Das Coronavirus hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im News-Blog.

Alle Meldungen vom Sonntag, 5. April: Britischer Premierminister im Krankenhaus

22:37 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat", hiess es in einer Mitteilung der Regierung.

Mehr als 95.900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1.400 Tote

20:38 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagabend mehr als 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 91.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.415 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.316). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20.500 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 115,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Österreichische Regierung verkündet Fahrplan für Zeit nach Ostern

19:20 Uhr: Die österreichische Bundesregierung wird am Montag die Menschen über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus informieren. Es wird erwartet, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und weitere Mitglieder des Kabinetts bei einer Pressekonferenz um 11.00 Uhr erste Lockerungen der drastischen Anti-Corona-Massnahmen ab dem 14. April verkünden.

Kurz hatte im Verlauf des Wochenendes mehreren Medien Interviews gegeben. Dabei machte er deutlich, dass vor allem der Handel schon bald auf Lockerungen hoffen kann. Grosse Veranstaltungen werden dagegen wohl erst deutlich später wieder möglich sein. Kurz betonte, dass der Weg zurück zur Normalität schrittweise erfolgen müsse

Italien: Zahl der täglichen Todesopfer erneut gesunken

18:50 Uhr: In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15 887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128 948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet.

Mehr als 94.900 Corona-Nachweise in Deutschland

18.40 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag mindestens 94 927 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: über 89 300 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1384 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 1103). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Ministerium: Sommersemester in Bayern beginnt mit Online-Vorlesungen

17:46 Uhr: Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus beginnt das Sommersemester an den Hochschulen in Bayern zunächst mit Online-Vorlesungen. "Wir starten den Lehrbetrieb für alle Studentinnen und Studenten am 20. April komplett digital", sagte Landeswissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Sonntag.

Der Gesundheitsschutz habe oberste Priorität. Ob man im Laufe des Sommers nach und nach zur Präsenzlehre zurückkehren könne, sei noch nicht absehbar. Der digitale Vorlesungsbetrieb verlange ein hohes Mass an Flexibilität. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir alle diese Bewährungsprobe bestehen werden", sagte Sibler. Mit Blick auf die Prüfungen zum Ende des Semesters arbeiteten die Hochschulen an praktikablen Lösungen.

Verwirrung um Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern

17:14 Uhr: Das Zentralregister für Intensivbetten hat am Sonntag Angaben widersprochen, wonach es mittlerweile fast 40.000 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern gebe. "Wir können diese Zahl in keinster Weise bestätigen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, die das Zentralregister betreibt, dem "Handelsblatt". Damit korrigierte sie Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) von vor wenigen Tagen.

DKG-Präsident Gerald Gass hatte gesagt, er schätze, dass knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung stehen - von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei seien.

Nach den täglichen Meldungen der Krankenhäuser an das Zentralregister gab es aber am Freitagnachmittag nur 13.346 mit allen Arten von Intensivpatienten belegte Betten. 10.074 weitere waren frei. Das wären zusammen nicht einmal die 28.000, die laut amtlicher Statistik schon vor der Coronakrise zur Verfügung standen.

Und auch davon "musste man schon rund zehn Prozent abziehen, die wegen Personalmangel nicht benutzt werden konnten", sagte die Sprecherin dem "Handelsblatt". "In der Kinder-Intensivmedizin waren es sogar 20 Prozent".

Von den 13.346 belegten Intensivbetten dienten demnach aktuell lediglich 2.680 der Behandlung von Corona-Patienten. Von diesen müssten 83 Prozent beatmet werden.

Kirche in Seoul hält Drive-in-Gottesdienst ab

16:44 Uhr: Einige Kirchen in Südkorea finden wegen der Verbreitung des Coronavirus neue Wege, um ihre Gottesdienste abzuhalten. Während zahlreiche Sonntagsmessen als Vorkehrung gegen Ansteckungen mit dem SARS-CoV-2-Erreger online angeboten werden, entschied sich unter anderen die Seoul-City-Church zu Drive-In-Gottesdiensten für die Gläubigen. Die Teilnehmer sitzen und beten dabei in ihren Autos. Etwa 150 Fahrzeuge standen während des Gottesdienstes auf einem Parkplatz.

Auch an anderen Orten finden solche Drive-In-Gottesdienste als Alternative zu den Online-Feiern von Kirchen statt. Zahlreiche Kirche gerieten in den vergangenen Wochen in die Kritik, weil sie trotz der von den Behörden angeführten Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte ihre Gottesdienste weiter in den Kirchengebäuden durchführten.

Grünen-Fraktion: Ausgangskontrollen nicht übertreiben

16:03 Uhr: Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, warnt vor überzogenen Kontrollen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen durch die Polizei. "Die Umsetzung der Massnahmen treibt mancherorts merkwürdige Blüten, beispielsweise wenn Parkbesucher nach Hause gefahren werden, damit die Ordnungskräfte dort mit Türschildabgleich feststellen können, ob die Eingesammelten tatsächlich im selben Haushalt leben oder gegen das Kontaktverbot verstossen haben", schreibt sie in einem Positionspapier, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag) vorliegt.

Solche Vorfälle seien derzeit die grosse Ausnahme, betonte sie. Dennoch sei ein klarer Handlungsrahmen für Polizei und Ordnungsämter in der Coronakrise wichtig. "Dabei darf nicht der leiseste Zweifel daran aufkommen, dass es ausschliesslich darum geht, überlebensnotwendigen Infektionsschutz zu gewährleisten, und nicht darum, nach und nach ein neues beziehungsweise eigentlich doch längst überkommenes Verständnis von Obrigkeit zu etablieren", erklärte Mihalic. "Das wäre grob missbräuchlich und würde im Übrigen auch die Akzeptanz der dringend notwendigen Regeln schwächen."

Bürgermeister von Robbio will alle Einwohner testen lassen

15:30 Uhr: Um wieder zur Normalität zurückkehren zu können, will der Bürgermeister von Robbio alle Bewohner der italienischen Kleinstadt auf das Coronavirus testen lassen. "Wir können die Situation niemals verbessern, ohne die Gesunden von den Kranken zu trennen", sagte Roberto Francese der Nachrichtenagentur AFP. "Dafür braucht es die Bluttests." Der Bürgermeister will, dass die Ausgangssperre beendet wird und die 6.000 Einwohner der Stadt in der Lombardei wieder arbeiten können.

Das öffentliche Leben im besonders von der Pandemie betroffenen Italien ist weitgehend lahmgelegt. Noch ist unklar, wie die Beschränkungen aufgehoben werden könnten, ohne dass es zu einer zweiten Infektionswelle kommt.

Die Verwaltung von Robbio ist der Ansicht, dass Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, Antikörper entwickeln und immun sind. Allerdings ist dies wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 65.000 Coronavirus-Tote

14:32 Uhr: Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65.000 Menschen infolge der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit SARS-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach 15.000 Corona-Infizierte, in Spanien 12.000 und in den USA 8.500.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit COVID-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben rund 25,5 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland waren es dagegen 1,7 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China 0,24.

Tokio mit Rekord an neuen Coronafällen

13:55 Uhr: In Tokio sind am Sonntag weitere 143 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Am Vortag waren 118 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden und damit erstmals mehr als 100 Menschen innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 1.000 Infektionsfälle. Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, so lokale Medien. Wegen des weltweit grassierenden Erregers waren kürzlich die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Bis Samstagabend (Ortszeit) befanden sich 817 infizierte Menschen in Tokioter Krankenhäusern. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bislang rund 900 Betten für Coronavirus-Patienten reserviert. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike erklärte, man werde voraussichtlich an diesem Montag zusätzlich weitere 100 Betten bereitstellen. Es gibt allerdings Zweifel, ob die Behörden bezüglich der Sicherstellung von Klinikbetten mit dem rasanten Anstieg der Fälle mithalten können.

Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern

12:52 Uhr: Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiss (CDU) am Sonntag. "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

Bareiss betonte: "Natürlich müssen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen können, wenn sie den Gutschein nicht einlösen und keine Reise antreten." Deshalb würden die Wertscheine zeitlich begrenzt. "Und für all diejenigen, die es besonders hart trifft und ihr Geld schnell selbst brauchen, wird es eine Härtefallregelung geben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

Höchste Zahl mit Infizieren liegt noch vor uns

12:35 Uhr: Rund 100.000 Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings liege höchste Zahl liegt noch vor uns, vermutet Kanzleramtschef Helge Braun. Deshalb müsse die Wirtschaft aktuell zurückstecken. "Die Vorstellung, dass wir in Deutschland vielleicht bald manche Kranke nicht mehr versorgen können, weil die Zahl der Infektionen hochschiesst, ist so schwerwiegend, dass ich sage: Das Wichtigste ist zunächst, dass wir das vermeiden. Dahinter steht die Wirtschaft erst mal einen grossen Schritt zurück", sagte Braun zur FASZ.

Virtuelles Gedenken an Befreiung von KZ Buchenwald

12:11 Uhr: Mit einem virtuellen Gedenken soll am nächsten Wochenende an den 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora in Thüringen gedacht werden. Am 11. April - dem historischen Tag der Befreiung - werde eine entsprechende Webseite freigeschaltet, sagte der Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar Lüttgenau. Dort seien dann Statements von Überlebenden und Personen des öffentlichen Lebens zu finden. Auch eine Thüringer Erklärung solle es geben. Nähere Angaben dazu machte der Sprecher aber noch nicht.

Ursprünglich war die zentrale Gedenkfeier an diesem Sonntag geplant. Sie musste wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Am 11. April würden dann zum Gedenken auch Kränze abgelegt - allerdings ohne Publikum.

500 Euro Bonus für alle Pflegekräfte in Bayern

11:32 Uhr: Für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise will die Staatsregierung allen Pflegekräften in Bayern eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir in Bayern reden nicht nur darüber - wir machen das. Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag".

Den Bonus sollen nach Angaben eines Regierungssprechers alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252.000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro. "Vorläufig" sollen die 500 Euro einmalig gezahlt werden, hiess es. Je nachdem, wie lange der Kampf gegen das Coronavirus dauert, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es später weitere Zahlungen gibt.

Mehr als 91.300 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1.300 Tote

10:49 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91.384 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10:30 Uhr: 85.559 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.318 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10:30 Uhr: 1.154). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,9.

Hausangestellte wegen Corona weg: Haushaltsvideos für reiche Inder

10:02 Uhr: Normalerweise erledigen sich lästige Arbeiten in vielen indischen Mittel- und Oberschichtshaushalten wie von selbst. Bodenputzen, Möbel abstauben, Geschirrspülen, Wäsche waschen, Lebensmittel kaufen, Essen kochen und Kinder betreuen - darum kümmern sich oft Hausangestellte. Aber in Corona-Zeiten ist das anders - denn auch die Hausangestellten müssen gerade zu Hause bleiben, ausser sie leben im Anwesen ihrer Arbeitgeber. In Indien gilt eine strenge dreiwöchige Ausgangssperre. So sprangen Bollywood-Stars in die Bresche - und stellen Tipps und Tutorialvideos ins Netz - wohl um privilegierteren Indern bei den ungewohnten Aufgaben zu helfen.

Die beliebte Bollywood-Schauspielerin Katrina Kaif etwa zog sich eine Schürze um und spülte Geschirr: "Ich dachte ich mache ein kurzes Auffrischungsvideo für diejenigen von uns, die das vergessen haben", sagte die 36-Jährige und lachte. Dann erklärte sie den Zuschauern ihre Strategie zum wassersparenden Spülen: Zuerst das Spülbecken mit Wasser füllen, alles Geschirr einzeln mit dem Schwamm schrubben, zur Seite legen und anschliessend alles mit Wasser abspülen. Mehr als sechs Millionen Menschen haben sich das Video angeschaut, das Kaif vergangene Woche auf Instagram geladen hatte. In einem anderen Video wischt sie den Boden und schrieb dazu: "Übrigens ist das eine echt gute Trainingsübung." Mehr als sieben Millionen Leute klickten das an.

Flüchtlingslager nahe Athen in Quarantäne

09:35 Uhr: Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat der griechische Coronavirus-Krisenstab ein Flüchtlingslager nahe Athen für 14 Tage wegen einer Coronavirus-Infektion unter Quarantäne gestellt. Es handelt sich um das Camp von Malakasa rund 45 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt, wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) am Sonntagmorgen berichtete. Dort leben etwa 1.800 Menschen. Demnach wurde ein 53 Jahre alter Afghane positiv auf das Virus getestet.

Familienministerin: Gartenpartys nach der Krise planen

07:45 Uhr: Eine Woche vor Ostern hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey trotz aller Einschränkungen beim traditionellen Familienfest die Menschen zu Zuversicht aufgerufen. "Familienfeiern oder Gartenpartys gehen gerade nicht. Wir sollten sie aber planen für die Zeit nach der Krise und uns darauf freuen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf die Osterfeiertage sagte sie: "Jede Familie hat eine Verantwortung – für sich und andere. Gerade wenn jemand geschwächt oder krank ist, dann kann man zu dem nicht einfach hinfahren. Ich finde, an der Stelle muss man vernünftig sein und lieber alleine bleiben."

Wichtig sei es, jetzt Nähe und Kontakt zu halten, auch wenn man sich persönlich nicht treffen könne. "Auch diese Zeit geht vorbei. Sie wird vorbeigehen, und wir werden da durchkommen." Den Menschen in Deutschland gehe es verglichen mit der Lage in anderen Ländern immer noch verhältnismässig gut. Die aktuelle Krise wird aus Sicht der Familienministerin dazu führen, dass Gesundheit, Freiheit "und die Möglichkeiten, die wir haben" noch mehr geschätzt würden. "Die Möglichkeit, mit Freunden schöne Dinge zu erleben. Die Menschen, die einem lieb sind zu umarmen, zusammen zu feiern. Das sind alles keine Selbstverständlichkeiten und dafür wieder ein echtes Bewusstsein zu haben, das können wir aus dieser Krise mitnehmen."

