• An Mats Hummels und dessen Auftritt gegen seinen Ex-Verein FC Bayern München scheiden sich die Geister.
  • Der BVB-Kapitän gilt unter seinen Kritikern spätestens nach der Beteiligung an allen drei Gegentoren als Auslaufmodell.
  • Offiziell sehen das die Verantwortlichen der Borussia anders.
  • Hinter den Kulissen aber bauen sie wohl an der Beseitigung der Abwehrschwäche.

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Spätestens seit Mats Hummels' mindestens unglücklichem Auftritt im Spitzenspiel gegen den FC Bayern stellt sich die Frage, wie die Dortmunder Deckung in Zukunft aussehen und besser werden soll. Nach 14 Bundesligaspielen haben immerhin neun Vereine weniger Gegentore (22) zu verzeichnen als der BVB - obwohl die Schwarz-Gelben auf Rang zwei stehen. Selbst der Vorletzte, Arminia Bielefeld, weist diesbezüglich eine bessere Bilanz auf (20).

Der aus Stuttgart geholte neue Stammtorwart Gregor Kobel hat erst einmal zu Null gespielt, weist aber mit 2,71 den besten "kicker"-Notenschnitt seiner bisherigen Karriere auf. Ein Torwartproblem hat Borussia Dortmund nachweislich nicht. Es hakt in der Reihe vor Kobel.

Routinier und Nationalspieler Hummels leitete gegen den FC Bayern per Fehlpass das 0:1 ein, wurde vor dem 0:2 aus kurzer Distanz im Strafraum angeschossen und spielte vor dem Strafstoss zum 0:3 den Ball mit dem Ellbogen. Der 32-Jährige gilt inzwischen in Laufduellen als zu langsam und als Sicherheitsrisiko für den Spielaufbau aus der Defensive.

Manuel Akanji, Borussia Dortmund, FC Bayern München, 2021/22, Bundesliga, 14. Spieltag
Manuel Akanji, im Januar 2018 aus Basel nach Dortmund gekommen, steht für die Saison 2022/23 angeblich auf der Einkaufsliste Real Madrids.

Matthias Sammer stützt Mats Hummels

Deren einstiger Chef, Matthias Sammer, verteidigte Hummels nach dem 2:3 gegen den Ex-Klub gegenüber der "Sport Bild" wie zum Trotz: "Mats hat einen grossen Mehrwert für den BVB. Er tut uns als Persönlichkeit, Führungsspieler, mit seiner Zweikampfstärke und seinem Aufbauspiel sehr gut."

Wataru Endo, Benno Schmitz, Marvin Schwäbe, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Bundesliga, 34. Spieltag
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Doch aus der gleichen Redaktion kam tags darauf die Information, Borussia Dortmund plane die Verpflichtung zweier Nationalverteidiger: Im Gespräch seien Niklas Stark von Hertha BSC und Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg.

Dies hängt nicht nur mit Hummels' angeblichem Überschreiten seines Zenits zusammen. Zudem funktioniert aufgrund seines Verletzungspechs auch Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou nicht wie gewünscht. 54 Bundesligaeinsätze seit dem Wechsel des Franzosen aus Paris ins Revier sprechen für sich. Möglich gewesen wären aktuell 150, also rund dreimal so viele.

Real Madrid soll Manuel Akanji auf dem Zettel haben

Und mit Manuel Akanji hat ein konstant starker Abwehrspieler des BVB längst das Interesse potenzieller ausländischer Abnehmer geweckt. Real Madrids Coach Carlo Ancelotti soll Berichten spanischer Medien zufolge seinen Wunsch, Akanji zu verpflichten, bereits bei seinem Präsidenten Florentino Perez hinterlegt haben. Akanjis Vertrag in Dortmund läuft am Saisonende 2022/23 aus. Anfang 2018 kam der Schweizer Nationalspieler für 21,5 Millionen Euro Ablöse vom FC Basel. Für 30 Millionen Euro sei der BVB bereit, Akanji ziehen zu lassen - sollten die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung scheitern.

Zurück zu den möglichen Erben Hummels und Akanjis. Starks Vertrag in Berlin läuft zum Saisonende aus. Im Alter von 26 Jahren ist der ehemalige Nürnberger ein etablierter Abwehrboss, Kapitän der Hertha und gestählt in vielen Kämpfen um den Klassenerhalt. Seinen Marktwert beziffert das Portal "transfermarkt.de" auf zehn Millionen Euro. Das entspricht einer Halbierung gegenüber dem Dezember 2019. Damals schätzte das Portal Starks Marktwert auf 20 Millionen Euro.

Schlotterbeck, vier Jahre jünger als Stark, bringt als frische Empfehlung den EM-Titel mit der U21 aus dem Sommer mit. Geradewegs schaffte es der Bruder von Keven Schlotterbeck, der ebenfalls beim SC unter Vertrag steht, anschliessend in den Kader von Bundestrainer Hansi Flick.

Nico Schlotterbeck äussert sich selbstbewusst zu seiner Zukunft

"Wenn ich meine Leistung bringe, klopfen noch grössere Vereine an", wusste Nico Schlotterbeck in einem Interview mit dem Sportmagazin "kicker". "Ich bin kein Typ, der unbedingt in England oder Spanien spielen will. Ich wollte immer in der Bundesliga spielen, und das am liebsten beim besten Verein."

Das ist aber der vor Borussia Dortmund platzierte Rekordmeister FC Bayern München. Von dessen möglichem Interesse an Schlotterbeck zeugte Julian Nagelsmanns Äusserung jüngst gegenüber Sport1. "Dass er ein guter Verteidiger ist, das sieht jeder", liess sich der Trainer der Münchner entlocken.

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Schlotterbecks Marktwert schnellte laut "transfermarkt.de" im Laufe der Saison 2021/22 von 7,5 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro empor. Vertraglich ist Schlotterbeck noch bis Saisonende 2022/23 an den SC Freiburg gebunden.

Verwendete Quellen:

  • sportbild.bild.de: BVB hat Hertha- und Freiburg-Star im Visier!
  • kicker.de: Schlotterbeck: "Gegen Haaland merkte ich, wie gut ich sein kann
  • sport1.de: Passt Schlotterbeck zu den Bayern?
  • diariogol.com: Carlo Ancelotti quiere a otro central y Manuel Akanji gusta mucho
Mit Material der dpa
Teaserbild: © imago images/ULMER Pressebildage/Markus Ulmer