit ihnen hatte, dafür bin ich echt sehr dankbar."

Kronprinzessin Amalia (17) will nach ihrem Abitur im Sommer ein Jahr lang reisen und Praktika machen. Und die zweite Tochter Alexia (15) wird im neuen Schuljahr ein Internat in Wales besuchen. Dann ist nur noch die jüngste Tochter Ariane (14) bei ihren Eltern im Palast in Den Haag zu Hause.

Wegen der Corona-Pandemie kann die königliche Familie den 50. von Máxima nicht gross feiern. Ausserdem begannen am selben Tag auch noch für Amalia die Abiturprüfungen. "Wir werden auf bessere Zeiten warten", sagte die Königin. Das Wichtigste an ihrem Geburtstag sei, dass "ich älter werden darf und gesund bin".

Armin Laschet: Die Zeit ist reif für Corona-Lockerungen

14:51 Uhr: Angesichts der sinkenden Corona-Inzidenzzahlen sieht der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Zeit für Lockerungen der Schutzauflagen gekommen. "Das Versprechen haben wir den Bürgern immer gegeben: Wenn Inzidenzzahlen sinken, müssen Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden", sagte Laschet am Montag nach den Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin. "Der Zeitpunkt ist jetzt da."

Dass die Bundesländer dabei unterschiedlich vorgehen, müsse angesichts der unterschiedlichen Pandemielage in den einzelnen Ländern in Kauf genommen werden, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Den Einwand, dass dadurch ein Flickenteppich an abweichenden Regelungen entstehe, wollte Laschet nicht gelten lassen. "Ich würde das nicht Flickenteppich nennen, sondern eine angemessene Antwort auf das Infektionsgeschehen."

Laschet verwies darauf, dass der Inzidenzwert etwa in Schleswig-Holstein auf deutlich unter 50 gesunken sei. "Dann ist das doch logisch, dass man eine andere Antwort geben muss als in einem Land, in dem die Inzidenz bei 150 liegt." Er finde die Lockerungsentscheidungen, welche die Länder bislang getroffen haben, "sehr verantwortungsvoll".

Hausärzteverband will mehr Freiheiten für Astrazeneca-Erstgeimpfte

14:20 Uhr: Der Deutsche Hausärzteverband befürwortet beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca mehr Freiheiten für Erstgeimpfte. "Ansonsten gibt es das Dilemma: Entweder wird Astrazeneca erst gar nicht gewählt. Oder jemand will die zweite Impfung schon nach vier Wochen haben. Das ist aber nicht nur sinnlos, sondern kann sogar negative Effekte haben", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Wirtschaftswoche".

"Deshalb kann für Astrazeneca gerade ein positiver Anreiz gesetzt werden, wenn nach der ersten Spritze schon die gleichen Freiheiten gelten wie für diejenigen, die zwei Dosen Biontech oder Moderna bekommen haben."

Bereits nach der ersten Impfung mit einem Vektor-Impfstoff wie Astrazeneca sei der Impfschutz "sehr hoch", argumentierte Weigeldt. Aber: "Selbstverständlich darf für den vollen Impfschutz nicht auf die zweite Dosis verzichtet werden." Am Wochenende hatte sich auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für Erleichterungen von Astrazeneca-Erstgeimpften ausgesprochen.

In Absprache mit dem Arzt kann man bei Astrazeneca frei entscheiden, wann in der zugelassenen Spanne von vier bis zwölf Wochen die Zweitimpfung erfolgen soll. Die Impfkommission empfiehlt für das Präparat einen Abstand von zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis.

Hintergrund sind Beobachtungen, dass der längere Abstand zu einer besseren Wirksamkeit führt. Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liege laut einem Bericht der europäischen Zulassungsbehörde EMA bei 50,4 Prozent. Bei zwölf und mehr Wochen steige sie auf 72,1 Prozent bis 82,4 Prozent an.

Corona-Impfung: Spätestens 2022 wohl Auffrischung nötig

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt gerade deutlich Fahrt auf. Und auch die Impfbereitschaft der Menschen steigt. Wahrscheinlich wird der zweite Piks jedoch nicht der letzte im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Teaserbild: IMAGO / Frank Sorge)

Singapur schliesst Schulen aus Furcht vor neuen Virusvarianten

14:05 Uhr: Aus Furcht vor neuen und ansteckenderen Varianten des Coronavirus schliesst Singapur seine Schulen. Ab Mittwoch müssen sämtliche Grund- und Mittel- sowie Oberschüler per Homeschooling lernen, wie die Regierung mitteilte. Grund sei, dass von den neuen Virusvarianten - darunter die zuerst in Indien entdeckte Variante - zunehmend auch Kinder betroffen seien.