Deutsche Bahn in Coronakrise pünktlicher

06:30 Uhr: Bei der Deutschen Bahn sind 82,4 Prozent aller Fernzüge im März pünktlich ans Ziel gekommen. Das waren 4,1 Prozentpunkte mehr als noch im März des Vorjahres und 3,1 Punkte mehr als im Februar, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Allerdings waren aufgrund der Coronakrise die Fahrgastzahl und die Taktung der Züge deutlich niedriger als sonst. Ein wichtiger Grund für Verspätungen - das Aus- und Einsteigen der Reisenden an vollen Bahnsteigen - fiel damit weg.

Zur genauen Auslastung machte die Bahn keine Angaben. Allerdings seien Anfang April nur rund drei Viertel der Fernverkehrszüge im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher mit.

Ein Zug gilt als verspätet, wenn er sechs Minuten oder mehr nach der planmässigen Zeit am Ziel ankommt. Für das laufende Jahr will der Konzern eine Pünktlichkeitsquote von 78 Prozent erreichen. Hatte der Konzern im vergangenen Jahr sein selbstgestecktes Ziel von damals 76,5 Prozent noch knapp verfehlt, verbesserte sich die Pünktlichkeit im Januar deutlich. Rund 84,3 Prozent der Züge kamen zum Jahresauftakt pünktlich. Im Februar drückten mehrere Sturmtiefs die Quote dann auf knapp unter 80 Prozent.

Queen beschwört britische Selbstdisziplin in Coronakrise

06:05 Uhr: Königin Elizabeth II. (93) ruft die Briten dazu auf, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. "Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind", wird die Queen am Sonntagabend in einer Ansprache an das britische Volk und den Commonwealth sagen. Das geht aus Rede-Auszügen hervor, die vorab vom Buckingham-Palast veröffentlicht wurden. Die Ansprache gilt als Zeichen, dass die Regierung zunehmend über die rasch wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit COVID-19 beunruhigt ist.

Maas ruft zur Einhaltung des Kontaktverbots über Ostern auf

05:05 Uhr: Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Todeszahlen der Corona-Pandemie hat Bundesaussenminister Heiko Maas eindringlich dazu aufgerufen, das in Deutschland geltende Kontaktverbot einzuhalten. "Ein Blick über unsere Grenzen zeigt noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich der Corona-Virus ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen: "Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am Mittwoch dazu aufgerufen, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Maas zeigte sich beeindruckt, wie konsequent sich die grosse Mehrheit der Menschen in Deutschland bisher an die Regeln zur Kontaktvermeidung halte. "Das zeigt auch, wie gross der Gemeinsinn und die Solidarität in unserem Land sind. Genau darauf müssen wir aufbauen, um so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen."

Trump schwört USA wegen Corona-Toten auf harte Zeiten ein

00:36 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump.

Das Coronavirus hat sich in den USA zuletzt rasant ausgebreitet. Allein am Samstag kamen Daten der Universität Johns Hopkins zufolge erneut mehr als 1.000 Menschen infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung COVID-19 ums Leben. Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies am Samstag erneut auf eine Modellrechnung, wonach die Opferzahlen noch bis Mitte April auf rund 2.600 Tote pro Tag ansteigen könnten.

Alle Meldungen vom Samstag, 4. April:

Airbus liefert Millionen Schutzmasken

22:58 Uhr: Im Rahmen seiner speziell für die Corona-Krise eingerichteten "Airbus-Luftbrücke" hat der europäische Flugzeugbauer erneut tausende von Schutzmasken aus China nach Europa gebracht. Die am Vortag in Toulouse in Richtung Tianjin zum Testflug gestartete Maschine vom Typ A350-1000 sei am Samstagabend mit rund vier Millionen Gesichtsmasken an Bord in Hamburg gelandet, teilte der Luftfahrtkonzern mit. Ein Teil der Masken bleibe in Deutschland, der Rest werde nach Toulouse geflogen zur weiteren Verteilung an Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen in den Airbus-Heimatländern Spanien, Frankreich und Grossbritannien.

In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen bereits mehrere Flüge zwischen Europa und China organisiert, um zahlreiche europäische Krankenhäuser mit rund sechs Millionen Masken auszurüsten, hiess es.

Italien: Zahl der Toten erstmals gesunken

21:10 Uhr: In Italien sind erstmals seit neun Tagen innerhalb von 24 Stunden weniger als 700 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Am Samstag zählte der Zivilschutz 681 neue Opfer der Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt hat das Land nun 15.362 Tote zu beklagen. "Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter", sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri und warnte: "Aber wir sollten vermeiden zu glauben, dass wir gewinnen, dass wir unseren Gegner in die Enge getrieben haben."

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Samstag um rund vier Prozent auf 124.632. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Erstmals gesunken ist die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Patienten um 74 auf 3.994.

Grossbritannien: Kind stirbt an COVID-19

19:48 Uhr: Ein fünfjähriges Kind mit Vorerkrankungen ist in Grossbritannien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte der britische Staatsminister Michael Gove am Samstag bei einer Pressekonferenz in London mit. Es soll sich Medienberichten zufolge um das bisher jüngste Opfer der Corona-Pandemie in Grossbritannien handeln. Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bislang höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben bislang in britischen Krankenhäusern 4313 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

New York steuert auf Gipfelpunkt zu

18:30 Uhr: In der Corona-Krise steuert New York nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo auf den Zenit zu. Auf Basis verschiedener Projektionen erwarte er dies in etwa einer Woche, sagte er am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Mir wäre lieber, der Gipfelpunkt wäre morgen. Ich will, dass das alles vorbei ist."

Im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern hätten sich bislang knapp 114.000 Menschen mit dem Erreger infiziert, sagte Cuomo. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Freitag. 3.565 Menschen starben, mehr als 500 davon seit Freitag. Der Ostküstenstaat ist derzeit mit seinen Infizierten-Zahlen das Epizentrum der Coronavirus-Krise in den USA - auch weil dort deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten.

Walmart führt Einkaufs-Einbahnstrasse ein

18:25 Uhr: Der grösste US-Einzelhandelskonzern will mit neuen Massnahmen die Verbreitung des Coronavirus verringern: Ab kommender Woche wird Walmart die Flure zwischen den Regalen als Einbahnstrassen markieren, damit es für Einkäufer leichter wird, engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zudem wird der Einlass für die meist riesigen Walmarkt-Läden künftig auf etwa ein Fünftel der maximalen Kapazität begrenzt. Demnach sollen ab Samstag etwa pro 90 Quadratmeter Ladenfläche nur noch fünf Kunden erlaubt sein, wie das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) erklärte. Mitarbeiter würden dafür am Eingang die Kunden abzählen und begrenzen, hiess es.

Innenminister: Mehrheit der Bürger in Bayern hält Corona-Regeln ein

17:47 Uhr: Trotz des frühlingshaften Wetters haben sich die Menschen in Bayern nach offiziellen Angaben weitgehend an die wegen der Corona-Epidemie geltenden Ausgangsbeschränkungen gehalten. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Samstag: "Die Polizei stellt fest, dass sich die allermeisten Bürger sehr gut an die Vorschriften halten."

Es habe keinen grossen Ausflugsverkehr ins bayerische Oberland und nur sehr wenige Ausflügler und Touristen gegeben. Dennoch registrierte die Polizei etliche Verstösse gegen das Infektionsschutzgesetz, so etwa in München. Dort zeigte sie zwischen Freitag- und Samstagmorgen mehr als 230 Verstösse an.

Weiter viele Verstösse gegen Corona-Verordnung in Berlin

16:48 Uhr: Die Berliner Polizei verzeichnet weiterhin zahlreiche Verstösse gegen die Verordnung des Senats zur Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung. Während einer 24-stündigen Kontrolle bis zum Samstagmorgen notierten die Beamten in der gesamten Stadt 30 Strafanzeigen und 79 Ordnungswidrigkeiten, wie eine Sprecherin mitteilte. "Es war die gesamte Bandbreite dabei."

Das sonnige Wetter lockte am Samstag viele Berliner in die zahlreichen Parks der Hauptstadt - jedoch meist mit ausreichend Sicherheitsabstand zueinander. Vor Bäckereien und Baumärkten bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen. Der Berliner Senat hatte das seit dem 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag bis zum 19. April verlängert.

Bayern stoppt Aufnahme für Behinderteneinrichtungen

16:32 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Behinderteneinrichtungen zu bekämpfen, herrscht dort seit Samstag ein Aufnahmestopp. "Menschen mit schweren Behinderungen können von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor Ansteckungen zu schützen", teilten am Samstag die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und Sozialministerin Carolina Trautner (beide CSU) mit. Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 19. April.

Grossbritannien meldet mehr als 700 neue Corona-Todesfälle

16:01 Uhr: In Grossbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf einen neuen Höchststand gestiegen: Es seien 708 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium in London mit. Damit starben im Königreich insgesamt bereits mehr als 4.300 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Die Zahl der Corona-Infizierten stieg den offiziellen Angaben zufolge auf knapp 42.000. Die britische Regierung hatte im Kampf gegen die Corona-Pandemie restriktive Massnahmen zunächst abgelehnt, weshalb sie heftig kritisiert wurde. Inzwischen gilt im ganzen Land aber eine Ausgangssperre.

Ausgangssperre in Spanien wegen Coronakrise verlängert

15:53 Uhr: In dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Spanien wird die Ausgangssperre für die Bevölkerung nochmals verlängert. Regierungschef Pedro Sánchez gab am Samstag im Fernsehen die Verlängerung um zwei Wochen bis zum 25. April bekannt. Das Kabinett werde am Dienstag dazu die Zustimmung des Parlaments beantragen. Notfallmassnahmen und die Ausgangssperre gelten seit dem 14. März.

Weitere Absperrung hält Paare und Freunde an Deutsch-Schweizer Grenze auf Distanz

15:11 Uhr: Eine zweite Absperrung hält Paare und Freunde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz in Konstanz am Bodensee jetzt auf Abstand. Auf Schweizer Seite sei ein weiterer Zaun aufgestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag. Dort stehen nun zwei Drahtgitterzäune, wie man sie von Baustellenabsperrungen kennt - zwischen ihnen ist ein etwa zwei Meter breiter Abstand.

An den vergangenen Tagen hatten sich viele Paare an der Grenze getroffen und über die provisorische Absperrung hinweg direkten Kontakt aufgenommen. Händchenhalten, Umarmungen und Küssen sind jetzt nicht mehr möglich. Wenn ein Partner in Deutschland wohnt und der andere in der Eidgenossenschaft, ist eine Fahrt zum Freund oder der Freundin derzeit ausgeschlossen. Besuchsreisen über die Grenze sind wegen der Coronavirus-Pandemie aktuell nicht erlaubt. Zuvor war die grüne Grenze am Bodenseeufer normalerweise offen für Fussgänger und Fahrradfahrer.

Mann wegen Demo-Aufrufs gegen Corona-Auflagen vorläufig festgenommen

14:30 Uhr: Weil er im Internet zu einer Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgerufen haben soll, hat die Polizei einen Mann aus dem baden-württembergischen Weinheim festgenommen. Mit der Demonstration, bei der sich viele Menschen in der Öffentlichkeit versammelt hätten, habe der Mann nach den aktuellen Regelungen zur Eindämmung der Coronakrise zu einer Straftat aufgerufen, erklärte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Ohne die Corona-Auflagen wäre der friedliche Protestmarsch kein Problem gewesen.

Über den Anbieter des Internetportals machten die Ermittler schliesslich den 32-Jährigen ausfindig. Bei der Wohnungsdurchsuchung am Freitag hatten die Beamten Datenträger, drei Laptops, Festplatten, ein Tablet und ein Smartphone sichergestellt, die nun ausgewertet werden sollen. Der 32-Jährige kam nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freien Fuss.

Mehr als 1.150 Corona-Tote in Deutschland

13:17 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11:00 Uhr: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1.154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1.022) mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Wirtschaftsverbände fordern offene Grenzen für Warenverkehr

13:13 Uhr: Angesichts von Grenzkontrollen innerhalb der Europäischen Union wegen der Corona-Pandemie fordern Wirtschaftsverbände, den freien Warenverkehr sicherzustellen. "Um auch in der Coronakrise eine breite Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aufrechtzuerhalten, ist es unerlässlich, die Grenzen innerhalb der Europäischen Union offenzuhalten", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, einer Mitteilung vom Samstag zufolge. "Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, die Verbreitung des Virus einzudämmen, müssen andere Wege gefunden werden, als die Binnengrenzen der EU zu schliessen und damit möglicherweise Lieferketten zu gefährden."

Der Verband unterstütze deshalb eine Initiative der Europäischen Bewegung (EBD), über die zuvor die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet hatte. Der EBD gehören nach eigenen Angaben 252 Mitgliedsorganisationen aus Gesellschaft und Wirtschaft an.

Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich

12:33 Uhr: In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Coronakrise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7.000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124.700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4.000 an COVID-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34.000 Betroffene wieder gesund. Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 11.700. Das waren 809 mehr als am Freitag. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien.

Giffey: Mehr häusliche Gewalt vor allem in Städten

11:48 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht vor allem in den Städten die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt im Zuge der Coronakrise. "Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch. "Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen", sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Beim Hilfetelefon "Nummer gegen Kummer" gebe es einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent, sagte die Ministerin "Zeit Online". "Es rufen sowohl mehr Kinder als auch mehr Eltern an." Ein Teil des Zuwachses könne auch dadurch begründet sein, dass man massiv für die Nummer geworben habe. Kinder- und Jugendliche, die Hilfe suchen, können sich an die deutschlandweite kostenfreie Nummer 116 111 wenden. Für Mütter, Väter oder Grosseltern gibt es die 0800 111 0550. Die Beraterinnen und Berater verstehen sich als "erster Ansprechpartne" und vermitteln bei Bedarf Kontakt zu weiteren Hilfsangeboten vor Ort.

