• 22:37 Uhr: ➤ Vierter Corona-Fall: Hertha BSC in 14-tägiger Quarantäne
  • 17:44 Uhr: Impfrekord: Fast 740.000 Dosen an einem Tag verabreicht
  • 17:21 Uhr: Laschet gegen Alleingänge von Bundesländern bei Sputnik V
  • 15:42 Uhr: Gericht: keine besonderen Regeln für genesene Corona-Patienten
  • 15:26 Uhr: Leipziger Mediziner richtet Hilferuf an Michael Kretschmer

➤ Vierter Corona-Fall: Hertha BSC in 14-tägiger Quarantäne

Nach einem vierten Corona-Fall sind seit Donnerstag alle Spieler und der Betreuerstab von Hertha BSC in Quarantäne. Wie der Fussball-Bundesligist am Abend mitteilte, war im laufe des Tages ein Corona-Test bei Marvin Plattenhardt positiv ausgefallen. Vor dem 29-Jährigen hatten sich bereits Chefcoach Pal Dardai, sein Assistenzcoach Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt und mussten in häusliche Isolation.

Wegen der 14 Tage dauernden Quarantäne fallen gleich drei Bundesliga-Spiele aus. Man habe bei der Deutschen Fussball Liga (DFL) die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragt, teilte der Hauptstadt-Club mit. Die Quarantäne sei aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt, sagte Sportdirektor Arne Friedrich. "Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren", fügte er an.

Der ehemalige Nationalspieler hatte als Interimscoach für Dardai das Training übernommen und am Donnerstagnachmittag die erste Übungseinheit geleitet. Nach dem Training folgte der nächste Schock. Damit werden auch generelle Fragen zum Profifussball in der schwierigen Phase der Corona-Pandemie neu aufgeworfen.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Mecklenburg-Vorpommern zieht Corona-Notbremse

23:15 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die Corona-Notbremse. Landesweit dürfen private Treffen dann nur noch mit höchstens einer Person ausserhalb des eigenen Hausstandes stattfinden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstagabend in Schwerin ankündigte. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Ausserdem sollen die Schulen und die meisten Geschäfte sowie Museen und Freizeiteinrichtungen schliessen. Lediglich für die Abschlussklassen soll es weiterhin Präsenzunterricht geben. Zu den Ausnahmen im Einzelhandel zählen neben Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien auch Baumärkte, Buch- und Blumengeschäfte. Friseure können ebenfalls geöffnet bleiben. Fahrschulen müssen hingegen weitgehend schliessen.

Die entsprechenden Vorschläge sollen am Freitag dem Landtag vorgelegt werden, erläuterte Schwesig. Noch am selben Tag sollen die Massnahmen dann in eine Verordnung gegossen werden. Eine landesweite nächtliche Ausgangssperre soll es nicht geben, das sei rechtlich nicht möglich, sagte die Regierungschefin. Dies müssten die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte tun. Einige Regionen sind diesen Schritt bereits gegangen, darunter die Landeshauptstadt Schwerin.

Die Kindertagesstätten schliessen ab Montag ebenfalls, dies hatte das Sozialministerium bereits am Mittwoch verfügt. Für Kita-Kinder und jüngere Schüler bis Klasse sechs gibt es eine Notbetreuung. Wer ausserhalb von Mecklenburg-Vorpommern lebt, soll während des landesweiten Shutdowns seinen Zweitwohnsitz in MV nicht aufsuchen dürfen. Das soll auch für Dauercamper und Tagestouristen von ausserhalb gelten, so Schwesig.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag bei 149. In der Landeshauptstadt Schwerin mit einer Inzidenz von zuletzt 176,7 dürfen die Geschäfte schon von diesem Freitag an nicht mehr öffnen.

Rios Bürgermeister zum zweiten mal positiv auf Coronavirus getestet

22:09 Uhr: Der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, hat sich eigenen Angaben zufolge zum zweiten Mal mit dem Coronavirus infiziert. Paes sei am Donnerstag mit leichten Grippe-Symptomen aufgewacht und habe daraufhin einen Schnelltest gemacht, der positiv ausgefallen sei, teilte die Stadtverwaltung der brasilianischen Metropole mit. Paes war bereits im Mai positiv getestet worden, zeigte aber keine Symptome.

Brasilien ist derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas mehr als 13,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 360.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" sprach angesichts des fehlenden politischen Willens der Regierung in Brasília, auf die Gesundheitskrise zu reagieren, von einer "humanitären Katastrophe". Während Präsident Jair Bolsonaro einschränkende Massnahmen ablehnt, hatte etwa Rio die Massnahmen zuletzt verschärft.

