Ein internes Dokument der Gesundheitsbehörde prognostiziert steigende Infektionszahlen in den USA. Urlaub an der Ostsee soll auch für Auswärtige noch vor Pfingsten möglich sein. Hertha-Stürmer Salomon Kalou wird für ein Internet-Video suspendiert. Alle News zum Coronavirus vom 4. Mai zum Nachlesen.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-Blog

  • 22:00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will Reisen an die Ostsee erlauben
  • 21:30 Uhr: Deutschland: Mehr als 1.000 Neuinfektionen und 75 Todesfälle in 24 Stunden
  • 21:00 Uhr: Internes Dokument: Steigende Infektionszahlen in USA prognostiziert
  • 19:00 Uhr: Hertha BSC suspendiert Salomon Kalou nach Internet-Video
  • 17:51 Uhr: Fast 50 Prozent mehr Todesfälle in Italien im März als in den Jahren davor
  • 16:38 Uhr: Handschläge im Facebook-Video: Hertha-Profi Kalou verletzt Corona-Regeln
  • 15:35 Uhr: Spahn: Nicht für jeden Antikörper-Test übernimmt die Krankenversicherung die Kosten
  • 11:08 Uhr: Heinsberg-Studie: Möglicherweise 1,8 Millionen Infizierte in Deutschland
  • 09:59 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut optimistisch bei Corona-Impfstoff-Entwicklung
  • 07:44 Uhr: Corona-Lockerungen zum Wochenstart

Kalifornien will Auflagen für Geschäfte lockern

23:20 Uhr: Kalifornien will strenge Auflagen für Geschäfte während der Corona-Krise schrittweise lockern. Gouverneur Gavin Newsom kündigte am Montag an, dass bisher geschlossene Läden, etwa für Spielzeuge, Sportartikel, Kleidung oder Blumen, ihren Betrieb stufenweise wieder aufnehmen dürften. In dieser nächsten Phase, die Ende der Woche beginnen solle, könnten Geschäfte ihre Waren zum Abholen anbieten, sagte Newsom.

Newsom hatte am 20. März für den Westküstenstaat weitreichende Auflagen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. Die Menschen sind angewiesen, weitgehend zu Hause zu bleiben. Schulen sind zu, nur unverzichtbare Ämter und Geschäfte sind geöffnet. Sport und Bewegung im Freien mit Abstand voneinander sind aber erlaubt. Vorige Woche hatte der Gouverneur einige Strände im südkalifornischen Bezirk Orange County schliessen lassen, nachdem sich dort Tausende Menschen beim Sonnenbaden gedrängt hatten.

USA machen wegen Corona drei Billionen Dollar zusätzliche Schulden

22:45 Uhr: Die US-Regierung muss für Sonderausgaben infolge der Coronavirus-Pandemie in diesem Quartal rund drei Billionen US-Dollar (2,7 Billionen Euro) Schulden mehr als noch im Februar geplant aufnehmen. Das teilte das US-Finanzministerium am Montag mit. Infolge der zusätzlichen Verschuldung im laufenden Quartal solle Ende Juni ein Überschuss von etwa 800 Milliarden Dollar bestehen.

US-Kongress und Regierung haben infolge der Corona-Pandemie bislang Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Zudem hat das Finanzministerium Mitte April fällige Steuerzahlungen auf Mitte Juni verschoben, weswegen der kurzfristige Finanzbedarf der Regierung zusätzlich angestiegen ist.

Israel, Bulgarien und Finnland lockern Corona-Beschränkungen

22:30 Uhr: Israel lockert die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus weiter. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Montagabend eine Reihe von Lockerungen an. Zunächst werde die Beschränkung aufgehoben, der zufolge sich die Bürger nur in Ausnahmefällen mehr als 100 Meter von ihrem Zuhause entfernen durften. Die Israelis dürften sich wieder frei bewegen, sagte Netanjahu. Auch Grosseltern könnten wieder besucht werden. Von Donnerstag an sollten auch Einkaufszentren und Freiluft-Märkte wieder geöffnet werden. Bis Ende des Monats könnten an den Schulen wieder alle Klassen unterrichtet werden. Am 31. Mai sollten Versammlungen von bis zu 100 Leuten erlaubt werden.

Bulgarien beendet den Ausnahmezustand im Kampf gegen das neue Coronavirus am 13. Mai. Erste Lockerungen traten bereits am Montag in Kraft: Sport im Freien ist wieder erlaubt und die Schwimmbäder dürfen öffnen. Das Tragen einer Mund-Nase-Maske in geschlossenen öffentlichen Räumen bleibt allerdings bis Mitte Mai obligatorisch.

Auch Finnland lockert die Corona-Beschränkungen weiter. Die Regierung kündigte am Montag an, ab dem 1. Juni werde die Zahl der Menschen, die sich treffen dürften, von 10 auf 50 erhöht. Zudem würden Büchereien und Museen wiedereröffnet. Der Ausnahmezustand bleibt jedoch bestehen, wie die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin bekanntgab.

Universitäten und Hochschulen wird empfohlen, den Fernunterricht bis Ende des Frühjahrssemesters fortzusetzen, wie Bildungsministerin Li Andersson sagte. Restaurants und Cafés soll es ab Juni schrittweise ermöglicht werden, wieder zu öffnen, allerdings bedürfe es dazu noch einer Gesetzgebung. Unerlässliche Reisen für Angestellte in Nachbarländer im Schengenraum würden ab 14. Mai erlaubt. Nach ihrer Rückkehr werde ihnen eine freiwillige 14-tägige Quarantäne empfohlen.

Mecklenburg-Vorpommern will Reisen an die Ostsee erlauben

22:00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will angesichts geringer Corona-Neuinfektionen schon in der Woche vor Pfingsten auch Auswärtigen wieder Urlaub an der Ostsee erlauben. Das sieht ein Stufenplan zum Neustart des Gastgewerbes im Nordosten vor, auf den sich am Montagabend in Schwerin Vertreter von Landesregierung und Gastgewerbe in der gemeinsamen Task Force Tourismus verständigten.

Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach den Beratungen mitteilte, sollen dem Plan zufolge zunächst die Gaststätten im Land vom Samstag (9. Mai) an unter strikten Hygieneauflagen für Einheimische öffnen dürfen, am 18. Mai auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Zum 25. Mai soll dann das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Damit wäre nach dem verpassten Ostergeschäft Pfingsturlaub Ende Mai an der Ostsee oder in der Mecklenburgischen Seenplatte wieder für alle Bundesbürger möglich.

Seehofer verlängert Grenzkontrollen

21:50 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Grenzkontrollen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, und Dänemark bis zum 15. Mai verlängert. Auch für Flüge aus Spanien und Italien gilt die Verlängerung. So sollen die Infektionsgefahren durch das Coronavirus weiter erfolgreich eingedämmt werden, hiess es in einem Schreiben des Ministeriums am Montagabend.

Deutschland: Mehr als 1.000 Neuinfektionen und 75 Todesfälle in 24 Stunden

21:30 Uhr: In Deutschland sind bis Montagabend über 164.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 19.15 Uhr: mehr als 163.400 Infektionen). Mindestens 6.803 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 19.15 Uhr: 6.728).

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Montag bei 0,76. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa 7 bis 8 weitere Personen anstecken.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 132.700 Menschen die Infektion überstanden.

Internes Dokument: Steigende Infektionszahlen in USA prognostiziert

21:00 Uhr: US-Präsident Donald Trump drängt auf eine Öffnung der Wirtschaft in den USA - nach einem internen Dokument seiner Behörde könnte sich die Corona-Krise dort allerdings noch zuspitzen. Die "New York Times" veröffentlichte am Montag eine vom Gesundheitsministerium und der Katastrophenschutzbehörde Fema zusammengestellte Präsentation, dessen Diagramme mit dem Vermerk "nur für den Dienstgebrauch" versehen sind. In einem Diagramm wird prognostiziert, dass die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle bis zum 1. Juni auf rund 200.000 pro Tag zunehmen könnte. Zuletzt hatte CDC von Samstag auf Sonntag einen Anstieg um knapp 30.000 verzeichnet.