Altmaier: Jeder Arbeitnehmer soll in Coronakrise Atemschutzmaske erhalten

11:11 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der Coronakrise Atemschutzmasken für alle Arbeitnehmer gefordert. "Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen", sagte Altmaier der Internetsendung "Bild Live" am Freitag. Deutschland müsse sich darauf einstellen, "dass wir sehr viel mehr Masken brauchen werden - nämlich nicht nur die medizinischen Masken für die Ärzte, für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, in den Altenheimen, in den Pflegeheimen, sondern eben auch im Alltag, in den Betrieben, in den Werkstätten."

Altmaier sagte zur Begründung: "In Südkorea hat man sehr früh auf das Tragen von Masken gesetzt. Und es hat offenbar funktioniert." Wenn man das Beispiel Südkorea auf Deutschland umlege, "dann würden wir etwa für zwei Monate anderthalb Milliarden Masken benötigen". Das sei zwar "sehr, sehr viel", doch "ein Land wie Deutschland kann das stemmen".

"Das können wir uns vornehmen", sagte Altmaier. Der Wirtschaftsminister rechnet nach eigenen Angaben auch nicht mit einem baldigen Ende der Einschränkungen. "Vorsichtsmassnahmen werden wir mindestens so lange brauchen, bis Impfstoff da ist."

Versicherer kommen Kunden in Coronakrise entgegen

10:36 Uhr: Grosse Versicherer kommen ihren Kunden in der Coronakrise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Münchner Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden, Nummer zwei ist die Generali-Gruppe mit 10 Millionen. Der italienische Konzern richtet einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro ein, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie das Unternehmen mitteilte. Auch der grösste öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will einer Kundengruppe besonders entgegenkommen: Gastronomen und Hoteliers, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Frankreich auf

10:01 Uhr: Bayern will in der Coronakrise zehn schwerkranke COVID-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

16 Tote nach Konsum von vermeintlichem Corona-Schutz-Getränk in Peru

09:20 Uhr: Es sollte angeblich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen: Weil sie als Heilmittel propagierten gepanschten Alkohol tranken, sind in einer abgelegenen Gegend Perus mindestens 16 Menschen gestorben. Die Patienten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie den Alkohol im Glauben getrunken hätten, dieser schütze sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Andina am Freitag unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Die Patienten aus der Andenregion Huancavelica wiesen demnach Vergiftungssymptome auf. Die Polizei habe die alkoholischen Getränke beschlagnahmt, die in "einem Etablissement zweifelhaften Rufs" verkauft worden seien.

China gedenkt der Coronavirus-Toten mit drei Schweigeminuten

08:45 Uhr: China hat mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus gedacht. Landesweit heulten am chinesischen Totengedenktag am Samstag um 10:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MESZ) die Sirenen. Auch hupten Autos und Schiffe liessen ihre Hörner ertönen. In Peking blieben die U-Bahnen für drei Minuten stehen. Die Menschen auf den Strassen chinesischer Metropolen hielten inne und trauerten um die Opfer. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast.

Karliczek warnt vor Senkung der Standards in der Forschung

07:39 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor einer Herabsetzung von Standards in der Corona-Forschung gewarnt, um Medikamente oder Impfstoffe schneller fertigzustellen. "Wir tun jetzt alles, was möglich ist. Wir können es aber nicht verantworten, unabdingbare Standards abzusenken", sagte die CDU-Politikerin den
Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). "Bei der Impfstoffentwicklung bleiben Wirksamkeit und Sicherheit die Richtschnur. Risiko und Nutzen müssen immer wieder vor diesem Hintergrund abgewogen werden."

Karliczek fügte an: "Wir haben die Hoffnung, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres zur Verfügung steht. In der Medikamentenforschung könnte es etwas schneller gehen, wenn es um den Einsatz schon vorhandener Medikamente geht." Das sei aber - dank des Netzwerkes Cepi - noch relativ schnell. "Normalerweise dauert es von der Entwicklung eines Impfstoffes bis zur Zulassung ungefähr zehn Jahre."

Staatliche Museen: Massive Verluste

07:30 Uhr: Die Staatlichen Museen zu Berlin rechnen mit massiven Einbrüchen bei den Einnahmen durch die Coronakrise. "Wenn wir von den Vorjahreszahlen ausgehen, hätten die Staatlichen Museen zu Berlin einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat für alle Häuser", sagt Vize-Generaldirektorin Christina Haak der dpa in Berlin. Konkrete Berechnungen der aktuellen Verluste gibt es noch nicht.

Zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Allein die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

US-Regierung kündigt Kostenübernahme für nichtversicherte Corona-Patienten an

02:36 Uhr: Die US-Regierung will die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie seien dafür 100 Milliarden Dollar enthalten, teilte Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag mit. In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung.

Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren. Der Vorgänger von US-Präsident Donald Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump will diese Reform rückgängig machen.

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln liessen, wenn sie sich mit dem Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.

Mehr als 1.000 Coronavirus-Tote in den USA binnen 24 Stunden

01:51 Uhr: In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit COVID-19 innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1.000 angestiegen. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) nach Daten der Johns-Hopkins-Universität bei 7.087 - nach 5.949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach den Daten der Universität sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

Nach den laufend aktualisierten Berechnungen des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle, auf die auch das Weisse Haus Bezug genommen hat, wird der Höhepunkt der Pandemie in den USA am 16. April erwartet - mit dann mehr als 2.600 Toten an diesem Tag. IHME prognostiziert, dass zum Höhepunkt der Krise Mitte des Monats mehr als 87.000 Krankenhausbetten in den USA fehlen werden, darunter fast 20.000 auf Intensivstationen.

Trump: Wahltermin bleibt unverändert

01:19 Uhr: US-Präsident Donald Trump will trotz der Coronavirus-Pandemie nicht an dem Termin für die Präsidentschaftswahl im Herbst rütteln. "Die Wahl wird am 3. November stattfinden", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weissen Haus in Washington. Ein Journalist hatte gefragt, ob angesichts der Verschiebung diverser Vorwahlen in den USA auch eine Änderung der Pläne für den Wahltermin im Herbst denkbar sei.

Trump wies das ebenso zurück wie die Forderung nach einer Ausweitung der Briefwahl angesichts der Corona-Krise. "Viele Menschen betrügen bei der Briefwahl", beklagte er. Es sei sicherer, wenn die Menschen mit einem Ausweis ins Wahllokal gingen.

Das Wahljahr in den USA ist durch die Ausbreitung des Coronavirus komplett aus den Angeln gehoben. Im März und April hätten diverse Vorwahlen angestanden. Doch wegen der Pandemie haben diverse Bundesstaaten ihre Abstimmungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Teilnehmer des Freiwilligendienstes sollen in Coronakrise helfen

01:00 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Teilnehmern der Freiwilligendienste unbürokratisch ermöglichen, sich im Corona-Kriseneinsatz zu engagieren. "Freiwillige, die ihren Dienst wegen der aktuellen Situation gerade nicht ausüben können, bekommen die Möglichkeit, unbürokratisch und schnell an eine andere Einsatzstelle zu wechseln - beispielsweise dahin, wo jetzt dringend Helfer gebraucht werden: in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei der Lebensmittelversorgung von Bedürftigen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Giffey kündigte an, dass in der kommenden Woche dazu eine Online-Plattform für die Freiwilligendienste frei geschaltet werde. Dem Familienministerium zufolge engagieren sich beim Bundesfreiwilligendienst derzeit etwa 39.000 Helfer, sogenannte Bufdis, wie es in dem Bericht heisst. Hinzu kämen rund 52.000 Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machten. Von diesen Freiwilligen arbeiteten etwa 25.000 bereits in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Rettungsstellen. Viele Einsatzstellen jedoch hätten ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt oder ganz geschlossen.

Eine Verpflichtung, die Einsatzstelle zu wechseln, solle es nicht geben, heisst es in dem Bericht unter Berufung auf das Ministerium.

Etwa 40.000 Reisende noch im Ausland

00:51 Uhr: Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich in der Coronakrise aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhten auf Schätzungen, teilte das Ministerium der "Rheinischen Post" (Samstag) mit. Die meisten Deutschen sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die deutsche Regierung sammelt derzeit wegen der Pandemie gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaussenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen.

"Logistisch war das für alle Beteiligten ein Husarenstück", sagte Maas der Zeitung. Zwar sei das Krisenreaktionszentrum einiges gewöhnt. "Aber das Auswärtige Amt ist eben auch keine Fluggesellschaft, die so etwas jeden Tag auf die Beine stellt. Da hatten wir am Anfang eine steile Lernkurve", sagte der Aussenminister. An manchen Tagen seien 20 Flugzeuge zugleich in der Luft gewesen, um deutsche Staatsbürger zurückzubringen.

Alle Meldungen vom Freitag, 3.April: Kursschwenk in den USA: Trump rät zum Tragen von Gesichtsmasken

23:50 Uhr: Die US-Regierung rät entgegen einer bisher geltenden Richtlinie nun auch zum Tragen von Gesichtsmasken als Massnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. "Das ist freiwillig", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weissen Haus. Er fügte hinzu: "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun." Die Empfehlung beziehe sich auf Masken aus Stoff, die man zum Beispiel zu Hause machen könne, nicht aber auf medizinische Schutzmasken. Diese müssten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Trump betonte, die neue Massnahme ersetze nicht die bisher empfohlenen Schutzmassnahmen, sondern ergänze sie.

Berlin: 300 Menschen versammeln sich vor Moschee

23:15 Uhr: Trotz Kontaktverbots wegen der Corona-Pandemie haben sich am Freitag vor einer Moschee in Berlin nach Polizeiangaben rund 300 Menschen versammelt. Dem Imam, dem Ordnungsamt und den Polizisten sei es nur zum Teil gelungen, die Menschen dazu zu bewegen, den vorgeschriebenen Abstand zu halten, wie die Polizei am Freitagabend twitterte. "Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet", hiess es. Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei überdies zu, über die sozialen Medien nochmals darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse und dass die Rufe bei erneuten Menschenansammlungen sofort beendet werden.

Klinikum in Dachau nimmt nur noch COVID-19-Patienten auf

23:05 Uhr: Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nimmt ein Klinikum in Dachau nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten auf. Alle anderen werden abgewiesen, wie die Sprecherin des Helios Amper-Klinikums Dachau am Freitagabend mitteilte. Die Zahl der infizierten Menschen steige im Landkreis Dachau - und auch in der Klinik. Wie viele Covid-19-Patienten aktuell dort behandelt werden, teilte die Sprecherin nicht mit. Man versorge derzeit Covid-19-Patienten "aller Schweregrade".

Corona-Test für jeden in unmittelbarer Nähe von Trump und Pence

22:24 Uhr: Das Weisse Haus verschärft die Massnahmen, um die Gefahr einer Infektion von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence mit dem Coronavirus einzudämmen. Jeder, von dem erwartet werde, dass er sich in unmittelbarer Nähe von Trump oder Pence befinde, werde getestet, teilte der stellvertretende Sprecher des Weissen Hauses, Judd Deere, mit. Die Massnahme gelte von Freitag an. Damit solle auch festgestellt werden, ob die betroffenen Personen womöglich das hochansteckende Virus in sich trügen, ohne Symptome zu zeigen.

Frankreich: 588 Tote innerhalb von 24 Stunden

21:40 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Opfer weiter drastisch angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 588 neue Todesfälle gemeldet worden, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend in Paris. Seit dem 1. März seien mindestens 6.507 infizierte Menschen gestorben, davon 5.091 im Krankenhaus, 1.416 in Altenheimen und anderen sozialen Einrichtungen. Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, ist von knapp 6.400 auf 6.662 angestiegen, 35 Prozent seien unter 60 Jahren, wie er erklärte.

Mehr als 85.100 Corona-Nachweise in Deutschland, 1.150 Tote

21:25 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 85.100 Infektionen (Vortag Stand 20.00 Uhr: mehr als 79.400) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20 900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18 500 Fällen und mindestens 224 Toten.

Mindestens 1150 (Vortag Stand 20.00 Uhr: 1001) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Türkei: 69 Tote in 24 Stunden, Ausgangsverbot für junge Leute

21:20 Uhr: In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 69 Menschen mit Corona-Infektion gestorben. Damit sei die Gesamtzahl dieser Toten auf 425 gestiegen, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitagabend mit. Zudem seien 2786 weitere Menschen positiv getestet worden - die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle stieg damit auf 20.921. In der Türkei mit ihren rund 83 Millionen Einwohnern sind bisher 141 716 Tests durchgeführt worden.

Präsident Recep Tayyip Erdogan wandte sich am Abend erneut an die Nation. Nach den Senioren ab 65 Jahren und den chronisch Kranken erteilte er nun auch den Unter-20-Jährigen ein Ausgangsverbot. Das solle ab Mitternacht gelten. Er erklärte auch das Maskentragen an belebten Orten wie Märkten oder in Geschäften für verpflichtend. Ausserdem sollten in 31 Städten vorerst für 15 Tage Autos weder ein noch aus fahren dürfen.

Erste Beatmungsgeräte werden nächste Woche verteilt

20:15 Uhr: Die ersten zusätzlich vom Bund bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Covid-19-Patienten sollen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das am Freitag an die Abgeordneten von Union und SPD ging, heisst es, bis zum kommenden Mittwoch sei geplant, "in einer ersten Tranche mehrere hundert Geräte an die Länder zu verteilen". Durch die frühzeitige Auftragsvergabe seitens des Bundes seien "Kontingente auf einem mittlerweile sehr umkämpften Weltmarkt gesichert" worden.

Das Ministerium habe Verträge mit mehreren Anbietern über den Kauf von mehr als 20.000 Beatmungsgeräten geschlossen. Da diese grösstenteils noch produziert werden müssten, "laufen sie über mehrere Monate verteilt zu".

