• 16:56 Uhr: ➤Analyse: Bestimmte Diagnosen häufiger nach Corona-Erkrankung
  • 15:15 Uhr: Seehofer appelliert an Kimmich: "Lassen Sie sich impfen!"
  • 14:11 Uhr: Codes zur Erstellung des europäischen "Grünen Passes" gestohlen
  • 11:48 Uhr: SPD, Grüne und FDP wollen Corona-Sonderlage zum 25. November beenden - "kein Freedom Day"
  • 04:38 Uhr: RKI registriert 23.212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz und Hospitalisierungsquote steigen weiter

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➤Analyse: Bestimmte Diagnosen häufiger nach Corona-Erkrankung

Corona-Patienten bekommen einer Datenanalyse zufolge Monate nach ihrer Infektion häufiger eine Diagnose für bestimmte physische und psychische Symptome und Erkrankungen. Das ergab eine Auswertung deutscher Krankenversicherungsdaten, in der infizierte und nicht-infizierte Menschen verglichen wurden, wie das Universitätsklinikum Dresden am Mittwoch mitteilte.

"Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche sind demnach potenziell von Post-COVID betroffen." Die Studie ist noch nicht in einem begutachteten Fachjournal veröffentlicht.

"In Bezug auf alle betrachteten Symptome und Erkrankungen lag die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen mit COVID-19 um circa 30 Prozent höher als bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose." Bei Erwachsenen betrafen die Diagnosen demnach vor allem Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Atembeschwerden. An der Studie waren neben der Dresdner Hochschulmedizin mehrere gesetzliche Krankenkassen und das RKI beteiligt.

"Dies ist international eine der ersten, grossen kontrollierten Kohortenstudien zu Post-COVID", erklärte Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden. Um die Zusammenhänge zwischen COVID-19 und den Erkrankungen zu verstehen, sei weitere Forschung notwendig.

Nach Angaben des Dresdner Uniklinikums flossen in die Analyse Daten von mehr als 150.000 Menschen ein, bei denen im ersten Halbjahr 2020 eine COVID-19-Erkrankung nachgewiesen wurde, darunter fast 12.000 Kinder und Jugendliche. Für jede infizierte Person habe man fünf nicht-infizierte Versicherte in die Studie eingeschlossen, die etwa bei Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen vergleichbar waren. Infizierte und Nicht-Infizierte seien hinsichtlich 96 vorab festgelegter Symptome und Erkrankungen verglichen worden.

Die weiteren Corona-News des Tages

Impfstoff für Kinder: EMA will noch vor Weihnachten entscheiden

20:00 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will noch möglichst vor Weihnachten entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht. "Der derzeitige Zeitplan für die Bewertung beträgt ungefähr zwei Monate", teilte die EMA am Mittwoch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit.

Zuletzt ging die Behörde noch von mehreren Monaten bis zu einer möglichen Zulassung aus. Mitte Oktober hatte die EMA mit der Prüfung des Biontech-Impstoffs für unter Zwölfjährige begonnen. In die Bewertung würden laut EMA auch Daten aus laufenden pädiatrischen Studien von Biontech und Pfizer einfliessen. Diese würden noch im November erwartet.

Am Dienstag hatte sich ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausgesprochen. Die Empfehlung ist nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Eine endgültige Entscheidung der FDA wird noch in dieser Woche erwartet.

Corona-Infektionen bei Kinder-Musical in Siegen: Gäste aus ganz NRW

18:42 Uhr: Nach der Aufführung eines Kindermusicals in Siegen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Laut Mitteilung des Kreises Siegen-Wittgenstein waren nach der Aufführung am Samstag (23.10.) 14 PCR-Tests unter den Mitwirkenden positiv. Weitere Testergebnisse stehen demnach noch aus.

Etwa 100 Kinder und Jugendliche waren an der Aufführung von "Petrus" beteiligt. Die etwa 300 Gäste, laut Kreis zum Grossteil aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis der Kinder, seien aus verschiedenen Regionen in Nordrhein-Westfalen angereist. Die Familien werden jetzt über die Kontaktlisten der Veranstaltung informiert, wie der Kreis mitteilte.