Am Sonntag hatte der südostasiatische Stadtstaat 38 im eigenen Land übertragene Corona-Fälle registriert, die höchste Zahl an Neuinfektion seit acht Monaten. Betroffen waren auch mehrere Kinder, die sich offenbar in einer Nachhilfeschule angesteckt hatten. Am Montag wurden erneut 21 Neuinfektionen gemeldet.

Einige der neuen Virus-Varianten seien "wesentlich ansteckender, und sie scheinen kleinere Kinder anzugreifen", sagte Bildungsminister Chan Chun Sing. "Das ist ein Thema, das uns allen Sorgen bereitet." Die Regierung arbeite nun an einem Impfkonzept für Kinder unter 16 Jahren.

Auch in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh wird wegen des Coronavirus ab Dienstag auf Distanzlernen umgestellt. Das Land kam bislang relativ glimpflich durch die Pandemie, doch wurden am Montag 333 Neuinfektionen gemeldet. Allen Ausländern soll die Einreise nach Taiwan verwehrt werden, sofern sie dort keinen festen Wohnsitz haben.

Disneyland Paris öffnet im Juni wieder für Besucher

13:58 Uhr: Der Freizeitpark Disneyland Paris will nach monatelanger coronabedingter Schliessung ab dem 17. Juni wieder für Besucher öffnen. Es werde eine begrenze Zahl von Tickets geben, die über ein Online-Reservierungssystem verfügbar seien, teilte der Betreiber am Montag mit.

Es würden Gesundheits- und Abstandsmassnahmen gelten. Alle Gäste ab sechs Jahren müssten zum Beispiel eine Maske tragen.

Der Park in Marne-la-Vallée bei Paris musste im vergangenen Herbst wegen der COVID-19-Pandemie erneut schliessen. Er ist nach eigenen Angaben eine der grössten Tourismus-Attraktionen in ganz Europa.

Der Park verzeichnete 2019 dem Tourismusverband der Hauptstadtregion zufolge rund 15 Millionen Besucher. In Frankreich dürfen ab dem 19. Mai die Aussenbereiche der Restaurants sowie Geschäfte und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Für Juni sind dann weitere Öffnungsschritte geplant.

Bericht: Definitiv keine Zuschauer bei Saisonfinale des FC Bayern

13:44 Uhr: Der FC Bayern muss wie erwartet auch sein letztes Heimspiel der Saison ohne Zuschauer bestreiten. Nachdem Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge vor gut einer Woche den Wunsch nach einem Fan-Comeback geäussert hatte, erteilte diesem das Kreisverwaltungsreferat eine Absage.

"Nach derzeitiger Rechtslage sind bis 02.06.2021 keine Spiele mit Zuschauer*innen möglich", teilte die Behörde der "Abendzeitung" am Montag mit. Eine Sonderregelung für den letzten Spieltag der Fussball-Bundesliga am Samstag (15:30 Uhr/LIVE bei uns im Ticker) gegen den FC Augsburg komme nicht in Betracht.

Damit bekommen einige Protagonisten des Rekordmeisters wie Trainer Hansi Flick oder die Abwehrspieler David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martinez auch keinen Abschied vor Zuschauern - sie alle werden die Bayern im Sommer verlassen. Ausserdem wird es wie schon im Vorjahr wegen Corona keine Meisterfeier auf dem Rathausbalkon geben.

Niederlande: Am Mittwoch zweite Runde der Lockerungen

13:35 Uhr: In den Niederlanden steht der zweiten Runde von Lockerungen der Corona-Massnahmen nichts mehr im Wege. Die Lage bei Neuinfektionen und Aufnahmen in Krankenhäuser habe sich deutlich verbessert, sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Montag in Den Haag.

"Der weitere Schritt ist zu verantworten." Die Regierung hatte in der vergangenen Woche bereits die Lockerungen angekündigt, aber von sinkenden Infektionszahlen abhängig gemacht.

Ab Mittwoch dürfen nun Zoos und Vergnügungsparks wieder öffnen, ebenso wie Fitnessstudios und Musikschulen. Prostituierte dürfen wieder Kunden empfangen, und auch die Gaststätten im Aussenbereich von 6 bis 20 Uhr täglich Speisen und Getränke servieren - das war bisher nur von 12 bis 18 Uhr erlaubt. Museen, Bibliotheken, Kinos und Theater bleiben aber weiterhin geschlossen. Auch haben Schüler von weiterführenden Schulen und Studenten nur an einem Tag pro Woche Präsenzunterricht.

Auf 100.000 Einwohner kommen zur Zeit etwa 223 Neuinfektionen in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt diese Sieben-Tage-Inzidenz bei 83. Pro Tag werden zur Zeit etwa 136 COVID-Patienten aufgenommen, das sind etwa 25 Prozent weniger als in der vergangenen Woche.

