• 16:01 Uhr: ➤ Gericht verurteilt russische Rocklegende Juri Schewtschuk wegen Kriegskritik
  • 15:48 Uhr: Letten wollen mit Sammelaktion Kampfdrohne für Ukraine kaufen
  • 14:42 Uhr: Finnland verschärft Visa-Regeln für russische Staatsbürger
  • 14:08 Uhr: Ukraine erhält sechs Haubitzen von Lettland
  • 12:44 Uhr: Russlands Verteidigungsminister nennt Atomwaffen-Einsatz "nicht nötig"
  • 10:50 Uhr: Erster Getreidefrachter aus Ukraine in UN-Auftrag unterwegs
  • 09:59 Uhr: Neue Explosion auf Halbinsel Krim: Munitionslager detoniert
  • 08:31 Uhr: Britische Geheimdienste: Gefahr von See für Odessa grossteils gebannt

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➤ Gericht verurteilt russische Rocklegende Juri Schewtschuk wegen Kriegskritik

  • 16:01 Uhr

Ein Gericht hat den russischen Rockstar Juri Schewtschuk wegen seiner Kritik am Ukraine-Konflikt zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Sänger müsse den Höchstbetrag von 50.000 Rubel (805 Euro) zahlen, teilte das Gericht in der Stadt Ufa am Dienstag auf Telegram mit. Er habe bei einem Konzert "öffentlich dazu aufgerufen, den Einsatz der russischen Streitkräfte zu verhindern", hiess es in der Mitteilung. Im Wiederholungsfall drohen dem Sänger bis zu fünf Jahre Haft.

Wegen coronabedingter Quarantäne konnte der 65-jährige Musiker nicht persönlich zu dem Gerichtstermin erscheinen. Stattdessen übermittelte er eine schriftliche Erklärung an seinen Anwalt. "Ich war immer gegen Krieg - in jedem Land, zu jeder Zeit", schrieb er darin. Alle politischen Probleme sollten diplomatisch gelöst werden, schrieb Schewtschuk weiter.

Bei einem Konzert in Ufa im Mai hatte Schewtschuk vor seinem Publikum laut online verbreiteten Videos gesagt, dass "Vaterland nicht bedeutet, dem Präsidenten ständig in den A... zu kriechen". "Jetzt töten wir Menschen in der Ukraine, warum? Unsere Jungs sterben in der Ukraine, warum?", rief er der Menge zu.

Als Kopf der in der ehemaligen Sowjetunion sehr bekannten Rockband DDT prangerte der Musiker im Laufe der Jahre wiederholt den Einfluss von Präsident Wladimir Putin an und stellte ihn 2010 sogar bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen zur Rede. 2014 kritisierte er Russlands Annexion der Krim. (afp)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 10,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 11. August), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Die weiteren Meldungen vom 16. August:

Letten wollen mit Sammelaktion Kampfdrohne für Ukraine kaufen

  • 15:48 Uhr

Nach dem Vorbild des Nachbarlandes Litauen sammeln nun auch Menschen in Lettland Geld für den Kauf einer Kampfdrohne für die von Russland angegriffene Ukraine. In dem baltischen EU- und Nato-Land startete am Dienstag eine Crowdfunding-Aktion, mit der die nötigen fünf Millionen Euro zusammenkommen sollen.

Die Initiative geht auf einen lettischen Musiker und einen ukrainischen Journalisten zurück, die die Drohne mit Hilfe des Verteidigungsministeriums in Riga an Kiew überführen wollen. In Lettland ist die Solidarität mit der Ukraine gross.
Anfang Juni hatten Menschen in Litauen innerhalb weniger Tage das Geld für den Kauf einer Bayraktar-Drohne gesammelt. Litauen hat 2,8 Millionen Einwohner. Begeistert von der Aktion überliess der türkische Hersteller Baykar Litauen die Kampfdrohne sogar kostenlos. Wenig später wurden daraufhin auch in Polen, Norwegen und Kanada derartige Initiativen gestartet.

Die Ukraine setzt bereits Bayraktar-Drohnen im Kampf gegen die russischen Angreifer ein. Die Türkei hatte vor dem Krieg mehrere Kampfdrohnen desselben Typs an die Ukraine verkauft, von denen bisher zwölf geliefert worden sein sollen. Zu Lieferungen während des Krieges gibt es keine Angaben. (dpa)

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Finnland verschärft Visa-Regeln für russische Staatsbürger

  • 14:42 Uhr

Die finnische Regierung will ab September weniger Touristenvisa an russische Staatsbürger ausstellen. "Wir werden die Zahl der bewilligten Anträge auf ein Zehntel des aktuellen Niveaus begrenzen", sagte Finnlands Aussenminister Pekka Haavisto dem finnischen Rundfunk am Dienstag in Helsinki. Nach Informationen des Senders Yle werden in Finnland aktuell täglich rund 1000 russische Visumsanträge bearbeitet.

