• 16:51 Uhr: Frankreichs Verzicht auf One-Love-Binde sorgt für Stirnrunzeln
  • 14:59 Uhr: ➤ Studie: Mehr als die Hälfte will sich kein WM-Spiel ansehen
  • 13:02 Uhr: Scholz wünscht Nationalmannschaft "erfolgreichen Turnierverlauf"
  • 12:04 Uhr: Katarische Sicherheitskräfte bedrängen dänisches TV-Team
  • 09:54 Uhr: Nach Verletzung und WM-Aus: Frankfurter Stürmer ersetzt Nkunku
  • 08:12 Uhr: Rüdiger warnt: "Unterschätzt Japan und Costa Rica nicht!"

Mehr News zur Fussball-WM

➤ Studie: Mehr als die Hälfte will sich kein WM-Spiel ansehen

  • 14:59 Uhr:

Die Vorfreude der deutschen Fans auf die am Sonntag beginnende Fussball-Weltmeisterschaft in Katar ist weiterhin stark getrübt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter Fussball-Fans hervor, die mittels der App FanQ durchgeführt wurde. Mehr als die Hälfte der Befragten gab demnach an, sich "gar kein Spiel" während des Turniers anzusehen. Nur etwa jeder Zehnte plant, "die meisten Spiele" zu verfolgen, gut 17 Prozent wollen sich "nur die Deutschland-Spiele" angucken.

Vom 20. November bis 18. Dezember spielen 32 Nationen um den WM-Titel im Emirat. Die DFB-Elf von Trainer Hansi Flick eröffnet ihre Jagd auf den fünften Pokal am 23. November gegen Japan. Bei etwa 85 Prozent der Studienteilnehmer ist die Vorfreude auf das Turnier im Wüstenstaat im Vergleich zu vorherigen Weltmeisterschaften "viel kleiner". Nur gut zwei Prozent sind euphorischer als in der Vergangenheit.

Viele Fussball-Fans drückten ihre Unzufriedenheit mit der Menschenrechtslage in Katar und dem Austragungszeitpunkt im deutschen Winter aus. So gaben mehr als zwei Drittel der Personen an, dass der Zeitraum ihre Stimmung "negativ" beeinflusse. Da die Temperaturen in Katar in den Sommermonaten zu hoch sind, findet erstmals eine WM im Winter statt.

Der WM-Gastgeber steht seit Jahren in der Kritik, vorrangig wegen der schlechten Menschenrechtslage im Land. Die Regierung des Emirats weist die Vorwürfe zu grossen Teilen zurück. In den deutschen Bundesliga-Stadien waren zuletzt wieder mehrfach Fan-Plakate mit dem Aufruf zu sehen, das Turnier zu boykottieren. Mehr als 90 Prozent der Befragten glauben, dass die durch die WM erzeugte internationale Aufmerksamkeit nicht zu einer Verbesserung der Menschenrechtslage führen wird. (dpa)

Die weiteren Meldungen des Tages:

Frankreichs Verzicht auf One-Love-Binde sorgt für Stirnrunzeln

  • 16:51 Uhr:

Mit einer mehrfarbigen One-Love-Kapitänsbinde wollen Manuel Neuer und die Kapitäne anderer Nationalteams in Katar ein Zeichen für Vielfalt und Menschenrechte setzen. Für Gesprächsstoff sorgt nun, dass ausgerechnet Frankreich als Land der Freiheit ausschert und auf die Binde bei der Fussball-WM verzichten will. Nein, er werde die Binde nicht tragen, er habe sich dazu klar geäussert, betonte Frankreichs Kapitän Hugo Lloris am Dienstag.

Er wolle das Gastgeberland respektieren und stelle sich hinter den Präsidenten des französischen Fussballverbandes (FFF), Noël Le Graët, der sich gegen die Binde ausgesprochen habe, hatte er schon am Vorabend erläutert. "Wenn man Ausländer in Frankreich aufnimmt, möchte man, dass sie sich an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren. Das werde ich auch tun, wenn ich nach Katar gehe. Man kann damit nicht einverstanden sein, aber ich werde Respekt zeigen", sagte Lloris auf einer Pressekonferenz.

Trotz des Verzichts auf die One-Love-Binde positionierte sich die französische Nationalmannschaft am Dienstag klar für die Achtung der Menschenrechte und gegen jegliche Form von Diskriminierung. In einem offenen Brief kündigten die "Bleus" an, den Einsatz von Nichtregierungsorganisationen für die Menschenrechte finanziell zu unterstützen. "Wir sind uns auch bewusst, dass der Fussball eine Verantwortung trägt, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte wie auch unsere Umwelt respektiert werden, und dass jeder von uns seinen Teil dazu beitragen muss", hiess es in dem Schreiben.

