• 19:22 Uhr: ➤ WHO erteilt Notfall-Zulassung für Corona-Impfstoff von Astrazeneca
  • 17:49 Uhr: EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnt vor Corona-Lockerungen
  • 16:25 Uhr: Kubicki kritisiert Lauterbach: Alarmismus ist kontraproduktiv
  • 15:17 Uhr: Neue "einzigartige" Corona-Mutationen in Türkei entdeckt

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➤ WHO erteilt Notfall-Zulassung für Corona-Impfstoff von Astrazeneca

19:22 Uhr: Nach dem Biontech-Corona-Impfstoff empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt auch den Impfstoff von Astrazeneca für den Einsatz. Die WHO erteilte am Montag eine Notfallzulassung, wie sie in Genf berichtete. Sie folgte damit der Empfehlung ihres unabhängigen Impfrats (SAGE). Neben der Wirksamkeit und Sicherheit prüft die WHO für eine solche Zulassung auch die Qualität der Fabriken, in denen das Serum hergestellt wird.

Die WHO-Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) ist die Voraussetzung, damit UN-Organisationen den Impfstoff einkaufen und verteilen können. Ebenso können Länder, die keine eigenen Kapazitäten für wissenschaftlichen Prüfungen haben, aufgrund der Vorarbeit der WHO eine Zulassung in ihrem Land erteilen.

Für Länder wie Grossbritannien, die USA oder die Mitglieder der EU und viele weitere spielt die WHO-Notfallzulassung keine Rolle. Sie machen selbst Risikoanalysen und entscheiden über eine Zulassung. Viele Länder haben bereits mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen, darunter auch die von Biontech und Astrazeneca.

Impfstoff-Allianz soll bei Herstellung helfen

Der Pharmakonzern Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ziehen bei einem Corona-Impfstoff an einem Strang. Die beiden Unternehmen schlossen einen Kooperations- und Servicevertrag, wie sie am Donnerstag mitteilten.

Die weiteren Corona-News des Tages

Corona-Regelbruch wegen Spottdrossel: Strafe für englische Vogel-Fans

21:30 Uhr: Mehrere Vogel-Fans sind in der englischen Grafschaft Devon bei einer verbotenen Reise erwischt worden, auf der sie eine seltene Vogelart fotografieren wollten. Fünf Menschen mussten am Wochenende Strafe zahlen, nachdem die Polizei über den Bruch der Corona-Regeln verständigt worden war, wie die Devon and Cornwall Police am Montag mitteilte. Im aktuellen Lockdown sind Reisen bis auf wenige Ausnahmen verboten. Die Menschen in England dürfen das Haus zwar für Sport oder Spaziergänge verlassen, sollen dabei aber im eigenen Viertel bleiben.

Die Vogel-Fans hatten sich auf den Weg in das Seebad Exmouth in Devon gemacht, um einen Blick auf die sogenannte Spottdrossel zu erhaschen. Die Vogelart soll Berichten zufolge zum ersten Mal seit 30 Jahren in der Region aufgetaucht sein. Üblicherweise kommt die Spottdrossel eher in Kanada, Mexiko oder den USA vor. Ein Anwohner in Exmouth hatte Fotos von dem Vogel in seinem Garten auf Twitter geteilt und damit für Begeisterung in der Beobachter-Szene gesorgt.

Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte erfinden

20:00 Uhr: Der neue CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. "Populär ist glaube ich immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montagabend beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats. Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen. Aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schaden fürs ganze Leben.

Laschet warnte vor einem zu einseitigen Fokus auf den Inzidenzwert. "Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet", sagte er. "Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen." Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Die Länderregierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten zuletzt vereinbart, den Lockdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - stabil unter 35 sinken, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden - zunächst für Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen.

EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnt vor Corona-Lockerungen

17:49 Uhr: Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hat davor gewarnt, Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus und dessen Varianten zum jetzigen Zeitpunkt zu lockern. Die epidemiologische Lage bleibe sehr besorgniserregend, die Belegung der Krankenhaus- und Intensivbetten auf einem hohen Niveau, teilte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Montag mit.

Sollten die Massnahmen zur Virus-Eindämmung nicht beibehalten oder gar verstärkt werden, müsse man Studien zufolge mit einem beträchtlichen Anstieg der Infektions- und Todesfallzahlen rechnen.

Unmittelbare, strikte und entschiedene Massnahmen seien entscheidend, um die Virus-Übertragungen zu kontrollieren und die Kapazitäten des Gesundheitswesen zu schützen, erklärte das ECDC in seiner am Montag veröffentlichten neuen Corona-Risikobewertung.

Während die meisten Länder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) derzeit sinkende Infektionszahlen verzeichneten, habe die Einführung und zunehmende Verbreitung der zuerst in Grossbritannien, Südafrika und Brasilien bemerkten Virus-Varianten Besorgnis ausgelöst.

Von den Varianten sei die zunächst in England nachgewiesene Mutante diejenige, die sich im EWR am umfassendsten verbreitet habe. Irland melde bereits, dass die diese Variante (B.1.1.7) die im Land dominierende sei. Mehrere weitere Länder kämen Schätzungen zufolge in den kommenden Wochen in dieselbe Situation.

Den Staaten werde deshalb empfohlen, ihre Möglichkeiten zur Sequenzierung von Corona-Proben auf- und auszubauen, erklärte Ammon. Auch ergänzende Massnahmen wie Tests, Kontaktverfolgung, die Isolation von Fällen und die Quarantäne von Kontakten seien wichtig.

Nicht genug Impfstoff: Rio de Janeiro stoppt Corona-Impfungen

17:39 Uhr: Angesichts fehlender Impfstoffdosen setzt die brasilianische Metropole Rio de Janeiro die Impfungen gegen das Coronavirus aus. "Ich habe die Nachricht erhalten, dass neue Dosen nicht angekommen sind", schrieb Bürgermeister Eduardo Paes auf Twitter am Montag.

"Wir werden unsere Kampagne morgen unterbrechen müssen." Demnach soll Rio die neue Charge von Impfstoffen des "Instituto Butantan" in São Paulo kommende Woche erhalten. Auch andere Städte im Bundesstaat Rio de Janeiro und in Brasilien hatten schon einen Impfstoffmangel gemeldet oder die Impfungen gestoppt.