"Gleichzeitig wollen wir es leichter für Menschen machen, nach Finnland zu kommen, um zu arbeiten, zu studieren oder Verwandte zu besuchen", sagte Haavisto. "Es soll also Lösungen für diejenigen geben, die einen Grund haben, nach Finnland zu kommen, aber das gewöhnliche Touristenvisum soll schwieriger zu bekommen sein."

Während man in Finnland versucht habe, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen, sei die Anzahl russischer Touristen im Land zuletzt hoch gewesen, sagte Haavisto. "Das war für viele Finnen schwer zu akzeptieren." In Umfragen hatte sich eine Mehrheit der Menschen wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine dafür ausgesprochen, die Ausstellung von Touristenvisa an russische Reisende einzustellen. (dpa)

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Ukraine erhält sechs Haubitzen von Lettland

  • 14:08 Uhr

Zur Verteidigung gegen russische Truppen hat die Ukraine sechs Panzerhaubitzen von Lettland erhalten. "Zusammen werden wir siegen!", schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow in der Nacht zum Dienstag bei Twitter. Es handele sich um sechs selbstfahrende Geschütze des US-amerikanischen Typs M109.

Seit dem Beginn des russischen Einmarsches im Februar hat die Ukraine sieben verschiedene Haubitzentypen mit dem Nato-Kaliber von 155 Millimeter erhalten. Damit sollen die vorhandenen schweren Geschütze aus sowjetischer Produktion ersetzt werden, die weniger genau sind und für die es inzwischen an Munition mangelt. Lettland hatte der Ukraine ebenfalls vier Hubschrauber sowjetischer Bauart geliefert. (dpa)

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Russlands Verteidigungsminister nennt Atomwaffen-Einsatz "nicht nötig"

  • 12:44 Uhr

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bestritten, dass seine Regierung den Einsatz von Atomwaffen im Krieg mit der Ukraine erwägt. "All diese Informationsgeplänkel sind eine absolute Lüge", sagte Schoigu auf einer Konferenz in Moskau. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria. Der Einsatz von Atomwaffen sei nicht nötig: "Der Hauptzweck der russischen Atomwaffen besteht darin, einen nuklearen Angriff abzuschrecken", wurde Shoigu zitiert.

Der frühere Präsident Dmitri Medwedew hatte Anfang Juli dem Westen indirekt mit den russischen Atomwaffen gedroht. Russland gehört zu den acht Staaten der Welt, deren Armeen nachgewiesenermassen über Atomsprengköpfe verfügen. Die russische Nachrichtenagentur Ria verwies nun auf ein Dekret aus dem Juni 2020, in dem mögliche Gründe für den Einsatz dieser Waffen durch Russland festgelegt sind: Dieser sei zum Beispiel möglich, wenn ballistische Raketen aus anderen Staaten in Richtung Russland unterwegs sein - sowie bei einer "Aggression gegen Russland mit konventionellen Waffen und wenn die Existenz des Staates bedroht ist". (fab)

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Russland spricht von "Lüge der Medien": "Gibt keinen militärischen Grund, Atomwaffen einzsetzen"

Russland wehrt sich gegen Medien-Berichte, der Einsatz von Atom- und Chemiewaffen im Krieg gegen die Ukraine sei in Vorbereitung. Verteidigungsminister Sergej Schoigu betont: "Es gibt keinen Grund, Atomwaffen einzusetzen, um unsere Ziele zu erreichen."

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Erster Getreidefrachter aus Ukraine in UN-Auftrag unterwegs

  • 10:50 Uhr

Der erste Getreidefrachter im Auftrag der Vereinten Nationen ist am Dienstag aus dem ukrainischen Hafen Piwdennyj mit Weizen für Afrika ausgelaufen. Das bestätigte eine UN-Sprecherin des Koordinationszentrums in Istanbul der Deutschen Presse-Agentur. Informationen wonach das Schiff "Brave Commander" sich schon am Sonntag auf dem Weg gemacht habe, seien falsch. Es sei am Sonntag lediglich beladen worden. Der Gouverneur des Gebiets Odessa, Maxym Martschenko, hatte am Sonntag zunächst auf Telegram erklärt, der Frachter sei schon unterwegs.

Die Ladung von 23.000 Tonnen Weizen der "Brave Commander" ist im Rahmen des Welternährungsprogramms der UN (WFP) für Äthiopien bestimmt. Neben dem Frachter in UN-Auftrag machten sich nach Angaben des Koordinationszentrums in Istanbul am Dienstag vier weitere mit Weizen oder Mais beladene Schiffe aus der Ukraine auf den Weg. Sie laufen demnach Häfen in der Türkei, Rumänien und Südkorea an. Das Zentrum überwacht die Ausfuhren, die durch einen Sicherheitskorridor über das Schwarze Meer transportiert werden.