Sommersemester soll überall stattfinden

20:00 Uhr: Das Sommersemester an den Hochschulen soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise in ganz Deutschland stattfinden. Darauf haben sich nach Angaben der Hamburger Bildungsverwaltung die Wissenschaftsministerien der Bundesländer verständigt. Man habe sich auf einen gemeinsamen Rahmen für die Ausgestaltung des Sommersemesters geeinigt. Der Lehr- und Forschungsbetrieb solle so weit möglich stattfinden, hiess es in einer Mitteilung am Freitag.

USA: 250.000 Infektionen und 6000 Tote, rund 35.000 Soldaten im Coronavirus-Einsatz

19:05 Uhr: In den USA gab es bis Freitagmittag (Ortszeit) der Universität Johns Hopkins zufolge rund 250.000 bekannte Infektionen und mehr als 6000 Todesfälle. Über 100.000 Infektionen und fast 3.000 Todesfälle verzeichnet der besonders schwer betroffene Bundesstaat New York.

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Bevölkerung der Millionenmetropole zum Tragen von Mundschutz aufgefordert. "Es kann ein Schal sein, es kann etwas sein, was man selbst macht, es kann ein Tuch sein." Masken, die beispielsweise Krankenschwestern und Ärzte benutzen, sollten nicht verwendet werden, da diese an anderer Stelle dringender gebraucht würden.

Inzwischen sind rund 35.000 Soldaten für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus im Einsatz. Etwa 19.700 Soldaten der Nationalgarde unterstützen örtliche Behörden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag. Weitere 15.000 Soldatinnen und Soldaten der Streitkräfte seien im Auftrag der Katastrophenschutzbehörde Fema damit befasst, Feldlazarette in besonders betroffenen Gebieten zu errichten, hiess es.

In Italien stabilisiert sich die Fallzahl

19:00 Uhr: Obwohl die Zahl neuer Todesfälle weiterhin hoch blieb, stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Menschen im Land, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten, stieg am Freitag im Vergleich zum Vortag um vier Prozent. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor. Die Hoffnung besteht, dass die Kurve demnächst nach wochenlangen Ausgangssperren endlich absinkt. Registriert sind nun insgesamt 119.827 erkannte Infektionen - es wird allerdings mit einer immens hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. 766 Tote mit nachgewiesener Infektion kamen innerhalb eines Tages hinzu, insgesamt sind es nun 14.681, wie der Zivilschutz am Freitag mitteilte.

Experten gehen davon aus, dass Italien das Plateau der Ansteckungswelle erreicht haben könnte. "Auch heute ist der Trend in positiver Richtung geblieben", sagte der Präsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana. "In den kommenden Tagen sollte das Absinken beginnen."

Peru: Männer und Frauen dürfen wegen Corona nicht mehr gemeinsam raus

18:55 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie dürfen Männer und Frauen in Peru nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Künftig können sich Männer am Montag, Mittwoch und Freitag draussen bewegen und Frauen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Sonntags gilt eine generelle Ausgangssperre. Die neue Verordnung zur Vermeidung sozialer Kontakte trat am Freitag in Kraft. Panama hatte zuletzt eine ähnliche Regelung eingeführt.

Im grössten Teil Perus gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr und 05.00 Uhr. Zudem dürfen die Peruaner nur das Haus verlassen, um Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen. Bislang haben sich in Peru 1.414 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, 55 Patienten starben.

Laschet gegen Mundschutzpflicht: "Ich halte das nicht für geboten"

17:22 Uhr: Trotz steigender Corona-Infektionszahlen lehnt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Mundschutzpflicht ab. "Wer Mundschutz tragen will, kann das tun", sagte er am Freitag in einer Sondersendung der NRW-Lokalradios.

"Die Frage ist nur, ob wir jetzt erneut, per Pflicht, bei 80 Millionen Menschen anordnen, dass man Mundschutz tragen muss und dann noch kontrolliert und Bussgelder ausstellen muss, wenn man den Mundschutz nicht anhat", wandte er ein. "Ich halte das nicht für geboten."

Mit dem Mundschutz hatte Laschet auch schon zuvor gefremdelt: Zu Beginn der Woche hatte der Regierungschef für Spott im Internet gesorgt, nachdem er sich in der Uniklinik Aachen mit einem Mundschutz gezeigt hatte, der seine Nase frei liess.

Schleswig-Holstein beschliesst Bussgeldkatalog für Corona-Verstösse

16:54 Uhr: Bei Verstössen gegen Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt jetzt auch in Schleswig-Holstein ab sofort ein Bussgeldkatalog.

Die Landesregierung beschloss dies am Freitag in Kiel bei einer Video-Kabinettssitzung, wie Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) mittelte. Die Sanktionen sollen dazu beitragen, dass die Schutzmassnahmen noch besser von den Menschen eingehalten werden und so die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verlangsamt wird.

Auch in Hamburg trat am Freitag ein solcher Bussgeldkatalog in Kraft. Andere Bundesländer hatten schon früher konkrete Sanktionen eingeführt.

Die Opposition begrüsste den Bussgeldkatalog, ebenso die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Es sei richtig, einen Bussgeldkatalog landeseinheitlich festzulegen, sagte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner.

Das werde nicht bedeuten, dass die Polizei nun martialisch vorgehen werde. Sie mache einen hervorragenden Job. Die allermeisten Menschen hielten sich ohnehin an die Bestimmungen, sagte Stegner.

Der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger betonte: "Polizei und Ordnungsbehörden brauchen eine klare und verstehbare Handlungsleitlinie." Leider funktioniere Überwachung nicht nur durch Überzeugung. "Wir brauchen auch deutliche und abschreckende Sanktionsmöglichkeiten."

Coronakrise: Fast 200.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgebracht

16:09 Uhr: Die deutsche Regierung sammelt in der Coronakrise weiter gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. In Neuseeland sassen zuletzt noch die meisten deutschen Reisenden fest.

Jetzt konnte dort das zwischenzeitlich gestoppte Rückholprogramm wieder starten. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaussenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen. Künftig wollen die EU-Staaten bei der Rückholung von im Ausland gestrandeten Urlaubern enger zusammenarbeiten.

Man habe sich darauf verständigt, "dass wir die Daten und die Flüge, die wir buchen, noch enger miteinander abstimmen", sagte der SPD-Politiker. Bürger anderer europäischer Länder sollten so in den Flugzeugen eines anderen Staates mitfliegen.

Deutschland habe bei den Rückholaktionen wegen der Corona-Pandemie schon jetzt mehr als 3.000 Bürger anderer EU-Staaten mitgenommen.

Da inzwischen die meisten Pauschalreisenden wieder in Deutschland seien, gehe es jetzt um weiter entfernte Länder oder Staaten, bei denen es komplizierter werde, so Maas.

"Aber es wird auch Fälle geben, wo jemand im kolumbianischen Urwald ist oder auf den Philippinen auf einer Insel sitzt, wo aufgrund der Ausgangssperre keinerlei Fortkommen mehr möglich ist. Um diese Fälle kümmern wir uns auch." Es könne aber nicht garantiert werden, dass jeder Einzelfall gelöst werde.

Dort, wo es bislang die grössten Probleme gegeben habe, hätten die Rückholflüge nun begonnen, sagte Maas und nannte Neuseeland, Indien und Südafrika.

Quarantäne in Tirol: 121 Deutsche dürfen Sölden verlassen

15:20 Uhr: Die deutsche Botschaft in Wien hat 121 Deutschen die Ausreise aus der Quarantäne im österreichischen Wintersportort Sölden ermöglicht.

Wie die Botschaft am Freitag mitteilte, wurde die Gruppe nach einem Medizincheck in Privatwagen und in von der Botschaft bereitgestellten Bussen zum Grenzübergang Scharnitz/Mittenwald geleitet.

"Nach der unverzüglichen Rückkehr an ihren Heimatort müssen sich die Deutschen bei den zuständigen Gesundheitsämtern melden und in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben", teilte die Botschaft mit.

Sölden steht wegen der Coronavirus-Pandemie seit dem 17. März unter Quarantäne. Daher durften die mehr als 100 Deutschen den Ort nicht verlassen. Da die Quarantäne inzwischen bis zum 13. April verlängert wurde, setzte sich die deutsche Botschaft für eine Möglichkeit der vorzeitigen Ausreise ein.

Bei den 121 deutschen Staatsbürgern handelte es sich vor allem um ehemalige Beschäftigte der Tourismusbranche. Bereits am Montag waren rund 300 Deutsche aus St. Anton und dem Paznauntal gebracht worden.

Dortmunder Fussball-Stadion wird zum Corona-Behandlungszentrum

15:01 Uhr: Das grösste Fussball-Stadion in Deutschland wird ab Samstag zum Behandlungszentrum gegen das Coronavirus.

Die Nordtribüne des Dortmunder Signal-Iduna-Parks wurde nach Angaben von Fussball-Bundesligist Borussia Dortmund vom Verein und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) entsprechend umgebaut. Das Zentrum ist täglich von 12.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. In der Fussball-Bundesliga ruht wegen der Pandemie aktuell der Ball.

"Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt, für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt und durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen aktiv zu helfen, die potenziell vom Corona-Virus infiziert sind bzw. über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen", erklärten die Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer in einer Mitteilung: "Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, dass diesen Menschen geholfen wird."

Spahn: Aufbau von hiesiger Maskenproduktion unterstützen

14:42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Coronavirus-Epidemie den Aufbau der heimischen Produktion von Schutzmasken vorantreiben.

"Das was geht, kaufen wir von ausländischen Herstellern", sagte Spahn am Freitag nach dem Besuch des zentralen Umschlaglagers im thüringischen Apfelstädt für die vom Bund beschaffte medizinische Schutzausrüstung.

"Aber die Epidemie und die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt auch, dass wir auf Dauer nicht so abhängig sein sollten vom internationalen Markt." Dieser sei hart umkämpft.

Die Bundesregierung habe deshalb ein Angebot an die heimische Wirtschaft gemacht und wolle diese beim Aufbau der Schutzmaskenproduktion unterstützen. Es gehe dabei um eine Sicherheit bei Abnahme und Preis. Derzeit liefen Gespräche mit Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Textilindustrie.

Über das Lager in Apfelstädt wurden nach Ministeriumsangaben von Mitte März bis Ende dieser Woche knapp 37 Millionen FFP-Mundschutze und OP-Masken an die Bundesländer verteilt. Das sei eine Entlastung, aber reiche abschliessend noch nicht aus, sagte Spahn.

Diebe stehlen 1.800 hochwertigere FFP2-Atemmasken aus Lagerhalle in Ludwigshafen

13:50 Uhr: Mitten in der Coronakrise haben Diebe aus einer Lagerhalle in Ludwigshafen 1.800 Atemmasken gestohlen. Wie die Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt am Freitag mitteilte, handelte es sich dabei um Ausrüstung der besonders begehrten höherwertigen Schutzklasse FFP2, die im Gesundheitssystem und anderen sensiblen Bereichen derzeit dringend benötigt wird.

Die Unbekannten entwendeten demnach drei Kartons mit den Masken, deren Wert sich laut Polizei auf insgesamt 12.000 Euro beläuft. Den Masken fehlten demnach allerdings Ventile.

Die Tat ereignete sich bereits im Laufe des vergangenen Wochenendes zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen im Lager einer Firma. Genaueres war unbekannt. Die Polizei bat um Hinweise von möglichen Zeugen.

Greta Thunberg streikt wegen Coronakrise weiter online

13:31 Uhr: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie weiterhin nur online für mehr Klimaschutz.

Den vierten Freitag in Folge rief sie ihre Follower auf Twitter und Instagram dazu auf, angesichts der Coronakrise zu Hause zu bleiben und stattdessen in den sozialen Netzwerken grössere Anstrengungen gegen die Klimakrise einzufordern.

"Handelt verantwortlich", schrieb die 17-Jährige zu einem Foto von sich, auf dem sie ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima) in die Höhe hielt. "Eure Taten können für andere den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen."

Thunberg war im Februar und Anfang März in verschiedene europäische Städte gereist und hatte unter anderem in Hamburg mit Zehntausenden Menschen für mehr Klimaschutz protestiert.

Nach ihrer Rückkehr nach Stockholm hatte sie sich in einer Mietwohnung selbst isoliert, weil sie wegen verschiedener Symptome damit rechnete, dass sie sich mit dem Virus angesteckt hat.

Getestet wurde sie aber nicht darauf, weil in Schweden nur dann Corona-Tests durchgeführt werden, wenn die betroffene Person medizinische Behandlung benötigt. Mittlerweile hat sich die 17-Jährige wieder erholt.

Erneut mehr als 900 Corona-Todesfälle in Spanien

13:13 Uhr: In Spanien sind erneut innerhalb von 24 Stunden mehr als 900 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Es seien 932 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Damit starben in dem Land bereits 10.932 Menschen an den Folgen des Coronavirus - das ist die weltweit zweithöchste Opferzahl nach Italien.

Allerdings machten die am Freitag vorgelegten Zahlen auch leichte Hoffnung auf eine Entspannung der Lage: Die Steigerungsrate bei den Neuinfektionen und auch bei den Todesfällen ging erneut nach unten.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg auf knapp 118.000 - das war ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Donnerstag hatte die Rate noch bei 7,9 Prozent gelegen, Mitte vergangener Woche waren es 20 Prozent.

Die tägliche Steigerungsrate bei den Todesfällen lag am Freitag bei 9,3 Prozent. Am Donnerstag, als ebenfalls mehr als 900 neue Todesfälle vermeldet wurden, waren es noch 10,5 Prozent. Ende März war die Rate sogar bis auf 27 Prozent gestiegen.

Institut: Haustiere spielen bei Corona-Verbreitung keine Rolle

13:06 Uhr: Haustiere wie Hunde und Katzen spielen nach Einschätzung deutscher Wissenschaftler keine relevante Rolle bei der Verbreitung des neuen Coronavirus.

Darauf gebe es bisher keine Hinweise, heisst es beim Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das bundesweit Tierseuchen beobachtet. Je nach Tierart seien Ansteckungen durch Menschen nicht komplett auszuschliessen.

Allerdings bedeute eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden werde.

Die Hauptquelle für Ansteckungen mit dem Coronavirus sind nach wie vor Infektionen zwischen Menschen. Für Hunde und Katzen empfiehlt das FLI deshalb zunächst keine Massnahmen wie Absonderung, Trennung oder Quarantäne.

Für Tierhalter generell, nun aber ganz besonders für Menschen mit Coronavirus-Infektionen, sei es wichtig, Hygieneregeln im Umgang mit ihrem Liebling zu beachten.

Dazu gehörten zum Beispiel Hände waschen und das Vermeiden von Anniesen oder Anhusten. Halter sollten sich von ihren Tieren auch nicht durch das Gesicht lecken lassen.

Es bestehe kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben, betont das Institut. Selbst wenn ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet werden sollte, bestehe kein Anlass, das Tier einzuschläfern.

USA fangen für Deutschland bestimmte Schutzmasken ab

12:23 Uhr: Die USA sollen eine Lieferung Schutzausrüstung für das Land Berlin aus China umgeleitet haben. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise.

Demnach habe das Bundesland bei einem in China produzierenden US-Hersteller Atemschutzmasken bestellt. Diese sollten an Einsatzkräfte und Pflegepersonal verteilt werden. "Die Ware soll dann auf dem Weg vom Hersteller nach Deutschland von den Amerikanern abgefangen und in die USA gebracht worden sein", schreibt der "Tagesspiegel".

Bereis am Donnerstag hatten die Präsidenten von drei französischen Regionen den USA vorgeworfen, für sie gedachte Lieferungen aus China aufgekauft zu haben. Die US-Regierung wies die Vorwürfe aus Frankreich zurück. "Die US-Regierung hat keine einzige Maske gekauft, die von China an Frankreich geliefert werden sollte", sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Anderslautende Angaben seien "komplett falsch".

Angela Merkel kehrt ins Kanzleramt zurück

12:02 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. "Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter", sagte Seibert.

Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

Söder sieht leicht positiven Trend bei Corona-Infektionen in Bayern

11:52 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht im Freistaat einen leicht positiven Trend bei den Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen sei auf 9,4 Prozent gesunken, sagte der CSU-Chef am Freitag in München. "Die Kurve flacht leicht ab."

Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch in mehr als 6 Tagen. Vor den Schulschliessungen habe sich die Zahl alle 2,5 Tage verdoppelt, sagte der Ministerpräsident. Daher sei eindeutig: Ohne die getroffenen Massnahmen hätte sich die Situation dramatisch entwickelt.

In Bayern sind nach Angaben des Robert-Koch Instituts inzwischen 20.237 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Den Angaben zufolge sind bislang 307 Patienten gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

RKI: Massnahmen zeigen deutlich Wirkung - aber keine Entwarnung

11:26 Uhr: Die Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland zeigen nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts messbar Wirkung.

Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen in Deutschland im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht.

Mehr als 80.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.022 Tote

11:15 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 80.500 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 73.900) mit dem neuen Coronavirus registriert worden.

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 19.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 277 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 220 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 146,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 96,9.

Mindestens 1.022 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 879) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

RKI warnt vor falscher Sicherheit durch Schutzmasken

10:12 Uhr: Bei einem Update zur Corona-Lage in Deutschland hat RKI-Präsident Lothar Wieler die Bevölkerung davor gewarnt, sich durch das Tragen von Schutzmasken in einer falschen Sicherheit zu wiegen. Bei unvorsichtigem Verhalten könnten die Masken sogar mehr Schaden bringen als sie nutzen würden.

Wie Wieler erklärte, "könnten" Stoff- oder Behelfsmasken dabei helfen, die Ansteckung anderer Menschen zu verhindern. Dies erscheine logisch, weil dadurch Tröpfchen zurückgehalten werden könnten.

Wissenschaftlich bewiesen sei diese Theorie aber nicht. Wieler betonte in diesem Zusammenhang, dass die Masken aber lediglich andere Personen vor einer Infektion durch den Träger schützen. "Man selber wird nicht vor der Übertragung geschützt mit solchen Masken", so der RKI-Präsident.

Deswegen sei es laut Wieler derzeit am wichtigsten, Abstand zu halten, sowie sich an die Hygieneregeln zu halten - mit oder ohne Maske. "Wer krank ist und Symptome hat, sollte unbedingt zu Hause bleiben."

Beim Tragen einer Maske sei wichtig, dass diese eng anliege und nach dem Gebrauch gewechselt werde. Zudem betonte Wieler, dass die Masken nicht ständig berührt werden dürften. Dadurch könnten sie kontaminiert werden.

Nach Angaben von Wieler seien in Deutschland bislang 1.017 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das entspreche einer Sterberate von 1,2 Prozent. Dieser Wert habe sich demnach zuletzt erhöht. "Wir müssen davon ausgehen, dass mehr Menschen sterben und die Sterberate weiter ansteigt". Die bislang jüngste verstorbene Person sei 28 Jahre alt gewesen und habe eine Vorerkrankung gehabt.

Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes

09:40 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in der Coronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, "ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag) in Düsseldorf.

Zugleich stellte er eine mögliche Verlängerung in Aussicht: "Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger."

Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich bereits am Donnerstag für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

Peru setzt in Coronakrise auf Geschlechtertrennung

08:02 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Peru auf die Geschlechtertrennung im öffentlichem Raum. Präsident Martín Vizcarra gab am Donnerstag bekannt, dass an bestimmten Wochentagen nur Männer ihre Häuser und Wohnungen verlassen dürfen, an anderen Tagen Frauen. Die gleiche Massnahme war zuvor bereits in Panama verhängt worden.

In Peru dürfen bis 12. April die Männer nur am Montag, Mittwoch und Freitag ausser Haus, die Frauen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Am Sonntag gilt ein Ausgangsverbot für beide Geschlechter.

Vizcarra kündigte an, dass Polizisten und Soldaten besondere Instruktionen erhalten sollten, um die Rechte von Transsexuellen und Homosexuellen zu respektieren. In Panama hat die Aufteilung der Ausgangstage zwischen Männern und Frauen Sorgen unter Transsexuellen ausgelöst. Sie befürchten, sie könnten aufgrund ihrer sexuellen Identität ins Gefängnis gesteckt werden.

Ähnliche Sorgen äusserte nun die peruanische Transsexuellen-Aktivistin Gahela Cari. Die Sicherheitskräfte seien jene im Land, die in der Vergangenheit die meisten Gewaltakte gegen Transsexuelle begangen hätten, sagte sie in einem Webvideo.

In Peru wurden bis Donnerstag insgesamt 1.414 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer der Pandemie lag in dem südamerikanischen Land bei 55.

Coronakrise: Labore in Deutschland arbeiten rund um die Uhr

07:01 Uhr: Während der Corona-Epidemie arbeiten zumindest einige Labore in Deutschland rund um die Uhr, damit so viele Menschen wie möglich auf das Virus getestet werden können. An sieben Tagen der Woche werden 24 Stunden am Tag Proben auf Sars-CoV-2 hin überprüft, wie es etwa aus Laboren in Köln und im sächsischen Plauen heisst.

Nach Angaben der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) werden bundesweit in 97 Laboren die entsprechenden Tests durchgeführt. Einer deutschlandweiten Laborabfrage des Robert-Koch-Instituts zufolge testeten Mitte März sogar mehr als 170 Labore in der Bundesrepublik Abstriche auf Sars-CoV-2. Rund 300.000 Corona-Tests werden ALM zufolge in den Laboren wöchentlich durchgeführt. Dem RKI zufolge waren es in der vergangenen Woche rund 350.000 Tests.

Ein Engpass an Arbeitsmaterialien bereitet den Laboren jedoch Schwierigkeiten. "Die Materialbeschaffung ist ein grosses Problem", sagte Thomas Postina, Sprecher des Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL). Unter anderem würden die benötigten Chemikalien für die Tests sowie die Entnahmesets langsam knapp. Wegen des Engpasses sei es richtig, die Tests anhand der Kriterien des Robert-Koch-Instituts nach medizinischen Notwendigkeiten zu priorisieren, sagte Postina.

Spahn hofft im Kampf gegen Coronavirus auf Malaria-Medikament

6:58 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) richtet im Kampf gegen das Coronavirus Hoffnungen auf das Malaria-Medikament Resochin von Bayer. Es gebe "erste Hinweise", dass bestimmte Medikamente wie Resochin bei der Bekämpfung medizinisch schwerer Corona-Erkrankungsverläufe "zu helfen scheinen", sagte Spahn der Internetsendung "Bild Live" in einem am Freitag verbreiteten Interview.

Doch seien weitergehende Studien nötig, da jedes Arzneimittel Nebenwirkungen habe, betonte der Minister. Neben Resochin gebe es es noch andere Mittel, deren Wirksamkeit derzeit erforscht werde. Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin, der schon seit langem gegen Malaria eingesetzt wird.

Spahn äusserte die Erwartung, dass ein wirksames Medikament "deutlich früher" auf den Markt kommen werde als ein Impfstoff. Die Entwicklung eines Serums sei "herausfordernder". Es könne zwölf Monate dauern, bis es einen Impfstoff gebe. Resochin sei hingegen seit Jahrzehnten bekannt. "Da kennen wir Wirkungen und Nebenwirkungen", sagte der Minister.

1.169 weitere Todesfälle in den USA gezählt - weltweiter Rekord

06:26 Uhr: In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Mittwoch 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1.169 weitere Todesfälle registriert. Der traurige Rekord war bislang von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden.

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Donnerstagabend 5.926 Todesopfer in den USA. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

Die weltweit meisten verzeichneten Todesopfer der Pandemie gibt es aber weiterhin in Italien, gefolgt von Spanien und den Vereinigen Staaten. In Italien zählte die Johns-Hopkins-Universität 13.915 Corona-Tote, in Spanien 10.003.

In der Zahl der registrierten Corona-Infektionsfälle liegen die USA hingegen mit weitem Abstand weltweit vorn. Laut Johns-Hopkins-Universität stieg die Zahl der Ansteckungen im Land bis Donnerstagabend auf rund 244.600.

Der deutliche Anstieg der Infektionszahlen in den USA hängt auch damit zusammen, dass inzwischen deutlich mehr getestet wird. Laut US-Vizepräsident Mike Pence wurden inzwischen mehr als 1,3 Millionen Corona-Tests ausgeführt. Präsident Donald Trump sagte, täglich gebe es mittlerweile mehr als 100.00 Tests.

Am stärksten in den USA von der Pandemie betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden gibt es in New York City bereits mehr als 1.500 Corona-Tote. Die Zahl der dortigen Infektionsfälle stieg auf fast 50.000.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio appellierte am Donnerstag an die Einwohner der Stadt, sich das Gesicht zu bedecken, wenn sie sich nach draussen begeben. Dafür könne ein Schal, ein Kopftuch oder selbst hergestellter Atemschutz verwendet werden. Professionelle Atemschutzmasken sollten die Bürger nicht benutzen, da diese vom Personal im Gesundheitswesen gebraucht würden, sagte das Stadtoberhaupt.

Serbiens Regierung zieht Dekret zur Berichterstattung über Coronakrise zurück

06:11 Uhr: Die Regierung in Serbien hat ein Dekret zurückgezogen, durch das die Freiheit der Medien in der Berichterstattung über die Coronavirus-Epidemie stark eingeschränkt worden war. Ministerpräsidentin Ana Brnabic räumte am Donnerstag im staatlichen Fernsehsender RTS ein, dass sie mit dem Erlass einen "Fehler" begangen habe.

Das Dekret hatte Kritik bei der Opposition und Nichtregierungsorganisationen ausgelöst, nachdem es zur Festnahme einer Journalistin geführt hatte. Der am Mittwoch in Kraft getretene und nun wieder zurückgezogene Erlass sah vor, dass nur der Corona-Krisenstab unter Leitung der Regierungschefin Zahlen zur Ausbreitung des neuartigen Virus im Land verbreiten und über die ergriffenen Gegenmassnahmen informieren durfte.

Noch am Mittwoch wurde aufgrund des Dekrets in Novi Sad die Journalistin Ana Lalic festgenommen, die für das Portal nova.rs arbeitet. Sie hatte einen Artikel über die schlechten Arbeitsbedingungen und den Mangel an Ausrüstung in einer Klinik der nordserbischen Stadt geschrieben. Lalic kam am Donnerstagmorgen wieder auf freien Fuss. In Serbien wurden bis Donnerstag knapp 1200.Corona-Infektionsfälle und 31 Todesoper der Pandemie gezählt.

DHL: Paketmengen inzwischen auf "Vorweihnachtsniveau"

05:15 Uhr: Der Paket-Dienstleister DHL meldet nach einigen Wochen Coronakrise mittlerweile doch steigende Paketzahlen. Zu Beginn der Einschränkungen hatte sich zunächst kein nennenswerter Effekt bemerkbar gemacht. Man sehe nun "eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt", sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern werde die Menge voraussichtlich noch weiter steigen.

"Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schliessung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen", sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen. Man sei aber dabei, Kollegen aus derzeit weniger gefragten Bereichen - etwa dem Brief- oder dem Landfrachtgeschäft - vermehrt für die Pakete einzusetzen.

Bei UPS zeigt sich kein solcher Effekt, da besonders die Geschäftskunden für den Dienstleister wichtig sind, etwa grosse Automobilhersteller. Genaue Zahlen zu Paketmengen will UPS Ende des Monats mit den Quartalszahlen bekanntgeben.

Bei DPD ist das Paketvolumen insgesamt "stabil", wie ein Sprecher erklärte. Pakete von Geschäftskunden gebe es weniger, dafür steige aber die Menge der Sendungen an Privatkunden deutlich.

Busse und Bahnen: 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste

04:16 Uhr: Die Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise haben die Fahrgastzahlen im Nahverkehr einbrechen lassen. "Wir haben 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste", sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff der Deutschen Presse-Agentur. Die Verkehrsunternehmen setzt das zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Bei den Bartickets wie Einzelfahrscheinen und Monatskarten seien die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent eingebrochen. Sie machen sonst etwa die Hälfte aller Ticketeinnahmen aus.

"Für viele Verkehrsunternehmen sind die wirtschaftlichen Folgen durch wegbrechende Fahrgeldeinnahmen schon jetzt verheerend", sagte Wolff. Es müsse dringend geklärt werden, wie der Verlust ausgeglichen werde.

Bürger sollen über Ostern auch auf grössere Tagesausflüge verzichten

04:15 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus sollen die Menschen in Deutschland über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu weiter entfernten touristischen Zielen verzichten. Das geht aus dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern hervor, wie ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erläuterte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch dazu aufgefordert, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Dieser ergänzende Hinweis solle verdeutlichen, auch Ausflüge mit oder zu Bekannten und Verwandten zu vermeiden, die mit einer Rückkehr am selben Tag enden, sagte der Regierungssprecher. "Überregional" beziehe sich auf touristische Ziele, die an Feiertagen generell gerne aufgesucht werden, aber durchaus weiter vom jeweiligen Wohnort entfernt liegen. Ziel sei, eine grossflächige Vermischung bisher isolierter Kontaktgruppen und auch Kontakte durch mögliches Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs zu verhindern. "Letztlich sollen alle Reisen, egal ob von langer oder kurzer Dauer, vermieden werden."

In den Bundesländern beginnen nun nach und nach die Osterferien. Allerdings sind die Schulen bereits bundesweit wegen der Coronakrise geschlossen. Bund und Länder hatten am Mittwoch zudem beschlossen, die generellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens, zu denen auch Ladenschliessungen zählen, vorerst bis 19. April in Kraft zu belassen.

Lehrerverband: Schulen auf absehbare Zeit nicht wie vor Corona

01:00 Uhr: Der deutsche Lehrerverband rechnet angesichts der Coronakrise mit einer längeren Ausnahmesituation für die Schulen. "Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Schulkonzerte, Ausflüge, Klassenfahrten – das alles wird es erstmal nicht mehr geben."

Falls die Schulen nach den Osterferien wieder schrittweise geöffnet werden sollten, könnten laut Meidinger zunächst die Abschlussklassen wieder zurückkommen. "Dann wäre eine räumliche Entzerrung möglich. Nach und nach könnten dann je nach
Entwicklung der Infektionsschutz-Regeln die anderen Klassenstufen wieder dazu kommen."

Trump zum zweiten Mal negativ auf Coronavirus getestet

00:15 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist ein zweites Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden. Trump sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weissen Haus, er habe sich einem neuen Schnelltest "vor allem aus Neugier" unterzogen, um zu sehen, wie lange ein Ergebnis dauere. Das Resultat habe innerhalb von "14 oder 15 Minuten" vorgelegen. Der Test selbst habe "buchstäblich eine Minute" gedauert und sei deutlich angenehmer als die erste Untersuchung gewesen. Auch das Weisse Haus veröffentlichte das negative Testergebnis.

Bereits Mitte März hatte sich Trump auf das Coronavirus testen lassen, damals unter öffentlichem Druck. Trump war zuvor bei einem Besuch des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago mit mindestens zwei Personen in Kontakt gewesen, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Alle Meldungen vom Donnerstag, 2. April:

Kreuzfahrtschiff "Zaandam" in Hafen in Florida eingelaufen

23:18 Uhr: Die Odyssee des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes "Zaandam" ist vorbei. Das Schiff legte am Donnerstag im Hafen von Fort Lauderdale in Florida an. Die Passagiere sollen von der Stadt nahe Miami aus zum Grossteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollen aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben, wie der Bürgermeister von Fort Lauderdale, Dean Trantalis, mitteilte.

Kurz hinter der "Zaandam" nahm das Schwesterschiff "Rotterdam" ebenfalls Kurs auf den Hafen. Beide Schiffe haben zusammen rund 2500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Nach Angaben der Reederei hatten auf beiden Schiffen insgesamt mehr als 230 Passagiere und Besatzungsmitglieder seit dem 22. März grippeähnliche Symptome entwickelt. Aktuell seien noch etwa 45 Passagiere krank und nicht reisefähig. Sie könnten an Bord bleiben und dort bis zu ihrer Erholung isoliert werden. Einzelne Personen, geschätzt weniger als zehn, bräuchten jedoch dringend medizinische Betreuung an Land. Rund 1.200 Passagiere seien in gutem gesundheitlichem Zustand und könnten unter den nötigen Schutzvorkehrungen die Heimreise antreten.

Auf der "Zaandam" waren ursprünglich auch 79 Deutsche - die meisten von ihnen wurden auf die "Rotterdam" verlegt, auf der es keine positiv auf das Virus getesteten Passagiere geben sollte.

Spahn gegen zu frühe Aufhebung der Corona-Massnahmen

23:03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem zu frühen Ausstieg aus den Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. Zu sehen sei zwar ein Abflachen bei den Steigerungsraten, dies sei aber noch kein abschliessender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Massnahmen wie Schul- oder Geschäftsschliessungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen. "Sagen wir die Richtung stimmt, ob sie dauerhaft anhält, das werden wir die nächsten Tage sehen."

Mehr als eine Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen weltweit

22:40 Uhr: Drei Monate nach Bekanntwerden der ersten Corona-Infektionen in China steigt die Zahl der nachgewiesenen Fälle weltweit auf mehr als eine Million. Die Dunkelziffer dürfte bei Fallzahlen und Totenzahlen hoch sein, sagen Wissenschaftler. Zum einen hängt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen davon ab, wie viele Menschen überhaupt getestet werden. Praktisch kein Land der Welt hat genügend Tests und Laborkapazitäten zur Auswertung. Zudem haben manche Länder spät mit dem Testen angefangen oder setzen bewusst auf eine selektive Teststrategie. Zum anderen dürften viele Menschen mit Vorerkrankungen oder im hohen Alter durch die Virusinfektion gestorben sein, ohne dass Ärzte das zu dem Zeitpunkt erkannt hatten oder prüfen konnten.

US-Experten: Weltweit mehr als 50.000 Tote durch Coronavirus

21:05 Uhr: Weltweit sind nach Angaben von US-Experten bereits mehr als 50.000 Menschen am Coronavirus gestorben. Das geht aus Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervor. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionsfälle lag demnach am Donnerstag bei über einer Million. In den USA wurden bislang die meisten Infektionen gemeldet, gefolgt von Italien, Spanien, China und Deutschland.

Mehr als 5.300 Menschen starben nach Angaben der US-Universität bislang in den Vereinigten Staaten an dem Virus. In Italien waren es rund 14.000, in Spanien mehr als 10.000 und in China rund 3.300.

In Deutschland wurden nach Zählungen der Deutschen Presse-Agentur bislang 79.450 Infektionen und 1001 Tote durch das Virus gemeldet. Das geht aus einer Auswertung hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

US-Behörden stellen mehr als 190.000 gehortete Schutzmasken sicher

21:00 Uhr: US-Behörden haben bei Ermittlungen mehr als 190.000 gehortete Atemschutzmasken sichergestellt, die nun an medizinisches Personal gehen sollen. Die US-Bundespolizei habe etwa 192.000 Masken des Typs N95 bei einem Einsatz entdeckt, ebenso wie fast 600.000 medizinische Handschuhe, 130.000 Operationsmasken und weitere medizinische Produkte, zum Beispiel Desinfektionsmittel. Das teilte das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Die Vorräte würden nun an medizinisches Personal in den besonders von der Corona-Krise betroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey verteilt.

Mexikos Strände machen wegen Coronavirus zu

20:55 Uhr: Mexiko schliesst wegen der Corona-Pandemie seine Strände. Entsprechende Verordnungen traten ab Donnerstag nach und nach in Orten wie Cancún und Acapulco in Kraft, nachdem sich die Regierungen der Bundesstaaten am Mittwochabend (Ortszeit) Medienberichten zufolge mit dem nationalen Gesundheitsministerium darauf verständigt hatten. Das Ministerium habe auch die Hotels angewiesen, sie müssten schliessen, twitterte der Gouverneur von Baja California Sur, Carlos Mendoza.

Berliner Senat verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 19. April

20:50 Uhr: Die Menschen in Berlin müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in den kommenden zwei Wochen mit deutlichen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit leben. Der Senat verlängerte das seit 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag wie angekündigt bis zum 19. April, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zunächst war die Verordnung bis zu diesem Sonntag befristet.

2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Kliniken mit Corona infiziert

19:45 Uhr: Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind 2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der "Süddeutschen Zeitung" auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. Für eine Bestätigung war das RKI am Donnerstagabend nicht mehr zu erreichen.

Bundeswehr will Desinfektionsmittel selbst herstellen

19:22 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie und Engpässen in der Versorgung will die Bundeswehr eigene Desinfektionsmittel herstellen. "Grundsätzlich werden durch die Bundeswehrapotheken keine Desinfektionsmittel hergestellt. Aufgrund der besonderen Situation in der Bekämpfung des Coronavirus werden derzeit Massnahmen getroffen, diese Herstellungskapazitäten zu ermöglichen", zitierte die "Welt" eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

Spahn für Extra-Geld für Pflegepersonal

18:40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für Bonuszahlungen für Pflegerinnen und Pfleger wegen der hohen Belastungen in der Corona-Krise ausgesprochen. "Ich würde gerne zusammen mit den Arbeitgebern schauen, wie wir Wege finden, denjenigen, die jetzt Grossartiges leisten, jeden Tag, dafür noch mal eine besondere Anerkennung zu geben", sagte er am Donnerstag bei "Bild Live".

Grundsätzlich müsse es darum gehen, denjenigen, die in dieser Zeit in Kliniken, Praxen und Gesundheitspflege besonders mit anpackten, sagen zu können, das wolle man auch finanziell noch einmal besonders vergüten. "Die Idee finde ich richtig - und darüber möchte ich gerne mit den Arbeitgebern in der Pflege reden", sagte Spahn.

In Italien sterben erneut mehr als 750 Corona-Infizierte

18:35 Uhr: In Italien sind innerhalb eines Tages erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben. Die Zahl der Menschen, die aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind, kletterte am Donnerstag um knapp 2.500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Doch insgesamt zeigten die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom am Abend vorstellte, weiter eine Stabilisierung des Trends. Demnach sind dort seit Beginn der Coronawelle im Februar 13.915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760 mehr als am Vortag.

Zunehmende Betrugsversuche von Cyberkriminellen in Corona-Krise

17:33 Uhr: In der Corona-Krise versuchen Cyberkriminelle verstärkt, an Daten von Unternehmen und Bürgern zu kommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte am Donnerstag mit, es beobachte aktuell eine Zunahme von Cyberangriffen mit Bezug zum Coronavirus.

So würden Unternehmen und Betriebe etwa per E-Mail aufgefordert, persönliche oder unternehmensbezogene Daten auf gefälschten Webseiten preiszugeben.

Die Cyberkriminellen geben sich laut BSI dabei als vermeintliche Institutionen zur Beantragung von Soforthilfegeldern aus. Die Behörde stellte zudem fest, dass deutlich mehr Domainnamen mit Schlagwörtern wie "Corona" oder "Covid" registriert werden. Zum Teil stecken dahinter Kriminelle.

Nutzer würden etwa auf Webseiten zum Download und anschliessender Installation vermeintlicher Softwareupdates aufgefordert, mit denen tatsächlich die Systeme der Nutzer mit Schadprogrammen infiziert würden, erklärte das BSI.

Betrüger versuchen nach Beobachtungen der Behörde zudem aus der erhöhten Nachfrage nach Schutzbekleidung oder Atemmasken Kapital zu schlagen. Dabei werde die bestellte und bezahlte Ware dann am Ende nicht oder nur in minderwertiger Qualität geliefert, erklärte das BSI.

Mitten in Coronakrise über 200 Bonner Klinikpatienten wegen Kriegsbombe verlegt

16:45 Uhr: Mitten in der Coronakrise ist der Betrieb des Uniklinikums in Bonn am Donnerstag durch die Entschärfung eines Bildgängers aus dem Zweiten Weltkrieg stark eingeschränkt worden.

Ein Teil der im Stadtteil Venusberg gelegenen Klinik musste evakuiert werden, wie die Stadt mitteilte. Betroffen waren demnach 213 Patienten, davon 69 Intensivpatienten. Medienberichten zufolge mussten auch mit dem Coronavirus infizierte Menschen verlegt werden.

Die meisten der betroffenen Patienten wurden vorübergehend in anderen Teilen der Bonner Uniklinik untergebracht, 23 stationäre und 14 Intensivpatienten mussten in externe Einrichtungen verlegt werden. Die Entschärfung der Fünf-Zentner-Weltkriegsbombe am Donnerstagnachmittag verlief nach Angaben der Stadt planmässig.

Der Blindgänger war am Mittwoch bei Bauarbeiten auf dem Krankenhausgelände gefunden worden. Während der Entschärfung mussten auch rund 1200 Anwohner des benachbarten Stadtteils Dottendorf ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Sachsen-Anhalt prüft möglicherweise unzuverlässige Corona-Tests

16:21 Uhr: In Sachsen-Anhalt wird derzeit geprüft, ob zahlreiche Corona-Tests keine zuverlässigen Ergebnisse liefern. Betroffen seien 1.675 Testsets, die vom Bund bereitgestellt wurden, bestätigte das Sozialministerium der Deutschen Presse-Agentur. Diese stehen im Verdacht, vor allem für Bakterien aber nicht für Viren geeignet zu sein. Das Landesamt für Verbraucherschutz untersuche nun, ob die Tests keine aussagekräftigen Ergebnisse lieferten, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Donnerstag.

Wie viele dieser Tests bereits eingesetzt wurden, ist unklar. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass Experten den Tests bereits ansehen könnten, dass diese vor allem für Bakterien gedacht seien, heisst es aus dem Sozialministerium. Wenn sich herausstelle, dass die Tests tatsächlich keine zuverlässigen Ergebnisse liefern, werden sie den Worten von Grimm-Benne zufolge an den Bund zurückgeschickt.

Podcast "Logbuch Quarantäne": Martina ist in Honduras gestrandet

16:05 Uhr: Martina sitzt gemeinsam mit ihrer Reisebegleitung Steffen in Mittelamerika fest. In Honduras hat sie eine wahre Abenteuerreise hinter sich. Dort ausharren zu müssen, ist für sie spannend und nervenaufreibend zugleich.

Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Martinas ganze Geschichte.

Sie wollen weitere Geschichten von gestrandeten Urlaubern erfahren? In unserem Übersichtsartikel "Angst, Wut und Verzweiflung: Gestrandete Urlauber erzählen ihre Geschichte" finden Sie alle Folgen unseres Podcasts "Logbuch Quarantäne".

Studie bestätigt: Geruchs- und Geschmacksverlust häufig Symptome für Covid-19

15:46 Uhr: Geruchs- und Geschmacksverlust sind einer neuen Studie zufolge sehr oft Symptome für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Wissenschaftler aus Belgien untersuchten für die Studie 417 infizierte Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf. Von ihnen berichteten 86 Prozent von einer Beeinträchtigung des Geruchssinns, der Grossteil von ihnen roch sogar überhaupt nichts mehr. Über Probleme mit dem Geschmackssinn klagten 88 Prozent.

Der teilweise oder volle Verlust des Geschmackssinns bei Patienten ohne HNO-Vorerkrankungen müsse als "spezifisches Merkmal" für eine Corona-Infektion angesehen werden, schreiben die Studienkoordinatoren Jérôme Lechien und Sven Saussez.

Als Vorsichtsmassnahme sollten solche Patienten "als potenziell mit Covid-19 infiziert und deshalb für mindestens sieben Tage isoliert werden". Dies gelte auch für den Fall, dass diese kein anderes charakteristisches Symptom aufwiesen.

Auffallend bei der Untersuchung: Frauen waren deutlich öfter von Problemen mit dem Geruchssinn betroffen als Männer. Insgesamt hatten 44 Prozent der Patienten nach zwei Wochen ihren vollen Geruchssinn wieder. Es könne allerdings auch bis zu ein Jahr dauern, sagten die Forscher der Universität Mons voraus.

Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz

15:19 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert.

Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hiess es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hiess es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben.

Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden.

Ausserdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Steinmeier dankt Kirchen für Arbeit in Coronakrise

15:10 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Kirchen für ihr Engagement im Kampf gegen die Corona-Pandemie gedankt. Sie hätten früh Massnahmen zum Schutz der Menschen getroffen, unzählige Veranstaltungen und vor allem die herkömmlichen Gottesdienste abgesagt, sagte Steinmeier am Donnerstag in Berlin.

Zuvor hatte er mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, telefoniert.

"Das bedeutet – gerade auch in der anstehenden Osterzeit – einen beispiellosen Einschnitt in das religiöse Leben für viele Gläubige in unserem Land", betonte Steinmeier.

Gleichzeitig gebe es in den Gemeinden viele kreative Ideen, um den Menschen unter den widrigen Umständen geistliche Angebote zu machen und sie virtuell zusammenzubringen, zum Beispiel durch gestreamte Gottesdienste oder zeitgleiche gemeinsame Gebete.

6,65 Millionen neue Arbeitslosenmeldungen in den USA

14:40 Uhr: Die Coronavirus-Krise treibt die Arbeitslosenzahlen in den USA massiv in die Höhe. In der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

In der Vorwoche hatte es bereits rund 3,3 Millionen Erstanmeldungen gegeben.

Allgemeine Atemmaskenpflicht: Mehrheit der Deutschen laut Umfrage dafür

14:39 Uhr: 57 Prozent der Deutschen befürworten eine allgemeine Atemmaskenpflicht im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa für die RTL-Mediengruppe hervor. 35 Prozent lehnen dies ab.

Unter Frauen ist der Anteil derjenigen, die eine Anordnung begrüssen würden, mit 62 Prozent höher als unter Männern mit 52 Prozent.

Zugleich glaubt der Umfrage zufolge rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent), dass sie sich durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch selbst vor Infektionen schützen - dies ist Fachleuten zufolge aber nicht der Fall.

Einfache oder gar selbstgebastelte Atemmasken helfen allenfalls temporär etwas, indem sie das Risiko sogenannter Schmierinfektionen durch die eigenen Hände im Gesicht senken. Sie sollen aber in erster Linie etwaige Ansteckungen anderer verhindern.

In Deutschland wird derzeit kontrovers darüber diskutiert, ob eine Maskenpflicht eine sinnvolle Massnahme im Kampf gegen Corona sein könnte. Ein Argument ist dabei unter anderem auch die ohnehin extrem gespannte Versorgungslage für Schutzausrüstung. So ist derzeit nicht einmal eine ausreichende Ausstattung in allen Bereichen des Pflege- und Gesundheitssystems gewährleistet.

Durch Coronakrise: Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

13:57 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet infolge der Coronakrise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland. "Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne - der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage dann im zweiten Halbjahr wieder normalisiere.

Nach der Pandemie solle die Wirtschaft wieder "durchstarten". Dafür werde innerhalb der Bundesregierung an einem Konjunkturprogramm gearbeitet.

Infolge der Coronakrise mussten viele Geschäfte und Restaurants dicht machen, in vielen Fabriken wird nicht mehr produziert, weltweite Lieferketten sind unterbrochen. Altmaier sagte, der Gesundheitsschutz habe Priorität. Er sprach von einer Krise, die es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher so nicht gegeben habe.

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

13:11 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 119 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 32 aus Italien und zwei aus den Niederlanden.

Für Kranke aus Italien sind noch 49 weitere Betten reserviert, für Frankreich sind es noch 13. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hiess es aus dem Auswärtigen Amt.

Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Schon mehr als eine halbe Million Corona-Infektionen in Europa

12:46 Uhr: In Europa sind mittlerweile bereits mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag auf Grundlage von Behördenangaben berechnete, steckten sich auf dem Kontinent 508.271 Menschen nachgewiesenermassen an, 34.571 der Infizierten starben.

Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Mit jeweils mehr als 100.000 Fällen ist die Lage in Italien und Spanien besonders ernst. In Italien starben bereits 13.155 Infizierte - so viele wie in keinem anderem Land der Welt.

Die Zahl der weltweiten Infektionen bewegt sich auf die Millionenmarke zu: 940.815 Infektionen wurden bislang nachgewiesen, zudem wurden weltweit 47.863 Corona-Tote registriert.

Weil Testkapazitäten beschränkt sind und vielfach Infizierte mit leichten oder fehlenden Symptomen nicht getestet werden, dürften die wirklichen Fallzahlen deutlich höher liegen.

Französische Politiker: USA kaufen Schutzmasken in China auf

12:17 Uhr: Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen.

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Frankreich hat wegen der Coronakrise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen.

Die Region Grand Est umfasst neben dem Elsass auch Lothringen und Champagne-Ardenne. Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft sie als Krisenregion ein. Dort kamen offiziell 1585 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben. Erstmals eingerechnet wurden nun auch 570 Tote in Altenheimen.

Aldi holt Pasta aus Italien mit Sonderzügen nach Deutschland

12:04 Uhr: Nudel-Nachschub per Bahn statt Lastwagen: Damit es auch künftig genug Pasta im Regal gibt, holt Aldi zusammen mit DB Schenker die Ware nun per Sonderzug aus Italien nach Deutschland.

"Mehrere Sonderzüge haben bereits in einer ersten Lieferung über 60.000 Pakete Fusilli, mehr als 75.000 Pakete Penne und weit über eine Viertelmillion Pakete Spaghetti aus Italien nach Nürnberg gebracht", heisst es in einer Mitteilung des Discounters vom Donnerstag.

Insgesamt habe die Bahn-Logistiktochter Schenker mehr als 200 Tonnen Pasta in rund 300 Paletten geliefert. Von Nürnberg aus lieferten Lkw die Pakete an Filialen in Süddeutschland aus.

Haltbare Lebensmittel wie Nudeln sind nach Aldi-Angaben in der Coronavirus-Krise stark gefragt. Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, die Waren nach Deutschland zu transportieren. "Weil Transporte nach Italien aktuell rückläufig sind, fehlen dort Lkw und Züge für den Weg zurück." Mit der nun geschaffenen Alternative sei man nicht mehr nur von einem Spediteur abhängig und könne flexibel auf Engpässe reagieren.

Eine weitere Lieferung mit mehr als 250 Paletten ist laut Mitteilung bereits auf dem Weg. Momentan liefen Gespräche zwischen Aldi und Schenker, ob es solche Sonderzüge in Zukunft regelmässig geben werde, sagte ein Sprecher des Logistikunternehmens.

Coronavirus breitet sich auch in Lateinamerika und der Karibik schnell aus

11:57 Uhr: Auch in Lateinamerika und der Karibik breitet sich das neuartige Coronavirus schnell aus. Bis Mittwoch stieg die Zahl der nachgewiesenermassen Infizierten in der Region auf mehr als 20.000. Sie lag damit doppelt so hoch wie noch vor fünf Tagen.

In der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil bargen Armee und Polizei im Zuge der Coronakrise binnen drei Tagen 150 Leichen aus Häusern, wie Regierungssprecher Jorge Wated erklärte. Wieviele der Toten tatsächlich an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben, teilte er nicht mit.

Die meisten Coronavirus-Infektionen in Lateinamerika wurden bislang in Brasilien registriert. Dort wurden offiziellen Angaben zufolge 5.717 Fälle nachgewiesen, 201 der Infizierten starben.

Kabinett für Gutscheine bei abgesagten Veranstaltungen und Reisen

11:40 Uhr: Die Bundesregierung will bei abgesagten Reisen sowie bei Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit eine Gutscheinlösung für Kunden - statt einer sofortigen Rückzahlpflicht.

Das "Corona"-Kabinett stimmte einer entsprechenden Lösung zu, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr. Die Gutscheine sollen befristet sein bis Ende 2021.

Neben Deutschland wollten auf EU-Ebene viele weitere Mitgliedsstaaten eine solche Lösung. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen.

Söder: Brauchen in Deutschland am Ende Milliarden Masken

11:19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken.

"Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchten am Donnerstag einen Automobilzulieferer, der seinen Betrieb angesichts der Coronakrise auf die Produktion von Masken umstellt.

Üblicherweise werden in dem Werk der Firma Zettl Zubehörteile wie Sitzbezüge oder Türverkleidungen hergestellt. "Das sind Corona-Schutzmasken", sagte Söder. Diese seien höherwertiger als OP-Masken und "auf dem Weg zu einer FFP2-Maske".

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3).

Solche FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

Von der Leyen räumt Fehler in Coronakrise ein - Milliardenhilfe

10:58 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in der Coronakrise Fehler der Europäischen Union im Umgang mit Italien eingeräumt und Hilfen in Milliardenhöhe für Kurzarbeiter versprochen.

"Die Union wird bis zu hundert Milliarden Euro zugunsten der am stärksten betroffenen Länder, angefangen mit Italien, bereitstellen, um die Kürzung der Gehälter der Kurzarbeiter auszugleichen", schrieb von der Leyen in einem Beitrag für die Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag). "Alle Mitgliedsländer werden dazu beitragen, dieses neue Instrument (...) zu ermöglichen."

Italien hat in der Krise so viele Tote wie kein anderes Land gemeldet, gefolgt von Spanien. Die wirtschaftlichen Schäden durch die strikten Ausgangssperren sind enorm.

"Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten", schrieb von der Leyen.

"Es war ein schädliches Verhalten, das hätte vermieden werden können." Inzwischen habe Europa aber das Tempo geändert. "Wir haben alles, was möglich ist, getan, um die europäischen Länder dazu zu bringen, wie ein Team zu handeln und eine koordinierte Antwort auf ein gemeinsames Problem zu gewährleisten", schrieb die deutsche Politikerin.

Von der Leyen will am Donnerstag ihren Plan zur Unterstützung von Kurzarbeitern in der Europäischen Union vorstellen. Die Initiative namens "Sure" soll den von der Coronakrise besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugute kommen. Geplant sind Kredite, die mit Hilfe von Garantien aus allen Mitgliedstaaten finanziert werden sollen.

Mehr als 73.900 Corona-Nachweise in Deutschland - 879 Tote

10:49 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 73.900 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 67.100) mit dem neuen Coronavirus registriert worden.

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.200 Fällen und mindestens 197 Toten und Bayern mit mehr als 17.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 241 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 132,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 89,0.

Mindestens 879 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 701) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Kind: Neustart nach Coronakrise ähnlich wie WM 1954 nach dem Krieg

10:38 Uhr: Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 hofft in der Coronakrise auch aus gesellschaftlichen Gründen auf eine schnelle Fortsetzung des Profifussball-Betriebs.

"Es wäre ein emotionales und positives Signal, das den Menschen Vertrauen und Hoffnung gibt, wenn wir wieder spielen", sagte der 75-Jährige dem "Sportbuzzer" (Donnerstag). "Es beginnt wieder, es geht wieder los." Das sei "ein klein bisschen wie nach dem Krieg mit der Weltmeisterschaft 1954".

Vorerst ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga bis zum 30. April ausgesetzt. Die Vereine hoffen primär aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Fortsetzung der im März unterbrochenen Saison, weil ihnen ansonsten Einnahmeausfälle in Millionenhöhe drohen.

Griechenland riegelt Flüchtlingslager wegen Coronavirus-Infektionen ab

10:23 Uhr: Griechenland hat am Donnerstag ein Flüchtlingslager nahe Athen abgeriegelt, nachdem 21 Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren.

