• 16:40 Uhr: ➤ Deutschland streicht Italien und Tschechien von der Liste der Risikogebiete
  • 15:02 Uhr: Delta-Variante des Coronavirus führt wohl öfter zu schweren Erkrankungen.
  • 13:05 Uhr: Münchner EM-Spiele vor jeweils rund 14.000 Zuschauern
  • 11:53 Uhr: Dresdner Hochhaus unter Quarantäne - Corona-Tests für alle Bewohner
  • 10:02 Uhr: Stiko-Chef: "Keine Empfehlung für alle gesunden Kinder zu erwarten"
  • 08:48 Uhr: CDU-Politiker Mario Voigt: Bei Inzidenz unter 20 alle Auflagen streichen

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➤ Italien und Tschechien ab Sonntag keine Corona-Risikogebiete mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien, Tschechien und weite Teile Österreichs von der Liste der Risikogebiete.

Das gilt auch für einige der beliebtesten Urlaubsgebiete Kroatiens, 8 von 26 Schweizer Kantonen sowie für die französische Insel Korsika, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Hinzu kommen einige Überseegebiete Frankreichs und der Niederlande sowie der Vatikan. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen bei Einreise noch einen negativen Test vorweisen.

Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für die Türkei, Schweden und Litauen. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft.

Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen bei Einreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren.

Als Hochinzidenzgebiete werden in der Regel Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) über 200 liegt. Als Risikogebiete gelten weiterhin mehr als 100 Länder mit einer Inzidenz über 50.

Neu auf der Liste der Risikogebiete sind nur zwei Regionen in Norwegen. Es wird aber ein weiteres Land in die höchste Risikokategorie eingestuft: Uruguay wird zum Virusvariantengebiet mit besonders ansteckenden oder gefährlichen Mutationen des Coronavirus.

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Die weiteren Corona-News des Tages:

Dänemark hebt Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland auf

17:42 Uhr: Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. "Deutschland öffnet sich wieder für uns", sagte Aussenminister Jeppe Kofod am Freitag.

Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen.

Auch von Reisen nach Italien, Österreich, Ruanda und der Slowakei sowie einigen Regionen in Griechenland, Kroatien und der Schweiz rät das dänische Aussenministerium nicht mehr ab. Wie in Deutschland sind die Infektionszahlen auch hier zuletzt gesunken.

Merkel für Verlängerung der "epidemischen Lage"

17:01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist trotz sinkender Corona-Zahlen dafür, dass der Bund auch über Ende Juni hinaus bestimmte Sonderbefugnisse zur Regelung von Corona-Massnahmen behält.

Die Bundeskanzlerin halte es für sinnvoll, dass die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" verlängert werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag auf Nachfrage in Berlin. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung darüber Sache des Bundestages ist.

Laut Infektionsschutzgesetz kann der Bundestag eine solche "epidemische Lage" feststellen und wieder aufheben. Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht direkt ohne Zustimmung des Bundesrates, Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Üblicherweise brauchen Verordnungen der Regierung das Ok der Länderkammer, anders als Gesetze aber keine Zustimmung des Bundestags.

Eine "epidemische Lage" liegt vor, «wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht», heisst es im Infektionsschutzgesetz.

Sie endet automatisch, wenn der Bundestag sie nicht nach Ablauf von drei Monaten erneut verlängert. Das wäre Ende Juni der Fall. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben sich nach dpa-Informationen bereits auf eine Verlängerung verständigt.

Bislang 37 mit Corona infizierte Häftlinge in Werl

15:57 Uhr: Im Gefängnis in Werl hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. 37 der mehr als 1.000 Häftlinge seien betroffen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Freitag.

Nach Angaben von Anstaltssprecherin Verona Voigt rechnet die Gefängnisleitung mit weiteren Fällen. Die Betroffenen Insassen wurden in eine Quarantänestation auf dem Gelände verlegt.