Litauen verlängert Lockdown und beschliesst Corona-Lockerungen

21:09 Uhr: Litauen hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Lockdown bis Ende Mai verlängert. Zugleich beschloss das Kabinett in dem EU-Land am Donnerstag weitere Lockerungen. "Ich hoffe wirklich, dass alles sehr vorsichtig und schrittweise abläuft und zugleich Impfungen und Tests helfen, die Situation zu kontrollieren", sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern hatte Mitte Dezember einen Lockdown mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt.

Kinos und Theater sollen ab kommender Woche wieder Veranstaltungen mit begrenztem Publikum anbieten können. Auch Einkaufszentren dürfen dann unter der Woche wieder öffnen. Danach sollen Strassencafés und die Gastronomie tagsüber wieder öffnen. Kunden dürfen dabei nur im Freien bedient werden und maximal zu zweit an einem Tisch sitzen.

Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 230.000 Corona-Fälle in Litauen registriert, über 3.700 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Frankreich: Mehr als 100.000 Corona-Tote registriert

20:30 Uhr: Frankreich hat die Schwelle von 100.000 registrierten Corona-Toten überschritten. Damit ist Frankreich das erste Nachbarland Deutschlands, das diesen symbolischen Wert übersteigt. Die Behörden meldeten am Donnerstag 296 zusätzliche Tote - damit liegt die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 100.073. Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der COVID-19-Pandemie schwer getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, man werde kein Gesicht und keinen Namen der Gestorbenen vergessen.

Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte am Mittwoch ein Gedenken an die Toten angekündigt - aber keine Details und keinen Zeitpunkt genannt. Er warnte ausserdem, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter Frankreich liege - es gebe aber ermutigende Signale.

In ganz Frankreich gelten derzeit verschärfte Corona-Massnahmen. Ein Grossteil der Geschäfte ist geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen im Land ist eingeschränkt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Massnahmen vor zwei Wochen verkündet - zuvor hatten vor allem überlastete Krankenhäuser Alarm geschlagen. Die neuen Regeln sind aber deutlich weniger streng als in der Vergangenheit. Dafür gibt es in Frankreich bereits seit Monaten strenge nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

Israel hebt ab Sonntag Maskenpflicht im Freien auf

20:00 Uhr: Angesichts der niedrigen Corona-Infektionszahlen in Israel will das Land die Maskenpflicht im Freien von Sonntag an aufheben. Gesundheitsminister Juli Edelstein traf am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung, wie sein Sprecher bestätigte. Er folge damit den Empfehlungen von Gesundheitsexperten. In Innenräumen bleiben die bisherigen Anweisungen und die Maskenpflicht jedoch bestehen.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland immer weniger Neuinfektionen registriert - trotz weitreichender Lockerungen der Massnahmen. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 196 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,4 Prozent von 55.470 Tests fielen demnach positiv aus.

Auch die Zahl der Schwerkranken fiel - auf 209. Zuletzt war die Zahl am 14. Juli mit 190 Schwerkranken niedriger gewesen. Ende Januar gab es noch rund 1.200 schwerkranke Corona-Patienten in Israel.

Bisher haben mehr als 5,3 Millionen der rund 9 Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast fünf Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene geniessen wieder viele Freiheiten.

Mannheim führt Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein

19:33 Uhr: Mannheim führt eine Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein. Sie können ihre Einrichtungen ab kommenden Montag nur besuchen, wenn für sie zwei Mal pro Woche ein negatives COVID-19-Testergebnis vorgelegt wird, teilte die zweitgrösste Stadt im Land am Donnerstag mit. Ausnahmen gelten unter anderem für Kinder, bei denen aus medizinischen Gründen und durch ein Attest belegt weder ein Nasal- noch ein Spucktest möglich ist, sowie für geimpfte oder genesene Kinder. Auch für die Beschäftigten sind die Tests nun obligatorisch. Krippenkinder können, müssen aber nicht getestet werden.

In den vergangenen Wochen sind im Stadtgebiet Mannheim mehrfach Infektionsausbrüche in Kindertagesstätten aufgetreten, bei denen eine beträchtliche Zahl an Menschen positiv getestet wurde. Kinder sind in deutlich stärkerem Umfang betroffen und tragen aktiv zur Weitergabe der Infektion bei. Die Verfügung ist zunächst bis zum 9. Mai befristet.

Impfkommission: Impfreihenfolge nicht abschaffen

19:02 Uhr: Entgegen der Forderungen nach einem Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen hält die Ständige Impfkommission an der Impf-Reihenfolge zum Schutz von Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko fest. "Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem", sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) der "Rheinischen Post". "Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen", erklärte er. Die sogenannte dritte Welle könne durch eine Aufhebung der Reihenfolge auch nicht wesentlich beeinflusst werden, sagte Mertens. "Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen."