IWF fordert von G20-Staaten mehr Anstrengung für globale Impfkampagne

17:39 Uhr: Vor dem Gipfeltreffen der G20-Staaten am Wochenende hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die führenden Wirtschaftsnationen zu mehr Einsatz für die globale Impfkampagne aufgefordert. Die G20-Staaten sollten zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Impfungen bereitstellen, forderte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Auch müssten sie die von ihnen versprochenen 1,2 Milliarden Impfdosen für die globale Impfinitiative Covax "sofort" liefern, forderte sie. Bislang seien davon erst 170 Millionen Dosen geliefert worden.

Länder mit hoher Impfquote sollten anstehende Lieferungen neuer Dosen zudem mit ärmeren Ländern tauschen, die diese dringender bräuchten, forderte Georgiewa. "Wir müssen diese und andere Massnahmen treffen, um Leben zu retten und die wirtschaftliche Erholung zu stärken", erklärte sie. Falls die Pandemie nicht eingedämmt werde, könnte die globale Wirtschaftsleistung auf die nächsten fünf Jahre betrachtet um 5,3 Billionen US-Dollar geringer ausfallen, warnte der IWF.

Coronavirus breitet sich in Baltenstaaten weiter rasant aus

16:27 Uhr: In den baltischen Staaten breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus: Trotz neuer Einschränkungen erreichte in Lettland und Estland die Zahl an Neuinfektionen mit 3.206 und 2.025 Fällen binnen 24 Stunden am Mittwoch den jeweils höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Auch in Litauen gehen die Infektionszahlen weiter nach oben. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden wurden in Lettland in den vergangenen 14 Tagen rund 1.737 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, in Estland waren es 1.408 und in Litauen 1.365. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC weist für die drei Ostseestaaten aktuell die höchsten Infektionsraten in Europa aus.

Zur Eindämmung der Pandemie haben die Regierungen in Riga und Tallinn zuletzt strikte Corona-Schutzmassnahmen verhängt. In Lettland gilt bis zum 15. November ein Lockdown mit umfassenden Beschränkungen und einer nächtlichen Ausgangssperren, in Estland seit dem 25. Oktober in vielen Bereichen die 2G-Regel und eine verschärfte Maskenpflicht. Damit soll auch die Überlastung des Gesundheitsweisen reduziert werden: Die Krankenhäuser stossen bereits an ihren Grenzen und werden mit der Versorgung der steil anwachsenden Zahl von COVID-19-Patienten kaum noch fertig. Lettland bemüht sich deshalb bereits um internationale Hilfe.

Als ein Grund für die steigenden Fallzahlen gelten die geringen Impfraten: Nur gut die Hälfte der Bevölkerung ist in Lettland und Estland jeweils vollständig gegen Corona geimpft, in Litauen sind es rund 60 Prozent. Die Regierungen der drei EU-Länder bemühen sich seit Monaten mit nur mässigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft zu erhöhen. Besonders die Gesundheitsminister stehen dafür in der Kritik - gegen sie wurden bereits wiederholt Rücktrittsforderungen laut.

Bayern kritisiert Ampel-Pläne für künftige Corona-Rechtsgrundlage

15:53 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP im Bund zur künftigen Rechtslage in der Corona-Pandemie kritisiert. Es gebe weiterhin eine "Notlage von internationaler Tragweite", sagte der CSU-Politiker, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist. "Deshalb brauchen die Länder grösstmögliche Flexibilität, um auf zunehmende Infektionszahlen reagieren zu können." Es sei nicht sinnvoll, dass die Landtage künftig in ihrem Recht beschnitten werden sollten, selbst über eine epidemische Lage in ihrem Land zu entscheiden.

Auch der von den drei möglichen künftigen Koalitionspartnern genannte Termin für das Ende der Corona-Lage müsse bezweifelt werden, sagte Holetschek. Um für die kommenden Monate gerüstet zu sein, müssten Bund und Länder dringend dort nachsteuern, "wo es brennt oder schnell brennen kann". So brauche es Ausgleichszahlungen für jene Kliniken, die wegen der Versorgung von COVID-19-Patienten erhebliche Belegungs- und damit Erlösrückgänge zu verzeichnen hätten. "Das muss der Bund jetzt schnell und unbürokratisch regeln", sagte Holetschek. Zudem brauche es mehr Unterstützung für die Pflegekräfte. Der CSU-Politiker forderte Steuerfreiheit für alle Zuschläge für Pflegekräfte.

Seehofer appelliert an Kimmich: "Lassen Sie sich impfen!"

15:15 Uhr: Der CSU-Politiker Horst Seehofer hat in der aktuellen Impfdebatte an Fussballprofi Joshua Kimmich appelliert, seine Bedenken aufzugeben und als Vorbild voranzugehen. "Überlegen Sie es sich noch einmal und lassen Sie sich impfen!", sagte der geschäftsführende Bundesinnenminister am Mittwoch im TV-Sender Bild.

"Sie sind eine Persönlichkeit mit Vorbildcharakter. Und wenn Sie sich impfen lassen, werden andere Menschen sagen, dann mache ich es auch", argumentierte Seehofer. Impfen sei die Hauptwaffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie, sagte der Minister, der selbst vollständig geimpft ist.

Kimmich hatte am Wochenende nach dem 4:0 des FC Bayern München gegen die TSG 1899 Hoffenheim eingeräumt, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Das hatte bei teilweisem Verständnis heftige Kritik zur Folge. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich erklärt.

Seehofer selbst hatte es im Frühjahr abgelehnt, einem Appell von Gesundheitsminister Jens Spahn an die älteren Kabinettskollegen zu folgen, sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen zu lassen. "Ich lasse mich nicht bevormunden", hatte der CSU-Politiker damals der "Bild" gesagt.

Seehofer erklärte seine Haltung so: "Es kann jeder zu jedem Impfstoff seine persönliche Ansicht haben. Ich habe seit meiner Zeit als Gesundheitsminister zu Sicherheit bei Arzneimitteln eine bestimmte Einstellung, und die habe ich bis zum heutigen Tage."

Auf die Frage, ob er eine Wahl verschiedener Vakzine gehabt habe, sagte Seehofer, dort, wo er sich habe impfen lassen, habe lediglich der Impfstoff von Biontech zur Verfügung gestanden. Eine Auswahl habe er nicht vorgefunden. Astrazeneca wird in Deutschland nur noch für die über 60-Jährigen empfohlen. Der Einsatz für Jüngere bleibt nach ärztlichem Ermessen bei Menschen ohne höheres Blutgerinnsel-Risiko freiwillig möglich.

Fake-Impfzertifikat für "Adolf Hitler" als echt ausgewiesen

14:20 Uhr: Im Internet ist ein gefälschtes digitales Impfzertifikat aufgetaucht, das auf den Namen "Adolf Hitler" ausgestellt wurde und als gültiger europäischer Impfpass akzeptiert wird. Unklar blieb am Mittwoch, ob für das Fake-Zertifikat geheim gehaltene Digitalschlüssel einer Ausgabestelle entwendet wurden.

Die Metadaten des gefälschten Impfpasses für "Adolf Hitler" mit einem Geburtsdatum 1.1.1900 führen nach Frankreich, da das Zertifikat angeblich von der französischen Sozialversicherung CNAM (Caisse Nationale d'Assurance Maladie) ausgestellt wurde. Neben einem Leck bei der Zertifikatsstelle wäre nach Experteneinschätzung auch denkbar, dass eine berechtigte Person den Fake-Ausweis ausgestellt hat.

Mertens widerspricht Kimmich: Spät auftretende Nebenwirkungen "extrem seltene Rarität"

Joshua Kimmich hat sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen lassen und begründete das mit fehlenden Langzeitstudien. Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens widerspricht dem Fussballer und klärt auf. (Teaserbild: picture alliance/NurPhoto/Emmanuele Contini)

Codes zur Erstellung des europäischen "Grünen Passes" gestohlen

14:11 Uhr: Einige der Codes, die für die Erstellung des europäischen "Grünen Passes" verwendet werden, sind offenbar gestohlen worden. Damit sollen Programme zur Erstellung gefälschter Zertifikate im Internet in Umlauf gebracht werden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

Die Anzahl der gestohlenen Codes sei noch nicht bekannt. Noch unklar ist auch, in welchem europäischen Land die Codes gestohlen worden seien - Italien sei es aber offenbar nicht. Untersuchungen seien im Gange, hiess es. Laut Ansa sind nun eine Reihe von Treffen auf europäischer Ebene zur Analyse der Situation vorgesehen. Vorerst seien alle Green-Pass-Zertifikate, die mit diesen Codes erstellt wurden, ungültig gemacht worden.