Die Kapazitätsgrenzen seien aber noch längst nicht erreicht. Im Haus 2 könnten mehrere Ebenen für die Quarantäne genutzt werden, erklärte Voigt.

Nach Angaben des Justizministeriums sind die Gefängnisse im Land bislang nur in geringem Masse betroffen. Zuletzt hatte es Ende Mai 17 positiv getestete Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Münster gegeben.

Stiko-Chef: Beschlussentwurf zu Kinder-Impfung verschickt

15:31 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihren Beschlussentwurf zu Corona-Kinderimpfungen an Länder und Fachgesellschaften geschickt. Das sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, ohne sich zu Details zu äussern.

Zuvor hatten aber Mertens und andere Stiko-Mitglieder deutlich gemacht, dass keine allgemeine Empfehlung zum Impfen von Kindern zu erwarten ist.

In einem sogenannten Stellungnahmeverfahren können die Adressaten nun noch Anmerkungen und Einsprüche einbringen. Ein Beschluss der Stiko und eine offizielle Bekanntgabe der Empfehlung mit wissenschaftlicher Begründung ist Mertens zufolge kommende Woche zu erwarten. Der Virologe betonte die Vorläufigkeit des Papiers, das nun im Umlauf sei.

Mertens sagte zuvor am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin": "Es ist keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten." Ähnlich hatten sich zuletzt auch weitere Stiko-Mitglieder geäussert.

Es fehlten noch Daten, um das Risiko einer COVID-19-Erkrankung bei Kindern genau gegen das mögliche Risiko einer Impfung abwägen zu können. Erwartet wird eher eine eingeschränkte Empfehlung der Stiko - etwa für Kinder mit Vorerkrankungen.

Wohl höheres Risiko schwerer COVID-Verläufe bei Delta-Variante

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus könnte laut vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde häufiger zu schwereren COVID-19-Erkrankungen führen.

"Erste Erkenntnisse aus England und Schottland legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante", heisst es in einer aktuellen Risikoeinschätzung von Public Health England.

Als Alpha-Variante wird die zunächst in Grossbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 bezeichnet.

Nach Aufhebung der Priorisierung: Massendrängelei vor Impfzentrum in Bologna

Vor einem Impfzentrum in der italienischen Stadt Bologna kam es am Mittwoch zu einer Massendrängelei. Circa 5.000 Menschen versuchten, eine Corona-Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu bekommen. Zum Teil standen die überwiegend jungen Impfwilligen die ganze Nacht vor dem Zentrum an.

Einige Regionen zeigten einen Anstieg von Krankenhauseinlieferungen, allerdings liesse sich der nationale Trend noch nicht abschätzen, so die Behörde.

Deutlichere Belege gibt es hingegen bereits dafür, dass die Delta-Variante wohl deutlich ansteckender ist als die Alpha-Variante. Public Health England geht aufgrund verschiedener Analysen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer "substanziell erhöhten Wachstumsrate" aus. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach mit Blick auf den Bericht von "schlechten Nachrichten" zur Delta-Variante.

Auch eine Preprint-Studie aus Indien beschäftigt sich mit der Delta-Variante. Forscherinnen und Forscher unter anderem des National Centre for Disease Control in Neu Delhi gehen davon aus, dass die Übertragbarkeit um 50 Prozent höher ist als bei der Alpha-Variante.

Die Delta-Variante könne demnach sehr schnelle Ausbrüche verursachen, bei denen sich auch Geimpfte infizieren. In der Studie heisst es, dass frühere Infektionen und unvollständige Impfungen nicht ausreichten, um die Verbreitung der Delta-Variante zu verhindern, wie dies in Delhi gesehen werden konnte.

Zwar dürften Impfungen gegen die Delta-Mutante wirken, allerdings wohl weniger effizient als gegen andere Varianten. Der Impfschutz dürfte laut Public Health England nach der zweiten Dosis bei Delta aber deutlich besser sein als nach nur einer Dosis - allerdings ist er wohl auch dann noch etwas niedriger als etwa bei der Alpha-Variante. Beim Astrazeneca-Impfstoff gebe es hierbei noch Unsicherheiten, so die Behörde.