Mit dem Verzicht auf die One-Love-Binde vermeidet Frankreich es auf jeden Fall, seinen wichtigen Wirtschaftspartner Katar zu brüskieren. Kürzlich erst machte Katar den französischen Konzern Total zum ersten internationalen Partner beim weltgrössten Flüssiggasprojekt. Und im Frühjahr schob Frankreich einen strategischen Dialog mit Katar an - Schwerpunkte sollen Energie, Verteidigung sowie Investitionen in die Wirtschaft sein. Wie die Zeitung "Le Monde" berichtete, stiess es Katar schon übel auf, dass sich etliche französische Grossstädte zu einem Public-Viewing-Boykott gegen die WM entschieden, auch um gegen Menschenrechtsverstösse in dem Land zu protestieren. (dpa)

Scholz wünscht Nationalmannschaft "erfolgreichen Turnierverlauf"

  • 13:02 Uhr:

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der deutschen Fussball-Nationalmannschaft für die WM in Katar alles Gute gewünscht. "Der Bundeskanzler drückt unseren Spielern nicht nur für das Auftaktspiel die Daumen, sondern wünscht unserer Mannschaft natürlich auch einen erfolgreichen Turnierverlauf", sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin.

Er antwortete dabei auf die Frage, wie WM-begeistert der Nachfolger von Angela Merkel (CDU), die sich immer als grosser Fan der Nationalmannschaft gezeigt hatte, sei und ob er sich Spiele anschauen werde.

"Der Bundeskanzler freut sich auf die Spiele unserer Mannschaft und hofft auf eine friedliche Fussball-Weltmeisterschaft mit fairen und spannenden Begegnungen", sagte der Sprecher. Die WM startet am Sonntag. Deutschland bestreitet sein erstes Spiel am kommenden Mittwoch gegen Japan.

Katarische Sicherheitskräfte bedrängen dänisches TV-Team

  • 12:04 Uhr:

Ein dänisches Fernsehteam ist bei seiner Arbeit in Katar von lokalen Sicherheitskräften bedrängt worden. Die Männer drohten unter anderem an, die Kamera des Teams vom Sender TV2 zu zerstören. Die WM-Organisatoren haben sich unterdessen beim Sender sowie dem Team vor Ort entschuldigt.

Während einer Live-Reportage des Journalisten Rasmus Tantholdt tauchten Sicherheitskräfte auf und versuchten, den Dreh zu behindern, obwohl das Team gültige Akkreditierungen und eine Genehmigung hatte. In dem Video hört man den Journalisten sagen: "Sie haben die ganze Welt eingeladen, hierher zu kommen, warum können wir hier nicht filmen? Es ist ein öffentlicher Platz." Weiter sagte Tantholdt: "Du kannst die Kamera kaputt machen, willst du sie kaputt machen? Sie drohen uns, indem Sie die Kamera zerschlagen?"

Rasmus Tantholdt: "Diese beiden Beamten waren schlecht informiert"

Wenige Tage vor dem Anpfiff der WM in Katar gehen Bilder um die Welt, die den Veranstaltern nicht gefallen haben dürften: Ein dänisches Fernsehteam wird von zwei Beamten an der Fortsetzung eines Live-Beitrags gehindert. Es wird damit gedroht, die Kamera zu zerstören. Anschliessend entschuldigt sich der WM-Ausrichter für das Vorgehen der beiden Sicherheitsleute. Reporter Rasmus Tantholdt schätzt den Vorfall anschliessend im Sky-Interview ein. © Sky

Die WM-Organisatoren bestätigten den Vorfall. In einer Stellungnahme hiess es: "Den Turnierorganisatoren ist ein Vorfall bekannt, bei dem ein dänisches Sendeteam während einer Live-Übertragung in einem der Touristenziele von Katar versehentlich unterbrochen wurde. Nach Einsicht in die gültige Turnierakkreditierung und Drehgenehmigung der Crew erfolgte eine Entschuldigung durch den Sicherheitsdienst." (dpa)

Nach Verletzung und WM-Aus: Frankfurter Stürmer ersetzt Nkunku

  • 09:54 Uhr

Nach dem verletzungsbedingten Aus von RB Leipzigs Stürmer Christopher Nkunku für die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar wird Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt den aktuell besten Torschützen der Bundesliga ersetzen. Wie der französische Fussball-Verband am Mittwoch mitteilte, hat Nationaltrainer Didier Deschamps den 23-Jährigen nachnominiert. Der Angreifer befinde sich derzeit mit der Eintracht in Japan und werde am Donnerstagmorgen bei der Nationalmannschaft in Doha eintreffen.

Zuvor hatten bereits die Zeitung "L'Equipe" und der Radiosender RMC berichtet, dass Kolo Muani ins Team des Weltmeisters nachrücken soll. Der Frankfurter Angreifer hatte bislang zwei Kurzeinsätze in der Nationalmannschaft.

Christopher Nkunku hatte sich am Dienstag verletzt. Bei einem Zweikampf mit seinem Teamkollegen Eduardo Camavinga (Real Madrid) zog sich der mit zwölf Toren derzeit beste Bundesliga-Stürmer eine Verstauchung im linken Knie zu, teilte der französische Fussball-Verband nach radiologischen Untersuchungen am späten Dienstagabend mit.