Die UN und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Seit Anfang August haben mehr als ein Dutzend Frachter ukrainisches Getreide abtransportiert. Allerdings waren die ersten Transporte kommerziell. (dpa)

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Neue Explosion auf Krim: Munitionslager detoniert

  • 09:59 Uhr

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat es nach Behördenangaben erneut eine Explosion in einem Militärobjekt gegeben. Im Norden der Krim sei am Dienstagmorgen ein Munitionslager detoniert, teilten die Behörden mit. Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren ein grosses Feuer und eine Rauchwolke zu sehen. Der Krim-Verwaltungschef Sergej Aksjonow sagte vor Ort im Gebiet Dschankoje, es gebe zwei Verletzte. Zu den Gründen der Detonation müsse sich das russische Verteidigungsministerium äussern, sagte er.

Die Explosionen gingen weiter, erklärte Aksjonow in einer Videobotschaft in seinem Blog beim Nachrichtenkanal Telegram. "Es läuft eine Evakuierung, für die Sicherheit der Bewohner wird eine fünf Kilometer grosse Sicherheitszone gebildet", sagte er. Kräfte des Verteidigungsministeriums, der Nationalgarde und des Zivilschutzes seien im Einsatz.

Krieg, Ukraine, Russland, Krim, Maiskoje, Dschankoj, 2022

Zerstörungsvideo zeigt wohl Explosionen in Militärbasis auf Halbinsel Krim

Moskau bestätigt, dass auf der Halbinsel Krim eine Militärbasis in Brand geraten sei. Nach heftigen Angriffen soll das Munitionslager im Dorf Maiskoje in der Nähe von Dschankoj explodiert sein.

Nach Behördenangaben kam es in dem Dorf Maiskoje zu der Explosion, und zwar auf dem Gelände eines früheren Bauernhofes, der von den russischen Streitkräften als Munitionslager genutzt wird. Auch eine Umspannstation für die Stromversorgung soll in Brand geraten sein, hiess es. (dpa)

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Britische Geheimdienste: Gefahr von See Odessa grossteils gebannt

  • 08:31 Uhr

Die Gefahr einer Landung russischer Truppen in der ukrainischen Hafenstadt Odessa vom Meer aus ist nach Ansicht britischer Militärexperten weitgehend gebannt. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London hervor, das am Dienstag veröffentlicht wurde. "Das bedeutet, die Ukraine kann Ressourcen verlegen, um die russischen Bodentruppen an anderen Orten unter Druck zu setzen", so das Fazit der Briten. Für eine sogenannte amphibische Landung von Truppen und Material mithilfe spezieller Schiffe ist kein Hafen nötig.

Die russischen Schiffe sind London zufolge nur noch eingeschränkt in der Lage, die Invasionsbemühungen Moskaus in der Ukraine effektiv zu unterstützen. Demnach nehmen sie eine "extrem defensive Haltung" ein. Abgesehen von den U-Booten blieben sie stets in Sichtweite der Küste der von Russland besetzten Halbinsel Krim. Das stehe im Kontrast zu der erhöhten Aktivität russischer Schiffe in anderen Meeren in dieser Jahreszeit, so die Mitteilung.

Zwar feuerten russische Schiffe weiterhin Langstrecken-Raketen ab, doch die Flotte habe Schwierigkeiten, die Seeherrschaft auszuüben. Geschwächt worden sei sie vor allem durch den Verlust ihres Flaggschiffs "Moskwa", einer erheblichen Zahl ihrer Flugzeuge sowie der Kontrolle über die Schlangeninsel.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

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Fünf Europäer von prorussischen Separatisten vor Gericht gestellt

  • 06:12 Uhr

Prorussische Separatisten in der Ostukraine haben am Montag fünf Europäer vor Gericht gestellt, bei denen es sich russischen Medien zufolge um Söldner handeln soll. Die fünf Angeklagten - ein Schwede, ein Kroate und drei Briten - plädierten den Medienberichten zufolge zum Prozessauftakt in Donezk auf nicht schuldig. Nach dem Gesetz der selbsternannten prorussischen Volksrepublik Donezk könnte den Europäern die Todesstrafe drohen.

Die nächste Gerichtsanhörung wurde ohne Angabe von Gründen erst für Oktober angesetzt, wie die russischen Medien weiter berichteten. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti waren der Schwede, der Kroate und einer der Briten im ukrainischen Hafen Mariupol gefangengenommen worden. Ihnen drohe wegen versuchter "Machtübernahme" und "Beteiligung an einem bewaffneten Konflikt als Söldner" die Hinrichtung.

Am 9. Juni hatte das oberste Gericht der selbsternannten Volksrepublik Donezk bereits zwei Briten und einen Marokkaner wegen des Vorwurfs, sie hätten als Söldner in der Ukraine gekämpft, zum Tode verurteilt. Alle drei haben Berufung gegen das Urteil eingelegt. (afp)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

Die Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Wladimir Putin

Russland droht USA mit Abbruch diplomatischer Beziehungen

Russland hat den USA mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht, falls weiterhin russische Vermögenswerte eingezogen werden sollten. (Bildquelle: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool)