• 17:01 Uhr: ➤ Weitere Angriffe auf Akw Saporischschja im Süden der Ukraine
  • 16:46 Uhr: Russische Journalistin Owsjannikowa bis Oktober unter Hausarrest gestellt
  • 15:51 Uhr: Belarus weist Berichte über Explosionen auf Luftwaffenbasis nahe Ukraine zurück
  • 15:29 Uhr: Ukraine will Schweiz als diplomatischen Vertreter in Russland - Moskau lehnt ab
  • 14:36 Uhr: Estland beschränkt Einreise für russische Staatsbürger

+++ News-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren +++

➤ Weitere Angriffe auf Akw Saporischschja im Süden der Ukraine

  • 17:01 Uhr

Das von russischen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist auch am Donnerstag wieder beschossen worden. Der ukrainische Betreiber Energoatom erklärte, es habe fünf russische Angriffe nahe eines Lagers mit radioaktiven Substanzen gegeben. Ein Vertreter der pro-russischen Behörden in der Region, Vladimir Rogow, schrieb im Onlinedienst Telegram, ukrainische Truppen hätten die Atomanlage erneut beschossen.

Aus der Gegend um Saporischschja wird seit Tagen heftiger Beschuss gemeldet. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe im Süden der Ukraine verantwortlich.

Das Atomkraftwerk in Saporischschja ist das grösste in Europa. Russische Truppen brachten es im März kurz nach Beginn ihres Angriffskriegs unter ihre Kontrolle. Nach den Angriffen vom Wochenende musste ein Reaktor heruntergefahren werden.

Am Donnerstagabend sollte in New York eine von Russland beantragte Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu Saporischschja stattfinden. Energoatom hatte gefordert, eine entmilitarisierte Zone rund um die Nuklearanlage einzurichten. (AFP)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 10,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 8. August), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmässig aktualisiert)

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Ausserdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Die weiteren Meldungen vom 11. August:

Russische Journalistin Owsjannikowa bis Oktober unter Hausarrest gestellt

  • 16:46 Uhr

Die durch ihren Live-Protest gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine bekannt gewordene Fernsehjournalistin Marina Owsjannikowa wird unter Hausarrest gestellt. Dieser gelte bis zum 9. Oktober, teilte ein Gericht in Moskau am Donnerstag mit. Der 44-jährigen Owsjannikowa, die am Mittwoch festgenommen worden war, drohen wegen Diskreditierung der Armee bis zu zehn Jahre Haft.

Seit Ende Juli wurde die zweifache Mutter bereits zwei Mal wegen "Diskreditierung" der Armee zu Geldstrafen verurteilt. Die Urteile bezogen sich insbesondere auf Veröffentlichungen in Onlinenetzwerken, in denen die Journalistin die Militäroffensive in der Ukraine kritisierte.

International bekannt wurde Owsjannikowa, als sie Mitte März während einer Live-Sendung ihres Arbeitgebers, einem kremltreuen Sender, hinter der Nachrichtensprecherin auftauchte und ein gegen den Militäreinsatz in der Ukraine gerichtetes Protestplakat in die Kamera hielt. Die russischen Behörden, die bereits seit Jahren gegen Regierungskritiker vorgehen, haben seit Beginn der Militäroffensive ihr strafrechtliches Vorgehen noch einmal deutlich verschärft. (AFP)

Russische Soldaten sollen Sprengstoff im Atomkraftwerk Saporischschja verlegt haben

Nach ukrainischen Angaben sollen russische Soldaten Sprengsätze in dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja installiert haben. Der russische Befehlshaber habe angedroht das Werk in die Luft zu sprengen.

Belarus weist Berichte über Explosionen auf Luftwaffenbasis nahe Ukraine zurück

  • 15:51 Uhr

Belarus hat Berichte über nächtliche Explosionen auf einem Luftwaffenstützpunkt an der Grenze zur Ukraine dementiert. Es sei "während eines Testlaufs ein Fahrzeug in Brand geraten, bei dem der Motor ausgetauscht worden war", teilte das belarussische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Das Feuer am Vorabend sei "rechtzeitig" gelöscht worden und es habe keine Verletzten gegeben.

Zuvor hatte es auf einem belarussischen Telegram-Kanal, der militärische Aktivitäten überwacht, geheissen, in der Nähe des Flugplatzes Sjabrowka im Südosten von Belarus seien "Explosionen" zu hören gewesen. Zudem seien "mindestens acht Blitze" zu sehen gewesen.

Ein hochrangiger Berater der belarussischen Exil-Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte, dass russische Militärflugzeuge häufig auf dem Flugplatz stationiert seien. Sjabrowka liegt rund 30 Kilometer von der Grenze zur Nordukraine entfernt.

Am Dienstag hatten sich mehrere Explosionen auf einem russischen Militärflugplatz auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim ereignet. Dort explodierte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums Munition. Das Gebiet sei jedoch weder beschossen noch bombardiert worden.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko ist ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russische Truppen marschierten Ende Februar auch aus Belarus kommend in der Ukraine ein. (AFP)

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Ukraine will Schweiz als diplomatischen Vertreter in Russland - Moskau lehnt ab

  • 15:29 Uhr

Die Ukraine möchte ihre Interessen in Russland nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die Schweiz vertreten lassen. Die Verhandlungen für ein solches Schutzmachtmandat seien abgeschlossen, teilte das Schweizer Aussenministerium in Bern am Donnerstag auf Anfrage mit. "Damit das Schutzmachtmandat in Kraft treten kann, muss noch Russland sein Einverständnis geben", hiess es.

Ob es dazu kommt, ist aber fraglich. Die russische Botschaft in Bern schrieb dem "Tages-Anzeiger", die Schweizer Regierung sei durch die Übernahme der Sanktionen gegen Russland nicht mehr neutral. Russland sei "nicht bereit, Vermittlungsangebote von Ländern, die sich den antirussischen Sanktionen angeschlossen haben, in den Verhandlungen mit der Ukraine zu berücksichtigen."

Die Schweiz hat als Schutzmacht lange Tradition. Erstmals nahm sie im deutsch-französischen Krieg 1870–1871 in Frankreich die Interessen des Königreichs Bayern und des Grossherzogtums Baden wahr. Sie ist als Schutzmacht zum Beispiel Anlaufstelle für Staatsangehörige, die in dem anderen Land wohnen, dort aber keine heimische Botschaft mehr haben, wenn Heimat- und Gaststaat ihre Beziehungen abgebrochen haben.

Sie kann bei Bedarf auch diplomatische Depeschen überbringen und bei Verhandlungen als Vermittler helfen. Solche Dienste übernimmt die Schweiz zur Zeit für den Iran in Ägypten, die USA im Iran, Russland und Georgien, Iran und Saudi-Arabien sowie den Iran und Kanada. (dpa)

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Estland beschränkt Einreise für russische Staatsbürger

  • 14:36 Uhr

Estland verschärft die Visa-Regelungen für Menschen aus Russland und beschränkt deren Einreise. Die Regierung in Tallinn beschloss am Donnerstag, dass russische Staatsbürger vom 18. August an nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum einreisen dürfen. Ausgenommen von der Regelung sind Russen, deren Heimatland Estland ist oder die ihren ständigen Wohnsitz in dem baltischen EU- und Nato-Staat haben. Daneben gelten weitere Ausnahmen, etwa für Verwandtschaftsbesuche. Weiter einreisen dürfen auch russische Bürger mit von anderen EU-Mitgliedern ausgestellen Visa.

"Wir sehen, dass die Zahl der russischen Bürger, die durch Estland reisen oder aus Russland nach Estland kommen, massiv zugenommen hat", sagte Aussenminister Urmas Reinsalu. Die Möglichkeit, massenhaft Estland zu besuchen oder über das Land nach Europa zu gelangen, entspreche nicht dem Zweck der verhängten Sanktionen.

Estland hatte als eine Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen ausgesetzt. Mit einem gültigen Visum war es aber weiterhin möglich, per Bus oder Auto über die estnische Grenze in den Schengenraum einzureisen.

Reinsalu kündigte zudem an, dass Estland noch im August der EU einen Vorschlag unterbreiten werde, die Vergabe von Schengen-Visa für russische Bürger auszusetzen. Dafür hatte sich zuletzt auch Finnland stark gemacht. Lettland forderte am Donnerstag andere europäische Länder ebenfalls dazu auf, keine Einreise- und Touristenvisa mehr an Russen zu vergeben. (dpa)

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Kopenhagen: Selenskyj warnt vor neuer Atomkatastrophe

  • 13:46 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft vor einer neuen Atomkatastrophe ähnlich der von Tschernobyl 1986 gewarnt. Russland sei ein terroristischer Staat, der das Atomkraftwerk Saporischschja als Geisel halte und zur Erpressung nutze, sagte er am Donnerstag per Videoschalte zum Auftakt einer Ukraine-Geberkonferenz in Kopenhagen. Russland sei heute noch zynischer und noch gefährlicher als die Sowjetunion, die die Atomkatastrophe von Tschernobyl einst habe verheimlichen wollen, so Selenskyj.

Er warnte: "Wir müssen Europa vor dieser Bedrohung schützen." Denn Saporischschja sei nicht nur das grösste Atomkraftwerk Europas, sondern auch das drittgrösste der Erde. Die Ukraine brauche zur Verteidigung das Maximale an Bewaffnung und Munition.

Bei der Geberkonferenz #CopenhagenUkraine sollte es am Donnerstag um Waffen, die Ausbildung von Soldaten und Hilfe bei der Minenräumung für die Ukraine gehen. Repräsentanten von 26 Ländern waren vor Ort dabei, darunter mehrere Verteidigungsminister und -ministerinnen. Deutschland wurde von dem für Rüstung zuständigen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Benedikt Zimmer, vertreten. Dänemark kündigte zum Auftakt der Konferenz an, die Ukraine mit weiteren 110 Millionen Euro für Waffen, Ausrüstung und Ausbildung zu unterstützen. (dpa)

Dieses vor den Explosionen aufgenommene Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt Flugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki.

Lettlands Parlament stuft Russland als Terrorstaat ein

  • 13:28 Uhr

Das Parlament in Lettland hat Russland wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine als "Terror unterstützenden Staat" eingestuft. Die Abgeordneten verabschiedeten am Donnerstag eine Entschliessung, in der die russische Gewalt gegen Zivilisten als Terrorismus und "gezielter Völkermord am ukrainischen Volk" verurteilt wird.

Konkret verwiesen die Abgeordneten in der Entschliessung etwa auf den Einsatz von geächteter Streumunition im Ukraine-Krieg. Russland setze zudem auf "Leid und Einschüchterung", um das ukrainische Volk und seine Armee zu demoralisieren und die staatlichen Strukturen zu lähmen, um das Land leichter besetzen zu können. (AFP)

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Scholz kann sich Schröder kaum als Russland-Vermittler vorstellen

  • 12:14 Uhr

Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat Schwierigkeiten, sich seinen Parteikollegen und Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Russland-Vermittler vorzustellen. Auf die Frage, ob Schröder für ihn noch einmal nützlich sein könne, antwortete Scholz am Donnerstag bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin: "Ich wüsste nicht."

Es wäre aber "mal ein verdienstvolles Geschäft", dafür zu sorgen, dass Russland die Einfuhr einer Turbine für die Gasleitung Nord Stream 1 erlaube, merkte Scholz an. Die von Siemens-Energy gewartete Turbine ist derzeit in Deutschland.

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 zurückgefahren. Der Energiekonzern Gazprom begründete dies mit der fehlenden Turbine. Sie sei wichtig, um den nötigen Druck zum Durchpumpen des Gases aufzubauen. Gazprom warf seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vor, nicht die nötigen Dokumente und Informationen zur Reparatur der Maschine übermittelt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe zurück. Scholz stattete der Turbine zu Monatsbeginn einen öffentlichwirksamen Besuch ab, bei dem er betonte, dass diese lieferbereit sei. (dpa)

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London: Russland kann wahrscheinlich Rüstungsexporte nicht erfüllen

  • 11:23 Uhr

Russland kann nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten seine Auslandsaufträge in der Rüstungsindustrie nicht mehr in vollem Umfang erfüllen. "Russland ist höchstwahrscheinlich nicht in der Lage, einige seiner Exportaufträge für gepanzerte Fahrzeuge auszuführen", hiess es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukrainekrieg des Verteidigungsministeriums in London am Donnerstag.

Hintergrund seien die aussergewöhnliche Nachfrage für gepanzerte Kampffahrzeuge für Russlands eigene Streitkräfte in der Ukraine und der zunehmende Effekt westlicher Sanktionen, so die Mitteilung weiter.

So habe Belarus kürzlich Details über einen im eigenen Land weiterentwickelten Kampfpanzer vorgestellt. Zuvor sei diese Aufgabe dem staatlichen russischen Rüstungskonzern UralVagonZavod zugefallen.

Auch das Ansehen der russischen Rüstungsindustrie im Ausland hat nach Ansicht der Briten gelitten: "Die Glaubwürdigkeit vieler ihrer Waffensysteme wurde durch die Verbindung mit der schwachen Leistung russischer Streitkräfte im Ukraine-Krieg untergraben", hiess es in der Mitteilung.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

Aufnahmen der brennenden Brauerei in Donezk.

Litauen kündigt erneut Einschränkungen im Güterverkehr nach Kaliningrad an

  • 09:01 Uhr

Litauen hat erneut Einschränkungen im Güterverkehr in die russische Exklave Kaliningrad angekündigt. Wie die litauische Staatsbahn am Mittwochabend mitteilte, wird der Transit bestimmter russischer Güter ausgesetzt, bei denen eine Obergrenze erreicht wurde.

Betroffen seien vor allem Eisen- und Stahlprodukte, Holz, Düngemittel und das Kühlmittel Ethylenglykol. "Wenn die transportierte Menge bestimmter Güter die festgelegten Jahresdurchschnittswerte erreicht, werden die Transportanfragen abgelehnt", erklärte die Bahn.

Kaliningrad liegt an der Ostsee zwischen Litauen und Polen und hat keine direkte Landverbindung nach Russland. Mitte Juni hatte das EU-Mitglied Litauen den Güterverkehr zwischen Russland und der Exklave beschränkt. Güter, die unter die EU-Sanktionen gegen Russland fallen, konnten nicht mehr mit der Bahn von Russland über Litauen nach Kaliningrad gebracht werden.

Moskau forderte die Aufhebung der Beschränkungen und warf der EU vor, gegen ein 2002 geschlossenes Abkommen zu Kaliningrad zu verstossen. Nach wochenlangen Spannungen stellte die EU-Kommission Mitte Juli klar, dass es kein allgemeines Verbot für Gütertransporte per Zug gebe. Verboten sei nur der Transit sanktionierter Militärausrüstung. Litauen nahm den Transitverkehr daraufhin wieder auf.

Die Leitlinien der EU zum Transitverkehr ermöglichen jedoch eine Kontrolle des Transitvolumens, um sicherzustellen, dass die Menge der nach Kaliningrad transportierten Güter dem Bedarf in der Exklave entspricht. Litauen berechnet diese Menge anhand der Durchschnittswerte der vergangenen drei Jahre. (AFP)

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Enormer Schaden auf der Krim: Satellitenbilder widerlegen russische Behauptung

  • 08:39 Uhr:

Was genau ist in Saki auf der Halbinsel Krim am Dienstag passiert? Dass gewaltige Explosionen die wichtige russische Luftwaffenbasis erschüttert haben, ist gewiss. Doch wer ist dafür verantwortlich? In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die Detonationen und grosse Rauchwolken direkt in der Nähe von Schwarzmeer-Badestränden zeigten.

Russische Nachrichtenagenturen zitierten das russische Verteidigungsministerium, wonach in einem Depot auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka lediglich für die Luftwaffe vorgesehene Munition explodiert sei. Angaben aus Moskau zufolge sei ein Verstoss gegen die Brandschutzregeln für den Vorfall verantwortlich.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenkyj sagte hingegen, bei den Explosionen seien neun russische Kampfflugzeuge zerstört worden. Erste westliche Satellitenbilder des Stützpunktes Saki belegen nach Einschätzung von Experten, dass Russland viele der dort stationierten Jets verloren hat. Das ukrainische Verteidigungsministerium vermutete am Donnerstagmorgen eine höhere Zahl als neun Flugzeuge. (hub/dpa)

Wolodymyr Selenskyj: "Wir werden die Krim niemals aufgeben!"

Nach Explosionen auf der Militärbasis Saki auf der Krim verspricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Befreiung der annektierten Halbinsel. Selenskyj in Videoansprache: "Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben."

Giftiges Ammoniak strömt aus brennender Brauerei in Donezk

  • 06:25 Uhr:

Aus einer brennenden Brauerei in der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk ist nach Angaben örtlicher Behörden giftiges Ammoniak ausgetreten. Der Brand sei durch den Beschuss ukrainischer Artillerie ausgelöst worden, teilte die Territorialverteidigung Donezk am Mittwoch mit. Das Gas verteile sich im Umkreis von zwei Kilometern. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben und Fenster geschlossen zu halten. Ammoniak - bekannt für seinen stechenden Geruch - dient beim Bierbrauen als Kühlmittel.

Die Front zwischen ukrainischen Truppen und den Einheiten der von Moskau gesteuerten Separatisten verläuft seit 2014 nur wenige Kilometer nordöstlich der grössten Stadt im Donbass. In diesen Tagen gibt es dort heftige Kämpfe. Russische Truppen versuchen, die gut befestigten ukrainischen Linien zu durchbrechen. Durch ukrainischen Beschuss seien am Mittwoch in Donezk drei Zivilisten getötet worden, teilten die Separatisten mit. Die Berichte sind in der Regel nicht unabhängig zu überprüfen. (dpa)

Ukraine will Interessen in Moskau durch Schweiz vertreten lassen

  • 05:12 Uhr:

Die Schweiz soll künftig die diplomatischen Interessen der Ukraine in Russland vertreten - allerdings lehnt Moskau diese Lösung ab. Das Aussenministerium in Kiew teilte am Mittwoch mit, die Wahrnehmung der Interessen sei mit der Schweiz bereits bilateral vereinbart worden. Die Schweiz habe "grosse Erfahrung bei der Erfüllung solcher Funktionen", sagte Ministeriumssprecher Oleh Nikolenko. Nach Angaben ukrainischer Medien bestätigte das Schweizer Aussenministerium die Einigung, verwies aber auf die fehlende Zustimmung aus Moskau.

Die Ukraine hatte die diplomatischen Beziehungen zu Russland am 24. Februar abgebrochen - dem Tag, an dem vor mehr als fünf Monaten der Krieg begann. Allerdings leben und arbeiten bis heute Hunderttausende Ukrainer in dem grossen Nachbarland. Durch die freiwillige oder zwangsweise Evakuierung von Menschen aus Kampfgebieten kamen weitere hinzu.

Das Aussenministerium in Moskau verwies auf Äusserungen von Minister Sergej Lawrow, wonach man keine Vermittlung eines Landes akzeptieren werde, das sich Sanktionen angeschlossen habe. Die Neutralität der Schweiz sei durch deren Übernahme der EU-Sanktionen entwertet, heisst es in einer Stellungnahme, aus der die Zeitung "Kommersant" zitierte. Die Schweiz vertritt in Moskau bereits die Interessen Georgiens, das seit 2008 keine diplomatischen Beziehungen zu Russland mehr hat. (dpa)

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Faeser bereut umstrittenes Bild von Sektglas-Szene in Kiew

Ein Foto von Innenministerin Faeser und Arbeitsminister Heil, das sie lachend bei ihrem Ukraine-Besuch Sekt trinken zeigte, hatte für Empörung gesorgt. (Teaserbild: picture alliance/dpa/Christophe Gateau)

UN erwarten steigende Getreideausfuhren aus Ukraine

  • 03:44 Uhr:

Nach dem Getreide-Deal zwischen Moskau und Kiew erwarten die Vereinten Nationen steigende Ausfuhren aus der Ukraine über das Schwarze Meer. Eine Reihe von Schiffen würden momentan auf die Genehmigung zur Fahrt in Richtung der ukrainischen Häfen warten "und wir erwarten einen grossen Aufwärtstrend bei den Anträgen für den Transit", sagte der UN-Koordinator für die Ausfuhren, Frederick Kenney, am Mittwoch in New York. Am Mittwoch habe es mit insgesamt fünf vertragsmässig inspizierten Schiffen einen neuen Höchststand gegeben.

