• 17:06 Uhr: ➤ Vier freie Plätze: Kuntz muss mit einem Rumpf-Aufgebot nach Tokio fliegen
  • 13:43 Uhr: Olympiasiegerin Laura Ludwig möchte deutsche Fahne tragen: "Cooles Gefühl"
  • 12:16 Uhr: Barren-Olympiasieger Oleg Wernjajew nach positivem Doping-Test gesperrt
  • 09:49 Uhr: DHB-Vize Bob Hanning bezeichnet Spiele ohne Zuschauer als "grossen Mist"
  • 09:13 Uhr: Die ersten Athletinnen und Athleten ziehen ins Olympische Dorf ein
  • 08:44 Uhr: Japans Bevölkerung lehnt Olympia auf breiter Front ab

Mehr Olympia-Themen finden Sie hier

➤ DFB-Auswahl reist nur mit 18 Spielern nach Tokio: Stefan Kuntz schimpft auf die Bundesliga

Nach der kurzfristigen Absage von Ismail Jakobs bestreiten die deutschen Fussballer das Olympia-Turnier in Tokio mit nur 18 Spielern. Für den U21-Nationalspieler, der wegen seines Wechsels vom 1. FC Köln zum französischen Erstligisten AS Monaco auf die Sommerspiele verzichtet, wird kein Akteur nachnominiert. "Wir mussten im Januar eine 100er Liste erstellen. Wir haben alle Spieler auf dieser Liste abtelefoniert. Diese 18 sind übrig geblieben", sagte Trainer Stefan Kuntz am Dienstag wenige Stunden vor dem Abflug nach Japan.

Erlaubt wäre ein Olympia-Kader mit 22 Akteuren, die sich angesichts der bevorstehenden Bundesligasaison aber nicht finden liessen. "Einige Spieler wollten nicht, und dann haben wir einige Vereine, die mit der Unterstützung hinter dem Berg gehalten haben", sagte Kuntz zu den Personalproblemen. "Ich finde, das ist kein optimales Zeichen. Es gibt sonst wohl keine Sportart, in der nicht alle möglichen Kaderplätze besetzt werden."

Das DFB-Team trifft in der Vorrunde auf Olympiasieger Brasilien, Saudi-Arabien und die Elfenbeinküste. "Unser Ziel ist erst einmal das Erreichen des Viertelfinales", sagte Kuntz.

Deutschlands Olympia-Aufgebot:

Tor

  • Svend Brodersen (Yokohama FC)
  • Florian Müller (VfB Stuttgart)
  • Luca Plogmann (Werder Bremen)

Abwehr

  • Benjamin Henrichs (RB Leipzig)
  • Amos Pieper (Arminia Bielefeld)
  • David Raum (TSG Hoffenheim)
  • Keven Schlotterbeck (SC Freiburg)
  • Jordan Torunarigha (Hertha BSC)
  • Felix Uduokhai (FC Augsburg)

Mittelfeld und Sturm

  • Ragnar Ache (Eintracht Frankfurt)
  • Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen)
  • Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg)
  • Max Kruse (Union Berlin)
  • Eduard Löwen (VfL Bochum)
  • Arne Maier (Hertha BSC)
  • Marco Richter (FC Augsburg)
  • Anton Stach (SpVgg Greuther Fürth)
  • Cedric Teuchert (Union Berlin)
Olympische Spiele, Olympia, 2021, Tokio, Zeitplan, Japan
Der Zeitplan für die Olympischen Sommerspiele in Tokio nach Wettkampftagen.

Die weiteren Olympia-News des Tages:

Online-Wahl: Laura Ludwig würde gerne die deutsche Fahne tragen

Laura Ludwig, Beachvolleyball, Düsseldorf, Arena Sportpark, 2020
Die deutsche Beachvolleyballerin Laura Ludwig holte 2016 in Rio de Janeiro gemeinsam mit Kira Walkenhorst die olympische Goldmedaille.

13:43 Uhr: Die deutsche Beachvolleyballerin Laura Ludwig erfüllt sich zum vierten Mal ihren Traum von Olympischen Spielen - und möchte dieses Mal gern noch eine zusätzliche Hauptrolle übernehmen. Die Olympiasiegerin von Rio de Janeiro 2016 ist eine Kandidatin für die Aufgabe, bei der Eröffnungsfeier am 23. Juli in Tokio in einem leeren Stadion die schwarz-rot-goldene Teamfahne zu tragen. Sie wird erstmals in der deutschen Olympia-Geschichte von einem Duo, von einer Frau und einem Mann, ins Stadion getragen werden.

Ludwig hat schon Familie, Freunde und Fans mobilisiert, um letztlich gewählt zu werden. "Ich habe den einen oder anderen angeschrieben, aber nicht alle meine Telefonbuch-Seiten abgearbeitet", sagte Ludwig am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Seit dem 12. Juli läuft das öffentliche Voting für das Fahnenträger-Duo. Es endet am 18. Juli um 23:59 Uhr. "Ich freue mich sehr. Es ist schon eine Ehre und ein cooles Gefühl, da überhaupt zur Wahl zu stehen", betonte Ludwig, die auch Weltmeisterin, vier Mal Europameisterin und sieben Mal deutsche Meisterin war.

Olympiasieger Oleg Wernjajew nach Doping-Test von Teilnahme in Tokio ausgeschlossen

Oleg Verniaiev, Oleg Wernjajew, Ukraine, Turnen, Barren, WM, Montreal, Kanada, 2017
Der Ukrainer Oleg Wernjajew turnt während der WM 2017 in Montreal in Kanada am Barren.

12:16 Uhr: Barren-Olympiasieger Oleg Wernjajew wird wegen eines positiven Dopingtests nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Dies machte der 27 Jahre alte Kunstturner aus der Ukraine am Dienstag via Instagram öffentlich. Er sei rückwirkend zum November 2020 für vier Jahre gesperrt worden ist. Das habe das Schiedsgericht des Weltverbandes FIG entschieden.

Gegen die Sperre, so Wernjajew weiter, werde er jedoch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS kämpfen. Der ganze Kampf fange gerade erst an, dies sei der nächste Abschnitt seines Lebens und wie immer werde er bis zum Ende kämpfen. "Ich glaube, dass das höchste Sportgericht alles in Ordnung bringen wird."

Bei Wernjajew, der seit Jahren in der Kunstturn-Bundesliga für die TG Saar an die Geräte geht, wurde das als nicht erlaubt gelistete Herzmedikament Meldonium aufgespürt. Es erhöht die Belastbarkeit des Athleten und beschleunigt die Regeneration. Wernjajew bestreitet, gedopt zu haben. "Die wichtigste Frage ist, wie die illegale Droge in meinen Körper gelangt ist", schrieb er.

Der Turn-Weltverband hatte Wernjajew bereits im Herbst vergangenen Jahres vorläufig suspendiert, er fehlte daher auch schon bei den Europameisterschaften 2020 und 2021. Bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro gewann Wernjajew die Goldmedaille am Barren und im Mehrkampf die Silbermedaille, nur einen Zehntelpunkt hinter Superstar Kohei Uchimura aus Japan.

Bob Hanning: "Olympia vor Betonklötzen ist grosser Mist"

Bob Hanning, Handball, DHB, HBL, Bundesliga, Füchse Berlin, Frisch Auf Göppingen, 2020/21
Bob Hanning arbeitet als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten Füchse Belrin und amtiert zudem als Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes.

09:49 Uhr: DHB-Vizepräsident Bob Hanning bedauert den Zuschauer-Ausschluss bei den Olympischen Spielen in Tokio, zeigt jedoch Verständnis für diese Entscheidung. "Das ist natürlich grosser Mist, dass wir vor Betonklötzen Olympische Spiele spielen müssen. Aber es ist der Zeit geschuldet", sagte der stellvertretende Chef des Deutschen Handballbundes am Dienstagmorgen im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Athleten sind froh, dass sie spielen dürfen und dass sie an Olympischen Spielen teilnehmen dürfen. Dafür haben sie so eine lange Zeit so hart gearbeitet, von daher werden sie sich zurechtruckeln."

Die Organisatoren hatten vergangene Woche beschlossen, dass wegen der Coronavirus-Pandemie auch einheimische Zuschauer von den Wettbewerben in Tokio ausgeschlossen sein werden. Während Olympia wird in der japanischen Hauptstadt erneut der Corona-Notstand herrschen.

"Im Olympischen Dorf wird es Schritt für Schritt sicher etwas entspannter werden. Wir fahren mit einem sehr, sehr guten Gefühl", sagte Hanning. "Alle Spieler sind doppelt geimpft."

Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason fliegt an diesem Mittwoch zu den Sommerspielen nach Japan.

Sarah Köhler muss vor leeren Rängen um Olympia-Medaillen schwimmen: "Das ist schade"

Sarah Köhler bedauert die Ausrufung des Corona-Notstands in Tokio im Vorfeld der Olympischen Spiele: "Das ist schade. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass 50 Prozent Zuschauerauslastung im Stadion machbar ist." Die Massnahme aber diene dem Schutz der Bevölkerung. "Es wurde alles getan, dass die Wettkämpfe stattfinden können." (Teaserbild: picture alliance/dpa/Andreas Gora) © Sky

Strenge Corona-Regeln: Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ziehen ins Dorf ein

09:13 Uhr: Zehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat das Athletendorf in Tokio geöffnet. Der normalerweise fröhliche Countdown-Beginn wurde am Dienstag überschattet von der andauernden Sorge vieler Menschen im Gastgeberland vor einer Ausbreitung des Coronavirus durch das Mega-Sportspektakel. Am Vortag war der nunmehr vierte Notstand in der Olympia-Stadt in Kraft getreten und wird bis vorläufig zum 22. August - also bis nach Ende der Spiele - andauern.

Rund 18.000 Athleten und Offizielle werden in den 21 Gebäuden innerhalb des 44 Hektar grossen Olympischen Dorfes in der Bucht von Tokio wohnen. Immer mehr Delegationen sind bereits in Japan angekommen, bis Ende dieser Woche werden es voraussichtlich mehr als 2.200 Teilnehmer sein. Es wurden bereits zwei Mitglieder des Teams aus Uganda, ein serbischer Athlet und ein Mitglied der israelischen Delegation positiv auf das Virus getestet. Dies schürte noch die weit verbreitete Sorge in Japan vor einer Ausbreitung des Virus.

Normalerweise ist das Athletendorf die Partyzone und Begegnungsstätte für die Sportlerinnen und Sportler aller Länder. Doch in Tokio erwartet die Olympioniken eine gänzlich andere Atmosphäre voller strenger Regeln. So müssen sie stets mindestens zwei Meter Abstand halten, und das auch beim Essen. Kontakte sollen die Athletinnen und Athleten reduzieren, sich weder umarmen noch die Hände schütteln, und sich nur möglichst nur für kurze Zeit in der Mensa aufhalten.

Alkohol dürfen sie nur auf ihren Zimmern trinken, in öffentlichen Bereichen ist das verboten. Auch müssen sie ausserhalb ihrer eigenen Zimmer stets Masken tragen. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung sind genauso untersagt wie touristische Ausflüge. Erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf dürfen sie ins Dorf einziehen, spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz sollen sie wieder abreisen.

Umfrage: Die Japaner haben mit Olympia in Corona-Zeiten nach wie vor ein Problem

08:44 Uhr: Während in Tokio der Countdown zur Eröffnungsfeier läuft und das Olympische Dorf seine Türen für die ersten Athletinnen und Athleten geöffnet hat, ist die Skepsis der Japaner vor den Sommerspielen weiterhin ungebrochen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Marktforschungsinstituts IPSOS befürworten nur 22 Prozent im Gastgeberland die Olympia-Austragung während der Pandemie.

Das Institut befragte in seiner weltweiten Studie vom 21. Mai bis zum 4. Juni 19.510 Erwachsene in 28 Ländern. Im Durchschnitt sprachen sich nur 43 Prozent für die Durchführung der Spiele aus, die im vergangenen Jahr verschoben worden waren. Am 23. Juli sollen im Olympiastadion von Tokio die Sommerspiele eröffnet werden, Zuschauer sind wie bei den meisten Wettbewerben nicht zugelassen.

Laut IOC-Präsident Thomas Bach können sich die Gastgeber auf die "intensivsten und strengsten COVID-Massnahmen" und das vom Internationalen Olympischen Komitee angeschobene "weltweite Impfprogramm" verlassen. "Das japanische Volk kann auf alle Bemühungen vertrauen, die wir unternehmen, um die Spiele sicher zu machen", sagte Bach in einem Gespräch mit Olympiachefin Seiko Hashimoto am Dienstag.

US-Basketballer suchen ihre Gold-Form: Zweite Niederlage für das "Dream Team"

08:24 Uhr: Zweites Spiel, zweite Niederlage: Die Basketball-Superstars des Teams USA sind wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) noch weit von ihrer Bestform entfernt. Nach dem 87:90 gegen Nigeria unterlag das Team von Trainer Gregg Popovich in Las Vegas Australien 83:91.

Seit 1992, also seit Profis für die USA spielberechtigt sind, war es im 58. Testspiel erst die vierte Niederlage für den Rekord-Olympiasieger, dem wegen der parallel laufenden Finalserie in der Profiliga NBA noch drei Spieler fehlen.

Nigeria und Australien sind bei den Sommerspielen Gruppengegner der deutschen Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl. Das DBB-Team, das in letzter Sekunde beim Qualifikationsturnier in Split das Olympiaticket löste, bestreitet sein erstes Spiel in Tokio am 25. Juli (6:40 Uhr MESZ) gegen Italien.

Mit Material der dpa, afp und sid
Teaserbild: © imago images/Peter Hartenfelser