"Gute Besserung, Christo! Diese Nachricht tut weh", twitterte RB Leipzig unmittelbar nach den Neuigkeiten aus Frankreichs WM-Quartier: "Wir sind bei dir und wissen, dass du stärker zurückkommen wirst!" Auch Nkunkus RB-Teamkollege Timo Werner verpasst die WM wegen einer Verletzung.

Nkunku lief bislang achtmal für die Nationalmannschaft auf, dabei gelangen ihm zwei Torvorlagen. Der schnelle und technisch hoch veranlagte Angreifer war unter Trainer Didier Deschamps als Ergänzungsspieler eingeplant. Die Konkurrenz gerade im Sturm ist bei der Equipe Tricolore gross.

Frankreich trifft bei der WM-Endrunde in Katar in der Gruppe D auf Australien, Dänemark und Tunesien. (dpa)

Randal Kolo Muani ersetzt in Frankreichs WM-Aufgebot den verletzten Christopher Nkunku

Randal Kolo Muani ersetzt den verletzten Christopher Nkunku im WM-Aufgebot

Christopher Nkunkus Pech ist das Glück von Randal Kolo Muani: Ein Stürmerstar der Bundesliga ersetzt den anderen im WM-Kader des Titelverteidigers Frankreich.

Rüdiger warnt: "Unterschätzt Japan und Costa Rica nicht!"

  • 08:12 Uhr:

DFB-Abwehrchef Antonio Rüdiger warnt davor, die deutsche Vorrundengruppe bei der Fussball-WM in Katar auf die leichte Schulter zu nehmen. "Unterschätzt Japan und Costa Rica nicht! Das sind sehr unbequeme Mannschaften", sagte der Profi von Real Madrid der Sport Bild.

Die deutsche Nationalmannschaft muss zum Auftakt am 23. November gegen Japan ran. Danach folgen die Begegnungen gegen Spanien (27.11.) und Costa Rica (1.12.). Gegen Spanien habe man nach dem 0:6-Debakel in der Nations League vor zwei Jahren "definitiv etwas gutzumachen", sagte Rüdiger.

Grundsätzlich müsse die DFB-Elf in Katar von Beginn an "gegenhalten und sofort ein Momentum kreieren, das uns von der ersten bis zur letzten Partie des Turniers trägt". Deutschland habe "super Spieler, das stimmt - aber das müssen wir jetzt auch zeigen".

Als Top-Kandidaten auf den Titel sieht Rüdiger (29) Argentinien "und vor allem Brasilien". Aber, betonte er, "ich habe auch gedacht, dass wir 2018 Favoriten sind, und dann sind wir in der Vorrunde ausgeschieden. Einer Fussball-Nation wie Deutschland darf so eine Blamage nicht noch mal passieren!" (AFP)

Fan-Vertreter sieht "grosse Unsicherheiten" bei Katar-Reisenden

  • 06:47 Uhr:

Philipp Beitzel sieht als Verantwortlicher der deutschen Fan-Botschaft bei der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar "grosse Unsicherheiten" bei den ins Emirat reisenden Anhängern. "Der Emir hat zwar der Innenministerin Sicherheitsgarantien für reisende Fans gegeben, insbesondere in Bezug auf die Rechte von LGBTQI. Andererseits sind die bisher nirgendwo publiziert worden", sagte der 39 Jahre alte Referent der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt/Main der Deutschen Presse-Agentur.

Zudem seien einige Regelungen verändert worden, zum Beispiel die COVID-Bestimmungen. Man könnte meinen, das erleichtere die Anreise, so Beitzel. "Aber das sind so kurzfristige Dinge, die nicht gerade das Vertrauen in die Ausrichter stärken." Grundsätzlich könne sich vor Ort schon eine WM-Stimmung entwickeln, weil Fans aus vielen Nationen zusammenkommen. "Aber ob die Rahmenbedingungen insgesamt passen, dass sich eine Atmosphäre entwickelt, die eine WM eigentlich ausmachen sollte, ist fraglich", so Beitzel.

Zuletzt sorgte der katarische WM-Botschafters Khalid Salman mit seinen homophoben Äusserungen für Empörung. In der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" hatte der frühere Nationalspieler Schwulsein als "geistigen Schaden" bezeichnet. Beitzel verwies darauf, dass bei der Fifa in den Stadien normalerweise Plakate erlaubt sind, wenn sie nicht diskriminierend sind: "Wenn sich jemand für die Rechte von LGBTQI positioniert zum Beispiel oder etwas in Regenbogenfarben zeigt, muss das nach diesen Regeln erlaubt sein. Eine Unsicherheit besteht aber darin, was im öffentlichen Raum passiert."

Die englische Abkürzung LGBTQI steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, queere und intergeschlechtliche Menschen. Ein oft verwendetes zusätzliches Sternchen ist Platzhalter für weitere Identitäten und Geschlechter. (dpa)

Mit Material von afp und dpa.

Die Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen: