Nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten hat die WHO Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hält an seinem Plan zu den Corona-Lockerungen fest. Alle News zum Coronavirus vom 25. Mai.

  • 20:30 Uhr: WHO setzt Tests mit Hydroxychloroquin vorerst aus
  • 16:36 Uhr: Haseloff: Sachsen-Anhalt bleibt bei eigenem Corona-Lockerungs-Plan
  • 13:47 Uhr: Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern
  • 13:37 Uhr: Wiedereröffnung der Strände auf Mallorca ohne grossen Andrang
  • 12:16 Uhr: Virologe Christian Drosten sieht die Lockerungspläne von Bodo Ramelow skeptisch
  • 10:14 Uhr: Schröder zu Corona-Protesten: "Idioten gab es immer"
  • 06:22 Uhr: CL-Spiel in Liverpool soll 41 Corona-Tote nach sich gezogen haben

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WHO setzt Tests mit Hydroxychloroquin vorerst aus

20:30 Uhr: Nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Montag in Genf, das zunächst möglichst viele Daten zu diesem und dem ähnlichen Wirkstoff Chloroquin ausgewertet werden sollen.

Die Hydroxychloroquin-Tests fanden bisher im Rahmen einer von der WHO geführten internationalen Forschung statt. Dabei soll herausgefunden werden, ob verschiedene Medikamente gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen Covid-19 haben. Laut einer WHO-Expertin soll in einer oder zwei Wochen erneut über die Tests mit Hydroxychloroquin beraten werden. Entsprechende Chloroquin-Tests wurden in diesem WHO-Programm nicht gemacht.

Das Journal "The Lancet" hatte am Freitag auf Grundlage einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Forscher aus den USA und der Schweiz hatten für den Bericht Daten von gut 96 000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15 000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin wiederholt als Wundermittel gepriesen. Zuletzt sorgte er für Aufregung mit der Aussage, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen.

Mecklenburg-Vorpommern: Fünf Tagen in Folge keine Corona-Neuinfektion

17:28 Uhr: Schon den fünften Tag in Folge gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine neuen nachgewiesenen Corona-Infektionen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montagnachmittag berichtete, sank sogar die Gesamtzahl um einen auf nunmehr 758 Fälle. Ein Fall in der Landeshauptstadt Schwerin habe sich nicht bestätigt.

Bereits am 18. Mai gab es einen einzelnen Tag ohne registrierte Neuinfektion. Allerdings gibt es weiter infizierte Menschen in dem Land und es ist von einer Dunkelziffer auszugehen.

Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen bei 47, die bundesweit mit Abstand niedrigste. Der deutsche Schnitt liegt bei mehr als 210, Bayern als das am schwersten betroffene Bundesland weist eine Rate von mehr 350 Infizierten pro 100.000 Einwohner auf.

Besuchern von Restaurant in Niedersachsen droht Geldstrafe

17:16 Uhr: Wegen etlicher Corona-Infektionen nach dem Eröffnungsabend eines Restaurants in Niedersachsen drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern Strafen. Das kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover an.

Sie sagte: "Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstossen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten mit empfindlichen Geldstrafen als Folge."

Im Restaurant im Landkreis Leer sei es offenbar zu mehreren Verstössen gegen die Auflagen gekommen, unter anderem habe es Händeschütteln und Umarmungen gegeben, sagte die Ministerin. Die Kontaktnachverfolgung habe inzwischen ergeben, dass der Teilnehmerkreis an der geschlossenen Gesellschaft grösser war als zunächst angenommen. "Das, was wir da gesehen haben, war eine Veranstaltung." Diese seien nach der Corona-Verordnung nicht erlaubt, es habe sich nicht um einen gewöhnlichen Restaurantbetrieb gehandelt.

Zaghaft kehren die Badegäste an die Strände Mallorcas zurück - wie hier am Can Pere Antoni Beach in Palma de Mallorca.

Haseloff: Sachsen-Anhalt bleibt bei eigenem Corona-Lockerungs-Plan

16:36 Uhr: In der Diskussion um die Corona-Massnahmen hält Sachsen-Anhalt an seinem angekündigten Weg mit weitgehenden Lockerungen fest. "Wir bleiben bei unserem Sachsen-Anhalt-Plan, der verantwortungsvoll, stetig und berechenbar das öffentliche Leben schrittweise wieder hochfährt", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montag.

Die niedrigen Infektionszahlen im Land seien Ergebnis des bisherigen erfolgreichen Kurses und dürften nicht gefährdet werden. Damit reagierte Haseloff auf die Debatte, die Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angestossen hatte.

Ramelow hatte am Wochenende für Thüringen ein Ende des landesweiten Corona-Lockdowns angekündigt und in Aussicht gestellt, dass ab dem 6. Juni auf allgemeine Schutzvorschriften verzichtet werden soll. Details der Pläne sind offen. Am Montag sagte Ramelow dann im Interview mit RTL/ntv, er werde dem Kabinett vorschlagen, "dass zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin der Mund-Nasen-Schutz bleiben soll". Ähnlich äusserte er sich im MDR.

Sachsen-Anhalt hatte bereits vorige Woche einen Plan vorgelegt, der umfassende Lockerungen vorsieht. Fast alle Bereiche sollen unter Auflagen wieder öffnen dürfen - mit Abstands- und Hygieneregeln. Der Plan soll am Dienstag im Kabinett beschlossen werden.

Brüssel mahnt grenzüberschreitend nutzbare Corona-Apps an

16:30 Uhr: Vor der Urlaubssaison fordert die EU-Kommission kompatible Corona-Apps in den Mitgliedsstaaten. "Wir müssen eine schnelle, wirksame Rückverfolgung von Kontakten über Grenzen hinweg sicherstellen, dazu ist enge Zusammenarbeit nötig", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag zu einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

"Kompatibilität ist entscheidend - so können sich die Bürger vor einer möglichen Infektion warnen lassen, egal, wo sie in der EU sind und welche App sie nutzen." Solche Apps müssten in jedem Fall freiwillig sein.

Auf Bescheinigungen einer Immunität gegen das Coronavirus sollte man sich nicht verlassen, sagte Kyriakides weiter. Vielmehr müssten auch während der Reisesaison vorbeugende Massnahmen weiter gelten, etwa die Wahrung eines Mindestabstands. Trotz Vorsichtsmassnahmen werde es weitere COVID-19-Fälle geben. Die EU-Staaten bräuchten deshalb nicht nur Teststrategien, sondern auch genügend Behandlungskapazität, vor allem in Orten, die in diesem Sommer viele Menschen anziehen.

Schweden registriert mehr als 4.000 Corona-Todesfälle

16:02 Uhr: In Schweden sind bislang 4.029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland.

Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund 10 von 100.000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34 000 Infektionen wurden bislang registriert.

Ministerin: Besuchern von Restaurant im Kreis Leer droht Geldstrafe

15:33 Uhr: Nach etlichen Corona-Infektionen im Landkreis Leer nach dem Eröffnungsabend eines Restaurants drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern empfindliche Strafen. Das kündigte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover an.

"Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstossen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten mit empfindlichen Geldstrafen als Folge."

COVID-19-Medikament ABX464 wird in Deutschland getestet

15:21 Uhr: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hat den Wirkstoff ABX464 zur klinischen Prüfung mit COVID-19-Patienten zugelassen. Das bestätigte am Montag ein Behördensprecher.

Das mögliche Medikament wird von dem französischen Biotechunternehmen Abivax SA erprobt. Das BfArM hat derzeit nach eigenen Angaben 22 klinische Prüfungen im Kontext von COVID-19 genehmigt.

Nach Abivax-Angaben geht es um eine placebokontrollierte Studie zur frühzeitigen Behandlung von 1.034 älteren COVID-19-Patienten oder Hochrisikopatienten. Davon sollten 200 in Deutschland rekrutiert werden, teilte das BfArM mit. Die Studie soll ergründen, ob ABX464 die Vervielfältigung des Virus bei diesen Patienten unterbinden kann. Vor allem geht es aber darum zu schauen, ob der Wirkstoff die oft beobachte Überreaktion des Immunsystems verhindern kann, die dann zu gefährlicher Atemnot führt.

Für die Studie benötige man deshalb Patienten, denen es noch relativ gut gehe, da man andernfalls diesen Nachweis nicht erbringen könne, sagte der deutsche Studienleiter Christoph Boesecke von der Uniklinik Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Patient wird etwa vier Wochen behandelt und nimmt in dieser Zeit eine Tablette am Tag ein. Obwohl die Prüfverfahren bei Corona/COVID-19 derzeit schneller durchgewunken würden, werde es wohl bis nächstes Jahr dauern, ehe die Ergebnisse vorlägen, sagte Boesecke.

ABX464 komme ursprünglich aus dem HIV-Bereich, erläuterte der Mediziner. Es ist dort aber auch noch in der Studienphase. Auch als Mittel zur Behandlung der Darmerkrankung Colitis ulcerosa wurde es bereits getestet, aber noch nicht zugelassen.

Mediziner: Corona lässt sich nicht immer mit Abstrich nachweisen

15:14 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 lässt sich Wissenschaftlern zufolge nicht immer über einen Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum nachweisen. Diese gängige Form des Testens könne selbst bei einer Corona-Infektion negativ ausfallen, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW).

Dies zeige ein Infizierter aus Freiburg, bei dem drei Rachenabstriche negativ ausgefallen seien. Die Experten empfehlen daher die Analyse weiterer Proben aus dem Stuhl oder aus tiefem Atemwegssekret, wenn der übliche Abstrich trotz begründetem Verdacht wiederholt negativ ausfalle.

In dem Fall geht es den Angaben zufolge um einen 46 Jahre alten Patienten, der mit Husten und Fieber an die Freiburger Uniklinik kam. Die Symptome bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits eine Woche lang. Nach den drei negativ ausgefallenen Rachenabstrichen wiesen die Mediziner die Virusgene schliesslich in ausgehusteten Atemwegssekreten nach, dem sogenannten Sputum.

Zu diesem Zeitpunkt war der Patient bereits ohne Beschwerden. Obwohl er mit Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und einem erhöhten Blutzucker gleich mehrere Risikofaktoren aufwies, habe er die Infektion ohne grössere Komplikationen überstanden.

Pakistans Behörden erwägen wegen Corona erneute Ausgangssperren

15:06 Uhr: Wegen steigender Coronavirus-Infektionen erwägen Pakistans Behörden erneut landesweite Ausgangssperren. "Wir könnten uns erneut für einen landesweiten Lockdown entscheiden, weil sich das Virus schnell ausbreitet und wir reagieren müssen, bevor es ausser Kontrolle gerät", sagte Zafar Mirzai, Sonderbeauftragter des Premierministers für Gesundheit am Montag.

Ein nationaler Ausschuss soll die Einführung eines Lockdowns in den kommenden Tagen prüfen.

Mirzai kritisierte, dass sich die Menschen während des Fastenmonats Ramadan nicht an Vorsichtsmassnahmen gehalten hätten. "Dieser sorglose Ansatz kann die Dinge verschlimmern und unser Gesundheitssystem kann zusammenbrechen." Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan stieg die Zahl bekannter Infektionen mit SARS-Cov-2 den Angaben zufolge etwa um das Vierfache.

Erneut Ansteckung von Nerz auf Mensch in Niederlanden

14:58 Uhr: In den Niederlanden hat sich erneut ein Mensch bei einem Nerz mit Coronaviren infiziert. Landwirtschaftsministerin Carola Schouten teilte am Montag in Den Haag mit, dass ein Nerz auf einer Farm mindestens eine weitere Person angesteckt habe. "Aufgrund der vorliegenden Informationen ist es höchstwahrscheinlich, dass mindestens eine von drei infizierten Personen durch einen Nerz angesteckt wurde", schrieb die Ministerin dem Parlament.

In der vergangenen Woche war auf einer anderen Zuchtfarm ein vergleichbarer Fall bekannt geworden. Daraufhin waren strenge Schutzmassnahmen angeordnet worden.

Nach dem zweiten Fall nimmt der Druck auf die Ministerin zu. Tierärzte werfen ihr vor, das Ansteckungsrisiko herunter zu spielen. Farmen mit besonders hoher Zahl von infizierten Tieren müssten geräumt werden, fordern sie. Ministerin Schouten lehnt drastische Massnahmen aber vorerst ab. Sie will zunächst die Ergebnisse einer laufenden Untersuchung bei allen Zuchtbetrieben abwarten.

Kanzleramt will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

13:47 Uhr: Das Bundeskanzleramt will die Corona-Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern, dabei aber auch weitere Lockerungen ermöglichen. "Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen" und beim "Aufenthalt im öffentlichen Raum" sollen sich bis zu zehn Menschen - oder die Angehörigen zweier Hausstände - treffen dürfen, wie aus einer AFP vorliegenden Beschlussvorlage von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für Beratungen mit den Staatskanzleien der Länder am Montag hervorgeht.

Wiedereröffnung der Strände auf Mallorca ohne grossen Andrang

13:37 Uhr: Auf Mallorca wird wieder im Meer geplanscht: Nach einer mehr als zweimonatigen Zwangsschliessung wegen der Corona-Pandemie haben die Urlaubsinsel und viele andere Regionen Spaniens am Montag ihre Strände wieder geöffnet.

Bei schönem Badewetter und Temperaturen um die 25 Grad strömten an der Playa de Palma unweit der "Ballermann"-Partymeile und in anderen Gebieten Mallorcas aber zunächst nur wenige, ausschliesslich lokale Gäste an den Strand, wie Medien berichteten.

Der Grund: Bis zum Ende des Exitplans Ende Juni dürfen die Spanier ihre jeweilige Provinz nicht verlassen. Und Touristen aus dem Ausland will der Corona-Hotspot Spanien erst im Juli wieder ins Land lassen.

Die Wiedereröffnung der Playas nur für Einheimische gilt als erster Test für den Sommer. Die Gemeinden dürfen dabei spezielle Regeln für den Strandbesuch beschliessen. Die Corona-Grundbestimmungen, etwa ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern zwischen Handtüchern und Sonnenschirmen, müssen aber überall eingehalten werden. Zudem dürfen Gruppen maximal aus 15 Personen bestehen.

Söder kritisiert die Lockerungen in Thüringen.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fliessen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäss dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Debatte über Lockerungen: Merkel rät Ländern zu Mut

13:31 Uhr: Die Länder sollten bei weiteren Lockerungen der Corona-Regeln nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "mutig und wachsam" vorgehen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Kanzlerin sei dafür, dass es zu Abstand, Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln weiterhin "verbindliche Anordnungen geben soll".

Sie halte es für falsch, dabei nur auf Gebote zu setzen. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) beriet seinen Angaben zufolge am Montag mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über das weitere Vorgehen.

Laut Seibert war eine ursprünglich für Montag vorgesehene Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts der Bundesregierung abgesagt worden, weil Themen, die dort zur Beratung anstanden, noch nicht entscheidungsreif gewesen seien. Dabei gehe es unter anderem um die Koordinierung im innereuropäischen Reiseverkehr sowie Vorschriften im Personenverkehr. Entschieden werde nun voraussichtlich in der nächsten regulären Kabinettssitzung am Mittwoch.

Dänemark öffnet Grenze für Grosseltern aus Deutschland

13:12 Uhr: Deutsche Grosseltern, deren Enkelkinder in Dänemark leben, können ihre Koffer packen. Die dänische Regierung lässt seit Montag wieder deren Einreise aus Deutschland sowie den anderen vier nordischen Ländern zu.

Auch unverheiratete Pärchen können sich auf ein Wiedersehen freuen. Partner aus den entsprechenden Ländern können ebenfalls wieder nach Dänemark reisen. Vorausgesetzt, sie sind seit mindestens einem halben Jahr mit der in Dänemark lebenden Person zusammen. Für Ehepartner gilt diese Regelung schon länger.

Ausserdem werden Deutsche und Skandinavier, die ein Ferienhaus in Dänemark haben, wieder über die Grenze gelassen.

Bis Ende der Woche will die dänische Regierung mitteilen, wie der Tourismus in den Sommermonaten schrittweise wieder in Gang kommen soll.

Giffey: Komplette Schul- und Kita-Öffnung nur ohne 1,50-Meter-Regel

13:11 Uhr: Eine komplette Öffnung von Schulen und Kitas wird nach Ansicht von Familienministerin Franziska Giffey erst möglich sein, wenn die 1,50-Meter-Abstandsregel nicht mehr gilt. "Das ist eine ganz klare Geschichte. Weil sie ansonsten einfach nicht 100 Prozent der Kinder in 100 Prozent der Zeit von Kita und Schule zurückholen können", sagte die SPD-Politikerin am Montag in Berlin.

Die Entscheidung, ob man sich von der 1,5-Meter-Abstandsregelung verabschiede, sei eine "sehr, sehr schwere Entscheidung". Das könne nicht für das gesamte Bundesgebiet am Tag X festgelegt werden, sondern müsse anhand der Lage vor Ort entschieden werden.

"Wenn die Lage vor Ort so ist, dass das Risiko als äusserst gering eingeschätzt werden kann, dann kann man diese Schritte gehen in Richtung verantwortbarer Öffnung hin zu 100 Prozent Regelbetrieb." Eine genaue Festlegung auf den Tag in allen Bundesländern könne es nicht geben. "Das ist auch nicht in unserer Macht, weil das die Länder nunmal in ihrer Länderzuständigkeit entscheiden", sagte Giffey.

Gerhard Schröder spricht in seinem neuen Podcast über die Corona-Demonstrationen.

Wiener Ärzten gelingt erste Corona-Lungentransplantation in Europa

13:02 Uhr: An der Medizinischen Universität Wien ist eine Lungentransplantation bei einer Corona-Erkrankten geglückt. Nach Angaben der Universität handele es sich um die erste COVID-19-Lungentransplantation überhaupt in Europa. Der Eingriff sei dringend notwendig gewesen, die 45 Jahre alte Patientin wäre sonst voraussichtlich aufgrund eines schweren Lungenversagens gestorben.

"Aus unserer Sicht geht es ihr jetzt hervorragend, wir haben kein gravierendes Problem bisher", sagte Klinikleiter Walter Klepetko nach dem Eingriff. "Die Organe funktionieren alle, wir sind alle zufrieden. Aber der Weg wird schon noch länger sein, bis wir sie hoffentlich endlich aus dem Krankenhaus herausbringen werden." Die Transplantation erfolgte bereits vor einer Woche.

Die Patientin war nach Informationen der Medizinischen Universität ohne Vorerkrankungen und vor der Corona-Infektion bei bester Gesundheit gewesen. Bald nach der Erkrankung habe sich der Zustand der Frau aber so sehr verschlechtert, dass sie beatmet werden musste. "Die Lage war aussichtslos. Die Lunge war wie ein Klotz, da war nichts mehr über", erklärte Klepetko.

R-Wert in Berlin relativ hoch

12:38 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Ansteckungsrate in der Hauptstadt muss nach Einschätzung von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in den nächsten Tagen genau beobachtet werden.

Dass die sogenannte Reproduktionszahl nun bei 1,37 und damit zum dritten Mal in Folge über dem Wert von 1,2 liege, könne ein Indiz für einen Trendwechsel bei den Neuinfektionen sein, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Man müsse nun schauen, ob sich Werte in dieser Höhe verfestigten. Die Entwicklung sei wegen möglicher Schwankungen bei niedrigen Infektionszahlen aber mit Vorsicht zu geniessen, sagte Kalayci. Die Zahl der bekannten Corona-Fälle in Berlin war von Samstag auf Sonntag um nur fünf auf 6641 gestiegen.

Der R-Wert zeigt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Bundesweit lag der am Sonntag vom Robert Koch-Institut gemeldete R-Wert bei knapp unter 1.

Berlin hat zur Bewertung der Infektionslage ein Ampelsystem. Die Reproduktionszahl ist dabei einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. Die beiden anderen Ampeln - für Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Intensivbettenkapazität - seien derzeit allerdings deutlich unterhalb der gelben Linie, erklärte Kalayci. Erst bei zwei roten Ampeln würden Massnahmen erforderlich, bei zwei gelben Ampeln gebe es "Erörterungsbedarf".

Virologe Drosten sieht Ramelow-Pläne skeptisch

12:16 Uhr: Der Virologe Christian Drosten ist dem Ansatz von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, in der Corona-Pandemie künftig mehr auf Eigenverantwortung der Menschen zu setzen, skeptisch gegenüber.

"Die Eigenverantwortung ist ja so das schwedische Modell und wir sehen in diesen Tagen und werden es in den nächsten Monaten noch stärker sehen, dass dort eine sehr hohe Übersterblichkeit entstanden ist", sagte der Charité-Wissenschaftler am Montag im Deutschlandfunk. "Also ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles über Eigenverantwortung laufen kann." Drosten sprach sich für bessere Richtlinien für bestimmte gesellschaftliche Bereiche wie Schulen und Kindergärten aus.

Ramelow hatte angekündigt, künftig auf "lokale Ermächtigungen" sowie die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen. Es mache keinen Sinn, dass sieben Tage rund um die Uhr Krisenstäbe arbeiteten, wenn es in der Hälfte der Landkreise seit drei Wochen keine neuen Infektionen gebe, erklärte er. ""Wir wollen das Management umstellen." Statt bei den Krisenstäben solle die Verantwortung nun lokal bei den Gesundheitsämtern liegen. Sollten sich neue Infektionsherde bilden, solle lokal reagiert werden.

Verschwörungstheorien: Aus diesem Grund sind sie für viele Menschen so anziehend

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. © ProSiebenSat.1

Verbände rechnen noch mit nennenswertem Geschäft mit Auslandsurlaub

11:54 Uhr: Wegen der Corona-Krise werden in diesem Sommer nach Erwartung der Branchenverbände deutlich weniger Deutsche im Ausland Urlaub machen. Das Aufkommen werde zwar deutlich geringer sein als in den Vorjahren, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Dirk Inger, am Montag in Berlin. Er rechne aber nach einer Hochlaufphase noch mit einem "nennenswerten Anteil".

Nach einer Zusammenstellung des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fliegen deutsche Airlines im Juni wieder 30 europäische Staaten und 15 Länder im Interkontinentalverkehr an. Das entspreche einem Drittel des üblichen Netzes und wegen geringerer Frequenzen rund 15 Prozent des vorherigen Aufkommens.

Aus Sicht der Kunden habe das geringere Aufkommen auch Vorteile, warb DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger. "Bei Sehenswürdigkeiten gibt es keinen Andrang und am Strand genügend Platz."

Stahlproduktion in Deutschland um fast ein Viertel eingebrochen

11:33 Uhr: Die Stahlhütten in Deutschland kochen nur noch auf Sparflamme. Im April ist ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Viertel eingebrochen, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Montag mitteilte. Mit 2,6 Millionen Tonnen wurde 23,9 Prozent weniger Rohstahl hergestellt als im April 2019. Das sei so wenig gewesen wie seit Juni 2009 nicht mehr.

Die Stahlhersteller haben im April unter dem Stillstand der Produktion in vielen Autowerken gelitten. Auch andere grosse Stahlabnehmer hatten ihre Produktion coronabedingt stark zurückgefahren. Aber auch vor Ausbruch der Pandemie hatten die Stahlkocher schon Absatzprobleme. In den ersten vier Monaten des Jahres ging die Produktion insgesamt um 10 Prozent zurück.

Söder übt scharfe Kritik an beabsichtigten Lockerungen in Thüringen

Corona-Lockerungen in den Bundesländern

11:21 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen als "fatales Signal" bezeichnet. Er bitte die Verantwortlichen in Thüringen darum, die Absicht zu überdenken, sagte Söder am Montag am Rande eines Besuches in einem Kindergarten in Nürnberg.

Bayern sei vom Infektionsgeschehen in der Nachbarschaft betroffen, sagte der Ministerpräsident. "Wir in Bayern waren besonders betroffen dadurch, dass wir an einer Grenzsituation zu Österreich waren. Wir haben jetzt die aktuelle Situation, dass wir beispielsweise im Raum Coburg eben von Sonneberg betroffen sind", sagte Söder mit Blick auf den thüringischen Nachbar-Landkreis.

Söder kündigte im Zweifel Gegenmassnahmen an. "Wir werden uns da noch ein Konzept überlegen müssen, wie wir darauf reagieren", sagte er. "Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird", betonte er.

Japan hebt den Corona-Notstand vollständig auf

11:16 Uhr: Japan hat den Corona-Notstand für das gesamte Inselreich vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Montag die Freigabe auch für den Grossraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido. Für die übrigen Landesteile hatte er den Notstand bereits zuvor aufgehoben.

Der Notstand war ursprünglich bis zum 31. Mai angesetzt, wobei das keine harten Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutete. Die Bürger in Japan wurden nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hiess es. Nun können die Menschen wieder normal raus und Geschäfte wieder öffnen.

Schröder zu Corona-Protesten: "Idioten gab es immer"

10:14 Uhr: Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht in den Protesten gegen die Einschränkung der Freiheitsrechte in der Corona-Krise eine "soziale Gefährdung der demokratischen Substanz".

In der ersten Folge seiner an diesem Dienstag erscheinenden neuen Pocast-Reihe "Gerhard Schröder – Die Agenda" wertete der Altkanzler die Proteste als "die hilflose Bewältigung von Angst". Dazu komme teilweise politisches Kalkül von Extremisten, die diese Furcht schürten. Zudem, so Schröder weiter wörtlich: "Idioten auf dieser Welt gab es schon immer."

Der Ex-Kanzler forderte die Bundesregierung deshalb auf, sich stärker den hasserfüllten Debatten in sozialen Medien zuzuwenden. Es müsse ein Ende des "unkontrollierten Herumalberns" in den sozialen Medien geben.

In den vergangenen Wochen hatten bundesweit wiederholt Zehntausende Bürgern gegen die ihrer Meinung nach zu drastischen Einschränkungen der Freiheitsrechte in Deutschland zur Bekämpfung der Corona-Pandemie demonstriert. Darunter waren auch zahlreiche Extremisten von links und rechts sowie Impfgegner und Anhänger von Verschwörungsmythen.

So gefährlich ist unser Atem: Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus lauert besonders in geschlossenen Räumen

Aufnahmen unserer Atemwolken verdeutlichen, was in Restaurants oder Fitnessstudios passiert, wenn auf einen Mundschutz verzichtet wird. Infektiöse Partikel halten sich minutenlang in der Luft. Zum Schutz der Mitmenschen und der eigenen Gesundheit ist es deshalb unerlässlich, den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten. © RTL Television

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

10:10 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 178.570 angegeben - ein Plus von 289 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.328 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8.257 Todesfälle und damit zehn mehr als am Vortag, die JHU 8.283 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 161.200.

Grüne: Ramelows Verzicht auf Schutzvorschriften "leichtsinnig"

09:42 Uhr: Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) für dessen Pläne zur Aufhebung von allgemeinen Corona-Schutzmassnahme kritisiert.

Es gebe noch viele Menschen, die besonders gefährdet seien. "Da ist so eine Alles-geht-Botschaft, auch wenn wir alle eine Rückkehr zur Normalität wollen, verkehrt und zu leichtsinnig", sagte er am Montag in der Sendung "n-tv Frühstart".

Es gebe weder eine Therapie noch ein Medikament oder einen Impfstoff gegen COVID-19. "Deswegen sollten auch gerade Personen in Spitzenpositionen, wie ein Ministerpräsident, eher bremsen als den Beschleuniger geben", mahnte Kellner weiter.

Ramelow will vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten. Damit könnten die bisherigen Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören.

Corona-Ausbruch in Schlachthof an der deutschen Grenze

08:57 Uhr: In einem niederländischen Schlachthof in Groenlo unweit der Grenze zu Deutschland sind 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Gemeindeverwaltung Oost Gelre am Sonntag mit.

Einem Bericht der Lokalzeitung "De Gelderlander" zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden.

Insgesamt wurden der Gemeindeverwaltung zufolge von den 657 Beschäftigten in dem Betrieb der Schlachthof-Gruppe Vion 25 Mitarbeiter noch nicht getestet, darüber hinaus fehlten die Daten von fünf Mitarbeitern. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Bereits am Freitag hatten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes für 600 Mitarbeiter Heim-Quarantäne angeordnet und den Schlachthof geschlossen. Im Schlachthof waren bei 45 Mitarbeitern Corona-Infektionen festgestellt worden.

Noam Chomsky: "Donald Trump ist ein soziopathischer Grössenwahnsinniger"

08:50 Uhr: Der US-Gelehrte Noam Chomsky hat der Regierung seines Landes schwere Vorwürfe im Umgang mit der Corona-Pandemie gemacht.

Die USA seien auf einem "chaotischen" Weg ohne bundesweiten Plan und ohne schlüssige Führung, kritisierte der 91-jährige linke Intellektuelle, der als Gründer der modernen Linguistik gilt, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Besonders scharfe Kritik übte Chomsky an US-Präsident Donald Trump.

Den Präsidenten bezeichnete Chomsky als "soziopathischen Grössenwahnsinnigen", der nur an "seiner eigenen Macht und seinen eigenen Wahlchancen" interessiert sei, dem das Schicksal des Landes und der Welt aber egal sei.

Trump selbst habe mit Blick auf die Pandemie gesagt, "dass das nicht seine Sache ist", dass die Regierung in Washington nichts tun könne. "Es gibt 90.000 Tote, und es werden noch viel mehr sein - es gibt keinen abgestimmten Plan", kritisierte Chomsky.

Altmaier: Sommerferien 2020 nicht ausschliesslich im Inland

08:31 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU hält Sommerurlaub im Ausland bei Einhaltung von Sicherheitsstandards für machbar.

Er sei "optimistisch, dass wir unsere Sommerferien nicht ausschliesslich im Inland verbringen können", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. Dazu müssten dann vor Ort in den Urlaubsorten aber "klare Hygienekonzepte und Abstandsregelungen" beachtet werden.

Brinkhaus hält nichts von Scholz' Entschuldungsplan für Kommunen

08:28 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus von der CDU hat die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD zur Tilgung der Altschulden von Kommunen abgelehnt. Von einer Altschuldenregelung profitierten nur einige Kommunen, aber nicht alle, sagte Brinkhaus am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Kommunen müssten trotz der Corona-Krise aber "die Mittel haben, um zu investieren", betonte er zugleich. Das sei jedoch keine "Frage der Entschuldung".

Frühjahrsstatistik: Coronakrise lässt die deutsche Wirtschaft massiv einbrechen

08:13 Uhr: Jetzt ist es amtlich: Die Coronakrise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten.

Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

Griechische Inseln sind vom Festland aus auch für Touristen wieder erreichbar

08:05 Uhr: Athen hat am Montag seinen Tourismus weiter geöffnet: Erstmals seit mehr als zwei Monaten konnten alle Reisende vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen.

Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet, wie übereinstimmend griechische Medien berichteten.

Athen hatte seit Ende März aus Gründen des Schutzes gegen die Corona-Pandemie nur ständigen Einwohnern der Inseln erlaubt, vom Festland zu den Inseln zu fahren.

Gartenparty: Spieler des FC Sevilla verstossen gegen Corona-Auflagen

07:50 Uhr: Vier Spieler des spanischen Fussball-Erstligisten FC Sevilla haben gegen die Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus verstossen und sich dafür entschuldigt.

Der frühere Gladbacher Luuk de Jong, Ever Banega, Lucas Ocampos und Franco Vazquez feierten zusammen mit insgesamt zwölf weiteren Personen eine Gartenparty. In Spanien sind aktuell jedoch Versammlungen von mehr als zehn Personen verboten. Ein Bild von der Party veröffentlichte Banegas Frau auf Instagram, löschte es aber rasch wieder.

"Ich möchte mich für das entschuldigen, was gestern passiert ist", erklärte Banega am Sonntagabend auf Instagram. Es sei ein Treffen von Teamkollegen und Familie gewesen, und man habe nicht gewusst, dass man im Unrecht sei, schrieb er. "Ich möchte mich bei unserem Verein, unseren Fans und der Gesellschaft im Allgemeinen entschuldigen. Es wird nicht wieder vorkommen."

Die spanische Regierung hatte am Samstag der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 8. Juni zugestimmt.

Angeblich 41 Corona-Tote aufgrund eines Fussballspiels in Liverpool

06:22 Uhr: Dutzende Todesfälle durch das Coronavirus in Grossbritannien sind laut einer Studie möglicherweise auf das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Atlético Madrid am 11. März zurückzuführen.

Die Datenanalysefirma Edge Health schätzt, dass 41 Todesfälle mit dem Fussballspiel in Verbindung stehen, wie die Zeitung "Sunday Times" am Sonntag berichtete. Diese Todesfälle traten zwischen 25 und 35 Tage nach dem Spiel in Krankenhäusern von Liverpool und Umgebung auf.

Das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League war vor 52.000 Stadionbesuchern ausgetragen worden. Rund 3.000 spanische Fans waren dafür angereist. Es war das letzte grössere Fussballspiel, das in Grossbritannien vor Verhängung der allgemeinen Corona-Restriktionen stattfand.

Laut Schätzungen des Imperial College London und der Oxford-Universität hatte Spanien zu diesem Zeitpunkt bereits 640.000 Fälle von Coronavirus-Infektionen, Grossbritannien 100.000.

Noch ein weiteres Champions-League-Spiel wird verdächtigt, für die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich zu sein.

Am 19. Februar hatte in Mailand das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia vor dichtgefüllten Stadionrängen stattgefunden. Die italienische Region Lombardei, deren Hauptstadt Mailand ist, wurde anschliessend zu der am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchten Region Italiens.

Die USA verbieten Einreisen aus Brasilien

05:28 Uhr: Angesichts des dramatisch gestiegenen Ausmasses der Corona-Pandemie in Brasilien verbieten die USA Einreisen aus dem südamerikanischen Land. US-Präsident Donald Trump wolle auf diese Weise verhindern, dass Menschen nach ihrem Aufenthalt in Brasilien zum Auslöser weiterer Infektionen in den Vereinigten Staaten würden, erklärte das Weisse Haus am Sonntag.

Das Einreiseverbot gilt für ausländische Staatsbürger, die sich in den zwei Wochen vor ihrer geplanten Einreise in die USA in Brasilien aufgehalten haben. Der Handel ist nach Angaben des Weissen Hauses nicht von der Massnahme betroffen.

Trumps Sicherheitsberater Robert O'Brien sagte dem Sender CBS: "Angesichts der Situation in Brasilien werden wir jede nötige Massnahme ergreifen, um das amerikanische Volk zu schützen."

Ärztepräsident: Europa muss Medikamente und Ausrüstung wieder selbst produzieren

05:20 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert als eine Lehre aus der Coronakrise mehr europäische Eigenständigkeit bei der Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung und Arzneimitteln.

"Deutschland und Europa müssen bei Schutzausrüstung und Medikamenten die Abhängig von Fernost deutlich reduzieren und eigene Produktionsstätten fördern", sagte Reinhardt der "Passauer Neuen Presse" (Montag).

Zudem forderte er, Krankenhäusern solle "das Vorhalten von Personal und Technik finanziert werden". "Kliniken sind Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine Industriebetriebe, die sich ausschliesslich an Rentabilitätszahlen ausrichten."

Bundesregierung weitet Corona-Soforthilfen für Unternehmen aus

03:30 Uhr: Die Bundesregierung plant laut einem Zeitungsbericht weitere Hilfen für mittelständische Betriebe in der Coronakrise. Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern sollen in den nächsten sechs Monaten Soforthilfen von monatlich bis zu 50.000 Euro erhalten, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf ein Eckpunktepapier der Regierung berichtet.

Kleinen und mittelgrossen Betrieben soll demnach für den Zeitraum Juni bis Dezember eine "weitergehende Liquiditätshilfe" gewährt werden, um ihre Existenz zu sichern.

Antragsberechtigt sind der Zeitung zufolge Firmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler, deren Umsätze im April und Mai um durchschnittlich mindestens 60 Prozent im Vergleich mit den entsprechenden Vorjahresmonaten eingebrochen sind.

Unternehmen, die bereits Soforthilfe des Bundes oder der Länder in Anspruch genommen, aber weitere Umsatzausfälle haben, dürften neue Anträge stellen, zitiert die "NOZ" aus dem Papier. Das Gesamtvolumen des Bundesprogramms werde bis August mit 25 Milliarden Euro beziffert.

Japaner werden in der Coronakrise dicker

03:20 Uhr: Die Coronakrise hat auch die allgemein eher schlanken Japaner das eine oder andere Pfund zulegen lassen.

In einer Online-Umfrage gab mehr als ein Drittel der Frauen und Männer in Japan an, während des landesweiten Corona-Notstands zu Hause zugenommen zu haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Montag berichtete.

Unter den von der Tokioter Online-Fitness-Firma "30.f" befragten 600 Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren berichteten 42,7 Prozent der Frauen, "Corona-Fett" zugelegt zu haben. Bei den Männern waren es 30,4 Prozent. Demnach legten die Frauen durchschnittlich 2,6 Kilogramm und die Männer 3,3 Kilo zu.

Bolsonaro missachtet konsequent Regeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion

00:21 Uhr: Ungeachtet der rasant steigenden Zahl der Corona-Infektionen in Brasilien verstösst Präsident Jair Bolsonaro bei seinen öffentlichen Auftritten weiterhin gegen die Abstandsregeln und die Hygienevorgaben.

Am Sonntag suchte er die Nähe zu seinen Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Brasília versammelt hatten. Der rechtsextreme Politiker gab mehreren Demonstranten die Hand und umarmte einige von ihnen. Die Atemmaske, die er anfangs trug, hatte er da schon abgesetzt.

Brasilien hat sich in den vergangenen Tagen zum zentralen Krisenherd der Corona-Pandemie in Südamerika entwickelt.

Mit fast 350.000 Corona-Fällen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen auf. Mehr als 22.000 Menschen starben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.