Die Experten erwarten einem weiteren Diagramm zufolge, dass die Zahl der Todesfälle infolge einer COVID-19-Erkrankung bis zum 1. Juni auf etwa 3.000 pro Tag steigen könnten. Zuletzt hatte die Gesundheitsbehörde wiederum von Samstag auf Sonntag einen Anstieg der Toten um 1.452 vermeldet. Das Weisse Haus wies die Prognosen zurück. Sie spiegelten weder die Modelle der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weissen Haus noch die von ihr analysierten Daten wieder, teilte der Vizesprecher des Weissen Hauses, Judd Deere, am Montag mit.

Deere betonte, es handele sich weder um ein Papier des Weissen Hauses, noch sei es der Arbeitsgruppe präsentiert worden. Trumps Richtlinien für eine graduelle Öffnung der Wirtschaft orientierten sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit denen die Gesundheitsexperten in der Regierung übereinstimmten. Oberste Priorität für Trump bleibe die Gesundheit der Amerikaner.

Trump hatte seine früheren Prognosen über die befürchteten Todeszahlen in den USA durch das Virus am Sonntagabend nach oben korrigiert. Er gehe jetzt von insgesamt 75.000 bis 100.000 Toten aus, sagte der Präsident dem Sender Fox News. Mitte April hatte Trump noch mit 60.000 bis 65.000 Toten gerechnet. CDC hatte bis Sonntag 1,12 Millionen Infektionen und 65.735 Tote in den USA verzeichnet.

Frankreich: Mehr als 25.000 Todesfälle

20:20 Uhr: In Frankreich sind mehr als 25.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Bis Montagabend seien insgesamt 25.201 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Seit Sonntag wurden demnach 306 neue Todesfälle verzeichnet. Der Fortschritt der Epidemie habe sich in Frankreich in den letzten Wochen aber verlangsamt, so das Ministerium. Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die täglich neu in Krankenhäusern aufgenommen würden, sei seit der ersten Aprilhälfte zurückgegangen.

Türkei: Erdogan verkündet Lockerung der Corona-Massnahmen

20:16 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Lockerungen der Corona-Restriktionen angekündigt. "Wir werden die Rückkehr in ein normales Leben schrittweise einleiten", sagte Erdogan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung in Istanbul. Wie auch der Rest der Welt werde die Türkei nicht zu einer bisher bekannten Normalität zurückkehren können, sondern in eine "neue Normalität". Man wisse noch nicht, wie lange die Pandemie anhalten werde, warnte Erdogan. Deshalb müssten einige Massnahmen wie etwa das Tragen von Masken, Abstands- und Hygieneregeln beibehalten werden.

Unter anderem werde die seit mehr als einem Monat geltende Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und unter 20-Jährige gelockert, sagte Erdogan. Sie dürften ab kommenden Sonntag an festgelegten Tagen vorerst für vier Stunden aus dem Haus. Zudem würden Reisebeschränkungen für sieben von 31 Städten und Provinzen aufgehoben. Die Millionenmetropolen Istanbul, Ankara und Izmir blieben jedoch für 15 weitere Tage weitestgehend abgeschottet. Ab kommenden Montag würden Einkaufszentren öffnen, ausserdem dürften Friseursalons ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Britische Regierung testet Corona-App

20:03 Uhr: Die britische Regierung testet auf einer Insel im Ärmelkanal erstmals eine Corona-Warn-App im Kampf gegen die Pandemie. Gesundheitsminister Matt Hancock bat die Einwohner der Isle of Wight am Montag: "Bleibt zu Hause, installiert die App, schützt den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS und rettet Leben."

Das Projekt startet am Dienstag und soll helfen, den Erreger besser zu verfolgen und einzudämmen. Bei der App geht es darum, mit Hilfe der Bluetooth-Technologie Kontaktpersonen von Infizierten zu warnen. Hancock nannte die App mit Blick auf den Datenschutz sicher.

Die Isle of Wight vor der Südküste Englands hat etwa 140.000 Einwohner. Sie ist zurzeit isoliert, da der reguläre Fährverkehr eingestellt ist. Die Insel sei damit ein ideales Testgebiet, hiess es.

Bislang wird die Regierung in London stark kritisiert, viel zu spät auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben. Zudem mangelte es lange Zeit an Tests, Schutzausrüstungen, Beatmungsgeräten, Ärzten, Pflegern und Klinikbetten. Der staatliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) gilt als chronisch unterfinanziert und marode.

Günther: Grenze zu Dänemark wird ab 15. Mai schrittweise geöffnet

19:55 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf eine schrittweise Öffnung der Grenze zu Dänemark ab Mitte Mai verständigt. "Wir haben heute telefoniert und miteinander verabredet, einen konkreten Fahrplan zu entwickeln, in welchen Schritten ab spätestens 15. Mai eine Öffnung der Grenze zu Dänemark erfolgen kann", sagte Günther am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Dies soll in den kommenden Tagen präzisiert werden."

Apple und Google wollen eine Corona-App pro Land unterstützen

19:50 Uhr: Apple und Google wollen ihre Schnittstellen für Corona-Warn-Apps grundsätzlich für jeweils eine Anwendung pro Land verfügbar machen. Das solle dafür sorgen, dass mehr Nutzer sie installieren sowie einen Flickenteppich aus verschiedenen Apps verhindern, wie die Unternehmen am Montag erklärten. Wenn jedoch ein Land beschliesst, verschiedene Apps für einzelne Regionen aufzusetzen, sei man bereit, sie dabei zu unterstützen.

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten.

Von Google und Apple kommen die beiden relevanten Smartphone-Systeme - Android und die iOS-Software für das iPhone. Sie sind damit als einzige in der Lage, die Basis für eine effiziente Einbindung der Corona-Apps in die Telefone zu schaffen. Insbesondere bei den Apple-Smartphones sind die Entwickler einer Corona-App auf die Kooperation mit dem Hersteller angewiesen, da auf dem iPhone keine ständigen Bluetooth-Zugriffe möglich sind, wenn die App nur im Hintergrund läuft.

Die US-Konzerne stellen Entwicklern auch Beispiel-Softwarecode für die Entwicklung von Corona-Apps zur Verfügung damit sie die Schnittstellen ausprobieren und ihre Anwendungen schneller programmieren können. Am Montag präsentierten Google und Apple zudem erste Konzepte für die Bedienung der Apps. Darunter ist auch der Mechanismus für die Verifizierung einer Infektionsmeldung mit Hilfe von Codes der Gesundheitsämter.

In Deutschland könnte die Grundregel einer App pro Land relevant werden. Die Bundesregierung beauftragte erst vergangene Woche den Software-Konzern SAP und die Deutsche Telekom mit der Entwicklung ihrer Corona-App - sie stehen daher erst ganz am Anfang.

Madonna gibt eine Million Dollar für Suche nach Corona-Impfstoff

19:30 Uhr: Popstar Madonna hat eine Million Dollar für die weltweite Suche nach einem Impfstoff und Medikamenten gegen das Coronavirus gespendet. Dies gab EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag bei einer internationalen Geberkonferenz bekannt, die insgesamt 7,4 Milliarden Euro an Zusagen von Regierungen und Organisationen brachte. Madonnas Million ist nach Angaben aus EU-Kreisen in dem Gesamtergebnis enthalten. Ziel der Organisatoren ist, vor allem die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen und dann dafür zu sorgen, dass alle Länder weltweit ihn zu erschwinglichen Preisen bekommen können.

General Electric streicht rund 13.000 Jobs in der Flugzeugsparte

19:24 Uhr: Der US-Industriekonzern General Electric (GE) hat in der Corona-Krise einen umfassenden Stellenabbau in der Flugzeugsparte angekündigt. Es sei geplant, die weltweite Beschäftigtenzahl in diesem Jahr um rund 25 Prozent zu senken, erklärte GE-Aviation-Chef David Joyce am Montag in einem Memo an die Mitarbeiter. Damit wären insgesamt rund 13.000 Jobs betroffen. Der Abschwung in der Branche sei beispiellos, betonte Joyce. Die Corona-Pandemie dürfte im zweiten Quartal zu einem Einbruch des Luftverkehrs um rund 80 Prozent führen. Die Aktie des ohnehin schon seit längerem stark angeschlagenen Mutterkonzerns General Electric geriet im US-Handel deutlich ins Minus.

US-Bundesstaat New York: Todeszahlen sinken weiter

19:10 Uhr: Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sinken die Todeszahlen weiter. Am Sonntag seien 226 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Das waren rund 70 Prozent weniger als zum Höhepunkt des Ausbruchs im April. Auch die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus liegen, sank weiter, ebenso die Zahl der Neu-Infizierten. Insgesamt haben sich in dem US-Bundesstaat bislang mehr als 300.000 Menschen mit dem Virus infiziert, rund 19.000 sind daran gestorben. In dem Bundesstaat leben rund 19 Millionen Einwohner, etwa die Hälfte davon in der Metropole New York City.

Handschläge in der Spielerkabine: Hertha BSC suspendiert Salomon Kalou nach Internet-Video

19:00 Uhr: Hertha BSC hat seinen Profi Salomon Kalou nach dessen Internet-Video mit brisanten Aufnahmen aus der Spielerkabine mit sofortiger Wirkung suspendiert. "Salomon Kalou hat mit dem Video aus der Kabine gegen teaminterne grundlegende Regeln verstossen und ein Verhalten gezeigt, welches weder der Situation angemessen ist noch den Verhaltensregeln des Vereins entspricht", hiess es in einer Mitteilung des Fussball-Bundesligisten am Montagabend.

Mit einem Facebook-Video hatte der 34-Jährige nicht nur ungewöhnliche Einblicke in die Trainingsabläufe bei Hertha BSC gegeben, sondern auch deutliche Verstösse gegen die strengen Hygienevorschriften für die Fussball-Bundesligisten in der Coronavirus-Krise dokumentiert.

Coronavirus: US-Präsident Trump rechnet mit Impfstoff zum Jahresende

US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr. Der prominente US-Regierungsberater und Immunologe Anthony Fauci hatte sich zuletzt noch zurückhaltender geäussert.

"Salomon Kalou hat mit seinem Video den Eindruck vermittelt, dass die Spieler von Hertha BSC die vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln seitens der Gesundheitsbehörden nicht ernst nehmen. Hertha BSC möchte festhalten, dass dies die Verfehlung eines einzelnen Spielers war", hiess es vom Verein. Gleichzeitig müssten "die regelmässigen Hinweise auf die Abstands- und Hygieneregeln noch intensiver ausfallen".

Kalou selbst entschuldigte sich für sein Verhalten: "Es tut mir leid, wenn ich mit meinem Verhalten den Eindruck erweckt habe, dass ich Corona nicht ernst nehme", wurde der Offensivspieler zitiert. "Ich habe nicht wirklich nachgedacht und mich darüber gefreut, dass unsere Tests alle negativ waren."

In dem Video ist unter anderem zu sehen, wie Kalou die gebotenen Abstandsregeln mit Mitspielern nicht einhält und diese per Handschlag begrüsst. Zudem begibt er sich in einem Raum, in dem ein Mitspieler sich gerade einem Corona-Test unterzieht.

Fast 50 Prozent mehr Todesfälle in Italien im März als in den Jahren davor

17:51 Uhr: Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Italien sind im März deutlich mehr Menschen gestorben als normal üblich. Verglichen mit den März-Monaten der Jahre 2015 bis 2019 stieg die Zahl der Toten um 49,4 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut (Istat) und das Forschungsinstitut des italienischen Gesundheitsdienstes (ISS) am Montag mitteilten. Zwischen dem 20. Februar, als Italien den ersten Corona-Toten meldete, und dem 31. März lag der Anstieg demnach bei 38,7 Prozent.

Die sogenannte Übersterblichkeitsrate könnte darauf hindeuten, dass in Italien wesentlich mehr Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind als offiziell registriert. Bis Sonntagabend meldeten die Behörden knapp 29.000 Corona-Opfer, doch handelt es sich dabei vorwiegend um Patienten aus den Krankenhäusern. In den Pflegeheimen wurden nur wenige Bewohner auf das Virus getestet, und wie viele Menschen zu Hause an der Infektion starben, ist ebenfalls weitgehend unbekannt.

Laut den am Montag veröffentlichten Daten starben im März 25.354 Menschen mehr als durchschnittlich in den fünf März-Monaten davor. 13.691 und damit 54 Prozent dieser zusätzlichen Opfer hätten sich eindeutig mit dem Coronavirus angesteckt, hiess es in der gemeinsamen Erklärung von Istat und ISS.

Für die übrigen 11.663 Todesopfer gibt es demnach drei "Hypothesen": Dass sie mit dem Virus infiziert waren, aber nie getestet wurden; dass sie an den "indirekten Folgen" einer unentdeckten Virusinfektion starben, weil diese ihre Vorerkrankungen verschlimmerte; oder dass sie an anderen Erkrankungen starben, weil das Gesundheitssystem mit der Corona-Epidemie komplett überlastet war.

Handschläge im Video: Hertha-Profi Kalou verletzt Corona-Regeln

16:38 Uhr: Stürmer Salomon Kalou von Hertha BSC hat der Fussball-Bundesliga mitten in der Diskussion über einen Wiederbeginn einen Bärendienst erwiesen.

In einem selbst aufgenommenen Facebook-Live-Video vom Montagmittag ist der Ivorer zu sehen, wie er auf dem Vereinsgelände und in der Kabine einige Mitspieler und Mitarbeiter des Klubs per Handschlag begrüsst. Somit verstiess er offenbar gegen die Abstandsregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Für die Deutsche Fussball Liga (DFL) kommt das Video zur Unzeit. Die 36 Profiklubs hoffen auf eine Fortsetzung der ersten beiden Ligen noch im Mai, dafür wurde ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet. Auf Basis dieses Dokuments sollen die Bundesregierung und die Länderchefs am Mittwoch über einen Wiedereinstieg in die Saison beraten.

In Kalous Video ist zudem zu sehen, wie ein Hertha-Mitarbeiter einen Abstrich bei Innenverteidiger Jordan Torunarigha nimmt. Der Mitarbeiter ruft am Ende des 25-Minuten-Streams: "Sala, lösch das Video, bitte!"

Am Montagnachmittag war das Video auf Kalous Facebook-Seite nicht mehr verfügbar, andere Nutzer stellten es jedoch erneut ins Netz. Der Verein kündigte eine Stellungnahme an.

Die Deutsche Fussball Liga (DFL) hat das Video derweil auf das Schärfste verurteilt. "Die Bilder von Salomon #Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel. Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Klubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben", schrieb die DFL am Montagnachmittag auf Twitter.

Coronamassnahmen im Überblick

Mexiko korrigiert Zahl der Corona-Fälle deutlich nach oben

16:21 Uhr: Die Behörden in Mexiko haben die offizielle Zahl der Corona-Fälle in dem Land deutlich nach oben korrigiert. Es sei von 128.033 Infektionen auszugehen, teilte die Regierung unter Berufung auf ein epidemiologisches Berechnungsmodell mit. Bislang waren in Mexiko 23.471 Fälle verzeichnet worden.

Die von der Regierung genutzte Methode sei "effizient, weil sie die Tatsache berücksichtigt, dass in der Realität nicht alle kleineren Fälle dokumentiert werden", sagte Gesundheitsstaatssekretär Hugo López-Gatell. "So zu tun, als könne man die Krankheit auf direktem Wege erfassen, wäre eine falsche Annahme", fügte er hinzu. Das sogenannte Centinela-Überwachungssystem sei in Mexiko seit 2006 im Einsatz.

