• 21:18 Uhr: ➤ RKI: Indische Variante in Deutschland auf weiterhin niedrigem Niveau
  • 19:30 Uhr: Britische Studie soll Effektivität von dritter Impfung prüfen
  • 16:34 Uhr: Virologe Hendrik Streeck unterstützt Aufhebung der Impf-Priorisierung
  • 15:58 Uhr: Malawi zerstört knapp 20.000 Dosen des Astrazeneca Corona-Impfstoffs
  • 13:26 Uhr: Laschet will bei Impfgipfel Schwerpunkt auf Impfungen von Kindern setzen
  • 12:23 Uhr: Einzelhandelsketten protestieren für Hilfen und Öffnungen

➤ RKI: Indische Variante in Deutschland auf weiterhin niedrigem Niveau

Bei der Verbreitung der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in Deutschland hat es mehrere leichte Verschiebungen gegeben. Nach einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch ist die in Indien entdeckte Variante B.1.617 in Deutschland zunehmend nachgewiesen, aber auf weiterhin niedrigem Niveau: Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von 2 Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. Sie ist in mehrere Untervarianten aufgespalten. Insgesamt sei der Anteil von B.1.617 geringer als in Grossbritannien, wo die Variante aktuell in etwa 6 Prozent der untersuchten Proben gefunden werde, heisst es.

Laut Bericht ist die schon länger dominierende britische Variante B.1.1.7 mit einem Anteil von nun 87 Prozent an den untersuchten Proben im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurückgegangen. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 3. bis 9. Mai. Zeitweise hatte diese deutlich ansteckendere, zuerst in Grossbritannien entdeckte Mutante mehr als 90 Prozent ausgemacht.

Nach wochenlang unauffällig niedrigen Werten hat hingegen die südafrikanische Variante B.1.351 etwas zugelegt, von einem auf drei Prozent. Erklärungsansätze dafür waren nicht angegeben. Die in Brasilien zirkulierende Variante P.1 bleibt laut Bericht sehr selten, mit einem Anteil von 0,3 Prozent.

Besondere Aufmerksamkeit erfordere der seit etwa Mitte April stark steigende Anteil von Nachweisen der indischen Untervariante B.1.617.2, heisst es im Bericht. Genau diese verbreitet zunehmend auch in Grossbritannien. Es gibt laut RKI epidemiologische Hinweise darauf, dass diese Untervariante eine erhöhte Übertragbarkeit aufweist. Diese besorgniserregende Untervariante und ihre Verbreitung stünden unter besonderer Beobachtung, auch wenn die absolute Anzahl der Nachweise in der untersuchten Woche in Deutschland weiterhin im zweistelligen Bereich liege.

Das RKI weist darauf hin, dass die Gesamtzahl der ans Institut übermittelten Gesamtgenomsequenzen im Vergleich zu den Vorwochen gesunken sei. Da noch mit Nachmeldungen gerechnet werde, könnten sich die Variantenanteile nachträglich ändern.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Hamburg bleibt bei Impfpriorisierung im Impfzentrum auch nach 7. Juni

23:07 Uhr: Hamburg wird die Impfpriorisierung auch über die vom Bund zum 7. Juni angekündigte Aufhebung hinaus im zentralen Impfzentrum beibehalten. Dort würden kurzfristig nur noch Termine an Menschen vergeben, "die gemäss der Impfpriorisierung einen Anspruch auf eine bevorzugte Schutzimpfung haben und bereits zur Terminvereinbarung aufgerufen wurden", sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Dort stünden aber vor allem Zweitimpfungen an. "Unsere Spielräume für Erstimpfungen sind begrenzt."

Viele Menschen hätten bisher noch gar keine Chance gehabt, einen Termin zu vereinbaren, "weil wir schlicht nicht genug Impfstoff haben", sagte Leonhard. "Wir wollen diesen Menschen weiterhin einen bevorzugten Zugang bieten, soweit möglich." Für Schutzimpfungen in den Arztpraxen gelte ab dem 7. Juni die Priorisierung hingegen nicht mehr.

Balearen heben Testpflicht für geimpfte Inlandtouristen auf

22:13 Uhr: Mallorca und die anderen Balearen-Inseln heben die Testpflicht für gegen das Coronavirus geimpfte Inlandstouristen auf. Gelten soll das ab Sonntag für vollständig geimpfte Einreisende aus dem Inland, wie die regionale Ministerpräsidentin Francina Armengol am Mittwoch am Rande der Eröffnung der internationalen Tourismusmesse Fitur in Madrid mitteilte. "Die Balearen sind die sicherste Tourismus-Destination des Mittelmeeres", versicherte Armengol.

Von der Pflicht zur Vorlage eines negativen PCR-Tests werden dann auch jene Besucher befreit, die aus spanischen Regionen anreisen, in denen die sogenannte 14-Tage-Inzidenz unter 60 liegt. Das sind jedoch noch sehr wenige, darunter Valencia. Für Einreisen aus dem Ausland bleibt die Testpflicht derweil bestehen.

Trotz sehr niedriger Zahlen und des Endes des spanischen Notstands am 9. Mai haben die Balearen derzeit die strengsten Corona-Regeln des Landes. Es ist die einzige Region, die auch für Einreisen aus dem Inland einen negativen PCR-Test fordert. Zudem gilt dort eine nächtliche Ausgehsperre. Die Innenbereiche von Restaurants, Cafés und Bars müssen noch mindestens bis Sonntag geschlossen bleiben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid haben sich auf den Balearen zuletzt rund 18 Menschen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert. Dieser Wert liegt in Spanien derzeit nur in Valencia niedriger (13,66). Dabei hatten die Inseln der Region im Winter zeitweilig die höchsten Werte des Landes. Die Inzidenzwerte der Balearen liegen auch weiterhin deutlich niedriger als in allen deutschen Bundesländern.

Berlin: Verbot für Demo gegen Corona-Massnahmen mit 16.000 Teilnehmern

20:07 Uhr: Eine Demonstration von Kritikern der Corona-Massnahmen in Berlin mit 16.000 angemeldeten Teilnehmern am Pfingstsonntag ist von der Versammlungsbehörde verboten worden. Auch für drei weitere Protestkundgebungen in der Bundeshauptstadt über Pfingsten wurde ein Verbot ausgesprochen. Das teilte die Berliner Polizei am Mittwochabend auf Anfrage mit. Zuvor hatten der RBB und der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Zu den Gründen für die Verbote machte die Polizei keine Angaben.

Das Verbot gelte zum einen für die Demonstration von Kritikern der Corona-Massnahmen unter dem Motto "Pfingsten in Berlin" am Sonntag, die am S-Bahnhof Tiergarten starten sollte, sagte eine Sprecherin der Polizei. Ausserdem seien drei weitere Demonstrationen für den Montag verboten worden.

Dazu zählen den Angaben zufolge zwei Veranstaltungen unter dem gleichen Motto "Pfingsten in Berlin". Die eine mit 600 angemeldeten Teilnehmern war ab 13 Uhr am Alexanderplatz geplant, die andere zeitgleich mit 1.000 Teilnehmern am Potsdamer Platz.

Ebenfalls verboten wurde eine Demonstration am Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor, die von 15 bis 21 Uhr mit 500 Teilnehmern unter dem Motto "Schutz unserer Grundrechte! Für Volksentscheide, damit das Volk entscheidet" angemeldet war.

Britische Studie soll Effektivität von dritter Impfung prüfen

19:30 Uhr: Mit einer neuen Studie wollen britische Forscher die Effektivität einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus prüfen. Dabei sollen insgesamt sieben verschiedene Impfstoffe getestet werden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch in London ankündigte. Die ersten Ergebnisse werden im September erwartet. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler Klarheit für ein von Herbst an geplantes Auffrischungsprogramm. Damit solle den am stärksten gefährdeten Menschen über den Winter der bestmögliche Schutz garantiert werden.

Die 2.886 Probanden erhielten den Impfstoff frühestens zehn bis zwölf Wochen nach der zweiten Dosis, betonte das Ministerium. Dabei könnten Teilnehmer auch einen anderen Impfstoff erhalten als den, den sie bei den ersten beiden Impfungen bekommen haben. Der Start der Studie ist bereits für Anfang Juni geplant, dann will Minister Hancock seine G7-Kollegen zu einem persönlichen Treffen in der Stadt Oxford empfangen. Experten der Universität Oxford hatten gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Impfstoff entwickelt.

"Wir werden alles tun, um dieses Land vor Pandemien und anderen Bedrohungen unserer Gesundheit zukunftssicher zu machen", sagte Hancock. Die Daten dieser Studie könnten dazu beitragen, die Pläne für das Auffrischungsprogramm im Laufe dieses Jahres zu gestalten.

250 Zuschauer beim letzten Saisonspiel der Bayern gegen Augsburg erlaubt

18:42 Uhr: Der FC Bayern München wird sein letztes Saisonspiel der Fussball-Bundesliga gegen den FC Augsburg am Samstag vor 250 Zuschauern in der Allianz Arena bestreiten. 100 Karten davon werden die Bayern an Personen aus dem Gesundheitswesen vergeben, "die während Corona so hart für unsere Gesellschaft arbeiten", hiess es in einer Mitteilung am Mittwoch.

"Es wird unser erstes Heimspiel vor Zuschauern seit dem 8. März 2020", wurde Präsident Herbert Hainer zitiert. "Wir sind glücklich über die kurzfristige Möglichkeit, diese Saison wenigstens in einem kleinen Rahmen auf eine Art abschliessen zu können, die Hoffnung für die nächste Saison macht."

Das Spiel ist der Abschied einiger Bayern-Protagonisten wie Chefcoach Hansi Flick, die Co-Trainer Hermann Gerland und Miroslav Klose sowie die drei Abwehrspieler David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martinez. Jeder erhält nach Bayern-Angaben fünf Tickets.

Möglich sind die Zuschauer aufgrund der neuen Corona-Regeln, die das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen hatte. In Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können demnach ab Freitag wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein. In München liegt dieser entscheidende Wert seit Anfang Mai unter 100.

Corona-Fall: Auftritt von Island wird beim ESC nur im Video gezeigt

17:44 Uhr: Nach einem Corona-Fall wird Island nicht mehr live beim Eurovision Song Contest in Rotterdam auftreten. Das teilten die Organisatoren am Mittwoch in Rotterdam mit. Am Morgen war ein Mitglied der Band Dadi og Gagnamagnid positiv auf das Virus getestet worden. Daher mussten sich alle Bandmitglieder in Quarantäne begeben. Der Song werde aber im Wettbewerb bleiben. Mit einem Video von der letzten Probe in Rotterdam geht Island ins Halbfinale.

Da die Band nur geschlossen als Gruppe auftreten wolle, habe sie den schweren Entschluss gefasst, sich zurückzuziehen, teilte die Organisation mit. Für das Land ist der Entschluss besonders bitter: Island galt bisher bei den Buchmachern als einer der Favoriten. Von den 17 auftretenden Ländern am Donnerstag kommen zehn ins Finale am Samstag. Deutschland hat wie Frankreich, Grossbritannien, Italien, Spanien und Gastgeber Niederlande bereits einen sicheren Finale-Platz.

Wie es zu der Infektion kam, ist der Band ein Rätsel, wie Sänger Daði Freyr auf Twitter schreibt. "Wir waren die ganze Reise über äusserst vorsichtig." Es ist bereits der zweite Corona-Fall in der Delegation. Zuerst war ein Mitglied des Backstage-Teams positiv getestet worden. Nun aber geht es um jemanden, der auf der Bühne auftreten sollte.

Für alle ESC-Teilnehmer gelten strenge Corona-Massnahmen. So werden sie mehrfach getestet. Delegationen dürfen Hotels auch nur für Proben oder Auftritte verlassen. Nach den ESC-Regeln darf ein Land nicht auftreten, wenn ein Künstler positiv getestet wurde. In dem Fall wird ein Video gezeigt, das alle Länder vorab einreichen mussten.

Knapp 3.000 Fälle von "indischer" Corona-Variante in Grossbritannien

17:04 Uhr: Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante breitet sich in Grossbritannien rasch aus. Es gebe 2.967 bestätigte Fälle im Land, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch im Unterhaus in London. Das ist ein deutlicher Sprung von 28 Prozent im Vergleich zum Montag, als die Regierung 2.323 Fälle gemeldet hatte.

Betroffen sind vor allem mehrere Städte in Mittelengland, aber auch der Westlondoner Bezirk Hounslow sowie die schottische Grossstadt Glasgow. Hancock kündigte in diesen Gegenden mehr Corona-Tests und Testzentren an. Zudem soll dort die Impfkampagne forciert werden.

Premierminister Boris Johnson hatte eingeräumt, dass wegen der Ausbreitung der Variante B.1.617.2 die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Restriktionen im grössten Landesteil England verschoben werden könnte.

Virologe Hendrik Streeck unterstützt Aufhebung der Impf-Priorisierung

16:34 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Aufhebung der Impf-Priorisierung zum 7. Juni. "Die Unterschiede, die wir jetzt noch haben, sind nicht mehr so gross, als dass sie eine Priorisierung rechtfertigen würden", sagte Streeck am Mittwoch in Bonn der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Wir sind jetzt in einer Phase der Pandemie, in der jeder, der geimpft wird, gleich welchen Alters, hilft, das Infektionsgeschehen zu reduzieren."

Zu der Debatte darüber, ob schon Geimpfte sofort alle Freiheiten wiederbekommen sollten, sagte Streeck: "Wenn die Infektionszahlen weiter so sinken wie zurzeit, dann werden sowieso bald viele von uns ihre Grundrechte zurückhaben, ganz egal ob sie geimpft sind oder nicht. Und das können wir noch schneller erreichen, indem möglichst viele Menschen so schnell wie möglich geimpft werden, egal aus welcher Prioritätengruppe."

Die Gerechtigkeitsdebatte sei gut und richtig, sagte Streeck. "Mein Fokus wäre aber ein anderer: Wir sollten so schnell impfen, dass sich die Frage bald gar nicht mehr stellt." Im Übrigen könne er sowohl die Geimpften verstehen, die jetzt sofort ihre Rechte zurückwollen, als auch diejenigen, die bisher keine Möglichkeit zum Impfen gehabt haben und sich jetzt nicht mehr viel länger zurücknehmen wollen. "Deren Rückkehr ins Leben kann man über leicht zugängliche Schnelltests aber auch jetzt schon weitgehend sicherstellen."

In der Diskussion ist hin und wieder auch zu hören, dass das Virus gegen die Impfstoffe resistent werden könnte, wenn die Geimpften jetzt sofort ins pralle Leben zurückkehren. "Das ist aber relativ unwahrscheinlich", stellte Streeck klar. "Es ist zwar möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering - anders als bei schlecht wirkenden Antibiotika."

Jeder Mensch gebe eine andere vielschichtige Immunantwort auf das Virus. Das habe zur Folge, dass es vielleicht mal bei einem schon Geimpften erfolgreich mutiere, damit aber beim Nächsten nicht unbedingt auch Erfolg habe. "Wir haben nicht alle denselben Angriffspunkt, und deshalb ist eine Mutation, die im grossen Stil gegen Impfstoffe vollkommen resistent ist, eher nicht wahrscheinlich. Langfristig kann es aber sein, dass sich Varianten herausbilden, gegen die die Impfstoffe gar nicht oder nur schlecht wirken - und deshalb neu geimpft werden muss."

Malawi zerstört knapp 20.000 Dosen des Astrazeneca Corona-Impfstoffs

15:58 Uhr: Malawi hat fast 20.000 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca zerstört. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das Land im südlichen Afrika habe 102.000 Dosen des Impfstoffs von der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) erhalten, sagte Gesundheitsministerin Khumbize Chiponda der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Davon seien 19.610 Dosen abgelaufen, bevor sie verabreicht werden konnten, so Chiponda.

Malawi, ein von Armut betroffenes Land mit knapp 20 Millionen Einwohnern, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums insgesamt rund 335.000 Dosen des Astrazeneca Präparats verabreicht. Das Land hat mehr als 34.000 Corona-Fälle gemeldet, von denen 1.153 Patienten verstorben sind.

Neues EU-Siegel für sicheren Tourismus in Corona-Zeiten

15:30 Uhr: Sicher reisen trotz Corona: Ein neues europäisches Sicherheitslabel für Hotels soll bei Touristen Vertrauen schaffen. Die EU-Staaten können dieses Zertifikat an touristische Einrichtungen vergeben, die entsprechende Vorgaben zu Gesundheit und Sicherheit einhalten, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Das Label ist freiwillig.

Das Siegel wurde gemeinsam von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und dem Europäische Komitee für Normung (CEN) entwickelt. Es werde den Unternehmen helfen, die Sicherheit vor der Sommersaison zu gewährleisten und so das Vertrauen von Reisenden, Anwohnern und Beschäftigten in den Tourismussektor zu stärken, sagte der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton.

Im März hatte die Kommission das Komitee aufgefordert, diese Vorgaben zu entwickeln, um der Tourismusbranche vor dem Sommer eine konkrete Handreichung und den Touristen Sicherheit zu geben.

Bundesregierung: Impfkampagnen können "zuversichtlich machen, aber nicht voreilig"

Die Bundesregierung sieht trotz der Entspannung der Corona-Lage noch keinen Anlass zur Entwarnung auch für den Sommer. Die täglich fallenden Neuinfektionszahlen und die mit grossem Schwung laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen, aber nicht voreilig.

Zweite Corona-Welle: Argentinien meldet über 35.000 Neuinfektionen

15:01 Uhr: Im Herbst auf der Südhalbkugel hat die zweite Welle der Corona-Pandemie Argentinien hart getroffen. Am Dienstag registrierte das südamerikanische Land 35.543 Neuinfektionen pro Tag - der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr. Bereits in den vergangenen Wochen lag die Zahl der neuen Infektionen pro Tag immer wieder über 25.000.

Bislang haben sich rund 3,3 Millionen Menschen in Argentinien nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 71.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Die Auslastung der Intensivstationen liegt bei über 70 Prozent.

Nach einem der längsten Lockdowns weltweit im vergangenen Jahr gelten für einen grossen Teil der Menschen derzeit wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. Im Grossraum Buenos Aires gilt von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr eine Ausgangssperre. Alle sozialen, sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind untersagt. Schulen und Kindergärten sind geschlossen.

Boris Johnson: Hinweise auf Wirksamkeit von Impfung gegen alle Varianten

14:42 Uhr: Nach Angaben des britischen Premierminister Boris Johnson gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass die bislang eingesetzten Impfstoffe gegen alle bekannten Varianten des Coronavirus schützen. Das gelte auch für die indische Variante B.1.617.2, so der konservative Politiker bei einer Fragestunde am Mittwoch im Parlament in London.

Ein starker Anstieg in Neuinfektionen in Teilen Grossbritanniens durch die indische Variante hatte zuletzt Besorgnis ausgelöst. Trotzdem hält die Regierung in London bislang an ihrem Fahrplan für die Lockerung der Corona-Massnahmen fest. Seit diesem Montag sind Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten wieder erlaubt. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen. Selbst Auslandsreisen sind teilweise wieder ohne Auflagen erlaubt.

Vergangene Woche hatte Johnson gewarnt, die eigentlich für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Massnahmen in England könne sich wegen der indischen Variante verzögern.

Frauenärzte: Schwangere werden unverändert in Einzelfällen geimpft

14:09 Uhr: Die Hürden für Corona-Impfungen für Schwangere bleiben nach Einschätzung eines Frauenärzte-Verbandes auch nach einer Anpassung der Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) hoch. "Da die Haftung im Falle eines Zwischenfalls immer noch ungeklärt ist, werden Schwangere nur in Einzelfällen geimpft", teilte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, auf dpa-Anfrage mit.

Auch der noch immer knappe Impfstoff spiele eine Rolle: "Selbst wenn die Stiko die Impfung für alle Schwangeren empfehlen würde, würde das zurzeit nichts an der Situation ändern."

Die Stiko hatte vor rund einer Woche ihre 5. aktualisierte Impfempfehlung vorgelegt. Darin heisst es zunächst unverändert: "Die Stiko empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht." Verwiesen wird auf eine begrenzte Datenlage. Vorerkrankten Schwangeren, die ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 hätten, könne die Impfung "nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung" angeboten werden.

Neu hinzugefügt hat die Stiko in dem Text, dass auch Schwangere "mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände" ein Impfangebot erhalten könnten - also wenn sie ein erhöhtes Risiko haben, dem Virus ausgesetzt zu sein. Es geht um den Einsatz von mRNA-Impfstoffen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Albring betonte, es könne "nicht Aufgabe der niedergelassenen Ärzte sein, bei all ihren Schwangeren, die fast alle sehr gern und dringend geimpft werden möchten, jetzt dieses Risiko zu beurteilen". Von der Stiko gebe es keine Vorgaben, "was unter einem solchen erhöhten Expositionsrisiko zu verstehen ist".

"Eine generelle Empfehlung der Stiko oder auch der einzelnen Bundesländer, so wie es inzwischen in Sachsen geschehen ist, wäre grossartig", so Albring, der niedergelassener Frauenarzt in Hannover ist. Zum aktuellen Vorgehen erklärte er: "Da es keine allgemein gültigen Vorgaben gibt, müssen Frauenärztinnen und Frauenärzte individuell verfahren." Die Notwendigkeit der Impfung werde mit Patientinnen besprochen, die zum Beispiel unter Diabetes, Bluthochdruck oder massivem Übergewicht leiden, dann werde gemeinsam entschieden.

Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten am Dienstag über Aussagen von Stiko-Mitglied Marianne Röbl-Mathieu über die angepasste Empfehlung berichtet. Sie wurde zitiert mit den Worten: "Es ist ein Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung grosszügig empfehlen kann". Im Prinzip fielen Schwangere nach ihrer Einschätzung in dieselbe Kategorie wie ihre Kontaktpersonen.

Mehrere Fachverbände hatten zuletzt Druck gemacht, Schwangere und Stillende priorisiert gegen COVID-19 zu impfen. Eine COVID-19-Erkrankung in der Schwangerschaft könne eine "ernsthafte Gefahr für Mutter und Kind" darstellen, hiess es in dem Papier. In mehreren anderen Ländern wie den USA und Israel werden Schwangere bereits geimpft.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 19. Mai

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11 040 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 72,8. Teaserbild: imago images/Marc Schüler/Marc Schüler via www.imago-images.de

Laschet will bei Impfgipfel Schwerpunkt auf Impfungen von Kindern setzen

13:26 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will beim Impfgipfel von Bund und Ländern in der kommenden Woche einen Schwerpunkt auf die Impfungen von Kindern und Jugendlichen setzen. "Ich werde drauf dringen, dass die Länder, wo als erstes die Schulferien beginnen, auch die ersten sind, die diesen Impfstoff erhalten", sagte Laschet am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Ziel sei es, möglichst viele Kinder noch vor den Sommerferien zu impfen.

Es sei bereits vereinbart, dass der Impfstoff für Zwölf- bis 16-Jährige den Ländern zusätzlich zur Verfügung gestellt werde. Eine Entscheidung über die Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer für Kinder und Jugendliche werde "sehr bald" gebraucht, sagte Laschet.

Für Nordrhein-Westfalen stellte Laschet weitere Lockerungen schon in der Woche nach Pfingsten in Aussicht. "Wenn das Infektionsgeschehen weiter so sinkt, werden wir den nächsten Öffnungsschritt nicht wie bisher geplant erst am 4. Juni, sondern bereits zum Ende der kommenden Woche möglich machen können", sagte der Ministerpräsident. Bei stabilen Sieben-Tage-Inzidenzen unter hundert könnten Schulen aller Schulformen bereits ab dem 31. Mai in den Präsenzunterricht zurückkehren.

An den Impfzentren will der CDU-Vorsitzende noch bis zum September festhalten, um die Impfung "aller impfwilligen jungen Menschen" über den Sommer sicherzustellen. Studierenden, die nicht unbedingt einen Hausarzt hätten, werde sobald wie möglich ein Impfangebot in den Zentren gemacht.

Einzelhandelsketten protestieren für Hilfen und Öffnungen

12:23 Uhr: Mehrere Einzelhandelsketten haben in Berlin für staatliche Hilfen und Lockerungen für den Handel demonstriert. "Es droht ein Fiasko", teilte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Mittwoch mit. "Die Obergrenzen bei den Hilfen müssen endlich weg. Ansonsten haben grössere Handelsunternehmen, die die Fussgängerzonen bundesweit mit ihren vielen Filialen beleben, keine Chance." An der Protestaktion vor dem Bundestag, unter anderem mit einem Motivwagen des Künstlers Jacques Tilly, beteiligten sich grosse Einzelhändler wie s.Oliver, KiK oder die Buchhandelskette Thalia.

Die Initiative forderte eine Perspektive für die vollständige bundesweite Öffnung von Geschäften sowie ein Ende der Testpflicht für den Einkauf bei Sieben-Tage-Inzidenzen von unter 100. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infizieren. Laut dem Robert Koch-Institut lag der Wert im bundesweiten Durchschnitt am Mittwoch bei 72,8, Tendenz sinkend.

Arzt nutzt Kirche für Corona-Impfungen - Impfbeginn

12:21 Uhr: Einmal wöchentlich wird aus einer Kirche in Castrop-Rauxel im Ruhrgebiet seit diesem Mittwoch das Impfzentrum eines Hausärzteteams. Am Mittwoch sollten bis zu 250 Patientinnen und Patienten in der St. Antonius-Kirche im Stadtteil Ickern immunisiert werden. "Bis jetzt ist alles reibungslos und gut getaktet angelaufen", sagte der örtliche Pastor Bernhard Dlugos der Deutschen Presse-Agentur zum Start der Impfaktion.

In Abstimmung mit den Gemeindegremien habe er die Kirche gerne für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, weil in der nahegelegenen Gemeinschaftspraxis nicht ausreichend Platz war. Die Resonanz auf das Angebot sei sehr positiv. "Endlich steht Kirche mal für etwas, was die meisten als positiv empfinden", sagte Dlugos. Immerhin seien Barmherzigkeit und Krankensorge schon immer Aufgabe von Kirche gewesen. Auch für viele Risikopatienten, die in der Pandemie Gottesdienste gemieden hätten, sei der Impftermin im Kirchenschiff sicherlich "ein ganz besonderer Anlass" zurückzukehren.

In den vergangenen Pandemiemonaten sei das Gotteshaus bereits für die Gottesdienste so eingerichtet worden, dass das Einhalten der Corona-Hygiene und Abstandsregeln gut umsetzbar sei: Die Laufwege seien klar, es gibt Desinfektionsspender und nummerierte Sitzplätze. Im Hauptschiff, das an Impftagen zum Warteraum wird, ist jede zweite Kirchenbank gesperrt. In den Seitenschiffen haben die Mediziner ihre Impfstrassen eingerichtet. Bis zu vier Ärzte waren zum Start im Einsatz. Auch die Zweitimpfungen werden wieder in der Kirche stattfinden. "Wir stellen unsere Kirche solange zur Verfügung wie es nötig ist", sagte Dlugos.

Corona-Impfung bei Kindern: Riskant oder sinnvoll?

Auch für Kinder und Jugendliche sind Corona-Impfungen nun wohl bald verfügbar. Experten sehen die Impfung der Jüngeren als Chance im Kampf gegen Corona. Sie müsse aber absolut sicher sein, wird immer wieder betont.

Studie: Kombi-Impfung von Biontech und Astrazeneca soll hoch wirksam sein

11:33 Uhr: Biontech als zweite Dosis nach Astrazeneca wirkt nach neuen Studiendaten aus Spanien mindestens genauso gut. Nach der Kombination beider Impfstoffe entstehen offenbar grosse Mengen Antikörper - tatsächlich sogar mehr als bei zwei Dosen Vaxzevria.

Wie aus den Ergebnissen der Combivacs-Studie des Gesundheitsinstituts Carlos III hervorgeht, war das Antikörperniveau demnach bei der zweiten Dosis mit dem Biontech-Impfstoff zwischen 30 und 40 Mal höher als bei einer Kontrollgruppe, die nur eine einzelne Dosis Astrazeneca erhielt. Zudem steigt offenbar die Wirksamkeit durch die Kombination der beiden Vakzine.

Dabei klagten nur 1,7 Prozent der Teilnehmer der Studie über Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Unwohlsein. An der Untersuchung nahmen gut 679 Freiwillige im Alter von 18 bis 59 Jahren teil, die als Erstimpfung Astrazenca bekamen. Knapp 450 davon erhielten als zweite Dosis Biontech, der Rest erhielt im Untersuchungszeitraum keine zweite Impfung und diente als Kontrollgruppe.

Wegen eines erhöhten Thromboserisikos nach einer Astrazeneca-Impfung wird in vielen Ländern für bestimmte Personengruppen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie von der Mainzer Firma Biontech und ihrem US-Partner Pfizer oder vom US-Konzern Moderna empfohlen. In Deutschland gilt dies für Menschen unter 60 Jahren. Bislang gab es aber noch keine Daten zur Wirksamkeit dieser Kombination.

Verwirrung in Grossbritannien über neue Corona-Reiseregeln

10:48 Uhr: Nach der Aufhebung eines generellen Verbots von Freizeitreisen in Grossbritannien wächst der Unmut über die Regierung wegen widersprüchlicher Botschaften. Kritik kam unter anderem vom Verband der Fluggesellschaften Airlines UK, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch berichtete. Geschäftsführer Tim Alderslade warnte vor "echtem Ärger" bei den Mitarbeitern in der Tourismus-Branche und Verwirrung bei Urlaubern, die nach Ankündigung der Lockerungspläne bereits einen Urlaub gebucht hatten.

Seit diesem Montag sind Auslandsreisen aus nicht zwingenden Gründen in den meisten Teilen Grossbritanniens wieder erlaubt. Trotzdem warnen nun Premierminister Boris Johnson und andere Regierungsmitglieder eindringlich vor Freizeitreisen.

In Grossbritannien gilt ein Ampelsystem mit unterschiedlichen Regeln zur Quarantänepflicht bei der Rückkehr. Portugal steht als einziges EU-Land auf einer sehr überschaubaren grünen Liste von Ländern, bei denen Rückkehrer nicht in Quarantäne müssen. Die anderen beliebten Reiseziele in Europa wie Spanien, Italien und Griechenland stehen genauso wie Deutschland auf einer gelben Liste. Wer aus diesen Ländern zurückkehrt, muss mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Nachdem Umweltminister George Eustice am Dienstag im BBC Radio gesagt hatte, dass auch Besuche von Familie und Freunden berechtigte Gründe für die Reise in Länder auf der gelben Liste seien, machte Johnson deutlich, nur dringende Gründe seien akzeptabel. Was genau er unter "dringend" versteht, sagte der konservative Politiker aber nicht.

Lauterbach optimistisch: "Ich glaube, die grosse Zeit der Pandemie ist vorbei"

Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befindet sich Deutschland in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg. Gleichzeitig warnte er vor einer "komplizierten Situation" im Herbst. (Teaserbild: IMAGO / teutopress)

Thüringen als einziges Bundesland noch mit Inzidenz über 100

10:47 Uhr: Thüringen ist in Deutschland das einzige Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Mittwoch hervor. Demnach lag die Inzidenz im Freistaat am Mittwoch bei 115,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche.

Alle anderen Länder liegen bereits unter der 100er-Schwelle, auch Sachsen, das am Dienstag noch darüber gelegen hatte. Doch auch in Thüringen geht das Infektionsgeschehen kontinuierlich zurück: Die Inzidenz hatte dort am Dienstag noch bei 118,5 gelegen.

Inzwischen haben mit Stand vom Mittwoch acht Landkreise und kreisfreie Städte in Thüringen den Schritt unter die 100er-Marke geschafft. Sie gilt als wichtiger Grenzwert für Lockerungen. In Weimar etwa kann voraussichtlich bereits am Donnerstag die Aussengastronomie öffnen. Voraussetzung dafür wird eine Terminbuchung sein. Die Städte Erfurt und Jena könnten am Mittwoch folgen. Auch Camping und das Buchen von Ferienwohnungen oder -häuser soll dann wieder möglich sein.

Beschäftigte weiterhin besorgt wegen Infektionsrisikos am Arbeitsplatz

10:13 Uhr: Die Sorge vor einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg ist trotz sinkender Inzidenzzahlen unter Beschäftigten weiterhin hoch. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung äusserten sich in der ersten Maihälfte 32 Prozent der Befragten besorgt über eine mögliche Ansteckung. Gegenüber dem Vormonat April ist das nur ein geringfügiger Rückgang um zwei Prozentpunkte. Besonders betroffen sind dabei Menschen mit geringem Einkommen.

"Soziale Ungleichheit hat die Corona-Krise in Deutschland stark geprägt", erklärte die Expertin für Verteilungsfragen am WSI, Aline Zucco. So gaben Geringverdiener, also Menschen im untersten Fünftel der Lohnverteilung, zu 43 Prozent an, sich Sorgen um eine mögliche Corona-Infektion zu machen. Menschen im obersten Fünftel äusserten eine solche Sorge nur zu 23 Prozent.

"Nicht nur die ökonomischen Lasten der Pandemie sind sehr ungleich verteilt, sondern auch die Gesundheitsrisiken", erklärte Zucco weiter. Der enge Zusammenhang zwischen Einkommen und Ansteckungssorge geht laut WSI auf zwei Faktoren zurück: Erstens seien die Löhne in vielen Tätigkeiten mit hoher Kontaktfrequenz häufig niedrig. Dies gelte beispielsweise für Verkaufspersonal oder Erzieher. Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund könnten hingegen häufig ins Homeoffice ausweichen.

Zweitens beträfen Versäumnisse beim Arbeits- und Gesundheitsschutz Menschen mit geringem Einkommen häufiger. In der ersten Maihälfte 2021 sagten 17 Prozent der Menschen im untersten Fünftel der Lohnverteilung, dass ihre Arbeitgeber keine ausreichenden Infektionsschutzmassnahmen getroffen hätten. Für die Topverdiener im obersten Fünftel lag dieser Wert bei nur neun Prozent. Angesichts der langen Vorlaufzeit sei dieses Ergebnis "erschreckend", erklärte Zucco.

Montgomery: Ärzte haben Ende der Impfpriorisierung selbst gefordert

08:28 Uhr: Angesichts der Diskussionen um die Aufhebung der Impfpriorisierung und überrannte Arztpraxen hat der Vorsitzende des Weltärztebundes die Beschwerden einiger Mediziner zurückgewiesen. "Die Hausärzte sind überfordert mit dem plötzlichen Abschaffen der Impfpriorisierung. Dabei haben sie das selber gefordert", sagte Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch im Deutschlandfunk. Da sei die Ärzteschaft "nicht ganz logisch" in ihrer Argumentation. "Ich würde aber nicht schon wieder die grosse Katastrophe herbeibeschwören deswegen." Das zentrale Problem sei der Mangel an Impfstoff.

Montgomery verteidigte den Zeitpunkt der Aufhebung der Priorisierung. Früher oder später hätte man diesen Schritt ohnehin gehen müssen. Den vulnerablen Gruppen der obersten beiden Prioritätsstufen habe man bislang "mit Sicherheit" ein Impfangebot machen können. Manche seien nicht erreichbar oder wollten schlicht nicht. "Jetzt muss doch nicht der ganze Rest der Gesellschaft darauf warten, dass auch der letzte Impf-Zauderer und Impf-Zögerer geimpft ist, bevor die anderen Gruppen geimpft werden dürfen."

Lauterbach: Es kommt jetzt darauf an, die Risiko-Gruppen zu erreichen

07:46 Uhr: Vor dem bundesweiten Ende der Priorisierungen für Impfungen mit dem Coronavirus am 7. Juni fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach einen Fokus auf Risiko-Patienten. "Jetzt kommt es darauf an, die vielen noch nicht geimpften Risikoträger zu erreichen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Die Priorisierungen sollten bis zu diesem Zeitpunkt unbedingt eingehalten werden.

Ab dem 7. Juni sollen bei Corona-Impfungen die Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf wegfallen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag angekündigt hatte.

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 72,8

06:29 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden in den vergangenen sieben Tagen bundesweit 72,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen. Am Dienstag hatte der Inzidenzwert noch bei 79,5 gelegen.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 11.040 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Dienstag hatte das RKI nur 4.209 Neuinfektionen gemeldet, aber zugleich auf eine mögliche Verzerrung der Zahlen wegen des Feiertags am vergangenen Donnerstag und des Brückentags am Freitag hingewiesen. Vor einer Woche waren rund 14.900 Neuinfektionen registriert worden.

Am Mittwoch wurden im Tagesvergleich zudem 284 neue Todesfälle nach Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Damit liegt die Zahl der Corona-Toten in Deutschland mittlerweile bei mindestens 86.665. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg nach Angaben des RKI auf 3.614.095. Die Zahl der von einer COVID-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3,3 Millionen.

Corona-Impfung: Spätestens 2022 wohl Auffrischung nötig

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt gerade deutlich Fahrt auf. Und auch die Impfbereitschaft der Menschen steigt. Wahrscheinlich wird der zweite Piks jedoch nicht der letzte im Kampf gegen das Coronavirus sein. (Teaserbild: IMAGO / Frank Sorge)

Umfrage: Corona hat das Leben der Jüngeren negativ beeinflusst

06:15 Uhr: 64 Prozent der unter 30-Jährigen finden ihr Leben nach einer Umfrage derzeit schlechter als noch vor 12 bis 14 Monaten. Frauen und Mädchen leiden demnach besonders stark unter der Corona-Pandemie - für 71 Prozent hat sich das Leben negativ verändert. Bei den jungen Männern sind das 58 Prozent. Unterschiede bestehen auch in den Altersgruppen: Unter den 16- bis 19-Jährigen sind 81 Prozent überzeugt, dass sich ihr Leben stark verschlechtert hat. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie "Generation Corona" der pronova BKK, für die 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen fühlt sich demnach häufiger traurig oder depressiv als noch vor einem Jahr. 52 Prozent klagen über innere Unruhe. Vor allem junge Frauen sind demnach derzeit öfter traurig - 63 Prozent klagen darüber. Ihnen fehlt der persönliche Kontakt, die herzliche Umarmung. 60 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, dass ihre körperliche Fitness während der Corona-Krise gelitten hat. 58 Prozent fehlen sportliche Aktivitäten in der Gruppe.

"Die 16- bis 29-Jährigen befinden sich während der Corona-Krise in entscheidenden Entwicklungsstufen", sagte Beratungsarzt Gerd Herold nach einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. "Die gravierenden Einflüsse der Lockdowns treffen sie besonders stark, wenn sie erwachsen werden, ihren Abschluss machen, den Berufeinstieg planen."

Bericht: Mehr als 2.700 Corona-Demonstrationen seit August 2020

05:23 Uhr: Die Bundesregierung geht einem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass seit August 2020 bundesweit mehr als 2.700 Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Corona-Massnahmen stattgefunden haben. Nur 28 dieser Demonstrationen wurden vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als von Rechtsextremen durchgeführt oder dominiert eingestuft, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgabe) aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zitierte.

Die Bundesregierung teilte demnach mit, ihr lägen "teilweise unbestätigte" Hinweise auf über 2.700 Veranstaltungen vor. Konkrete Angaben könnten jedoch nur zu Versammlungen und Organisationen gemacht werden, "die dem gesetzlichen Beobachtungsauftrag des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) unterliegen". Das sei insbesondere dann nicht der Fall, "soweit es sich um nichtextremistische Versammlungen handelt, an denen sich aber Rechtsextremisten in geringer Zahl und ohne prägenden Einfluss auf das Demonstrationsgeschehen beteiligt haben".

Lediglich 28 Corona-Demos stufte das BfV den Angaben zufolge als klar rechtsextrem ein. Alleine 15 davon fanden in Halle an der Saale statt. Die als rechtsextrem eingestuften Versammlungen wurden demnach grösstenteils von Einzelpersonen, aber auch von Neonazi-Parteien wie Die Rechte, Der Dritte Weg oder der NPD angemeldet.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte die kleine Zahl der als rechtsextrem eingestuften Demonstrationen. "Um die Zahl der Rechtsextremisten auf dem Papier klein zu halten, führt die Bundesregierung immer neue Kategorien für Personengruppen ein, die von ihrer Gesinnung her klar rechts stehen", sagte Jelpke dem RND. "Das war bei den Reichsbürgern schon der Fall und wird nun auch bei den Querdenkern so gemacht."

Handelsverband befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben wegen Corona-Krise

04:15 Uhr: Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben als Folge der Corona-Krise. "Durch die Krise könnten bis zu 120.000 Geschäfte wegfallen, es droht vielerorts ein Anstieg der Leerstände", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Dieser Entwicklung müsse "massiv entgegengesteuert werden."

In Deutschland betreiben den Angaben zufolge aktuell rund 300.000 Einzelhändler etwa 450.000 Läden. Durch die Corona-Lockdowns hätten aber deutlich mehr Menschen online eingekauft, sagte Genth. "Nicht alle Käufe aus dem Internet werden in die Innenstädte zurückkehren."

Die Politik müsse daher dafür sorgen, die Innenstädte attraktiv zu erhalten, forderte Genth. "Wir brauchen einen Innenstadtfonds in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro, der es den Städten und Kommunen ermöglicht, ihre aktuelle Lage zu analysieren und individuelle Konzepte zu erstellen", sagte er. Zudem müssten die Corona-Hilfen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. "Das ist leider noch immer nicht ausreichend der Fall."

70 Prozent der Deutschen wollen dem Bericht zufolge allerdings auch im nächsten Jahr den Grossteil ihrer Einkäufe online erledigen. Mit diesem Bekenntnis zum Online-Shopping liegen die Bundesbürger weltweit vorne, wie die Funke-Zeitungen aus einer Umfrage des Zahlungsdienstleisters Klarna unter 9000 Befragten zitierten. Auf den weiteren Plätzen folgen Schweden (65 Prozent), Briten (62 Prozent), Österreicher (54 Prozent) und Norweger (53 Prozent).

Österreichs Lokale und Hotels dürfen nach Corona-Lockdown wieder öffnen

04:04 Uhr: Nach monatelangem Lockdown dürfen in Österreich ab Mittwoch Cafés, Bars und Restaurants, aber auch Hotels und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Besucht werden dürfen nicht nur die Aussenbereiche, sondern auch die Innenräume der Lokale - dort ist allerdings nur eine geringere Auslastung erlaubt. Voraussetzung für den Besuch von Lokalen, Hotels und Kulturveranstaltungen ist ein negativer Corona-Test, ein vollständiger Corona-Impfschutz oder eine überstandene Infektion. In Museen ist dieser Nachweis nicht erforderlich.

In Österreich haben mittlerweile etwa 40 Prozent der 8,9 Millionen Einwohner mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. Die Lockerungen der Corona-Restriktionen werden vom Gastgewerbe begrüsst, stellen es allerdings auch vor Herausforderungen. Die Gastronomie habe während des Lockdowns viele Arbeitskräfte verloren und viele Lokale suchten nun händeringend nach neuen Mitarbeitern, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Wiener Wirtschaftskammer.

Giffey fordert schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen

03:22 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen gefordert. "Wir müssen jetzt gucken, dass die Kinder Schritt für Schritt in die Normalität zurückkehren können", sagte Giffey am Dienstagabend im RBB-Fernsehen. "Und wenn wir über Aussengastronomie reden, dann müssen wir genauso darüber reden, wie kommen wir jetzt wieder zu einem vollen Regelbetrieb zurück."

Giffey sagte, die Rückkehr zum Regelbetrieb müsse durch "Schützen, Testen, Impfen und ganz klar auch durch eine Kokon-Strategie" begleitet werden. Das bedeute, dass Eltern und Fachkräfte, die mit Kindern in Kontakt seien, eine Möglichkeit haben sollten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Denn sie schützten die Kinder "wie ein Kokon".

Kritisch äusserte sich die Ministerin, die auch SPD-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl im Herbst ist, über die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Aufhebung der Impf-Priorisierung ab dem 7. Juni. "Es ist ja klar, wenn die Priorisierung aufgehoben wird, dann geht der Run los", sagte Giffey. "Solange nicht ausreichend Impfstoff da ist, werden Hausärzte ein Problem haben."

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.