Der FC Bayern München trifft in der Ligaphase der Champions League auf drei absolute Top-Mannschaften, drei weitere Vereine mit einer gewissen Stolpergefahr und zwei Aussenseiter.

Eine Analyse
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Oliver Jensen sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfliessen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.

Der deutsche Rekordmeister blickt in der Ligaphase der Champions League schwierigen Aufgaben entgegen. "Der FC Bayern unter anderem gegen Paris, Chelsea und Arsenal – da steckt viel drin, das sind echte Highlights für jeden Fan", wird Sportvorstand Max Eberl auf "fcbayern.com" zitiert.

"Solche Begegnungen haben alles, was Fussball ausmacht. Dazu geht es gegen weitere Traditionsclubs wie Sporting Lissabon und PSV Eindhoven sowie neue Gegner wie Royale Union St. Gilloise und den Paphos FC, die neue Geschichten versprechen."

Wir stellen die acht Gegner des deutschen Rekordmeisters vor.

FC Chelsea (Heimspiel)

"Chelsea ist immer ein starker Gegner, sie haben gerade die Klub-WM gewonnen", sagt Manuel Neuer. Dieses Duell hat eine besondere Vorgeschichte: Der FC Chelsea fügte dem FC Bayern im heimischen Champions-League-Finale 2012 eine schmerzliche Niederlage zu. Neuer ist allerdings der einzige aktive Bayern-Spieler, der bereits damals im Kader stand.

Chelsea belegte vergangene Saison Platz 4 in der englischen Premier League und gewann zudem die Conference League. In diesem Sommer verpflichtete Chelsea unter anderem Jamie Gittens von Borussia Dortmund. Der Kader hat laut "transfermarkt.de" einen Wert von 1,12 Milliarden Euro – deutlich mehr als der FC Bayern (857,5 Millionen Euro). Das liegt allerdings auch daran, dass Chelsea über einen viel zu grossen Kader mit 33 Spielern verfügt.

Paris St. Germain (Auswärtsspiel)

Das Auswärtsspiel in Paris wird wohl die schwierigste Aufgabe für den FC Bayern. Die Franzosen sind amtierender Champions-League-Sieger. In der Gruppenphase der vergangenen Saison gewann der FC Bayern gegen Paris mit 1:0. Dafür setzte sich PSG im Viertelfinale der Klub-Weltmeisterschaft mit 2:0 durch.

Trainer Luis Enrique hat eine vielseitige Mannschaft geformt. Sie sind einerseits dazu in der Lage, mit ihrem starken Mittelfeld den Ball laufen zu lassen und freie Räume zu finden. Andererseits verfügen sie auch über sehr viel Athletik und Explosivität.

Die Offensive ist mit dem ehemaligen BVB-Spieler Ousmane Dembélé sowie den Flügelspielern Désiré Doué und Bradley Barcola sehr stark besetzt. Das hohe Verteidigen könnte dem FC Bayern hier zum Verhängnis werden.

FC Arsenal (Auswärtsspiel)

Der FC Arsenal ist für den FC Bayern ein Lieblingsgegner. Keines der vergangenen fünf Spiele haben sie gegen die Mannschaft aus London verloren. Viermal gewannen die Münchner - dreimal davon per Kantersieg mit 5:1 – und einmal spielten sie unentschieden.

Allerdings hat sich Arsenal zuletzt gut entwickelt. Vergangene Saison belegten sie Platz 2 in der Premier League und erreichten das Halbfinale der Champions League.

"Arsenal ist spielstark, da brauchen wir ein gutes Positionsspiel und müssen mit Ball mutig sein", sagt Neuer. Arsenal verfügt über Top-Spieler wie Bukayo Saka, Martin Ødegaard, Declan Rice und dem Deutschen Kai Havertz.

Zudem wurde der Kader im Sommer mit Spielern wie Viktor Gyökeres, Martín Zubimendi und Eberechi Eze verstärkt. Kurzum: Das ist die beste Arsenal-Mannschaft, gegen die der FC Bayern seit langer Zeit gespielt hat.

Club Brügge (Heimspiel)

Brügge landete in der abgelaufenen Spielzeit auf dem zweiten Platz der belgischen Division 1A und nahm dadurch an der Qualifikationsrunde für die Champions-League-Ligaphase teil. Dort setzten sich die Belgier gegen RB Salzburg und die Glasgow Rangers durch.

Die Schotten wurden mit 3:1 und 6:0 regelrecht deklassiert. Heisst also: Diese Mannschaft ist nicht zu unterschätzen.

In Christos Tzolis (früher Fortuna Düsseldorf), Ludovit Reis (früher Hamburger SV) und Nicolò Tresoldi (früher Hannover 96) sind ehemalige Spieler aus Deutschland im Kader zu finden. Vergangene Saison erreichte Brügge das Achtelfinale der Champions League und schied dort gegen Aston Villa aus. In der Ligaphase verloren sie zwar mit 0:3 gegen Borussia Dortmund, spielten aber unter anderem 0:0 gegen Juventus Turin.