Brasilien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder und hat erst im Januar mit Impfungen begonnen. Bislang haben sich im grössten Land Lateinamerikas fast 9,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert - nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Zudem sind mehr als 239 000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so gross wie Deutschland.
Für die Verteilung der Impfstoffdosen ist das Gesundheitsministerium in Brasília, das bisher rund 12 Millionen Dosen der Impfstoffe von Astrazeneca und dem chinesischen Sinovac bekommen hat, verantwortlich. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte zuerst das Coronavirus verharmlost und zieht mittlerweile auch eine Impfung in Zweifel.

Die Impfstoff-Fabrik der Forschungseinrichtung "Fundação Oswaldo Cruz" in Rio, die mit dem Gesundheitsministerium verbunden ist, gilt als grösste Lateinamerikas.

Weil urteilt wegen unsicherer Corona-Lage noch nicht über Osterferien

17:27 Uhr: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält es noch für zu früh, angesichts der unsicheren Corona-Lage über die Möglichkeit von Ostertourismus zu urteilen. "Wir müssen abwarten, wie sich die Inzidenzen in Deutschland und auch der so genannte R-Wert, also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt, weiter entwickeln werden", sagte Weil am Montag.

Ausserdem lasse sich noch nicht absehen, wie schnell und wie intensiv sich die Virusmutationen verbreiten werden. "So gerne ich den an einer Reise Interessierten und dem Beherbergungsgewerbe Orientierung geben würde, definitive Aussagen sind leider noch nicht möglich."

Klar sei, dass das Risiko einer dritten Welle möglichst gering gehalten werden müsse. Die Osterferien in Niedersachsen beginnen Ende März.

Kubicki kritisiert Lauterbach: Alarmismus ist kontraproduktiv

16:25 Uhr: Wolfgang Kubicki hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für dessen jüngsten Äusserungen in der Debatte mit Bayern-Trainer Hansi Flick um die Sonderrolle des Profifussballs kritisiert. Der FDP-Politiker halte den Aufschrei Lauterbachs für nicht gewinnbringend, sagte er dem Nachrichtenportal "t-online".

"Auch ich halte den Alarmismus von Karl Lauterbach für kontraproduktiv – vor allem, weil er sich nicht damit beschäftigt, wie es gelingen kann, mit dem Virus zu leben", sagte Kubicki und fügte hinzu: "Selbstverständlich brauchen wir bei der Bewältigung der Coronakrise mehr Licht am Ende des Tunnels."

Der FDP-Abgeordnete erklärt weiter: "Der Streit zwischen Hansi Flick und Stefan Effenberg auf der einen Seite und Karl Lauterbach auf der anderen Seite zeigt dankenswerterweise, dass die Meinungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Fussballtrainer dürfen Politiker kritisieren, Politiker dürfen aber auch Fussballtrainer kritisieren."

Gleichzeitig aber mahnte Kubicki eine bessere Debattenkultur an. Ihm bereite "die Unerbittlichkeit in der Debattenkultur mittlerweile grosse Sorgen", sagt er: "Corona hat leider ein dumpfes Schwarz-Weiss-Denken befördert, das Differenzierungen nicht mehr zulässt."

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg hat sich im Streit zwischen Lauterbach und Flick klar auf die Seite des Bayern-Trainers geschlagen. "Es war überfällig, dass sich mal jemand in dieser Deutlichkeit äussert, weil es schlicht nicht mehr zu ertragen ist. Gerade Lauterbach gibt zu allem seinen Senf dazu und hört einfach nicht auf", sagte der frühere Bayern-Profi.

Scholz hofft auf wirtschaftlichen Schub durch Corona-Impfungen

16:11 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz erhofft sich vom schnellen Impfen Schub für die wirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise. Deshalb sei keine Zeit zu verlieren, sobald genügend Corona-Impfstoff vorhanden sei, sagte der SPD-Politiker am Montag vor einer Tagung der Eurogruppe.

In Deutschland müssten dann auch rasch Haus- und Betriebsärzte in die Kampagne einbezogen werden.

Die wirtschaftliche Lage und die erhoffte Erholung war eines der Themen für die Online-Sitzung der Wirtschafts- und Finanzminister der 19 Eurostaaten am Montagnachmittag. Grundlage der Beratungen ist die jüngste Konjunkturprognose der EU-Kommission.

Diese sagt voraus, dass die Wirtschaft im Euroraum ab dem zweiten Quartal wieder zulegt. Dieses und nächstes Jahr soll jeweils 3,8 Prozent Wachstum erreicht werden.

Thema der Eurogruppe war zudem die Stärkung der internationalen Rolle des Euro. Scholz machte sich erneut für die Einführung einer digitalen Form der Gemeinschaftswährung stark - als Ergänzung zum Bargeld. Europa müsse bei diesem Thema mit vorne dabei sein. Das sei eine entscheidende Frage für die Realwirtschaft, für Banken und Bürger, sagte der Bundesfinanzminister.

Hummus und Pizza: Israelische Städte ködern Impfmuffel mit Essen

15:56 Uhr: Mehr als 200.000 Impfungen gegen das Coronavirus sind in Israel zu Spitzenzeiten pro Tag vorgenommen worden. Das Land gehört mit seiner Kampagne zu den weltweiten Vorreitern.

Doch zuletzt nahm die Piks-Bereitschaft der Israelis deutlich ab. Zwei Städte wollen nun auf kulinarischem Weg Anreize für Impfmuffel schaffen.

In Tel Aviv sollen Gratis-Mahlzeiten Unentschlossene am Dienstag in mobile Impfstationen in den Stadtteilen Jaffa und Kirjat Schalom locken. Wer sich dort impfen lässt - und eine Einwohnerkarte vorweisen kann oder sich dafür registrieren lässt -, der erhält dazu in Jaffa Hummus und Knafeh beziehungsweise in Kirjat Schalom Pizza und Kaffee. Beide Gegenden weisen hohe Infektionszahlen auf.

Ähnlich geht Bnei Brak bei Tel Aviv vor, eine vor allem von strengreligiösen Juden bewohnte Stadt. Wer sich dort impfen lässt, erhält "zur Belohnung" eine Portion des klassischen jüdischen Sabbatgerichts Tschulent. Das Essen gilt als wichtiger Teil der jüdischen Kultur.

Neue "einzigartige" Corona-Mutationen in Türkei entdeckt

15:17 Uhr: In der Türkei sind offenbar neue Mutationen des Coronavirus entdeckt worden. "Wir wissen, dass es Mutationen gibt, die in unserem Land einzigartig sind, aber wir wissen nicht, welche Auswirkungen diese Variationen haben", sagte Hazan Tezer, Mitglied des Wissenschaftsausschusses, gegenüber türkischen Nachrichtenagenturen, wie die "Gazete Duvar" in ihrer englischsprachigen Ausgabe online berichtet.

Demnach soll die Türkei nun die "Vorsichtsmassnahmen erhöhen, um die Sicherheit zu gewährleisten", sagte Tezer weiter. Eine offizielle Bestätigung seitens der Regierung gab es bislang noch nicht.

EU-Kommission weiter unzufrieden mit deutscher Grenzschliessung

14:58 Uhr: Die EU-Kommission hat ihr Missfallen mit den deutschen Grenzkontrollen und Einreiseverboten bekräftigt. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde betonte am Montag, die jüngsten Empfehlungen der EU-Staaten seien sehr deutlich und sollten der Kompass aller EU-Staaten sein.

Andernfalls drohten Fragmentierung und Störungen der Freizügigkeit. "Wir erwarten von allen Mitgliedsstaaten, dass sie diesem abgestimmten Ansatz folgen." Die EU sei effizienter, wenn alle zusammen handelten und nicht einseitig.

Die EU-Kommission stimme zwar darin überein, dass von nicht-notwendigen Reisen aus Gebieten mit besonders vielen Corona-Infektionen dringend abgeraten werden solle, sagte der Sprecher. Grenzschliessungen oder pauschale Einreiseverbote sollten jedoch vermieden werden.

Die EU-Kommission werde einen Brief an alle EU-Staaten schicken und daran erinnern, dass sie erwarte, dass alle den gemeinsamen Leitlinien folgten.

Wegen der Ausbreitung neuer Virusvarianten gilt für Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol seit Sonntag ein Beförderungsverbot. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Unter anderem für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten, gibt es Ausnahmen.

Der Sprecher der EU-Kommission betonte nun, dass die Behörde die Massnahmen mehrerer EU-Staaten prüfe, und verwies unter anderem auf Belgien. Das Nachbarland verbietet derzeit alle nicht-notwendigen Reisen in und aus dem Königreich.

Die Empfehlungen der EU-Staaten von Ende Januar legten mögliche Massnahmen klar fest, sagte der Sprecher. Darunter seien auch Anforderungen an unverzichtbare Arbeitnehmer wie Test- und Quarantäne-Pflichten.

Ebenso wichtig sei, nötige Ausnahmen zu prüfen, um unverzichtbare Reisen und Warenlieferungen nicht zu behindern. Zudem verwies der Sprecher auf Empfehlungen für Grenzregionen.

Vor Papst-Besuch wächst im Irak Sorge vor neuer Corona-Welle

14:22 Uhr: Weniger als drei Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus wächst im Irak die Sorge vor einer neuen Corona-Welle. Erstmals sei im Land die zunächst in Grossbritannien festgestellte Variante des Virus registriert worden, die sich schneller ausbreite, sagte Gesundheitsminister Hassan al-Tamimi am Montag in Bagdad.

Er rief die Bürger dazu auf, sich an die Corona-Schutzmassnahmen zu halten. Das Land befinde sich in einer "schwierigen Phase", erklärte Al-Tamimi.

Von diesem Donnerstag an gelten im Irak erneut weitreichende Ausgangsbeschränkungen. So tritt unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Auch Einkaufszentren, Cafés, Moscheen und andere Gebetsstätten werden geschlossen. Mit den Massnahmen reagiert die Regierung auf den jüngsten Anstieg der Zahl der Corona-Fälle.

Franziskus will den Irak Anfang März besuchen. Neben Treffen mit Politikern und Geistlichen sind auch zwei Messen geplant, unter anderem im Stadion der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil im Norden des Landes. Es ist der erste Besuch eines Papstes im Irak.

Der Irak gehört zu den arabischen Ländern, die von der Pandemie am schwersten getroffen wurden. Das Land mit rund 40 Millionen Einwohnern hatte zuletzt täglich mehr als 2.000 neue Fälle gemeldet.

Bayer peilt Impfstoff-Lieferung im Dezember an

14:07 Uhr: Nach dem Einstieg in die Produktion eines Corona-Impfstoffes rechnet der Pharmakonzern Bayer im Dezember mit ersten Lieferungen.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir noch vor Jahresende - wenn alles gut geht - auch die ersten Impfstoffe sogar ausliefern können", sagte Bayer-Chef Werner Baumann am Montag in Wuppertal, nachdem er Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Standort gezeigt hatte.

Vor zwei Wochen hatte der Leverkusener Konzern bekanntgegeben, einen Teil der Herstellung des vom Tübinger Unternehmen Curevac entwickelten Vakzins zu übernehmen.

Wegen der Beschaffung und Validierung von Geräten sowie aufwendiger Qualifizierungsstudien dauert es noch einige Monate, bis die Bayer-Anlage startklar ist - hergestellt wird in einem "Reinraum", in dem selbst kleinste Verschmutzungen verhindert werden müssen. Eine zweistellige Zahl von Arbeitsplätzen soll neu aufgebaut werden. Es wäre das erste Mal, dass Bayer einen Impfstoff herstellt.

Laschet betonte die Bedeutung der heimischen Pharmaindustrie und forderte, sie in einem positiveren Licht zu sehen. "Es hat sich in den letzten Jahren so eingebürgert, dass man immer auf die Pharmaindustrie schimpft", sagte er. "Unser Ziel muss sein, dass Deutschland wieder der Spitzenstandort für Pharmatechnologie wird."

Für den Curevac-Impfstoff läuft derzeit noch die Phase-III-Studie - die Daten dieser Studie sind nötig für grünes Licht von den Behörden. "Angepeilt wird eine Zulassung im zweiten Quartal", sagte Bayer-Pharmavorstand Stefan Oelrich. "Genaueres können wir Ihnen erst sagen, sobald die Daten vorliegen."