Der "Grüne Pass" ist ein EU-weit lesbares Zertifikat, der für den 3G-Nachweis notwendig ist. Dafür muss man den QR-Code einscannen, der auf dem offiziellen Dokument heruntergeladen wird. In Italien muss der "Grüne Pass" seit dem 15. Oktober für den Zutritt zum Arbeitsplatz gezeigt werden.

Alle in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich Beschäftigen müssen belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Nur dann dürfen sie mit dem "Grünen Pass" ihre Arbeitsstätte - etwa in Büros, Fabriken, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen oder im Dienstleistungsgewerbe - betreten. Rund 23 Millionen Beschäftigte sind von dem Gesetzesdekret betroffen. Ansteckungen bei der Arbeit und Kollektiv-Quarantäne sollen so vermieden werden.

Impfdebatte: Lahm sieht Kimmich in "Vorbildfunktion"

14:01 Uhr: DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm sieht Nationalspieler Joshua Kimmich in der Impfdebatte in einer besonderen Verantwortung. Als Fussballprofi habe man eine "Vorbildfunktion" und sei "Multiplikator", sagte Lahm bei der Diskussionsreihe "München redet" der "Süddeutschen Zeitung". "Ich lese relativ viel, und da informiere ich mich eben. Und ich habe nicht so viele gelesen, die gesagt haben: Impfen ist schlecht", sagte Lahm am Dienstagabend im Residenztheater.

Kimmich hatte am Wochenende nach dem 4:0 der Münchner gegen Hoffenheim eingeräumt, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Das hatte bei teilweisem Verständnis heftige Kritik zur Folge. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich erklärt.

"Die Meinung kann man ja haben", sagte der 37-jährige Lahm. Für ihn stelle sich aber die Frage: "Wie kommt er zu der Meinung? Weil was ich gesehen habe und gelesen habe, waren Experten und Wissenschaftler, die sagen, dass es besser ist für unsere Gesellschaft, wenn man sich impfen lässt."

Auf die Frage, ob er als Kapitän des FC Bayern oder der Nationalmannschaft auf einen ungeimpften Mitspieler zugegangen wäre, antwortete Lahm: "Ja. Ich glaube, das wäre auch meine Aufgabe gewesen, mit ihm zu reden, ihn davon zu überzeugen."

Österreich mit Jahresrekord bei Corona-Neuinfektionen

13:41 Uhr: Österreich verzeichnet einen Jahresrekord bei den Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden 4261 Fälle gezählt, wie Gesundheits- und Innenministerium am Mittwoch berichteten. Auf diesem Niveau lagen die Ansteckungen zuletzt Ende 2020. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 280.

250 COVID-Patienten liegen den Angaben zufolge auf Intensivstationen. Ab 500 und 600 Intensiv-Patienten sind deutliche Einschränkungen für Ungeimpfte vorgesehen. Die meisten Neuinfektionen verzeichnete erneut Oberösterreich - das Bundesland mit der geringsten Impfquote.

Den Druck auf die Ungeimpften will die Partei "Menschen Freiheit Grundrechte" (MFG) als Impuls für den eigenen Erfolg nützen. Die impfkritische Partei werde selbstverständlich bei der Nationalratswahl antreten, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Wahl ist für 2024 geplant. "Die Menschen laufen uns in Scharen zu", hiess es. Die erst vor wenigen Monaten gegründete Partei ist vor kurzem bei der Landtagswahl in Oberösterreich mit sechs Prozent auf Anhieb ins Landesparlament eingezogen.

Jede Sekunde wird in Deutschland mindestens ein Mensch gegen Corona geimpft

12:49 Uhr: Noch immer wird in Deutschland im Wochenschnitt rechnerisch jede Sekunde mehr als eine Person gegen das Coronavirus geimpft. Nachdem am Vortag insgesamt rund 192.000 Dosen verabreicht wurden, stieg die Quote der vollständig geimpften Bürger auf 66,4 Prozent. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.22 Uhr) hervor. Bei den über 60-Jährigen liegt die Quote inzwischen bei 85,1 Prozent, bei den jüngeren Erwachsenen von 18 bis 59 Jahren 72,6 Prozent, und in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen beträgt sie 40,6 Prozent.

Für Kinder bis elf Jahre wurde noch kein Impfstoff zugelassen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rechnet nach bisherigen Angaben mit einer Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA frühestens Mitte November.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hiess es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte. Derzeit liegt sie für mindestens zwei Mal geimpfte Erwachsene offiziell bei 76,9 Prozent.

SPD, Grüne und FDP wollen Corona-Sonderlage zum 25. November beenden - "kein Freedom Day"

11:48 Uhr: Die gesetzliche Sonderlage wegen der Corona-Pandemie soll nach Plänen der möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP zum 25. November enden.

Für eine Übergangszeit bis zum 20. März 2022 soll stattdessen aber eine neue rechtliche Basis für Corona-Vorgaben geschaffen werden, wie die drei Fraktionen am Mittwoch mitteilten. Damit sollen die Länder weiterhin "weniger eingriffsintensive" Massnahmen anordnen können - unter anderem zu Masken oder Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Bisher knüpfen Corona-Vorgaben laut Infektionsschutzgesetz daran an, dass der Bundestag eine "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" sieht. Das Parlament hatte dies erstmals im März 2020 festgestellt und mehrfach bestätigt - zuletzt Ende August. Die Sonderlage läuft ohne neuen Verlängerungsbeschluss automatisch nach drei Monaten aus.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte, trotz derzeit wieder steigender Infektionszahlen stelle sich die Situation nun anders dar als im August. Angesichts von immer mehr vollständig Geimpften bestehe eine ernste Gefahr für die Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik nicht fort. Er betonte zugleich, der 25. November werde "kein Freedom Day". Damit wird das Ende aller Corona-Massnahmen umschrieben.

Hoffenheim ändert Zugangsregeln: "2G-Optionsmodell" ab November

11:29 Uhr: Fussball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim ändert in der Corona-Pandemie seine Zugangsregeln für die Arena. Statt wie bisher mit 3G-Nachweis (geimpft, genesen oder negativ getestet) soll ab dem Heimspiel gegen RB Leipzig am 20. November ein 2G-Optionsmodell zum Einsatz kommen, wie der Verein aus dem Kraichgau am Mittwoch mitteilte.

Alle Geimpften oder Genesenen sind somit zugelassen. Weitere Ausnahmen gibt es für Kinder bis zum siebten Lebensjahr, regelmässig getestete Schüler und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Diese müssen einen tagesaktuellen Schnelltest vorlegen.

Mit dem neuen Zugangsmodell entfallen die Maskenpflicht, die Abstandsregelungen und die Zuschauerbeschränkungen. Bisher durften die Hoffenheimer nur 15.075 Plätze und damit die Hälfte der Arena auslasten. Zum Pokalspiel gegen Holstein Kiel am Dienstagabend waren nur 5033 Zuschauer gekommen. Für das Spiel gegen Hertha BSC an diesem Freitag gilt noch das alte 3G-Modell mit der Maximalkapazität von 15.075 Plätzen.

Schweiz rechnet im Winter mit Gästen aus nahem Ausland wie vor Corona

10:23 Uhr: Die Schweizer Ferienregionen können Experten zufolge mit einem recht erfolgreichen Winter rechnen. Es dürften im Alpenraum aus der Schweiz und dem umliegenden Ausland wieder nahezu so viele Gäste kommen wie vor der Corona-Pandemie, erwartet die Konjunkturforschungsstelle der Universität ETH in Zürich. "Wir sehen, dass wir eine Normalisierung erwarten dürfen", sagte deren Chef, Jan-Egbert Sturm, am Mittwoch im Schweizer Rundfunk. Besucher aus fernen Ländern, etwa USA und China, blieben wegen der Coronareisebeschränkungen noch aus.

Die Konjunkturforscherinnen und -forscher sehen einerseits Nachholbedarf nach dem Corona-Winter 2020/21, andererseits ein gutes Sparpolster. Dies gelte nicht für alle Menschen, räumte Sturm ein. "Aber für die Gesamtbevölkerung gilt: wir haben gezwungenermassen viel gespart. Wir haben ein gut gefülltes Polster und wir können uns etwas leisten." Schon im gerade abgelaufenen Sommer hätten die Urlaubsgäste pro Person im Durchschnitt mehr Geld ausgegeben als vor der Pandemie.