Infografik-Erklärgrafik: "Wie ein RNA-Impfstoff funktioniert"

Corona-Kosten für Grossbritannien steigen auf 372 Milliarden Pfund

13:32 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie erwartet der britische Rechnungshof enorme Belastungen für die Steuerzahler. Die geschätzten Kosten für die Krisenreaktion der Regierung zwischen Februar 2020 und Ende März 2021 betrügen 372 Milliarden Pfund (431 Mrd Euro), wie der Rechnungshof am Montag in London mitteilte.

Das seien 100 Milliarden Pfund mehr als der im Januar errechnete Betrag. Davon seien 172 Milliarden Pfund bereits ausgegeben worden. Inbegriffen sind 26 Milliarden Pfund Kredite, die voraussichtlich abgeschrieben werden müssten.

Am meisten Geld stellt die Regierung demnach für die Wirtschaft bereit. Für Programme wie Kurzarbeit und andere Unterstützung für Unternehmen werden demnach 151 Milliarden Pfund fällig.

Der Gesundheits- und Sozialsektor wird mit 97 Milliarden Pfund unterstützt, für Selbstständige und Einzelpersonen sind 55 Milliarden vorgesehen. Hinzu kommen 65 Milliarden Pfund für die Unterstützung anderer öffentlicher Dienste sowie von Notfallmassnahmen. Eingerechnet wurden dabei etwa höhere Kosten für Personal, Überstunden und Homeoffice-Ausrüstung wie Büromöbel und Computer.

Die Vorsitzende des zuständigen Parlamentsausschusses, Meg Hiller, sagte, der Betrag treibe ihr die Tränen in die Augen. "Angesichts der enormen Summen und einer Regierungsgarantie für Kredite im Wert von mehr als 90 Milliarden Pfund steht die Regierung vor einem langen Weg zur Erholung", sagte die Politikerin von der oppositionellen Labour-Partei. Die öffentliche Rechenschaftspflicht sei noch nie so wichtig gewesen.

Berliner Arztpraxen impfen zunächst weiter nach der Impfreihenfolge

13:26 Uhr: In den Berliner Arztpraxen gilt weiter die festgelegte Impfreihenfolge. Anders als etwa in Baden-Württemberg sei die sogenannte Priorisierung nicht aufgehoben, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin am Montag.

Auch ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit bestätigte am Montag auf Anfrage, zunächst sollten die priorisierten Gruppen geimpft werden. Allerdings dürften Haus- und Facharztpraxen seit Montag von der vorgeschriebenen Reihenfolge abweichen, wenn sie ihre Impfdosen nicht für priorisierte Gruppen verbrauchen könnten. Das hatte die Gesundheitsverwaltung bereits am Freitag mitgeteilt.

In der Diskussion um das Thema hatte die Berliner Kassenärztliche Vereinigung am Donnerstag scharf gegen eine vollständige Aufhebung der Impfreihenfolge protestiert. Aus ihrer Sicht fehlt es den Ärzten an ausreichend Impfstoff, um auch nur die Menschen aus den Vorranggruppen umfassend impfen zu können.

Wie die Sprecherin am Montag sagte, würden Impftermine weiterhin nach der Prioritätenreihenfolge vergeben. Die Impfungen für die Priorisierungsgruppe 3, zu der zum Beispiel Menschen über 60 Jahren gehörten, hätten erst kürzlich begonnen.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Freitag argumentiert, den Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzten solle mehr Flexibilität gegeben werden. In einem Schreiben von Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz an den Vorstand der KV vom Freitag ist die Rede von einer "bedingten Aufhebung der Priorisierung".

Berlin habe sich entschlossen, von der Priorisierung in den Arztpraxen abzuweichen - im Sinn der Impfverordnung des Bundes.

Neuinfektionen weiter auf niedrigem Niveau - Todesfälle gehen zurück

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5.412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vorschaubild: picture alliance

Corona-Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg unter 50

12:50 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Hamburg erstmals seit Mitte Oktober wieder unter die 50er-Marke gefallen. Laut Gesundheitsbehörde lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Montag bei 48,1 (Stand: 11:55 Uhr). 95 neue Fälle kamen demnach zu Wochenbeginn hinzu. Das waren 7 weniger als am Sonntag und 97 weniger als am vergangenen Montag. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz 83,9 betragen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert für Hamburg auf anderer Berechnungsgrundlage am Montag mit 45,3 an, was der zweitniedrigste unter den Bundesländern nach Schleswig-Holstein (35,1) wäre. Allerdings wies das Institut mit Blick auf das lange Himmelfahrtswochenende darauf hin, "dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden".