Zuvor hatte der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, das Ende der Impfpriorisierung gefordert. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", sagte Albrecht.

Auch die Landesärztekammer Thüringen plädiert für eine Abkehr von der starren Impfreihenfolge. "Solange der Impfstoff extrem knapp war, war die Priorisierung beim Impfen und deren strikte Einhaltung absolut richtig und notwendig", erklärte Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen am Donnerstag. Nachdem die besonders schützenswerten Gruppen aber nun weitgehend geimpft seien, gehe es um mehr Tempo beim Impfen. "Und wir brauchen damit verbunden mehr Flexibilität, damit am Ende nicht noch Impfstoffe verfallen, weil gerade niemand von der vorgeschriebenen Gruppe verfügbar war", sagte Lundershausen.

Dagegen warnte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, die Impfpriorisierung aufzugeben. Viele Bundesländer machten Angehörigen von Berufsgruppen und über 60-Jährigen ein Impfangebot, Betagte und Schwerkranke sowie ihre Kontaktpersonen aus den ersten beiden Prioritätsstufen hätten immer mehr das Nachsehen, sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur. "Doch die ethische Impfreihenfolge hat ihren Sinn und darf nicht weiter verwässert werden. Denn von den täglichen 300 gemeldeten Corona-Toten sind 90 Prozent über 70 Jahre alt", mahnte Brysch.

Royals müssen bei Trauerfeier Masken tragen und Abstand halten

18:34 Uhr: Grossbritanniens königliche Familie muss bei der Trauerfeier für Prinz Philip Schutzmasken tragen und Abstand halten. Das geht aus den Details zur Zeremonie am Samstag auf Schloss Windsor hervor, die am Donnerstag bekanntgegeben wurden.

Statt den Gästen selbst soll wegen der Corona-Ansteckungsgefahr nur ein kleiner Chor aus vier Personen bei der Zeremonie singen. Ausserdem wird die musikalische Untermalung durch die Vertreter der Royal Navy und der Marine eine zentrale Rolle spielen. Zu den 30 Gästen gehören neben dem engsten Familienkreis auch drei Vertreter von Philips adeliger deutscher Verwandtschaft. Der Herzog von Edinburgh und Ehemann von Queen Elizabeth II. war am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Prinz William und Prinz Harry werden nicht direkt nebeneinander, sondern getrennt durch ihren Cousin Peter Philips hinter dem Sarg ihres Grossvaters laufen. Es wird mit Spannung erwartet, ob das Wiedersehen im Rahmen der Trauerfeier zu einer Annäherung zwischen den beiden Brüdern führen kann. Seit dem Rückzug von Harry und seiner Frau Meghan aus dem Königshaus haben sich die Gräben vertieft.

Impfrekord: Fast 740.000 Dosen an einem Tag verabreicht

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert-Koch-Institut waren es rund 739.000 Impfungen nach 564.000 am Vortag. "Das ist ein neuer Tagesrekord", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit.

Vor einer Woche waren es schon einmal 725.000 an einem Tag. 17,8 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - in Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern weniger als 17 Prozent.

In der Altersgruppe 60+, die im Infektionsfall besonders von schweren Verläufen betroffen ist, liegen die Impfquoten je nach Land zwischen 33 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und knapp 50 Prozent in Bremen.

Armin Laschet gegen Alleingänge von Bundesländern bei Sputnik V

17:21 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist beim russischen Impfstoff Sputnik V gegen Alleingänge von Bundesländern. "Ich sage: nein. Denn wir haben klare Verfahren und klare Regeln", sagte er am Donnerstag in einer Sondersitzung des NRW-Landtags in Düsseldorf zum Thema Vorverträge an die SPD-Opposition gerichtet. Gerade in dieser Phase sei es wichtig, nicht auf die schnelle Schlagzeile zu gehen, sondern sich an die Verfahren zu halten.

Russland liefere nur mühsam Daten. Dann erfolge die Zulassung durch die EU und dann entscheide die Europäische Kommission, kaufen ja oder nein, so Laschet. Die Tendenz heute sei eher nein. Dann könnten die Gesundheitsminister der Mitgliedstaaten einen jeweiligen möglichen Kauf vereinbaren.

"Wenn wir soweit sind, muss die Bundesrepublik Deutschland für alle 16 Länder kaufen und es geht nicht an, dass wir jetzt noch anfangen einen Wettbewerb der einzelnen Bundesländer über einen Impfstoff, der bis zur Minute nicht mal zugelassen ist."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich der Freistaat noch vor einer möglichen EU-Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V Millionen Dosen des Mittels sichere. Dabei geht es um einen Vorvertrag mit einer Produktionsfirma im schwäbischen Illertissen.