Die ersten Chargen sollen woanders produziert werden, im Dezember könnte Bayer einsteigen - 2022 will der Konzern 160 Millionen Impfdosen herstellen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hofft auf eine baldige Öffnung von Kitas dank Corona-Schnelltests.

Luftverkehr will weitere finanzielle Unterstützung

13:58 Uhr: Die in der Coronakrise gebeutelte Luftverkehrsbranche verlangt von der Politik mehr finanzielle Hilfen und trotz der abgestürzten Nachfrage einen weiteren Ausbau der Infrastruktur. Politisch müssten Wettbewerbsnachteile für inländische Flughäfen und Fluggesellschaften verhindert werden, erklärte der Branchenverband BDL am Montag in Berlin.

In den 14 BDL-Kernforderungen für die kommende Legislaturperiode finden sich vielfältige Finanzierungswünsche und Vorschläge zur Kostenentlastung durch die öffentliche Hand. So müsse der Bund auch im kommenden Jahr das Eigenkapital der bundeseigenen Flugsicherung stärken und zudem die Luftsicherheitskosten vollständig übernehmen.

Zur Verringerung des CO2-Ausstosses schlägt der BDL Subventionen zur Anschaffung neuer, sparsamer Flugzeuge vor und will die deutsche Ticketsteuer allein zur Finanzierung alternativer Kraftstoff-Technologien nutzen.

Bei der Verlagerung von Inlandsflügen auf die Schiene verlangt der BDL zuvor pünktlichere Züge und eine bessere Schienenanbindung insbesondere des Flughafens München.

Beim deutschen Flughafensystem wünscht sich die Branche Unterstützung bei den geplanten Erweiterungen und keine weiteren Flugverbote.

Gleichzeitig warnte der Verband vor "kurzsichtigen Entscheidungen" zu möglichen Schliessungen kleinerer Flughäfen aus Kostengründen. Man dürfe sich nicht am aktuellen Verkehrsaufkommen in der COVID-19-Pandemie orientieren, sondern sich am künftigen Mobilitätsbedarf des Wirtschaftsstandorts ausrichten.

Reul als erster NRW-Minister positiv auf Corona getestet

13:47 Uhr: Innenminister Herbert Reul (CDU) ist als erster Minister der nordrhein-westfälischen Landesregierung bei einem Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Dem Minister geht es den Umständen entsprechend gut, er führt die Amtsgeschäfte von zu Hause aus", teilte eine Ministeriumssprecherin am Montag mit.

Boris Johnson will kein Hin und Her mehr nach Lockdown-Ende

13:45 Uhr: Der britische Premier Boris Johnson will beim Lockern des aktuell geltenden Corona-Lockdowns Kehrtwenden unbedingt vermeiden. Die Lockerungen sollten "vorsichtig, aber irreversibel" erfolgen, sagte Johnson am Montag zu Journalisten in London.

Nach etlichen Kehrtwenden und einem mehrfachen Hin und Her zwischen härteren und weicheren Massnahmen ist die britische Regierung überzeugt, dass der aktuelle Lockdown der letzte sein soll.

Aus Furcht vor der schnellen Ausbreitung gefährlicher Corona-Varianten wollen der Premier und seine Minister daher auf schrittweise Lockerungen in grösseren Abständen setzen. Johnson macht allerdings nur für England die Regeln - in Schottland, Wales und Nordirland sind die Regionalregierungen verantwortlich.

Medienberichten zufolge sollen am 8. März die ersten Schülerinnen und Schüler in England wieder vor Ort unterrichtet werden. Die folgenden Schritte könnten etwa erlaubte Outdoor-Aktivitäten sein, bevor danach der Einzelhandel und noch später die Gastronomie geöffnet werden könnten.

Abhängig ist dies jedoch auch von wissenschaftlichen Auswertungen dazu, inwieweit sich der Impffortschritt bereits auf die Infektionslage auswirkt. In Grossbritannien haben bereits mehr als 15 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung erhalten.

Gesundheitsministerin beklagt niedrige Astrazeneca-Impfbereitschaft

13:41 Uhr: Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat eine mangelnde Impfbereitschaft mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca kritisiert.

Am Wochenende seien bei einer "Sonderimpfung im medizinischen" Bereich 54 Prozent von 200 zur Impfung angemeldeten Personen nicht erschienen, ohne den Termin abzusagen. Dies habe offenbar damit zu tun, dass dieser Impfstoff nur einen Wirkungsgrad von 70 Prozent habe, sagte die CDU-Politikerin.

"Ich will sagen, dass das kein Wunschkonzert ist. Dass alle Impfstoffe zugelassen und gut sind", sagte die Ministerin. Es sei "nicht solidarisch", wenn die Hälfte der zur Impfung Angemeldeten nicht erscheine.

Der Linken-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine hingegen sagte, er könne "zumindest nachvollziehen, dass einige Menschen Bedenken haben".

Bachmann hatte betont, die Empfehlung, Patienten über 65 Jahre nicht mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu impfen, habe ausschliesslich mit einer nicht ausreichend grossen Datengrundlage zu tun.

Laut der Ministerin gibt es entsprechende Berichte aus allen Bundesländern. Deswegen habe sie das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gesundheitsministerkonferenz setzen lassen.

15-tägige Corona-Ausgangssperre für zwei Millionen Bewohner in Nordvietnam

13:31 Uhr: Nach der raschen Ausbreitung von ansteckenderen Varianten des Coronavirus in Vietnam haben die Behörden eine 15-tägige Ausgangssperre für die besonders betroffene nördliche Provinz Hai Duong angeordnet.

Ab Dienstag dürfen die Einwohner nur noch für die Arbeit sowie für Einkäufe von Lebensmitteln oder Medikamenten ihre Häuser verlassen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Davon betroffen sind rund zwei Millionen Menschen.

Vietnam war es lange gelungen, das Virus mit Hilfe strikter Reisebeschränkungen und Quarantänemassnahmen sowie einer konsequenten Test- und Nachverfolgungsstrategie weitgehend unter Kontrolle zu halten.

Zuletzt jedoch verzeichneten die Behörden einen rapiden Anstieg von Infektionen vor allem mit ansteckenderen Corona-Mutanten, darunter die zuerst in Südafrika und Grossbritannien entdeckten. Seit Ende Januar wurden 637 neue, nicht von Reisenden eingeschleppte Fälle registriert, darunter allein 461 in der Provinz Hai Duong.

Neben der Ausgangssperre beschlossen die Behörden ein weitgehendes Fahrverbot für die Provinz, zudem wurde die vor den Ferien zum Mond-Neujahr angeordnete Schliessung von Schulen, Bars, Restaurants und Karaoke-Bars verlängert.

Auch in anderen Gebieten mit neuen Corona-Ausbrüchen im Süden und Zentrum des Landes wurden die Menschen bereits aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Regierung rechtfertigt Grenzkontrollen - Jeder Zweite abgewiesen

13:11 Uhr: Die Bundesregierung hat die Grenzkontrollen und Einreiseverbote im Südosten verteidigt. Mit Blick auf die Ausbreitung der Virusvarianten in einigen Regionen und Staaten Europas "musste die Bundesregierung hier handeln", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Eine Rückkehr zum Normalzustand der offenen Grenzen sei dennoch im Interesse aller Beteiligten.

Für Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol gilt seit Sonntag ein Beförderungsverbot. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, unter anderem für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums hat die Bundespolizei an den Grenzen zu Tschechien und Österreich bis Montagmorgen rund 10.000 Menschen kontrolliert. Etwa der Hälfte von ihnen sei die Einreise verweigert worden, teilte Ministeriumssprecher Steve Alter mit.

Bei der Frage, welche Berufsgruppen als "systemrelevant" eingestuft würden, beziehe man sich auf eine entsprechende Liste der Europäischen Kommission. Die Regelungen würden nun im Detail mit Sachsen und Bayern besprochen.

Günther will Osterurlaub trotz Corona nicht abschreiben

12:48 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält Osterurlaub trotz der Corona-Pandemie für realistisch. "Bei uns in Deutschland sehe ich sehr wohl die Möglichkeit, dass wir Inlandstourismus bis zu diesem Zeitpunkt möglich machen", sagte Günther am Montag in Kiel.

"Und das Wichtigste aus meiner Sicht ist: Ostern ist noch sieben Wochen hin, und heute ist es mit Sicherheit grundfalsch, unabhängig von der Inzidenz schon Urlaube abzusagen."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben", hatte Kretschmer der "Bild am Sonntag" gesagt. Zu grosse Mobilität bereits im April sei Gift. "Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben."

Günther bewertet die aktuelle Entwicklung deutlich optimistischer. Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, bei den nächsten Öffnungsschritten Gastronomie und Hotels mit in den Blick zu nehmen. "Und ich sehe zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nichts, was dagegen spricht, weiterhin an diesem Ziel zu arbeiten." Natürlich müsse dabei auch über Testungen und über den Umgang mit Gebieten geredet werden, in denen es relativ viele Corona-Fälle gebe. "Aber definitiv sehe ich für den Tourismus eine Perspektive ab Ostern."

In fast allen Bundesländern liege die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mittlerweile unter 100, sagte Günther. "Wir haben kaum noch Hotspots."

Er werde Hotelbesitzern nicht davon abraten, Buchungen für die Ostertage anzunehmen. "Aber ich kann auch keine Garantie dafür geben, dass sich die Zahlen weiter so positiv entwickeln."

Giffey: Selbsttests sind "echter Game-Changer" für Kitas

Kniebeugen, Hampelmann und Co.: Gesund bleiben im Homeoffice

Wegen der Corona-Pandemie erledigen immer mehr Berufstätige ihre Arbeit von zu Hause aus, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Im Video geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie sich auch im Homeoffice fit halten.

12:15 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erhofft sich von den neuen Schnelltests zur Selbstanwendung einen grundlegenden Wechsel hin zu mehr Öffnungen von Kitas und Schulen.

"Ich halte das für einen Weg, um die Zeit bis zum Impfen zu überbrücken", sagte sie beim Besuch einer Kita in Potsdam, wo ein Modellprojekt mit mehr Schnelltests läuft. Giffey bezeichnete die Tests laut n-tv als "echten Game-Changer", durch den wieder mehr Kinder in den Regelbetrieb zurückgebracht werden könnten.

Sie sprach von Spucktests, die sehr einfach zu handhaben seien. Wenn diese stärker angewandt würden, könnten mehr Schulen und Kitas in den Regelbetrieb zurückkehren.

Am Montag ist Giffey in Potsdam, um sich über das dortige Corona-Schutzkonzept in Kitas zu informieren. Das Potsdamer Modell der Wiedereröffnung von Kitas sieht tausende Corona-Schnelltests und eine Maskenpflicht in den Einrichtungen vor.

Studie: Ein Viertel der Erwerbstätigen arbeitet im Homeoffice

11:06 Uhr: Fast ein Viertel der Erwerbstätigen in Deutschland (24 Prozent) hat Ende Januar vorwiegend oder ausschliesslich im Homeoffice gearbeitet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice sei damit - wie zur Minimierung von Corona-Infektionsrisiken gewünscht - wieder deutlich gestiegen.

Zum Vergleich: Im November hatten der Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung zufolge lediglich 14 Prozent der Erwerbstätigen von Zuhause aus gearbeitet, im Dezember dann 17 Prozent.

Während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 war der Anteil der im Homeoffice Arbeitenden allerdings zeitweise mit 27 Prozent sogar noch etwas höher als zuletzt.

Ein wichtiger Grund für die zunehmende Nutzung des Homeoffice war neben den dringenden Empfehlungen von medizinischen Experten die neue Homeoffice-Verordnung der Bundesregierung.

Rund ein Drittel der Befragten, die aktuell vorwiegend oder ausschliesslich zu Hause arbeiten, gaben an, dass die Regierungsbeschlüsse ein Grund für ihren Wechsel ins Homeoffice gewesen seien - oft, weil ihr Arbeitgeber danach erstmals Heimarbeit ermöglichte.

Das Potenzial für Arbeit im Homeoffice ist der Befragung zufolge aber noch deutlich grösser. Rund 39 Prozent der Befragten gaben im Januar an, sie könnten ihren Beruf uneingeschränkt oder zu einem grossen Teil in Heimarbeit erledigen.

In manchen Firmen scheine es aber "immer noch Druck auf die Beschäftigten zu geben, im Betrieb zu arbeiten, auch wenn dies zumindest nach Einschätzung der Beschäftigten nicht nötig wäre", sagt WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch.

In Israel hat bereits mehr als ein Viertel der Bevölkerung die zweite Dosis der Corona-Impfung erhalten.

Zahlen aus Israel deuten auf hohe Wirksamkeit von Biontech-Impfstoff hin

10:25 Uhr: Israel impft weltweit am schnellsten gegen Corona. Dabei liefert das Land regelmässig Daten über den Verlauf seiner Impfkampagne mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer.

Solche vorläufigen Daten, über die die "Times of Israel" berichtet, stammen von Maccabi, einer der vier gesetzlichen Krankenkassen des Landes. Von den 523.000 Versicherten, die bereits zweimal mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft wurden, steckten sich demnach nur 544 Personen mit SARS-CoV-2 an. Das entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent.

Davon mussten 15 in einer Klinik behandelt werden: Acht hatten lediglich milde Beschwerden, drei hatten moderate Symptome und nur vier wurden als schwere Verläufe klassifiziert. Kein einziger Geimpfter starb an den Folgen der Infektion.

Diese Ergebnisse verglich die Krankenkasse mit mit 628.000 Mitgliedern, die noch keine Impfung erhalten haben. Von diesen infizierten sich im selben Zeitraum 18.425 Personen mit dem Coronavirus, also rund 2,9 Prozent, woraus Maccabi eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 93 Prozent errechnet. Allerdings sind diese Daten mit Vorsicht zu geniessen, da Angaben zur Repräsentativität fehlen.

Dennoch scheinen die Ergebnisse der Krankenkasse jene aus den Zulassungsstudien von Biontech/Pfizer zu bestätigen. Dort war dem Vakzin eine Wirksamkeit von 95 Prozent attestiert worden.

In Israel hat bereits mehr als ein Viertel der rund 9,3 Millionen Einwohner die Zweitimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Über 3,8 Millionen Israelis seien geimpft worden, davon fast 2,5 Millionen schon zum zweiten Mal, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag bei Twitter mit.

Simbabwe erhält Impfstoffspende von 200.000 Dosen aus China

10:19 Uhr: Der südafrikanische Krisenstaat Simbabwe hat am Montag 200.000 Dosen des chinesischen Sinopharm-Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten.

Die Spende traf am Morgen in Gegenwart von Vize-Präsident Constantino Chiwenga auf dem Flughafen der Hauptstadt Harare ein und soll vorrangig an das Personals des Gesundheitswesens gehen.

Das Land will innerhalb eines Jahres rund zehn Millionen Einwohner impfen. Nach Angaben von Chinas Botschafter Guo Shaochun ist Simbabwe eins der ersten von 58 Ländern, die Impfstoff-Spenden aus China erhalten. Es wolle 1,8 Millionen Impfdosen in seinem Land kaufen - die ersten 600.000 werden im März erwartet. "Wir stehen in Gesprächen, um mehr Impfstoffe nach Simbabwe zu senden, und wir werden erschwingliche Preise sicherstellen", betonte er.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem afrikanischen Land 35.172 Infektionen registriert, 1.400 Menschen starben an den Folgen. Die Regierung verlor mehrere Kabinettsmitglieder durch das Coronavirus, darunter den Aussen- und Verkehrsminister.

Die Zahlen stiegen in den vergangenen Wochen an. Als Hintergrund gilt eine Verbreitung der ansteckendere Variante des Virus aus dem Nachbarland Südafrika. Die Bundesregierung stufte Simbabwe daher Anfang Februar als Corona-Risikogebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen ein.

EU genehmigt Export von Corona-Impfstoff in mehrere Länder

Impfstoffe gegen das Coronavirus sind in Europa nicht ausreichend vorhanden. Trotzdem haben europäische Unternehmen Vakzine in 21 Länder ausserhalb der EU exportiert. Das geht aus Recherchen der ARD hervor.

In Südafrika werden diese Woche die ersten 80.000 Dosen des Johnson & Johnson-Impfstoffs erwartet. Davon hat sich der Kap-Staat laut offiziellen Angaben neun Millionen Dosen gesichert.

Eine zuvor geplante Impfaktion mit dem Impfstoff Astrazeneca war wegen Zweifeln an dessen Wirksamkeit gegen die im Lande vorherrschende Coronavirus-Variante kurzfristig ausgesetzt worden.

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Hygiene schützt: Die wichtigsten Regeln in der Corona-Zeit

Abstand halten, Hände waschen, Maske richtig verwenden - Hygiene ist das beste Mittel in der Coronakrise. Auch vor Erkältungs- und Grippeviren vermag sie uns zu schützen. Welche Regeln zum Alltag gehören und bei welchen Symptomen Sie lieber zu Hause bleiben sollten.

Mehr als 1.700 Menschen bei Partys in Belgrad - Festnahmen

09:47 Uhr: Die serbische Polizei ist am Wochenende in mehreren Belgrader Unterhaltungslokalen gegen Partys mit Hunderten Teilnehmern eingeschritten. Grund war die Missachtung von geltenden Corona-Vorschriften, wie serbische Medien am Montag berichteten. Am Samstag löste die Behörde eine Ansammlung von 1.000 Menschen in einem Club am zentralen Tasmajdan-Park auf.

Am Sonntag räumte die Polizei eine populäre Kneipe am alten Messegelände im Vorort Novi Beograd, in der 600 junge Leute feierten. Bei einer weiteren Razzia in einem Club im Aussenbezirk Zvezdara stiessen Beamte auf 150 Partygäste.

Die Polizei nahm mindestens fünf mutmassliche Organisatoren fest sowie drei Männer, die sich den Amtshandlungen widersetzten. In Serbien gilt wegen der Corona-Pandemie ein vergleichsweise milder Lockdown. Gaststätten und Unterhaltungslokale dürfen bis 20:00 Uhr öffnen. Darüber hinaus müssen aber Mindestabstände eingehalten werden.

Das Infektionsgeschehen ist in Serbien derzeit gut doppelt so stark wie in Deutschland. Im Zeitraum vom 25. Januar bis zum 7. Februar verzeichnete die EU-Behörde ECDC 24.278 Neuansteckungen. Das entspricht einer Ansteckungsrate von 350 pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit knapp sieben Millionen Einwohnern 4.230 Tote gemeldet.

Brinkhaus zu Lockerungen: Dürfen keine falschen Hoffnungen machen

09:38 Uhr: Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Massnahmen gewarnt. "Die Öffnungsperspektive kommt dann, wenn wir stabil bei sehr, sehr niedrigen Zahlen sind (...). Und da sind wir noch nicht", sagte Brinkhaus am Montag im rbb-Inforadio.

Man sei immer noch signifikant über 50, geschweige denn bei den 35, die der Deutsche Bundestag im Infektionsschutzgesetz definiert habe. Deshalb dürfe man keine falschen Hoffnungen machen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 58,9. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen.

Kritik für seine Aussagen erhielt Brinkhaus prompt von der FDP. "Herr Brinkhaus sprach im Bundestag noch davon, wie sehr der Lockdown uns alle zermürbt. Jetzt beteiligt auch er sich an den Durchhalteparolen", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus. Man müsse den Menschen endlich eine Perspektive bieten.

Kilometerlange Staus an deutsch-tschechischer Autobahn-Grenze

08:43 Uhr: An der deutsch-tschechischen Grenze der Autobahn 17 von Prag nach Dresden hat sich am Montagmorgen in Breitenau wegen der Einreisekontrollen ein kilometerlanger Stau gebildet.

Wie die Bundespolizeidirektion Pirna auf Anfrage mitteilte, kann die Einreise mehrere Stunden Wartezeit in Anspruch nehmen. Bereits am Sonntag hatten Reisende ein bis zwei Stunden für die Weiterreise gebraucht. Die Kontrollen waren aufgrund der hohen Inzidenzzahlen im Nachbarland Tschechien eingeführt worden.

"Wir haben aktuell eine angespannte Verkehrssituation", sagte Christian Meinhold, Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna. Man habe aber sofort reagiert.

An Hilfsorganisationen sei die Bitte ergangen, sich bei den frostigen Temperaturen um die Betroffenen in ihren Fahrzeugen zu kümmern. Das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter würden Tee und bei Bedarf auch Decken bereitstellen. Für den Güterverkehr habe man eine vorgelagerte Kontrollstelle eingerichtet, um die Abfertigung zu beschleunigen.

Man stehe mit den tschechischen Behörden in Verbindung, um den Verkehrsfluss zu organisieren, hiess es. Autofahrer, die aufgrund der Bestimmungen einreisen dürfen und über alle notwendigen Dokumente verfügen, sollen auch auf nahe gelegene Grenzübergänge ausweichen.

"Nach wie vor haben viele Reisende die erforderlichen Dokumente nicht oder nicht vollständig dabei", sagte Meinhold. Das gelte in erster Linie für die digitale Einreiseanmeldung und den Corona-Test. Die Testkapazität an der Grenze in Breitenau sei ausgeweitet worden.

Tschechien verzeichnete am Montag 5.118 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million Infektionen und 18.143 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Nach den jüngsten Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es in Tschechien binnen 14 Tagen statistisch gesehen etwa 177 COVID-19-Todesfälle je eine Million Einwohner; für Deutschland lag der Wert bei rund 115.

Baden-Württemberg baut Analyse von Virusvarianten aus

08:29 Uhr: In Baden-Württemberg sollen in den kommenden zwei Wochen alle positiven Corona-Proben auf Virusvarianten untersucht werden. Mit dieser flächendeckenden Bestimmung sei Baden-Württemberg im Ländervergleich ihres Wissens nach Vorreiter, teilte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit. Ziel sei es, die Verbreitung bestimmter Varianten gezielt einzudämmen.

Bislang werden alle Proben in Baden-Württemberg mit einer PCR-Untersuchung lediglich auf bestimmte Abweichungen als Hinweis auf vorhandene Mutanten geprüft. Um die genaue Variante zu bestimmen, ist ein aufwendigeres Verfahren notwendig, die Vollgenomsequenzierung - also die Entzifferung des gesamten Erbguts.

Nur so ist es möglich, zu erkennen, ob es sich beim jeweiligen Erreger um Varianten wie die zuerst in Grossbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 oder die zunächst in Südafrika nachgewiesene Variante B.1.351 handelt. Diese Varianten sind mehreren Analysen zufolge ansteckender und stellen deshalb eine Gefahr für die Eindämmung der Pandemie dar.

Im Südwesten liegt der Anteil der Virusvarianten nach Angaben des Wissenschaftsministeriums derzeit bei rund sechs Prozent. Da die Untersuchungen bislang noch verdachtsbezogen und nicht flächendeckend erfolgten, sei von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen.

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Erstmals britische Virus-Variante in Neuseeland nachgewiesen

07:53 Uhr: In Neuseeland ist erstmals die zuerst in Grossbritannien entdeckte Corona-Variante festgestellt worden. Zwei von drei in der Metropole Auckland registrierten Infektionen gingen auf die Mutante zurück, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Montag mit. Das Ergebnis einer Sequenzierung des Erregers bei dem dritten Infektionsfall stehe noch aus. Wegen der Entdeckung der Fälle am Sonntag hatte Premierministerin Jacinda Ardern einen dreitägigen Lockdown für die grösste Stadt des Landes angeordnet.

Bisher sei kein Zusammenhang zwischen den auf der Mutante basierenden Infektionsfällen und anderen Corona-Fällen in Neuseeland festgestellt worden, erklärte das Gesundheitsministerium. Alle drei Infizierten gehören demnach derselben Familie an. Wie die Variante nach Neuseeland kam, ist den Behörden zufolge noch unklar.

Der Nachweis der Mutante in dem Land untermauere die "Entscheidung, schnell und robust zu handeln", um "die Möglichkeit einer weiteren Verbreitung zu verhindern", betonte das Ministerium.

In Auckland war um Mitternacht der von Ardern angekündigte Lockdown in Kraft getreten. Schulen und fast alle Geschäfte bleiben für 72 Stunden geschlossen.

Amtsärzte warnen: Gesundheitsämter jetzt nicht vernachlässigen

07:39 Uhr: Die deutschen Amtsärzte warnen davor, die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie weiter zu überlasten. "Man hätte die Gesundheitsämter längst aufrüsten und dauerhaft mit mehr Personal ausstatten können – und nicht nur kurzfristig mit Hilfskräften, wenn die Infektionszahlen steigen", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" (Montag). "Einzelne Ämter haben ein paar Stellen bekommen, aber flächendeckend ist noch nicht allzu viel passiert. Das reicht noch lange nicht aus."

Es seien auch nach wie vor zu viele Bundeswehrsoldaten zur Hilfe in den Ämtern nötig. "Den Kurs, mit Hilfskräften aufzustocken, hat man noch nicht verlassen", kritisierte Teichert.

Gesundheitsämter stellen unter anderem die Kontaktverfolgung nach Infektionen sicher. Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, muss dort geprüft werden, wen sie in den Tagen zuvor getroffen hat.

Die Verbandsvorsitzende äusserte zudem Zweifel, an der gewählten Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Sieben-Tage-Inzidenz: "Ich habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Zahl 50 für die Gesundheitsämter sehr hoch gegriffen ist", sagte Teichert. Die Politik brauche eine Grenze und habe die 50 "willkürlich gewählt". Eine Inzidenz von 50 oder etwas darunter sei aber noch "viel zu viel". "Wenn jetzt zu rasch gelockert wird, steigen die Zahlen im April wieder, und wir bekommen eine dritte Welle", warnte sie.

Rund 100 Faschingsnarren ohne Hygiene-Regeln bei Faschingsfeier

06:34 Uhr: In einem Ortsteil der Stadt Marienberg im sächsischen Erzgebirgskreis haben sich mehrere Personen ohne Beachtung von Hygienemassnahmen zum Ski-Fasching versammelt.

Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es Hinweise, dass es sich dabei um etwa 100 Personen gehandelt habe. Die Feier am Sonntagnachmittag sei ohne Mund-/Nasen-Bedeckungen und ohne Einhalten der Abstandsregeln abgehalten worden.

Mit dem Eintreffen der Polizei konnte ein Grossteil der Feiernden die Veranstaltung zügig auf ihren Skiern verlassen. Die genaue Personenanzahl könne deshalb nicht bestätigt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Nichteinhaltung der sächsischen Corona-Schutzverordnung.

Über 4.400 Corona-Neuinfektionen und 116 neue Todesfälle gemeldet

05:40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 116 weitere Todesfälle verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Montag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05:30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4.535 Neuinfektionen und 158 neue Todesfälle verzeichnet. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 58,9. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.338.987 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 15.02., 00:00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 65.076.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,88 (Vortag 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Leere Strassen zu Karnevalshöhepunkt am Rosenmontag erwartet

04:01 Uhr: Wie nur wenige Male in der deutschen Nachkriegsgeschichte bleiben die Strassen am diesjährigen Rosenmontag leer.

Wegen der Corona-Pandemie sagten die Narren- und Jeckenhochburgen im Rheinland und in Rheinhessen ihre traditionellen Umzüge zum Höhepunkt der Karnevalszeit frühzeitig ab.

In Köln rollt stattdessen ein Puppenzug mit Persiflagewagen im Kleinformat durch das Karnevalsmuseum. "Der ausgefallenste Zoch" wird ab 14:00 Uhr im Westdeutschen Rundfunk übertragen.

In Mainz wird ab 19:11 Uhr eine digitale Fastnachtssitzung unter dem Motto "Vierfarbbunt mit Bütt un Byte" gestreamt. Darin präsentieren sich in elf mal elf Minuten die Vereine und Garden der Stadt.

In Düsseldorf fällt die offizielle Karnevalssession diesmal aus, stattdessen werden im Fernsehen Zusammenschnitte vergangener Rosenmontagszüge gezeigt.

Einreisende von "roter Liste" müssen in England in Hotel-Quarantäne

03:45 Uhr: Wer aus 33 Ländern einer "Roten Liste" nach England einreist, muss sofort für zehn Tage in ein Hotel in Quarantäne. Die Massnahme soll das Land vor einer Verbreitung von Corona-Varianten schützen und tritt an diesem Montag in Kraft.

Aus Europa ist nur Portugal betroffen, dazu kommen alle südamerikanischen Länder sowie Staaten des südlichen Afrikas und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Alle anderen Einreisenden, also auch die aus Deutschland, müssen sich weiterhin zehn Tage nach Ankunft selbst isolieren. Neu ist für alle, dass sie zusätzlich zu einem Corona-Test vor der Abreise nach Grossbritannien nun auch zwei Tests im Land machen müssen - spätestens am 2. und frühestens am 8. Tag nach Einreise. Dafür werden 210 Pfund (240 Euro) für jeden fällig, der Nachweis über die Terminbuchung muss bei Ankunft vorgezeigt werden.

Für die "Rote Liste" hat die Regierung zunächst 4.600 Zimmer in 16 Hotels in Flughafennähe reserviert. Der Aufenthalt kostet pro Person 1.750 Pfund. Bei Verstoss drohen drakonische Strafen: Wer nicht in eines der vorgegebenen Hotels eincheckt, muss bis zu 10.000 Pfund bezahlen. Für falsche Angaben auf dem verpflichtenden Einreiseformular sind sogar bis zu zehn Jahre Haft möglich.

Die Regierung verteidigte die Androhung. Die britische Öffentlichkeit erwarte harte Massnahmen, sagte Verkehrsminister Grant Shapps. Die Höchststrafe spiegele die Schwere des Verbrechens wider. Hingegen kritisierten Rechtsexperten, für schwere Verbrechen wie sexuellen Missbrauch seien teils niedrigere Strafen vorgesehen.

Die Hotel-Pflicht ist ebenfalls umstritten. Vor allem der oppositionellen Labour-Partei geht sie nicht weit genug: Sie möchte, dass - wie in Schottland - alle Einreisenden in überwachte Quarantäne geschickt werden und es höchstens Ausnahmen für eine "grüne" Länder-Liste gibt.

Das lehnte Aussenminister Dominic Raab am Sonntag klar ab. Hingegen warnte die Luftfahrtbranche vor einem vollständigen Aus. Im Ausland lebende Briten kritisierten zudem, ihre Kinder könnten angesichts der Quarantäne-Pflicht nicht alleine zurückreisen.

Alle Corona-Meldungen vom 14. Februar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.