Für den rot-grünen Hamburger Senat ist der eigene, strengere Wert massgeblich. Er will am Dienstag über weitere Lockerungsschritte wie die Öffnung der Aussengastronomie entscheiden.

Ärzteverband warnt vor Aufhebung der Impfpriorisierung in Praxen

12:18 Uhr: Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, hat vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen gewarnt. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, "sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren", sagte Johna am Montag im Deutschlandfunk.

Wer besonders drängele, komme dadurch möglicherweise früher zum Zug als Menschen, die besonders geschützt werden müssen. Schon jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte "wie die letzte Mauer" bei der Impfstoffvergabe. In mehreren Bundesländern endet in dieser Woche die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen.

Die Impfpriorisierung habe nicht nur die Menschen vorgezogen, die ein Risiko hatten schwer zu erkranken - sondern habe auch Menschen mit einem geringeren Risiko eine Vorstellung davon gegeben, wann sie drankommen, sagte Johna.

"Wenn ich jetzt gleichzeitig allen Menschen die Vorstellung gebe, sie könnten drankommen, gleichzeitig aber das Gut so knapp ist, dass das gar nicht möglich ist, führt das doch zu Frustration." Mit Blick auf möglicherweise verkürzte Impfabstände, um etwa früher in den Urlaub zu kommen, sagte Johna: "Das ist einfach medizinisch nicht sinnvoll und so dürfen wir mit dem knappen Gut nicht umgehen."

Lauterbach optimistisch: "Ich glaube, die grosse Zeit der Pandemie ist vorbei"

Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befindet sich Deutschland in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg. Gleichzeitig warnte er vor einer "komplizierten Situation" im Herbst. (Teaserbild: IMAGO / teutopress)

Corona-Zahlen in Indien sinken - Experte warnt vor zu wenigen Tests

12:15 Uhr: Erstmals seit knapp einem Monat gibt es in Indien weniger als 300.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag. Insgesamt waren es in den vergangenen 24 Stunden mehr als 281.000 neue Corona-Fälle und 4.106 Tote im Zusammenhang mit COVID-19, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Montag zeigen.

Am Montag gab auch bekannter indischer Virologe seinen Rücktritt von einem Regierungsgremium bekannt, das ein Konsortium von Laboren bei der Entdeckung von Mutationen berät. Das Konsortium hatte die ansteckendere indische Virusvariante B.1.617 gefunden, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft hat.

Zuvor hatte Shahid Jameel mehrfach das Corona-Management der Regierung kritisiert. In einem Meinungsartikel in der "New York Times" schrieb er vergangene Woche, dass Indien möglicherweise den Peak nicht richtig messen könne, weil zu wenig getestet werde.

Zurzeit verbreitet sich das Coronavirus zunehmend in ländlichen Gebieten, wo es wenig Testmöglichkeiten gibt und mehr als die Hälfte der mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner leben. So dürfte die Dunkelziffer entsprechend hoch sein.

In absoluten und offiziell erfassten Zahlen ist die grösste Demokratie der Welt nach den USA am zweitmeisten von Corona betroffen. Seit Pandemiebeginn wurden in Indien rund 25 Millionen Infektionen und mehr als 274.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Rekordzahl an Neuinfektionen in Thailand - Hotspot sind Gefängnisse

12:04 Uhr: Thailand hat am Montag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Die Behörden meldeten mehr als 9.600 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Jedoch wurden rund 70 Prozent der jüngsten Corona-Infektionen in Gefängnissen des südostasiatischen Landes registriert, speziell in der Hauptstadt Bangkok und im nördlichen Chiang Mai. Nur etwa 2.800 Fälle wurden ausserhalb von Haftanstalten gemeldet, die meisten davon in Bangkok.

Während das 70-Millionen-Einwohner-Land lange als Vorzeigestaat in der Bekämpfung des Virus galt, steigen die Zahlen seit Wochen rasant. Mehrmals hintereinander gab es Rekordwerte. Die Gesamtzahl der Infektionen liegt nun bei mehr als 111.000, zudem wurden insgesamt 614 Todesfälle in Verbindung mit COVID-19 registriert.

Für Touristen ist das beliebte Urlaubsland weiterhin gesperrt. Viele Menschen hoffen aber auf eine baldige Wiederbelebung des wichtigen Tourismussektors.

So hatte Phuket im März Pläne vorgelegt, wonach geimpfte Urlauber von Juli an quarantänefrei auf der Insel Urlaub machen dürfen. Derzeit wird diskutiert, ob und wie dies angesichts der steigenden Zahlen noch umgesetzt werden kann.

Der jüngste Ausbruch soll auf Nachtlokale in Bangkok zurückgehen. Bei vielen der Fälle handelt es sich um die besonders ansteckende britische Variante.

Fünf Werktage unter 100 - Lockerungen können am Mittwoch kommen

11:50 Uhr: In Berlin stehen ab Mittwoch erste Lockerungen der Corona-Massnahmen an. So dürfen zum Beispiel Museen und Gedenkstätten wieder öffnen.

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen, nach denen es zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr in der Regel verboten ist, die eigene Wohnung zu verlassen, gelten nicht mehr. Denn die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach den Daten des Robert-Koch-Institut (RKI) vom Montag in Berlin fünf Werktage in Folge unter dem wichtigen Schwellenwert von 100 geblieben. Das gilt nach der Bundes-Notbremse als Voraussetzung für Lockerungsschritte.

Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner es in einer Woche gegeben hat. Laut RKI lag er am Montag bei 68,6 und ist damit zwar leicht gestiegen (Sonntag: 66,9 Fällen), aber weiterhin deutlich unter der 100er-Marke.

Der Senat beschloss am Freitag, dass es für diesen Fall erste Lockerungen ab Mittwoch (19. Mai) geben soll. Unter anderen sind touristische Angebote im Freien grundsätzlich wieder möglich.

Dazu zählen unter zum Beispiel Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge. Voraussetzung sind allerdings ein negatives Testergebnis und ein vorab gebuchter Termin für einen festen Zeitraum.

Ab Mittwoch dürfen auch Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser Veranstaltungen unter freiem Himmel mit maximal 250 Personen anbieten. Der Mindestabstand von 1,50 Metern darf unterschritten werden, wenn alle Anwesenden negativ getestet sind oder Maskenpflicht auch am Sitzplatz gilt.

Ab Freitag (21. Mai) gilt dann rechtzeitig zu Pfingsten, dass Gaststätten ihre Aussenbereiche öffnen dürfen. Gäste müssen aber ein negatives Testergebnis oder vollständigen Impfschutz nachweisen.

Christian Drosten: Gegen Corona impfen lassen - oder sich infizieren

Christian Drosten verbreitete zuletzt Optimismus in Sachen Pandemie. In der neuesten Folge des "Coronavirus-Update" blickt er auch schon in Richtung Herbst und darüber hinaus.

Mehr als 40 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht

11:49 Uhr: Die Impfzentren und Hausärzte in Deutschland haben bisher mehr als 40 Millionen Impfdosen verabreicht. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag (Stand: 10:05 Uhr) wurden am Sonntag 268.750 Impfspritzen gesetzt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mitteilte, sind damit 37 Prozent (30,8 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 11,2 Prozent (9,3 Millionen) vollständig geimpft.

Anteilig wurden davon laut RKI bisher in den Impfzentren 30 Millionen Dosen verabreicht, in den Arztpraxen waren es 10,1 Millionen. In der vergangenen Woche hatte es laut den Angaben am Mittwoch mit 1,38 Millionen gespritzten Dosen zudem einen Tagesrekord gegeben.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote jedoch. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 41,4 Prozent. Sachsen liegt mit 32 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

Erzgebirgskreis und Schweinfurt bundesweite Corona-Hotspots

11:22 Uhr: Der sächsische Erzgebirgskreis und das bayerische Schweinfurt sind zurzeit die bundesweiten Corona-Hotspots - mit jeweils 228,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Dies zeigt die Übersicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Thüringen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 122,5 an der Spitze, gefolgt von Sachsen (112,3) und Baden-Württemberg (101,1). Den mit Abstand niedrigsten Wert verzeichnet weiter Schleswig-Holstein mit 35,1.

Grosser Andrang: Tschechien öffnet Impfung für alle ab 40 Jahren

11:02 Uhr: In Tschechien können sich seit Montag alle Menschen ab 40 Jahren für einen Corona-Impftermin registrieren. Zu Beginn in der Nacht führte der grosse Andrang für knapp eine Stunde zum Kollaps des Online-Anmeldesystems.

Inzwischen laufe wieder alles normal, teilten die Betreiber mit. Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Nachfrage mit einem Tweet selbst angeheizt: "Ihr seid eine starke Altersgruppe und ich hoffe, dass ihr die Registrierung im Sturm nehmt", schrieb er kurz vor Mitternacht bei Twitter.

Zugleich warten mehr als 100.000 Senioren immer noch auf einen Impftermin bei ihrem Hausarzt. Die Impfzentren befinden sich fast ausschliesslich in grossen Städten.

In Tschechien wurden nach offiziellen Angaben bereits mehr als 4,1 Millionen Einzeldosen verabreicht. Mehr als eine Million der knapp elf Millionen Einwohner ist vollständig geschützt.

Mit knapp 30.000 Corona-Todesfällen seit Pandemiebeginn zählt Tschechien zu den stark betroffenen Ländern in Europa. Inzwischen sind die Infektionszahlen stark gesunken. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich noch 71 Menschen je 100.000 Einwohner an.

Am Montag öffnete die Aussengastronomie, aber nur für Getestete, Geimpfte und Genesene mit einem Nachweis. Polizei und Gesundheitsämter sollen das kontrollieren.

Ramelow: Impfpriorisierung in Thüringen soll aufgehoben werden

10:37 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Aufhebung der Impfpriorisierung in seinem Bundesland angekündigt. "In dem Moment, wo in den Hausarztpraxen ausreichend Impfmaterial da ist, kann der Hausarzt das entscheiden", sagte der Linken-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Schon jetzt gebe es Hausärzte, die in der Entscheidung freier sind. Die Impfpriorität der Ständigen Impfkommission diene aber als Orientierung.

"In Impfzentren, die wir auch dauerhaft aufrechterhalten für die nächsten Monate, wird entlang der Impfpriorisierung weitergeimpft, bis genügend Impfstoff da ist", sagte Ramelow weiter. Ausserdem würden auch die Impfungen in Betrieben vorbereitet. Zuvor hatten mehrere Bundesländer angekündigt, die Priorisierung bei Corona-Impfungen in Arztpraxen aufzuheben.

Beginn der Badesaison an den Küsten - Sorge vor Coronafolgen

In diesen Tagen beziehen die ersten Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee ihre Posten. Und sie blicken mit Sorgen auf die zweite Badesaison in Corona-Zeiten

Bereitschaft zur Corona-Impfung in Deutschland stark gestiegen

10:28 Uhr: Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland haben bereits eine erste Corona-Impfung erhalten - und in den nächsten Monaten dürften es mindestens noch einmal so viele werden: Seit dem Start der Impfkampagne in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Danach wollen sich fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen, weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent.

Kurz vor Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. 19 Prozent lehnten die Immunisierung damals ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Damit soll eine sogenannte Herdenimmunität erreicht werden, die auch diejenigen vor Ansteckung schützt, die nicht geimpft sind. Nach unterschiedlichen Einschätzungen von Forschern ist dafür eine Impfquote zwischen 60 und 80 Prozent notwendig.

Nach offiziellen Angaben hatten bis zum Samstag 30,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das sind 36,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mehr als neun Millionen Menschen (10,9 Prozent) haben bereits den vollen Impfschutz.

Inzidenzen überall über 100: Keine Zuschauer bei Spielen in NRW

09:54 Uhr: Der Traum von zumindest 500 Zuschauern bei einem Profi-Fussballspiel am letzten Spieltag in Nordrhein-Westfalen ist offenbar geplatzt. Am Montag hatten die drei betreffenden Spielorte Köln (105,3), Dortmund (107,6) und Bochum (100,4) Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100. Fünf Werktage unter 100 sind aber Pflicht, um bei einer Freiluftveranstaltung 500 Personen mit negativem Test einlassen zu dürfen.

Die Kölner hatten am Sonntag - da lag die Inzidenz bei 89,8 - schon einen entsprechenden Antrag vorbereitet. "Wir sind permanent in Gesprächen mit den Ämtern und werden die in dieser Woche intensivieren", hatte Geschäftsführer Alexander Wehrle der "Bild"-Zeitung gesagt.

China untersagt Touren auf den Mount Everest

09:13 Uhr: Die chinesische Regierung hat ihre strikten Corona-Massnahmen auf den Mount Everest ausgeweitet: Peking verhängte Medienberichten zufolge eine Sperre für sämtliche Touren auf der chinesischen Seite des Berges.

China befürchtet eine Übertragung von Corona-Infektionen durch Bergsteiger, die ihren Aufstieg auf der nepalesischen Seite des Berges beginnen. In den vergangenen Wochen waren im Basislager auf nepalesischer Seite mehrere Corona-Infektionen festgestellt worden. Indiens Nachbarland Nepal leidet derzeit unter einer schweren zweiten Corona-Welle.

Wie lange China die Sperre aufrechterhalten will, war zunächst unklar. In der vergangenen Woche hatte Peking bereits eine "Trennungslinie" angekündigt, um eine Ansteckung chinesischer Bergsteiger bei aus Nepal kommenden Alpinisten zu vermeiden. Die praktische Umsetzung dieses Vorhabens auf dem schmalen Gipfel, der nur Platz für wenige Bergsteiger bietet, blieb dabei unklar.

Der 8.848 Meter hohe Mount Everest kann von der nepalesischen Südseite oder von der chinesischen Nordseite aus erklommen werden. China, in dem das Coronavirus Ende 2019 erstmals auftrat, hat die Epidemie inzwischen weitgehend eingedämmt.

