• 14:51 Uhr: Misslungene Protest-Aktion bei EM-Spiel: Greenpeace entschuldigt sich
  • 12:50 Uhr: ➤ EM-Stadion in Regenbogenfarben? Münchens OB schreibt Brief an UEFA
  • 11:14 Uhr: Kimmich ordnet sich unter: "Das erwarte ich auch von jedem anderen"
  • 09:48 Uhr: Frankreichs Mbappé im Budapester Stadion beschimpft und rassistisch beleidigt
  • 09:06 Uhr: Daum kritisiert Türkei bei EM: "Spieler wirken total gehemmt

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➤ EM-Stadion in Regenbogenfarben? Münchens OB schreibt Brief an UEFA

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will den europäischen Fussballverband UEFA am Montag in einem Brief zum Regenbogen-Protest gegen die homofeindliche Politik von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban auffordern. "Der OB wird bereits morgen einen Brief an die UEFA schreiben", sagte seine Sprecherin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Münchner Stadtrat hatte zuvor fraktionsübergreifend gefordert, die EM-Arena für das Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heisst es in dem Antrag, über den formell erst am Mittwoch, dem Spieltag, entschieden werden soll. Die Regenbogenfarben stehen weltweit als Symbol für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt.

Der Ball liegt nun im Feld der UEFA. Auf Anfrage gab es dort zunächst aber keine Reaktion auf den Vorstoss, der auch vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland begrüsst wird.

Das ungarische Parlament hatte am Dienstag ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fussball-EM in Deutschland geworden.

Die weiteren EM-News des Tages:

Zwei Überraschungs-Torschützen: Pessinas Freude für Gosens

22:33 Uhr: Den 4:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der EM gegen Portugal verfolgte der Italiener Matteo Pessina vor dem Fernseher - und freute sich ganz besonders für seinen Teamkollegen. Robin Gosens, der gemeinsam mit Pessina beim Serie-A-Klub Atalanta Bergamo spielt, zeigte eine tolle Leistung und erzielte ein Tor.

"Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass er getroffen hat", berichtete Pessina. "Ich habe ihm sofort geschrieben."

Einen Tag später war es dann Pessina, der sich beim 1:0 der Italiener gegen Wales als Torschütze auszeichnete - obwohl eigentlich weder Gosens noch Pessina in ihren jeweiligen Nationalteams hauptsächlich für das Erzielen von Toren verantwortlich sind. Gosens spielt auf der linken Aussenbahn, Pessina im defensiven Mittelfeld. "Ich bin super glücklich für ihn und denke, dass er auch super glücklich für mich ist", sagte der 24 Jahre alte Pessina am Sonntag grinsend.

Keine russischen Fans in Dänemark: Tschertschessow findet es unfair

20:55 Uhr: Russlands Trainer Stanislaw Tschertschessow stört sich vor dem entscheidenden EM-Vorrundenspiel am Montagabend in Dänemark daran, dass keine russischen Fans ihr Team nach Kopenhagen begleiten dürfen. "Natürlich bedauern wir, dass unsere Fans nicht ins Stadion dürfen. Das ist irgendwie nicht fair", sagte der ehemalige Bundesliga-Torwart von Dynamo Dresden am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz.

"Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine globale Situation, die keine grossen Fortschritte macht. Da können wir die Hilfe nicht verweigern. Die Fans werden uns im Fernsehen sehen, und unsere Aufgabe ist es, sie so glücklich wie möglich zu machen."

Wegen der Corona-Pandemie erlaubt Dänemark Nicht-EU-Bürgern aktuell nur dann eine Einreise, wenn dafür ein wichtiger Grund vorliegt. Für die russischen Spieler und Trainer gilt das, für Zuschauer aber nicht. Der russische Verband hatte bereits vor der EM bei der UEFA zu intervenieren versucht, weil in Russland bereits 2.500 Fans ein Ticket für dieses wichtige Spiel gekauft hatten. Dieser Vorstoss blieb aber erfolglos.

In Kopenhagen werden am Montag (21:00 Uhr/LIVE bei uns im Ticker) 25.000 Zuschauer erwartet. Die Russen haben nach ihrem Sieg gegen Finnland die deutlich bessere Ausgangsposition als die noch punktlosen Dänen.

Im Fall eines Sieges wären sie definitiv für das Achtelfinale qualifiziert. Ein Unentschieden garantiert ihnen mindestens den dritten Platz in dieser Gruppe.

Robin Gosens
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DFB-Team gegen Portugal in der Einzelkritik: Diese Elf entfacht plötzlich EM-Euphorie

Der Knoten ist geplatzt: Deutschlands Nationalmannschaft liefert gegen Portugal das bisher torreichste Spiel des EM-Turniers - und das mit der gleichen Startelf wie gegen Frankreich. Wer sich wie geschlagen hat, erfahren Sie in der Einzelkritik.

Belgien: Entscheidung über Lukaku-Einsatz erst am Montag

19:32 Uhr: Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez will seinem Weltklasse-Stürmer Romelu Lukaku vorab keine Garantie für einen Startelf-Einsatz gegen Finnland geben. "Ich habe noch nicht entschieden, aber für Romelu wäre es positiv, einfach weiter zu spielen. Trotzdem müssen wir schauen, dass er nicht zu viel spielt. Das ist eine Entscheidung der Balance, die wir am Montagmorgen treffen", sagte Martínez am Sonntagabend in St. Petersburg.

Die Red Devils treffen am Montag (21:00 Uhr/LIVE bei uns im Ticker) auf Debütant Finnland und sind bereits fürs Achtelfinale qualifiziert.

Bereits garantiert hatte der Spanier, dass Axel Witsel, Eden Hazard und Kevin De Bruyne nach verschiedenen Verletzungen im Gruppenfinale beginnen dürfen. Dies bestätigte Martínez nun noch einmal. "Dieses Trio ist wichtig für uns und es ist wichtig, dass sie nun mal von Anfang an spielen", sagte der Coach. Es werde Wechsel geben, "aus gutem Grund. Wir wollen sicherstellen, dass jeder für die K.o.-Runde fit ist."

Gegen Dänemark hatte der Mitfavorit zur Halbzeit mit 0:1 hintengelegen, bevor nacheinander De Bruyne, Hazard und Witsel ins Spiel kamen. Am Ende siegte Belgien mit 2:1. Gegen Finnland würde schon ein Remis reichen, um den Gruppensieg perfekt zu machen.

Pandevs letzter Auftritt

18:35Uhr: Das letzte EM-Gruppenspiel Nordmazedoniens gegen die Niederlande wird zum Abschiedsspiel für Rekordspieler Goran Pandev. Der Kapitän des EM-Neulings stellte am Sonntagabend klar, dass er nach der EM seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden werde.

"Das ist für mich das letzte Spiel im Nationaltrikot. Ich glaube, dass es der richtige Moment ist, um zurückzutreten", sagte der 37-Jährige, der zuletzt für den FC Genua in der Serie A gespielt hatte.

Sportlich geht es für Nordmazedonien am Montag (18.00 Uhr/LIVE bei uns im Ticker in Amsterdam nur noch darum, eventuell doch noch erstmals überhaupt bei einem grossen Turnier zu punkten. Nach den beiden bisherigen Vorrundenspielen gegen Österreich (1:3) und die Ukraine (1:2) hat der Fussballzwerg keine Chance mehr aufs Achtelfinale. Auch die Niederlande stehen bereits als Gruppensieger fest.

"Jedes Spiel im Nationaltrikot war für mich emotional. Aber natürlich wird dieses Spiel für mich noch einmal speziell", sagte Pandev, der das erste EM-Tor Nordmazedoniens überhaupt gegen Österreich erzielt und auch beim 2:1 in der WM-Qualifikation Ende März gegen Deutschland getroffen hatte.

Der Angreifer ist das Fussball-Idol seines Landes schlechthin. Pandev absolvierte die meisten Länderspiele, schoss die meisten Tore und ist auch als langjähriger Profi in der Serie A der mit Abstand erfolgreichste Profi Nordmazedoniens. 2010 gewann er mit Inter Mailand unter Trainer Jose Mourinho in Italien das Double und gewann dabei in der Champions League das Finale gegen den FC Bayern.

Insgesamt fünf Wechsel bei Schweizern und Türken vor EM-Duell

17:25 Uhr: Vor dem entscheidenden dritten EM-Gruppenspiel gegeneinander haben der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic und sein türkischer Kollege Senol Günes ihre Mannschaften auf mehreren Positionen umgestellt. Bei den Eidgenossen spielen Silvan Widmer und der Frankfurter Steven Zuber anstelle von Fabian Schär und des Wolfsburgers Kevin Mbabu.

Bei den Türken gibt es an diesem Sonntag gleich drei Änderungen. Merih Demiral, Mert Müldür und Irfan Can Kahveci stehen neu in der Anfangsformation. Sie ersetzen Umut Meras, Okay Yokuslu, und Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf.

Beide Mannschaften stehen in Baku ziemlich unter Druck. Die Schweiz hat bisher einen Punkt geholt, die Türkei gar keinen. Beide Teams haben aber noch die Chance, ins Achtelfinale einzuziehen.

Matthäus nach Portugal-Spiel: Mit dieser Leistung "gehören wir immer zu den Favoriten"

16:49 Uhr: Der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus traut der deutschen Auswahl nach dem leidenschaftlichen Auftritt gegen Europameister Portugal (4:2) am Samstag noch eine Menge zu im weiteren Turnierverlauf. "Das Schönste für mich war, wie die Mannschaft nach dem Rückstand zurückgekommen ist. Wenn sie mit dieser Leidenschaft spielen, dann gehören wir immer zu den Favoriten - bei jedem Turnier", sagte der "Sky"-Experte am Sonntag.

Es sei ein "tolles Spiel" der deutschen Mannschaft gewesen. Matthäus: "Sie hat genau das umgesetzt, was wir nach dem Frankreich-Spiel kritisiert haben. Sie hat aggressiv, sehr kompakt und mit Leidenschaft gespielt."

Der fünfmalige WM-Teilnehmer glaubt, dass häufig zu viel "über Taktik und Aufstellung, Dreierkette, Viererkette" gesprochen werde. Wichtig sei, "dass die Spieler das umsetzen. Ich bin kein Gegner der Dreierkette".

Man brauche dafür allerdings die entsprechenden Spielertypen. Matthäus: "Ich denke da gerade an Robin Gosens auf der linken Seite. Der kann wahrscheinlich gar keine Viererkette, weil er auch in Bergamo immer wieder dieses gleiche System spielt. Und das sind natürlich dann Spieler, die sich in diesem System wohlfühlen."

Österreichs Alaba vor Gruppenfinale: "Wollen Geschichte schreiben"

16:42 Uhr: Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen die Ukraine hat Österreichs Star David Alaba die Bedeutung der Partie am Montag (18:00 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) in Bukarest betont. "Für jeden einzelnen von uns ist dieses Spiel wichtig. Wir wollen Geschichte schreiben. Die Vorfreude ist riesig", sagte der von Bayern München zu Real Madrid wechselnde Alaba am Sonntag in der rumänischen Hauptstadt.

Österreich und die Ukraine gehen punktgleich in das Duell, die Ostereuropäer haben aber das bessere Torverhältnis. Bei einem Remis wäre also die Ukraine als Gruppenzweiter hinter den Niederlanden fix für das Achtelfinale qualifiziert. Die Österreicher müssten dann darauf hoffen, als einer der vier besten Gruppendritten erstmals in der EM-Historie die Vorrunde zu überstehen.

Dabei helfen soll Marko Arnautovic, der nach seiner Sperre wegen des beleidigenden Torjubels wieder zur Verfügung steht. "Marko wird von Anfang an spielen", kündigte Nationaltrainer Franco Foda an.

Allerdings warnte der frühere Bundesligaprofi davor, zu viel von Arnautovic zu erwarten. "Wir sind froh, dass er wieder spielen kann. Aber man darf nicht den Fehler machen, jetzt zu sagen, wir sind nur von Marko abhängig", sagte Foda.

Alaba ist aber froh, dass der frühere Bremer wieder dabei ist. "Dass Marko uns helfen kann ist kein Geheimnis. Er besitzt die Qualitäten, um ein Spiel entscheiden zu können", sagte Alaba.

Misslungene Protest-Aktion bei EM-Spiel: Greenpeace entschuldigt sich

14:51 Uhr: Nach der missglückten Protestaktion vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Fussball-Nationalmannschaft hat sich Greenpeace bei ihren Förder-Mitgliedern entschuldigt. "Im Namen von Greenpeace möchte ich hiermit noch einmal ausdrücklich bei den Betroffenen dieser Notlandung um Verzeihung bitten", heisst es in einer E-Mail von Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. Die Umweltschutzorganisation übernehme die volle Verantwortung und werde "alles daran setzen, dass so etwas nie wieder passiert".

Ein 38 Jahre alter Mann aus Pforzheim in Baden-Württemberg war kurz vor dem Anpfiff des Spiels zwischen Deutschland und Frankreich (0:1) am Dienstagabend auf dem Spielfeld notgelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen.

Beide hatten die Klinik bis Freitag wieder verlassen. Die Polizei bestätigte ausserdem, dass es einen Hinweis der Umweltorganisation auf die Aktion gegeben habe - allerdings erst, als der Pilot schon im Landeanflug gewesen sei. Eigentlich wollte Greenpeace mit der Aktion gegen Sponsor Volkswagen protestieren.

Kimmich ordnet sich unter: "Das erwarte ich auch von jedem anderen"

11:14 Uhr: Nach seinem starken Auftritt gegen Portugal als offensiver Rechtsverteidiger hat Joshua Kimmich nochmals an alle seine Kollegen appelliert, alle persönlichen Interessen hinten an zu stellen.

Der Münchner bewies beim 4:2-Sieg im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Portugal, dass er auch auf der von ihm nicht bevorzugten Aussenbahn Top-Leistungen anbietet. "Der Trainer entscheidet am Ende, wo er das Gefühl hat, dass die beste Mannschaft auf dem Platz steht", betonte Kimmich.

"Ich fühle mich im Mittelfeld sehr wohl, aber kann auch als Rechtsverteidiger agieren. In der Fünferkette ist das dann doch nochmal eine andere Position als in der Viererkette", sagte der 26-Jährige nochmals zu seiner Versetzung aus der Mittelfeldzentrale auf die rechte Seite und ergänzte: "Das erwarte ich auch von jedem anderen, nicht nur von mir, dass er alles für den Teamerfolg in die Waagschale haut. Nur wenn wir das machen, können wir ganz weit kommen."

Bundestrainer Joachim Löw hatte schon vor Turnierstart darauf hingewiesen, dass jeder seiner nominierten Spieler für den Fall bereit sein müsse, wenn er zum Einsatz kommt. Und sei es auch nur für wenige Minuten.

Auch Spieler wie Leroy Sané und Timo Werner, die in der Vergangenheit regelmässig in der Startelf gestanden hatten, müssen sich unterordnen. Der Münchner Sané war gegen Portugal nach 87 Minuten eingewechselt worden, Champions-League-Sieger Werner vom FC Chelsea kam gar nicht zum Einsatz.

Wenn das Stadion zum Familientreff wird: DFB-Spieler vermissen ihre Liebsten

Bei der Corona-EM 2021 ist alles anders: Weil die Spieler wegen strenger Corona-Regen ihre Familien während des Turniers nicht sehen dürfen, wird das Stadion nun zum Familientreffpunkt. Joshua Kimmich etwa begrüsste nach dem 4:2 gegen Portugal seine Liebsten an der Tribüne. Der Kontaktverzicht fällt nicht nur dem 26-Jährigen schwer. (Foto: imago images/ActionPictures)

Ungarns Kapitän Szalai wohl gegen Deutschland einsatzbereit

11:02 Uhr: Die ungarische Fussball-Nationalmannschaft kann im EM-Gruppenfinale gegen Deutschland am Mittwoch (21:00 Uhr/ZDF und Magenta TV sowie bei uns im Liveticker) wohl wieder auf Kapitän Adam Szalai zurückgreifen. Wie der Verband am Sonntag mitteilte, wurden am Abend zuvor eingehende Untersuchungen durchgeführt. Diese hätten ergeben, dass Szalai hoffentlich zur Verfügung stehen werde.

Der 33 Jahre alte Stürmer des FSV Mainz 05 war am Samstag gegen Weltmeister Frankreich (1:1) nach einer knappen halben Stunde wegen eines Schlags auf den Kopf ausgewechselt worden. Szalai hatte über Schwindel geklagt, Nemanja Nikolic ersetzte ihn.

Frankreichs Mbappé im Budapester Stadion beschimpft und rassistisch beleidigt

Französische Fussballer sind von einigen Fans beim zweiten EM-Gruppenspiel gegen Ungarn teils wüst beschimpft worden. Wenn der schwarze Stürmer Kylian Mbappé am Samstag beim 1:1 (0:1) gegen den Co-Gastgeber am Ball war, ertönten immer wieder Affenlaute von den Rängen. Dies berichtete ein dpa-Reporter aus dem Stadion. Angreifer Karim Benzema, der algerische Wurzeln hat, wurde ebenfalls vereinzelt verbal angepöbelt.

Der Kölner "Express" berichtet ausserdem davon, dass unter den ungarischen Fans eine grössere Gruppe der "Carpathian Brigade" auszumachen gewesen sei. Dahinter stecke demnach eine in Ungarn berüchtigte Union aus vorrangig rechtsradikalen Hooligans, die schon bei der EM 2016 mit Prügeleien, Pyro-Aktionen und rassistischen Gesten auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Schon beim ersten Gruppenspiel in Budapest hatten portugiesische Medien berichtet, dass Superstar Cristiano Ronaldo von manchen Zuschauern in der Puskas Arena übel angefeindet wurde.

Jeweils mehr als 55.000 Besucher, mehrheitlich ungarische Fans, waren bei den beiden Spielen im Stadion.

Daum kritisiert Türkei bei EM: "Spieler wirken total gehemmt"

09:06 Uhr: Der ehemalige Bundesliga-Trainer und Türkei-Experte Christoph Daum hat die bisherigen EM-Auftritte der türkischen Nationalmannschaft kritisiert. "Die türkischen Medien lassen zurecht kein gute Haar am Team, weil man bei der individuellen Klasse viel mehr erwarten durfte", schrieb der 67-Jährige in einem Beitrag der "Welt am Sonntag".

Daum ergänzte: "Ich hatte gerade nach den starken Leistungen in den WM-Qualifikationsspielen beim 4:2 gegen die Niederlande und beim 3:0 in Norwegen fest damit gerechnet, dass die Mannschaft voller Selbstvertrauen in die EM startet. Ich habe aber noch nie eine türkische Nationalelf gesehen, die so ohne Selbstbewusstsein und Gegenwehr gespielt hat. Die Spieler wirken total gehemmt und haben es einfach geschehen lassen."

Das Team von Coach Senol Günes hat seine ersten beiden Spiele bei der Fussball-Europameisterschaft verloren und dabei kein Tor erzielt. An diesem Sonntag trifft die Mannschaft in Baku auf die Schweiz. Daum hat in seiner Trainerkarriere mehrmals in der Türkei gearbeitet und dort Fenerbahce Istanbul, Besiktas Istanbul und Bursaspor trainiert.

Aus seiner Sicht hängt die Schwäche des Nationalteams auch mit Mängeln in der Nachwuchsarbeit zusammen. Der Verband sollte sich nicht nur auf seine "Legionäre und die im Ausland ausgebildeten Jugendspieler verlassen", sagte Daum. "Eher sollte der DFB mit seiner Ausbildung ein Vorbild sein, denn wir werden in den nächsten Jahren immer wieder auf junge Talente setzen können, die das Zeug dazu haben, den Sprung in die A-Elf zu schaffen."

Stadion-Treffen mit den Liebsten: Nicht nur Kimmich vermisst seine Kinder

06:03 Uhr: Die Fussball-Nationalspieler vermissen wegen der strengen Corona-Regeln während der Europameisterschaft den direkten Kontakt zu ihren Familien und Freunden. Nach dem 4:2 gegen Portugal am Samstagabend in München nahmen sich darum etwa Joshua Kimmich und auch etliche seiner Teamkollegen möglichst viel Zeit, um in der Münchner Arena zu ihren Liebsten vor die Tribünen zu gehen und sie dort zu sehen und mit ihnen sprechen zu können. (Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.)

"Der Abschied tat weh, als wir uns in Seefeld getroffen haben", sagte Kimmich rückblickend auf den Vorbereitungsstart am 28. Mai. "Jetzt sind es drei Wochen. Natürlich gibt es heutzutage Facetime und all das drum und dran. Aber es ist schon schwierig. Die eigenen Kinder, die Familie, die vermisst man schon", sagte Kimmich.

Das Turnier könnte für die DFB-Auswahl maximal bis zum Finale am 11. Juli dauern. "Ich hoffe, dass ich sie noch ein paar Wochen vermissen werde", sagte Kimmich dazu.

Nationalspieler gewinnen Fans zurück: "Wollen die Leute mitnehmen"

05:25 Uhr: Die Jubelgesänge der Fans während und nach dem 4:2 im EM-Spiel gegen Portugal haben den deutschen Fussball-Nationalspielern sehr gut getan. "Wir treten hier bei einem Turnier für Deutschland an. Wir wollen das so erfolgreich wie möglich gestalten. Wir wollen die Leute einfach mitnehmen", sagte Verteidiger Matthias Ginter am Samstagabend in München. Die deutschen Anhänger unter den 14.500 Zuschauern feierten das Team mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen.

Diese waren bei einem Länderspiel lange nicht mehr zu hören - und das lag nicht nur an den Geisterspielen während der Corona-Pandemie. "Die letzten zwei, drei Jahre liefen nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben, wie die Leute sich das vorgestellt haben", bemerkte Gladbachs Ginter selbstkritisch. Der 27-Jährige hofft auf einen Umkehreffekt bei der Europameisterschaft mit drei Heimspielen in der Gruppenphase.

"Es ist eine grosse Möglichkeit und Chance, das wieder in positivere Bereiche zu schieben, die Leute, die Fans mitzunehmen mit der Art und Weise, wie wir spielen", sagte Ginter. Das sei dem Team nach dem 0:1 zum EM-Auftakt gegen Frankreich in Spiel zwei "ganz gut gelungen".

Sommer nach verpasster Geburt: "Für mich hat die Freude überwogen"

05:07 Uhr: Der Schweizer Nationaltorwart Yann Sommer hat bei der Fussball-EM Einblicke in sein Gefühlsleben rund um die Geburt seines zweiten Kindes gegeben. "Es war für mich sehr emotional und natürlich auch sehr stressig", beschrieb der 32-Jährige von Borussia Mönchengladbach den Abend nach der 0:3-Niederlage seines Teams gegen Italien am vergangenen Mittwoch.

Sommer war direkt nach dem Spiel nach Deutschland gereist, um bei der Geburt seiner Tochter Nayla dabei zu sein. Dafür kam er allerdings nicht rechtzeitig an. "Natürlich habe ich mir gewünscht, dass ich es rechtzeitig schaffe", sagte er und ergänzte: "Für mich hat die Freude überwogen, als ich ins Krankenhaus kam. Dann war die andere Sache schon vergessen."

Sommer beschrieb die Situation so: "Ich konnte meine Frau und meine Kleine in die Arme nehmen. Das war sehr schön. Unsere Kinder haben sich das erste Mal kennengelernt. Etwas viel Schöneres gibt es nicht."

Das EM-Tagebuch vom 19. Juni zum Nachlesen finden Sie hier

Mehr zur EM 2021:

Mit Material der dpa, afp und sid
Goretzka
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