Sporting Lissabon (Heimspiel)

Bayern hat gute Erinnerungen an die Portugiesen. Zuletzt trafen sie im Champions-League-Achtelfinale der Saison 2008/09 aufeinander. München setzte sich problemlos mit 5:0 und 7:1 durch.

In der zurückliegenden Spielzeit erwies sich Lissabon als Favoritenschreck und gewann mit 4:1 gegen Manchester City. Sporting erreichte die Zwischenrunde, scheiterte jedoch an Borussia Dortmund (0:3 in Dortmund, 0:0 in Lissabon).

In den vergangenen zwei Spielzeiten gewann Lissabon die portugiesische Meisterschaft, in der zurückliegenden Saison zudem auch noch den Pokal. Der Unterschiedsspieler ist der Stürmer Luis Suárez aus Kolumbien (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Weltstar aus Uruguay), der vergangene Saison Torschützenkönig der 2. Liga in Spanien wurde. Lissabon zahlte für ihn eine stolze Ablöse von rund 22,2 Millionen Euro.

PSV Eindhoven (Auswärtsspiel)

Auswärtsspiele in den Niederlanden sind keine einfache Aufgabe. Dies musste die Bayern vergangene Saison feststellen, als sie auswärts mit 0:3 bei Feyenoord Rotterdam verloren. Das Spiel in Eindhoven dürfte nicht einfacher werden. PSV gewann in den vergangenen beiden Spielzeiten die niederländische Meisterschaft.

Die Niederländer überstanden 2024/25 die Ligaphase der Champions League und setzten sich in der Zwischenrunde gegen Juventus Turin durch, ehe sie im Achtelfinale am FC Arsenal scheiterten.

Offensivspieler Ivan Perišić spielte bereits für Bayern und Dortmund, Linksaussen Ruben van Bommel ist der Sohn von Ex-Bayern-Spieler Mark van Bommel. Vor einer Woche wechselte Talent Paul Wanner (19) für rund 15 Millionen Euro von Bayern nach Eindhoven.

Bayern-Sportvorstand Eberl warf Wanner öffentlich vor, nicht an seine Chance in München geglaubt zu haben. Gut möglich, dass Wanner auf dem Platz die Antwort geben möchte.

Royale Union Saint-Gilloise (Heimspiel)

Royale Union Saint-Gilloise war vergangene Saison der Überraschungs-Meister in Belgien. Zum ersten Mal überhaupt nimmt der Verein an der Champions League teil. Das bedeutet allerdings nicht, dass er keine internationale Erfahrung mitbringt.

2022/23 sorgte USG in der Europa League für Furore, als die Belgier erst im Viertelfinale an Bayer 04 Leverkusen scheiterten. Vergangene Saison erreichten sie in diesem Wettbewerb die Zwischenrunde.

Der komplette Kader hat laut "transfermarkt.de" einen Marktwert von 86,1 Millionen Euro – also etwas mehr als ein Zehntel des Bayern-Kaders. Der wertvollste Spieler ist der 24-jährige Stürmer Promise David. In 45 Pflichtspielen für Union gelangen ihm 25 Tore und fünf Vorlagen.

FC Paphos (Auswärtsspiel)

Es wird Pokal-Charakter haben, wenn der FC Bayern auswärts beim zyprischen Meister antritt. Deren Heimstätte, das Stelios-Kyriakides-Stadion, fasst nicht einmal 10.000 Zuschauer. Der Marktwert der gesamten Mannschaft beträgt laut "transfermarkt.de" nur 20,85 Millionen Euro. Dies bewegt sich ungefähr auf dem Niveau des Zweitligisten Karlsruher SC.

Und doch ist ein solcher Gegner nicht zu unterschätzen. Das DFB-Pokalspiel gegen die SV Wehen Wiesbaden, das der FC Bayern erst durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 3:2 gewann, zeigte, dass auch vermeintlich kleine Gegner den FC Bayern ärgern können.

Zudem verfügt Paphos mit dem 38-jährigen Verteidiger David Luiz über einen Führungsspieler, der mit dem FC Chelsea die Champions League gewann – und zwar im Finale gegen Bayern.

Fazit

Der FC Bayern hat ein schweres Programm. Chelsea und Arsenal sind absolute Top-Gegner auf Augenhöhe, Paris ist sogar stärker als Bayern einzuschätzen. Bei Eindhoven, Brügge und Lissabon besteht an schlechten Tagen zumindest die Gefahr, dass Punkte liegengelassen werden. Royale Union und Paphos hingegen sind klar unterlegen.

Empfehlungen der Redaktion

Die direkte Qualifikation für das Achtelfinale erscheint angesichts der Gegner machbar. Vergangene Saison waren hierfür 16 Punkte nötig. Es sollte der Anspruch der Münchner sein, diese gegen die acht genannten Vereine zu holen.

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