Es berufe sich auf zuverlässige Daten aus einem ausgewählten Netzwerk von Einrichtungen und nicht nur auf Berichte über Todesfälle und Krankenhausaufenthalte, die die meisten ambulanten Fälle nicht erfassten.

Die mexikanischen Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie am Mittwoch erreicht wird, einige Krankenhäuser in und rund um die Hauptstadt Mexiko-Stadt hätten aber bereits zum derzeitigen Zeitpunkt ihre Kapazitätsgrenzen erreicht.

Die landesweit geltenden Einschränkungen im öffentlichen Leben zur Eindämmung der Pandemie sollen bis zum 30. Mai gelten. Landesweit starben bislang mehr als 2.100 Corona-Infizierte in Mexiko.

Einer der ersten aus Italien nach Deutschland eingeflogenen Corona-Patienten verlässt Klinik

16:01 Uhr: Einer der ersten aus Italien nach Deutschland eingeflogenen Corona-Patienten hat das Krankenhaus verlassen. Nach sechswöchiger intensivmedizinischer Behandlung wurde der 57-Jährige aus Bergamo am Montag von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Leipzig verabschiedet. Er wurde anschliessend in ein Rehabilitationszentrum verlegt. Auf eigenen Wunsch bleibt er der Klinik zufolge für die Reha in Sachsen.

Felice Perani und ein weiterer Patient waren am 24. März als erste Covid-19-Kranke aus Italien nach Deutschland gebracht worden. Der zweite Patient, ebenfalls ein 57-Jähriger aus Bergamo, starb allerdings an seiner schweren Erkrankung.

Perani dankte den Leipziger Ärzten bei seinem Abschied am Montag mit den Worten: "Sie haben mir das Leben gerettet - wäre ich nicht hierhergekommen, wäre ich nun tot." Nach Angaben der Ärzte war sein Zustand bei der Ankunft in Deutschland äusserst kritisch gewesen.

Auch andere Kliniken in Sachsen und in weiteren Bundesländern hatten Corona-Patienten aus Italien und auch aus Frankreich zur Behandlung aufgenommen.

Polizei in Baden-Württemberg bekommt Zugriff auf Corona-Daten

15:57 Uhr: Die Polizei in Baden-Württemberg darf von Dienstag an auf die Daten der Gesundheitsämter über mit dem Coronavirus infizierte Menschen zugreifen. Mit einer nun erlassenen Verordnung gebe es eine sichere rechtliche Grundlage, erklärte der stellvertretende baden-württembergische Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag in Stuttgart. Das Wissen, dass jemand an Corona erkrankt sei, sei mit der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, durch die sichere und zentrale Datenabfrage über das federführende Landesgesundheitsamt sei gelungen, Gesundheitsschutz und Datenschutz in Einklang zu bringen. "Damit kann die Polizei Personen identifizieren, die sich nicht an die Auflagen halten und andere gefährden." Daten von Menschen, die nicht mehr ansteckend sind, würden arbeitstäglich aus dem Abfragesystem gelöscht.

Die mit dem Landesdatenschutzbeauftragten abgestimmte Verordnung soll an dem Tag ausser Kraft treten, an dem auch die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg ausser Kraft tritt.

Grosse Nachfrage nach Schutzmasken bei Handelsketten

15:52 Uhr: Die Ankündigung, Schutzmasken zum Selbstkostenpreis zu verkaufen, hat in den Filialen grosser Handelsketten zu einem Kundenansturm geführt. Der Discounter Lidl berichtete am Montag, er habe bereits "einen Grossteil" der 14 Millionen am Donnerstag in die Läden gebrachten Einwegmasken verkauft. Regional seien in manchen Filialen aber noch Einwegmasken verfügbar.

Auch Konkurrent Aldi Süd musste einräumen: "Aufgrund der hohen Nachfrage waren die Einweg-Masken in einigen Filialen schnell vergriffen." Weitere Lieferungen würden jedoch für die nächsten Wochen erwartet. Bei den Einweg-Masken handele es sich nicht um Aktionsware, sondern um einen Sortimentsartikel, betonte Aldi Süd. Auch Lidl kündigte an, in den nächsten Wochen würden weitere Mund-Nasen-Bedeckungen wie beispielsweise Stoffmasken zur Mehrfachverwendung in die Läden kommen.

Die Supermarktkette Rewe zeigte sich mit dem Start des Maskenverkaufs zufrieden. In den ersten Filialen seien die Masken bereits am Wochenende erhältlich gewesen. Nach und nach würden nun weitere Rewe-, Penny- und toom-Märkte mit Masken beliefert. Bis Ende Mai will die Rewe-Gruppe rund 30 Millionen Masken bundesweit in die Filialen bringen. Weitere Lieferungen seien geordert. "Damit sind unsere Märkte auch auf eine verstärkte Kunden-Nachfrage nach den Masken gut vorbereitet", erklärte Rewe.

Lidl, Aldi Süd und Rewe hatten in der vergangenen Woche angekündigt, mit dem Verkauf von Schutzmasken "zum Selbstkostenpreis" zu beginnen.

Deutschland sagt 525 Millionen Euro bei Corona-Geberkonferenz zu

15:46 Uhr: Bei der internationalen Online-Geberkonferenz zum Kampf gegen das Coronavirus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Deutschland 525 Millionen Euro zugesagt. Die von der EU-Kommission organisierte Konferenz sei "ein Signal der Hoffnung in so schwierigen Stunden für viele Länder", sagte Merkel am Montag in einer Video-Übertragung. Die Pandemie sei eine globale Herausforderung, die sich auch nur global besiegen lasse.

Erklärtes Ziel der Geberkonferenz sind Zusagen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Laut EU-Kommission sollen vier Milliarden davon in die Entwicklung eines Impfstoffs fliessen, mit zwei Milliarden Euro sollen die Behandlungsmöglichkeiten und mit 1,5 Milliarden Euro die Testkapazitäten weltweit ausgeweitet werden.

"Wir werden auch unsere humanitäre Hilfe erhöhen, denn wir wissen, dass diese Pandemie dramatische Auswirkungen hat", sagte Merkel. Sie verwies darauf, dass nun in Afrika im Windschatten der Pandemie wieder die Zahl der Malaria-Erkrankungen zunehme. "Die Schäden, die durch diese Pandemie ausgelöst werden, sind viel vielfältiger als nur diese Pandemie selbst."

DFL: Insgesamt zehn Corona-Fälle bei der ersten grossen Testrunde

15:41 Uhr: In den 36 Klubs der Fussball-Bundesliga und 2. Bundesliga sind insgesamt zehn Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Neben Spielern wurden dabei auch der Trainerstab und Physiotherapeuten der Klubs untersucht, wie die Deutsche Fussball Liga (DFL) am Montag mitteilte.

Insgesamt zehn von 1.724 Corona-Tests seien dabei positiv ausgefallen. "Die entsprechenden Massnahmen, zum Beispiel die Isolation der betroffenen Personen inklusive Umfelddiagnostik, wurden durch die jeweiligen Klubs nach den Vorgaben der örtlichen Gesundheitsbehörden unmittelbar vorgenommen", hiess es von der DFL.

Neben den beiden Testwellen, die Teil des Hygienekonzepts der DFL sind, wurde in Abstimmung mit dem Bundesarbeitsministerium nun auch "ein verpflichtendes Trainingslager unter Quarantäne-Bedingungen vor einer möglichen Fortsetzung des Spielbetriebs" integriert. Sobald das Mannschaftstraining gestartet wird, sind zudem unabhängig von der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zwei Tests pro Woche in regelmässigen Abständen vorgesehen.

Spahn: Nicht für jeden Antikörper-Test übernimmt die Krankenversicherung die Kosten

15:35 Uhr: Ein seit dieser Woche verfügbarer neuer Antikörper-Test soll nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Aufschluss über den tatsächlichen Stand der Corona-Infektionen in Deutschland geben. Spahn verwies am Montag im bayerischen Penzberg darauf, dass etwa 80 Prozent der Infektionen symptomfrei verliefen.

Die neuen Tests entsprächen einem neuen Qualitätsstandard. Mit Auslieferung an die Labore stehe der Test grundsätzlich jedem zu Verfügung, aber nicht für jeden übernehme die Krankenversicherung die Kosten.

Die Bundesregierung vereinbarte laut Spahn mit dem Pharmahersteller Roche, dass bereits diesen Monat drei Millionen Tests für das Gesundheitswesen zu Verfügung stünden, für die Folgemonate seien es fünf Millionen pro Monat. Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) informierten sich am Montag bei einem Besuch am Roche-Standort in Penzberg über den Antikörper-Test (siehe Eintrag von 12:11 Uhr). Die dort entwickelten Tests sollen in Penzberg in hoher Stückzahl produziert werden.

Der Test sei "grundsätzlich, wenn man selbst zahlt, für jeden nach Verfügbarkeit" zu erhalten, sagte Spahn. Für welche Bereiche die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernehme, werde in einem Gesetz geregelt, das diese Woche in erster Lesung im Bundestag behandelt wird.

Bedford-Strohm: Alte sollten selbst über Besuch entscheiden

14:57 Uhr: Bewohner von Altenheimen sollten aus Sicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) selbst entscheiden dürfen, ob sie in Corona-Zeiten Besuch empfangen oder nicht. Man solle ihnen möglichst selbst die Entscheidung überlassen, wie viele Risiken sie eingehen wollten, sagte Heinrich Bedford-Strohm in einer am Montag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft.

Wichtig sei es, mit "Schutzkleidung Angehörigen Zugang zu ihren Lieben zu beschaffen". Denn es sei schlimm, "wenn Angehörige in den Alten- und Pflegeheimen wegen der Kontakteinschränkungen ihre Eltern nicht besuchen können".

Den Heimleitungen sei kein Vorwurf zu machen. Die hohe Zahl von Todesfällen in einzelnen Heimen zeige, dass die Ansteckungsgefahr real sei. Aber: "Es geht eben auch nicht, dass Angehörige in den letzten Lebenstagen, Lebenswochen, ihre Eltern nicht begleiten können", betonte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm. "Viele Angehörige werden immer verzweifelter, weil das nie nachzuholen sein wird, dass sie ihren Eltern in diesen Tagen Beistand leisten."

BMI bekräftigt: Auch Fussballprofis müssen in Quarantäne

14:44 Uhr: Das Bundesinnenministerium bekräftigt seine Haltung, dass selbstverständlich auch Fussball-Profis nach Kontakt mit Corona-Infizierten isoliert werden müssen. "Horst Seehofer steht dazu, was er gesagt hat. Personen, die in unmittelbarem Kontakt gewesen sind mit einer positiv getesteten Person, müssen in 14-tägige Quarantäne gehen", sagte BMI-Sprecher Steve Alter am Montag in der Berliner Bundespressekonferenz.

Dieser Grundsatz scheint für das Ministerium nicht verhandelbar zu sein. "Das ist ein Prinzip, das für die gesamte Bevölkerung zur Anwendung kommt, und es gibt keinen Grund, warum das bei Fussballprofis anders sein sollte", sagte Alter.

Das Hygienekonzept der Deutschen Fussball Liga (DFL) sieht angesichts der engmaschigen Tests bisher nur die Isolation positiv getesteter Profis vor. Der 1. FC Köln hat nach nach drei positiven Tests in seiner Mannschaft beziehungsweise dem Stab angekündigt, sein Team in einer Quasi-Quarantäne in einem Hotel in der Innenstadt zusammenzuziehen. Die zweite Testreihe erbrachte ausschliesslich negative Ergebnisse.

Alter schränkte ein, die Bundesregierung habe "noch nicht darüber entschieden, ob sie dieses Konzept mit den Ländern zur Anwendung bringen will". Daher bestehe derzeit kein Widerspruch "zwischen einer Entscheidung der Politik und dem Verhalten des 1. FC Köln".

FDP gegen "unsinnige" Kaufprämie für Fahrzeuge

14:06 Uhr: Die FDP hat sich gegen staatliche Kaufprämien zur Unterstützung der Automobilindustrie in der Coronakrise ausgesprochen. Kaufprämien wären "nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch unsinnig", erklärte FDP-Fraktionsvize Frank Sitta am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Daher sollte sich die Bundesregierung "davor hüten, nun mit einer Neuauflage der Abwrackprämie die Fehler der Vergangenheit erneut zu begehen".

Sitta forderte eine "klare Absage" der grossen Koalition an "einseitige Subventionen". Diese führten nur zu einem "Mitnahmeeffekt", bei dem jeder Steuerzahler am Ende den Autokäufer subventioniere, der sich ohnehin einen neuen Wagen leisten könne. Auch eine diskutierte ökologische Komponente ist laut Sitta "nicht zielführend". Schon heute würden Elektrofahrzeuge mit bis zu 6.000 Euro subventioniert, ohne dass die Kunden in grösserer Zahl diese Produkte nachfragten.

Der Automobilindustrie sei langfristig besser geholfen, wenn die Politik die Rahmenbedingungen bei Steuern und Energiekosten verbessere, führte Sitta aus. "Dazu gehört die starren Flottengrenzwerte auf EU-Ebene gänzlich abzuschaffen und den Verkehrssektor stattdessen in den Emissionshandel zu integrieren." Zudem müsse das Zukunftsfeld des autonomen Fahrens stärker in den Blick genommen werden, um innovative Arbeitsplätze der Zukunft in Deutschland entstehen zu lassen.

Über die mögliche Kaufprämie ist auch innerhalb der Bundesregierung ein politischer Streit entbrannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag Gespräche mit Vertretern der Autobranche führen.

Söder "unglücklich" über Vorpreschen einzelner Länder bei Corona-Lockerungen

13:33 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist nach eigenen Worten "ein bisschen unglücklich" über das Vorpreschen mehrerer Bundesländer bei der Lockerung der Massnahmen gegen die Coronakrise. Es gebe mittlerweile eine Fülle von Beschlüssen in den Länderkabinetten, die über die Vereinbarungen von Bund und Ländern in der vergangenen Woche hinausgingen, sagte Söder am Montag im oberbayerischen Penzberg bei einem Besuch des Pharmakonzerns Roche.

Söder forderte als Konsequenz aus dem unabgestimmten Vorgehen der Bundesländer "ein neues, ein effizienteres Verfahren zwischen Bund und Ländern". Dies müsse nun besprochen werden. Es sei auch weiter notwendig, vorsichtig und umsichtig vorzugehen. "Wir dürfen die Erfolge, die wir haben, nicht verstolpern." Wissenschaftliche Massstäbe müssten Grundlage der Entscheidungen sein.

Gleichzeitig zeigte sich Söder allerdings durchaus offen dafür, nach Regionen differenziert unterschiedlich zu entscheiden. Für ihn sei ein Konzept wichtig, in dem längerfristig geplant, kurzfristig entschieden und regional differenziert werde.

Niedersachsen will Restaurants ab Montag wieder öffnen

12:51 Uhr: Niedersachsen will die Gastronomie ab dem kommenden Montag mit Einschränkungen wieder öffnen. Restaurants, Gaststätten und Biergärten sollen dann mit maximal der Hälfte der Plätze für Gäste öffnen können, sagte Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Montag in Hannover. Zudem soll eine Reservierungspflicht gelten.

Auch soll in Niedersachsen die bislang geltende 800-Quadratmeter-Regelung für Geschäfte ab Montag entfallen. Einzelhandelsunternehmen dürfen in dem Bundesland dann unabhängig von ihrer Verkaufsfläche öffnen, wobei Abstandsregeln und andere Massnahmen eingehalten werden müssen.

Auch die Kindertagesbetreuung soll in Niedersachsen schrittweise erweitert werden. Ab Montag können Tagesmütter und Tagesväter wieder Kinder betreuen. Ab dem 18. Mai soll die Notbetreuung in den Kitas deutlich ausgeweitet werden auf eine landesweite Betreuungsquote von bis zu 40 Prozent. Im Schnitt können dann bis zu zehn Kinder pro Notgruppe betreut werden. In einer letzten Phase soll dann ab 1. August der Regelbetrieb in den Kitas wieder aufgenommen werden.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, Niedersachsen lege damit "als erste Landesregierung" einen Plan vor, der zeige, "wie wir in nächsten Monaten aus dem Zustand der Tiefkühlung im Alltag" kommen. Den Stufenplan will Weil bei den Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch zur Diskussion stellen.

Berlins Gesundheitssenatorin gegen Immunitätsausweis

12:30 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich deutlich gegen die Einführung von Corona-Immunitätsausweisen in Deutschland ausgesprochen. Sie sehe diese Überlegungen sehr, sehr kritisch, sagte sie am Montag im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Der Vorschlag komme zur Unzeit. Ziel in Deutschland sei ja, die Krankheit zu verhindern, solange es keinen Impfstoff gibt - da könne man nun nicht auf einen Immunitätsnachweis setzen. Das sei "verfrüht", meinte Kalayci. Sie hoffe, dass der Ausweis in Deutschland nicht komme.

Mit einem Immunitätsausweis hatte sich das Bundeskabinett am vergangenen Mittwoch befasst. Für den Fall, dass es demnächst gesicherte Erkenntnisse zur Immunität nach einer Corona-Infektion geben sollte, soll eine Bescheinigungsmöglichkeit dafür kommen - ähnlich wie im Impfpass. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisationen (WHO) ist derzeit allerdings noch nicht hinreichend klar, ob eine überstandene COVID-19-Erkrankung überhaupt zu Immunität führt.

Neuer Antikörpertest wird noch Mai in Deutschland ausgeliefert

12:11 Uhr: Noch im Mai will das Pharmaunternehmen Roche einen neuen Test auf Antikörper gegen das Coronavirus an Gesundheitseinrichtungen in Deutschland ausliefern.

Das vereinbarte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und das Unternehmen am Montag im oberbayerischen Penzberg. "Der neue Test ist eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus", sagte Spahn. Drei Millionen Tests sollten noch im Mai ausgeliefert werden, für die dann kommenden Monate seien je fünf Millionen Tests zur Auslieferung nach Deutschland vereinbart.

"Antikörpertests helfen uns, zu wissen, wer eine Corona-Infektion schon durchgemacht hat. So gewinnen wir Erkenntnisse über das tatsächliche Ausbruchsgeschehen", sagte Spahn. Sobald gesicherte Erkenntnisse über eine mögliche Immunität nach durchgemachter Infektion vorlägen, würden die Tests noch grössere Bedeutung gewinnen.

Um die Produktionskapazitäten für den neuen serologischen Test Elecsys Anti-Sars-CoV-2 auszubauen, will Roche seine biochemischen Anlagen in Penzberg für rund 170 Millionen Euro ausbauen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Notfallgenehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Test bekommen. Diese ist einem Sprecher zufolge für alle Länder gültig, die die CE-Kennzeichnung für Produkte akzeptieren. Das seien unter anderem alle Länder innerhalb der Europäischen Union.

Der Test hat den Angaben zufolge eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 99,8 Prozent. Erstere gibt den Prozentsatz der Betroffenen an, bei denen die Infektion tatsächlich erkannt wird. Letztere sagt aus, wie viele Gesunde von dem Test auch tatsächlich als gesund erkannt werden.

Reisebranche: Umsatzeinbussen von fast 11 Milliarden Euro

11:52 Uhr: Die wirtschaftliche Lage der Reisewirtschaft in der Coronakrise hat sich dem Branchenverband DRV zufolge weiter verschärft. Der Verband rechnet inzwischen mit Umsatzeinbussen von mindestens 10,8 Milliarden Euro bis Ende Juni. "Das Geschäft der Reisebüros und Reiseveranstalter ist durch staatliche Anordnung fast vollständig zum Erliegen gekommen", sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig am Montag in Berlin.

Eine Besserung sei nicht in Sicht. Die weltweite Reisewarnung aufgrund der Corona-Pandemie war jüngst bis Mitte Juni verlängert worden. "Vor Ende der Pfingstferien in Deutschland werden keine Auslandsreisen möglich sein", sagte Fiebig.

Hinzu kämen die Belastungen durch die Rückabwicklung gebuchter Reisen. Fiebig forderte ein staatliches Soforthilfeprogramm mit nicht rückzahlbaren Beihilfen. Zwei von drei Unternehmen sähen sich bereits unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. "Die Politik kann nicht länger völlig tatenlos hinnehmen, wie Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Existenz verlieren", mahnte Fiebig.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiss, hatte am Wochenende einen Rettungsfonds für die Branche sowie Verbraucher ins Spiel gebracht - falls eine Gutscheinlösung für abgesagte Reisen nicht klappt. Nach EU-Recht müssen Flugtickets und Pauschalreisen eigentlich erstattet werden.

Deutschland will Verbraucher jedoch verpflichten, bei Reiseabsagen in der Coronakrise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren - um die Liquidität von Firmen zu sichern. EU-Vizekommissionspräsidentin Vera Jourova hatte gesagt, es gelte, eine Balance zu finden zwischen starken Verbraucherrechten und der Liquidität der Reiseanbieter.

DFL empfiehlt Vereinen: Testergebnisse nicht veröffentlichen

11:39 Uhr: Die Deutsche Fussball Liga hat die Vereine zum Stillschweigen über die Ergebnisse der Tests auf den Coronavirus aufgefordert. Man werde eine "zentrale öffentliche Kommunikation" dazu an diesem Montag vornehmen.

"Wir empfehlen, bis dahin von eigenen Verlautbarungen abzusehen und auf diese zu verweisen", heisst es zudem in einem Schreiben von DFL-Direktor Ansgar Schwenken an die Klubs, das der "Kicker" am Montag veröffentlichte. Die DFL bestätigte den Vorgang. Das Präsidium der Dachorganisation der 36 Profiklubs in der 1. und 2. Liga tagt an diesem Montag.

Am Wochenende hatten drei positive Tests beim 1. FC Köln - zwei Spieler und ein Betreuer - für viel Wirbel gesorgt. Eine zweite Testreihe am Sonntag verlief nach Angaben des Klubs durchgehend negativ. Einige Vereine hatten ihre Ergebnisse veröffentlicht oder Medienberichte darüber bestätigt. Beim FC Augsburg, bei Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig gab es bisher keine Informationen.

Im DFL-Konzept zur Fortführung der Saison stand von Anfang an: "Keine automatische Meldung eines positiven Falles an die Presse, da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen."

Heinsberg-Studie: Möglicherweise 1,8 Millionen Infizierte in Deutschland

11:08 Uhr: In Deutschland könnten sich nach Ergebnissen der sogenannten Heinsberg-Studie mittlerweile möglicherweise 1,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Dies ergebe eine Schätzung auf der Grundlage einer Modellrechnung, teilte die Universität Bonn am Montag mit.

Die Forscher um den Virologen Hendrik Streeck zogen für ihre Schätzung die Dunkelziffer der Infizierten in der untersuchten Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg und die dort errechnete Sterblichkeitsrate nach einer Corona-Infektion heran. Daraus errechneten sie eine theoretische Zahl für ganz Deutschland.

Ein Forscher-Team um Streeck hatte in der Ortschaft 919 Einwohner in 405 Haushalten befragt und Corona-Tests vorgenommen. In dem Ort hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem Virus infiziert. Die Gemeinde gilt daher als ein Epizentrum des Virus. Die Situation ist nur bedingt vergleichbar mit anderen Regionen Deutschlands. Darauf weisen die Forscher in ihrer Studie auch hin.

"Welche Schlüsse aus den Studienergebnissen gezogen werden, hängt von vielen Faktoren ab, die über eine rein wissenschaftliche Betrachtung hinausgehen", sagte Streeck. "Die Bewertung der Erkenntnisse und die Schlussfolgerungen für konkrete Entscheidungen obliegen der Gesellschaft und der Politik." Die Studie war im Auftrag der NRW-Landesregierung entstanden.

Trippelschritte Richtung Freiheit: Italiener dürfen wieder raus

10:44 Uhr: Jogger im Park und ein paar mehr Autos auf den Strassen: Italien unternimmt nach fast zwei Monaten strikter Corona-Ausgangssperre erste kleine Schritte in Richtung Freiheit. Sport in Parks ist seit Montag wieder erlaubt, aber nur alleine. Fabriken fuhren wieder hoch. Insgesamt herrschte jedoch Verwirrung darüber, was nun genau erlaubt ist und was nicht. "So wie noch nie zuvor liegt die Zukunft des Landes in Euren Händen", erklärte Regierungschef Giuseppe Conte auf Facebook. Zusammenarbeit, Bürgersinn und Respekt vor den Regeln seien nun besonders wichtig.

Die Regierung hatte am 10. März die 60 Millionen Menschen im Land unter Quarantäne gestellt und die Produktion des Landes heruntergefahren. Damit stand das Land unter einem der längsten und striktesten Lockdowns der Welt. Nun könnten rund vier Millionen Menschen wieder arbeiten gehen, sagte Conte. Masken sind unter anderem in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Italien hat mit fast 29.000 Toten so viele Opfer zu beklagen wie wenig andere Länder. Allerdings sinkt die Zahl der Infektionen seit Längerem.

In Rom zum Beispiel machte sich die Lockerung nur ein wenig auf den Strassen bemerkbar. Nachdem zwei Monate fast gar kein Verkehr war, war nun wieder etwas mehr los. Auch konnten sich die Menschen wieder Kaffee holen - allerdings nur als Take-Away. Die meisten Geschäfte sind weiter geschlossen, Museen auch. Kinder dürfen zwar nach draussen, aber nicht mit anderen spielen. Schulen und Kindergärten bleiben bis September zu.

Entwarnung beim 1. FC Köln: Keine weiteren Corona-Fälle

10:24 Uhr: Beim 1. FC Köln ist kein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Fussball-Bundesligist am Montag mitteilte, waren alle am Vortag durchgeführten neuerlichen Tests bei der Mannschaft sowie beim Trainer- und Betreuerstab negativ.

Nach zuvor positiven Befunden bei zwei Profis und einem Betreuer waren Zweifel am Geisterspiele-Plan der Bundesliga zur Fortsetzung der Saison aufgekommen. Alle drei Infizierten befinden sich in Quarantäne. Am Montagnachmittag wird die Mannschaft von Cheftrainer Markus Gisdol wieder in Gruppen trainieren.

Globaler Kampf gegen Pandemie: London gibt über 400 Millionen Euro

10:13 Uhr: Grossbritannien stellt für die weltweite Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus 388 Millionen Pfund (etwa 442 Millionen Euro) zur Verfügung. "Um diese Schlacht zu gewinnen, müssen wir zusammenarbeiten, um einen unbezwingbaren Schutzschild um alle Menschen zu bauen", teilte Premierminister Boris Johnson am Montag in London anlässlich einer Geberkonferenz mit. "Das Rennen um den Impfstoff sei "kein Wettbewerb zwischen Ländern, sondern das dringendste gemeinsame Unterfangen unseres Lebens".

Im Kampf gegen die Pandemie will eine weltweite Allianz mindestens 7,5 Milliarden Euro Anschubfinanzierung zusammenbringen - ausser für Impfstoffe wird das Geld auch für Arzneien und Tests gesammelt. Die für Montagnachmittag geplante Online-Geberkonferenz, an der unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron teilnehmen wollten, wird von der EU-Kommission ausgerichtet. Ziel ist es, schnell Gegenmittel auf den Markt zu bringen und dann preiswert weltweit zugänglich zu machen.

Grossbritannien ist besonders stark von der Pandemie getroffen. Die Regierung steht wegen ihres Krisenmanagements stark in der Kritik. Auch Johnson hatte sich mit dem Coronavirus angesteckt und musste mehrere Tage lang auf der Intensivstation behandelt werden.

Paul-Ehrlich-Institut optimistisch bei Corona-Impfstoff-Entwicklung

09:59 Uhr: Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, hat sich bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus zuversichtlicher gezeigt als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Er hoffe, dass die von der Weltgesundheitsorganisation WHO gesetzte Zeitvorgabe von 15 bis 18 Monaten unterschritten werden könne, sagte Cichutek am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Spahn hatte gesagt, er freue sich, wenn binnen Monaten ein Impfstoff entwickelt werde - es könne aber auch Jahre dauern.

Laut Cichutek gab es bei der von dem bundeseigenen Institut für Impfstoffe genehmigten Prüfung des Impfstoffs eines Mainzer Biotechnologieunternehmens bisher "keine besonderen Auffälligkeiten". Im Laufe dieses Jahres werde es vier klinische Prüfungen geben.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass jetzt die ersten klinischen Prüfungen positiv ausgehen werden", sagte Cichutek. Danach folge Phase zwei der Entwicklung mit Kombinationsprüfungen für die Wirksamkeit und Sicherheit.

Cichutek lobte die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Unternehmen. "Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab, dass alle an einem Strang ziehen." So würden sich die Entwickler schon jetzt darauf einstellen, grössere Mengen an Impfstoffen herzustellen.

Sollten diese vorhanden sein, glaube er nicht, dass die Einführung einer Impfpflicht nötig werde. Schon jetzt würden sich viele Menschen als Probanden freiwillig melden. "Ich gehe nicht davon aus, dass sich viele verweigern werden der Impfung."

Serbien hebt Ausnahmezustand und Ausgangssperren auf

09:10 Uhr: In Serbien gilt der wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausnahmezustand ab Donnerstag nicht mehr. Präsident Aleksandar Vucic kündigte die Aufhebung am Sonntagabend im regierungsnahen TV-Sender Pink an.

Damit würden auch die Ausgangssperren fallen, fügte er hinzu. Vucic hatte am 15. März den Ausnahmezustand ausgerufen.

Dies hatte die Grundlage für strenge Ausgangssperren gebildet, die derzeit noch für die Nacht gelten und zuletzt auch ganze Wochenenden umfassten. Während des orthodoxen Osterfestes etwa durfte 84 Stunden lang niemand ohne Ausnahmegenehmigung das Haus verlassen.

Trump rechnet mit Coronavirus-Impfstoff zum Jahresende

08:31 Uhr: US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Jahres einen Impfstoff haben werden", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung des Senders Fox News in Washington, wo er sich Wählerfragen stellte.

Der prominente US-Regierungsberater und Immunologe Anthony Fauci hatte am Donnerstag im Sender CNN gesagt, er rechne im Idealfall im Januar mit einem Impfstoff. "Ich kann das aber nicht garantieren", schränkte er ein.

Es gebe zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, die einen Impfstoff verzögern könnten. Trumps Regierung hat eine "Operation Warp-Geschwindigkeit" ins Leben gerufen, die eine beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes zum Ziel hat.

Japan verlängert Notstand wegen Coronavirus bis Monatsende

08:20 Uhr: Japans Regierung hat trotz erster Anzeichen sinkender Neuinfektionen mit dem Coronavirus eine Verlängerung des Notstands bis Ende Mai beschlossen. Das berichteten japanische Medien am Montag.

Zuvor hatte ein Expertengremium der Regierung sich für eine Verlängerung des zunächst bis zum 6. Mai angesetzten Notstands ausgesprochen. Der Notstand in Japan bedeutet allerdings keine Ausgangssperren wie in Europa.

Die Bürger des Inselreiches sind lediglich dazu aufgefordert, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Viele Geschäfte, Restaurants und Kaufhäuser sind geschlossen.

Vorwürfe wegen Coronavirus: China sieht Ablenkungsmanöver der USA

08:09 Uhr: Chinesische Staatsmedien haben Vorwürfe der US-Regierung über Vertuschung in der Coronakrise und den Ursprung des Virus als "grundlose Beschuldigungen" zurückgewiesen. Es sei eine Strategie, von der eigenen "Unfähigkeit" im Kampf gegen die Pandemie abzulenken, kommentierte am Montag die Zeitung "Global Times", die vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird.

Ziel der US-Regierung sei es, China die Schuld für die Pandemie zu geben, um die öffentliche Meinung zu manipulieren und"Klagen wegen Amtspflichtverletzung" hinsichtlich der eigenen Reaktion auf die Pandemie zu entgehen. "Das ultimative Ziel ist es jetzt, die Wahl zu gewinnen", schrieb der Kommentator zu den Anstrengungen von Präsident Donald Trump, im November eine zweite Amtszeit zu erreichen. Kritiker werfen ihm vor, die Gefahr lange heruntergespielt zu haben.

Corona-Lockerungen zum Wochenstart

07:44 Uhr: Zum Wochenstart werden in vielen Bundesländern die wegen der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen weiter gelockert. So dürfen etwa Friseure ihre Salons wieder öffnen und Hunderttausende Schüler können wieder in Schulen lernen. Das ändert sich ab dem 4. Mai:

  • Viele Friseure öffnen ihre Salons am Montag wieder. Nach rund sechs Wochen Zwangspause rechnet die Branche zur Wiedereröffnung mit einem Ansturm.
  • In vielen Ländern kommen nach den Abschlussklassen jetzt auch jene Schüler tageweise zurück, die im nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen haben, sowie die obersten Grundschulklassen. Die Kinder der anderen Jahrgangsstufen bleiben erst einmal zu Hause.
  • In einigen Ländern wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Rheinland-Pfalz dürfen von dieser Woche an wieder alle Geschäfte öffnen - unabhängig von ihrem Sortiment und auch mit mehr als dem bisherigen Maximalwert von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. In Nordrhein-Westfalen und Bayern gilt die Regelung mit Ausnahmen.
  • Weiterhin in Kraft bleiben fast überall die bundesweit geltenden Kontaktbeschränkungen - die Ausnahme ist Sachsen-Anhalt. Dort hatte die schwarz-rot-grüne Landesregierung am Samstag beschlossen, dass sich von Montag an Gruppen von bis zu fünf statt zwei Menschen treffen dürfen - bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern.

Lesen Sie hier: Corona-Lockerungen zum Wochenstart - Länder wollen noch mehr

Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Brasilien

06:59 Uhr: In Brasilien haben sich nach offiziellen Angaben nun mehr als 100.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Sonntag (Ortszeit) bekannt gab, lag die Zahl der Corona-Infizierten bei 101.147.

Mindestens 7.025 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Den Daten der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten zufolge liegt Brasilien in absoluten Zahlen damit auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder weltweit.

Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen. Allerdings ist Brasilien mit mehr als 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika.

Müller: Neue Dimension der Zusammenarbeit gegen Coronavirus nötig

06:28 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie setzt Entwicklungsminister Gerd Müller auf eine international deutlich verstärkte Zusammenarbeit.

"COVID-19 besiegen wir nur weltweit oder nicht. So wie es bei Pocken, Masern oder Polio gelungen ist", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der am heutigen Montag von der EU-Kommission geplanten Online-Geberkonferenz.

Er hoffe, dass die Konferenz ihr Ziel von 7,5 Milliarden Euro im Kampf gegen das Virus erreichen werde. Von besonderer Bedeutung sei die Beteiligung von Unternehmen und Stiftungen an der Initiative. Nötig sei eine "globale Zusammenarbeit in einer völlig neuen Dimension".

Bericht: Schutzschirm für Zahnärzte geringer als geplant

05:03 Uhr: Ein geplanter Schutzschirm für Zahnärzte, Therapeuten und bestimmte Reha-Einrichtungen soll nach einem Medienbericht an diesem Dienstag in Kraft treten - allerdings für Zahnärzte in geringerem Umfang als ursprünglich vorgesehen.

Nach der Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Zahnärzte wegen ihrer Einnahmeausfälle zwar weiterhin 90 Prozent der Vergütung aus dem letzten Jahr erhalten, diese nun aber komplett zurückerstatten müssen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag) berichtet. Geplant gewesen sei, dass sie am Ende des Jahres 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe als zusätzliche Hilfe hätten behalten dürfen.

Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten erhalten dem Bericht zufolge 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss. Einrichtungen des Müttergenesungswerks und gleichartige Einrichtungen sollen wie bereits stationäre Rehabilitationseinrichtungen 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle aus Mitteln der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds ersetzt bekommen.

Auch für die Pflege gibt es demnach Verbesserungen: So wird der monatliche Pauschalbetrag, den die Pflegeversicherung für sogenannte Pflegehilfsmittel in der häuslichen Pflege zahlt, befristet von 40 auf 60 Euro angehoben. Dabei handelt es sich unter anderem um Einmalhandschuhe, Schutzschürzen oder Desinfektionsmittel.

Nordrhein-Westfalen droht bei Kita-Öffnung mit Alleingang

05:01 Uhr: Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat bei der Kita-Öffnung in der Corona-Pandemie mit einem Alleingang gedroht, sollte Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Mittwoch mit den Ministerpräsidenten keinen einheitlichen Kurs beschliessen.

"Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten", sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im "Morning Briefing"-Podcast (Montag) von Gabor Steingart. Zwar sollten sich Erzieher und Tagespflegepersonal in der derzeitigen Situation sicher fühlen können, aber andererseits müssten auch die Kinder möglichst zügig zurück in die Betreuung.

US-Vizepräsident Pence bedauert Verzicht auf Maske bei Klinikbesuch

05:00 Uhr: Nach massiver Kritik hat US-Vizepräsident Mike Pence sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass er bei einem Klinikbesuch in der vergangenen Woche keine Schutzmaske getragen hat. Er werde regelmässig auf das Coronavirus getestet und sei deshalb davon ausgegangen, dass eine solche Massnahme nicht notwendig sei, sagte Pence am Sonntagabend (Ortszeit) dem Sender Fox News.

"Aber ich hätte in der Mayo Clinic eine Maske tragen sollen." Pence hatte am vergangenen Dienstag keine Maske an, obwohl das in dem Krankenhaus im US-Bundesstaat Minnesota vorgeschrieben ist.

Der Vizepräsident leitet die Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt seit Anfang April, dass im Kampf gegen das Coronavirus auch gesunde Menschen ohne Symptome Stoffmasken in der Öffentlichkeit tragen sollten.

Brot bleibt in der Coronakrise gefragt

03:50 Uhr: Die Coronakrise trifft auch die Bäckereien in Deutschland, dabei verkauft sich Brot sogar besser als zuvor. Darauf weist der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin hin.

Nach dessen Einschätzung sind die Umsätze der Bäcker im Schnitt um 40 Prozent zurückgegangen. Wie stark die einzelnen Betriebe betroffen sind, hänge vor allem vom Geschäftsmodell und von der Lage ab.

Verkaufsstellen an touristisch geprägten Orten, in Fussgängerzonen und an Flughäfen verzeichneten zum Teil Umsatzverluste von 90 Prozent. Statt unterwegs essen die Menschen in Deutschland aber wieder mehr zu Hause.

Bei den Bäckern ist Brot stark gefragt. Torten und Kuchen werden dagegen weniger gekauft, weil Familienfeiern und Kaffeeklatsch derzeit ausfallen. Daten dazu liegen dem Verband noch nicht vor.

Die Coronavirus-Meldungen vom Vortag finden Sie hier

Mehr zum Coronavirus-Thema:

Mit Material von dpa, afp, sid und apa.