Im Juli hatten die Kriegsparteien Ukraine und Russland Abkommen mit der Türkei und den UN für den Export von Agrarprodukten und Dünger aus drei ukrainischen Schwarzmeerhäfen abgeschlossen. Ein Dutzend Schiffe haben seitdem die Häfen Tschornomorsk, Odessa und Piwdennyj mit über 370 000 Tonnen Fracht verlassen. Russland hatte nach seinem Angriff auf die Ukraine Ende Februar die ukrainischen Häfen blockiert. Die Ukraine wiederum hatte die Hafenzufahrten aus Furcht vor einer russischen Invasion vermint.

Kenney sagte am Mittwoch weiter, dass es bislang keine Vorfälle gegeben habe, die die Sicherheit von Schiffen gefährdetem. Auch habe es bei den Durchsuchungen der Schiffe keine Auffälligkeiten gegeben. Die Inspektionen in der Türkei sollen sicherstellen, dass keine Waffen in die Ukraine gebracht oder andere Güter ausser Getreide ausgeführt werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Vertretern Russlands und der Ukraine ist Kenney zufolge konstruktiv: "Ich war sehr beeindruckt von dem Grad an Zusammenarbeit und Koordination, der gezeigt wurde." Es gebe einen grossen Respekt unter den Expertinnen und Experten im gemeinsamen Kontrollzentrum in Istanbul, "egal woher sie kommen". (dpa)

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Ukrainischer Atomkonzern droht mit Zerstörung von Stromleitung

  • 04:51 Uhr:

Die Ukraine hat für den Fall eines Anschlusses des Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja an die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit einem Kappen der Stromleitungen gedroht. "Ich denke, unsere Streitkräfte werden dazu bereit sein, wenn es nötig ist", sagte der Chef des staatlichen Atomkraftwerksbetreibers Enerhoatom, Petro Kotin, am Mittwoch der Agentur RBK-Ukrajina. Dazu könne es kommen, bevor das Kraftwerk vom ukrainischen Netz getrennt wird.

Kotin zufolge will Russland seit langem das AKW mit der Krim verbinden. "Dafür muss das Kraftwerk komplett vom ukrainischen Energiesystem abgeschaltet und an die Leitung angeschlossen werden, welche die Krim mit dem Wasserkraftwerk Kachowka verbindet", erklärte der 61-Jährige. Kotin sagte auch, dass die ukrainischen Truppen die Stromleitungen beschiessen würden, wenn Russland das Atomkraftwerk an sein Netz anschliesse.

Bei einem Ausfall des Kraftwerks wäre die Stromversorgung des gesamten russisch besetzten Südens gefährdet. Russland hat die Ukraine Ende Februar angegriffen und dann das grösste europäische Atomkraftwerk Saporischschja Anfang März besetzt.

Die grünen Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin und Robin Wagener forderten einen Abzug der russischen Truppen aus dem AKW und uneingeschränkten Zugang für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA. "Russland bricht alle internationalen Vorgaben für den gesicherten Betrieb von Atomkraftwerken und nutzt bewusst das Risiko eines nuklearen Super-GAUs als Druckmittel", erklärten sie. Dies zeige: "Atomkraftwerke bieten im Kriegsfall keine Sicherheit, sondern vervielfachen die Risiken für die Bevölkerung." (dpa)

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Ukraine: Sieben Zivilisten im Osten durch russischen Beschuss getötet

  • 02:27 Uhr:

Durch russischen Artilleriebeschuss auf die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Sieben Anwohner seien durch Bombensplitter verletzt worden. Unabhängig zu überprüfen sind die Angaben kaum.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen. Bachmut und die Nachbarstadt Soledar sind seit Tagen Ziel russischer Truppen, die in der Region Donbass vorzurücken versuchen. Westliche Militärbeobachter verzeichnen langsame Fortschritte der Russen. Die ukrainische Regierung hat alle Zivilisten aufgefordert, den Donbass zu verlassen. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen schon mehr als fünfeinhalb Monate. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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