Nach der Zulassung solle der Freistaat 2,5 Millionen Impfdosen erhalten. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich nach Angaben des Landesgesundheitsministers Harry Glawe (CDU) gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert.

DKG: Viele Krankenhäuser fahren Regelversorgung zurück

16:46 Uhr: Viele Krankenhäuser fahren ihre Regelversorgung zurück, um Platz für weitere COVID-19-Patienten zu schaffen. "Das ist unbedingt notwendig, um auf die Zunahme der COVID-Patienten vorbereitet zu sein", sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gass, der "Rheinischen Post" (Freitag). "Die COVID-Patienten von heute sind die Neuinfizierten von vor zwei bis drei Wochen", fügte Gass hinzu.

Wie auch die Intensivmediziner fordern die Krankenhäuser daher schnelles und konsequentes politisches Handeln. Man müsse damit rechnen, dass "die Zahl der COVID-Patienten den Höchststand der zweiten Welle bald erreichen wird." Eine Notbremse, die ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tagen gelten soll, ist aus Sicht der Krankenhausgesellschaft schon seit Wochen überfällig. Zuletzt war die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark gestiegen.

"Nach einer aktuellen Umfrage erwarten aber trotz allem mehr als 50 Prozent der Kliniken, dass ihr Standort nicht vor einer kompletten Überlastung des Systems steht." Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf würden "auch weiterhin einen Behandlungsplatz im Krankenhaus finden", sagte Gass.

Am Donnerstag waren 4.679 Intensivbetten mit COVID-19-Patienten belegt. Von den Patienten wurde mehr als die Hälfte beatmet.

Horst Seehofer seit Mittwoch gegen Corona geimpft

16:19 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer ist nach eigenen Angaben inzwischen gegen das Coronavirus geimpft. Er sei seit dem Vortag geimpft, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Er sei aufgrund seines Alters und seiner Vorerkrankungen berechtigt gewesen. Seehofer ist 71 Jahre alt.

Er betonte, er habe die Impfung nicht öffentlich zelebrieren wollen. "Sondern das macht man zum Schutz von sich und der Bürgerschaft oder seinen Personen, mit denen man zu tun hat."

Anfang April hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, Seehofer habe einen Appell von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die älteren Kabinettskollegen, sich mit Vakzin impfen zu lassen, zurückgewiesen. "Ich lasse mich nicht bevormunden", sagte er der Zeitung zufolge.

Am Donnerstag sagte Seehofer: "Es kann jeder zu jedem Impfstoff seine persönliche Ansicht haben. Ich habe seit meiner Zeit als Gesundheitsminister zu Sicherheit bei Arzneimitteln eine bestimmte Einstellung, und die habe ich bis zum heutigen Tage."

Auf die Frage, ob er eine Wahl verschiedener Substanzen gehabt habe, sagte Seehofer, dort, wo er sich habe impfen lassen, habe der Impfstoff von Biontech zur Verfügung gestanden. Eine Auswahl habe er nicht vorgefunden.

Thüringer COVID-19-Patienten vor Verlegung in andere Bundesländer

15:57 Uhr: Fünf nach einer Corona-Infektion schwer an COVID-19 erkrankte Menschen aus Thüringen sollen von Donnerstag an auf Intensivstationen anderer Bundesländer verlegt werden. Die Patienten aus dem Uniklinikum Jena und dem Krankenhaus Greiz sollten in Kliniken in Bayern und in Norddeutschland gebracht werden, sagte Professor Michael Bauer, Chefarzt der Jenaer Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Gespräche zwischen den Kliniken liefen, die Angehörigen der Patienten würden informiert. Die Lage auf den Thüringer Intensivstationen ist ebenso angespannt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle um den Jahreswechsel.

Nach dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIV) lagen am Donnerstag 220 COVID-19-Patienten auf Intensivstationen von Thüringer Krankenhäusern. Davon wurden 128 invasiv beatmet. 638 von 701 im Freistaat betreibbaren Intensivbetten sind demnach belegt. 63 Betten sind frei, davon sind 29 spezifisch für die Behandlung COVID-19-Kranker ausgestattet.

Bereits zum Jahresende 2020 waren einzelne COVID-19-Patienten aus Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden.

Gericht: keine besonderen Regeln für genesene Corona-Patienten

15:42 Uhr: Für Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben, gibt es keine Extrawurst bei Treffen mit anderen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach dem Eilantrag eines Mannes beschlossen.

Er fand, dass die verordneten Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen des Landes Berlin im Freien auf ihn vorläufig keine Anwendung finden sollten. Sie seien im Hinblick auf Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, insgesamt nicht geeignet.

Das Gericht widersprach dieser Auffassung und wies den Eilantrag zurück. Eine dauerhafte Immunität für Genesene sei wissenschaftlich nicht belegt. Neue Infektionen seien damit möglich. Die allgemeine Handlungsfreiheit des Antragstellers werde auch nicht unverhältnismässig eingeschränkt.

Die in der Verordnung geregelten Beschränkungen seien voraussichtlich rechtmässig, teilte das Gericht mit. Sie verfolgten den legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit als möglich vorzubeugen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 zu verringern und damit Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

Intensivmediziner fordern sofort harte Schutzmassnahmen

Covid-19 verlangt dem Personal auf Deutschlands Intensivstationen alles ab. Der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters appelliert an die Politik, jetzt zu handeln. Für die Zeit nach Corona zeichnet der Mediziner Karagiannidis ein düsteres Bild.

Leipziger Mediziner richtet Hilferuf an Michael Kretschmer

15:26 Uhr: Der medizinische Vorstand des Uniklinikums Leipzig hat sich mit eindringlichen Worten an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gewandt. "Wir sind hier in den Intensivstationen am Ende", sagte Christoph Josten am Mittwoch in einer Video-Schalte mit Kretschmer. "Wir können nicht mehr nach Thüringen oder Brandenburg verlegen, wir sind auf uns allein gestellt."

Digitale Kontaktverfolgung: Langsamer Start mit Luca-App

Die Luca-App ist in vielen Bundesländern für die digitale Nachverfolgung von Corona-Infektionen gefragt. In Rheinland-Pfalz wird sie zunächst in sechs Kreisen erprobt. Offizieller Beginn war am Montag.

Josten forderte die Politik auf, "alles zu tun, um eine weitere Belastung zu vermeiden". Unter anderem gelte es jetzt, die Impfpriorisierung zu ändern, und schnellstmöglich die Gruppe mit der grössten Mobiliät, sprich die 20- bis 40-Jährigen, zu impfen.

Kretschmer kündigte an, dass ab der kommenden Woche Menschen der dritten Priorisierungsstufe an die Reihe kommen sollen. Dazu zählen unter anderem Feuerwehrleute, Bestatter oder Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe.

Polizei beendet Geburtstagsparty mit 24 Feiernden in Hanau

14:41 Uhr: In einer Wohnung in Hanau hat die Polizei eine wegen der Corona-Pandemie derzeit verbotene Geburtstagsfeier aufgelöst. Gegen 24 Männer und Frauen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Polizei in Offenbach am Donnerstag mitteilte. Die 21 bis 49 Jahre alten Partygäste wurden nach Hause geschickt.

Nachbarn hatten in der Nacht zum Donnerstag die Polizei gerufen, weil sie sich durch die laute Musik aus der Wohnung gestört fühlten. In der Dachgeschosswohnung war den Angaben zufolge bereits im Januar eine Party von der Polizei beendet worden. Damals hatten 35 Menschen gefeiert - mit Geldspielautomaten und zwei Escort-Damen.

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Die Vorbereitung zählt: So meistern Sie eine mögliche Quarantäne

Die Corona-Pandemie dauert weiter an, die Fallzahlen stiegen zuletzt stetig. Dabei ist längst klar: Es kann jeden treffen - ob nun als Erkrankten oder als Kontaktperson. Was folgt, ist die Isolation oder häusliche Quarantäne. Mit diesen Tipps wird die Zeit so angenehm wie möglich.

Saarland: Modellprojekt wird womöglich am Freitag gestoppt

14:25 Uhr: Das Saarland muss bei seinem umstrittenen Öffnungsprojekt möglicherweise schon bald die Notbremse ziehen. Eine Expertengruppe des saarländischen Gesundheitsministeriums rät, die Ampel im "Saarland-Modell" auf Rot zu stellen, wenn sich die Infektionslage am Donnerstag nicht verbessere. Die Entscheidung könnte dann schon an diesem Freitag getroffen werden. Die Experten verweisen unter anderem auf den gestiegenen R-Wert (1,5) und die Verdopplung der Mutationsfälle innerhalb eines Tages.

Eine rote Ampel heisst laut Landesregierung, dass alle bisherigen Öffnungsschritte zurückgenommen werden und ein "konsequenter Lockdown" folgt. Seit dem 6. April läuft im Saarland ein bundesweit beachtetes Modellprojekt, das auf Öffnungen auf der Basis von Schnelltests setzt. Neben der Aussengastronomie durften unter anderem auch Fitnessstudios und Theater wieder öffnen - für jene, die einen tagesaktuellen negativen Test dabei haben.

SPD-Abgeordneter droht mit Klage gegen Ausgangssperren

14:04 Uhr: Dem geplanten Gesetz für bundeseinheitliche Corona-Eindämmungsmassnahmen droht rechtliches Ungemach aus der grossen Koalition: Der bayrische SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post will dagegen klagen, sollte es nicht noch substanzielle Änderungen geben. "Ich habe erhebliche Zweifel an der Verfassungsmässigkeit dieses Gesetzes", sagte er am Donnerstag der "Bild"-Zeitung. "Sollte es bei dem Automatismus bleiben, dass ab einem bestimmten Inzidenzwert Ausgangssperren verhängt werden müssen, dann sehe ich die Verhältnismässigkeit der Mittel nicht mehr gewahrt."

Der Gesetzentwurf wird am Freitag erstmals im Bundestag debattiert. Er sieht unter anderem vor, dass in einer Region mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Ausgangsbeschränkungen in der Zeit zwischen 21.00 und 05.00 Uhr gelten. Dagegen wollen auch die Freien Wähler Verfassungsbeschwerde einlegen.

Angela Merkel lässt sich mit Astrazeneca impfen

13:20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich einem Bericht zufolge am Freitag mit dem Impfstoff Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Dies berichtete die "Welt" am Donnerstag ohne Angaben von Quellen. Die Kanzlerin ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland für Astrazeneca-Impfungen infrage kommen.

Am Montag hatte Merkels Sprecher Steffen Seibert angekündigt, dass die Kanzlerin in Kürze die Impfung vornehmen lassen wolle. Auf diese Äusserung verwies am Donnerstag ein Regierungssprecher. Den Impftermin am Freitag wollte er nicht bestätigen. Die Öffentlichkeit werde erst nach der erfolgten Impfung informiert, sagte er.

In 351 Regionen greift die Notbremse

11:20 Uhr: Laut Robert-Koch-Institut liegt die Sieben-Tage-Inzidenz Stand Donnerstag in 351 von 412 deutschen Landkreisen und Kreisfreien Städten über 100. Unterm Strich greift also in rund 85 Regionen die sogenannte Notbremse.

Sieben Regionen mehr als noch am Vortag bewegen sich auf der Schwelle oder überschreiten sie.

Schwesig: Infektionsschutzgesetz kommt zu langsam

10:00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die laufenden Verhandlungen zum Infektionsschutzgesetz als zu langsam kritisiert. Ihr Bundesland diskutiere bereits über einen "harten Lockdown" und werde "nicht auf das Bundesgesetz warten können", sagte Schwesig am Donnerstag im Fernsehsender "Welt".

Es sei "unzumutbar", dass im Bund nun 14 Tage verhandelt werden solle. "Wir brauchen jetzt zügig Entscheidungen", sagte Schwesig. Zu den notwendigen Massnahmen gehörten auch Ausgangsbeschränkungen.

Griechenland will Quarantänepflicht für Touristen aufheben

08:36 Uhr: Für Touristen aus EU-Ländern soll von diesem Montag an die einwöchige Quarantänepflicht bei der Einreise nach Griechenland wegfallen. Dem Vorhaben der Regierung müsse am Freitag noch der Corona-Expertenstab zustimmen, berichtete am Donnerstag die Tageszeitung "Kathimerini".

Voraussetzung sei, dass die Einreisenden entweder vollständig geimpft sind oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorweisen können. Auch wird ein Teil der Ankommenden weiterhin per Zufallsprinzip nochmal getestet.

Im Land selbst müssen sich die Touristen dann an die geltenden Corona-Regeln halten, etwa die derzeit noch überall geltende Maskenpflicht. Ursprünglich hatte Athen geplant, den Beginn der Tourismus-Saison zum 14. Mai auszurufen und dann die Quarantäne abzuschaffen.

Nun würde jedoch einfach die entsprechende Regelung nicht verlängert, die bis zum 18. April gilt, heisst es in griechischen Medien. Neben Besuchern aus der EU soll die Quarantänepflicht auch für Reisende aus Israel, den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Serbien, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wegfallen.

Griechische Virologen rechnen auf Basis der Virenlast in Abwasserproben damit, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land in den kommenden Wochen weiter sinkt. Am Donnerstag hatte die griechische Gesundheitsbehörde 3.089 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - fast 1.000 weniger als noch am Vortag. Noch im April soll deshalb unter anderem die Aussengastronomie mit Abstandsregeln öffnen dürfen.