In den Schweizer Skigebieten gelten nach derzeitigen Plänen weniger strikte Auflagen als etwa in Österreich. Zwar müssen wie überall in der Schweiz in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken getragen werden und in Innenräumen von Restaurants und Bars ist der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests (3G) nötig. Aber für die Nutzung der Skilifte gibt es keine landesweiten Auflagen wie in Österreich, das einen 3G-Nachweis verlangt. Einige Schweizer Skigebiete haben die 3G-Regel für Skilifte allerdings auch ohne Auflage der Regierung bereits angekündigt.

Umfrage: Fussball-Bundesligisten planen keine Impfpflicht

09:53 Uhr: In der von Joshua Kimmichs Zweifeln ausgelösten Debatte lehnen mehrere Fussball-Bundesligisten eine Impfpflicht für ihre Profis ab. "Es ist nicht unsere Aufgabe, eine Impfpflicht durchzusetzen. Wenn, dann muss das regulatorisch sein", sagte Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, der "Bild"-Zeitung.

Auch andere Clubspitzen setzen darauf, noch ungeimpfte Spieler ohne Zwang von einer Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen. "Unsere Quote der geimpften Profis ist sehr hoch. Die wenigen, die noch ungeimpft sind, werden von uns zeitnah noch einmal ein Angebot und Aufklärung zu einer Impfung bekommen", sagte der Bochumer Sportchef Sebastian Schindzielorz.

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic verwies auf eine Impfquote von 94 Prozent bei den Berlinern, die damit über dem Liga-Durchschnitt liege. "Bei uns sind alle vom Trainer-Team und vom Staff geimpft. Lediglich vier Spieler sind noch nicht geimpft. Auch die versuchen wir zu überzeugen", sagte Bobic. Nach Angaben der Deutschen Fussball Liga liegt die Impfquote unter den Spielern und Trainern der Bundesliga und 2. Liga bei mehr als 90 Prozent.

Auch der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel und Arminia Bielefelds Sportchef Samir Arabi schlossen eine Impfpflicht für ihre Clubs aus. Dies sei auch beim VfB Stuttgart, dem FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und Bayer Leverkusen so, berichtete die "Bild".

Corona-Untersuchungsausschuss für Anklage gegen Brasiliens Präsident Bolsonaro

08:58 Uhr: Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der brasilianischen Regierung hat Staatspräsident Jair Bolsonaro teils schwere Straftaten zugeschrieben und eine Anklage empfohlen. Nach sechs Monaten Arbeit verabschiedete der Ausschuss den Abschlussbericht von Senator Renan Calheiros am Dienstag (Ortszeit) mit sieben zu vier Stimmen. Demnach wird Bolsonaro für mindestens neun Verbrechen verantwortlich gemacht - von Täuschung der Öffentlichkeit über Anstiftung zu Straftaten bis hin zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Bolsonaro verharmlost das Coronavirus seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmassnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. Ihm wird vorgeworfen, den Erwerb von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt zu haben. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das grösste Land in Lateinamerika die Marke von 600 000 Corona-Toten. Die Zustimmung für Bolsonaro ist im Laufe der Pandemie immer weiter gesunken.

Insgesamt sollen laut dem 1289-seitigen Bericht ausser Bolsonaro 79 weitere Personen zur Verantwortung gezogen werden, darunter drei Söhne des Präsidenten, weitere Politiker und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen. Welche Folgen der Bericht haben wird und ob die Empfehlungen auch zu Anklagen führen werden, war zunächst unklar.

In einem ersten Schritt wollen Mitglieder des Untersuchungsausschusses den Bericht an Generalstaatsanwalt Augusto Aras übergeben, der von Bolsonaro ernannt wurde und den Präsidenten in der Vergangenheit oftmals protegiert hat. Befürchtet wird, dass die Arbeit von sechs Monaten im Sande verlaufen könnte. Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer ausser Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen.

Nach Corona-Pause: Treppenlauf im Empire State Building zurück

07:57 Uhr: Nach einer Zwangspause in der Corona-Pandemie sind erstmals wieder rund 200 Teilnehmer des legendären Treppenlaufs im New Yorker Empire State Building die 1576 Stufen des Wolkenkratzers hochgerannt. Am schnellsten schaffte das Wai Ching Soh aus Malaysia, er war nach 10 Minuten und 46 Sekunden am Ziel. 2019 war Soh noch Zweiter geworden, damals brauchte er fast 30 Sekunden länger. Bei den Frauen kam Cindy Harris nach 14 Minuten und einer Sekunde am schnellsten oben an. Die US-Amerikanerin war 2019 Dritte geworden.

2020 hatte der Treppenlauf im Empire State Building wegen der Corona-Krise abgesagt werden müssen. Diesmal durften wegen der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie nur deutlich weniger Teilnehmer als sonst dabei sein. Zudem musste bei der 43. Auflage des Treppenlaufs eine Corona-Impfung nachgewiesen werden und es galten Hygiene- und Abstandsregeln.

Anders als bei solchen Hochhaus-Läufen in China oder dem Nahen Osten winkt in New York kein Preisgeld. Den Rekord von 9 Minuten und 33 Sekunden über die 86 Stockwerke hatte 2003 der Australier Paul Crake aufgestellt. Den Siegrekord der Männer hält der Deutsche Thomas Dold, der zwischen 2006 und 2012 siebenmal als Schnellster oben war.

Einkaufen wird in Australien für Ungeimpfte kompliziert

05:19 Uhr: Das Leben in Australien wird für Ungeimpfte immer komplizierter. In der Metropole Melbourne und dem Rest des Bundesstaats Victoria gilt künftig: Sobald dort 90 Prozent der Bürger vollständig geimpft sind, dürfen Ungeimpfte nur noch Geschäfte betreten, die unverzichtbar fürs tägliche Leben sind - also etwa Supermärkte und Drogerien. Der COVID-19-Beauftragte der Region, Jeroen Weimar, erklärte am Mittwoch, es werde aber noch einige Wochen dauern, bis diese Regel in Kraft trete. Den Plänen der Regierung zufolge soll am 24. November die 90-Prozent-Marke erreicht sein.

"Damit hat jeder der wenigen Hunderttausend Menschen, die sich impfen lassen können, es aber noch nicht getan haben, die Möglichkeit, heute den Prozess zu starten und am 24. November vollständig geimpft zu sein", sagte Weimar. "Wir senden ein sehr klares Signal aus, das besagt, dass Sie sich impfen lassen müssen, wenn Sie demnächst noch in solchen Einzelhandelsgeschäften verkehren wollen." Dabei sei es den Inhabern der Geschäfte vorbehalten, für die Einhaltung der Regel zu sorgen.

Australien plant generell sehr strenge Auflagen für Menschen ohne Corona-Impfpass. So sollen in Zukunft nur zweifach Geimpfte das Land ohne Genehmigung verlassen und ohne strikte zweiwöchige Quarantäne einreisen können. Noch immer gibt es Diskussionen darüber, ob etwa ungeimpfte Tennisprofis, die im kommenden Jahr an den Australian Open in Melbourne teilnehmen wollen, überhaupt ins Land dürfen.

RKI registriert 23.212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz und Hospitalisierungsquote steigen weiter

04:38 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 118,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 113,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.212 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 17.015 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 114 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 92 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.506.415 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Dienstag mit 2,95 an (Montag: 2,77). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen grosser regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.237.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.359.

Umfrage: Fussball-Bundesligisten planen keine Impfpflicht

03:30 Uhr: In der von Joshua Kimmichs Zweifeln ausgelösten Debatte lehnen mehrere Fussball-Bundesligisten eine Impfpflicht für ihre Profis ab. "Es ist nicht unsere Aufgabe, eine Impfpflicht durchzusetzen. Wenn, dann muss das regulatorisch sein", sagte Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, der "Bild"-Zeitung.

Auch andere Clubspitzen setzen darauf, noch ungeimpfte Spieler ohne Zwang von einer Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen. "Unsere Quote der geimpften Profis ist sehr hoch. Die wenigen, die noch ungeimpft sind, werden von uns zeitnah noch einmal ein Angebot und Aufklärung zu einer Impfung bekommen", sagte der Bochumer Sportchef Sebastian Schindzielorz.