Die Delta-Variante spielt in Deutschland nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an untersuchten Proben aus der Woche vom 17. bis 23. Mai betrug 2,1 Prozent. Das geht aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervor. Es dominiert mit 93 Prozent die Alpha-Variante.

Seehofer nach vier Wochen Corona-Quarantäne wieder im Ministerium

14:20 Uhr: Nach einer überstandenen Corona-Infektion kehrt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an diesem Montag zurück nach Berlin.

"Der Bundesinnenminister ist gesund, er wurde negativ getestet und kann jetzt die Quarantäne verlassen", sagte ein Sprecher am Freitag. Ab Montag werde er seine Amtsgeschäfte wieder von Berlin aus führen und nicht mehr aus dem Home Office.

Der CSU-Politiker war am 10. Mai positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich daraufhin in häusliche Isolation begeben. Ins Krankenhaus musste der 71-Jährige dem Vernehmen nach nicht. Seehofer war am 14. April erstmalig gegen COVID-19 geimpft worden. Ihm wurde das Präparat von Biontech/Pfizer verabreicht.

Frankreich erlaubt Geimpften bald Einreise ohne PCR-Test

13:51 Uhr: Frankreich erlaubt bei vollständiger Impfung gegen das Coronavirus künftig wieder die Einreise aus anderen europäischen Ländern ohne PCR-Test. Die Regelung soll von Mittwoch an gelten, wie das Verkehrsministerium am Freitag über Twitter bekanntgab.

Aktuell muss ein PCR-Test mit negativem Ergebnis vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden ist. Frankreich gehört zu den Ländern, die von der Pandemie besonders schwer getroffen wurden. Mittlerweile ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) aber deutlich gesunken. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft.

Die Regelung gilt nur für vollständig Geimpfte. Konkret bedeutet dies, dass bei Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Astrazeneca oder Moderna zwei Wochen nach der letzten Dosis kein Testnachweis mehr nötig ist. Mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson fällt die Pflicht nach vier Wochen weg.

Andere Impfstoffe werden nicht berücksichtigt. Ein PCR-Test entfällt nach vollständiger Impfung auch bei Einreisen aus Australien, Japan und Israel. Wer aber beispielsweise aus Grossbritannien oder den USA kommt, braucht ihn weiterhin.

Auch britische Behörde lässt Biontech-Impfstoff für Teenager zu

13:25 Uhr: Auch die britische Zulassungsbehörde hat den Biontech/Pfizer-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Man habe die klinischen Studiendaten für diese Altersgruppe geprüft und komme zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung die Risiken übersteige, teilte die Chefin der Behörde am Freitag in London mit.

Nun muss die britische Impfkommission ihr Urteil darüber fällen, ob und wie die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der nationalen Impfkampagne geimpft werden sollen.

Zuvor hatte bereits die europäische Zulassungsbehörde EMA grünes Licht für das Mittel in der Altersgruppe gegeben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatte sich aufgrund der noch lückenhaften Studienlage allerdings bislang zurückgehalten, eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche auszusprechen.

Münchner EM-Spiele vor jeweils rund 14.000 Zuschauern

13;05 Uhr: Jeweils rund 14.000 Zuschauer sollen die Spiele bei der Fussball-EM in München besuchen dürfen. Dies kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts am Freitag an und sprach von einer Stadionauslastung von "bis zu 20 Prozent". Zunächst hatte die "Bild" darüber berichtet.

"Die Fussball-EM ist eine Sondersituation, die wir haben", erklärte Söder. Die Partien vor Zuschauern könnten als Pilotprojekt für den weiteren Profisport betrachtet werden. Die EM-Spiele würden mit einem strengen Hygiene- und Sicherheitskonzept begleitet werden.

In der Münchner Allianz Arena finden bei der Europameisterschaft vom 11. Juni bis zum 11. Juli zunächst die drei deutschen Vorrundenspiele statt. Joachim Löws Mannschaft trifft am 15. Juni auf Weltmeister Frankreich, am 19. Juni auf Titelverteidiger Portugal sowie am 23. Juni auf Aussenseiter Ungarn. Zudem ist am 2. Juli ein Viertelfinale angesetzt. Die DFB-Elf würde dem Spielplan zufolge aber nur als Gruppendritter zum K.o.-Duell nach München zurückkehren.

Die Europäische Fussball-Union (UEFA) hatte Ende April die bayerische Landeshauptstadt als Mitgastgeber der EM bestätigt, strittig blieb aber die Zuschauer-Frage. Der Verband verlangte von München eine Garantie, dass die Partien vor Fans ausgetragen werden dürften.

Die Staatsregierung gab diese Zusicherung damals nicht. "Alles ist vorbehaltlich der pandemischen Lage", hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betont. Bilbao und Dublin verloren im Gegensatz zu München ihre EM-Gastgeberrollen wegen der fehlenden Zusage in der Fan-Frage.

Für die Landeshauptstadt wurde in einem sogenannten Leitszenario eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern als realistisch eingestuft. Münchner Planspiele reichten aber auch von Geisterspielen bis hin zu einer Maximalauslastung mit 27.000 Fans. Nun dürfen also bis zu 14.000 Besucher ins Stadion kommen. "Die Behörden vor Ort entscheiden vor den Spielen, ob Zuschauer zugelassen werden oder nicht", hatte UEFA-Boss Aleksander Ceferin erklärt.

Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach sich zuletzt angesichts der sinkenden Corona-Zahlen für das Szenario mit rund 15.000 EM-Zuschauern in der Allianz Arena aus. "Ich bin schon der Meinung, wenn jeder fünfte Platz besetzt ist und die vorher getestet sind, bitteschön", sagte er im BR Fernsehen: "Dann rein mit den Leuten, hilft ja nix!"

Die Arena verfügt über 70 000 Sitzplätze. EM-Spiele mit Fans in München "könnten uns eine gewisse Normalität zurückgeben", hatte DFB-Organisationschef Philipp Lahm gesagt. Die Gesundheit müsse aber an erster Stelle stehen.

Herzmuskelentzündung durch Biontech-Impfung: Israel sieht Zusammenhang

Israel vermutet, dass der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer Herzmuskelentzündungen hervorruft. Die Untersuchungen seien aber noch nicht vollständig abgeschlossen.

Ein Fünftel der Deutschen vollständig gegen Corona geimpft

12:22 Uhr: In Deutschland hat inzwischen ein Fünftel der Menschen den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus erhalten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 11.10 Uhr) sind 45 Prozent der Deutschen (37,4 Millionen Menschen) mindestens einmal geimpft worden, 20,1 Prozent (16,7 Millionen Menschen) sind vollständig geimpft.

Demnach sind bislang insgesamt 53,4 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Donnerstag wurden laut RKI 614.111 Dosen gespritzt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Freitag auf Twitter: "Dank dieses Fortschritts können wir ab Montag die Prio aufheben – auch wenn wir noch einige Wochen Geduld miteinander brauchen, bis alle, die wollen, geimpft sein werden." Am Montag soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden, in einigen Bundesländern auch schon etwas früher.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 48,3 Prozent. Sachsen liegt mit 40 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland auch bei der Berücksichtigung aller verabreichter Impfdosen beim Tempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch die wenigsten Impfdosen erhalten.

Dresdner Hochhaus unter Quarantäne - Corona-Tests für alle Bewohner

11:53 Uhr: Nach dem Tod eines an COVID-19 erkrankten Indien-Rückkehrers in Dresden werden sämtliche Bewohner des Hochhauses auf das Coronavirus getestet. Polizei und Feuerwehr unterstützen das Gesundheitsamt, teilte die Stadt am Freitag mit.

Das Studentenwohnheim nahe der Dresdner Innenstadt steht seit Donnerstagabend unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt hatte verpflichtende Corona-Tests für die Bewohnerinnen und Bewohner angeordnet, um mögliche Infektionsketten zu durchbrechen. Die Bewohner dürfen das Haus bis einschliesslich 8. Juni nicht verlassen.

Am Freitagvormittag war etagenweise mit den PCR-Tests begonnen worden. Parallel wurden die Daten der Bewohner erfasst. Laut einem Sprecher der Stadt Dresden sollten die Corona-Tests bis zum frühen Nachmittag dauern. Die Polizei kontrolliert Ein- und Ausgänge.

Hintergrund ist der Tod eines am Coronavirus erkrankten jungen Mannes nach seiner Rückkehr aus Indien. Sein Gesundheitszustand hatte sich nach einem zunächst guten Allgemeinzustand laut Stadt rapide verschlechtert. Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Infektion auf eine Virusvariante zurückzuführen sei, hiess es.

Derzeit ist noch unklar, wie viele Menschen in dem Studentenwohnheim von der Quarantäne betroffen sind. Das Brand- und Katastrophenschutzamt hat die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten übernommen.

KMK-Präsidentin: Schulöffnung nicht von Impfungen abhängig machen

11:40 Uhr: Nach den Sommerferien soll es an den Schulen in Deutschland mit vollem Präsenzbetrieb weitergehen, unabhängig davon, ob Schüler geimpft sind oder nicht. Das sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, am Freitag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Geimpfte Kinder machten die Schule "natürlich auch sicherer". Die Eltern müssten mit den Ärzten ihres Vertrauens darüber beraten, wann und ab welchem Alter sie ihre Kinder impfen lassen wollten. Je jünger die Kinder, desto zurückhaltender seien die Empfehlungen der Kinder- und Jugendärzte.

"Für uns ist wichtig, dass unabhängig davon, ob die Kinder geimpft sind, die Schulen trotzdem in voller Präsenz öffnen können." Sie hoffe, dass der Unterricht nach den Sommerferien "so normal wie möglich" mit "voller Klassenstärke" weitergehen werde.

Corona-Lage in Deutschland: Inzidenz sinkt unter 30

Die Inzidenz in Deutschland sinkt weiter - am Freitagmorgen vermeldete das RKI einen Wert von unter 30. Wegen der guten Inzidenzwerte gibt es weitere Lockerungen in vielen Bundesländern.

Drehstopp für "Mission: Impossible 7" nach positivem Corona-Test

11:01 Uhr: Die Dreharbeiten zu dem Action-Streifen "Mission: Impossible 7" sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Ein Sprecher für die Paramount-Produktion bestätigte am Donnerstag die Drehpause bis zum 14. Juni, wie die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichteten. Es gab aber keine Angaben zu der betroffenen Person. Der Fall sei bei routinemässigen Tests entdeckt worden, hiess es.

Der Film mit Tom Cruise als Agent Ethan Hunt unter der Regie von Christopher McQuarrie wird derzeit in England gedreht. Im Februar 2020 war der Drehauftakt in Italien mit Beginn der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt worden.

Die Filmarbeiten waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst angelaufen. Im September stand das Team um Cruise wieder vor der Kamera. Der siebte Teil der "Mission: Impossible"-Agentensaga soll im Mai 2022 in den Kinos starten.

Besuche auf Zypern wieder ohne Quarantäne möglich

10:34 Uhr: Auf der geteilten Mittelmeerinsel Zypern kann man wieder den jeweils anderen Teil besuchen, ohne wegen der Corona-Pandemie in Quarantäne zu müssen. An den insgesamt neun Kontrollstellen sind seit Freitag nur noch negative PVR-Tests erforderlich.

Begründet wird dies damit, dass sich die Lage inzwischen deutlich gebessert hat. Die Übergänge zwischen dem türkisch-zyprischen Norden und dem griechisch-zyprischen Süden waren seit Monaten praktisch geschlossen, weil der Übergang mit Quarantäne verbunden war. Auf Zypern leben annähernd 900.000 Menschen.

Das kleine EU-Land ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt - in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden. Die gesamte Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. Regelwerk und Recht der EU gelten bislang jedoch nur im Süden. Zahlreiche Bemühungen, die Teilung zu überwinden, sind bislang gescheitert.

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Stiko-Chef: "Keine Empfehlung für alle gesunden Kinder zu erwarten"

10:02 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat in der Debatte um Corona-Kinderimpfungen angedeutet, dass es keine generelle Empfehlung geben wird. "Es ist keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten", sagte Mertens am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Für die Empfehlung einer Impfung bei allen gesunden Kindern reichten die Daten bei weitem nicht aus.

Die Experten haben demnach viele verfügbare Daten aus Studien zusammengetragen. "Es sind alle Ergebnisse so, dass man sicher daraus keine Argumentation für eine generelle Impfung aller gesunden Kinder ableiten kann". In den nächsten Tagen will die Stiko ihre Empfehlung offiziell bekanntgeben.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Mertens um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen geworben. In der Debatte seien viele Argumente "leichthin genannt worden, die einer Nachprüfung nicht standhalten", kritisierte Mertens.

So sei es zum Beispiel "nicht besonders sinnvoll", das Thema Schule mit der Impfdebatte zu verknüpfen. "Die Stiko - und ich glaube auch viele andere vernünftige Leute - halten diese sprachliche Verbindung von Impfung als Voraussetzung für das normale Leben der Kinder für einen Irrweg."

Britische Reisebranche empört über Verschärfung von Reiseregeln

09:28 Uhr: Die auf Erholung hoffende britische Reisebranche hat die Verschärfung der Corona-Reiseregeln ihrer Regierung scharf kritisiert. Die Änderungen seien "unglaublich enttäuschend und verwirrend", sagte ein British Airways-Sprecher am Freitag laut "Sky News". Die hohe Impfquote in Grossbritannien, die auch in anderen Ländern zunehme, solle es eigentlich ermöglichen, mehr Länder auf die "grüne Liste" ohne Quarantänepflicht nach der Rückkehr zu setzen.

Die Regierung hatte am Donnerstag Portugal nach nur drei Wochen von der Liste entfernt und keinerlei weitere Länder hinzugefügt. So ist aktuell aus fast allen Ländern in Europa nach der Rückkehr eine mindestens fünftägige Quarantäne Pflicht - bei Hochrisikogebieten sogar für zehn Tage im Hotel. Die irische Billig-Airline Ryanair beklagte laut "Sky News", es gebe keine Rechtfertigung für die Einstufung Portugals.

Der Chef des grössten Londoner Flughafens Heathrow, John Holland-Kaye, warf der Regierung vor, der Branche "einen weiteren verlorenen Sommer für die Reisebranche" zu bescheren. Das Land müsse dringend Regeln für geimpfte Ankommende einführen, verpflichtende Tests günstiger machen und Flugverbindungen mit wichtigen Handelspartnern wieder ermöglichen.

CDU-Politiker Mario Voigt: Bei Inzidenz unter 20 alle Auflagen streichen

08:48 Uhr: Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen, Mario Voigt, fordert, bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von 20 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner sämtliche Corona-Auflagen aufzuheben. "Spätestens ab einem Inzidenzwert von 20 müssen wir alle Corona-Beschränkungen streichen", sagte der CDU-Fraktionschef im Landtag der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Wir dürfen den Menschen in Deutschland nicht mit unnütz gewordenen Massnahmen den Sommer vermiesen", warnte Voigt. Es gelte, "endlich den Menschen was zuzutrauen".

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen war in den vergangenen Wochen bundesweit und auch in Thüringen stark gefallen. Sie lag im Freistaat am Donnerstag bei 38,6 und näherte sich damit weiter dem deutschen Durchschnitt von 34,1 an.

Unter dem von Voigt genannten Inzidenzwert lagen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Donnerstag Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg.

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Die Vorbereitung zählt: So meistern Sie eine mögliche Quarantäne

Die Corona-Pandemie dauert weiter an, die Fallzahlen stiegen zuletzt stetig. Dabei ist längst klar: Es kann jeden treffen - ob nun als Erkrankten oder als Kontaktperson. Was folgt, ist die Isolation oder häusliche Quarantäne. Mit diesen Tipps wird die Zeit so angenehm wie möglich.

Küsten-Tourismus kommt in Schwung - Fachkräfte fehlen

07:56 Uhr: Rund drei Wochen nach der Tourismus-Öffnung in Niedersachsen macht sich an Urlaubsorten entlang der Nordseeküste Erleichterung breit - der Tourismus kommt langsam wieder in Fahrt. "Die bleierne Schwere der vergangenen Monate ist weg. Die Insel füllt sich langsam", sagte der Geschäftsführer der Nordseeheilbad Borkum GmbH, Göran Sell, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Zuversichtlich blicken Touristiker vor allem auf dieses Wochenende: Das verlängerte Wochenende nach Fronleichnam wird traditionell besonders von Gästen aus Nordrhein-Westfalen für Urlaube gebucht.

Nach dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg Mitte Mai, touristische Übernachtungen für Urlauber aus ganz Deutschland wieder zu erlauben, seien zunächst viele Stammgäste aktiv geworden. "Die Buchungszahlen schossen in die Höhe", sagte Sell mit Blick auf Borkum. Nun sei aber auch eine gestiegene Nachfrage bei Gästen zu registrieren, die Deutschland-Urlaub neu für sich entdeckten. Dieser Trend komme der Küste und den Inseln zu Gute, sagte Sell.

Fehlende Fach- und Saisonarbeitskräfte trüben indes im Gastgewerbe den Blick auf die Hauptsaison im Sommer. "Das wird ein Problem entlang der ganzen Küste werden", sagte die Tourismusreferentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland/Papenburg, Kerstin Kontny. Viele Saisonkräfte, die aus dem Ausland sonst zum Arbeiten an die Küste kämen, hätten dieses Jahr wegen der zunächst unklaren Perspektive im Tourismus bereits in anderen Ländern oder anderen Branchen Jobs gefunden.

Strenge Corona-Regeln: Alpenverein fürchtet schwierige Hütten-Saison

07:28 Uhr: Wegen strenger Corona-Regeln für Übernachtungsgäste stellt sich der Deutsche Alpenverein (DAV) auf eine schwierige Hütten-Saison in Bayern ein. "Wenn die Restriktionen so bleiben, sehen wir für diese Saison eher schwarz", sagte der Bereichsleiter Alpine Raumordnung beim DAV, Hanspeter Mair. "Dann wird die Belegungssituation noch schlechter als im Vorjahr."

Hätten im vergangenen Sommer noch bis zu zehn Wanderer in einer festen Gruppe in einem Raum übernachten dürfen, sei momentan im Freistaat nur ein Haushalt pro Zimmer erlaubt, sagte Mair. "Der Übernachtungsbetrieb ist dadurch schwer möglich. Das ist unbefriedigend, um es diplomatisch zu formulieren."

Mit Blick auf die Regeln im Nachbarland Österreich fordert der DAV Nachbesserungen vom Freistaat. "In Tirol kann man auch mit festen Wandergruppen im gleichen Raum übernachten", sagte Mair. "Da wird viel mehr gehen als in Deutschland. Natürlich wünschen wir uns da, dass wir eine Angleichung der Regeln bekommen."

Schliesslich trügen die DAV-Hütten auch zur Besucherlenkung in den Alpen bei, betont Mair. "Der Drang nach draussen ist da. Wenn die Menschen bei uns nicht übernachten dürfen, werden sie wildcampen oder nach Tirol fahren." Das Interesse an Übernachtungen in den 67 bewirtschafteten Hütten des Verbands sei wieder gross, in einigen Hütten seien schon sämtliche Sommerwochenenden ausgebucht.

Wer noch spontan am Wochenende am Berg übernachten möchte, sollte sich aber gut vorbereiten. Derzeit sind nach Angaben des Deutschen Alpenvereins nur rund 30 seiner Hütten geöffnet. "Ein paar haben nur To-go-Angebote, andere nur Aussengastronomie", sagte Mair. Im Allgäu würden einige Hütten wegen nach wie vor verschneiter Wege erst Mitte oder Ende des Monats öffnen.

Grüne fordern bessere Datenerhebung zur Vermeidung neuer Corona-Welle

07:01 Uhr: Die Grünen fordern von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine bessere Datenerfassung in der Corona-Pandemie. "Um eine vierte Welle zu vermeiden, brauchen wir präzisere Daten für ein realistisches Lagebild", sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).

So müssten Infektionen trotz eines vollständigen Impfschutzes systematisch erfasst werden. Auch müsse detailliert erhoben werden, welche Risikogruppen noch nicht geimpft seien.

Bei der Impfpriorisierung sei bisher richtigerweise geschaut worden, welche Menschen die grössten Risiken für schwere Krankheitsverläufe hätten, sagte Dahmen. Allerdings wisse man inzwischen, dass die Impfung bei bestimmten Risikogruppen schlechter wirke als bei den anderen. "Wir sollten die kommende Grippeimpfung nutzen, um den relevanten Risikogruppen gleichzeitig eine COVID-Auffrischimpfung anzubieten", schlug Dahmen vor.

RKI registriert 3.165 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 29,7

06:29 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3.165 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7.380 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 29,7 an (Vortag: 34,1; Vorwoche: 39,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 86 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 192 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.695.633 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.527.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.026 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

SPD-Vize Serpil Midyatli kritisiert Jens Spahns Impfkampagne

05:34 Uhr: SPD-Bundesvize Serpil Midyatli hat von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen stärkeren Fokus auf abgehängte Bevölkerungsschichten bei Schutzimpfungen gegen COVID-19 gefordert. "In den USA können wir sehen, dass die Impfbereitschaft besonders bei jungen Menschen und in sozial benachteiligten Quartieren abnimmt", sagte Midyatli der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Das ist auch nicht allzu verwunderlich, da diese Menschen es gewohnt sind, dass man sich kaum um sie kümmert."

Derzeit sei der Impfstoff zwar noch knapp, sagte die SPD-Politikerin. "Ein Blick – zum Beispiel in die USA – zeigt aber, dass das nächste grosse Problem die Impfmüdigkeit sein wird." Die geplante Aufhebung der Priorisierung komme hauptsächlich gut informierten und durchsetzungsstarken Menschen zugute.

"Deshalb müssen wir auf alle anderen jetzt zugehen, damit sie die Hoffnung nicht verlieren und den Impfstoff in die Quartiere tragen", sagte Midyatli. Viele von diesen Menschen hätten nicht einmal einen Hausarzt. "Denn leider sind ausgerechnet diese Stadtteile vom eklatanten Hausärztemangel am stärksten betroffen."

Tierschützer befürchten Abgabewelle bei Corona-Haustieren

04:50 Uhr: Tierschützer befürchten in Folge der "extremen Nachfrage nach Haustieren" in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. "Viele Menschen haben sich womöglich spontan, aus Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen (...) ein Tier beim Züchter oder schlimmstenfalls über dubiose Internetanzeigen gekauft", sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt schon von "Corona-Abgaben".

Dabei handelt es sich den Informationen zufolge etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. "Eine grössere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge gross", sagte Schmitz.

Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten "Haustierboom" geführt. Dabei stützen sich die Tierschützer auf Informationen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH). Demnach nahm im Corona-Jahr 2020 die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten im Vorjahresvergleich um knapp eine Million Tiere zu.

Hundehaltern, die sich mit ihrem Tier überfordert fühlen, empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten den Besuch einer Hunde- oder Welpenschule. "Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen", ergänzte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.