Das Coronavirus hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im News-Blog.

Alle Meldungen vom Sonntag, 22. März:

Popmusiker geben Wohnzimmerkonzert

21:59 Uhr: Mit einem wegen der Coronavirus-Krise etwas anderen Musikfestival haben mehrere Popmusiker ihre Fans in der häuslichen Isolation begleitet. Sänger wie Johannes Oerding, Max Giesinger, Lotte oder Nico Santos spielten am Sonntagabend insgesamt vier Stunden lang zu Hause und streamten die Auftritte online. Beim "#Wirbleibenzuhause-Festival" schalteten zeitweise bis zu 70.000 Instagram-Nutzer auf dem jeweiligen Profil der Künstler ein.

Die Popstars spielten Gitarre oder Klavier und sangen dabei eigene Songs, aber auch Coverversionen. Santos grüsste mit dem Eagles-Klassiker "Hotel California" seine Eltern, die auf Mallorca leben. "Ich wäre jetzt super, super gerne bei euch".

Labor lässt 2.000 Corona-Proben liegen

21:53 Uhr: In einem Labor in Baden-Württemberg sind rund 2000 Proben auf eine Infektion mit dem Coronavirus liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Grossteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und seien nun zum Teil nicht mehr verwertbar, teilten das baden-württembergische Gesundheitsministerium und mehrere Landkreise am Sonntagabend mit. Sie waren zuvor selbst von dem Labor informiert worden waren. Etwa die Hälfte der Proben stamme allein aus dem Kreis Tübingen, der Rest aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis.

Wer zwischen dem 14. und dem 18. März in den genannten Landkreisen eine Probe abgegeben und noch kein Ergebnis bekommen hat und zudem jetzt noch grippeähnliche Symptome zeige und Fieber habe, soll sich nun bei seinem jeweiligen Gesundheitsamt melden, um einen weiteren Test zu veranlassen. Wer keine Symptome mehr habe, könne mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, nicht infiziert zu sein, hiess es weiter. Wer davon in den kommenden Tagen aber noch Symptome zeige, solle sich ebenfalls beim Gesundheitsamt melden. Parallel werde nun geprüft, ob zumindest ein Teil der liegengebliebenen Proben noch verwendet werden kann.

Virus mit Reliquie bekämpfen

20:38 Uhr: Im Kampf gegen Covid-19 hat die politisch einflussreiche katholische Kirche der Slowakei eine seit zweihundert Jahren nicht mehr angewandte Kulthandlung reaktiviert und mit modernen technischen Möglichkeiten kombiniert. Wie der TV-Nachrichtensender TA3 am Sonntag berichtete, flog Peter Brodek, der Generalvikar (Vizebischof) der Diözese Nitra, mit einer spätmittelalterlichen Reliquie über die Slowakei und segnete das ganze Land von einem Flugzeug aus.

Bei der im Flugzeug zeremoniell über das Land geflogenen Reliquie handelt es sich um ein Tuch, das nach Überzeugung der Gläubigen mit Blut von Jesus Christus getränkt sein soll. Die in der Basilika des Wallfahrtsortes Hronsky Benadik verehrte Reliquie wurde jahrhundertelang in ausserordentlichen Notzeiten wie Pestepidemien und Überschwemmungen aus ihrem Aufbewahrungsort herausgenommen. Dies sei zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts geschehen, erklärte ein Kirchensprecher dem TV-Sender.

Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich

19:57 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Kranken und -Toten weiter gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden 16.018 Ansteckungen registriert, 674 Menschen sind an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Erstmals starb auch ein Krankenhausarzt. Am Vortag lag die Zahl der Infizierten noch bei 14.459, die der Toten bei 562. Frankreich hatte am Dienstagnachmittag eine Ausgangssperre verhängt.

In vier Wochen Olympia-Entscheidung

19:25 Uhr: Das Internationale Olympische Komitee hat sich eine Frist von vier Wochen für eine Entscheidung über die Olympischen Spiele in Tokio gesetzt. In diesem Zeitraum sollen auch mögliche Optionen für eine Verschiebung wegen der Coronavirus-Pandemie überlegt werden, teilte das IOC am Sonntag mit.

Bundeskanzlerin Merkel in Quarantäne

18:42 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Bayern trägt gemeinsame Ausgangs-Regelung nicht mit

18:09 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Krise werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland verboten. "Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet", zitierte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an eine Video-Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer aus dem vereinbarten Beschluss. Diese Massnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

Nachdem es schon während der Beratungen zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Bayerns Regierungschef Markus Söder und dessen Amtskollegen Markus Laschet aus Nordrhein-Westfalen gekommen sein soll, erklärte Bayern, das gemeinsam vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht zu übernehmen. Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf.

Möglicher Impfstoff tritt in China in klinische Erprobung ein

17:15 Uhr: Im internationalen Wettlauf um ein geeignetes Mittel gegen das Coronavirus hat China die erste Phase einer klinischen Studie für einen Impfstoff begonnen. Einer Reihe von Freiwilligen sei bereits eine erste Impfung verabreicht worden, sagte ein Mitarbeiter des von der chinesischen Regierung finanzierten Projekts am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

In Deutschland gilt das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac, als federführend in der Erforschung eines Impfstoffes gegen das Virus Sars-CoV-2. Dessen Chef Franz Werner Haas hält die Versorgung zehntausender Menschen mit einem Impfstoff bereits ab Herbst für möglich.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gegen das neuartige Coronavirus, an dem weltweit bislang mehr als 13.000 Menschen gestorben sind.

Wo noch nicht geschehen: Restaurants, Gaststätten und Friseure müssen schliessen

17:08 Uhr: Bund und Länder wollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schliessen - wo dies noch nicht der Fall ist. Darauf einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in ihrer Telefonkonferenz. "Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause", heisst in dem Beschluss.

Zudem seien unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege zu schliessen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

Mann mit Mundschutz und Handschuhen unterwegs - ICE gestoppt

16:53 Uhr: Ein ICE der Deutschen Bahn hat seine Fahrt in Hessen ausserplanmässig unterbrechen müssen, weil ein Reisender an Bord des Zuges möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, am frühen Nachmittag sei gemeldet worden, dass ein französischer Staatsbürger in einem Sechser-Abteil zu verstehen gegeben habe, er sei mit dem Virus infiziert.

Der mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattete Mann habe eine Bescheinigung aus Hamburg über einen Test auf das Coronavirus und die Empfehlung häuslicher Quarantäne bei sich. In dem Zugabteil befanden sich keine weiteren Reisenden. Sprachprobleme erschwerten die Verständigung.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden seien nun zuständig für Entscheidungen über das weitere Vorgehen, sagte der Sprecher. Der Zug, der in Gelnhausen gestoppt wurde, sei ersten Informationen zufolge "mittelmässig" voll und mit etwa 100 bis 150 Reisenden besetzt.

Heftiger Streit zwischen Laschet und Söder bei Beratungen über Corona-Massnahmen

16:25 Uhr: Bei den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise hat es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen CSU-Chef Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) gegeben. Laschet habe Söder demnach massiv attackiert, weil dieser bereits am Freitag "ohne Absprache" mit dem Bund und den anderen Ländern eigene Massnahmen mit Ausgangsbeschränkungen für Bayern verordnet hatte. Söder habe daraufhin damit gedroht, die Schalte zu verlassen. Dies berichtete auch die "Bild"-Zeitung.

Bayern sei über den Verlauf "irritiert", erfuhr die dpa am Sonntag aus Regierungskreisen. Laschet habe sich bisher in der Debatte immer sehr zurückgehalten und gezögert, auch als es jüngst um die Schliessung von Schulen und Kindergärten gegangen sei. Man vermute daher ein anderes Motiv, es gehe Laschet wohl mehr um seine persönlichen Ambitionen als um die Corona-Krise, hiess es.

Darüber hinaus soll Laschet, so berichten Teilnehmer, in der Telefonkonferenz gemeinsam mit weiteren Bundesländern ein Massnahmenpapier vorgelegt haben. Dies wurde aber in den Beratungen dem Vernehmen nach nicht weiter verfolgt, da Merkel ihrerseits ein eigenes Papier zur Grundlage machte.

Bund und Länder für Kontaktverbot gegen Corona-Krise

15:50 Uhr: Ansammlungen von mehr als zwei Personen sollen grundsätzlich in ganz Deutschland verboten werden. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der dpa am Sonntag bei einer Telefonkonferenz. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörten Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Demnach sollte es sich ausdrücklich nicht um eine Ausgangssperre, sondern um eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln. Neben Merkel hatten auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wichtigsten Minister teilgenommen.

Gegen Quarantäne verstossen: Corona-Infizierte in Unfall verwickelt

15:27 Uhr: Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoss in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei mitteilte. Die anschliessende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstrasse 87 in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

Italiens Präsident: "Hoffe, Deutschland bleibt Italiens schmerzhafter Weg erspart"

15:19 Uhr: Italiens Staatspräsident hat in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Wunsch geäussert, dass andere Länder von Italiens Erfahrung in der Coronavirus-Krise lernen können.

"Ich hoffe, dass die Erfahrung, die Italien als erstes mit der Bekämpfung der Ansteckung gesammelt hat, für ganz Europa und weltweit nützlich sein wird. Ich hoffe sehr, dass Deutschland und anderen Ländern der schmerzhafte Weg Italiens erspart bleibt", schrieb Sergio Mattarella in einem am Sonntag veröffentlichten Brief.

In vielen Gegenden in Italien werde "die ältere Generation dezimiert", die ein Bezugspunkt für die jüngere Generation sei. Mattarella bedankte sich bei Steinmeier für die Solidarität und Hilfe aus Deutschland, zum Beispiel für die Lieferung von medizinischen Produkten.

Russland schickt Italien Hilfe im Kampf gegen Coronavirus

15:10 Uhr: Wegen der dramatischen Lage in Italien sendet Russland medizinische und personelle Hilfe in das Land. Auf dem Militärflughafen Tschkalowski in der Nähe von Moskau starteten am Sonntag die ersten von neun Flugzeugen des Typs Iljuschin Il-76 nach Italien, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.

Insgesamt sollten acht Brigaden mit entsprechender medizinischer Ausrüstung in das südeuropäische Land verlegt werden. Das Ministerium machte keine Angaben zur Zahl der Mitglieder je Brigade.

"Zusätzlich steht eine Gruppe mit rund 100 Menschen bereit, darunter führende Spezialisten des Verteidigungsministeriums auf dem Gebiet der Virologie und Epidemiologie", hiess es in der Mitteilung. Die Experten hätten internationale Erfahrung im Kampf gegen Epidemien.

Coronavirus: Erstmals Todesopfer in Rumänien

14:59 Uhr: In Rumänien sind erstmals Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Bei den zwei Patienten, deren Tod die Behörden am Sonntag bestätigten, handelt es sich um ältere Männer mit Vorerkrankungen. Der eine hatte ein Krebsleiden, der andere war Dialyse-Patient.

Von Samstag bis Sonntag stieg die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Rumänien um 66 auf 433 Fälle. Am Sonntagabend sollen nächtliche Ausgangssperren und weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Kraft treten.

Mehrere Verstösse gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern und Thüringen

14:41 Uhr: Die Polizei in Bayern hat Dutzende Verstösse gegen die Ausgangsbeschränkung geahndet. Neben privaten Treffen wie "Corona-Partys" hielten sich auch Geschäftsleute nicht an die Vorgaben, die seit dem Wochenende im Freistaat gelten. Bei mehr als 5.300 Überprüfungen stellten allein die Beamten in München über 160 Verstösse fest.

Auch in Thüringen ist die Polizei zu mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen. Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale sagte. So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen.

Die Menschen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein hingegen haben erlassenen Massnahmen laut Polizeiangaben weitgehend befolgt. Polizeibeamten mussten nur wenige Personen ansprechen, die sich nicht an die Vorgaben hielten. Die meisten zeigten Verständnis.

Erster infizierter Arzt in Frankreich gestorben

13:53 Uhr: In Frankreich ist erstmals ein Arzt nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntag dem Radiosender "RTL" erklärte, handle es sich seines Wissens nach um den ersten Fall.

Nach Informationen des regionalen Fernsehsenders "France 3 Hauts-de-France" soll es sich bei dem Verstorbenen um einen rund 60-jährigen Notarzt in Compiègne handeln. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer im Norden von Paris im Departement Oise, das zu den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Gebieten in Frankreich zählt.

Bis zum Samstag wurden in Frankreich 14.459 Menschen von dem Virus infiziert, 562 Infizierte sind gestorben.

Weisshelme desinfizieren Gebiete in Nordsyrien wegen Coronavirus

13:30 Uhr: Die Rettungsorganisation Weisshelme will mithelfen, im Norden Syriens eine drohende Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Rund 260 Schulen und andere wichtige Einrichtungen seien dort bereits desinfiziert worden, sagte ein Sprecher der Organisation. Die Helfer seien in Schutzanzügen im letzten grossen Rebellengebiet Idlib sowie in den Provinzen Hama und Aleppo unterwegs. Die Kampagne läuft seit einigen Tagen.

Die für Idlib zuständige Gesundheitsbehörde hatte am Samstag erklärt, dass es in der Provinz bisher keine Infektionen mit Sars-CoV-2 gebe. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat ebenfalls erklärt, dass die Rebellengebiete vom Virus nicht betroffen seien. Auch nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Syrien bisher keine Infektionen bekannt.

Der DIHK warnt vor "unvorstellbarer Pleitewelle"

12:32 Uhr: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt in der Coronavirus-Krise vor einer "Pleitewelle unvorstellbaren Ausmasses".

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Deshalb wäre es in dieser Situation nur konsequent, wenn die Bundesregierung alle Hilfen jetzt mit einer Staatsgarantie von 100 Prozent absichert." Dann könnten die Banken vor Ort das Geld sofort und zinsgünstig weiterreichen.

Der am Sonntag bekannt gewordene, geplante Schritt der Bundesregierung, bei Kredit-Sonderprogrammen das staatliche Kreditrisiko von 80 auf 90 Prozent zu erhöhen, reicht dem DIHK nicht aus. Gelten soll dies für kleine und mittlere Firmen.

Polizei in Thüringen löst Menschenansammlungen auf

12:14 Uhr: Die Polizei ist in Thüringen in mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen.

Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Sonntag sagte.

So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen.

Auch in Gartenanlagen oder Garagenkomplexen in Thüringen seien private Treffen mit jeweils mehreren Menschen beendet worden.

Premier League will am 1. Juni wieder spielen

12:08 Uhr: Die englische Premier League will die laufende Saison einem Medienbericht zufolge ab dem 1. Juni innerhalb von sechs Wochen zu Ende spielen. So bliebe bis zum geplanten Start der neuen Saison am 8. August genug Zeit für eine Pause und die Vorbereitung, berichtete der "Daily Telegraph" am Sonntag.

Den meisten Klubs fehlen noch neun Spiele, einigen Vereinen zehn. Tabellenführer FC Liverpool steht mit Trainer Jürgen Klopp dicht vor dem erstmaligen Gewinn des Titels seit 1990.

Zahl der Toten steigt: Spanien will Ausgangssperre verlängern

11:47 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung nach Medienberichten den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern.

Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez den Regionalpräsidenten am Sonntag bei einer Videokonferenz mitgeteilt, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und die Zeitungen "El País" und "El Mundo" unter Berufung auf Regierungskreise.

Im Land sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte am Sonntag die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent.

Eine Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, muss allerdings vom Parlament gebilligt werden.

Der derzeit geltende landesweite Notstand mit einer 15-tägigen Ausgangssperre war in Spanien am vorigen Sonntag in Kraft getreten. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldbussen oder sogar Haftstrafen.

Virologe Drosten: Keine vollen Fussballstadien bis nächstes Jahr

11:31 Uhr: Renommierte Virologen rechnen angesichts der gegenwärtigen Pandemie nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr.

Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fussballstadien voll machen. Das ist überflüssig", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin "Stern". "Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten."

Zuvor äusserte sich schon der Virologe Alexander Kekulé ähnlich. "Grossveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht." Auch für die Austragung der Olympischen Sommerspiele hat Kekulé wenig Hoffnung.

Regierung plant Nachbesserungen bei Kreditprogramm

11:24 Uhr: Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise Nachbesserungen bei Kredit-Sonderprogrammen für mittelständische und grosse Unternehmen.

Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen, wie die dpa am Sonntag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums erfuhr.

Scheuer: Neuen Regelungen soll Versorgungsengpässe verhindern

11:20 Uhr: Um Versorgungsengpässe in der Coronavirus-Krise zu verhindern, will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Logistikzentren länger offen halten. Diese sollten 24 Stunden lang aufbleiben können, damit Engpässe in der Belieferung von Filialen etwa bei Supermarktketten ausgeglichen werden könnten, erfuhr die dpa aus Regierungskreisen.

Dazu solle es eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geben. Scheuer sei dazu in Gesprächen. Ausserdem rede er mit Kommunalverbänden darüber, die Nachtzulieferung von 22 Uhr bis 6 Uhr zu lockern.

Der Handel sieht die Versorgung generell als gesichert an, dennoch führen Hamsterkäufe angesichts der Coronavirus-Krise seit Tagen immer wieder zu leeren Regalen in vielen Supermärkten und bei den Discountern. Hinzu kamen Probleme im Lieferverkehr infolge der neuen Grenzkontrollen in Europa.

Hermes führt kontaktlose Paketannahme ein

11:01 Uhr: Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit.

Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt.

Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen.

Neun Tote in Pflegeheim: Uniklinik nimmt Einrichtung in Schutz

10:53 Uhr: Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind.

"Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heisst es in einer Mitteilung. Alle hygienisch notwendigen Massnahmen würden ergriffen, "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heimes seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. "Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheimes, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, laut Mitteilung.

Das Coronavirus stirbt nicht bereits bei 27 Grad Celsius

10:27 Uhr: Seit Beginn der Corona-Krise werden immer wieder Kettenbriefe mit möglichen Hausmittelchen oder angeblichen Warnungen über soziale Netzwerke und Messengerdienste geteilt. In einem weit verbreiteten Text wird etwa behauptet, dass das Coronavirus bereits "bei einer Temperatur von 26 bis 27 Grad stirbt".

Die Behauptung ist falsch. Die Körperkerntemperatur liegt bei fast allen Menschen bei mehr als 35 Grad Celsius - würde Sars-CoV-2 tatsächlich bei weniger als 30 Grad Celsius sterben, wäre der Erreger im menschlichen Körper gar nicht lebensfähig und damit keine Gefahr.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt zudem klar: Das Coronavirus kann sich auch in warmen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit ausbreiten. Forscher untersuchen derzeit, wie sehr höhere Aussentemperaturen die Verbreitung des Coronavirus zumindest eindämmen könnten. Selbst aus Ländern mit derzeit höheren Temperaturen als 27 Grad - etwa Malaysia - wurden allerdings viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Briten mit Vorerkrankungen sollen drei Monate zuhause bleiben

10:17 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde hat Menschen mit Vorerkrankungen dazu aufgefordert, drei Monate zu Hause zu bleiben um sich selbst "abzuschirmen". Sie gelten als besonders gefährdet durch das Coronavirus. Paul Johnstone, Direktor von Public Health England, erklärte, die Betroffenen sollten weder zum Einkaufen noch auf Reisen gehen und auch nicht in ihrer Freizeit rausgehen.

Menschen, die zu einer oder mehreren Risikogruppen gehörten, würden von ihren Hausärzten oder Spezialisten kontaktiert und dazu aufgefordert, für einen Zeitraum von "mindestens zwölf Wochen" zu Hause zu bleiben. Es werde eine spezielle Hotline geben sowie Lieferdienste für Lebensmittel und Medikamente.

In Grossbritannien sind bereits 177 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Regierung war wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden. Erst deutlich nach den meisten EU-Ländern hatte sie dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen und soziale Kontakte zu verzichten.

Franzose läuft Marathon auf eigenem Balkon

9:56 Uhr: Trotz Ausgangssperre wollte Hobbyläufer Elisha Nochomovitz nicht von seiner Leidenschaft lassen und lief einen kompletten Marathon auf seinem Balkon. Fast sieben Stunden rannte der Franzose auf dem sieben Meter langen und gut ein Meter breiten Balkon seiner Wohnung umher, bis er laut seiner App die Distanz von 42,195 Kilometern in 6:48 Stunden geschafft hatte.

"Habe den Balkonien-Marathon geschafft", schrieb er auf Instagram: "Alles dreht sich in meinem Kopf, und ich möchte mich übergeben." Die Franzosen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Maas räumt Probleme bei Rückholaktionen ein

9:36 Uhr: Aussenminister Heiko Maas sieht bei der Rückholung deutscher Urlauber aus dem Ausland grosse Herausforderungen und verspricht eine bessere europäische Abstimmung.

"Leider können wir nicht in allen Fällen innerhalb kürzester Zeit Abhilfe schaffen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Oft stehen wir dabei vor grossen Herausforderungen, damit die Menschen überhaupt die Flughäfen erreichen können."

Seit Beginn der Woche seien über 100.000 Deutsche nach Hause zurückgekehrt. Viele weitere hätten sich registriert und warteten auf Flugmöglichkeiten.

Zunächst hätten alle EU-Länder versucht, ihre Bürger in Eigenregie zurück nach Hause zu holen. "Jetzt registrieren wir unsere Flüge zusätzlich in einem europäischen System, das steigert die Effizienz", sagte Maas. "Wenn wir Kapazitäten haben, nehmen wir auch Bürger anderer EU-Länder mit. Andersherum können natürlich auch Deutsche auf die Rückholflüge anderer Länder aufspringen. So koordiniert können wir alle Europäerinnen und Europäer viel schneller nach Hause holen."

Infektionsfälle in der Türkei steigen sprunghaft - 21 Todesopfer

9:12 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist erneut sprunghaft gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der positiv Getesteten um 277 auf 947, wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilte. Zwölf Menschen starben demnach an einem Tag an Covid-19, damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 21. Es handele sich um alte Menschen, teilte Koca mit, ohne weitere Details zu nennen.

Die Türkei hat zahlreiche Massnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. In der Nacht zu Sonntag trat eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und für chronisch Kranke in Kraft.

Sánchez stimmt Spanier auf "sehr harte Tage" in Corona-Krise ein

9:00 Uhr: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Bevölkerung auf "sehr harte Tage" eingestimmt. "Wir müssen uns psychologisch und emotional darauf vorbereiten", sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache. "Das Schlimmste kommt noch." Das Land stehe vor der grössten Herausforderung seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939).

"Wir müssen Zeit gewinnen, um unser Gesundheitssystem besser vorzubereiten", sagte der Ministerpräsident und sprach von einem "Rennen gegen die Zeit" bei der Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung. "In den kommenden Stunden" würden 1,3 Millionen Atemschutzmasken verteilt. In den nächsten Tagen sollten 640.000 Schnelltest-Sets eintreffen. Verhandlungen für sechs Millionen weitere Sets mit dem Ausland liefen, fügte Sánchez hinzu.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hatte sich in Spanien innerhalb eines Tages drastisch erhöht. Sie lag am Samstag bei 1.326 und damit um 32 Prozent über der vom Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg auf knapp 25.000. Das waren etwa 5.000 mehr als noch am Freitag.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über weitere Schritte in Corona-Krise

8:50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Sonntagabend über weitere Massnahmen in der Corona-Krise.

In einer Schaltkonferenz soll nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert eine "sehr ernste, schonungslose Analyse der Lageentwicklung" der vergangenen Tage vorgenommen werden. Ob es weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben wird, soll vor allem vom Verhalten der Bürger an diesem Wochenende abhängig gemacht werden.

Merkel hatte am vergangenen Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Bürger appelliert, sich an die Auflagen zu halten und soziale Kontakte zu vermeiden.

Erste Fälle von Coronavirus im Gazastreifen nachgewiesen

8:27 Uhr: Das Coronavirus ist auch im blockierten Gazastreifen angekommen: Bei zwei Palästinensern wurde das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Es handele sich um zwei Rückkehrer aus Pakistan, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Eine starke Ausbreitung in dem dicht besiedelten Küstenstreifen, in dem zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen leben, gilt als Horrorszenario.

Nach Angaben von Jussef Abu al-Risch, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza, reisten die Infizierten über Ägypten in das Palästinensergebiet ein. Sie seien in einer Anlage am Rafah-Grenzübergang unter Quarantäne gestellt worden.

Kuba schickt Ärzteteam zu Corona-Hilfe nach Italien

7:57 Uhr: Kuba hat am Sonntag ein Ärzteteam nach Italien geschickt, das die italienischen Kollegen bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll. Die 52 Ärzte und Krankenpfleger sollten in der Lombardei, dem aktuellen Brennpunkt der Corona-Krise, eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit.

Den kubanischen Behörden zufolge werden die Mediziner auf Anfrage Italiens zunächst für bis zu drei Monate arbeiten. Sie haben bereits mit Krisen wie der Ebola-Epidemie zu tun gehabt und werden sich einer Gruppe chinesischer Ärzte anschliessen, die bereits in einem Krankenhaus in Bergamo im Einsatz sind. In Kuba selbst sind nach offiziellen Angaben aktuell 20 Menschen mit dem Virus infiziert, eine Person starb daran.

Das medizinische Personal aus Kuba ist Teil des Internationalen Henry Reeve Kontingents, das der inzwischen verstorbene damalige Staats- und Regierungschef Fidel Castro 2005 gründete, um in Krisensituationen zu helfen. 2017 wurde es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgezeichnet.

Coronavirus lässt Stromverbrauch sinken

7:55 Uhr: Werksschliessungen und Produktionseinschränkungen in der Industrie wegen der Coronavirus-Krise werden nach Einschätzung der Energiebranche auch zu einem spürbaren Rückgang des Stromverbrauchs in Deutschland führen.

Die Grosshandelspreise für Strom seien bereits deutlich gefallen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) mit. An der Strombörse seien die Preise für Lieferungen im April innerhalb einer Woche um fast 30 Prozent gesunken.

Der meiste in Deutschland verbrauchte Strom wird allerdings über längerfristige Verträge und damit zu festgeschriebenen Preisen verkauft. "Der Preisverfall am Spotmarkt hat zunächst keinen grossen Einfluss auf den Strompreis für den Endverbraucher", sagte ein Sprecher des Strompreis-Vergleichsportals Verivox. "Im Gegenteil: Die Strompreise haben in Deutschland im März mit 30,14 Cent pro Kilowattstunde ein neues Rekordhoch erreicht."

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten Strom an.

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung einsetzen

7:47 Uhr: US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der grössten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weissen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament Chloroquin an Menschen zu testen.

Weitere Strände in Sydney gesperrt

7:37 Uhr: Nach dem berühmten Bondi Beach haben die Behörden der australischen Metropole Sydney am Sonntag weitere Strände gesperrt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Insgesamt waren elf Strände rund um Sydney von der Massnahme betroffen. Der Bondi Beach war bereits am Vortag geschlossen worden, nachdem sich dort trotz der Corona-Krise Tausende von Strandgängern getummelt hatten.

Ungeachtet des Verbots waren am Sonntag rund 450 Menschen am Strand, die einfach unter den Absperrbändern durchgeklettert waren.

Der Polizeiminister des australischen Bundesstaats New South Wales, David Elliott, kündigte ein hartes Durchgreifen an. "Wir tun dies ja nicht, weil wir die Spasspolizei sind", sagte er dem TV-Sender Channel 7 zu den Verboten. "Aber manche Menschen sind einfach dumm und nehmen das Risiko auf sich. Und manche Menschen glauben, dass sie über dem Gesetz stehen."

Italien schliesst gesamte nicht lebensnotwendige Produktion

7:28 Uhr: Die italienische Regierung lässt im Zuge der Coronavirus- Pandemie alle nicht lebensnotwendigen Produktionsaktivitäten schliessen. Davon seien unter anderem Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgeschlossen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend.

Er sprach von der "grössten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg". "Wir haben beschlossen, jede produktive Tätigkeit zu schliessen, die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren."

Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4.825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag.

Alle Meldungen vom Samstag, 21. März:

Mehr als 300.000 Corona-Fälle weltweit

23:10 Uhr: Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 13.000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, betonten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins. Insgesamt gab es demnach bis Samstagabend (Ortszeit) mehr als 303.000 mit dem Coronavirus Infizierte. Zwei Drittel der gemeldeten Covid-19-Fälle entfielen demnach auf nur sechs Länder: China, Italien, Spanien, die USA, Deutschland und den Iran.

Die Webseite der Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte am Samstag noch von 266.000 Erkrankungen und mehr als 11.000 Toten gesprochen.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort Johns Hopkins zufolge mehr als 24.000 Fälle.

In Deutschland gab es bis Samstagnachmittag mehr als 21.600 bekannte Infektionen mit dem Coronavirus. Das ging aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigte.

Rumänien macht Grenzen dicht

21:50 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat Rumänien seine Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. Zugleich wurde die Bewegungsfreiheit der Bürger beschränkt. Wie Innenminister Marcel Vela am Samstagabend mitteilte, dürfen Ausländer nur noch einreisen, wenn sie nachweisen können, dass dafür eine berufliche Notwendigkeit besteht. Die Durchreise ist Ausländern auf kontrollierten Routen jedoch weiter gestattet. Die Massnehmen sollten am Sonntagabend gelten.

Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt - ausgenommen sind Notfälle. Tagsüber dürfen die Menschen das Haus verlassen, aber dabei keine Gruppen von mehr als drei Personen bilden, die nicht im selben Haushalt wohnen. In den grossen Einkaufszentren dürfen nur noch Geschäfte geöffnet haben, die Lebensmittel oder Hygieneartikel anbieten. Gottesdienste in Kirchen dürfen nur noch ohne Gläubige stattfinden. Bei Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern sind in den Kirchen maximal acht Gäste zugelassen.

Spanisches Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch

20:19 Uhr: In dem vom Coronavirus besonders schwer getroffenen Spanien haben Experten vor einem kurz bevorstehenden Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt. Eine "totale" Isolierung der Menschen sei deshalb nun "unerlässlich", fordern 69 renommierte Epidemiologen, Molekularbiologen und Wissenschaftler anderer Fachbereiche in einem am Samstag veröffentlichten offenen Brief.

Es müsse eine noch stärkere Einschränkung der Bewegungsfreiheit angeordnet werden, hiess es. Die Experten fordern konkret unter anderem, dass die Fahrt zur Arbeitsstelle nur noch bei Arbeitnehmern der Grundversorgungssektoren gestattet wird. Unter den gegebenen Bedingungen werde es sonst "um den 25. März herum" zu einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommen. Rund 18 Prozent der spanischen Bevölkerung seien älter als 65.

Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Bis Samstag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach etwa 1.000 am Freitag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9.000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden.

Anzahl der Todesopfer in Frankreich steigt

20:00 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Coronavirus-Toten um 112 auf 562 angestiegen. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Paris mit. Nach Zahlen vom Samstag sind 14.459 Menschen infiziert, 1847 mehr als am Vortag. Frankreich hatte am Dienstag eine Ausgangssperre verhängt.

US-Vize Mike Pence lässt sich testen

18:52 Uhr: Nach der Erkrankung eines Mitarbeiters an der Lungenkrankheit Covid-19 wird sich US-Vizepräsident Mike Pence auf eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Coronavirus testen lassen. Er habe keinerlei Symptome, der Test sei daher eine reine Vorsichtsmassnahme angesichts seiner herausgehobenen Stellung, sagte Pence am Samstag vor Journalisten. Auch seine Frau Karen werde sich testen lassen, sagte Pence. Der erkrankte Mitarbeiter sei seit Montag nicht mehr im Weissen Haus gewesen und er habe keinen direkten Kontakt zu ihm gehabt, sagte er.

Pence wiederholte gleichzeitig seinen Appell an die US-Bürger, sich nicht um einen Test zu bemühen, falls sie keine ernsthaften Symptome hätten. Der Vizepräsident ist für die US-Regierung federführend für die Organisation des Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie zuständig.

"Beruhigt Euch!": Auch in Grossbritannien kommt es zu Panikkäufen

17:50 Uhr: Die britische Regierung hat die Bevölkerung zu einem Ende der Panikkäufe in der Corona-Krise aufgefordert.

Umweltminister George Eustice rief die Menschen am Samstag auf, "beim Einkaufen verantwortungsbewusst zu sein und an andere zu denken". Es bestehe kein Risiko, dass "die Lebensmittel ausgehen", sagte Eustice vor Reportern in der Downing Street.

Besorgte Briten waren zuletzt in die Geschäfte geströmt und hatten die Regale mit Toilettenpapier, Taschentüchern und Konserven leer gekauft. Die Briten müssten sich "beruhigen" und "nur das kaufen, was sie brauchen", appellierte Eustice.

Astronauten sollen das Coronavirus nicht mit ins All nehmen

17:33 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie soll auf keinen Fall den nächsten Flug am 9. April von drei Raumfahrern zur Internationalen Raumstation ISS gefährden.

Die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Nasa-Astronaut Christopher Cassidy seien deshalb in komplette Isolation gekommen. Das meldete die Agentur Interfax am Samstag unter Berufung auf das Zentrum für die Vorbereitung der Kosmonauten in der Nähe von Moskau.

New York reagiert auf hohe Infektionszahlen

17:11 Uhr: In der Coronavirus-Krise hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag weitere Notmassnahmen angekündigt.

Die Behörden würden die medizinische Versorgung in dem US-Bundesstaat stark aufstocken, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz. Sie sollten bis zu 75.000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitgestellt sowie zwei Millionen Schutzmasken und 6.000 lebenswichtige Beatmungsgeräte besorgt werden.

Der Staat New York führe in den USA die meisten Coronavirustests durch, sagte Cuomo. Das erkläre auch die hohe Zahl der registrierten Infektionen in New York. Die Zahl der Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 ist dort auf über 10.350 Fälle angestiegen.

EU-Kommission drängt Mitgliedsländer zu drastischen Massnahmen

17:05 Uhr: Die EU-Kommission drängt die Mitgliedsländer zu drastischen Massnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. "Es ist lebenswichtig, dass die Massnahmen, um soziale Distanz durchzusetzen, früh, entschieden und schnell umgesetzt werden", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt am Sonntag". Nur so lasse sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen und der Druck auf die Gesundheitssysteme reduzieren.

Zugleich rief die EU-Kommissarin die Mitgliedstaaten zu einer besseren Zusammenarbeit in der Krise auf. Massnahmen, die von einzelnen EU-Ländern ergriffen werden, könnten "einen negativen Effekt auf die Eindämmungsversuche anderer haben", warnte Kyriakides.

Die Kommissarin weiss nach eigenen Angaben, "wie schwierig es für Regierungen ist, so weitreichende Entscheidungen für Millionen Menschen zu treffen, deren tägliches Leben und deren Wirtschaft davon beeinflusst wird". Sie wisse auch, wie schwierig es für die Menschen sei, "in der neuen Wirklichkeit zu leben, die ihren Lebensalltag und ihre Routine derart ändert". Es handele sich aber im Moment um eine ausserordentliche Krise für die öffentliche Gesundheit. "Darum sind diese Massnahmen notwendig."

Infektionen in Österreich steigen auf 2.814 - acht Todesfälle bestätigt

16:48 Uhr: In Österreich belaufen sich die registrierten Coronavirus-Infektionen am Samstag (Stand 15:00 Uhr) auf 2.814. Nach Ansicht des Gesundheitsministeriums hält sich die Entwicklung damit stabil. "Sie muss sich jedoch in der kommenden Woche weiter deutlich absenken", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa.

Acht Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 sind laut Ministerium bislang bestätigt. Drei in Wien, drei in der Steiermark und je einer in Nieder- und in Oberösterreich.

Anschober verwies auch auf einen deutlichen Anstieg von Testungen. Bis Samstag wurden in Österreich demnach 18.545 Corona-Tests durchgeführt. In den vergangenen 24 Stunden wurde mit 2.932 Testungen die bisherige Höchstzahl erreicht. Die Zahl der Neuerkrankungen stieg dabei um 20 Prozent und damit ähnlich wie in den vergangenen Tagen.

Prüfungen bei Hartz IV sollen ausgesetzt werden

16:17 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in der Coronavirus-Krise bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt", sagte Heil der "Bild am Sonntag". "Ausserdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben." Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. "Das hilft erst einmal, um nicht ins Bodenlose zu stürzen."

Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Krise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung. In einem Gesetzentwurf, der gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Gesetze in der kommenden Woche beschlossen werden soll, heisst es nach Angaben der Zeitung, allein bis zu 700.000 Solo-Selbstständige und bis zu 300.000 Selbstständige mit Angestellten kämen für eine Antragstellung in Frage. Für den Bundeshaushalt und die Kommunen bedeute das knapp zehn Milliarden Euro Mehrkosten.

Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Tierwelt

16:06 Uhr: Die Ausgangssperren vielerorts haben auch einen Effekt auf Tiere. Während aus Mailand und Benidorm berichtet wird, wie sich Tauben auf leeren Plätzen auf der Suche nach Futter zusammenrotten oder Menschen nach dem Einkauf verfolgen, kommen andere Tiere mit der neuen Einsamkeit in den Städten besser klar.

In Venedig posteten Menschen Bilder und Videos von Kanälen, die sauberer als sonst erscheinen und in die Fische zurückkehrten. "Die Natur erobert ihren Raum zurück", schreiben Nutzer der Gruppe Venezia Pulita (Sauberes Venedig).

In Barcelona wurden zuletzt Wildschweine sogar im Zentrum gesichtet. Normalerweise leben diese in den Hügeln der Serra de Collserola ausserhalb der Metropole.

Coronavirus zwingt zur Absage der Eishockey-WM

15:31 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie zwingt den Eishockey-Weltverband zu einer historischen Absage der Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai. Das für die Zeit zwischen dem 8. und 24. Mai geplante WM-Turnier in Zürich und Lausanne kann in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Das teilte der Weltverband IIHF mit.

"Das ist die harte Realität, der sich die Eishockey-Familie stellen muss, aber eine, die wir akzeptieren müssen", sagte IIHF-Präsident René Fasel in der Mitteilung. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus' müsse der Sport zur Seite treten.

Unklar ist noch, ob die Schweiz das Turnier in einem anderen Jahr nachholen kann. Die WM 2021 soll in Weissrussland und Lettland stattfinden, die weiteren Gastgeber bis 2025 stünden ebenfalls fest, erklärte die IIHF. Eine Entscheidung müsse der IIHF-Kongress treffen.

Virologe Kekule hält Olympia-Austragung für "ausgeschlossen"

15:14 Uhr: Für Virologe Alexander Kekule ist eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) angesichts der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie nahezu unmöglich. "Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im Interview der ARD-Sportschau.

Kekule ist der Ansicht, dass die "ganz grosse Welle" an Infizierten im Olympia-Gastgeberland Japan noch bevorstehe, zudem sei ein Grossereignis dieser Art ein möglicher Herd für eine weitere Verschlimmerung der Situation. "Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung", sagte der Biochemiker.

Auch der Hoffnung der Fussballfans, bald wieder zu einem Spiel ins Stadion gehen zu können, erteilte Kekule eine Absage. "Grossveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht", sagte er. Die Situation könnte sich seiner Meinung nach "im September irgendwann" bessern, "vorher höchstwahrscheinlich nicht".

Offiziell ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga zunächst bis 2. April ausgesetzt.

Umfrage: Union profitiert am meisten in Corona-Krise - AfD unter zehn Prozent

15:01 Uhr: Die Corona-Krise hat auch auf die politische Stimmung in Deutschland grossen Einfluss. Laut einer aktuellen Erhebung des "RTL/ntv-Trendbarometers" verbessert sich die CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte auf 32 Prozent. Damit kam sie fast an ihr Bundestagswahlergebnis von 2017 von 32,9 Prozent heran. Die AfD verlor hingegen zwei Punkte und rutschte auf neun Prozent ab. Die Ergebnisse im Überblick:

  • CDU/CSU: 32 Prozent (plus 3)
  • Grüne: 20 Prozent (minus 2)
  • SPD: 15 Prozent (plus 1)
  • Linke: 9 Prozent (minus 1)
  • AfD: 9 Prozent (minus 2)
  • FDP: 7 Prozent (plus 1)

Im Kampf gegen das Coronavirus konnten vor allem drei Unionspolitiker Ansehen in der Bevölkerung gewinnen. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) wird insbesondere Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) als führungsstark empfunden.

Deshalb war der Sympathiezuwachs für die CSU stärker als für die Schwesterpartei. Während die CDU in ihrem Wahlgebiet auf 30 Prozent kommt (1,8 Prozentpunkte unter Ergebnis der Bundestagswahl 2017), liegt die CSU in Bayern mit 41 Prozent sogar 2,2 Prozentpunkte über ihrem Bundestagswahl-Ergebnis.

Das Forsa-Institut hatte für die Erhebung von Montag bis Freitag im Auftrag der Mediengruppe RTL 2.504 Bundesbürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz betrug 2,5 Prozentpunkte.

Händler verlangt von Hamsterkäufern Aufschlag für Klopapier

14:38 Uhr: Ungewöhnliche Aktion eines Rewe-Händlers im rheinland-pfälzischen Rengsdorf: Der Einzelhändler Michael Glück verlangt ab der zweiten Packung Klopapier einen Aufschlag, um Hamsterkäufer abzuschrecken. Während die erste Packung noch zum Normalpreis zu haben ist, fordert er bei der zweiten eine Spende von fünf Euro und ab der dritten Packung sogar zehn Euro.

Er wolle mit seiner Aktion das Hamstern verhindern, sagte Glück der dpa. Wenn eine Lieferung den Laden erreiche, sei sie innerhalb von fünf bis zehn Minuten ausverkauft. Das führe auch zu Streit. "Es herrscht Krieg um Klopapier. Die Kunden holen sich das gegenseitig aus dem Einkaufswagen."

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Experten: Pandemie kann Grossbritannien härter als Italien treffen

14:34 Uhr: Grossbritannien ist höchst alarmiert: Das Coronavirus könnte im Vereinigten Königreich besonders viele Menschenleben fordern - vielleicht sogar mehr als in Italien, fürchten Experten.

Dass immer mehr Infizierte in die Kliniken geliefert werden, macht viele Experten nervös. Denn der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist seit vielen Jahren chronisch unterfinanziert, überlastet und marode. So stehen in Grossbritannien gerade einmal 4.000 Beatmungsgeräte für Erwachsene und 900 für Kinder zur Verfügung - das Land belegt damit einen der letzten Plätze in den europäischen Statistiken auf 100.000 Einwohner berechnet. Das dürfte den Prognosen zufolge bei weitem nicht für alle Covid-19-Lungenkranken reichen.

Doch das ist nicht das einzige Problem mit Blick auf die Pandemie. Es mangelt auch an Pflegepersonal und Ärzten. Nicht zuletzt wegen des Brexits haben viele medizinische Fachkräfte das Land schon längst verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Starker Anstieg von Corona-Zahlen in Spanien

13:02 Uhr: In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter drastisch an. Bis zum Samstagmittag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1.300 nach 1.000 am Freitag.

Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9.000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden. Das örtliche Verkehrsministerium kündigte an, ab sofort auch Linienbusse zum Transport der Kranken einzusetzen.

Die Intensivstationen einiger Krankenhäuser seien bereits am Limit, zitierte das spanische Fernsehen die Behörden. In Spanien herrscht seit einer Woche eine landesweite Ausgangssperre.

Über 6.700 Corona-Infektionen in NRW - erneut deutlicher Anstieg

13:00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag (Stand: 11:30 Uhr) gab es in NRW 6.740 nachgewiesene Fälle.

Das ist im bevölkerungsreichsten Bundesland ein Zuwachs von mehr als 1.000 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der erfassten Todesfälle in NRW stieg um 6 auf 23.

Weiterhin meldet der Kreis Heinsberg die meisten Infektionen: Die Zahl erhöhte sich innerhalb von 24 Stunden leicht von 874 auf jetzt 916. In Köln gab es 629 Fälle, am Vortag waren es 521.

Coronavirus-Infektionen melden inzwischen alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Das Ministerium betonte, die Entwicklung sei dynamisch. Die Zahlen basierten auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erhalte.

Neun Bewohner eines Würzburger Seniorenheims an Coronavirus gestorben

12:37 Uhr: In einem Seniorenheim im fränkischen Würzburg sind insgesamt neun Bewohner an dem Coronavirus gestorben. Bei allen Verstorbenen handelte es sich um "ältere Senioren", wie das bayerische Landesgesundheitsamt mitteilte.

Wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf die Heimleitung berichtete, liegen derzeit fünf Bewohner in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv getestet worden und würden in der Einrichtung isoliert.

Dem BR-Bericht zufolge befinden sich ausserdem mehr als 20 Pflegekräfte des Heimes in häuslicher Quarantäne. Seit dem ersten Corona-Fall in der Einrichtung seien besondere Schutzvorkehrungen getroffen worden, darunter ein striktes Besuchsverbot.

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden bis einschliesslich Freitag insgesamt 20 Todesfälle durch das Coronavirus in dem Bundesland gezählt. Mehr als 3.000 Menschen haben sich infiziert.

Supermärkte setzen neue Corona-Schutzmassnahmen um

12:21 Uhr: Mit Massnahmen wie Abstandsmarkierungen am Boden und Scheiben an den Kassen als "Spuckschutz" wollen die Supermarkt- und Discounterketten eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

Erweiterte Öffnungszeiten, wie sie beispielsweise die neuen Regelungen in Bayern zur Entzerrung des Besucherandrangs ermöglichen, sind dagegen kaum ein Thema, wie eine Umfrage der dpa ergab - auch das, um die Mitarbeiter zu schonen.

In Belgien steigt Zahl der Covid-19-Kranken und -Toten stark an - Litauen meldet ersten Todesfall

12:06 Uhr: Die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus und der Covid-19-Todesfälle ist in Belgien stark gestiegen. Wie die Gesundheitsdienste am Samstag mitteilten, zählten die Ärzte am Vortag 559 neue Ansteckungen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 2.815 seit dem Ausbruch des Virus. Allein am Freitag starben 30 infizierte Menschen, was die Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 67 erhöhte. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen stieg am dritten Tag der allgemeinen Ausgangssperre um 74 auf zuletzt 238, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Litauen meldet unterdessen seinen ersten Coronavirus-Todesfall. Im Krankenhaus der Stadt Ukmerge ist bei einer Patientin mit chronischen Erkrankungen nach deren Tod die Lungenkrankheit Covid-19 festgestellt worden. "Es handelt sich um eine ältere Frau", sagte Vizegesundheitsminister Algirdas Seselgis.

In Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern gibt es bislang 69 nachgewiesene Infektionsfälle. Die Regierung in Vilnius hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen und das gesamte Land seit Montag für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

CureVac-Chef: Ab Herbst könnten Zehntausende Corona-Impfstoff erhalten

11:36 Uhr: Der amtierende Chef des Tübinger Biotechunternehmens CureVac, Franz Werner Haas, hält bereits ab Herbst die Versorgung zehntausender Menschen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus für möglich.

Die entsprechenden Daten dafür sollten im dritten Quartal vorliegen, sagte Haas der neuen Ausgabe der "Wirtschaftswoche". "Wenn die Daten gut sind und die Behörden ihr Okay geben, können wir noch dieses Jahr eine grössere Studie starten." Zehntausende Menschen könnten den Impfstoff dann bereits erhalten.

Wann der Impfstoff für die breite Masse verfügbar sein könne, hänge vom Ausgang der klinischen Studie und der Entscheidung der Zulassungsbehörden ab.

Intensivmediziner: Medikamentenknappheit treibt Preise hoch

11:13 Uhr: Intensivmediziner klagen über einen massiven Preisanstieg in der Corona-Krise bei wichtigen Medikamenten. Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erklärte, grosse Sorge bereiteten neben der Knappheit an Verbrauchsmaterialien vor allem Engpässe bei wichtigen Narkosemitteln. Die schon seit längerem bestehenden Engpässe führten jetzt in Zeiten der Corona-Epidemie wiederum zu massiven Preisanstiegen.

Das Narkosemittel Propofol, bei dem es schon vor dem Ausbruch des Coronavirus' immer wieder zu Lieferengpässen gekommen sei, stehe nicht mehr ausreichend zur Verfügung, kritisierte Marx. Innerhalb weniger Tage habe sich der Preis pro Ampulle von einem auf mehr als 20 Euro erhöht: "Das bedeutet: Narkosen von Notfallpatienten könnten gefährdet und die Möglichkeiten, Kranke auf der Intensivstation zur Beatmung in "künstlichen Schlaf" zu versetzen, bald stark eingeschränkt sein."

Mietern soll in Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen

12:02 Uhr: Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise die Wohnung nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen. Auch weiteren Schuldnern, die wegen der Corona-Pandemie ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllen können, sollen keine rechtliche Folgen drohen. Bei Darlehen soll es eine gesetzliche Stundungsregelung geben.

Neue Infektionszahlen für Deutschland

10:46 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 16.662 angegeben - ein Anstieg von 2.705 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland 19.848 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 47 Todesfälle, die JHU 68 Tote.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

  • Baden-Württemberg: 3668 / +922 / 16
  • Bayern: 2960 / +559 / 19
  • Berlin: 866 / +135 / 1
  • Brandenburg: 254 / +62 / 0
  • Bremen: 142 / +21 / 0
  • Hamburg: 587 / +1 / 0
  • Hessen: 1080 / +267 / 2
  • Mecklenburg-Vorpommern: 165 / +34 / 0
  • Niedersachsen: 1023 / +220 / 0
  • Nordrhein-Westfalen: 3542 / +45 / 6
  • Rheinland-Pfalz: 938 / +137 / 1
  • Saarland: 187 / +41 / 0
  • Sachsen: 567 / +173 / 0
  • Sachsen-Anhalt: 188 / +8 / 1
  • Schleswig-Holstein: 308 / +42 / 1
  • Thüringen: 187 / +38 / 0
  • Gesamt: 16.662 / +2705 / 47

Federer zu Corona-Challenge herausgefordert

10:35 Uhr: Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset greift im Kampf gegen das Coronavirus auch zu sozialen Medien. Jetzt fordert er Promis wie Roger Federer zu einer Corona-Challenge heraus. In dieser schweren Zeit sei Solidarität gefragt, die Menschen müssten den Aufrufen folgen und Zuhause bleiben, erklärt Berset in seinem Post.

Dann fordert er Roger Federer und andere Promis heraus, zu posten, wie sie in Corona-Zeiten den Alltag meistern, unter dem Hashtag #soschützenwiruns oder auf Französisch #voicicommentnousprotéger.

Federer antwortete umgehend: Auch beim ihm sei es derzeit nicht einfach, er bleibe auch meist Zuhause und schüttele keine Hände mehr. Allerdings sind in dem Post hinter ihm strahlend blauer Himmel und Schnee zu sehen.

Der Tennisstar forderte seinerseits drei Promis heraus, darunter den Musiker DJ Bobo. Auch die anderen Herausgeforderten reagierten prompt. Inzwischen ist die Challenge so etwa auch bei Moderatorin Michelle Hunziker gelandet.

Bondi Beach in Sydney wegen Corona-Krise geschlossen

10:14 Uhr: In Sydney ist der berühmte Bondi Beach geschlossen worden, nachdem sich dort trotz eines Verbots wegen der Corona-Krise zahlreiche Menschen getummelt hatten.

"Wir machen das nicht, weil wir die 'Spasspolizei' sind", sagte der Polizeiminister des australischen Bundesstaats New South Wales, David Elliott. "Was wir heute Morgen hier am Bondi Beach gesehen haben, war das verantwortungsloseste Verhalten von Personen, das wir bisher gesehen haben."

Sollten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, könnten auch andere Strände geschlossen werden, warnte er. Die australischen Behörden haben Ansammlungen von mehr als 500 Menschen verboten.

Australien hat drastische Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie unternommen. Unter anderem wurden die Grenzen für Ausländer geschlossen. Eine Ausgangssperre wurde bisher aber nicht verhängt. Auf dem Kontinent wurden bislang fast 1.000 Infektionsfälle gemeldet.

Schausteller wollen mit Ausrüstung bei Coronavirus-Krise helfen

10:02 Uhr: Schausteller in Deutschland wollen während der Coronavirus-Pandemie mit ihrer ungenutzten Ausrüstung unter anderem Hilfsorganisationen unterstützen.

So sollen etwa ungenutzte Autokräne dem Technischen Hilfswerk kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wie der Vizepräsident des Deutschen Schausteller Bundes, Kevin Kratzsch, der dpa sagte. Weitere Ausrüstung, wie zum Beispiel Lieferwagen oder Drehorgeln, würden auch dem Roten Kreuz, Krankenhäusern und den Kommunen zur Verfügung gestellt. "Hier bitten wir, sich dann bei den regionalen Schaustellern zu melden und nach Hilfe zu fragen", sagte Kratzsch.

Die Schausteller leiden dem Verband zufolge sehr an den derzeitigen Einschränkungen. Die Winterpause sollte für sie nun vorbei sein, nachdem vor Weihnachten die Saison endete, jetzt würde es eigentlich mit den landesweiten Frühlingsfesten wieder richtig losgehen - die sind aber abgesagt, um eine Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zu verhindern.

Kritik an Bayerns Vorpreschen bei Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise

9:29 Uhr: Für sein Vorpreschen in der Corona-Krise erntet der bayrische Ministerpräsident Markus Söder Kritik. "Wer jetzt so tut, als kenne sie oder er das Patentrezept im Umgang mit dieser Situation, streut den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen", sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es wäre besser, wenn die Länder, wie vereinbart, mit der Kanzlerin abgestimmt handeln würden."

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Sonntag in einer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam weitere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sprechen. Bayern kündigte wie auch das Saarland bereits am Freitag Ausgangsbeschränkungen ab Samstag an, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

Auch Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte das bayerische Vorgehen. "Mir wäre lieber, wenn die Bundesländer sich miteinander absprechen", sagte Gabriel am Freitagabend im "Bild"-Talk "Klartext". Seine grosse Sorge sei, "dass das jetzt auseinanderläuft".

Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock bezeichnete es "kontraproduktiv", wenn der bayerische Ministerpräsident jetzt vorpresche. Söder habe den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz inne und solle eigentlich koordinieren, sagte sie der "Welt".

Ausgangsbeschränkung: Polizei stellt in Bayern kaum Verstösse fest

8:55 Uhr: Seit Mitternacht gelten in ganz Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen. In der Nacht wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Massnahmen durchgeführt - dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien nur wenige Verstösse festgestellt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstösse. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstösse fest: Fünf Jugendliche hätten in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert; drei weitere Personen fielen auf, die um ein Lagerfeuer sassen und tranken. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstosses gegen die Allgemeinverfügung.

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern gelten zunächst bis zum 3. April.

Mediziner: Immer mehr jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation

8:30 Uhr: Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing.

"Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. "Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. "Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält." Die Gefahr durch das neuartige Virus sei anfangs unterschätzt worden - von der Politik wie auch von der Wissenschaft, räumte der Mediziner ein.

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Nachfrage nach Sextoys und Kondomen steigt

5:34 Uhr: Um die die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, halten sich die Menschen vor allem zu Hause auf - und decken sich mit Sextoys und Kondomen ein. Der Kondomhersteller Ritex etwa teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat doppelt so viele Kondome gekauft wurden. "Besonders stark haben sich Grosspackungen verkauft." Gleitgel werde ebenfalls mehr nachgefragt. Auch der Berliner Hersteller Einhorn teilte mit, dass deutlich mehr der fairen Kondome gekauft würden.

Auch Sexspielzeug wird seit dem Ausbruch der Pandemie beliebter. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop "Eis.de" steigen eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus. Besonders nachgefragt seien aktuell Druckwellen-Vibratoren. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagte eine Sprecherin.

Weidmann: Rezession in Deutschland "unvermeidlich"

5:00 Uhr: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann geht wegen der Coronavirus-Krise von einer Schrumpfung der Wirtschaftskraft aus. "Eine Rezession in Deutschland ist jetzt wohl unvermeidlich", sagte Weidmann der "Welt". Die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seien aber nötig, um die Ausbreitung zu stoppen.

Weidmann befürwortet die bisherigen Schritte der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Epidemie. "Die Bundesregierung hat schnell und richtig gehandelt. Zentral erscheint mir, das Vertrauen der Bürger in das staatliche Handeln zu bewahren." Dazu müsse der Staat auch die ökonomischen Folgen für die Menschen und die Unternehmen eindämmen und nach der Epidemie entschlossen bei der Wiederbelebung der Wirtschaft helfen. "Die Geldpolitik unterstützt, sie kann aber diesmal bei der Verteidigung nicht an vorderster Front stehen."

Insgesamt stehe Deutschland dank solider Staatsfinanzen gut da, um die Krise zu stemmen, sagte Weidmann. "Es war genau richtig, dass Deutschland den Staatshaushalt in Zeiten guter Konjunktur konsolidiert hat. Dadurch sind jetzt Spielräume da, um mit dieser schweren Krise umzugehen."

Coronavirus: Südkorea meldet steigende Fallzahlen

4:07 Uhr: Südkorea erlebt seit Tagen einen Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag wieder mehr Fälle in den vergangenen 24 Stunden als im gleichen Zeitraum davor. Am Freitag seien 147 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, nach 87 zusätzlichen Fällen am Donnerstag. Die Gesamtzahl stieg auf knapp 8.800. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte um acht auf 102.

Sorge bereitete den Behörden unter anderem eine Zunahme von kleineren Häufungen von Infektionen in Kirchengemeinden und Pflegeheimen sowie von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen. Die Zahl der Infektionen, die zuletzt bei ankommenden Personen erfasst wurden, stieg den Angaben zufolge um sechs auf 23.

Corona-Fall im Büro von US-Vizepräsident Pence

0:37 Uhr: Ein Mitarbeiter des Büros von US-Vizepräsident Mike Pence ist nach Angaben des Weissen Hauses mit dem Coronavirus infiziert. Weder Pence noch US-Präsident Donald Trump seien in engem Kontakt mit der Person gewesen, teilte die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller in Washington mit.

Unter wachsendem Druck hatte sich Trump am Freitag vergangener Woche auf das Coronavirus testen lassen - der Test fiel negativ aus. Über einen Test von Pence ist bislang nichts bekannt.

Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

0:04 Uhr: In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in einer Klinik in Hennigsdorf gestorben, teilte der Landkreis Oberhavel mit.

Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte.

Auch Thüringen, Sachsen und Berlin meldeten am Freitag den jeweils ersten toten Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in ihren Ländern.

Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen

0:01 Uhr: Baden-Württemberg will nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in Kliniken aufnehmen. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden.

"Herr Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heisst es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, dass der Zeitung vorliege. "Es geht um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Zeitung.

Der Südwesten habe derzeit genügend freie Beatmungsplätze, nämlich rund 2.300. Aktuell seien 80 Prozent davon belegt, allerdings mit weniger als 20 Corona-Patienten, berichtete die Zeitung.

Das südliche Elsass, das an Baden-Württemberg grenzt, ist von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. Es fehle in den elsässischen Krankenhäusern an Betten mit Beatmungsgeräten, Material und Personal, hiess es.

Alle Meldungen vom Freitag, 20. März:

Guatemala: Mann wegen angeblicher Corona-Impfung festgenommen

23:58 Uhr: In Guatemala soll ein Mann versucht haben, angebliche Impfungen gegen das neuartige Coronavirus zu verkaufen. Der angebliche "Arzt" wurde im Ort Chisec im Zentrum des mittelamerikanischen Landes festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Anwohner hatten ihn demnach angezeigt, weil er sie habe betrügen wollen. Örtliche Medien veröffentlichten ein Video aus den sozialen Medien, in dem der Mann eine Impfkampagne in Chisec ankündet. Die Preise seien sehr vernünftig, sagt er.

In Lateinamerika gibt es bisher mindestens 30 Todesfälle in zehn verschiedenen Ländern, davon einer in Guatemala.

Gouverneur von Illinois verkündet Ausgangssperre

22:45 Uhr: Nach Kalifornien hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch der US-Bundesstaat Illinois eine weitgehende Ausgangssperre angekündigt. Die Massnahme gelte ab diesem Samstag um 17.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ) zunächst bis zum Ablauf des 7. April, sagte Gouverneur J.B. Pritzker am Freitag in Chicago. Pritzker kündigte zugleich an, dass es zahlreiche Ausnahmen geben werde. "Für die allermeisten von Ihnen, die bereits Vorsichtsmassnahmen ergriffen haben, wird sich das Leben nicht sehr stark ändern."

Menschen dürften weiterhin Lebensmittel einkaufen, tanken, zur Apotheke gehen, einen Arzt aufsuchen, spazieren gehen oder den Hund ausführen, solange sie Vorsichtsmassnahmen einhielten. Viele Menschen würden auch weiterhin zur Arbeit gehen. Nicht-essenzielle Geschäfte müssten aber schliessen. Pritzker versicherte: "Es gibt absolut keinen Grund, in ein Lebensmittelgeschäft oder zu einer Tankstelle zu eilen." Diese Geschäfte würden nicht geschlossen.

Jena erlässt Betretungsverbot für öffentliche Orte

21:55 Uhr: Die Stadt Jena hat zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus ein Betretungsverbot für alle öffentlichen Orte ausgesprochen. Darunter fallen Strassen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen, Parkanlagen, Parkplätze und der Stadtwald, wie die Stadt am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. "Ziel ist die strikte Vermeidung des Zusammentreffens von Menschen in Gruppen. Nur so kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder eingedämmt werden."

Ausnahmen soll es aber geben. So soll es weiterhin möglich sein, allein, zu zweit, in der Familie oder den Menschen, die in einem Haushalt leben sowie mit Haustieren an die frische Luft zu gehen. "Genauso darf die Wohnung natürlich zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt verlassen werden. Wer Menschen pflegt oder ihnen beim Einkauf hilft, darf sich dafür ebenfalls im öffentlichen Raum bewegen", hiess es.

Polizei überwacht Ausgangssperre in Brüssel mit Drohnen, Polen ruft Epidemie-Zustand aus

21:18 Uhr: Mit Drohnen überwacht die Polizei in Brüssel die belgische Ausgangssperre wegen des Coronavirus. Vor allem in Grünanlagen achte man darauf, dass Sportler und Spaziergänger die Vorschriften beachten und sich nicht zu nahe kommen, teilte die Polizei am Freitag via Twitter mit. Dreisprachige Durchsagen erinnern an die Regeln. Seit Beginn der fast dreiwöchigen Ausgangssperre am Mittwochmittag habe die Polizei im Zentrum der Hauptstadt schon mehr als 100 Geldbussen wegen Regelverstössen verhängt, berichtete die belgische Nachrichtagentur Belga. In bestimmten Fällen beliefen diese sich auf 350 Euro für Erwachsene und 175 Euro für Jugendliche.

Polen hat den Epidemie-Zustand ausgerufen. Dies bedeute, dass das Gesundheitsministerium und die Chefs der Regionalverwaltung medizinischem Personal und anderen Personen Aufgaben im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit zuweisen könnten, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Freitag in Warschau. Ausserdem werde die Strafe für die Nichteinhaltung einer Quarantäne von bislang umgerechnet rund 1130 Euro auf nunmehr 6800 Euro erhöht. Die Schliessung von Kindergärten, Schulen und Universitäten wurde bis Ostern verlängert.

Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim

20:44 Uhr: In einem Würzburger Pflegeheim sind nach Coronavirus-Infektionen neun Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer COVID-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Berlin plant härtere Einschränkungen für öffentliches Leben

20:26 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird. Der Senat solle vorbereiten, dass es zu Restaurantschliessungen komme, sagte er in der rbb-"Abendschau" am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann nur noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten untersagt werden, kündigte Müller an.

Einige Bürger hätten immer noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer Krisensituation sei, kritisierte der Regierungschef. Auch Berlin werde deshalb zu härteren Massnahmen kommen. Müller betonte zugleich, er hoffe, dass Ausgangssperren über Monate hinweg vermieden werden können.

Bundesregierung: Netze verkraften hohe Datenmengen problemlos

19:45 Uhr: Die deutschen Netze können den zunehmenden Datenverkehr in der Coronavirus-Krise nach Ansicht der Bundesregierung problemlos bewältigen. "Keiner muss sich Sorgen machen, dass wir nicht genug Netzkapazitäten haben", sagte die für die Digitalisierung zuständige Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär, der "Stuttgarter Zeitung".

Die CSU-Politikerin sieht Deutschland wegen des weltweit grössten Internetknotens "gut gerüstet": "Wenn eine Videokonferenz mal nicht funktioniert, liegt das nicht zwingend an den Netzen, sondern oft an den für so hohe Belastungen nicht ausgelegten IT-Systemen der Unternehmen wie etwa mangelnden Serverkapazitäten."

Mecklenburg-Vorpommern: Gaststätten schliessen ab Samstagabend

19:16 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung Virus schränkt Mecklenburg-Vorpommern das öffentliche Leben weiter ein. Die Gastronomie im Land wird ab Samstagabend, 18.00 Uhr, geschlossen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag nach einer Beratung mit der Tourismuswirtschaft und dem Hotel- und Gaststättenverband in Schwerin mit.

Andere Bundesländer sind bereits noch weiter gegangen, am weitesten Bayern und das Saarland: Dort treten an diesem Samstag Ausgangsbeschränkungen in Kraft, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

USA schliessen wichtige Grenze zu Mexiko weitestgehend

19:08 Uhr: Die USA schliessen ihre gemeinsame Grenze mit Mexiko weitestgehend für den Personenverkehr. Der Austausch von Waren sei davon nicht betroffen, erklärte Aussenminister Mike Pompeo am Freitag. Die neue Regelung gelte ab Mitternacht (05.00 MEZ Samstag). Es werde nur wenige Ausnahmen geben, unter anderem für Angestellte im Gesundheitsbereich oder medizinisch begründete Grenzübertritte. Die Grenze zu Mexiko ist rund 3200 Kilometer lang. Täglich überqueren sie mehr als eine Million Menschen und Hunderttausende Fahrzeuge.

Die Regelung sei die gleiche wie für die nördliche Grenze mit Kanada und werde zunächst für 30 Tage gelten, sagte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten.

Grossbritannien schliesst alle Pubs und Kultureinrichtungen

18:35 Uhr: In Grossbritannien werden zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie alle Pubs, Bars, Restaurants und Cafés geschlossen. Das hat Premierminister Boris Johnson am Freitag in London mitgeteilt. Auch Nachtclubs, Theater, Kinos, Freizeitzentren und Sportstudios dürften nicht mehr betrieben werden. Das Verbot gelte bereits von diesem Freitagabend an. Bislang hatte Johnson nur empfohlen, diese Einrichtungen zu meiden.

Italien: Über 600 Tote an einem Tag

18:27 Uhr: In Italien haben die Behörden in nur einem Tag rund 600 neue Corona-Tote registriert. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Virus-Pandemie auf 4032. Das teilte der Zivilschutz in Rom am Freitag mit. In dem Land gibt es inzwischen 47.021 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Damit kamen im Vergleich zum Vortag erneut Tausende Infektionen hinzu. Ausserdem dürfte die Dunkelziffer nicht erfasster Menschen, die den Sars-CoV-2-Erreger in sich tragen, Experten zufolge hoch sein.

Bundestagssitzung nächste Woche doch in grosser Besetzung

18:02 Uhr: Der Bundestag soll in der kommenden Woche trotz Corona-Krise und Abstandsregeln doch noch einmal in grösserer Besetzung zusammenkommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag nach einer Besprechung der Parlamentarischen Geschäftsführer der im Bundestag vertretenen Parteien mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

Hintergrund ist die von der grossen Koalition geplante Nutzung einer Notfallregelung zur Umgehung der grundgesetzlich vorgeschriebenen Schuldenbremse. Damit soll es dem Staat ermöglicht werden, sich im Zuge der Corona-Krise höher zu verschulden als erlaubt - etwa für Hilfsprogramme für Wirtschaft und Bevölkerung. Um das zu beschliessen sei aber eine sogenannte Kanzlermehrheit notwendig, erfuhr die dpa aus Fraktionskreisen. Das heisst, mindestens 355 der 709 Abgeordneten müssen zustimmen.

EU-Kommission kündigt Aussetzung der Defizitregeln an

17:43 Uhr: Wegen der Corona-Krise will die EU-Kommission in einem nie dagewesenen Schritt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten bis auf Weiteres aussetzen.

Erstmalig aktiviere die Behörde "die allgemeine Ausweichklausel" im EU-Stabilitätspakt, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag. "Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können"

Auch im Saarland gelten ab Samstag Ausgangsbeschränkungen

17:35 Uhr: Nach Bayern hat auch das Saarland Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verfügt. Ab Samstag 00.00 Uhr dürfe man die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn man dafür einen triftigen Grund habe, kündigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag in Saarbrücken an.

Dazu gehörten der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch "gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich. Niemand wird eingesperrt", sagte er. Zudem würden die Restaurants im Saarland für Gäste geschlossen. Ein Abverkauf und die Lieferung von Speisen blieben aber weiter erlaubt.

"New York in Pause": Gouverneur weitet Massnahmen in Corona-Krise aus

17:25 Uhr: In der Corona-Krise hat Gouverneur Andrew Cuomo die bislang weitgehendsten Massnahmen für den Bundesstaat New York erlassen. Alle "nicht-überlebenswichtigen" Firmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen und die rund 19 Millionen Bewohner des Bundesstaates sollen soweit wie möglich zu Hause bleiben, sagte Cuomo am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Damit sei der Bundesstaat "in Pause". "Diese Vorgaben werden durchgesetzt. Das sind nicht nur hilfreiche Tipps." Nach deutlich mehr durchgeführten Tests waren zuvor die Fallzahlen im Bundesstaat New York auf rund 7.000 in die Höhe geschnellt.

Italien erwägt noch drastischere Massnahmen im Kampf gegen Coronavirus-Pandemie

17:08 Uhr: Die italienische Regierung erwägt neue, noch drastischere Massnahmen. In den kommenden 24 bis 48 Stunden seien neue Einschränkungen möglich, sagte der für die Regionen zuständige Minister Francesco Boccia am Freitag. Unter anderem nannte er die Möglichkeit, alle Aktivitäten im Freien zu verbieten.

"Leider gehen die Zahlen auch heute noch nicht in die richtige Richtung, weder bei den Neuinfektionen noch bei den Todesfällen", die "deutlich zunehmen", sagte der Gouverneur der am schlimmsten betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana.

Die Gouverneure der nördlichen Regionen Italiens fordern deshalb die Schliessung weiterer Betriebe und einen Einsatz der Armee, um die Umsetzung der Massnahmen zu kontrollieren.

USA wollen auch Grenze zu Mexiko weitgehend schliessen

17:01 Uhr: Die USA wollen ihre gemeinsame Grenze mit Mexiko weitestgehend für den Personenverkehr schliessen. Der Austausch von Waren und Grenzübertritte von Angestellten im Gesundheitsbereich sollten aber weiterhin möglich sein, erklärte der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf am Freitag. Die Gespräche mit Mexiko dazu, alle nicht-notwendigen Grenzübertritte zu begrenzen, liefen noch, sagte er.

Der mexikanische Aussenminister Marcelo Ebrard bestätigte in Mexiko-Stadt vor Journalisten eine grundsätzliche Einigung. Von der Massnahme ausgenommen seien der Warenverkehr und die Grenzübertritte von Menschen, die jeden Tag im jeweils anderen Land arbeiten gehen. Ebrard hatte zuvor Gespräche mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo geführt.

Die USA hatten am Mittwoch bereits eine weitgehende Schliessung der nördlichen Grenze mit Kanada für den Personenverkehr angekündigt. Dies sollte zunächst für 30 Tage gelten, erklärte Präsident Donald Trump.

Besitzer von Zweitwohnungen sollen Schleswig-Holstein verlassen

16:45 Uhr: Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat Besitzer von Zweitwohnungen in dem Land zur Abreise aufgefordert. Zudem verbiete sich angesichts der Corona-Pandemie eine Anreise zu einer Zweitwohnung, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag.

Ziel aller Massnahmen müsse es sein, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Jede Nutzung einer Zweitwohnung in Schleswig-Holstein unterlaufe die derzeitigen Anstrengungen, das Reiseaufkommen drastisch zu verringern und die Gesundheitssysteme in den Tourismusregionen bestmöglich zu entlasten.

Köln: Öffentliche Treffen von mehr als zwei Menschen werden aufgelöst

16:33 Uhr: Köln hat im Kampf gegen das Coronavirus ein konsequentes Einschreiten bei öffentlichen Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen angekündigt. "Ganz egal wie schön das Wetter am Wochenende auch werden mag, jetzt ist nicht die Zeit, sich mit Freunden zu treffen. Wer das nicht begreift, gefährdet die Freiheit aller", erklärte Stadtdirektor Stephan Keller am Freitag. "Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden aufgelöst, soweit diese nicht zum engsten Familienkreis gehören."

Umsetzen soll dies das Ordnungsamt. Wer sich widersetze, könne mit einem empfindlichen Bussgeld bestraft werden, so die Stadt. Aufgrund des Infektionsschutzgesetzes könne auch ein Straftatbestand erfüllt sein.

Hamburg erlässt weitere Beschränkungen

16:28 Uhr: Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte.

Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

USA stellen weltweit keine regulären Visa mehr aus

16:22 Uhr: Die USA stellen wegen der Corona-Pandemie weltweit praktisch keine Visa mehr aus. Botschaften und Konsulate würden bis auf Weiteres nur noch in dringenden und begründeten Einzelfällen Visa-Anträge bearbeiten, erklärte das US-Aussenministerium am Freitag.

Bislang sei nicht absehbar, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden könne, hiess es weiter. Auch die Ausstellung von Pässen für Amerikaner im Ausland werde weitgehend ausgesetzt. Ausnahmen gebe es nur für Dringlichkeitsfälle, in denen es nachweislich um "Leben oder Tod" gehe.

Bundesregierung plant Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro

16:08 Uhr: Die Bundesregierung plant einen Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro. Am Freitagnachmittag haben sich die Unterhändler auf die Summe geeinigt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Das Geld wird für die Hilfsprogramme der Bundesregierung vor allem für Unternehmen und Selbstständige benötigt.

Buckingham-Palast: "The Changing of the Guard" wird ausgesetzt

15:49 Uhr: Der berühmte Wachwechsel der königlichen Gardesoldaten an mehreren Residenzen von Königin Elizabeth II. wird bis auf weiteres ausgesetzt. Das teilte der Palast am Freitag mit.

Die von einer Militärkapelle begleitete Zeremonie "The Changing of the Guard", die etwa jeden zweiten Tag stattfindet, ist vor allem am Buckingham-Palast ein Touristenmagnet. Hunderte Schaulustige aus aller Welt versammeln sich dort oft vor dem Palasttor. Auch am St.-James's-Palast und bei Schloss Windsor werde die Zeremonie nun vorerst nicht mehr stattfinden, hiess es in der Mitteilung.

Die 93 Jahre alte Queen hatte sich am Donnerstag mit ihrem Mann Prinz Philip (98) nach Schloss Windsor zurückgezogen. Die beiden gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet durch die Lungenkrankheit. Elizabeth II. rief die Briten zur Geschlossenheit im Kampf gegen den Erreger auf.

Schweiz verzichtet trotz Corona-Krise vorerst auf Ausgangssperre

15:31 Uhr: Die Schweiz verzichtet trotz Corona-Krise vorläufig auf rigorose Ausgangssperren. Die Regierung verschärfte am Freitag allerdings die Kontaktregeln: Gruppen mit mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit sind nun verboten. Die Polizei werde Bussen verhängen, kündigten mehrere Minister nach einer Krisensitzung an.

Die Regierung stellte nach einer Sofortmassnahme in Höhe von 10 Milliarden Franken weitere 32 Milliarden Franken zur Stützung der Wirtschaft bereit. Bis Freitagmorgen gab es annähernd 5.000 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen in der Schweiz. 43 Infizierte starben.

Weil sich zu viele Menschen nicht an die Vorgabe halten, mindestens zwei Meter Abstand voneinander zu halten, sperrte die Stadt Zürich das gesamte Seeufer ab. Die Behörden empfehlen Menschen über 65 und solchen mit Vorerkrankungen, möglichst im Haus zu bleiben. Ausser Geschäften mit Artikeln für den täglichen Bedarf oder Apotheken sind praktisch alle Läden geschlossen. Spazierengehen ist erlaubt.

Sachsen will Menschenansammlungen bestrafen

15:24 Uhr: Sachsen will mit Strafen gegen Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Krise vorgehen. Verstösse gegen Vorgaben der Behörden sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in einem Videobriefing mit. Grundlage sei das Infektionsschutzgesetz.

Eine Grössenordnung für Ansammlungen wurde dabei nicht genannt. Nicht alle dürften in Mithaftung genommen werden für eine kleine Gruppe, die sich nicht an die Regeln halte. Laut Kretschmer gehe es darum, immer wieder nachzusteuern.

In dem Land sind nach Angaben der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bisher 562 Infektionen mit dem Sars-CoV-2 registriert worden, 173 mehr als am Vortag.

Niedersachsen schliesst Restaurants und Cafés

15:18 Uhr: Niedersachsen schliesst zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover an. Der Ausser-Haus-Verkauf von Speisen soll allerdings weiter möglich bleiben.

Bundesregierung beginnt mit Verteilung von Schutzausrüstung

15:12 Uhr: Die Bundesregierung hat am Freitag damit begonnen, Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen mit medizinischer Schutzkleidung zu versorgen. Die ersten Lieferungen aus den Depots gingen an kassenärztliche Vereinigungen und die Länder, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte. Über das Wochenende seien weitere Lieferungen zu erwarten, die dann verteilt werden könnten.

"Wir sprechen von mehreren zehn Millionen Schutzmasken, die wir gerade erwerben und verteilen", betonte der Sprecher. Wegen des Engpasses bei Atemmasken und anderer Schutzausrüstung hatte der Krisenstab der Bundesregierung Anfang März die Beschaffung dieser Artikel an sich gezogen.

Damit sollte sichergestellt werden, dass für die Mitarbeiter des Gesundheitswesen genug Material zur Verfügung steht.

Hessen reduziert Obergrenze für Versammlungen auf höchstens fünf Personen

14:55 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat das Bundesland Hessen die bisherige Obergrenze für Versammlungen von 100 auf nunmehr fünf Personen reduziert.

Bei Verstössen könnten Bussgelder verhängt werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er bezifferte die Grössenordnung auf 100 bis 300 Euro. Er appelliere aber erstmal an die Vernunft der Menschen.

Hessen wolle vorerst auf Ausgangssperren verzichten. Diese seien "eine der letzten Massnahmen", die man setzen könne, sagte Bouffier am Freitag in Wiesbaden.

Rheinland-Pfalz untersagt Versammlungen von mehr als fünf Menschen

14:52 Uhr: Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Sie ordnete am Freitag die Schliessung von Gaststätten an und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

Baden-Württemberg schränkt öffentliches Leben weiter ein

14:48 Uhr: Baden-Württemberg schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus weiter ein. Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen sind nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare.

Bremen schränkt Gaststättenbetrieb ein - Keine Speisen im Lokal

14:38 Uhr: Bremen folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und untersagt wegen der Corona-Krise von Samstag an die Einnahme von Speisen in Gaststätten. Das kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bremen an.

Dies bedeute nicht, dass die Betriebe schliessen müssten. "Es gibt nur keine Möglichkeit mehr, in den Lokalen zu speisen." Bislang war dies noch bis 18.00 Uhr möglich. Die Restaurants könnten weiter Speisen verkaufen und ausgeben.

Zurückhaltend äusserte sich Mäurer zu einem Vorstoss Bayerns für weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Er halte es für notwendig, dass derartige Entscheidungen im Konzert aller Länder organisiert würden und nicht ein einzelnes Land vorangehe.

EU-Kommission lockert wegen Corona-Krise Haushaltsregeln

14:25 Uhr: Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie lockert die EU-Kommission die Haushaltsregeln. "Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video.

Nationale Regierungen dürften nun unbegrenzt in die Wirtschaft investieren.

Christian Lindner: Ausgangsbeschränkungen für Bayern "verhältnismässig"

14:20 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die in Bayern verhängten Ausgangsbeschränkungen als "angesichts der Lage verhältnismässig" bezeichnet. "Unvernünftige Menschen müssen davon abgehalten werden, sich zu versammeln", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es ist derzeit aber nicht nötig und sinnvoll, den Menschen Sport und Spaziergang im Freien zu verbieten."

"Ich gehe davon aus, dass alle Bundesländer in Kürze ähnliche Massnahmen beschliessen", sagte Lindner weiter. Es müsse allerdings klar gestellt werden, unter welchen Bedingungen diese Einschränkungen der Freiheit aufgehoben werden. "Es darf nicht länger sein als nötig", betonte der Vorsitzende der Freien Demokraten.

Auch Rheinland-Pfalz berät über neue Einschränkungen

14:08 Uhr: Auch die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat am Freitag Beratungen über eine Verschärfung der Bestimmungen in der Corona-Krise aufgenommen. "Die Erfahrungen der vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Appelle allein nicht die notwendige Wirkung erzielt haben", teilte die Staatskanzlei in Mainz mit.

Daher seien weitergehende Massnahmen geplant. "Das scharfe Schwert einer allgemeinen Ausgangssperre" werde zunächst aber noch nicht eingesetzt.

Die Staatskanzlei lud zunächst zu einer Pressekonferenz vor Ort ein, teilte später aber mit, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Öffentlichkeit nur über Internet und live im SWR über die zusätzlichen Massnahmen unterrichten wollten (14.00 Uhr).

Dreyer habe "möglicherweise mittelbaren Kontakt mit einer infizierten Person" gehabt, erklärte die Staatskanzlei. Daher müssten ab sofort alle Menschen Mundschutz tragen, wenn sie in näheren Kontakt zu ihr träten.

Fast 20.000 Fälle in Spanien - Messegelände wird zur Klinik

13:55 Uhr: Im besonders heftig vom Coronavirus betroffenen Spanien ist die Zahl der Infizierten bis Freitagmittag auf knapp 20.000 gestiegen - 16 Prozent mehr als noch am Vortag. Mehr als 1.000 Menschen seien bereits an Covid-19 gestorben, sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

Die Region Madrid kündigte an, das Messegelände Ifema am Stadtrand in ein provisorisches Krankenhaus mit 5.500 Betten umzufunktionieren. Dort könnten auch Intensivpatienten betreut werden.

Madrid hat weiter landesweit die meisten Infizierten (mehr als 7.000), gefolgt von Katalonien (mehr als 3.000). Seit dem Wochenende herrscht im ganzen Land eine zunächst 15-tägige Ausgangssperre. Die Behörden hoffen, dass die Ansteckungswelle bald ihren Höhepunkt erreicht und sich die Entwicklung dann verlangsamt.

Saarland will Ausgangsbeschränkung erlassen

13:39 Uhr: Das Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Eine entsprechende Verfügung werde der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Ministerrat vorschlagen, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken mit.

Zudem sollten ab sofort die Restaurants im Saarland für Gäste geschlossen werden. Ein Abverkauf und die Lieferung von Speisen blieben aber weiter möglich.

Auch nach der Ausgangsbeschränkung seien gemeinsame Spaziergänge mit der Familie "mit Abstand zu anderen" möglich: "Niemand wird eingesperrt." Hans sagte, er hätte ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Bundesländern bevorzugt, doch stehe das Saarland als Nachbarland zum ostfranzösischen Corona-Risikogebiet Grand Est "vor einer besonders schwierigen Herausforderung".

Zudem gebe es "leider nach wie vor zu viele Menschen, die unsere Anordnungen nicht ernst nehmen". Daher habe sich das Saarland nun zum sofortigen Handeln entschlossen.

Thüringen und Bayern verschieben wegen Coronavirus Abschlussprüfungen

13:33 Uhr: Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verschiebt als drittes Bundesland nun auch Thüringen wegen der Corona-Krise die Prüfungen für das Abitur. Ein neuer Termin stehe aber noch nicht fest, teilte das Thüringer Bildungsministerium am Donnerstag mit.

Man wolle dies in Abhängigkeit der Lage entscheiden, hiess es. Der Start für die Abiturprüfungen war zuvor für den 30. April angesetzt.
Bayern hatte ebenfalls angekündigt, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Am Donnerstag gab der Freistaat zudem bekannt, auch Abschlussprüfungen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen neu anzusetzen. Der mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abgestimmte Plan sieht vor, den Start der Prüfungen um 14 Tage nach hinten zu verschieben.

Am Dienstag hatte bereits Mecklenburg-Vorpommern eine Verschiebung beschlossen und mitgeteilt, dass es im März und April keine Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur geben werde.

USA: Infektionszahlen in 24 Stunden um fast 50 Prozent gestiegen

13:25 Uhr: Die USA melden eine rasante Ausbreitung des Coronavirus: Die Gesamtzahl der erkannten Infektionen innerhalb eines Tages um knapp 50 Prozent von 8.317 auf aktuell 12.392 Fälle gestiegen. Als erster Bundesstaat hatte in der Nacht Kalifornien eine Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen verhängt. Unklar ist noch, ob die steigenden Zahlen mit zunehmenden Corona-Tests in den USA zusammenhängen.

Bundesregierung legt weitere Vorschläge gegen Corona-Rezession auf den Tisch

13:20 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Bundesregierung weitere Instrumente ins Spiel gebracht. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schlug eine mögliche staatliche Beteiligung an grossen Unternehmen vor.

Es gehe bei der Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie "auch um Grosskonzerne, bei denen ja unglaublich viele beschäftigt sind", sagte Scholz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellte Besitzern kleiner Läden, Freiberuflern und Selbstständigen ohne Beschäftigte "Expresshilfen" in Aussicht.

Bayern kündigt Ausgangsbeschränkungen an

12:40 Uhr: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Ab Freitagnacht, 00:00 Uhr, gelten in ganz Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Das hat die Regierung des Bundeslandes beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz in München mitteilte. "Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter", sagte der bayerische Regierungschef.

Um das Coronavirus einzudämmen, ist das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

In Hessen müssen Restaurants schliessen

12:21 Uhr: In Hessen sollen Restaurants und Gaststätten ab Samstagmittag geschlossen werden. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden mit.

Drohnen über Prosecco-Hügeln: Italien kontrolliert Ausgangssperre

12:21 Uhr: Ein Spaziergang in den Prosecco-Hügeln von Venetien in der Corona-Krise? Zu viele Menschen missachten die Ausgangssperren in Italien - Bürgermeister Fabio Chies der Prosecco-Stadt Conegliano hat daher ein striktes Verbot für Aktivitäten draussen wie Spazierengehen, Fahrradfahren oder Joggen verhängt.

Dieses werde auch mit Drohnen kontrolliert, bestätigte eine Sprecherin der Kommune am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Um uns herum haben wir ein 25 Quadratkilometer grosses hügeliges Gebiet, das wir nicht mit Polizeistreifen kontrollieren können", sagte Chies der Nachrichtenagentur Ansa.

Auch Restaurants in Bayern müssen schliessen

12:13 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schliessen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen, auch die "Nürnberger Nachrichten" berichteten darüber.

Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein. Ob es weitere Ausgangsbeschränkungen für die Menschen geben würde, war demnach noch offen - darüber werde aktuell noch im Kabinett beraten, hiess es.

Apple rationiert iPhones in der Corona-Krise

12:11 Uhr: Apple lässt nach wochenlangen Produktionsengpässen in China nur noch zwei iPhones eines Modells pro Bestellung in seinem Online-Store kaufen. Das heisst, Kunden bekommen seit Freitag eine Warnmeldung, wenn sie zum Beispiel drei Geräte des iPhone 11 Pro zu ihrem Warenkorb hinzufügen - bei zwei iPhone 11 Pro und einem iPhone 11 gibt es dagegen keine Probleme.

Apple hatte bereits im Februar gewarnt, dass es wegen der Coronavirus-Krise zeitweise Engpässe bei den iPhone-Beständen geben könnte. Die Fabriken der Apple-Fertiger wie Foxconn wurden nach den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest wegen Reisebeschränkungen deutlich langsamer hochgefahren als geplant.

Landessportbund Brandenburg stellt "punktuelle Hilfe" in Aussicht

12:07 Uhr: Wolfgang Neubert hat als Präsident des Landessportbundes Brandenburg Vereinen mit "existenzbedrohenden finanziellen Problemen" Unterstützung in Aussicht gestellt.

"Gemeinsam mit der Landesregierung werden wir wichtige punktuelle Hilfe organisieren. Über das genaue Prozedere werden wir die Mitglieder nach Abstimmung mit der Landesregierung informiere", sagte er in einer Mitteilung des LSB Brandenburg am Freitag. Eines sei jedoch auch sicher, sagte er: "Der Staat wird bei weitem nicht alle Einbussen ausgleichen können."

Regierung mahnt eindringlich: "Halten Sie sich an die Regeln"

12:02 Uhr: Die Bundesregierung hat Menschen in Deutschland abermals eindringlich gemahnt, sich wegen der Corona-Krise nicht in Gruppen zu treffen. Andernfalls will sie zu weiteren Mittel greifen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mit Blick auf mögliche weitere Beschränkungen deutlich machte.

Seibert dankte im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den vielen Millionen Menschen in Deutschland, die sich an die geltenden Beschränkungen halten. Die Mehrzahl der Menschen schränke Kontakte ein und lasse Reisen sein.

"Jeder Einzelne zeigt damit Verantwortung." Wer sich daran halte, zeige auch Solidarität mit den Angehörigen des Gesundheitswesens. Der Minderheit, die sich noch nicht vernünftig und verantwortlich verhalte, müsse gesagt werden: "Halten Sie sich an die Regeln, die nun in der nächsten Zeit gelten." Man solle einfach nicht in einer Menschentraube im Park stehen oder eng gedrängt im Café sitzen.

SPD-Politiker Lauterbach hält Ausgangssperren für wahrscheinlich

11:57 Uhr: Längere Ausgangssperren gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind nach Ansicht des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach kaum noch abwendbar. "Ich befürchte, dass wir an Ausgangssperren nicht vorbeikommen, die wir auch länger durchhalten müssen", sagte Lauterbach der ""Augsburger Allgemeinen".

Vielen Menschen scheine der Ernst der Lage noch nicht klar zu sein. "Wer sich jetzt den Schutzmassnahmen verweigert, unterliegt einer Fehleinschätzung", sagte er.

Berliner SPD sagt Landesparteitag ab

11:55 Uhr: Die Berliner SPD hat ihren Landesparteitag abgesagt. Das sagte Landesgeschäftsführerin Anett Seltz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest.

"Gesundheit geht vor", sagte Seltz zur Begründung vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Infizierten mit dem Coronavirus. Die Landes-SPD hatte ihren Parteitag für den 16. Mai geplant.

Zehn Bürgermeisterwahlen in Rheinland-Pfalz verschoben

11:43 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie verschieben sich in Rheinland-Pfalz zehn vom 5. April bis 7. Juni geplante Bürgermeisterwahlen. Das Innenministerium habe die zuständigen Aufsichtsbehörden entsprechend angewiesen, teilte die Landeswahlleitung in Bad Ems am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Damit solle die Gesundheit von Bürgern, Wahlhelfern und kommunalen Mitarbeitern geschützt sowie ein landeseinheitliches Vorgehen gewährleistet werden.

Neue Wahltermine stünden noch nicht fest, da die Entwicklungen der Corona-Pandemie so unübersichtlich seien. Möglicherweise würden Termine nach den Sommerferien gewählt, womöglich sogar ein Einheitstermin für alle verschobenen Bürgermeisterwahlen.

Metall-Tarifpartner schliessen Pilot-Vertrag für die Krise

11:32 Uhr: In der Metall- und Elektroindustrie haben die Tarifpartner einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen erzielt. Unter dem Eindruck der Coronakrise einigten sich IG Metall und Arbeitgeber am Freitag darauf, die Löhne in diesem Jahr nicht zu erhöhen.

Arbeitnehmer mit kleinen Kindern erhalten zusätzliche freie Tage und Kurzarbeiter können auf Zuzahlungen setzen.

Bundesregierung will Notfallregelung in Schuldenbremse ziehen

11:24 Uhr: Die Bundesregierung will die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen und so ermöglichen, dass sich der Bund deutlich höher verschulden kann.

Nach dpa-Informationen soll das Kabinett am Montag eine entsprechende Regelung beschliessen, der Bundestag soll im Laufe der Woche zustimmen.

Ausgangsbeschränkungen in Österreich bis Ostermontag verlängert

11:15 Uhr: In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, den 13. April, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

"Ich bin mir vollkommen bewusst, dass das viele Entbehrungen mit sich bringt, dass das viel Verzicht bedeutet - und dass der Weg, den wir gerade gehen müssen, kein einfacher ist", sagte Kurz.

Die Gespräche mit Experten zeigten ihm aber, dass das Land im Kampf gegen Sars-CoV-2 auf dem richtigen Weg sei. "Halten Sie durch", appellierte Kurz an seine Landsleute.

SPD-Chefin Saskia Esken hält Ausgangssperren für "problematisch"

11:11 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Einführung von Ausgangssperren angesichts der Ausbreitung des Coronavirus skeptisch. "Ich finde die Idee problematisch, weil dann womöglich der Lagerkoller droht - vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind", sagte Esken dem "Handelsblatt".

Sie hoffe, dass Appelle, etwa wie der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch, Menschen zur Vernunft bringe. So lange das Virus grassiere, dürfe es keine grösseren Menschenansammlungen mehr geben.

Marokko ruft Gesundheitsnotstand aus - Tunesien riegelt Luftraum ab

10:57 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus verschärfen die nordafrikanischen Länder Marokko und Tunesien ihre Massnahmen. Am Freitagabend beginnt in Marokko eine landesweite Ausgangssperre, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wie das Innenministerium mitteilte. Neben Deutschland haben auch die USA begonnen, Staatsbürger aus dem Königreich auszufliegen. Marokko hat bislang 63 Fälle von Infizierungen offiziell bekanntgegeben.

In Tunesien finden am Freitag die letzten Rückholflüge für deutsche Urlauber statt. Ab Mitternacht soll der Flugverkehr nach Angaben der tunesischen Behörden komplett eingestellt werden. Davon seien auch sogenannte Repatriierungsflüge für ausländische Staatsbürger betroffen. Die tunesischen Behörden sprechen von 39 bestätigten Infektionen und einem Todesfall.

Saudi-Arabien gab am Freitag bekannt, neben internationalen auch inländische Flüge für 14 Tage auszusetzen. Zudem werde der Transport mit Bussen und Taxen untersagt. Das Königreich hatte bereits den Zugang zu den heiligen Stätten in Mekka und Medina für Pilger beschränkt.

Auch YouTube drosselt Bildqualität in Europa

10:44 Uhr: Nach Netflix wird auch YouTube die Bildqualität in Europa etwas verschlechtern, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten.

Alle Videos sollen zunächst in den kommenden 30 Tagen nur noch in Standard-Auflösung statt HD-Qualität übertragen werden, wie die zu Google gehörende Videoplattform am Freitag ankündigte. EU-Kommissar Thierry Breton, der die Massnahme angestossen hatte, begrüsste den Schritt.

Reisewarnung gilt bis Ende April - auch für die Osterferien

10:27 Uhr: Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt zunächst bis Ende April und betrifft damit auch die Osterferien. "Das ist für viele schmerzlich aber absolut notwendig. Bleiben Sie zu Hause! Schützen Sie sich und ihre Mitmenschen!", schrieb Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag auf Twitter.

Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag die Reisewarnung für alle touristischen Auslandsreisen ausgesprochen - ein bisher einmaliger Vorgang. Eine Frist hatte er zunächst aber nicht genannt. Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen.

Bis Dienstag hatte die Regierung nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten, mit einer Ausnahme: Für Hubei, die chinesische Ursprungsregion des neuartigen Coronavirus, bestand bereits eine Reisewarnung.

Robert-Koch-Institut gibt aktuelle Zahlen zu Infektionen bekannt

10:22 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer Pressekonferenz am Freitag die aktuellen Zahlen zu den Coronavirus-Infektionen bekanntgegeben. Mit dem Coronavirus sind derzeit 13.957 Menschen infiziert - ein Plus von 2.958 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 15.320 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 31 Todesfälle, die JHU 44 Tote.

Israel verhängt weitgehende Ausgangssperre

10:11 Uhr: Israel hat eine weitgehende Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus verhängt. Die Notstandsverordnungen sollen zunächst für eine Woche gelten. Die Regierung verabschiedete die Anordnungen einstimmig in der Nacht zum Freitag, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte. Damit sollen - wie in anderen Staaten, die von der Pandemie betroffen sind - die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen.

Ausnahmen gelten für den Kauf von Lebensmitteln, den Gang zum Arzt sowie den Weg zur Arbeit und zurück. Die Teilnahme an Begräbnissen und Hochzeiten sowie Demonstrationen ist erlaubt.

Allerdings war zuvor bereits festgelegt worden, dass nicht mehr als zehn Personen in einem Raum sein dürfen. Ausserdem darf man alten oder kranken Menschen helfen. Lebensmittel-Lieferungen sollen nicht mehr direkt überbracht, sondern vor der Haustür abgelegt werden.

Nach Angaben der Polizei können Menschen, die sich nicht an Quarantäne-Regeln halten, mit Strafen von umgerechnet knapp 1.300 Euro belangt werden.

Sri Lanka verhängt landesweite Ausgangssperre

9:59 Uhr: Sri Lanka hat für das ganze Wochenende eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wer nicht Zuhause bleibt und erwischt wird, wird vorläufig festgenommen, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte.

Es könne auch Haftstrafen geben. Polizei und Armee würden kontrollieren. Ausgenommen von der Sperre seien lediglich Menschen, die in unverzichtbaren Berufen arbeiteten - etwa Ärzte, Pflegepersonal und Feuerwehrleute. Auch Menschen, die einen unmittelbar bevorstehenden Flug hätten, dürften noch zum Flughafen.

Die Sperre gelte von Freitag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr, schrieb Sri Lankas Präsident Gotabaya Rajapaksa auf Twitter. In Sri Lanka gibt es inzwischen 59 bestätigte Corona-Fälle.

Offizielle Statistiken: Nun mehr als 10.000 Coronavirus-Tote weltweit

9:47 Uhr: Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken nun weltweit mehr als 10.000 Menschen den Tod gebracht. Die private Johns Hopkins University im US-Staat Maryland führte in ihrer Liste auf ihrer Homepage am Freitagmorgen 10.031 Tote.

Die tatsächliche Zahl abseits der offiziellen Statistiken dürfte deutlich höher liegen, schätzen Experten. Mehr als 244.000 Menschen infizierten sich den von der Universität berücksichtigten offiziellen Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die tatsächliche Fallzahl dürfte auch hier weitaus höher liegen. Ein grosser Teil der in den letzten Monaten erfassten Betroffenen ist längst wieder gesund oder hatte von vornherein kaum oder keine Symptome.

Die Zählung des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Forschungszentrums der Johns Hopkins University wird in der Coronavirus-Krise weltweit als Datengrundlage genutzt.

Kleine Grenzübergänge zu Frankreich und Luxemburg werden geschlossen

9:34 Uhr: Der Grenzübertritt nach Frankreich und Luxemburg soll ab diesem Freitag nur noch an bestimmten Orten möglich sein. Vor allem die kleinen Übergänge sollten nach und nach mit physischen Barrieren geschlossen werden, teilten die Sprecher der Bundespolizei im saarländischen Bexbach und im rheinland-pfälzischen Trier mit. Das gehe aus einer Ankündigung des Bundesinnenministeriums vom Donnerstag in Berlin vor.

Konkret heisst die Neuerung für die deutsch-luxemburgische Grenze auf rheinland-pfälzischer Seite, dass ein Grenzübertritt weiter möglich ist an den Stellen: A64 Mesenich, B419 Wellen, B419 Wincheringen, B418 Wasserbilligerbrück und B257 Echternacherbrück. Weitere rund 20 kleine Übergänge vor allem entlang der Sauer und der Our müssten demnach nun gesperrt werden. Ein Zeitplan sei in Arbeit.

Auf saarländischer Seite ist die Grenzübergangsstelle zu Luxemburg an der A8 Perl-Schengen weiter offen, ebenso die an der B419 Perl-Schengen. An der Grenze zu Frankreich kann der Verkehr weiter an der Goldenen Bremm in Saarbrücken (A6 und Metzer Strasse), der B423 Habkirchen-Frauenberg und Überherrn-Creutzwald einreisen.

Baden-Württemberg plant Niederlassungsverbot für Gruppen

9:16 Uhr: Auf öffentlichen Plätzen in Baden-Württemberg werden wegen des Coronavirus Menschenansammlungen verboten. Die Landesregierung bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

Bei der betroffenen Gruppengrösse handle es sich um eine einstellige Zahl, das Justizministerium müsse das juristisch prüfen. Das diene dazu, die tatsächlichen Sozialkontakte unterhalb einer Ausgangssperre so weit wie möglich und geboten zu verringern, hiess es aus den Kreisen.

Zugleich aber lasse Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Voraussetzungen und Regelungen einer Ausgangssperre schon vorgreifend prüfen, damit diese schnellstmöglich umgesetzt werden könnte - sollten die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Sonntag zum Schluss kommen, dass eine solche unabwendbar ist.

Man setze jedoch alles daran, eine Ausgangssperre zu vermeiden, hiess es den Informationen zufolge.

Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag ist "entscheidender Tag"

8:51 Uhr: Das Verhalten der Bürger an diesem Wochenende wird nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) massgeblich darüber entscheiden, ob auch in Deutschland wegen der Coronakrise Ausgangssperren verhängt werden. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte Braun dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Braun bezog sich darauf, dass sich in der vergangenen Woche trotz mehrfacher Aufforderungen seitens der Politik, wegen der Ansteckungsgefahr soziale Kontakte möglichst zu vermeiden, zahlreiche Menschen weiterhin in Gruppen getroffen hatten, etwa in öffentlichen Parks. Zuletzt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich an die Bürger appelliert, sich an die von der Regierung beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht." Das müsse jetzt eingestellt werden. Geschehe das nicht, "kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Massnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen". Nach Angaben des baden-württembergischen Regierungschefs Winfried Kretschmann (Grüne) werden die Ministerpräsidenten am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Ausgangsverbote beraten.

Braun betonte, dass die Bundesregierung eine Ausgangssperre eigentlich nicht anstrebe. "Erst mal setzen wir darauf, dass die Bevölkerung die Massnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken." Der Blick auf Nachbarländer, die schon Ausgangssperren verhängt haben, zeige: "Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung", warnte der Kanzleramtschef. Denn vor allem in Städten hätten "nur die wenigsten einen Garten oder ein grosses Grundstück".

China meldet erneut keine neuen inländischen Corona-Ansteckungen

8:42 Uhr: Am zweiten Tag in Folge ist in China nach offiziellen Angaben kein neuer Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus innerhalb des Landes registriert worden. Die Nationale Gesundheitskommission meldete am Freitag zudem nur drei neue Todesfälle - der geringste Anstieg innerhalb eines Tages seit Januar. Allerdings wurden 39 neue Corona-Patienten verzeichnet, die sich im Ausland angesteckt haben sollen.

Die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen gehen in China - dem Ausgangspunkt der Pandemie - schon seit Wochen deutlich zurück. In Festlandchina haben sich insgesamt fast 81.000 Menschen mit dem Virus infiziert, weniger als 7.000 Menschen sind nach Behördenangaben noch erkrankt. 3.248 Menschen starben an dem Virus.

China fürchtet jedoch eine zweite Welle von Infektionsfällen durch aus dem Ausland einreisende Chinesen. Die Gesundheitskommission meldete am Freitag 39 neue Patienten, die sich im Ausland angesteckt haben sollen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 228.

Der rückläufigen Corona-Entwicklung in China steht die drastische Zunahme der Krankheitsfälle und Totenzahlen in Europa gegenüber. Italien, das in Europa am stärksten von der Pandemie betroffene Land, überholte China am Donnerstag bei der Zahl der Todesopfer. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Toten dort auf 3.405.

Drei Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff vor Sydney

07:48 Uhr: Zwei Passagiere und ein Besatzungsmitglied eines Kreuzfahrtschiffs in Sydney sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die "Ruby Princess", auf der 2.700 Passagiere und 1.100 Crewmitglieder waren, hatte nach einer Reise rund um Neuseeland am Donnerstag vor der australischen Metropole angelegt. Danach wurden 13 Menschen getestet, die sich unwohl gefühlt hatten. Der Rest wurde nach Hause geschickt, mit der Auflage, 14 Tage zuhause zu bleiben. Der Test dauerte 24 Stunden, am Freitag teilten die Gesundheitsbehörden das Ergebnis mit.

In Australien gibt es mehr als 700 bestätigte Fälle des Virus, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen kann. Premierminister Scott Morrison rief dazu auf, auf Distanz zu gehen und in geschlossenen Räumen um Menschen je vier Quadratmeter zu lassen.

Ab Freitagabend dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Ausgenommen sind lediglich die eigenen Bürger, Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz sowie deren enge Familienmitglieder. Auch Neuseeland hat ein solches Einreiseverbot verhängt.

Haiti meldet als letztes Land Lateinamerikas erste Corona-Fälle

6:05 Uhr: Alle Länder Lateinamerikas haben nun Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Haitis Präsident Jovenel Moïse verkündete am Donnerstag (Ortszeit) die ersten beiden Fälle des Karibikstaates - dem letzten Land der Region, das zuvor noch keine Ansteckungen gezählt hatte. Moïse erklärte zugleich einen Notstand, verhängte eine Ausgangssperre und verbot Versammlungen von mehr als zehn Menschen. Haiti, das als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre gilt, hatte bereits seine einzige Landgrenze - mit der Dominikanischen Republik - geschlossen.

Am Mittwoch hatten auch Nicaragua und El Salvador ihre ersten Fälle bestätigt. Das Virus hatte die Region später erreicht als Europa und die USA. Inzwischen gab es in Lateinamerika mindestens 14 bestätigte Todesfälle in neun Ländern. Mit drei Toten ist die Zahl in Brasilien am höchsten. Hinzu kommt in der Karibik jeweils ein Todesopfer in Jamaika, im englischen Überseegebiet Cayman Islands und auf der französischen Insel Martinique sowie im südamerikanischen Guyana, das wegen seiner Amtssprache Englisch nicht zu Lateinamerika gezählt wird.

Virologe: Kein Profifussball mehr in diesem Jahr

5:13 Uhr: Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erwartet, dass wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in diesem Jahr Profifussball gespielt wird. "Ich gehe fest davon aus, dass es erst wieder im nächsten Jahr stattfinden kann in dem Umfang", sagte der Mediziner des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg im "Sportclub" des NDR-Fernsehens.

Die Deutsche Fussball Liga hat die 1. und 2. Bundesliga vorerst bis zum 2. April ausgesetzt. Gerechnet wird aber damit, dass frühestens im Mai die Saison mit Spielen ohne Zuschauer fortgesetzt werden könnte. "Ich glaube, es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann", sagte Schmidt-Chanasit. "Wir sehen ja, wie die Situation ist in Europa und was uns noch bevorsteht."

Selbst wenn es Deutschland nicht so schlimm treffen sollte wie Italien, "wir es durch diese Massnahmen schaffen, die Fallzahlen auf einem Niveau halten, das Deutschland verträgt, was wir behandeln können auf den Intensivstationen", hiesse das längst noch nicht, dass der Fussball wieder anfangen dürfe. "Das hiesse, das würde wieder zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen." Der Fussball werde erst ganz zum Schluss kommen, "weil er einen starken Einfluss auf die Dynamik dieser Ausbreitung hat."

Ärztepräsident warnt vor monatelangem Lockdown

5:10 Uhr: Die beispiellosen Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus müssen nach Ansicht des Ärztepräsidenten Klaus Reinhardt schon jetzt klar befristet werden.

"Ich glaube nicht, dass wir das, was wir jetzt tun, monatelang fortführen können", sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Ängste und Sorgen würden die Menschen psychisch überfordern", warnte er.

Reinhardt forderte, schon jetzt an einem Ausstiegsszenario zu arbeiten. Menschen über 65 Jahren und andere Risikogruppen wie chronisch Kranke jedoch müssten sich darauf vorbereiten, dass die Einschränkungen danach für sie noch länger gelten.

"Wir brauchen umfassende Massnahmen, um diese Bevölkerungsgruppe isolieren zu können, während sich das öffentliche Leben wieder schrittweise normalisiert."

Ausgangssperren lehnte Reinhardt klar ab. "Damit schaffen sie eine gespenstische Atmosphäre, die die Menschen extrem ängstigt. Das kann auch dazu führen, dass die Solidarität in der Gesellschaft, auf die wir jetzt dringend angewiesen sind, auseinanderbricht."

Kalifornischer Gouverneur verhängt Ausgangssperre

4:44 Uhr: Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat die gesamte Bevölkerung des Westküstenstaates aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen sollte in der Nacht zum Freitag in Kraft treten, teilte Newsom am Donnerstagabend mit. Kalifornien ist damit der erste Staat in den USA, der eine derart weitreichende Auflage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlässt. Zuvor galten diese Einschränkungen schon für mehrere Bezirke im Raum San Francisco.

Notwendige Regierungsstellen, Einrichtungen wie Banken und wesentliche Geschäfte, darunter Lebensmittelläden und Apotheken, sollen aber geöffnet bleiben, wie Newsom betonte. Kalifornier können aber noch Spazieren gehen, Joggen oder Radfahren, allerdings müssen sie dabei voneinander Abstand halten. Die Auflagen sind zunächst unbefristet.

Bis zum Donnerstag wurden in Kalifornien 958 Infektionsfälle bekannt, 19 Menschen sind an COVID-19 gestorben. Newsom appellierte an die Bürger, diese Auflagen zu befolgen. Mehr als die Hälfte der Einwohner könnten sich mit dem Coronavirus anstecken, wenn man keine drastischen Massnahmen ergreifen würde, warnte der Gouverneur. Fast 20.000 Menschen müssten möglicherweise im Krankenhaus behandelt werden, das würde die Kapazitäten der medizinischen Versorgung weit überschreiten.

Von der Leyen besorgt über Grenzstaus: "Wichtige Fracht kommt zu spät"

4:00 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich besorgt über teils dramatische Folgen der neuen Grenzkontrollen innerhalb Europas geäussert.

"In den vergangenen Tagen sind Tausende, von Pendlern bis Lastwagenfahrern, an Grenzen gestrandet, die eigentlich keine mehr sein sollen", sagte von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Insbesondere der Stau im Güterverkehr führt dazu, dass Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter viel zu spät ihr Ziel erreichen."

Gesundheitsschutz sei in der Corona-Krise zwar richtig. "Aber wir müssen gemeinsam Lösungen finden, die unseren Binnenmarkt in Gang halten", fügte sie hinzu. Die Situation habe sich seit Beginn der Woche etwas gebessert. Die Kommission arbeite daran, dass alle EU-Bürger sicher nach Hause zurückkehren könnten und die Volkswirtschaft keinen gravierenden Schaden nehme.

An diesem Freitag werde die zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson erneut mit den EU-Innenministern beraten.

Corona-Fälle bei NBA-Teams: Auch Theis' Celtics betroffen

2:16 Uhr: In der NBA nimmt die Zahl der Coronavirus-Fälle zu. Am Donnerstag wurden positive Tests bei den Boston Celtics von Nationalspieler Daniel Theis, den Los Angeles Lakers und den Philadelphia 76ers bekannt.

Bostons Marcus Smart machte seine Infektion selbst öffentlich, nachdem sein Club zuvor keinen Namen genannt hatte. Es gehe ihm gut und er habe keine Symptome. Wer bei den Lakers positiv getestet wurde teilte der Club aus Kalifornien nicht mit.

Bei den Lakers steht Superstar LeBron James unter Vertrag. Ob es sich bei den 76ers um Basketball-Profis aus der NBA, Trainer oder andere Mitarbeiter handelt, gab das Team nicht bekannt.

Bekannt sind damit mindestens zehn positiv auf das Coronavirus getestete Profis in der NBA, darunter auch Superstar Kevin Durant von den Brooklyn Nets. Der erste positiv getestete Spieler war der Franzose Rudy Gobert von Utah Jazz. Infolge dessen war die Saison in der vergangenen Woche auf unbestimmte Zeit unterbrochen worden.

US-Regierung sagt G7-Gipfel ab

0:32 Uhr: Die US-Regierung hat das im Juni in den USA geplante Gipfeltreffen der sieben führender Wirtschaftsnationen (G7) wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Anstatt eines Treffens in Camp David bei Washington soll es eine Videokonferenz geben, wie das Weisse Haus am Donnerstagabend erklärte.

Präsident Donald Trump werde darüber hinaus auch im April und Mai mit seinen Kollegen der G7-Staaten per Videokonferenz das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie besprechen, hiess es weiter.

Zur Vorbereitung des Gipfeltreffens wäre in den Regierungszentralen viel Geld, Energie und Personal aufgewendet worden, das derzeit besser für die Bekämpfung der Covid-19-Epidemie eingesetzt sei, erklärte ein Beamter der US-Regierung. Die Staatenlenker der G7-Nationen würden sich weiterhin eng abstimmen, um die Gesundheit ihrer Bevölkerung und das Wohl der Weltwirtschaft zu sichern, erklärte der Beamte weiter.

Züge in die Schweiz fahren nur noch bis Basel

0:02 Uhr: Nach der Einführung von Grenzkontrollen im Kampf gegen das Coronavirus müssen Bahnreisende in die Schweiz mit grösseren Einschränkungen rechnen.

Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, enden die Züge im Fernverkehr vorzeitig an der Station Basel Badischer Bahnhof. Dies betrifft die Verbindungen von Berlin nach Interlaken Ost, von Kiel/Hamburg nach Chur sowie von Dortmund nach Basel SBB. Auch der Regionalverkehr ist demnach betroffen.

Zuvor hatte die Bundesregierung Orte festgelegt, an denen ein Grenzübertritt aus der Schweiz sowie aus Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark noch möglich sein soll. Alle weiteren Grenzübergänge sollen von diesem Freitag an wegen der Corona-Krise geschlossen bleiben.

Auch in jene Länder sind die Verbindungen beeinträchtigt. So entfallen beispielsweise Züge von und nach Paris sowie Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nach Zürich, Budapest und Rijeka.

Alle Meldungen vom Donnerstag:

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Alle Meldungen vom Mittwoch, 18. März: Stadion-Boss bietet Hertha geringere Miete an

23:12 Uhr: Zur Abminderung der finanziellen Folgen der Spielausfälle aufgrund der Corona-Krise hat Timo Rohwedder, der Chef des Berliner Olympiastadions, dem Fussball-Bundesligisten Hertha BSC eine Mietminderung angeboten. "Man kann davon ausgehen, dass wir mit Hertha eine partnerschaftliche Lösung anstreben. Wir können ja nichts in Rechnung stellen, was nicht erbracht wurde", sagte Rohwedder der "Bild"-Zeitung.

Hertha hat einen Mietvertrag für das Olympiastadion bis 2025 unterschrieben und zahlt etwas mehr als fünf Millionen Euro pro Jahr. Nun hat der Berliner Senat den Sportbetrieb in der Stadt bis 19. April gestoppt.

Tirol komplett unter Quarantäne gestellt

22:35 Uhr: Das gesamte österreichische Bundesland Tirol wird ab Mitternacht wegen der Ausbreitung des Coronavirus unter Quarantäne gestellt. "Wir erlassen Quarantäneverordnungen für alle 279 Tiroler Gemeinden. Das bedeutet: Die Gemeinde darf nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen – und dann nur zum nächstgelegenen Ort", teilte Tirols Landeschef Günther Platter am Mittwochabend via Facebook mit. "Sofern es einen Arzt, eine Apotheke, einen Lebensmittelhandel und eine Bank im Ort gibt, darf die Gemeinde für diese Zwecke nicht verlassen werden."

Tirol wird sich zudem als einzelnes Bundesland noch stärker von seinen Nachbarn isolieren. "Das heisst, dass nur jene nach Tirol einreisen können, die in Tirol zu Hause sind oder in der kritischen Infrastruktur oder Versorgung arbeiten", schrieb Platter bei Facebook.

US-Senat verabschiedet erstes Coronavirus-Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar

22:00 Uhr: Der US-Senat hat mit deutlicher Mehrheit ein erstes milliardenschweres Hilfspaket gebilligt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden sollen. Mit dem am Mittwoch beschlossenen Gesetz wird unter anderem die in den USA nicht gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeweitet. Zudem werden die Kostenübernahme von Tests auf eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 garantiert und Zahlungen für Arbeitslose und Lebensmittelhilfen ausgeweitet. Die Massnahmen sollen rund 100 Milliarden US-Dollar kosten.

Portugiesisches Parlament billigt Ausnahmezustand

21:47 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat das Parlament in Portugal die Ausrufung des Ausnahmezustandes gebilligt. Die Regierung in Lissabon wird die Rechte der Bürger, der Medien, der Unternehmen und der Organisationen deutlich einschränken können. Der sozialistische Ministerpräsident António Costa versicherte, die Demokratie werde "nicht ausser Kraft gesetzt". Man werde nun aber die Krise viel leichter bekämpfen können. Konkrete Massnahmen nannte die Regierung zunächst nicht.

Popmusiker kündigen Online-Festival an

21:07 Uhr: Wohnzimmerkonzert statt Livetour: Popmusiker wie Max Giesinger, Lea, Johannes Oerding und Michael Schulte wollen am Sonntagabend per Livestream für ihre Fans spielen. Das kündigten sie am Mittwoch an. Beim sogenannten "#Wirbleibenzuhause-Festival" wollen insgesamt sieben Künstler jeweils eine halbe Stunde von zuhause aus spielen. Die Gigs sollen auf den jeweiligen Instagram-Konten gestreamt werden. Auch Nico Santos, Álvaro Soler, Lotte und Mathea sind dabei.

Israel schliesst seine Grenzen

21:01 Uhr: Israel hat mit sofortiger Wirkung seine Grenzen für Ausländer geschlossen. Das teilte die Migrationsbehörde am Mittwochabend mit. Bereits seit zwei Wochen durften Ausländer nur noch einreisen, wenn sie nachweisen konnten, dass sie sich in den ersten 14 Tagen privat in Quarantäne begeben konnten. Hotels waren dafür nicht zugelassen. Nun dürfen nur noch Israelis und Ausländer mit ständigem Wohnsitz nach Israel einreisen.

Deutschland weitet Einreisebeschränkungen für EU-Bürger aus

19:15 Uhr: Deutschland weitet die bereits an fünf Landesgrenzen geltenden Einreisebeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus nun auch auf Flüge und den Schiffsverkehr aus. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwochabend mitteilte, dürfen auch EU-Bürger künftig nicht mehr per Flugzeug oder Schiff aus Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nach Deutschland reisen. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf aber noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist

Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenze zu Deutschland

18:12 Uhr: Österreich kontrolliert ab Donnerstag, 00.00 Uhr, aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus die Grenze zu Deutschland. Das bestätigte das österreichische Innenministerium am Mittwoch in Wien.

Eine Sprecherin sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass kleinere Grenzübergänge geschlossen werden sollten. Ähnlich geht Österreich bereits an den Grenzen zu Italien, der Schweiz und Liechtenstein vor.

Deutschland hat an den Übergängen zu Österreich und anderen Ländern bereits am Montag mit Grenzkontrollen begonnen.

Grenzschliessung zwischen USA und Kanada

18:10 Uhr: Die USA wollen für 30 Tage ihre gemeinsame Grenze mit Kanada für "nicht unbedingt notwendigen" Verkehr schliessen. US-Präsident Donald Trump gab am Mittwoch auf Twitter bekannt, auf diesen Schritt hätten sich beide Länder einvernehmlich geeinigt. "Handel wird nicht davon betroffen sein", erklärte er weiter.

Saarland bittet Bundeswehr wegen Coronavirus um Hilfe

17:42 Uhr: Das Saarland hat in der Coronakrise die Unterstützung der Bundeswehr angefordert. Es laufen derzeit zwei Anträge auf Amtshilfe, wie eine Sprecherin des saarländischen Innenministeriums am Mittwoch mitteilte.

Es gehe vor allem um die Bereitstellung von medizinischem Personal und Material, sagte die Sprecherin weiter. Der Andrang an den Testzentren im Land sei gross. Zudem solle die Bundeswehr bei der Suche nach Örtlichkeiten für sogenannte Abstrich-Zentren helfen. So könnten Kasernen als Testzentren dienen.

Schweiz dehnt Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen aus und stellt Visavergaben ein

16:58 Uhr: Wegen des Coronavirus weitet die Schweiz ihre Einreisebeschränkungen auf Menschen Spanien aus. Entsprechende Massnahmen galten bislang für Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich.

Einreisebeschränkungen gelten ab sofort auch für den Luftverkehr aus Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich sowie für alle Nicht-Schengen-Staaten. Das teilt das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement mit.

Die Einreise aus diesen fünf Schengen-Staaten ist nur noch Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen erlaubt, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen oder sich in einer Situation absoluter Notwendigkeit befinden. Auch der Transit- und der Warenverkehr sind weiterhin zugelassen.

Zudem stellt das Land für zunächst 90 Tage die Vergabe von Schengenvisa vollständig ein. Auch nationale Visa sollen nur noch in Ausnahmefällen erteilt werden.

Mit den Massnahmen solle die Schweizer Bevölkerung geschützt werden "sowie die Kapazitäten im Schweizer Gesundheitswesen" aufrechterhalten werden, wie der Bundesrat mitteilte.

Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt

16:41 Uhr: Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus für die Stadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Massnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte.

Lohnlücken bei Kurzarbeitergeld sollen abgefedert werden

16:02 Uhr: In der Corona-Krise wollen Politik und Sozialpartner Lohnlücken beim Kurzarbeitergeld gemeinsam abfedern. Das sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch in Berlin. Ausserdem sollten "unverhältnismässige Lohneinbrüche" bei einem Arbeitsausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung vermieden werden.

Corona könnte schweren ökonomischen Schock auslösen

15:53 Uhr: Die Konjunktur in Deutschland wird nach Einschätzung von Volkswirten infolge der Coronavirus-Krise in diesem Jahr massiv einbrechen. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) rechnet mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,5 Prozent.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) erwartet für das Gesamtjahr sogar ein Minus um 4 bis 5 Prozent. Zuletzt war die deutsche Wirtschaft 2009 in der Folge der globalen Finanzkrise geschrumpft, damals um mehr als 5 Prozent.

Ab dem dritten Quartal 2020 könnte sich die Konjunktur nach heutiger Einschätzung allmählich wieder erholen, sagte Stefan Schneider, Deutschland-Chefökonom der Deutschen Bank am Mittwoch.

"Das sind dramatische Zahlen, aber das ist sicherlich nicht der Weltuntergang", sagte Schneider. Insgesamt funktioniere die deutsche Wirtschaft recht gut. Im Jahr 2021 halten die Ökonomen bereits wieder ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland um gut 2 Prozent für möglich.

Die Virusepidemie belastet die gesamte Weltkonjunktur schwer. Die deutsche Wirtschaft sei über Liefer- und Produktionsketten wie auch über Absatzmärkte betroffen, erklärte das HWWI. Mit der schrumpfenden Wirtschaftsleistung werde auch eine steigende Arbeitslosigkeit einhergehen. Die Prognose steht allerdings unter Vorbehalt: "Die ökonomischen Auswirkungen sind schon wegen des nicht absehbaren Ausmasses der Epidemie schwer abschätzbar", heisst es in der Mitteilung der Hamburger Forscher. "Die Gefahr einer längeren und noch ausgeprägteren Rezession, was Tiefe wie Dauer betrifft, ist bei Ausweitung der Pandemie hoch."

EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis erwartet einen Wirtschaftseinbruch in vielen EU-Ländern. "Es ist klar, dass es Probleme geben wird. Sie werden ziemlich ernst sein. Wir sehen, dass es in vielen EU-Mitgliedstaaten sehr wahrscheinlich eine Rezession geben wird", sagte Dombrovskis im lettischen Fernsehen. Die EU-Kommission rechnete zuletzt damit, dass die Wirtschaft in der EU insgesamt um etwa ein Prozent schrumpft.

Stau-Chaos an Grenze zu Polen: Bundeswehr will Autofahrer versorgen

15:28 Uhr: Wegen der chaotischen Zustände auf der Autobahn 4 (Dresden-Görlitz) soll die Bundeswehr zum Einsatz kommen. Wie von Sachsens Regierung zu erfahren war, wollen Soldaten schon am Mittwochnachmittag Menschen mit Lebensmitteln, Getränken und Decken versorgen. Tausende müssen seit gestern in einem auf rund 60 Kilometer Länge angewachsenen Stau vor der Grenze ausharren. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mussten die Betroffenen bis zu 20 Stunden auf die Einreise warten, darunter viele Familien.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte deshalb mit Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) telefoniert und um Unterstützung gebeten. Daraufhin setzte sich das Landeskommando Sachsen der Bundeswehr in Bewegung, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Kretschmer hatte am Mittwochvormittag in einer Regierungserklärung auf die Situation auf der A4 aufmerksam gemacht. Die Entscheidung Polens für Grenzkontrollen ohne ausreichende Vorplanung und Organisation habe zu einer "ganz schwierigen Situation" geführt. "15 Minuten für die Abfertigung eines einzelnen Lkw sind nicht geeignet, diese Situation zu lösen. Hier muss die polnische Seite schneller reagieren."

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt.

Ryanair streicht wegen Corona-Krise fast alle Flüge ab 24. März

15:10 Uhr: Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair streicht wegen der Coronavirus-Pandemie ab dem 24. März fast alle Flüge. Ab kommendem Dienstag werde es nur noch eine sehr kleine Zahl von Verbindungen zwischen Grossbritannien und Irland geben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Ryanair begründete den Schritt mit den massiven Einschränkungen für Reisen in Europa im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Weitgehende Grenzschliessung zwischen USA und Kanada wegen Coronavirus

14:54 Uhr: Die USA wollen wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorübergehend ihre gemeinsame Grenze mit Kanada für "nicht unbedingt notwendigen" Verkehr schliessen. US-Präsident Donald Trump gab am Mittwoch auf Twitter bekannt, auf diesen Schritt hätten sich beide Länder einvernehmlich geeinigt. "Handel wird nicht davon betroffen sein", erklärte er weiter. Weitere Details würden folgen.

Eurovision Song Contest fällt wegen Coronavirus aus

14:38 Uhr: Der Eurovision Song Contest (ESC) ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Das ESC-Finale, das am 16. Mai in Rotterdam stattfinden sollte, werde nicht stattfinden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Die Niederlande sind Gastgeber, weil im vergangenen Jahr der niederländische Sänger Duncan Laurence gewonnen hatte. Ein neues Datum wurde zunächst nicht genannt.

Kanzler Kurz stimmt Bürger auf "sehr, sehr lange" Corona-Krise ein

14:15 Uhr: Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat die Bevölkerung auf eine lange Dauer der Corona-Krise eingestimmt. Es werde "sehr, sehr lange dauern", bis das Land zur Normalität zurückkehren könne, sagte er dem Sender "Krone.tv" am Mittwoch. Das Virus habe "unglaubliche wirtschaftliche Auswirkungen".

Die Auswirkungen der Pandemie würden "uns noch Monate beschäftigen", sagte Kurz. "Danach wird die Welt ganz anders aussehen." Das Virus werde langfristige Auswirkungen darauf haben, "wie wir miteinander umgehen und wie wir leben, wie vorsichtig wir sind". Auch die Globalisierung werde hinterfragt werden.

Mit Blick auf uneinheitliche Massnahmen der EU-Staaten im Umgang mit der Corona-Krise kritisierte Kurz einen mangelnden Zusammenhalt. "In Europa sieht man, dass die Solidarität, wenn es ernst wird, nicht funktioniert." Nach dem Ende der Krise müsse es daher "viele Diskussionen" geben.

Kurz kündigte ein Hilfspaket mit einem Umfang von 38 Milliarden Euro wegen des Coronavirus an. Die Regierung wolle "alles tun, um massenhafte Arbeitslosigkeit zu verhindern". Die Liquidität von Unternehmen müsse gewährleistet sein.

Coronavirus-Pandemie: Stadt Halle bittet Bundeswehr um Hilfe

13:59 Uhr: Die Stadt Halle will wegen der Corona-Pandemie die Bundeswehr zur Hilfe rufen. Zudem werde eine Hundertschaft der Polizei angefordert, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand am Mittwoch mit.

Am Dienstagabend hatte die Stadt Halle bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Damit könnten wirksamere Massnahmen zur Eindämmung getroffen werden, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) mit.

Am Mittwochmorgen seien Meldungen zudem zu elf weiteren bestätigten Coronavirus-Fällen eingegangen. Damit sind in Halle nunmehr 38 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Schon am Dienstag hatte es einen sprunghaften Anstieg der Fälle von 8 auf 27 gegeben. Mittlerweile musste ein Coronavirus-Patient stationär eingewiesen werden. Er müsse intensivmedizinisch versorgt werden, sagte Amtsärztin Christine Gröger.

Einer der neu bestätigten Fälle betreffe das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau. Eine Mitarbeiterin der Klinik habe sich mit dem Virus infiziert. Eine Station des Krankenhauses sei deswegen unter Quarantäne gestellt worden.

Mehr als 10.000 Coronavirus-Infizierte in Deutschland

13:52 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland ist auf über 10.000 gestiegen. Nach Angaben der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität erhöhte sich die Zahl der registrierten Infizierten in Deutschland bis Mittwochmittag auf 10.069 Fälle. Insgesamt 26 Menschen starben demnach in der Bundesrepublik bisher am Coronavirus.

Die jüngsten offiziellen Zahlen des deutschen Robert-Koch-Instituts lagen mit 8198 Infizierten noch deutlich darunter, sie stammten aber von Mittwoch um 00.00 Uhr. Die Johns-Hopkins-Universität aktualisiert ihre Zahlen regelmässiger, dem Robert-Koch-Institut zufolge sind die Zahlen der US-Universität plausibel. Bei der weltweiten Zahl der bestätigten Infizierten lag Deutschland demnach an fünfter Stelle - nach China, Italien, dem Iran und Spanien.

Tui holt deutsche Urlauber zurück - Schwerpunkte Ägypten und Spanien

13:14 Uhr: Beim Reisekonzern Tui ist die Rückholaktion für Urlauber angelaufen, die wegen der Coronakrise im Ausland festsitzen. Täglich werden - einschliesslich angebotener Sonderkontingente und zusätzlicher Maschinen - etwa 10.000 Passagiere zurück nach Deutschland gebracht, wie ein Firmensprecher am Mittwoch in Hannover mitteilte. Dazu gehören auch Rückflüge, die die konzerneigene Linie Tuifly bereits im Plan hatte.

Flüge ins Ausland hatte Tui schon in der Nacht zum Montag eingestellt - ebenso wie den Grossteil des gesamten Programms aus Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb. Die Rückholaktion habe "klare Priorität", erklärte das Unternehmen. Es gehe vor allem um Deutsche in Ägypten und Spanien. Zu Beginn am Dienstag habe Tui zehn Zusatzflüge aus beiden Ländern angeboten. Am Mittwoch und Donnerstag seien ebenfalls zehn Sonderflüge geplant.

Aus dem ägyptischen Badeort Hurghada gebe es im Tagesverlauf fünf Sondermaschinen nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Köln. Aus Spanien kämen vier Extra-Verbindungen aus Palma de Mallorca sowie eine von der Kanaren-Insel Fuerteventura hinzu. Reguläre Rückflüge von anderen Kanaren-Inseln würden weiter bedient.

Tuifly beteiligt sich ebenso wie Lufthansa oder Condor an vom Bund gecharterten Zusatzflügen. "Wir stellen dem Auswärtigen Amt Kontingente zur Verfügung", hiess es. Krisenstäbe, Auslandsvertretungen und Mitarbeiter vor Ort seien in Kontakt. In vielen Reiseländern ist wegen der Corona-Pandemie der normale Flugverkehr eingestellt.

Burkina Faso meldet erste Coronavirus-Tote in Subsahara-Afrika

12:59 Uhr: Burkina Faso hat am Mittwoch den ersten Todesfall durch das Coronaviurs in Subsahara-Afrika gemeldet. Auf einer Intensivstation sei eine 62-jährige Frau gestorben. Sie habe auch an Diabetes gelitten , sagte der Professor Martial Ouedraogo, der in dem westafrikanischen Land den Kampf gegen die Ausbreitung des Virus koordiniert.

Der erste Todesfall in Burkina Faso ist zugleich der erste bekannte Todesfall in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

In ganz Afrika wurden mittlerweile 567 bestätigte Infektionsfälle und 15 Todesfälle gemeldet. Bislang gab es sechs Tote in Ägypten, fünf Tote in Algerien, zwei Tote in Marokko und einen Toten im Sudan.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte schon im Februar gewarnt, dass die afrikanischen Gesundheitssysteme nicht ausreichend für die Bekämpfung des Erregers gewappnet seien.

Vor allem in Südafrika stieg die Zahl der bestätigten Infektionen zuletzt stark an. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 85 neue Fälle registriert, womit die Gesamtzahl der Infizierten nun bei 116 liegt.

Die meisten Infizierten steckten sich demnach im Ausland, inzwischen nimmt aber auch die Zahl der Ansteckungen in Südafrika zu.

Merz: Symptome des Coronavirus etwas stärker geworden

12:52 Uhr: Die Grippesymptome beim mit dem Coronavirus infizierten Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz sind nach dessen Angaben "etwas stärker geworden". Merz bedankte sich am Mittwoch via Twitter "für die überwältigende Zahl von Genesungswünschen, die ich seit gestern bekommen habe". Er fügte hinzu: "Am Tag 4 sind die Grippesymptome etwas stärker geworden. Ich bleibe zuversichtlich und danke allen, die unser Gesundheitssystem so engagiert am Laufen halten."

Der 64-jährige Merz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt habe. "Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zuhause unter Quarantäne stehen", sagte Merz. Am Dienstag erklärte er noch: "Zum Glück habe ich nur leichte bis mittlere Symptome. Alle Termine sind abgesagt. Ich folge strikt den Anweisungen des Gesundheitsamtes."

Söder: Alle sollen sich an Auflagen halten - Polizei kontrolliert

12:28 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Krise hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen in Bayern dringend aufgerufen, sich an die neuen Auflagen und Beschränkungen zu halten. Bei all diesen Massnahmen setze man nun erst einmal auf die Einsicht der Bevölkerung, sagte Söder am Mittwoch in Eitting bei München.

Man werden nun beobachten, wie sich das öffentliche Leben weiter entwickle, und ob die Auflagen eingehalten würden: ob also Geschäfte, für die es keine Ausnahmen gibt, tatsächlich geschlossen haben und ob sich Gaststätten an die Beschränkungen und Regeln halten. Dies werde kontrolliert, auch von der Polizei. "Da sind alle staatlichen Stellen angewiesen, das auch zu kontrollieren", betonte der Regierungschef.

Und Söder betonte mit Blick auf volle Parks, das gelte auch für das öffentliche Leben. "Ich verstehe, dass die Leute es rausdrängt bei so einem Wetter", sagte er, mahnte aber: "Bitte verantwortlich damit umgehen."

Neue Todesfälle in Österreich, Gemeinde Flachau wohl bald unter Quarantäne

12:02 Uhr: In der Steiermark gibt es zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die KAGes bestätigte einen Fall im Bezirk Murtal und einen in Graz-Umgebung. Auch in Oberösterreich gibt es ein weiteres Opfer. Die Frau sei erst 27 Jahre alt gewesen, habe aber unter schweren Vorerkrankungen gelitten, meldet die "Kronen-Zeitung".

Unterdessen könnte die Salzburger Gemeinde Flachau unter Quarantäne gestellt werden. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, habe Bürgermeister Thomas Oberreiter die Abriegelung von Flachau auf der Gemeindehomepage angekündigt.

Vonseiten des Landes hiess es, dass man den Schritt derzeit prüfe. Entschieden sei eine Quarantäne in Flachau aber noch nicht. Wie ein Sprecher der APA erklärte, sei die Ankündigung Oberreiters nicht mit der Gesundheitsbehörde abgesprochen gewesen.

Amazon: Vorrang für Medizin- und Haushaltsartikel

11:35 Uhr: Amazon wird in den kommenden Wochen in seinen Logistikzentren vorrangig die Bestände von Medizin-Artikeln und unerlässlichen Haushaltsgütern aufstocken. Andere Waren werden vor den Amazon-Toren entsprechend länger warten müssen. Die Massnahme gilt zunächst bis zum 5. April und soll die Verfügbarkeit der in der Coronavirus-Krise aktuell stark nachgefragten Artikel sicherstellen.

Unklar blieb zunächst, wie schnell angesichts dieser Priorisierung die Bestände der anderen Artikel in den Amazon-Regalen nachgefüllt werden. Eine Amazon-Mitteilung am Dienstag enthielt auch den Hinweis, dass noch Waren angenommen werden sollen, die bereits auf dem Weg in die Logistikzentren sind. Dem Unternehmen zufolge ist damit allerdings nur gemeint, dass diese Lieferungen noch mit den priorisierten Artikeln gleich behandelt werden sollen - und nicht, dass sie später gar nicht mehr reinkommen.

Händler, die ihre Waren auf der Amazon-Plattform über die Logistik-Infrastruktur des Konzerns verkaufen, wurden unterdessen darüber informiert, dass ihre Anlieferungen mindestens bis zum 5. April nicht mehr angenommen werden, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete.

Der weltgrösste Online-Händler hatte vor wenigen Tagen angekündigt, angesichts des erhöhten Bestellaufkommens 100.000 Mitarbeiter in den USA einzustellen. Für Deutschland wurde bislang kein solcher Schritt bekannt.

Kabinett berät über Massnahmen gegen Coronakrise

11:09 Uhr: Das Kabinett hat am Mittwoch auch über die Umsetzung wesentlicher Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beraten. In der Runde sei unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über die anstehenden Fragen des grenzüberschreitenden Verkehrs im Zusammenhang mit dem Warenfluss sowie um die Aktion zur Rückholung von deutschen Staatsangehörigen aus dem Ausland gesprochen worden, hiess es in Regierungskreisen. Zudem sei es um die Reisewarnung im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegangen.

Der gesonderte Kabinettsausschuss Corona sollte im Anschluss an die reguläre Regierungsrunde nicht zusammenkommen. Der Ausschuss unter Leitung von Merkel soll immer am Montag und Donnerstag tagen.

Das Kabinett tagte wegen der Coronagefahr nicht wie üblich im Kabinettssaal des Kanzleramts. Aufgrund des erforderlichen Sicherheitsabstands fand die Sitzung erstmals im Internationalen Konferenzsaal (IKS) statt. Alle Kabinettsmitglieder hielten so gut wie möglich Abstand voneinander.

RKI: Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Massnahmen

10:49 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Massnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie." Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8.200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1.000 mehr als am Vortag.

BMW stoppt Betrieb in europäischen Werken

10:05 Uhr: BMW stoppt wegen wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Autoproduktion in Europa für vier Wochen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

Die Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Nachfrage nach Autos in allen wesentlichen Märkten erheblich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit.

Auch VW, Audi und Daimler hatten bereits eine Unterbrechung der Produktion wegen der Coronavirus-Krise angekündigt. Audi und der Lastwagenbauer MAN beantragten bereits Kurzarbeit.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Gesundheit der Mitarbeiter müsse geschützt und ihre Arbeitsplätze und Einkommen müssten abgesichert werden. Ein BMW-Tarifmitarbeiter bekomme auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns. Mit Kurzarbeit, flexiblen Arbeitszeitkonten und Homeoffice werde BMW die Belegschaft sicher durch die Coronavirus-Krise steuern.

NFL-Superstar Wilson zahlt mit Ehefrau eine Million Mahlzeiten

9:56 Uhr: Footballstar Russell Wilson und seine Frau Ciara bezahlen eine Million Mahlzeiten für Menschen, die an der US-Westküste wegen der Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind. Das gaben der Quarterback der Seattle Seahawks aus der Profiliga NFL und die Popsängerin am Dienstagabend (Ortszeit) in einem Videobeitrag bekannt.

Das Ehepaar unterstützt das Unternehmen "Food Lifeline", das sich für Bedürftige im US-Bundesstaat Washington einsetzt. Dort gab es bis Dienstag über 1.000 Corona- und 52 Todesfälle - 43 davon im King County, wo Seattle liegt.

Quarterback Patrick Mahomes von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs hatte zuvor 15.000 Mahlzeiten bezahlt. Mit seiner Foundation ("15 and the Mahomies") wird der Spielmacher ausserdem 100.000 Dollar an Hilfsorganisatoren spenden.

Infektionen mit dem Coronavirus in allen US-Bundesstaaten

9:44 Uhr: In den USA sind nun in allen 50 Bundesstaaten Menschen mit dem Coronavirus nachweislich infiziert. Als letzter Staat meldete West Virginia im Osten der Vereinigten Staaten am Dienstag (Ortszeit), dass erstmals ein Patient positiv auf das Virus getestet worden sei. "Wir wussten, dass es passieren würde, und wir waren darauf vorbereitet", schrieb Gouverneur Jim Justice am Abend auf Twitter. In einer Ansprache an die Bürger hatte er zuvor auch die Schliessung aller Restaurants, Bars und Casinos in dem Staat bis Mitternacht angekündigt. Restaurants und Bars dürfen aber demnach weiter Gerichte zum Mitnehmen verkaufen.

Die Gesamtzahl der in den USA gemeldeten Infektionsfälle mit dem Coronavirus lag nach Angaben der Johns Hopkins Universität zuletzt bei rund 6500. Die Zahl der Todesfälle infolge der Krankheit Covid-19 überstieg dort am Dienstag erstmals die Hundertermarke.

Bayern verschiebt Start der Abitur-Prüfungen wegen Coronavirus

9:27 Uhr: Wegen des Coronavirus wird in Bayern der Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in München mit.

"Trotz der Corona-Krise wollen wir faire Bedingungen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten sicherstellen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Wegen der Einstellung des Unterrichts bis nach den Osterferien hätten die Schüler ohne eine Änderung des Terminplans nicht genügend Vorbereitungszeit.

Zudem werde auf diese Weise ausreichend Zeit für ausstehende Leistungsnachweise im Vorfeld der Abiturprüfungen gewonnen. Auch die Nachholtermine für die schriftlichen Prüfungen würden so angesetzt, dass eine termingerechte Bewerbung für bundesweit oder örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge möglich sei.

Wegen der unklaren Entwicklungen bei der Virusausbreitung könnten jedoch weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 in Bayern nicht ausgeschlossen werden.

Erstmals Corona-Infizierte in Montenegro - Kolumbien ruft Notstand aus

9:17 Uhr: In Montenegro sind erstmals Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Während viele europäische Länder bereits mit drastischen Mitteln gegen das Virus SARS-CoV-2 ankämpfen, hatte das kleine Balkanland an der Adria bislang keinen gemeldeten Infizierten. Bei den positiv getesteten Personen handelte es sich um zwei Frauen, gab Ministerpräsident Dusko Markovic am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Podgorica bekannt. Beide hätten sich zuvor im Ausland in Gebieten mit hohem Ansteckungsrisiko aufgehalten, fügte er hinzu. Wo die beiden Frauen gewesen waren, führte er nicht weiter aus. Ihren Gesundheitszustand beschrieb er als stabil.

In Kolumbien hat Präsident Iván Duque den Notstand erklärt. Bürger über 70 Jahre müssen zu Hause bleiben. Aus dem Haus dürften sie nur, um einkaufen, in die Apotheke oder zum Arzt zu gehen. "Unsere Grosseltern haben das grösste Risiko, daher gilt die erste Notstandsmassnahme ihrer Sicherheit", sagte Duque in einer Ansprache in der Hauptstadt Bogotá. Die Anweisung gilt vom 20. März bis zum 31. Mai.

Nur bei wenigen Kurzarbeitern wird aufgestockt

9:01 Uhr: Im Fall von Kurzarbeit können bislang nur wenige Arbeitnehmer darauf vertrauen, dass ihre Verdienstausfälle ausgeglichen werden. Nur eine Minderheit der Tarifbeschäftigten würde eine bereits vertraglich vereinbarte Aufstockung zusätzlich zum Kurzarbeitergeld erhalten, erklärte der Leiter des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten, am Mittwoch in Düsseldorf. Die Sozialleistung Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent des Netto-Entgelts beziehungsweise 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

UEFA-Chef zweifelt am Saisonabschluss

8:50 Uhr: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat Zweifel daran, dass die Saison 2019/20 im europäischen Fussball abgeschlossen werden kann. "Für die Wettbewerbe ist es sicherlich das Beste", sagte der 52-Jährige der Nachrichtenagentur AP. "Aber ist es möglich, wenn man auf den Kalender schaut, der extrem eng ist? Es ist schwer zu sagen."

Bordelle müssen wegen Corona schliessen

8:43 Uhr: Viele Arbeitnehmer sind derzeit im Homeoffice, sofern möglich, um Kontakt zu Kollegen und anderen Menschen zu vermeiden. Die Ansage, soziale Kontakte zu meiden, schadet vor allem den Prostituierten. "Die Frauen verdienen kein Geld mehr", sagte Hedwig Christ von der Nürnberger Beratungsstelle Kassandra der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang der Woche riefen dort ständig verunsicherte Frauen an, die nicht mehr wüssten, wie es weiter gehen soll. Viele der Prostituierten wohnen auch in den Bordellen und können jetzt keine Miete mehr bezahlen.

Boateng jongliert mit Klopapier

8:25 Uhr: Toilettenpapier ist durch die Hamsterkäufe ein teures Gut geworden. Fussball-Profi Jerome Boateng scheint auch ausreichend zu besitzen, denn bei Instagram postete er ein Video, indem er statt mit einem Ball mit einer Klopapierrolle jongliert, das Video sehen Sie hier.

Wirte machten vor der Coronakrise noch gute Geschäfte

8:14 Uhr: Wirte und Hoteliers haben vor der Coronavirus-Krise in Deutschland noch gute Geschäfte gemacht. Im Januar stieg der Gastgewerbeumsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete. Bereinigt um die Preissteigerung blieb ein reales Wachstum von 1,5 Prozent. Die zusätzlichen Erlöse fielen vor allem in der Gastronomie an, die einen realen Zuwachs von 3,0 Prozent verzeichnete. In den Hotels und anderen Behebergungsbetrieben ging es hingegen preisbereinigt 1,2 Prozent runter.

München bleibt Spielort der Fussball-EM - Turnier wird übe

7:31 Uhr: Die ins nächste Jahr verschobene Fussball-EM soll unter den gleichen Voraussetzungen starten wie das ursprünglich für diesen Sommer geplante paneuropäische Turnier mit zwölf Gastgebern, darunter München. "Der Plan ist, die gleichen Veranstaltungsorte, die gleichen Städte, die gleichen Stadien zu haben", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (52) der Nachrichtenagentur AP. "Wenn etwas kompliziert wird, dann können wir es auch mit elf, neun oder weniger Stadien machen. Aber der Plan ist, dass alles gleich bleibt."

Das heisst, dass auch Deutschland mit der Allianz Arena von Rekordmeister FC Bayern Ausrichter von einem Viertelfinale und drei Gruppenspielen bleiben wird. Der EM-Modus mit über den gesamten Kontinent verteilten Gastgeberorten war zur Feier des 60-jährigen EM-Jubiläums in diesem Jahr gewählt worden. Neben München wurden Rom, Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. Die britische Hauptstadt bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen. Teilnehmen werden 24 Mannschaften.

Erster NHL-Spieler mit Coronavirus infiziert

6:43 Uhr: In der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Ein namentlich nicht genannter Spieler der Ottawa Senators sei positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, teilte der Club aus der Hauptstadt Kanadas am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Er habe leichte Symptome und sei in Quarantäne. Seine Mitspieler sollen deswegen ebenfalls in der Selbstisolation bleiben. Die Senators haben vor der Unterbrechung in der NHL wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie zuletzt in Los Angeles gegen die Kings gespielt. Der ehemalige Bundestrainer Marco Sturm arbeitet dort als Assistenztrainer.

Corona: Agnelli-Familie spendet zehn Millionen Euro

6:28 Uhr: Die Unternehmerfamilie Agnelli, deren Mitglieder unter anderem dem italienischen Fussball-Rekordmeister Juventus Turin vorstehen sowie die Mehrheit am Fiat-Chrysler-Konzern halten, beteiligt sich mit einer Spende in Höhe von zehn Millionen Euro am Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Geld kommt der italienischen Katastrophenschutzbehörde und einer Sozialhilfeorganisation zugute, die in der norditalienischen Region Piemont rund um Turin tätig ist.

Airbus-Werk in Hamburg hält Produktion aufrecht

6:00 Uhr: Die Airbus-Produktion in den deutschen Werken bleibt weitgehend aufrecht erhalten, und die Werkstore stehen Leiharbeitern, Kunden und Partnern weiter offen. Doch auch die deutschen Airbus-Standorte würden in dieser Woche an neue und veränderte Arbeitsabläufe im Kampf gegen das Coronavirus angepasst, sagte ein Airbus-Sprecher in Hamburg. Dabei halte Airbus strenge Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle ein. Bei den Vorgaben richtet sich das Unternehmen nach eigenen Standards ebenso wie nach den Regeln auf nationaler oder regionaler Ebene.

Kassen sichern komplette Finanzierung von Corona-Kosten zu

5:18 Uhr: Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben versichert, unbegrenzt alle Ausgaben zu finanzieren, die im medizinischen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie entstehen. Die Kassen achteten darauf, dass Kliniken und Ärzte mit der erforderlichen Liquidität versorgt würden, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auf diese Weise wollten die Kassen "den Menschen, die sich jetzt in vorderster Reihe um die Patienten kümmern, den Rücken freihalten".

Die Kassen übernähmen auch die zusätzlichen Kosten, wenn etwa Ärzte oder Pfleger aus dem Ruhestand zurückkehrten, um das medizinische Personal zu unterstützen. "Dass diese notwendigen zusätzlichen medizinischen und pflegerischen Leistungen finanziert werden, steht für uns ausser Frage", sagte Pfeiffer. Ziel müsse die Verhinderung von Situationen sein, in denen die Ärzte zur Rettung des Lebens eines Patienten den Tod eines anderen in Kauf nehmen müssten.

Casinos schliessen - Coronavirus legt US-Staat Nevada lahm

4:34 Uhr: Der US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas greift zur Eindämmung des Coronavirus zu drastischen Massnahmen. Alle Casinos und andere Einrichtungen, die nicht lebensnotwendige Dinge anbieten, werden für 30 Tage geschlossen. Dies gab der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, am Dienstagabend (Ortszeit) bekannt. Ab Mittwoch sollen neben den Spielhallen unter anderem auch Restaurants, Bars, Kinos, Fitnesscenter, Kosmetikstudios und Einkaufszentren schliessen.

Um Leben zu retten, müsse man aggressive Schritte unternehmen, sagte Sisolak. Der Gouverneur wies die Bewohner von Nevada an, zu Hause zu bleiben. Von der Schliessung ausgenommen sind wichtige Läden wie Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Banken.

Bolsonaro: Auch zweiter Coronavirus-Test negativ

4:13 Uhr: Auch der zweite Test auf das Coronavirus bei Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro ist nach dessen eigenen Angaben negativ ausgefallen. Das verkündete Bolsonaro am Dienstagabend (Ortszeit) in den sozialen Medien. Bolsonaro hatte den zweiten Test im Präsidentenpalast in Brasília am Dienstag gemacht, wie der Minister für Institutionelle Sicherheit, Augusto Heleno, bekanntgab. Dem ersten Test hatte sich der brasilianische Staatschef vergangene Woche unterzogen, nachdem sein Kommunikationssekretär Fábio Wajngarten positiv getestet worden war.

Hopp macht Hoffnung auf Corona-Impfstoff im Herbst

3:58 Uhr: Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac kann nach Einschätzung seines Miteigentümers Dietmar Hopp möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern. "Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen", sagte der SAP-Gründer und Mäzen des Fussball-Bundesligisten Hoffenheim der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Weil der Druck enorm hoch sei, sollte es mit der Genehmigung durch die Behörden schneller gehen als in anderen Fällen. "Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern", sagte Hopp. Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach die USA exklusiv die Rechte an einem Impfstoff gegen das Coronavirus von CureVac erwerben wollten. Hopp fügte in dem Interview hinzu, ein Impfstoff könne vorbeugend die Gesunden schützen. "Wenn zum Beispiel die Corona-Pandemie im nächsten Winter wieder verstärkt auftreten sollte, was einige Experten befürchten." Kranke könnten damit natürlich nicht geheilt werden.

Von der Leyen: "Haben das Virus unterschätzt"

2:17 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist. "Ich glaube, wir alle, die wir nicht die Experten sind, haben am Anfang das Coronavirus unterschätzt", sagte sie in der Sendung "Bild live", die in der Nacht zu Mittwoch veröffentlicht wurde. Aber inzwischen zeige sich auch, dass das Virus uns noch lange beschäftigen werde. "All diese Massnahmen, die sich für unsere Ohren noch vor vierzehn Tagen oder drei Wochen drastisch, drakonisch angehört haben - wir haben verstanden, dass das jetzt sein muss." Das sei sehr schwer. "Aber ich glaube, die Bevölkerung macht da gut mit."

Von der Leyen sagte über die Vorgehensweise des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der den Kampf gegen das Virus als Krieg bezeichnet hatte: "Ich persönlich würde das Wort Krieg nicht nutzen, aber ich verstehe die Motivation des französischen Präsidenten." Denn das Coronavirus sei ein unheimlicher Gegner. "Wir sehen es nicht, es hat keine Farbe, es schmeckt nicht. Wir merken aber, dass es sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Wir wissen auch nicht, wie hart es den einzelnen Menschen betrifft." Es gebe Menschen, die überhaupt keine Symptome hätten, andere milde, dann schwere. Und es gebe Menschen, die innerhalb kurzer Zeit stürben.

Traditionelle Passionsspiele in Mexiko-Stadt fallen wegen Virus aus

2:00 Uhr: Zum ersten Mal nach 177 Jahren finden wegen des Coronavirus in der kommenden Karwoche die Passionsspiele in Mexiko-Stadt ohne Besucher statt. Jährlich besuchen rund zwei Millionen Menschen zwischen Palmsonntag und Ostern den armen Stadtteil Iztapalapa, wo die Kreuzigung Jesu nachgespielt wird.

In diesem Jahr finde wegen der globalen Pandemie nur eine reduzierte, symbolische Version des Schauspiels in einem geschlossenen Raum statt, teilte die Bürgermeisterin des Ortsteils der mexikanischen Hauptstadt, Clara Brugada, am Dienstag mit. Dies werde im Fernsehen und im Internet übertragen.

Die Passionsspiele finden seit 1843 statt. Zehn Jahre zuvor waren wegen einer Cholera-Epidemie zahlreiche Bewohner von Iztapalapa ums Leben gekommen. Mit der Darstellung des Leidenswegs Jesu wollten die Überlebenden Gott dafür danken, dass er sie verschont hatte.

NBA-Superstar Durant und drei weitere Nets-Profis mit Coronavirus infiziert

1:23 Uhr: Vier Profis der Brooklyn Nets aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte der Klub am Dienstagabend mit. Die Namen der betroffenen Spieler wurden nicht genannt, einer von ihnen weist laut der Angaben Symptome auf.

Alle Spieler und Mitarbeiter der Nets befinden sich nun in Isolation und stehen in engem Austausch mit der medizinischen Abteilung. Zuvor hatten sich drei bisher bekannte NBA-Spieler mit dem Virus infiziert. Neben Rudy Gobert und Donovan Mitchell (beide Utah Jazz) ist auch Christian Wood (Detroit Pistons) betroffen.

Alle Meldungen vom Dienstag, 17. März: Türkei meldet ersten Toten

23:07 Uhr: Die Türkei hat den ersten Toten durch COVID-19 gemeldet. Zugleich habe sich die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 98 mehr als verdoppelt, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstag mit. Bei dem Toten handele es sich um einen 89-Jährigen, der sich bei jemandem angesteckt habe, der mit China in Kontakt gestanden habe. In der Türkei ist ebenso wie in vielen anderen Ländern das öffentliche Leben wegen der Coronaviruskrise bereits stark eingeschränkt worden.

Abiturprüfungen in Österreich verschoben

21:36 Uhr: In Österreich werden aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Abiturprüfungen verschoben. Das teilte Bildungsminister Heinz Fassmann am Dienstag mehreren Medien mit. Die schriftlichen Prüfungen sollten eigentlich zwischen dem 5. und dem 13. Mai stattfinden. Nun werden sie laut Fassmann frühestens am 18. Mai abgehalten. Die mündlichen Prüfungen folgen danach.

Von der Leyen hofft auf Covid-19-Impfstoff vor Herbst

21:32 Uhr: Zur Eindämmung der Pandemie hofft EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen noch vor Herbst auf einen wirksamen Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19. Die EU werde die Tübinger Firma CureVac bei der Entwicklung mit bis zu 80 Millionen Euro unterstützen, bestätigte die CDU-Politikerin in einem am Dienstag auf Twitter verbreiteten Video. "Und ich hoffe sehr, dass wir so vor Herbst Impfstoffe auf dem Markt haben."

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und weitere Experten rechnen mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens nächsten Frühling.

Erster Todesfall in Schleswig-Holstein

21:19 Uhr: Erstmals ist in Schleswig-Holstein ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen 78-Jährigen, der im Universitätsklinikum in Lübeck starb. Dies teilte das Klinikum am Dienstag mit.

Belgien beschliesst fast dreiwöchige Ausgangssperre

20:53 Uhr: In Belgien gilt von Mittwochmittag an eine fast dreiwöchige Ausgangssperre. Ausnahmen gebe es nur für unbedingt nötige Dinge, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès nach einer stundenlangen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Dienstagabend in der Hauptstadt Brüssel.

Sechster Todesfall in Baden-Württemberg

20:33 Uhr: In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend um eine über 80-jährige stationär behandelte Patientin aus dem Ortenaukreis, die bereits am Montag starb.

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Dienstagabend ausserdem 536 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf 1641 an.

EU-Gipfel verspricht jede verfügbare Hilfe für die Wirtschaft

20:20 Uhr: In der Corona-Krise haben die EU-Staats- und Regierungschefs der europäischen Wirtschaft jede verfügbare Hilfe zugesagt. "Was immer nötig" sei, werde gegen die Folgen der Krise getan, sagte EU-Ratschef Charles Michel am Dienstagabend.

Schon jetzt haben die Staaten der Eurozone Schätzungen zufolge mehr als eine Billion Euro an Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt. Nach einer Erklärung der Eurogruppe wurden etwa 10 Prozent der gemeinsamen Wirtschaftskraft in Form von Kreditgarantien oder gestundeten Steuerschulden an Liquiditätshilfen zugesagt, zudem 1 Prozent für direkte Finanzspritzen.

Die EU-Kommission hatte zudem ein Massnahmenbündel auf europäischer Ebene vorgeschlagen, darunter eine Investitionsinitiative im Wert von 37 Milliarden Euro, die Aktivierung von 28 Milliarden Euro aus den EU-Strukturfonds und die Absicherung von Krediten der Europäischen Investitionsbank für bis zu 100.000 europäische Firmen.

Teil des Pakets ist die vorübergehende Lockerung von EU-Beihilferegeln. Damit sollen die EU-Staaten freie Hand bekommen, je Firma bis zu 500.000 Euro direkte Finanzhilfe oder Steuerstundung zu geben. Die Staaten dürften demnach auch Garantien für Kredite abgeben und Zinsen subventionieren.

EU beschliesst sofortigen Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger

19:40 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben einen Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine umgehende Umsetzung der Einreisebeschränkungen zugesagt. "Deutschland wird das sofort umsetzen", sagte Merkel am Dienstag in Berlin auf einer Pressekonferenz nach dem Videogipfel mit ihren EU-Kollegen.

Die Beschränkung gelte zunächst für 30 Tage. Wie das Innenministerium am Dienstagabend mitteilte, betrifft das Verbot alle Flüge und Schiffsreisen, die ihren Ausgangspunkt ausserhalb der Europäischen Union haben.

Ausnahmen gibt es laut Bundesinnenministerium für Drittstaatangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat. Wer einen dringenden Einreisegrund hat - beispielsweise eine Beerdigung oder einen Gerichtstermin - muss dafür die entsprechenden Nachweise mitführen.

Staatsangehörigen von EU-Staaten und ihren Angehörigen wird die Durchreise durch Deutschland gestattet. Das gilt auch für Bürger aus Grossbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.

Bund und Länder beschliessen Krankenhaus-Notfallplan und wollen Zahl der Intensivbetten verdoppeln

18:15 Uhr: Bund und Länder wollen die stationäre Krankenhausversorgung ausweiten. Um Kliniken zu entlasten, die sich auf den Aufbau von Intensivkapazitäten konzentrieren, müssten an anderen Kliniken und gegebenenfalls provisorischen weiteren Standorten wie Hotels oder umgerüsteten Hallen zusätzliche Betten- und Behandlungskapazitäten - bis hin zur Verdoppelung - aufgebaut werden. Das geht aus einem "Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus" hervor, auf das sich Bund und Länder am Dienstag verständigt haben.

Danach sollen unter anderem Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder grössere Hallen umgerüstet werden, um dort die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zu versorgen. Notfalls sollen dazu Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk oder auch andere Dienste herangezogen werden. "Dies entlastet dann die Krankenhäuser für schwerere Verläufe", heisst es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Jede Klinik sollte auch vorausschauende Personalplanung betreiben: vorhandenes Personal zusätzlich für einen etwaigen Einsatz im Intensivbereich schulen. Auch sollten Konzepte entwickelt werden für den Einsatz von Medizinstudenten höherer Semester, sowie für den Einsatz von Ärzten und Pflegekräften, die sich aus dem Ruhestand oder anderen Bereichen zur Unterstützung zur Verfügung stellen.

Amazon räumt Medikamenten und Haushaltsgütern Vorrang ein

17:47 Uhr: Der weltgrösste Online-Händler Amazon priorisiert vorübergehend Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern. Um die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte sicherzustellen, würden sie anderen Artikeln gegenüber bis zum 5. April mit Vorrang in der Liefer- und Lagerlogistik behandelt, teilte der Konzern am Dienstag mit. Durch die erhöhte Nachfrage seien derzeit einige Produkte zur Grundversorgung nicht erhältlich, begründete Amazon den Schritt. Auch Deutschland ist laut einem Sprecher von der Entscheidung betroffen, so dass es hier vorübergehend zu längeren Lieferzeiten kommen könnte.

Berliner Clubs wollen nach Schliessung DJ-Sets online streamen

17:42 Uhr: Mit Livestreams will die Berliner Clubszene um ihr Überleben in Zeiten des Coronavirus kämpfen. Von diesem Mittwoch an sollen täglich von 19.00 Uhr an DJ-Sets live über das Internet gestreamt werden. "Wir wollen Clubkultur zugänglich machen auch in Zeiten der Quarantäne", sagte Lutz Leichsenring, Sprecher der Clubcommission am Dienstag in Berlin. Dies sei kein Aufruf zu einer Privatparty, dazu fehle auch das Club-Erlebnis.

Unterstützt wird die Aktion von mehreren Medien, darunter Arte Concert, RBB, radioeins, FluxFm oder Alex TV. Geplant sind neben Live-Musik und Performances zudem Übertragungen von Gesprächsrunden, Vorträgen und Filmen rund um clubkulturelle Themen.

Die Aktion #UnitedWeStream dient auch der Sammlung von Spenden für die in ihrer Existenz bedrohten Clubs, die zunächst für fünf Wochen schliessen müssen. Es sei zwar vom Senat bereits ein Rettungspaket in Höhe von zehn Millionen Euro gefordert worden, "aber wir wollen nicht warten, sondern aktiv werden mit der Kampagne", sagte Leichsenring.

Die Clubs müssten jetzt "einen kühlen Kopf bewahren, um ihre Liquidität zu sichern". Leichsenring verwies auf laufende Kosten eines Clubs wie dem "Watergate" mit allein 70 bis 80 festen Mitarbeitern in Höhe von monatlich etwa 120.000 Euro. Das "Berghain", Magnet für Partygänger aus der ganzen Welt, habe etwa 350 Mitarbeiter.

Touristen dürfen ab Mittwoch nicht mehr nach Schleswig-Holstein

17:24 Uhr: Touristen dürfen Schleswig-Holstein von diesem Mittwoch an nicht mehr betreten. Das habe die Landesregierung beschlossen, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag.

Zugleich schliesst das Küstenland, das traditionell von vielen Touristen besucht wird, auch alle Restaurants. Diese dürfen nur noch ausser Haus verkaufen, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Sondersitzung seines Kabinetts mitteilte.

Niedrige Coronavirus-Todesrate in Deutschland: Gründe unklar

17:10 Uhr: Warum ist die Todesrate unter Corona-Infizierten in Deutschland deutlich tiefer als in den meisten anderen Ländern? Die Experten wissen es nicht, ist die Antwort der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der in der WHO-Region Europa für das Management ansteckender Krankheiten zuständige Arzt Richard Pebody sagte am Dienstag, es könne etwa darin liegen, dass die einzelnen Staaten der Erde die Fälle mehr oder weniger genau zählen oder tatsächlich an der Qualität der Behandlung.

Die europäischen Länder sollten stärker zusammenarbeiten, vor allem etwa bei der Beschaffung von Schutzmaterial für medizinisches Personal im Gesundheitsdienst, forderte der WHO-Regionaldirektor Europa, Hans Kluge. "Wir sehen aber eine positive Dynamik", meinte er. Es sei normal, dazu zunächst jedes Land allein vorpresche, im Laufe der Zeit wachse aber die Einigkeit über den richtigen Weg vorwärts.

Das in Grossbritannien und den Niederlanden diskutierte Konzept das Virus mehr durch die Herdenimmunität und weniger durch strikte Isolation zu bekämpfen, sehen die WHO-Experten skeptisch. Gemeint ist damit, dass sich eine gewisse Immunität in der Gesellschaft aufgebaut hat, wenn grob 60 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Man wisse noch zu wenig über das Virus, sagte Dorit Nitzan, WHO-Koordinatorin für Notlagen. Sich auf das Konzept der Herdenimmunität zu verlassen, sei nicht ratsam.

French Open in den September verlegt

17:00 Uhr: Die Veranstalter der French Open haben auf die Corona-Krise reagiert und das berühmteste Sandplatzturnier im Tennis in den Herbst verlegt. Dies wurde am Dienstag bekannt.

Demnach soll das Grand-Slam-Event vom 20. September bis 4. Oktober stattfinden. Ursprünglich waren die French Open vom 24. Mai bis 7. Juni geplant. Frankreich ist stark von der Corona-Pandemie betroffen, mit Stand Dienstagnachmittag waren dort bereits 148 Menschen der Erkrankung COVID-19 erlegen.

Luxemburgs Regierungschef ruft Notstand aus

16:40 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel am Dienstag den nationalen Notstand ausgerufen. "Das ist ein aussergewöhnliches Instrument, aber es ist nötig, um die Krise schnellstmöglich in den Griff zu bekommen", sagte er vor dem Abgeordnetenhaus in Luxemburg.

Er berief sich auf einen bisher noch nie angewendeten Artikel der luxemburgischen Verfassung, wonach der Grossherzog im Fall einer "internationalen Krise" für maximal drei Monate auch Massnahmen anordnen kann, die bestehendem Recht widersprechen.

"Bleibt so viel es geht und so lang es geht daheim", sagte Bettel an die gut 600.000 Bewohner des Grossherzogtums gerichtet. "Habt keinen Kontakt mit anderen Leuten."

Ausnahmen von der Aufforderung, daheim zu bleiben, gelten für den Weg zur Arbeit, dringende medizinische Termine, den Einkauf von Lebensmitteln oder andere wichtige Angelegenheiten. Bettel versicherte: "Der Staat und die Institutionen funktionieren weiterhin."

Derzeit gibt es nach Angaben von Gesundheitsministerin Paulette Lenert 140 Corona-Infizierte im Land, von denen sechs in Krankenhäusern behandelt werden. Am Montag waren es noch 81 Infizierte. Die Ministerin sagte, Gesundheitsmaterial sei in grossem Umfang gestohlen worden: "So schnell kann man gar nicht gucken." Deshalb sei jetzt die Armee eingesetzt worden, um Lager mit wichtigem Material "bis zu dem Zeitpunkt, an dem es gebraucht wird, zu sichern". Nähere Angaben machte sie nicht.

Deutscher Einzelhandel schliesst die meisten Geschäfte und warnt vor Insolvenzwelle

16:21 Uhr: Die deutschen Einzelhändler schliessen wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Türen und fürchten angesichts von Milliardenverlusten um ihre Existenz.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte von der Politik "sofort Direktzahlungen", um eine Insolvenzwelle abzuwehren. Der Online-Handel dagegen boomt.

Die Bundesregierung und die Länder hatten am Montag die Schliessung der meisten Geschäfte wegen der Coronavirus-Pandemie angeordnet.

Von den Ladenschliessungen besonders betroffen ist laut HDE der Textilhandel. In den Lagern der Bekleidungsketten liege bereits die Frühjahrsware, die nun nicht weiterverkauft werden könne. Das Geschäft "lässt sich auch nicht nachholen", sagte ein Verbandssprecher.

HDE-Geschäftsführer Stefan Genth erklärte: "Alle Kosten laufen ja weitestgehend weiter, die Löhne, die teuren Mieten, Rechnungen müssen bezahlt werden", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Zahlungen müssten einerseits an grosse Kaufhausketten fliessen. "Wir brauchen aber auch eine breite Unterstützung des Mittelstands." Konkret forderte Genth rasche und praktikable Bürgschaften der staatlichen Förderbank KfW ohne Eigenbeteiligungen der Händler.

Sollte der Shutdown sich über zwei Monate hinziehen, werde der Einzelhandel in Deutschland dies nicht überstehen, warnte Genth. Mit jedem Tag Schliessung verliere der Handel im No-Food-Bereich, zu dem etwa Textilien, Möbel, Unterhaltungselektronik und Parfümerien zählen, 1,15 Milliarden Euro. In der Woche summiere sich der Verlust auf sieben Milliarden Euro.

Copa America: Auch Messi und Co. spielen erst 2021

16:10 Uhr: Wie die Fussball-Europameisterschaft ist auch die für diesen Sommer geplante Copa America wegen der Coronavirus-Pandemie auf das nächste Jahr verschoben worden.

Argentiniens Superstar Lionel Messi, Brasiliens Neymar und Co. spielen den Südamerika-Meister nun vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 in Argentinien und Kolumbien aus, wie der Kontinentalverband CONMEBOL am Dienstag bekannt gab.

Das Turnier findet erstmals in zwei Ländern statt, zwölf Teams nehmen teil - darunter auch die eingeladenen Mannschaften aus Australien und Katar.

Bundesbank: Versorgung mit Bargeld ist sichergestellt

16:00 Uhr: Die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld ist nach Angaben der Deutschen Bundesbank auch in der Coronavirus-Krise gesichert. "Das Bargeld wird in Deutschland nicht ausgehen, unsere Tresore sind prall gefüllt, die Logistik stimmt", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann am Dienstag in Frankfurt. Das gelte auch für den Fall, dass sich das Virus weiter ausbreite und zusätzliche Massnahmen deswegen getroffen würden. Beermann betonte zugleich, von Scheinen und Münzen gehe kein besonderes Ansteckungsrisiko aus.

Hauptübertragungsweg des Corona-Virus seien Tröpfcheninfektionen durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen, ergänzte der Infektiologe und Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk. Wenn das Virus über Geldscheine oder Lappen übertragen würde, wären die Fallzahlen höher, sagte Gottschalk.

Champions League und Europa League "bis auf Weiteres" ausgesetzt

15:41 Uhr: Die Europäische Fussball-Union hat im Zuge der Coronavirus-Krise alle Spiele für Vereine und Nationalmannschaften "bis auf Weiteres" ausgesetzt.

Entscheidungen zu neuen Terminen beispielsweise für Partien der Champions League und Europa League sollen "zu gegebener Zeit" getroffen und mitgeteilt werden, wie die UEFA nach mehreren Krisensitzungen am Dienstag mitteilte.

Eine Arbeitsgruppe solle unter Beteiligung der Ligen und Clubs nach Lösungen im Kalender suchen, die es ermöglichen, die Saison zu Ende zu spielen. Die für Ende März geplanten Playoff-Spiele zur Europameisterschaft, die in den Sommer 2021 verschoben wurde, sollen nach Möglichkeit Anfang Juni stattfinden.

Damit blieb zunächst unklar, wie die Sieger in den beiden europäischen Vereinswettbewerben ermittelt werden sollen. Zuletzt hatte es Medienberichte gegeben, dass es in Champions League und Europa League jeweils Final-Four-Turniere mit Halbfinals und Endspielen am selben Ort geben solle.

Das Finale der Champions League sollte bislang am 30. Mai in Istanbul steigen, das Endspiel der Europa League war drei Tage zuvor in Danzig geplant.

In Berlin schliessen viele Geschäfte - Krankenhaus für Corona-Patienten geplant

15:17 Uhr: Auch in Berlin sollen Geschäfte wegen der Corona-Krise in grossem Umfang schliessen. Das hat der Berliner Senat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Supermärkte und andere Läden, die der Versorgung der Menschen dienen, Banken, Drogerien und Apotheken sollen allerdings offen bleiben.

Wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mitteilte, soll Berlin ein eigenes Krankenhaus für COVID-19-Patienten bekommen. Es soll auf dem Gelände der Messe Berlin Platz für bis zu 1.000 Patienten bieten und in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen.

Bayerische Polizei beendet "Corona-Partys" - Söder mahnt und droht

14:55 Uhr: Weil sich Menschen trotz strenger Regeln und zahlreicher Warnungen zu "Corona-Partys" treffen, soll die Polizei in Bayern härter durchgreifen. "Sorry, aber das geht gar nicht", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München. Wer in diesen Tagen die Vorgaben bewusst ignoriere, soziale Kontakte einzudämmen, gefährde sich selbst und alle anderen. Söder betonte, die Polizei sei angewiesen, darauf umgehend zu reagieren und dagegen vorzugehen.

In Nürnberg und Schwabach beispielsweise hatte die Polizei solche Partys beendet. Rund 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen und dazu eine mit Generatoren betriebene Musik- und Lichtanlage laufen lassen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In Schwabach trafen sich den Angaben nach 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten ebenfalls lautstark mit einer Musikanlage. Sie hatten sich offenbar über soziale Medien zu der Feier verabredet. Hier wie dort stellten Beamte die Anlage sicher und erteilten Platzverweise.

Bei der Münchner Polizei war am Dienstag noch keine "Corona-Party" bekannt, wie ein Sprecher sagte. Man werde das aber genau im Blick haben. Wegen des Coronavirus sind in Bayern bis einschliesslich 19. April öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen landesweit untersagt.

Iran meldet 135 neue Todesfälle durch Coronavirus

14:29 Uhr: Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Iran sind binnen 24 Stunden weitere 135 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 988, wie die Behörden in Teheran am Dienstag mitteilten. Mehr als 1.170 Neuinfektionen wurden demnach registriert, insgesamt haben sich damit 16.169 Menschen im Iran mit dem Virus infiziert.

Nach Angaben des Sprechers des Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, ist rund ein Drittel der Betroffenen inzwischen wieder gesund. Die meisten Neuinfektionen wurden in der Provinz Teheran registriert. Um die Epidemie einzudämmen, wurden staatlichen Medienberichten zufolge mancherorts Feierlichkeiten zum traditionellen Feuerfest untersagt.

Friedrich Merz ist mit Coronavirus infiziert

14:05 Uhr: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. "Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zuhause unter Quarantäne stehen", sagte Merz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Lettland schliesst wegen Corona-Krise die Grenzen für Personenverkehr

14:00 Uhr: In Lettland sind seit Dienstag wegen der Coronakrise die Grenzen für den internationalen Personenverkehr geschlossen. Betroffen von der Massnahme sind der Luft-, Schienen-, See- und Busverkehr. Ausgenommen sind lediglich heimkehrende lettische Staatsbürger und Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in dem baltischen EU-Land. Umgekehrt können auch Ausländer, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, die Grenze weiterhin passieren.

In Lettland gab es bislang 49 nachgewiesene Infektionsfälle. Die Regierung hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis Ostern den landesweiten Notstand ausgerufen. Öffentliche Veranstaltungen sind untersagt, Schulen und Kindergärten geschlossen.

UEFA verschiebt die Fussball-EM auf 2021

13:46 Uhr: Die Verlegung der Fussball-Europameisterschaft 2020 soll nach Angaben des norwegischen Verbands NFF bereits fix sein. Die Europäische Fussball-Union UEFA habe entschieden, das Turnier in den Sommer des kommenden Jahres zu verschieben, twitterte der NFF am Dienstag. Die EM werde nun vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden.

Dem UEFA-Vorschlag, die EM für dieses Jahr abzusagen, hatten am Dienstag die nationalen Ligen sowie die Europäische Clubvereinigung ECA übereinstimmenden Medienberichten zufolge zugestimmt. In einer weiteren Videokonferenz mussten 55 UEFA-Mitgliedsverbände die Verlegung aufgrund der Coronavirus-Pandemie absegnen, ehe das UEFA-Exekutivkomitee die endgültige Entscheidung treffen konnte.

Ursprünglich sollte das paneuropäische Turnier in diesem Sommer vom 12. Juni bis zum 12. Juli ausgetragen werden.

Deutschland wäre mit München einer von zwölf Gastgebern für die 51 Spiele der 24 Teilnehmer gewesen. Inwieweit die UEFA die historische Endrunde im Sommer 2021 unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen.

Flixbus setzt Betrieb aus

13:34 Uhr: Der Fernbusanbieter Flixbus wird den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht einstellen. Das Unternehmen werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab Dienstag, 17. März 2020 um 24:00 Uhr aussetzen, teilte die Firma mit.

WHO: Bei Coronavirusverdacht ohne ärztlichen Rat kein Ibuprofen

13:29 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen.

Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit. "Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen", sagte Lindmeier. Dies beziehe sich ausschliesslich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat, betonte er.

Der französische Gesundheitsminister hatte am Wochenende mit einem Tweet, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen warnte, Aufsehen erregt. Der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon hatte sich ähnlich geäussert und von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) abgeraten.

Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac. Es gibt einen Beitrag im Fachjournal "Lancet", in dem eine mögliche unerwünschte Wirkung von Ibuprofen erwähnt wird. Die Fallzahl der Studie ist aber äusserst gering.

In Frankreich steht Ibuprofen seit 15. Januar nicht mehr frei vorne in der Apotheke, sondern nur noch hinter dem Schalter. Die Apotheker verkaufen es weitgehend ohne Rezept. Damit soll jedoch eine entsprechende Beratung sichergestellt sein.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) schloss am Wochenende nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. "Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis", erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Bei Paracetamol ist das nicht der Fall."

In Frankreich beginnt 15-tägige Ausgangssperre

13:02 Uhr: In Frankreich hat im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie eine landesweite Ausgangssperre begonnen. Seit Dienstag um 12 Uhr dürfen die Menschen für zunächst 15 Tage nur noch das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Das hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache angekündigt. Wer vor die Tür will, muss nun ein entsprechendes Formular bei sich tragen.

Erlaubt ist nun nur noch: Lebensmittel einkaufen, zur Arbeit fahren, zum Arzt gehen, Kinder zur Betreuung bringen, Hilfsbededürftigen helfen oder allein Sport machen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss eine Geldstrafe von bis zu 135 Euro zahlen. Die Einhaltung der Ausgangssperre wird von mehr als 100.000 Sicherheitskräften im Land überwacht.

Um Punkt 12 Uhr waren in Paris immer noch Menschen auf der Strasse unterwegs, vor einer Bäckerei im 12. Arrondissement standen zahlreiche Menschen an. Auch Busse, Rollerfahrer und Autos waren noch auf der Strasse. Allerdings war es deutlich leerer als normal. Am Vormittag hatten noch zahlreiche Französinnen und Franzosen eingekauft, vor den Supermärkten bildeten sich lange Schlangen.

Seit Sonntag sind in Frankreich bereits alle Restaurants und Bars geschlossen. Auch Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen, Museen und Bibliotheken bleiben derzeit zu. Der Präsident monierte allerdings, dass sich dennoch viele Menschen im Freien trafen. Die Covid-19-Pandemie trifft Frankreich hart, bis Montagabend wurden mehr als 6.600 Menschen im Land positiv auf das Virus getestet.

Zuvor hatten bereits Italien und Spanien eine Ausgangssperre verhängt, auch in Österreich ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt worden.

Österreich: Gesamte Vorarlberger Arlbergregion steht unter Quarantäne

12:42 Uhr: In Österreich ist die gesamte Vorarlberger Arlbergregion unter Quarantäne gestellt worden. Betroffen sind die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken. Die Region wurde am Dienstag um 12:00 Uhr abgeriegelt, wie der Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erklärte. Bis zum 3. April dürfe niemand das Gebiet betreten oder verlassen. Die Versorgung der Menschen unter Quarantäne sei aber sichergestellt.

Als Grund für die Abriegelung nannte Wallner, dass am Montag fünf Corona-Fälle in Lech bekannt geworden seien. Auch alle Menschen, die sich in den vergangenen zwei Wochen in der Arlbergregion aufgehalten haben müssten sich nun in Quarantäne begeben. Wallner betonte, dass diese Massnahme nicht freiwillig sei.

Corona-Patientin in Wien gestorben - Zwei Ärzte am AKH positiv

12:37 Uhr: Eine erst 48 Jahre alte Frau ist in Wien während einer Covid-19-Heimquarantäne verstorben. Angehörige hatten die Frau am Sonntag tot aufgefunden.

Zudem wurden zwei Anästhesisten am allgemeinen Krankenhaus von Wien positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Die Betroffen haben sich vermutlich während eines Kongresses in Zürs am Arlberg infiziert.

Oswald Wagner, Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Med Uni Wien, betonte, dass der Betrieb des Krankenhauses intakt sei.

Regierung in Polen wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne

12:25 Uhr: In Polen ist die gesamte Regierung wegen einer Coronavirus-Infektion bei einem Minister unter Quarantäne gestellt worden. Alle Regierungsmitglieder, die an der letzten Kabinettssitzung teilnahmen, hätten am Montagabend einen Coronavirus-Test vornehmen lassen, teilte Michal Dworczyk, der Bürochef von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, am Dienstag im staatlichen Radio weiter mit. Die Ergebnisse würden noch im Laufe des Tages erwartet.

Grund für die Massnahme ist ein positiver Coronavirus-Test beim Umweltminister des Landes. Polen hat bisher 205 Infektionsfälle und fünf Corona-Tote gemeldet. Das Land hat seine Grenzen für Ausländer sowie unter anderem Schulen und Universitäten geschlossen.

Italien rechnet bald mit Höhepunkt der Corona-Welle

12:05 Uhr: In Italien rechnen viele Experten bei der Lungenkrankheit COVID-19 bald mit einem Höhepunkt der Ansteckungswelle. Auch nach einem sogenannten "Peak" wird die Gesamtzahl der Infizierten zwar weiter steigen, aber nicht mehr so schnell.

"Wir erwarten, dass es sich in den kommenden Tagen, bis Sonntag, zeigt, ob sich die Entwicklung verlangsamt", sagte der für die Lombardei zuständige Koordinator Giulio Gallera am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa für seine Region.

In der norditalienischen Region war die Corona-Welle im Februar landesweit zuerst entdeckt worden. Sie ist mit über 15.000 Infizierten (Montag) weiterhin am heftigsten betroffen und wurde am 8. März zum Sperrgebiet mit Ausgehverboten. Forscher in Italien sprechen von Ansteckungszeiten von rund zwei bis elf Tagen.

Der Virologe Roberto Burioni rechnete laut der Zeitung "Corriere della Sera" vor, dass ein Verlangsamungseffekt wegen diverser Aspekte - wie der verzögerten Wirkung von Kontaktsperren - in der Statistik noch etwas länger auf sich warten lassen werde. Ähnlich äusserten sich Experten der Universität von Genua in der "Repubblica".

Ihre Fachleute hätten den 25. März als möglichen Höhepunkt der Fallkurve ermittelt. Das alles gelte aber nur, wenn die Italiener sich strikt an die Vorgaben der Regierung zur sozialen Distanz halten würden. Das ganze Land war zwischen dem 9./10. und 11./12. März zum Sperrgebiet mit - im zweiten Schritt - fast ganz geschlossenen Geschäften erklärt worden. Insgesamt sind rund 28.000 Fälle bisher registriert.

Audi stoppt Produktion ab Montag

11:40 Uhr: Die VW-Tochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis Ende dieser Woche schrittweise komplett herunter. Angesichts der deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke "wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen", teilte Audi am Dienstag mit.

Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler sagte: "Die aktuelle Lage zwingt uns nun zu den angekündigten Massnahmen und wird uns weiterhin viel Flexibilität und Solidarität abverlangen." Ab kommendem Montag solle die Produktion in diesen Werken stehen, denn das Coronavirus breite sich in Europa und vielen Ländern der Welt aus. Der Schritt sei mit dem Betriebsrat und dem Volkswagen-Konzern abgestimmt. In den deutschen Audi-Fabriken arbeiten rund 60.000 Beschäftigte.

Zweiter Corona-Fall in der Bundesliga: Hertha-Profi positiv getestet

11:14 Uhr: Ein Profi von Hertha BSC ist an COVID-19 erkrankt. Das teilten die Berliner am Dienstag mit, ohne den Namen des Spielers zu nennen. Trainer, Mannschaft und Funktionsteam begeben sich laut Vereinsauskunft in eine 14-tägige Quarantäne.

Zuvor war Luca Kilian vom SC Paderborn positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Peter Altmaier: Coronakrise dürfte bis Ende Mai andauern

11:05 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht davon aus, dass die Coronakrise bis Ende Mai andauert. Er erwarte, "dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben", sagte Altmaier am Dienstag in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". Es werde in dieser Zeit noch eine "erhebliche Zahl von Neuinfektionen" geben. "Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist."

Gelder, Kredite und Bürgschaften müssten jetzt schnell und praxisorientiert bereitgestellt werden, sagte Altmaier weiter. "Wir haben nicht Wochen, wir haben Tage, damit das alles steht." Er hoffe und erwarte auch, "dass alle ihren Beitrag leisten, dass wir so schnell wie möglich Geld auch überweisen können".

Zu der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die Bundesregierung an einem Härtefallfonds arbeite, sagte Altmaier: "Das heisst, dass man in bestimmten Fällen denjenigen, die von den genannten Regelungen nicht erfasst sind, helfen kann." Dass der Staat bei strauchelnden grossen Unternehmen durch Teilbeteiligungen einsteigt, will der Bundeswirtschaftsminister jedoch weiterhin vermeiden. "Wir hoffen und setzen darauf, dass wir als Marktwirtschaft durch diesen Prozess durchkommen, denn das war ja das Erfolgsrezept der letzten 70 Jahre."

EU-Kommission warnt vor falschen Informationen zu Coronavirus

10:40 Uhr: Vor falschen Informationen über das Coronavirus hat die Europäische Kommission am Dienstag gewarnt. Es sei wichtig, über die neuesten Entwicklungen in der Viruskrise auf dem Laufenden zu bleiben. Allgemeine Ratschläge gebe die Generaldirektion Gesundheit der Kommission, teilte die Brüsseler Behörde via Twitter mit.

Über Einzelheiten informierten die lokalen Gesundheitsbehörden. "Nehmen Sie sich vor arglistigen und irreführenden Fake News und Desinformationen in Acht - überprüfen Sie es anhand verlässlicher Quellen", riet die Kommission.

Robert-Koch-Institut setzt Corona-Risikoeinschätzung auf "hoch"

10:20 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft das Risiko für die Bevölkerung durch das neuartige Coronavirus nun als "hoch" ein. RKI-Präsident Lothar Wieler begründete die Änderung der Risikoeinschätzung am Dienstag in Berlin mit der grossen Dynamik der Pandemie und dem starken Anstieg der Fallzahlen. Die Zahl der bestätigten Coronafälle in Deutschland lag bis Montagabend laut RKI bei 6.012 Infizierten - das waren mehr als 1.100 Fälle mehr als am Vortag.

Das Risiko für die Bevölkerung variiere laut RKI von Region zu Region und könne regional auch "sehr hoch" sein wie im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Bislang war die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch Corona als insgesamt "mässig" eingestuft worden. Wieler sagte zugleich, es müsse davon ausgegangen werden, dass die Erkrankungszahlen wesentlich höher seien, als sie dem RKI übermittelt würden. Der RKI-Präsident bekräftigte zugleich, es müsse weiterhin alles getan werden, um die Ausbreitung einzudämmen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Ungarn schliesst die Grenzen für Ausländer

10:00 Uhr: In Ungarn sind seit Dienstag wegen der Coronavirus-Pandemie die Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Ausgenommen sind lediglich Tagespendler in den grenznahen Regionen und heimkehrende ungarische Staatsbürger. Auch Lastwagen sollen die Grenzen weiterhin ungehindert passieren können. Veranstaltungen sind grundsätzlich verboten. Gaststätten, Caféhäuser und Geschäfte - ausgenommen Lebensmittelläden, Apotheken, Drogerieläden und Tankstellen - müssen um 15.00 Uhr schliessen. Schon seit Montag sind in Ungarn die Schulen und Kindergärten geschlossen.

In Ungarn wurde bis Dienstag morgen bei 50 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Am Tag zuvor waren es 39 gewesen. Bisher starb ein Mann an Covid-19. Experten kritisieren, dass zu wenige Coronavirus-Tests durchgeführt würden. Auch gibt es in Ungarn keine öffentlich zugängliche Daten darüber, wie sich die nachweislich Angesteckten über das Land verteilen.

Städte- und Gemeindebund: Auch Kommunen helfen Menschen in Quarantäne

9:40 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat Menschen in Quarantäne zugesichert, dass sich auch die Kommunen um ihre Versorgung kümmern werden. "Die Kommunen werden vor Ort ihren Teil dazu beitragen, dass gerade diejenigen, die in häuslicher Quarantäne sind, auch versorgt werden, wenn dies anders nicht möglich ist", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag.

"Jetzt ist die Gesellschaft gefordert zusammenzuhalten, nicht nur Bund, Länder und Kommunen, sondern auch die Menschen vor Ort." Die Krise sei auch eine Chance für mehr Sachlichkeit und Solidarität.

Bundesregierung spricht weltweite Reisewarnung aus

9:20 Uhr: Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Das sagte Aussenminister Heiko Maas am Dienstag in Berlin. Bisher hatte das Auswärtige Amt nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten. Ausserdem startete der Bundesaussenminister eine Rückholaktion für tausende Deutsche, die wegen Reisebeschränkungen in der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Er kündigte am Dienstag in Berlin an, bis zu 50 Millionen Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

In den kommenden Tagen sollen zunächst Reisende aus besonders betroffenen Gebieten nach Hause geholt werden. Dazu zählen Marokko, Ägypten, die Dominikanische Republik, die Philippinen und die Malediven.

IKEA schliesst alle Märkte in Deutschland

9:12 Uhr: Der Möbelhändler Ikea schliesst ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als grosser Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Massnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands grösster Möbelhändler.

Volkswagen will Produktion wegen Coronavirus aussetzen

8:58 Uhr: Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hiess es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

COVID-19-Krise: Paris kündigt Milliardenpaket für die Wirtschaft an

8:53 Uhr: Im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie wird Frankreich Unternehmen und Beschäftigte mit zusammen 45 Milliarden Euro unterstützen. "Es gibt einen Krieg gegen das Coronavirus und auch einen Wirtschafts- und Finanzkrieg", erklärte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire via Twitter.

Staatschef Emmanuel Macron hatte am Montagabend für Frankreich eine Ausgangssperre ankündigt, die am Dienstagmittag beginnen soll. Macron hatte ebenfalls von einem "Krieg" gesprochen und versprochen, dass sich kein Unternehmen Sorgen mache solle, aufgrund der neuen Sperr-Massnahmen in Bankrott zu gehen. Miete oder Gas- und Stromkosten sollen für mittelständische Unternehmen ausgesetzt werden, falls sie finanziell straucheln.

Monaco plant weiter mit Formel-1-Rennen Ende Mai

8:36 Uhr: Monaco hält trotz der Coronavirus-Pandemie an seinen Plänen für das Formel-1-Rennen Ende Mai fest. Es werde erwartet, dass der Grand Prix in Monte Carlo "wie ursprünglich geplant stattfindet", teilte der Automobilclub des Fürstentums als Veranstalter mit. Im ursprünglichen Formel-1-Kalender war das Rennen als siebter WM-Lauf für den 24. Mai vorgesehen. Nach der kurzfristigen Absage des Auftakts in Australien und der Verschiebung der Rennen in Bahrain, Vietnam und China muss die Rennserie ihre Terminpläne aber völlig neu organisieren.

Die Formel-1-Spitze hatte zuletzt einen Saisonbeginn für Ende Mai angekündigt. Damit könnte Monaco zum Ort des Neustarts werden. Offen ist, was mit den Rennen im niederländischen Zandvoort und in Barcelona passiert, die für den 3. und 10. Mai angesetzt waren.

Indien schliesst Taj Mahal wegen Coronavirus

8:25 Uhr: Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, schliesst Indien das berühmte Mausoleum Taj Mahal sowie andere Denkmäler und alle Museen im Land. Die Orte, darunter mehrere Unesco-Weltkulturerbe, sollten zunächst bis Ende März geschlossen bleiben, hiess es aus dem Tourismusministerium. Es ginge um die Sicherheit der Menschen, sagte der indische Tourismusminister Prahlad Singh Patel.

Reisenden aus der EU und anderen Teilen Europas ist ab Mittwoch die Einreise nach Indien verboten worden. Touristen dürfen schon jetzt generell nicht mehr ins Land.

Brasilianische Häftlinge fliehen wegen härterer Corona-Auflagen

08:17 Uhr: Härtere Auflagen für Häftlinge wegen der Coronavirus-Pandemie haben in Brasilien zu einem Gefangenen-Aufstand geführt: Im Bundesstaat Sao Paulo sind laut brasilianischen Medienberichten am Montagabend hunderte Gefangene aus verschiedenen Gefängnissen geflohen, nachdem die Behörden das Recht auf Freigang für Häftlinge im halboffenen Vollzug ausgesetzt hatten.

Die Regierung des Bundesstaats Sao Paulo hatte den für Dienstag geplanten Freigang mit dem Argument verschoben, dass die "mehr als 34.000" betroffenen Gefangenen bei ihrer Rückkehr in die Gefängnisse das Coronavirus einschleppen und andere Insassen anstecken könnten. Gefangene im halboffenen Vollzug dürfen normalerweise tagsüber das Gefängnis verlassen, etwa um zur Arbeit oder zur Schule zu gehen.

Brasilien hat bisher mehr als 230 Coronavirus-Infektionen gemeldet, davon 152 im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Sao Paulo.

Qantas reduziert internationale Flüge um 90 Prozent

6:45 Uhr: Die australische Fluggesellschaft Qantas und ihr Billigflieger Jetstar werden wegen der Coronavirus-Pandemie ihre internationalen Flüge um 90 Prozent reduzieren. Das gilt bis mindestens Ende Mai. Damit reagiert das Unternehmen auf die sinkende Nachfrage. Wie Qantas am Dienstag erklärte, spiegelt der Schritt hauptsächlich, welche Folgen die drastischen Quarantäne-Anforderungen für die Möglichkeit haben, in die Ferne zu reisen. Auch Inlandsflüge werden reduziert - um etwa 60 Prozent. 150 Flugzeuge blieben am Boden.

Pistorius: Verbreitung von "Fake News" zum Coronavirus bestrafen

6:18 Uhr: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert ein härteres Vorgehen gegen Falschnachrichten und Halbwahrheiten in der Coronakrise. "Fake News zur Versorgungslage in Zeiten der Coronakrise sind brandgefährlich", sagte der SPD-Politiker dem "Spiegel". "Sie können Panik, Hamsterkäufe und Konflikte auslösen und sind daher auf das Schärfste zu verurteilen. Daher müssen wir mit Bussgeldern oder sogar Strafandrohungen abschrecken", verlangte Pistorius.

Er rief die Bundesregierung auf, dafür entweder Möglichkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz aufzuzeigen oder schnellstmöglich das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beziehungsweise das Strafgesetzbuch anzupassen. Es müsse verboten werden, öffentlich unwahre Behauptungen die Versorgungslage der Bevölkerung, die medizinische Versorgung oder Ursache, Ansteckungswege, Diagnose und Therapie der Erkrankung COVID-19 zu verbreiten, sagte Pistorius.

US-Einreisestopp für Grossbritannien und Irland

5:34 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus dürfen nun auch Ausländer aus Grossbritannien und Irland zunächst nicht mehr in die USA einreisen. Die von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisesperre trat am Montag um 23.59 Uhr (04.59 Uhr MEZ am Dienstag) in Kraft. Amerikaner und Personen mit einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis (Green Card) sowie deren Angehörige dürfen aus den beiden Ländern in die USA zurückkehren, müssen sich aber einer Gesundheitskontrolle unterziehen. Sie sind ausserdem aufgerufen, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben.

Bereits in der Nacht zu Samstag war ein 30-tägiger US-Einreisestopp für Ausländer aus dem Schengen-Raum in Kraft getreten.

Coronavirus: Linksfraktion fordert Sofortprogramm für Mieter

5:00 Uhr: Zur Abfederung der Coronakrise fordert die Linksfraktion im Bundestag ein Soforthilfeprogramm für Mieter, Wohnungslose und Kleineigentümer. Die Virus-Pandemie werde vor allem jene treffen, die schon jetzt unter der Mietenexplosion litten, schreiben die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Caren Lay, und der Referent Armin Kuhn in einem gemeinsamen Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Denn sie seien es häufig, die nicht nur geringe Einkommen hätten, "sondern auch ohne feste Arbeitsverträge dastehen, zusätzlich zur Armutsrente jobben gehen müssen oder sich als Solo-Selbstständige oder Ladenbesitzerin gerade so über Wasser halten."

Die Linksfraktion fordert unter anderem ein bundesweites Einfrieren der Mieten sowie einen Stopp von Zwangsräumungen, Strom- und Wassersperren. Kündigungen betroffener Mieterinnen und Mieter sowie Gewerbetreibender sollen vorübergehend verboten werden. Sammelunterkünfte will die Linksfraktion nach Möglichkeit auflösen; Wohnungslose und Geflüchtete sollen stattdessen "in angemessenem Wohnraum" untergebracht werden. Dafür sollen Kommunen leerstehende Wohnungen beschlagnahmen dürfen. Für Kleingewerbetreibende, Kultur- und soziale Einrichtungen sowie gemeinwohlorientierte Wohnungsanbieter müsse ein Solidarfonds eingerichtet werden.

Tom Hanks und Ehefrau aus Klinik entlassen

4:58 Uhr: Tom Hanks (63) und Ehefrau Rita Wilson (63) befinden sich nach einer Behandlung wegen COVID-19 nun zu Hause in Selbstisolierung. Sie seien in ihrem Haus in Australien in Quarantäne, teilte eine Sprecherin des Schauspielers am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass das Paar aus einem Krankenhaus im australischen Bundesstaat Queensland entlassen worden sei.

Toni Kroos meldet sich aus Quarantäne

4:53 Uhr: Nationalspieler Toni Kroos (30), der derzeit unter Quarantäne steht, hat keine Anzeichen für eine Erkrankung am Coronavirus. "Mir und meiner Familie geht es gut, keine Symptome. Wir sind fit", sagte Kroos in der am späten Montagabend ausgestrahlten ProSieben-Show "Late Night Berlin". Kroos steht, wie die gesamte Mannschaft von Real Madrid, seit mehreren Tagen unter Quarantäne, weil zuvor ein Profi des Basketballteams positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden war.

"Langweilig ist mir nicht, das kannst du dir vorstellen mit drei Kindern. Den ganzen Tag zuhause wird es nicht langweilig. Aber wenn man mal nach rechts und links schaut, ist die Hauptsache, dass es uns allen gut geht", sagte der Fussball-Profi im Videotelefonat mit Moderator Klaas Heufer-Umlauf. Er esse viel Nudeln und habe noch reichlich Klopapier im Haus, scherzte Kroos.

Grosse Mehrheit für Verschiebung der Fussball-EM

4:45 Uhr: Eine grosse Mehrheit der Deutschen ist für eine Verschiebung der Fussball-Europameisterschaft wegen der Coronavirus-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 58 Prozent dafür aus, das Grossereignis statt in diesem Sommer erst im nächsten Jahr auszutragen. Nur 19 Prozent wollen, dass es bei der bisherigen Planung bleibt. Der Rest machte keine Angaben.

Die Europäische Fussball-Union berät am Dienstag in einer Videokonferenz über die Folgen der Corona-Krise.

Vorwahlen im US-Bundesstaat Ohio wegen Coronavirus verschoben

4:39 Uhr: Die für diesen Dienstag geplanten US-Präsidentschaftsvorwahlen im Bundesstaat Ohio sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus kurzfristig abgesagt worden. Das teilte der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, am Montagabend (Ortszeit) mit. Einen neuen Termin nannte er noch nicht. Die ebenfalls für Dienstag angesetzten Vorwahlen in den Staaten Arizona, Florida und Illinois wurden hingegen nicht gestrichen.

Wahlen inmitten der Corona-Krise abzuhalten, würde die Mitarbeiter in den Wahllokalen sowie die Wähler einem "inakzeptablen Gesundheitsrisko aussetzen", schrieb DeWine im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Dienstag gilt als wichtiger Wahltag bei den oppositionellen Demokraten - seine Bedeutung wird nun durch die Streichung der Abstimmung im Mittelweststaat Ohio allerdings ein Stück weit gemindert.

Coronavirus: 13 Tote und 21 neue Infektionen in China

3:15 Uhr: In China sind erneut 13 Menschen an der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurden zudem 21 neue Infektionen nachgewiesen. Laut Behördenangaben handelte es sich bei 20 Erkrankungen um "importierte Fälle", die bei Menschen während der Einreise nach China festgestellt wurden.

Aus Angst davor, dass Reisende das Virus zurück in die Volksrepublik bringen, hat die Regierung die Kontrollen zuletzt weiter verschärft.

Schauspieler Idris Elba mit Coronavirus infiziert

3:00 Uhr: Der britische Schauspieler Idris Elba (47, "Fast & Furious: Hobbs & Shaw", "Thor: Tag der Entscheidung") ist mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab der Hollywoodstar am Montag in einer Videobotschaft auf Twitter bekannt. Heute früh habe er das Testergebnis erhalten, sagte Elba. Er sei okay und habe zuvor auch keine Krankheitssymptome gehabt, erklärte der Schauspieler. Er liess sich testen, nachdem er Kontakt mit einer Person hatte, die an COVID-19 erkrankt ist. Er befinde sich nun in Selbst-Quarantäne. Seine Frau, Model Sabrina Elba, habe sich nicht testen lassen, es gehe ihr gut.

Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo in Deutschland

2:07 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutschen Politik", sagte Söder am Montagabend im "ZDF". "Die Herausforderung ist grösser als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef. Am Montag hatte Bayern zum Schutz der Wirtschaft vor den Folgen der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro bereitgestellt.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. "Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."

Deutsche Kliniken erwarten drastische Zunahme der Zahl von Corona-Patienten

1:30 Uhr: Die deutschen Krankenhäuser erwarten, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken in den nächsten Tagen drastisch steigen wird. Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, sei damit zu rechnen, dass davon bis zu 1.500 Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden müssten, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gass, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Dies wäre nach seinen Angaben eine Verdreifachung der Zahl der derzeit in den Klinken behandelten Corona-Patienten. Die Krankenhäuser seien aber auf einen solchen Anstieg der Corona-Krankenzahlen vorbereitet, betonte Gass. "Das würde sie nicht überfordern."

Die Krankenhäuser müssten bis zu 50 Prozent ihrer sonst üblichen Leistungen zurückstellen, erläuterte der DKG-Präsident. Sie hätten bereits begonnen, Patienten mit planbaren Eingriffen abzubestellen. Im Moment hätten die davon betroffenen Patienten zwar "viel Verständnis". Doch viele sähen sich selbst als dringend behandlungsbedürftig, sagte Gass und fügte hinzu: "In einzelnen Fällen wird es Klagen geben."

US-Rennserie Nascar und NFL passen Zeitplan an Coronavirus-Pandemie an

0:58 Uhr: Die US-Rennsportserie Nascar unterbricht ihre Saison wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 9. Mai. "Wir wollen alle 36 Rennen in dieser Saison fahren", hiess es in der Mitteilung vom Montag (Ortszeit). Genaue Angaben zu weiteren und neuen Terminen mache man, nachdem man die Lage weiter beobachtet und sich mit den Gesundheitsbehörden abgestimmt habe. Am Freitag hatte die Serie, in der bislang sieben Rennen gefahren worden sind, zunächst nur die kommenden zwei Wettkämpfe auf Eis gelegt.

Auch die NFL passt ihren Zeitplan an die Coronavirus-Pandemie an und hat den Trainingsauftakt für die Teams auf unbestimmte Zeit verschoben. Mannschaften mit einem neuen Cheftrainer hätten nach der ursprünglichen Planung am 6. April angefangen, alle anderen Teams wären am 20. April in die Saisonvorbereitung gestartet. Man werde sich in regelmässigen Abständen austauschen und die Situation rund um die Ausbreitung des Virus neu beurteilen, hiess es in einer gemeinsamen Mitteilung der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA vom Montag (Ortszeit).

In der derzeit laufenden Wechselperiode dürfen sich Teams und Spieler zudem nicht persönlich treffen. Interessierte Mannschaften dürfen Spieler nicht zu ihren Geschäftsstellen oder anderen Orten bringen und selbst keine Angestellten zu den Profis schicken. Ärztliche Untersuchungen müssen in der Nähe der bisherigen Städte vorgenommen werden. Clubs und Spieler auf dem freien Markt dürfen seit Montag miteinander verhandeln. Verträge unterschrieben werden dürfen frühestens ab Mittwoch.

Alle Meldungen vom Montag, 16. März - Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo in Deutschland

22:35 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Montagabend im ZDF. "Die Herausforderung ist grösser als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus.

San Francisco verhängt Ausgangssperre

21:54 Uhr: Die US-Westküstenmetropole verhängt wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangssperre. Die Bürgermeisterin der Stadt, London Breed, kündigte am Montag auf Twitter an, ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 08.00 Uhr MEZ) seien die Bewohner San Franciscos aufgefordert, zu Hause zu bleiben, "ausser für grundlegende Bedürfnisse". Notwendige Regierungsstellen und wesentliche Geschäfte blieben geöffnet, betonte sie. Es sei nicht nötig, umherzueilen, um Lebensmittel zu besorgen. Diese Läden blieben geöffnet.

Trump stellt verschärfte Richtlinien vor

21:15 Uhr: US-Präsident Donald Trump ruft alle Amerikaner dazu auf, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu vermeiden. Trump stellte am Montag im Weissen Haus verschärfte Richtlinien vor. Darin wird empfohlen, nicht notwendige Reisen zu vermeiden und auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten. Wo immer es möglich sei, sollten Menschen von zu Hause aus arbeiten und Kinder zu Hause unterrichtet werden. Trump sagte, eine nationale Ausgangssperre sei derzeit nicht geplant.

Frankreich verhängt Ausgangssperre

20:23 Uhr: Frankreich schränkt die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. "Wir sind im Krieg", sagte er. Die Einschränkungen sollen von Dienstagmittag an gelten und für mindestens 15 Tage aufrechterhalten werden.

Zudem sollen die EU-Aussengrenzen ab Dienstagmittag geschlossen werden. Konkret würden alle Reisen zwischen aussereuropäischen Ländern und EU-Ländern für 30 Tage ausgesetzt. Die Franzosen, die sich derzeit im Ausland befinden und zurückkehren wollen, könnten natürlich in ihr Land zurückkehren.

Klinischer Test für Coronavirus-Impfstoff in den USA gestartet

20:00 Uhr: In den USA hat erstmals ein Freiwilliger testweise einen möglichen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus injiziert bekommen. Das sei Teil der ersten Phase des klinischen Tests des Impfstoffs an einem Forschungsinstitut in der nordwestlichen Metropole Seattle, teilten die zum US-Gesundheitsministerium gehörenden National Institutes of Health (NIH) am Montag mit. 45 gesunde freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 55 sollen in den kommenden Wochen an dem Test in dem Forschungsinstitut teilnehmen.

Der Impfstoff namens "mRNA-1273" wird gemeinsam mit der privaten Biotechnologie-Firma Moderna entwickelt. Die erste Testphase habe in "Rekordzeit" gestartet werden können, sagte Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Der gesamte Prozess der Entwicklung eines Impfstoffes wird Fauci zufolge trotzdem voraussichtlich mindestens ein bis anderthalb Jahre dauern. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen COVID-19.

Chile, Kanada und Russland erlassen Einreiseverbot für Ausländer

19:55 Uhr: Russland schliesst wegen der Coronaviruskrise seine Grenzen für Ausländer. Dies gelte von diesem Mittwoch an bis zum 1. Mai, teilte Regierungschef Michail Mischustin am Montagabend in Moskau mit.

Auch Kanada erlässt ein Einreiseverbot für Ausländer. Dies gelte aber zunächst nicht für US-Amerikaner, sagte Ministerpräsident Justin Trudeau bei einer Pressekonferenz am Montag in Ottawa. Er rief alle Kanadier im Ausland zur sofortigen Heimreise auf: "Wenn Sie im Ausland sind, ist es Zeit, dass sie nach Hause kommen". Gerade Heimkehrer müssten sich in freiwillige Isolation begeben.

Wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie schliesst auch Chile seine Grenzen. Ab kommenden Mittwoch werden für 15 Tage keine Ausländer mehr in das südamerikanische Land gelassen, wie Präsident Sebastián Piñera am Montag ankündigte. Chilenische Staatsbürger müssen nach der Einreise für zwei Wochen in Quarantäne. Zuvor hatten in der Region bereits Argentinien, Peru, Panama, Honduras und El Salvador ihre Grenzen geschlossen. Am Montag verkündete auch Guatemala diese Massnahme. Haiti schloss seine Grenze zur Dominikanischen Republik, Kolumbien die Übergänge nach Venezuela.

Fünfter Corona-Todesfall in Bayern

19:02 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 90-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in München unter Berufung auf das Landratsamt Würzburg mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch zwei andere Coronavirus-Todesfälle in Bayern stammten.

EU verspricht Tübinger Impfstoff-Forschern bis zu 80 Millionen Euro

18:37 Uhr: Die Europäische Kommission will die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac mit bis zu 80 Millionen Euro bei der Entwicklung eines Mittels gegen das Coronavirus unterstützen. "Die EU hat deren Forschung früh unterstützt und wird nun wieder finanziell helfen", twitterte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag, nachdem sie und Forschungskommissarin Mariya Gabriel mit CureVac telefoniert hatten. Es gehe darum, so schnell wie möglich einen Impfstoff zu finden, "der der ganzen Welt hilft".

Merkel: Deutsche sollen keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland unternehmen

18:20 Uhr: Um das Coronavirus einzudämmen, sollen die Deutschen keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr unternehmen. Kanzlerin Angela Merkel kündigte am Montagabend in Berlin an, es solle keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr für Touristen geben. "Das beinhaltet und bringt mit sich auch, dass es keine Urlaubsreisen ins In- und auch keine ins Ausland geben soll."

18:09 Uhr: Angela Merkel äussert sich in einer Pressekonferenz zu den drastischen Massnahmen der Regierung. So richtig überraschend ist kaum eine der Äusserungen der Bundeskanzlerin. Die meisten Details waren ja schon im Laufe des Tages an die Öffentlichkeit gekommen.

Nun ist es aber endgültig Gewissheit: Das Leben in Deutschland beschränkt sich wegen der Coronakrise von nun an fast völlig auf die eigenen vier Wände.

Bund und Länder schränken mit drastischen Massnahmen das öffentliche Leben weiter ein, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Viele Geschäfte bleiben geschlossen und Gottesdienste sowie Freizeitaktivitäten werden verboten. "Natürlich wird es Kontrollen geben", betonte die Kanzlerin. Sie hoffe, "dass es ein gewisses Einsehen der Menschen gibt." Es sei beispielsweise sinnlos, eine Schule zu schliessen, wenn sich die gleichen Schüler dann woanders träfen.

Das wirtschaftliche Leben, die Energieversorgung und die medizinische Versorgung sollten aufrecht erhalten werden. Es gehe aber darum, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.

Apotheken verzeichnen Ansturm auf Arzneien

17:32 Uhr: Apotheken in Deutschland erleben angesichts der Angst vor dem Coronavirus einen Ansturm. "Die Nachfrage nach Arzneien und die Unsicherheit der Menschen ist hoch", sagte eine Sprecherin der Apothekervereinigung ABDA. Der Beratungsbedarf, etwa bei Desinfektionsmitteln, sei gross und zeitaufwendig.

Gekauft würden vor allem Erkältungsmedikamente wie Fieber-, Schmerz- und Schnupfenmittel. Bei solchen rezeptfreien Arzneien gebe es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel. "Die Apotheken haben sich vorbereitet und die Lagerbestände erhöht." Es gebe keinen Grund, Arzneimittel zu hamstern.

Schweiz ruft den Notstand aus

17:14 Uhr: Auch in der Schweiz wird das öffentliche Leben wegen der Coronavirus-Pandemie wie in Italien, Spanien und anderen Ländern auf Sparflamme zurückgefahren.

Ab Mitternacht bleiben fast alle Geschäfte und alle Lokale geschlossen, wie Präsidentin Simonetta Sommaruga am Montag in Bern mitteilte. Nur Geschäfte mit Angeboten für den täglichen Gebrauch sollen offen bleiben, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe und Banken.

"Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen", sagte Sommaruga. Vorher hatten bereits mehrere Kantone diesen Schritt vorweggenommen. Von einer Ausgehsperre sprach die Präsidentin nicht. Die Massnahmen gelten zunächst bis zum 19. April.

Mehr als 6600 Infizierte in Deutschland

16:54 Uhr: In Deutschland sind bislang mehr als 6600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit mehr als 2400, Bayern mit mehr als 1000 und Baden-Württemberg mit mehr als 900 Fällen. 16 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

Ursula von der Leyen schlägt Einreiseverbot vor

16:38 Uhr: Ein 30-tägiges Einreiseverbot für die EU hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen.

Damit könne die Verbreitung des Coronavirus am besten begrenzt werden, sagte von der Leyen am Montag in Brüssel.

Jetzt machen Bund und Länder so richtig ernst

16:09 Uhr: Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen in diversen Lebensbereichen die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland bremsen.

Der Deutschen Presse-Agentur liegt ein entsprechender Beschluss der Bundesregierung sowie der Regierungschefs der Länder vor.

Unter anderem sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18:00 Uhr schliessen und frühestens um 06:00 Uhr öffnen.

Zudem seien Regelungen zu erlassen, "dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können".

Auch Gottesdienste aller Religionen, Treffen in Vereinen und Busreisen sollen bis auf weiteres untersagt werden.

Darüber hinaus sollen neben öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spassbädern sowie Fitnessstudios auch Spielplätze für den Publikumsverkehr gesperrt werden.

Drastische Worte von DFL-Chef Christian Seifert

15:44 Uhr: Unabhängig vom Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Bundesligen sind Spiele mit Fans in dieser Saison höchst unwahrscheinlich. "Geisterspiele werden die einzige Überlebenschance sein", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fussball Liga, am Montag nach der DFL-Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main. "Es steht mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fussballspiele."

"Alle Klubs haben den Anspruch, in irgendeiner Art und Weise - solange rechtlich möglich und gesundheitlich vertretbar - die Saison regulär zu Ende kommen zu lassen", sagte Seifert. Geisterspiele seien dafür ein Mittel zum Zweck: "Wenn jemand sagt, Geisterspiele kommen nicht infrage, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir mit 18 oder 20 Profi-Clubs spielen", sagte der 50 Jahre alte DFL-Geschäftsführer. "Denn dann wird es keine 20 Profi-Klubs mehr geben."

Regierung schlägt Schliessung von Läden vor

15:31 Uhr: Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schliessung einer Vielzahl von Geschäften vor.

Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Coronakrise aus Regierungskreisen erfuhr. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Aus den Regierungskreisen hiess es, natürlich würden auch Supermärkte geöffnet bleiben. Es handele sich gerade nicht um einen sogenannten "Shutdown", bei dem alle Läden geschlossen würden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat der Kabinettsausschuss den Bundesländern eine neue Liste mit Empfehlungen zukommen lassen, die die sozialen Kontakte im öffentlichen Bereich auf ein Minimum reduzieren sollen.

Demnach sollen weiterhin Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen und Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons und der Grosshandel geöffnet bleiben.

Bundesligen pausieren bis mindestens 2. April

15:18 Uhr: Die Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens zum 2. April. Das wurde während der Mitgliederversammlung der 36 in der Deutschen Fussball Liga organisierten Profi-Klubs in Frankfurt/Main beschlossen.

"Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir nicht davon ausgehen, ab dem 3. April wieder zu spielen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. In der Woche ab dem 30. März wollen sich die Vereine erneut abstimmen.

Geisterspiele seien "in naher Zukunft die einzige Chance", äusserte Seifert zudem. "Deshalb bitte ich um Verständnis und Unterstützung, dass wir darüber nachdenken müssen." Es gebe "keinen Zweifel, dass die Eindämmung des Coronavirus Vorrang vor allem hat".

Italienische Forscher warnen Deutschland

14:59 Uhr: Italienische Wissenschaftler haben angesichts der heftigen Coronakrise in ihrem Land Deutschland aufgefordert, schneller und strikter als bisher zu reagieren. "Unterschätzen Sie nicht die Gefahr. Italien hat das eine Woche lang getan", sagte Roberto Burioni, einer der bekanntesten Virologen Italiens der Deutschen Presse-Agentur.

Einige hätten COVID-19 zu lange mit der normalen Grippe auf eine Stufe gestellt. Andere Länder in Europa sollten es unbedingt vermeiden, ähnliche Fehler wie Italien nach Bekanntwerden des Ausbruchs zu machen. Der Forscher ist Professor an der Universität Vita-Salute San Raffaele in Mailand.

"Deutschland braucht eine Vollbremsung, einen Lockdown, mindestens so, wie ihn Italien jetzt hat", forderte Stephan Ortner, Direktor des Forschungsinstituts Eurac Research in Bozen in Südtirol. "Wenn Deutschland das nicht sofort macht, bekommt man auch dort die Zahlen nicht mehr in den Griff", sagte er.

In Italien dürfen die Menschen ihre Wohnungen nur noch verlassen, um das Allernotwendigste zu erledigen. Fast alle Läden mit Ausnahme jene zur Versorgung sind zu, Bars und Restaurants ebenfalls. Italien hatte die Massnahmen allerdings in mehreren Schritten über längere Zeit gestreckt eingeführt.

"Halbherzige Massnahmen schaden jetzt mehr, als sie nützen. Je länger man mit der Ausgangssperre wartet, je mehr Leute werden dann, wenn sie kommt, schon infiziert sein und in Wohnungen weitere anstecken."

Niederländer hamstern Cannabis

14:28 Uhr: In der Coronakrise nicht ohne mein Gras: Nach diesem Motto haben in den Niederlanden viele Konsumenten angesichts der von der Regierung angekündigten Schliessung der Coffeeshops Cannabis gehamstert. Zu Dutzenden standen sie am Sonntag vor den Marihuana-Cafés an, um noch in letzter Minute Gras und Zubehör für die nächsten Wochen ergattern zu können.

Die Schlangen bildeten sich schon wenige Minuten, nachdem die niederländischen Gesundheits- und Bildungsminister am Sonntag in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die Schliessung von Schulen, Bars und anderen Geschäften angekündigt hatten.

Über 6200 Infizierte in Deutschland

14:07 Uhr: Stand jetzt sind in Deutschland mittlerweile 6236 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden oder aktuell noch infiziert.

Diese Zahl beruht auf Daten der Landesämter sowie Berechnungen von "ntv.de". Demnach gelten inzwischen 46 Personen als geheilt, 14 kamen im Zuge der Infektion ums Leben.

Erstes Corona-Todesopfer in Hamburg registriert

13:51 Uhr: Erstmals ist in Hamburg ein Todesfall infolge einer Infektion mit dem Coronavirus registriert worden. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag.

Der Mann sei bereits am Freitag gestorben, man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Zahl der Coronavirus-Todesfälle in NRW auf acht gestiegen

13:27 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle auf acht gestiegen. Nach den sechs bis Sonntagabend bekannten Fällen sind in der Nacht auf Montag im Kreis Heinsberg zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirusinfektion gestorben. Eine 94-jährige Heinsbergerin mit Vorerkrankungen sei an einer Lungenentzündung im Krankenhaus Heinsberg gestorben, berichtete der Kreis am Montag.

Im Krankenhaus Erkelenz verstarb eine 81-jährige Patientin aus Heinsberg, ebenfalls an einer Lungenentzündung durch eine Coronavirusinfektion. "Sie war ebenfalls durch Vorerkrankungen bereits gesundheitlich belastet", hiess es. Damit sind allein im Kreis Heinsberg insgesamt bereits sechs Coronatote zu beklagen. Ausserdem starb in Essen und in Düsseldorf jeweils eine infizierte Person.

Edeka Nord: Versorgung in Märkten weiterhin sichergestellt

13:05 Uhr: Die Belieferung der Supermärkte von Edeka Nord ist angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus weiterhin sichergestellt. Die Belieferung über die Logistikzentren könne weiterhin gewährleistet werden, sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage. Es gebe keine Veränderungen bei den Öffnungszeiten.

In einzelnen Märkten gebe es eine Begrenzung beim Kauf einzelner Produkte, damit die Ware möglichst vielen Kunden angeboten werden könne. 670 Supermärkte gehören nach eigenen Angaben zu Edeka Nord.

Opel-Mutter PSA schliesst alle Werke in Frankreich

12:55 Uhr: Der Mutterkonzern des Autobauers Opel, die französische PSA-Gruppe, schliesst wegen der Coronavirus-Pandemie in den kommenden Tagen alle Werke in Frankreich. Begonnen werde am Montagnachmittag mit dem Werk in Mülhausen im Elsass, sagte der Vertreter der Gewerkschaft CFTC, Franck Don, der Nachrichtenagentur AFP. Die anderen Fabriken würden folgen.

Die Gewerkschaft CFDT erklärte, sie habe die Geschäftsführung von PSA zu der Entscheidung gedrängt. Grund sei die "Panik" unter den Beschäftigten.

Auch der französische Autobauer Renault macht wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie vier Fabriken in Spanien vorerst dicht. Die Schliessung sei zunächst für Montag und Dienstag angeordnet, die weitere Entwicklung sei ungewiss. Grund für die Schliessung der Fabriken sei der fehlende Nachschub und der Schutz der Beschäftigten, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Spanien.

Zuvor hatten auch der US-italienische Autobauer Fiat Chrysler und der französische Reifenhersteller Michelin Werksschliessungen wegen der Corona-Krise angekündigt.

Spanien: Anstieg der Infektionszahlen verlangsamt sich

12:53 Uhr: Spanien hat innerhalb von 24 Stunden fast 1.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Damit verzeichnet das Land nun insgesamt 8.744 Infektionsfälle, wie die spanischen Behörden am Montag mitteilten. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach von 288 auf 297.

Allerdings hat sich der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamt. Von Samstag bis Sonntag waren binnen 24 Stunden noch 2.000 neue Infektionsfälle und rund hundert weitere Todesfälle gemeldet worden. Am stärksten betroffen ist mit mehr als 4.600 Infizierten die Region rund um die Hauptstadt Madrid.

Spanien ist das am zweitstärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa - nach Italien. Am Samstag hatte die Regierung in Madrid einen 14-tägigen Notstand ausgerufen und das Land fast vollständig unter Quarantäne gestellt. Die 46 Millionen Spanier dürfen das Haus nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder um lebensnotwendige Besorgungen zu machen.

Medizinerverbände fordern noch tiefergehende Einschnitte im öffentlichen Leben

12:43 Uhr: Angesichts der Coronakrise haben medizinische Fachverbände noch tiefgreifendere Einschränkungen im öffentlichen Leben gefordert. Die Absage von Veranstaltungen und die Schliessung von Schulen und Kindertagesstätten seien wichtige Schritte, reichten aber nicht aus, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin am Montag in Stuttgart. Nur eine rasche "Notbremsung" könne jetzt helfen, Leben zu retten.

"Den Anstieg der Fälle für die nächsten zwei Wochen lässt sich aktuell kaum mehr beeinflussen, aber rasche effektive Massnahmen können immer noch die Höhe der anrollenden Welle von Infektionen deutlich verringern", schrieben die Fachverbände. Sie forderten deshalb weitere Massnahmen wie die komplette Schliessung von gastronomischen Betrieben und nicht systemrelevanten Arbeitsstätten. Wie in anderen Ländern sollten zudem Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen unterbleiben.

Die Verbände verwiesen auf die rapide steigenden Infektions- und Erkrankungszahlen. In Deutschland wurden bis Sonntag laut Robert-Koch-Institut (RKI) 4.838 Infektionen und zwölf Todesfälle bestätigt. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität geht von mehr als 5.400 Coronainfektionen aus.

Bei ungebremster Fortsetzung des Trends und der aktuell verzeichneten Verdopplung der Fallzahlen etwa alle drei Tage werde es in Deutschland bis Ende dieser Woche etwa 20.000 Fälle geben, warnten die Fachverbände. Der Anteil der Todesfälle werde im weiteren Verlauf der Ausbreitung ansteigen.

Tausende Deutsche sitzen im Ausland fest

12:26 Uhr: Die Bundesregierung geht davon aus, dass mehrere tausend Deutsche wegen Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Vor allem in der Türkei, Marokko, Indonesien und den Philippinen haben Bundesbürger nach Angaben des Auswärtigen Amts Schwierigkeiten, nach Deutschland zurückzukehren. Man sei mit Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern im intensiven Gespräch, "um möglichst pragmatische und möglichst schnelle Lösungen" für eine Ausreise zu finden, sagte Sprecherin Maria Adebahr am Montag in Berlin.

In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Länder Flugverbindungen gekappt und Grenzen weitgehend geschlossen. Deswegen rät das Auswärtige Amt seit Sonntag grundsätzlich von Reisen ins Ausland ab - ein beispielloser Vorgang. "Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch", schrieb Aussenminister Heiko Maas (SPD) dazu auf Twitter.

Appell des RKI: Bitte keine "Corona-Partys"!

12:19 Uhr: Der Club hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin.

"Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Klubs geschlossen wurden." Er appellierte: "Bitte tun Sie das nicht. Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein."

Dem Institut wurden inzwischen mehr als 4.800 bestätigte Fälle von SARS-CoV-2 gemeldet. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern seien die Fallzahlen besonders hoch, sagte Schaade. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl seien aber auch andere Bundesländer stark betroffen: etwa die Stadtstaaten Hamburg und Berlin.

Über die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus behandelt werden, habe man keinen systematischen Überblick, so Schaade. Da die Zahlen weiter relativ stark anstiegen, sei es wichtig, die nun eingeleiteten Massnahmen konsequent umzusetzen.

Extrem gute Einschaltquoten für "Tagesschau" und Co.

12:04 Uhr: Das grosse Informationsbedürfnis der Bürger in der Corona-Krise schlägt sich in den Einschaltquoten für die Nachrichtensendungen nieder. 9,89 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,7 Prozent) schalteten am Sonntagabend um 20 Uhr die "Tagesschau" in der ARD ein.

Die "heute"-Sendung um 19 Uhr im ZDF erreichte 5,88 Millionen Menschen (19,8 Prozent), das "heute-journal" später 5,59 Millionen (17,9 Prozent). Bei "RTL aktuell" um 18.45 Uhr informierten sich 4,54 Millionen (16,2 Prozent). Die ARD-"Tagesthemen" kamen am späten Abend noch auf 4,92 Millionen Zuschauer (24,9 Prozent).

Rewe und Penny suchen dringend Mitarbeiter

11:49 Uhr: Wegen der hohen Nachfrage infolge der Coronavirus-Krise sucht die Handelskette Rewe mit Hochdruck neue Mitarbeiter. "Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben", sagte Rewe-Chef Lionel Souque am Montag. Der Konzern hofft nicht zuletzt auf Studenten, die wegen der Schliessung der Universitäten aktuell nichts zu tun haben.

Die Warenversorgung bei Rewe und der konzerneigenen Discount-Kette Penny sei trotz der hohen Nachfrage gesichert, betonte Souque. Der Konzern habe bereits in den vergangenen Tagen die Frequenz der Warenbelieferung erhöht. Die Menschen könnten sich darauf verlassen, ausreichend mit Lebensmitteln versorgt zu werden, versprach er. Falschmeldungen über Marktschliessungen bezeichnete der Rewe-Chef als "zynisch und widerwärtig".

Baden-Württemberg will den Flugverkehr einstellen

11:21 Uhr: Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne. Der Beschluss soll demnach im Lauf der Woche in Kraft treten.

Baden-Württemberg ist neben Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland. Bis zum Sonntag waren in Baden-Württemberg bei den Behörden 977 Infektionen bestätigt. Drei nachweislich infizierte Menschen sind bisher gestorben.

An den baden-württembergischen Grenzen zu Frankreich und zur Schweiz haben am Montagmorgen verschärfte Kontrollen begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Berufspendler und Fahrzeuge des Warenverkehrs dürfen weiter die Grenzen überqueren. Die Kontrolleure führen Befragungen durch und könnten bei Hinweisen auf eine Infektion oder auf Kontakt zu Infizierten - in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern - Reisende zurückweisen.

730 Freiwillige melden sich bei Sanitätsdienst

11:08 Uhr: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat auf seinen Aufruf an Reservisten wegen der Corona-Krise seit Freitag 730 Anfragen erhalten. "Davon können recht zeitnah 380 Reservistinnen und Reservisten beim Sanitätsdienst der Bundeswehr eingesetzt werden", sagte ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Es habe sich auch Fachpersonal gemeldet, das vorher nicht in der Bundeswehr gearbeitet habe. Diese Interessenten seien an zivile Hilfsorganisationen, wie das DRK, die Johanniter oder die Malteser verwiesen worden.

Um Reservisten kurzfristig für den Dienst in sogenannten stationären Gesundheitseinrichtungen der Bundeswehr zu gewinnen, hat der Sanitätsdienst eine Hotline unter der Nummer 0261 896 32444 eingerichtet. Gesucht werden militärisch ausgebildete Pflegefachkräfte, Krankenpfleger, Notfallsanitäter, Laborassistenten und pharmazeutisch-technische Assistenten.

Schwarzenegger: "Werden das gemeinsam durchstehen"

10:57 Uhr: Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger (72) hat seine Fans dazu ermuntert, während der Corona-Pandemie die eigenen vier Wände nicht zu verlassen. "Bleibt so viel wie möglich zu Hause. Hört auf die Experten, ignoriert die Idioten", schrieb der Schauspieler am Montag auf Twitter und sendete eine optimistische Botschaft: "Wir werden das gemeinsam durchstehen."

Unter dem Tweet verlinkte Schwarzenegger ein Video von sich, einem Zwergpony und einem Esel, um zu zeigen, dass er mit gutem Beispiel vorangeht.

"Wir gehen nicht raus, wir gehen nicht in Restaurants, wir tun hier nichts mehr dergleichen. Wir essen bloss und haben eine gute Zeit", sagt der 72-Jährige, während er die Tiere füttert.

10:47 Uhr: Noch ein Nachtrag zur Pressekonferenz von CSU-Chef Söder: Zusätzlich zum bereits erwähnten Ausrufen des Katastrophenfalls in Bayern und der Bereitstellung von zehn Milliarden Euro Sondervermögen (siehe 10:15 Uhr) wird auch die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse zeitlich begrenzt für zunächst ein Jahr ausser Kraft gesetzt.

Alle wichtigen Infos zu den aktuellen Massnahmen rund um den Katastrophenfall in Bayern haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Tschechien riegelt 21 Städte und Dörfer ab

10:35 Uhr: Die tschechische Polizei hat 21 Städte und Dörfer im Osten des Landes abgeriegelt. Betroffen sind unter anderem Litovel (Littau) mit knapp 10.000 und Unicov (Mährisch Neustadt) mit rund 11.400 Einwohnern. Die Einwohner dürfen die Orte nicht mehr verlassen, von aussen darf niemand hinein.

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten werde aber sichergestellt, teilten Gemeindevertreter mit. In der Gegend, die rund 200 Kilometer östlich von Prag liegt, gibt es 25 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Bayern stellt für Coronakrise zehn Milliarden Euro bereit

10:15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Montagmorgen wie erwartet ab sofort und für 14 Tage den Katastrophenfall für den Freistaat ausgerufen.

Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Coronakrise stellt Bayern zudem bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. "Wir lassen niemanden allein", sagte Söder am Montag in München.

Gastro-Beschäftigte in die Landwirtschaft?

9:38 Uhr: Beschäftigte der Gastronomie könnten nach Ansicht von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft aushelfen.

Denn einerseits kämen wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Europa viele Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland nicht mehr nach Deutschland, wie Klöckner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte. Andererseits blieben den Restaurants und Kneipen in Deutschland die Gäste aus.

"Ob diejenigen Mitarbeiter, die in der Gastronomie leider immer weniger zu tun haben, in der Landwirtschaft einspringen können und möchten - auch so etwas müssen wir überlegen", so Klöckner.

Deutscher Aktienindex weiter im freien Fall

9:21 Uhr: Als Folge der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise ist der deutsche Aktienindex Dax am Montag unter die Marke von 9.000 Punkten gefallen. Kurz nach Handelsbeginn fiel das Börsenbarometer auf 8.715 Punkte. Das war ein Minus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Schlussstand vom Freitag und zugleich der tiefste Stand seit Februar 2016.

Erst am Donnerstag hatte der Dax mit dem zweitgrössten prozentualen Tagesverlust in seiner gut dreissigjährigen Geschichte unter der Marke von 10.000 Zählern geschlossen. Auf Wochensicht ergab sich ein Minus von rund 20 Prozent.

Am Montagmorgen waren bereits die Kurse in Asien weiter abgerutscht. Der japanische Leitindex Nikkei-225 verlor gut 2,5 Prozent auf 17.002 Punkte. In China ging es für den CSI mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen um 4,3 Prozent auf 3.727,84 Zähler nach unten.

Fälle in der Türkei verdreifachen sich

9:09 Uhr: In der Türkei haben sich die bestätigten Coronavirus-Fälle verdreifacht. Man habe 18 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, teilte der Gesundheitsminister Fahrettin Koca in der Nacht zu Montag mit. Bislang hatte die Türkei sechs Erkrankungen gemeldet.

Zwei der neuen Fälle stünden in Verbindung mit dem ersten gemeldeten Patienten von vergangenem Mittwoch. Sieben seien von Europareisen zurückgekehrt, drei aus den USA.

Die Türkei verschärfte ihre Massnahmen aus Sorge wegen der Ausbreitung des Virus. Auch Flüge aus Deutschland und acht weiteren europäischen Ländern werden nun gestoppt, nachdem die Flüge in die betreffenden Länder zuvor bis zum 17. April ausgesetzt worden waren.

Zudem schliessen auf Anordnung des Innenministeriums alle Bars und Clubs in der Türkei. Auch Schulen und Universitäten sind dicht.

Institut forscht mit Tieren am Coronavirus

8:24 Uhr: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald hat mit Tierversuchen zur Erforschung des Coronavirus Sars-CoV-2 begonnen. Ausgewählt wurden dafür Schweine, Hühner, Frettchen und Nilflughunde, eine Fledermausart, wie FLI-Präsident Thomas Mettenleiter der Deutschen Presse-Agentur sagte. Diese Versuche seien derzeit das dringlichste Forschungsvorhaben auf der Insel Riems. "Es ist wichtig zu wissen, ob wir durch das Virus auch Schwierigkeiten in der Nutztierhaltung bekommen könnten", erklärte der Wissenschaftler. Mit Ergebnissen wird frühestens Ende April gerechnet. "Wasserstandsmeldungen" gebe er nicht, sagte er.

New York und Los Angeles schliessen Bars und Restaurants

7:41 Uhr: Nach zahlreichen Städten in Europa schränken auch US-Städte das Sozialleben ihrer Bürger weiter ein. In New York sollen Bars, Restaurants und Cafés vorerst weitgehend geschlossen bleiben, kündigten die Behörden am Sonntag an. Ähnliche Massnahme verkündete auch der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti.

Nur Lieferdienste sowie Speisen und Getränke zum Mitnehmen seien weiter verfügbar. Ab 9:00 Uhr am Dienstagmorgen (14.00 Uhr MEZ) müssten zudem Nachtclubs, Kinos und andere Veranstaltungsorte schliessen, hiess es.

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, schrieb Bürgermeister Bill de Blasio auf Twitter. "Aber unsere Stadt ist bedroht wie nie zuvor, und wir müssen mit einer Kriegsmentalität darauf reagieren", so de Blasio weiter.

Schleswig-Holstein riegelt Inseln für Touristen ab

7:02 Uhr: Schleswig-Holstein hat seit 6:00 Uhr am Montag alle schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeinseln sowie die Halligen in der Nordsee für Touristen gesperrt. Das bestätigten die zuständigen Polizeileitstellen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte bei der Bekanntgabe der Entscheidung nach einer Kabinettssitzung am Sonntag Urlauber aufgefordert, den Heimweg anzutreten. Mögliche Schleswig-Holstein-Urlauber sollten Reisen in den Norden vorläufig unterlassen.

Zu den vom Touristenstopp betroffenen Nordseeinseln gehören Sylt, Amrum und Föhr, die Halbinsel Nordstrand sowie die Halligen Hooge und Langeness. In der Ostsee ist die beliebte Ferieninsel Fehmarn für Touristen bis auf weiteres gesperrt.

Steinmeier: "Werden das Virus besiegen"

5:10 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland zu Besonnenheit und Rücksichtnahme im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. "Wir werden das Virus besiegen", sagte das Staatsoberhaupt dem Nachrichtenportal "t-online". "Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln."

Es sei nun vor allem wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Drastische und sofortige Einschnitte in unser tägliches Leben, unseren Berufsalltag sind dafür notwendig, auf alte Gewohnheiten wie Umarmungen, den Begrüssungskuss, das Händeschütteln, müssen wir eine Zeitlang verzichten", so Steinmeier. "Unsere Selbstbeschränkung heute kann morgen Leben retten." Er forderte, alle zielführenden Optionen "ohne Denkverbote" zu prüfen und gegebenfalls umzusetzen.

Ärzte fordern Zeltstationen vor Kliniken für Tests

5:00 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich angesichts der Coronavirus-Krise für die Einrichtung von Zeltstationen vor den Kliniken ausgesprochen. "Wir sollten Zeltstationen vor den Kliniken einrichten, in denen getestet wird, ob es sich um Corona-Patienten handelt oder nicht. So lässt sich die Übertragung auf anders Erkrankte besser verhindern", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Montag). Das müsse jetzt geschehen, bevor uns die grosse Welle erreiche, sagte Reinhardt. Darüber sei man mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Austausch. In Kürze solle darüber bei einem Krisentreffen beraten werden.

Reinhardt sprach sich auch dafür aus, Ärzte im Ruhestand zu aktivieren und Medizinstudenten als Helfer einzusetzen. "Wenn Kollegen helfen wollen, die sich fit fühlen und rüstig sind, ist das eine gute Sache", sagte er. Auch Studenten könnten mit eingesetzt werden. "Jede unterstützende Kraft ist jetzt hilfreich. Das ist eine Ausnahmesituation, die auch für uns neu ist", erklärte Reinhardt.

Coronavirus lässt Chinas Wirtschaft einbrechen

4:51 Uhr: Der Kampf gegen das Coronavirus hat der chinesischen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzt. Das Pekinger Statistikamt veröffentlichte am Montag eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten, die teilweise einen nie dagewesenen Einbruch verzeichneten.

So ging die Industrieproduktion im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten beiden Monaten des Vorjahres um 13,5 Prozent zurück - der stärkste bislang gemessene Einbruch. Mit einem Minus von 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte auch der Umsatz im Einzelhandel deutlich ab. Die Anlageinvestitionen brachen um 24,5 Prozent ein, wie das Statistikamt weiter berichtete.

Weiter rückläufige Zahlen in Südkorea

4:08 Uhr: Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ist weiter zurückgegangen. Doch äusserten die Gesundheitsbehörden am Montag angesichts der raschen Ausbreitung des Coronavirus weltweit ihre zunehmende Sorge, dass infizierte Menschen aus dem Ausland einreisen könnten. Auch lokale Häufungen von Infektionen im Land selbst stellen demnach weiter ein erhöhtes Risiko dar.

Am Sonntag wurden den offiziellen Angaben zufolge 74 Neuinfektionen festgestellt. Schon am Samstag war die Zahl zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurückgegangen. Die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle stieg auf 8236. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus lag weiterhin bei 75.

Coronavirus: 16 neue Fälle in China - Angst vor "Importen"

2:51 Uhr: Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in China laut offizieller Zahlen auf niedrigem Niveau. Jedoch steigt die Sorge vor Erkrankten, die aus dem Ausland einreisen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, gab es landesweit 14 weitere Todesfälle und 16 neue Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19. Dabei handelte es sich in zwölf Fällen um Menschen, die nach ihrer Einreise nach China diagnostiziert und somit in der offiziellen Statistik als "importierte Fälle" geführt werden.

Die Hauptstadt Peking verschärfte ihre Quarantänemassnahmen für Reisende aus anderen Staaten. Seit Montag müssen alle Passagiere, die aus dem Ausland am internationalen Flughafen ankommen, für zwei Wochen zur Beobachtung in Quarantänezentren. Zuvor war auch eine Quarantäne in Hotels oder Zuhause möglich.

Biden bei TV-Debatte: Coronavirus-Krise ist wie Krieg

2:31 Uhr: Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden sieht die Vereinigten Staaten angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in einer schweren Krise. "Wir sind im Krieg mit dem Virus", sagte der Ex-US-Vizepräsident bei einer TV-Debatte mit seinem parteiinternen Konkurrenten, dem linken Senator Bernie Sanders. "Dies ist wie ein Krieg. Das ist, als würden wir aus dem Ausland angegriffen." Die Krise müsse jetzt und hier gelöst werden. Revolutionäre Ideen hälfen nicht weiter, sagte Biden mit Blick auf Sanders' Agenda. Die Menschen wollten sofort Resultate, nicht erst in mehreren Jahren.

Auch Sanders mahnte mit Blick auf das Coronavirus: "Dies ist eindeutig ein nationaler Notstand." Das Land als Ganzes müsse kraftvoll auf diese Krise reagieren. Man müsse aber auch die Umstände verstehen, die diese Krise verschärften, und darüber reden, wo das Land hinsteuere. Die aktuelle Pandemie offenbare die "unglaubliche Schwäche und Dysfunktionalität" des US-Gesundheitssystems. Das Land gebe deutlich mehr für die Gesundheitsversorgung aus als andere Staaten, und dennoch gebe es nicht genug Ärzte, überhöhte Medikamentenpreise und viele Menschen ohne Krankenversicherung. "Wir sind ganz eindeutig nicht vorbereitet", beklagte Sanders. "Diese Krise macht eine ohnehin schlechte Situation noch schlimmer."

Tui setzt Reiseaktivitäten weitgehend aus

0:33 Uhr: Der Touristikkonzern Tui setzt wegen der Coronavirus-Krise den grössten Teil seiner Reiseaktivitäten aus. Eine Prognose der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr traut sich das Management angesichts der Belastungen nicht mehr zu, weshalb der Ausblick von Mitte Februar laut einer Mitteilung aus der Nacht zum Montag zurückgezogen wurde. "In dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld bleiben die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt von höchster Wichtigkeit. Deshalb hat der TUI Konzern (...) beschlossen, den grössten Teil aller Reiseaktivitäten, einschliesslich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb, bis auf weiteres auszusetzen", hiess es.

Um die Folgen der Krise auf das Jahresergebnis zu mildern, sollen die Kosten nun deutlich gesenkt werden. Zudem will der Konzern Staatsgarantien zur Unterstützung beantragen, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Trump ruft Amerikaner zum Stopp von Panikkäufen auf

0:25 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner dazu aufgerufen, Panikkäufe wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Trump sagte am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus nach einer Telefonschalte mit Chefs grosser Handelsketten an die Adresse der US-Bürger: "Sie müssen nicht so viel kaufen. Nur keine Hektik, entspannen Sie sich einfach." Seine Gesprächspartner hätten ihm zugesagt, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Sie würden ihre Läden während der Krise offenhalten.

Trump sagte, die Menschen kauften derzeit "drei bis fünf Mal so viel, wie sie normalerweise einkaufen würden". Als Reaktion darauf würden Supermärkte ihre Lager deswegen in einem Ausmass auffüllen, das jenes für das Weihnachtsgeschäft übersteigen werde. Trump betonte: "Es gibt für niemandem im Land die Notwendigkeit, Grundnahrungsmittel zu horten." Seine Gesprächspartner hätten ihn gebeten, den Amerikanern auszurichten, dass sie "bitte ein bisschen weniger kaufen" sollten.

In den USA gibt es - wie auch in anderen von dem Virus betroffenen Ländern - einen Run auf Klopapier, Desinfektionsmittel, haltbare Lebensmittel wie Nudeln sowie Wasser. Vor manchen Supermärkten bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen. Einige Läden begrenzen den Verkauf von Waren, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus besonders gefragt sind, auf eine bestimmte Stückzahl.

Mit Material der dpa und der AFP