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic verwies auf eine Impfquote von 94 Prozent bei den Berlinern, die damit über dem Liga-Durchschnitt liege. "Bei uns sind alle vom Trainer-Team und vom Staff geimpft. Lediglich vier Spieler sind noch nicht geimpft. Auch die versuchen wir zu überzeugen", sagte Bobic. Nach Angaben der Deutschen Fussball Liga liegt die Impfquote unter den Spielern und Trainern der Bundesliga und 2. Liga bei mehr als 90 Prozent.

Auch der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel und Arminia Bielefelds Sportchef Samir Arabi schlossen eine Impfpflicht für ihre Clubs aus. Dies sei auch beim VfB Stuttgart, dem FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und Bayer Leverkusen so, berichtete die "Bild".

Wissing: So schnell wie möglich zu neuer Corona-Normalität kommen

03:00 Uhr: FDP-Generalsekretär Volker Wissing dringt trotz steigender Infektionszahlen auf ein Auslaufen der Corona-Notlage. "Der Ausnahmezustand darf kein Dauerzustand werden. Wir müssen zu einer neuen Normalität kommen, und das so schnell wie möglich", sagte Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Der Deutsche Bundestag muss die Dinge wieder entscheiden - und nicht die Bundesregierung mit einer weitgehenden Ermächtigung."

Die "epidemische Lage" war erstmals im März 2020 vom Bundestag festgestellt worden und wurde seitdem immer wieder durch das Parlament verlängert. Die Feststellung der Notlage ermöglicht es der Bundesregierung und den Landesregierungen, auf vereinfachtem Weg ohne Zustimmung von Parlamenten zentrale Corona-Massnahmen anzuordnen. Wird sie nicht erneut verlängert, bleibt den Bundesländern laut Infektionsschutzgesetz aber auch noch die Möglichkeit, über ihre Landesparlamente die Notwendigkeit weiterer Corona-Massnahmen festzustellen, so dass ein Auslaufen nicht automatisch mit einem Ende von Massnahmen verbunden wäre. In den Ländern wird aber vor einem "Flickenteppich" und damit verbundener mangelnder Akzeptanz gewarnt. Die Corona-Zahlen in Deutschland stiegen unterdessen zuletzt immer weiter an.

In der Debatte um die künftige Rechtsgrundlage für Corona-Massnahmen wollen SPD, Grüne und FDP am Mittwoch gemeinsame Vorschläge vorlegen.

Wissing sagte weiter, die Bundesländer hätten die Möglichkeit, auf regionales Infektionsgeschehen sehr präzise und massvoll zu reagieren. Er sehe "keinen Grund, jetzt nationale Verschärfungen anzuordnen - im Gegenteil". Durch die Corona-Massnahmen seien "schwerste soziale, gesundheitliche, psychische, wirtschaftliche und auch kulturelle Schäden in unserer Gesellschaft entstanden".

Weitere Ärzteverbände mahnen Tempo bei Auffrischungsimpfungen an

00:36 Uhr: In der Debatte über Auffrischungsimpfungen hat der Vize-Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, die Politik in die Pflicht genommen. "Es kann nicht sein, dass die Politik sich beim Thema Auffrischimpfung herausgezogen hat und sich nicht mehr kümmert", sagte Hofmeister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dringend nötig wären gezielte Einladungen zu Auffrischimpfungen oder zumindest breit angelegte Medienkampagnen. Die Betroffenen müssen klar und dringlich dazu aufgerufen werden, sich impfen zu lassen."

Auch der Hausärzteverband fordert eine breite Kampagne für sogenannte Booster-Impfungen. "Mit den neuen Stiko-Empfehlungen zur Booster-Impfung ist es Aufgabe der Politik, die entsprechenden Bevölkerungsgruppen über alle verfügbaren Kanäle zu informieren und für die dritte Impfung zu werben, damit diese Menschen möglichst zeitnah ihren Weg in die hausärztlichen Praxen finden", sagte der Vize-Chef des Verbandes, Markus Beier, dem RND.

"Booster"-Impfungen rücken angesichts weiter steigender Infektionszahlen im Herbst und Winter zusehends in den Blick - vor allem für Menschen mit höheren Risiken. Mediziner, Patientenschützer und Politiker forderten zuletzt mehr Tempo bei solchen Impf-Verstärkern, die in der Regel sechs Monate nach der zweiten Spritze gegeben werden können.

Alle Corona-Meldungen vom 26. Oktober finden Sie hier

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.