Intensivmediziner: Keine Zeit zu diskutieren - "Fünf nach zwölf"

08:15 Uhr: Deutschlands Intensivmediziner fordern von der Politik sofort harte Corona-Schutzmassnahmen. "Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im "Tagesspiegel" am Donnerstag.

Der frühere Präsident der Vereinigung, Uwe Janssens, sagte an die Politik gewandt im Fernsehsender Phoenix: "Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt."

Wären die vor Wochen beschlossenen Massnahmen flächendeckend umgesetzt worden, hätte man die aktuelle Entwicklung mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen noch abschwächen können. Karagiannidis sagte, den Tod seien Intensivmediziner zwar gewohnt - "aber so etwas hat es noch nicht gegeben".

Das Intensiv-Register verzeichnet täglich die Zahl der verfügbaren Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern. Seit Mitte März macht sich das verstärkte Infektionsgeschehen auch auf den Intensivstationen bemerkbar.

Die Vereinigung erwartet, dass der bisherige Höchststand von etwa 6.000 COVID-19-Intensivpatienten noch im April wieder erreicht wird. Wenn das geplante Bundesgesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7.000 steigen, hatte der jetzige Divi-Präsident Gernot Marx bereits prognostiziert.

"Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden", sagte er.

Island lockert Corona-Beschränkungen

08:09 Uhr: Island lockert mit diesem Donnerstag die Corona-Bestimmungen. Die Menschen können nun wieder ins Fitnessstudio und in die von ihnen geliebten Schwimmbäder gehen.

Allerdings dürfen nur halb so viele Besucher hineingelassen werden wie normal, die Studios und Bäder müssen zudem spätestens um 22:00 Uhr schliessen. Dieselbe Schliesszeit gilt nun auch für Kneipen, die ab Donnerstag ebenfalls wieder Kunden empfangen dürfen.

Trainingseinheiten und sportliche Wettkämpfe sind für Kinder und Erwachsene auch wieder erlaubt, allerdings ohne Zuschauer. Im Chor und bei andere künstlerischen Veranstaltungen dürfen jetzt bis zu 50 Teilnehmer auf der Bühne sowie 100 sitzende Menschen im Publikum dabei sein. Die Obergrenze für Teilnehmer an öffentliche Zusammenkünfte wird von zehn auf 20 angehoben.

Island mit seinen gerade einmal 360.000 Einwohnern hat seit langem die auf die Bevölkerung gerechnet niedrigsten Neuinfektionszahlen des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums. Eine Reihe von Neuinfektionen hatte Ende März jedoch dazu geführt, dass die Regierung verschärfte Beschränkungen eingeführt hatte.

Japanische Regierungskreise: Olympia absagen, "wenn nicht länger möglich"

07:53 Uhr: Rund drei Monate vor dem geplanten Beginn der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) werden aus höchsten japanischen Regierungskreisen erneut Zweifel an der Austragung laut. "Wir müssen die Spiele ohne Zögern absagen, wenn sie nicht länger möglich sind", sagte Toshihiro Nikai, der Generalsekretär der Liberaldemokratischen Regierungspartei.

"Wenn die Corona-Infektionen wegen Olympia steigen, weiss ich nicht, wofür die Spiele gut sein sollen."

Nikai gab zwar zu Protokoll, dass Japan die um ein Jahr verschobenen Spiele grundsätzlich zu "einem Erfolg" machen möchte, aber es seien "viele Probleme zu lösen", betonte der zweitmächtigste Politiker der Liberaldemokraten.

Derzeit steigen die COVID-19-Fälle in Japan, das Impfprogramm kommt nur schleppend voran, weniger als ein Prozent der rund 126 Millionen Japaner wurde bislang geimpft. Nach einer neuesten Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News sprachen sich rund 72 Prozent der befragten Japaner für eine erneute Verlegung oder Absage der Spiele.

Auch die Fachleute melden sich angesichts steigender Infektionszahlen verstärkt zu Wort. Der Chef der Medizinischen Vereinigung Tokios, Haruo Ozaki, zeigte sich besorgt. Die Austragung der Sommerspiele werde "wirklich schwierig", betonte der Mediziner.

Bereits am Mittwoch mussten die Organisatoren einen weiteren Dämpfer hinnehmen. Der olympische Fackellauf wurde erneut abgesagt.

Umfrage: Schlechte Homeoffice-Bedingungen machen viele Menschen krank

06:02 Uhr: Mehr als jeder dritte Homeoffice-Nutzer klagt einer neuen Umfrage zufolge über gesundheitliche Probleme wegen eines schlechten Arbeitsplatzes.

In einer Erhebung des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des Stuttgarter Prüfkonzerns Dekra gaben 36 Prozent der befragten Heimarbeiter an, dass bei ihnen aufgrund eines "mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes" Verspannungen sowie Rücken- oder Kopfschmerzen aufgetreten seien. Frauen sind demnach davon etwas häufiger betroffen als Männer. Die Umfrageergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.

34 Prozent der Befragten bemängelten darüber hinaus eine fehlende oder unzulängliche Arbeitsausstattung, zum Beispiel einen zu kleinen Bildschirm oder instabiles Internet. 32 Prozent stellten laut Erhebung bei sich längere Arbeitszeiten oder Arbeitsphasen zu für sie untypischen Zeiten - etwa am Abend oder am Wochenende - fest.

Als weitere grössere Probleme empfanden Homeoffice-Beschäftigte Störungen durch die Wohnsituation oder den Alltag, etwa durch Familienangehörige oder Nachbarn (30 Prozent), sowie Störungen wegen nicht klar von der Restwohnung abgegrenzter Arbeitsbereiche (27 Prozent). 23 Prozent fehlten laut Umfrage die Wahrnehmung durch den Arbeitgeber oder die Aufmerksamkeit des Chefs, 21 Prozent beklagten Probleme mit der IT-Ausstattung.

Nach einer Erhebung der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Februar ist im Corona-Jahr 2020 bundesweit allein die Zahl der Krankheitstage von Arbeitnehmern wegen Rückenschmerzen deutlich gestiegen. Insgesamt ging die Zahl der Ausfalltage mit dieser Diagnose demnach im Vorjahresvergleich um sieben Prozent nach oben.

RKI meldet fast 30.000 Neuinfektionen - deutlich über Vorwochenniveau

05:09 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:03 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: "Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort."

Rund um die Osterfeiertage war laut RKI weniger getestet und gemeldet worden. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20.407 Neuinfektionen und 306 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.073.442 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.736.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79 381.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Nationale Sicherheit: London hält Zahlen über Impfstoffexporte zurück

04:40 Uhr: Unter Verweis auf die nationale Sicherheit verzögert die britische Regierung Angaben zu Impfstoffexporten.

In einem Schreiben an die Deutsche Presse-Agentur (dpa) betonte das Aussenministerium in London, die Informationen seien vorhanden. Zunächst müsse aber geprüft werden, ob es im öffentlichen Interesse liege, sie zu veröffentlichen. Eine Antwort könne daher frühestens im Mai erfolgen.

Die dpa hatte in einem sogenannten Freedom of Information Request um Auskunft gebeten, wie viele Impfstoffdosen aus Grossbritannien bis zum 10. März exportiert wurden und in welche Länder sie gingen. Diese Anfragen müssen in der Regel innerhalb von 20 Werktagen beantwortet werden.

Die EU hatte Grossbritannien vorgeworfen, Impfstoffexporte zu blockieren, und führte unter anderem deswegen einen Exportkontrollmechanismus ein. London wies den Vorwurf zurück und bezichtigte die EU, ihrerseits mit dem Mechanismus Impfnationalismus zu betreiben.

Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden allein bis Ende März mehr als 20 Millionen Dosen Impfstoff vom Kontinent nach Grossbritannien geliefert. Ob und wie viele in die andere Richtung gingen, ist nicht genau bekannt. Nach EU-Angaben war es so gut wie nichts.

Beide Seiten verhandeln derzeit über eine längerfristige Lösung beim Streit um Impfstoffe. Ausgang offen.

Zweite Corona-Welle trifft Argentinien: Regierung verhängt Lockdown

03:12 Uhr: Angesichts der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Argentinien hat die Regierung in Buenos Aires für grosse Teile des südamerikanischen Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Im Grossraum Buenos Aires gilt ab Freitag von 20:00 Uhr bis 06:00 Uhr eine Ausgangssperre, wie Präsident Alberto Fernández am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte.

Ausgenommen sind lediglich Arbeiter in essenziellen Sektoren. Alle sozialen, sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werden untersagt.

Schulen und Kindergärten schliessen bis Ende April. In der Metropolregion Buenos Aires leben etwa 14,8 Millionen Menschen - das entspricht rund 37 Prozent der argentinischen Gesamtbevölkerung.

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen in Argentinien neue Höchstwerte erreicht. Am Dienstag wurden gut 27.000 neue Corona-Fälle registriert - so viel wie niemals zuvor seit Beginn der Pandemie vor etwa einem Jahr.

Am Mittwoch meldeten das Gesundheitsministerium 368 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 - so viele wie seit Mitte Januar nicht mehr. Insgesamt haben sich in dem südamerikanischen Land rund 2,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 58.500 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Alle Corona-Meldungen vom 14. April zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.