Unicef: Reiche Staaten sollten Covax-Initiative mehr Impfdosen überlassen

07:52 Uhr: Reiche Staaten könnten der Covax-Initiative nach Ansicht des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als 150 Millionen Impfdosen bereitstellen, ohne ihre eigenen Impfprogramme zu gefährden. Die sieben führenden Industrienationen (G7) und die EU könnten dazu beitragen, die weltweite Impflücke zu schliessen, indem sie 20 Prozent ihrer Vorräte für Juni, Juli und August der Covax-Initiative für die weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen überliessen, heisst es in einer am Montag von Unicef veröffentlichten Studie der britischen Firma Airfinity.

Dabei könnten die reichen Staaten noch immer ihre eigenen Impfprogramme wie geplant fortsetzen, betonte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Im Juni findet in Grossbritannien ein G7-Gipfel statt.

Bis dahin fehlen dem Covax-Programm laut Unicef 190 Millionen Dosen. Dies liegt unter anderem an der dramatischen Corona-Lage in Indien, das eigentlich einen Grossteil der Covax-Dosen produzieren und exportieren sollte, sie nun aber für die eigene Bevölkerung braucht.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte reiche Staaten bereits am Freitag eindringlich aufgefordert, Impfdosen lieber Covax bereitzustellen, anstatt bereits die weniger gefährdeten Kinder und Jugendliche in den eigenen Ländern zu impfen.

Die unter anderem von Deutschland und den USA mitgetragene Covax-Initiative soll die massive Ungleichheit zwischen den reichen Industrieländern und den armen Schwellen- und Entwicklungsländern bei den Corona-Impfungen wenigstens ein bisschen verringern. Geleitet wird Covax gemeinsam von der WHO, der Impfallianz Gavi und dem Bündnis Cepi zur Impfstoffforschung. Etwa 190 Länder haben sich der Initiative angeschlossen, darunter mehr als 90 mit niedrigem und mittlerem Einkommen wie Indien, Nigeria, Pakistan und Vietnam.

Covax will sicherstellen, dass noch in diesem Jahr in jedem Land - egal ob reich oder arm - die am stärksten gefährdeten 20 Prozent der Bevölkerung gegen COVID-19 geimpft werden können. Solange sie nicht weltweit eingedämmt werde, lasse sich die Gefahr der Pandemie nicht bannen, heisst es zur Begründung.

"Wir sind besorgt, dass die tödliche Spitze in Indien ein Vorbote dessen ist, was passieren wird, wenn diese Warnungen unbeachtet bleiben", erklärte Unicef am Montag. "Die Fälle explodieren und die Gesundheitssysteme kämpfen in Ländern in der Nähe - wie Nepal, Sri Lanka und den Malediven - und in der Ferne, wie Argentinien und Brasilien."

Olympia-Umfrage: Mehr als 80 Prozent der Japaner gegen eine Austragung im Sommer

07:12 Uhr: Mehr als 80 Prozent der Japaner sind gegen eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) in diesem Sommer. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage weniger als zehn Wochen vor dem Start der wegen der Corona-Pandemie verschobenen Spiele. Derzeit kämpft Japan mit einer vierten Infektionswelle, am Freitag hatte die Regierung den Ausnahmezustand verlängert.

Die Umfrage der Tageszeitung Asahi Shimbun ergab, dass 43 Prozent der Befragten für eine Absage der Spiele in diesem Jahr sind, 40 Prozent befürworten eine erneute Verschiebung. Im vorigen Monat lagen die Werte noch bei 35 bzw. 34 Prozent. Nur 14 Prozent der 1.527 Befragten befürworten die geplante Austragung.

Regierungssprecher Katsunobu Kato versicherte derweil, dass die Regierung "Anstrengungen unternehmen" werde, damit die japanische Bevölkerung verstehe, "dass die Spiele in einer sicheren Art und Weise stattfinden" werden. "Wir müssen mehr Erklärungen zu den Details der konkreten (Corona-)Massnahmen geben", sagte er.

Seit Monaten zeigen Umfragen, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Gastgeberland den Spielen gegenüber negativ gestimmt ist. Eine weitere Umfrage von Kyodo News am Sonntag ergab, dass 59,7 Prozent für eine Absage sind, allerdings stand eine erneute Verschiebung nicht zur Auswahl.

Die Organisatoren wollen mit strengen Massnahmen wie regelmässigen Tests und einem Verbot ausländischer Fans sichere Spiele garantieren. Der Anstieg der Corona-Infektionen im Land setzt das Gesundheitssystem aktuell massiv unter Druck, Mediziner warnen wiederholt vor Engpässen und Burnout der Fachkräfte.

Zwar war Japan mit bislang 11.500 Corona-Toten nicht so stark betroffen wie andere Länder, doch durch die vergleichsweise langsam anlaufende Impfkampagne gerät die Regierung immer mehr unter Druck.

RKI registriert 5.412 Corona-Neuinfektionen und 64 neue Todesfälle

05:07 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5.412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:03 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6.922 Ansteckungen gelegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hiess es im Lagebericht des RKI vom Sonntag. "Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden."

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 119,1). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.598.846 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.300.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.160.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,82 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Nordrhein-Westfalen fordert härtere Strafen für Impfpass-Fälscher

04:37 Uhr: Der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach fordert härtere Strafen für Impfpass-Fälscher.

"Die bestehende Regelung, die für das Fälschen von Gesundheitszeugnissen niedrigere Strafrahmen vorsieht als für die normale Urkundenfälschung, wird der hohen kriminellen Energie, die dahintersteckt, nicht gerecht", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" am Montagsausgabe.

Beim Justizministertreffen im Juni wolle er vorschlagen, dass der Bund einen geänderten Gesetzentwurf erarbeitet. "Es darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Täter mit dem Fälschen dieser Dokumente und damit der Umgehung der Infektionsschutzmassnahmen die Gefährdung der Gesundheit einer unbestimmten Anzahl von Menschen in Kauf nehmen", sagte Biesenbach.

Während normalen Urkundenfälschern dem Bericht zufolge eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren droht, verhält es sich bei fingierten Impf- oder Gesundheitsdokumenten anders. Bei Ärzten, die falsche Atteste ausstellen, liegt das Maximum demnach bei zwei Jahren. Bei Privatanbietern sehe das Strafgesetzbuch maximal ein Jahr Gefängnis vor.

Türkei lockert Corona-Beschränkungen nach hartem Lockdown

02:00 Uhr: Die Türkei lockert nach einem knapp dreiwöchigen harten Lockdown die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Menschen dürfen das Haus ab Montag tagsüber wieder verlassen, abends gilt aber ab 21:00 Uhr Ortszeit eine Ausgangssperre.

Die türkische Regierung hatte Ende April angesichts hoher Corona-Infektionszahlen den 17 Tage langen Lockdown verhängt. Die Menschen durften nur aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Strasse. Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf nötig sind, mussten schliessen.

Ausgangsbeschränkungen gelten nun weiter am Wochenende, die Einwohner dürfen dann nur für dringende Besorgungen auf die Strasse. Auch Cafés und Restaurants bleiben vorerst weiter geschlossen und dürfen nur Lieferservice anbieten.

Einkaufszentren und Bekleidungsgeschäfte öffnen wieder. Zu eventuellen Schulöffnungen will sich das Bildungsministerium noch äussern. Die Regelungen gelten vorerst bis 1. Juni.

Vor dem Lockdown hatte die Zahl der Neuinfektionen zwischenzeitlich bei mehr als 60.000 Fällen pro Tag gelegen. Sie ist inzwischen auf rund 11.000 Fälle täglich gesunken. Ziel der Regierung ist, die Zahl auf 5000 zu drücken.

Touristen sind in der Türkei von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Diese Regelung sowie ein Verbot des Verkaufs von Alkohol während des Lockdowns waren scharf kritisiert worden. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftssektor in der Türkei.

Neue Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen an Pfingsten in Berlin

00:00 Uhr: Am Pfingstwochenende stehen Berlin erneut Demonstrationen von Kritikern der Corona-Einschränkungen und sogenannten Querdenkern bevor.

Bei der Polizei sind für den 22./23. Mai mehrere Kundgebungen und Demonstrationszüge mit teilweise bis zu 16.000 Teilnehmern angemeldet. Zudem soll am Pfingstsonntag eine Demonstration gegen hohe Mieten mit 10.000 Teilnehmern durch die Hauptstadt ziehen.

Die Demonstrationen sind sowohl für den Samstag vor Pfingsten als auch für Sonntag angemeldet. Der Titel lautet: "Für Frieden Freiheit und Grundrechte".

Vier Demonstrationszüge sollen aus verschiedenen Richtungen jeweils etwa über acht Kilometer zum Grossen Stern im Bezirk Tiergarten ziehen. Dort ist dann eine Kundgebung geplant.

Parallel dazu ist am Brandenburger Tor eine Kundgebung mit 500 Teilnehmern angemeldet. Für 16:00 Uhr ist eine weitere Demonstration mit 5.000 Teilnehmern geplant. Start und Endpunkt ist das Brandenburger Tor.

Für Sonntag listet die Polizei eine ähnliche Veranstaltung auf. Derzeit sei die Polizei noch in Gesprächen mit den Veranstaltern, hiess es. Bei Zeiten und Orten könne es noch Änderungen geben.

Alle Corona-Meldungen vom 16. Mai zum Nachlesen finden Sie hier

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.