Der Zugang zum Ritsona-Lager werde für zwei Wochen eingeschränkt, teilte das Migrationsministerium mit. Zudem werde zusätzliches medizinisches Personal in die Region geschickt.

Eine Frau aus dem Lager war diese Woche nach der Geburt ihres Kindes in einem Athener Krankenhaus positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste nachgewiesene Infektionsfall in einem griechischen Flüchtlingslager.

Inzwischen seien auch 20 weitere Flüchtlinge positiv getestet worden, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter des Lagers hätten sich nicht infiziert. Insgesamt wurden 63 Menschen getestet.

In Griechenland sind bislang 1.415 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. 50 Infizierte starben. Die Sorge ist gross, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte.

Söder fordert europäischen Marshallplan wegen Coronakrise

09:50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Coronakrise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wiederaufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt". Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab.

"Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". Es werde darum gehen, ob Europa ökonomisch seinen Platz in der Welt behaupten könne.

"Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden, "um schnell und kraftvoll zu helfen". Anders als in der Finanzkrise solle dabei diesmal auf strikte Reformauflagen für betroffene Länder verzichtet werden.

Der CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen warnte allerdings davor, die EU als Ganzes durch einen Grundsatzstreit über Eurobonds in Gefahr zu bringen.

"Ein umstrittenes Instrument zum Glaubwürdigkeitstest für die EU zu machen, wie es Italien derzeit tut – das ist kein kluges politisches Verhalten", mahnte er einerseits.

Doch das "kategorische Nein aus anderen europäischen Ländern ist auch nicht förderlich für den europäischen Zusammenhalt", sagte Röttgen weiter ebenfalls dem "Handelsblatt".

Statistik: Deutschlands Versorgungsdichte mit Intensivbetten ist hoch

09:44 Uhr: Deutsche Krankenhäuser verfügen im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, geht dies aus einem Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) auf Grundlage verschiedener Erhebungen in zehn ihrer Mitgliedstaaten aus den Jahren 2013 bis 2020 hervor. Demnach kamen in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner. In der aktuelle Coronakrise sollen die Kapazitäten aber erweitert werden.

Auch Österreich (28,9 Intensivbetten je 100.000 Personen) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen den Angaben zufolge eine vergleichsweise hohe Dichte auf.

Deutlich geringer waren die Kapazitäten in den gegenwärtig besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

Hamburg plant Bussgelder bis zu 25.000 Euro bei Corona-Verstössen

09:30 Uhr: In der Coronakrise will Hamburg mit Bussgeldern schnell und spürbar Verstösse gegen die Auflagen bestrafen. Das sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag im Sender NDR 90,3. Die meisten Hamburger hielten sich sehr gut an die geltenden Regeln, aber es gebe täglich eine etwa dreistellige Zahl an Verstössen.

"Hier wollen wir einfach mit Bussgeldern jetzt dagegen noch etwas besser vorgehen können, weil das ist dann eine sehr schnelle spürbare Folge von Verstössen und damit versprechen wir uns dann noch bessere Durchsetzbarkeit", sagte Grote.

Der Hamburger Senat will laut NDR die neue Verordnung zur Corona-Pandemie mit den Bussgeldern noch am Donnerstag beschliessen, sie könnte dann am Freitag in Kraft treten.

Laut "Bild" werden 150 Euro fällig bei Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit oder beim Betreten von Spielplätzen. Wer sogenannte Corona-Partys abhalte, muss laut "Bild" dann 1.000 Euro zahlen. Ungenehmigte Ladenöffnungen würden demnach mit 2.500 Euro und die Öffnung von Speiselokalen mit 4.000 geahndet. Wer mehrfach erwischt werde, dem drohten Strafen von bis zu 25.000 Euro.

Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun

08:30 Uhr: Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Giessen.

Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

Paket- und Kurierbranche leidet unter Wegfall von Geschäftspost

07:43 Uhr: Weniger Warenlieferungen aus Asien und Amerika und weniger Geschäftspost: Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Kurier- und Paketdienste nach Angaben aus der Branche negativ aus - trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte.

"Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazu kommt", sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der grossen Paketdienste wie DHL und DPD an.

Problematisch sei für viele Dienstleister unter anderem, dass lukrative Fahrten von Unternehmenszentralen zu Filialen ausblieben. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert. Auch die geschlossenen Grenzen haben laut dem BdKEP einen negativen Effekt. "Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen", sagt Schumann.

Mann in London wegen Corona-Infektionsdrohung gegen Polizisten verurteilt

06:45 Uhr: In London ist ein Mann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er einen Polizisten angehustet und diesem mit einer Corona-Infektion gedroht hatte. Der 55-Jährige war von dem Beamten gestoppt worden, als er an den Türgriffen von geparkten Wagen herumgefingert hatte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann habe daraufhin ausgerufen, dass er mit dem Coronavirus infiziert sei und den Beamten anstecken werde.

Der Mann hustete den Angaben zufolge daraufhin in Richtung des Polizisten. Ausserdem habe er dem Beamten ins Gesicht gespuckt und gedroht, diesen zu beissen. Der 55-Jährige wurde nun auf Grundlage eines Gesetzes verurteilt, das seit November 2018 in Kraft ist und bis zu einjährige Haftstrafen für Angriffe auf Sicherheitskräfte während Einsätzen in Notfallsituationen vorsieht.

Hygieniker werben für einfache Schutzmasken im Kampf gegen Corona - RKI: "Keine Evidenz"

06:03 Uhr: Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. "Wer angehustet wird und einen Mund-Nase-Schutz (MNS) trägt, schützt sich vor dem grössten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen.

"Auch eingenähte Damenbinden können sinnvoll sein, sie erhöhen den Schutz und fangen zusätzlich Feuchtigkeit auf", sagte Walger. Durchfeuchtete Masken liessen sich rasch trocknen. "Bei 70 Grad in Mikrowelle oder Ofen sterben alle Viren ab." Walger sagte, wer etwa aus einem Meter von einem Infizierten angehustet werde, sei durch ein Tuch oder selbst einen Schal in einem hohen Masse davor geschützt, die Tröpfen einzuatmen, denn sie blieben im Schal hängen. Nur ein kleiner Teil würde durch die Poren hindurchfinden, und das auch nur bei grosser Nähe zum Hustenden.

Auf der Strasse sei das Tragen von MNS nicht unbedingt notwendig, sagte der DGKH-Sprecher weiter. An der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchen-Wolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr höher, werde aber auch dort durch einen einfachen MNS "erheblich" verringert. "Daher: Jede Maske schützt! Und je häufiger gelüftet wird, umso effektiver kann sie schützen."

Es sei "absolut ausreichend", bei Kontakten unter Nicht-Risikogruppen und im normalen sozialen Leben einen einfachen Mund-Nase-Schutz zu tragen. "Deswegen sollten jede Firma und jede Institution, die kann, Stoffmasken herstellen."

Das Robert-Koch-Institut teilt dagegen auf seiner Webseite mit, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert".

Coronakrise macht auch Schaustellern schwer zu schaffen

05:37 Uhr: Die Coronakrise macht auch den Schaustellern in Deutschland zu schaffen. "Dass die neue Saison jetzt nicht kommt, trifft uns hart", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) und Präsident der Europäischen Schausteller-Union. Schliesslich hätten die meisten seiner Kollegen seit den Weihnachtsmärkten kein Geld mehr verdient. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden Volksfeste abgesagt, darunter etwa der Hamburger Dom oder die Frankfurter Dippemess.

Nötig seien nun schnelle unbürokratische Sofortzahlungen, so Ritter. Und was die Kredite betreffe - da sei es wichtig, diese mit zahlbaren Zinsen zu belegen.

Bundesweit gibt es nach DSB-Angaben mehr als 5.000 Schaustellerunternehmen, die auf etwa 9.750 Volksfesten und 3.000 Weihnachtsmärkten unterwegs sind. Die Bedeutung der Branche sei gerade in Zeiten wie diesen nicht zu unterschätzen, sagte Ritter. "Wir sind auch systemrelevant. Wir sind das grösste Antidepressivum im Land. Wir müssen den Leuten nach der Krise wieder Lebensfreude anbieten und dafür sorgen, dass die Kinder wieder lachen können."

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

05:07 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Italien ist mit mehr als 110.000 Infizierten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in der Europäischen Union. Frankreich hat nach Zählung der Johns Hopkins Universität in den USA knapp 58.000 Infizierte und ist damit hinter Italien, Spanien und Deutschland das Land mit den viertmeisten Fällen, die Niederlande haben knapp 14.000 Infizierte registriert.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hiess es aus dem Auswärtigen Amt. Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Partnersuche in der Krise: Institute leiden am meisten

05:00 Uhr: Die Coronakrise wirkt sich auch auf Partnervermittlungen und Singlebörsen in Deutschland aus. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", sagt Simone Janssen, Pressesprecherin des Gesamtverbands der Ehe- und Partnervermittlungen, der bundesweit zehn Unternehmen mitsamt Filialen vertritt.

Es habe einen absoluten Einbruch bei den klassischen Instituten gegeben. Schwer haben es auch Partnerbörsen, die sich speziell an Corona-Risikogruppen wenden. Der hessische Anbieter Lebensfreude50.de etwa spricht Senioren an und muss nun mit einem deutlichen Umsatzrückgang kämpfen.

Bei der Hamburger Parship Group, zu der Parship und ElitePartner gehören, wurden bei Registrierungen oder Plattformaktivität bislang noch keine klaren Veränderungen festgestellt. Die Dating-App Tinder verzeichnet dagegen eine intensivere Nutzung ihres Angebots: Um zehn bis 30 Prozent habe sich die durchschnittliche Gesprächsdauer im März im Vergleich zum Vormonat verlängert.

Verband spricht von katastrophalen Corona-Folgen für Prostituierte

04:27 Uhr: Die Coronakrise mit dem derzeitigen Berufsverbot für Prostituierte hat laut dem Berufsverband für die Sexarbeiterinnen "katastrophale Folgen". "Die Frauen auf dem Strassenstrich trifft es am allerschlimmsten", sagte Nicole Schulze vom Vorstand des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen der Deutschen Presse-Agentur. Sie fielen durch alle Soforthilfen durch, da sie häufig gar nicht registriert seien. Auch Hartz IV könnten viele nicht beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten.

Schulze, im Berufsverband für den Strassenstrich zuständig, sagte, sie bekomme jeden Tag zig Anrufe von Frauen, die kein Geld mehr für Lebensmittel hätten. Oft handele es sich um Migrantinnen, die nicht in ihre Heimatländer zurück könnten, weil Grenzen dicht seien. Nach Angaben von Schulze (40), die selbst seit 16 Jahren auf dem Strassenstrich arbeitet, sind Hunderte Frauen derzeit in einer kritischen Lage, weil Einnahmen weggebrochen sind.

Daher hat Schulze einen Spendenaufruf auf der Plattform Leetchi im Internet gestartet. Rund 2.000 Euro seien bisher zusammengekommen. Zudem habe sie die Beratungsstelle Ara in Trier (Rheinland-Pfalz) mit ins Boot geholt, an die auch gespendet werden könne. "Die Frauen brauchen schnell Hilfe", sagte Schulze. Ihnen drohe neben Hunger die Obdachlosigkeit.

Schulze, die im Raum Trier in einem Wohnmobil als Sexarbeiterin tätig ist, hat Hartz IV beantragen können. Auch sie überlegt, wie sie Geld verdienen kann, wenn die Krise noch lange anhalte. Auf Telefonsex oder Dienstleistungen über Webcam will sie nicht umsteigen. "Da geht es mir wie allen auf der Strasse: Ich kenne mich mit Computertechnik nicht aus." Sie könne sich aber vorstellen, als Sexualassistentin für Behinderte zu arbeiten.

Bundesweit sind laut Schulze rund 38.000 Prostituierte angemeldet. Die tatsächliche Zahl liege aber deutlich höher.

Deutsche Firmen in China nehmen nur langsam Fahrt auf

04:00 Uhr: Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer grosse Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. "Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren", sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen sind nach wie vor gravierend", teilte die Kammer mit. Mehr als zwei Drittel der befragten Firmen prognostizierten demnach für das erste Halbjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang.

Trump rät Bevölkerung als Schutz vor Corona-Ansteckung zum Schal

01:52 Uhr: US-Präsident Donald Trump rät der Bevölkerung angesichts des Mangels an Atemschutzmasken in der Coronakrise, sich stattdessen mit einem Schal vor einer Ansteckung zu schützen. Schals oder Tücher würden von Experten sehr empfohlen und seien je nach Material "in gewisser Weise" sogar besser geeignet, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weissen Haus in Washington. Genauer wurde er nicht. Er betonte aber: "Ich sehe nicht, wo das schadet." Wichtig sei, medizinischem Personal keine Masken wegzunehmen.

Bereits am Dienstag hatte Trump den Amerikanern dazu geraten, sie könnten statt eines Mundschutzes auch einen Schal benutzen. "Jeder hat einen Schal." Zum Schutz vor dem Coronavirus sei nicht zwingend eine Maske erforderlich.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken auch in den USA zur Mangelware geworden. Die US-Regierung bemüht sich seit Tagen, die Produktion von Schutzmasken insbesondere für medizinisches Personal hochzufahren. Wegen des Mangels hatte die Lebens- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) am Wochenende eine Ausnahmegenehmigung erlassen, dass von Krankenhauspersonal verwendete Masken eines bestimmten Typs bis zu 20 Mal sterilisiert und wiederverwendet werden dürfen.

2.700 Besatzungsmitglieder verlassen US-Flugzeugträger

01:37 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus an Bord des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" verlassen 2.700 Besatzungsmitglieder das Schiff. Rund 1.000 Soldaten seien bereits von Bord gegangen, in den kommenden Tagen sollen es insgesamt 2.700 sein, sagte der amtierende Marineminister Thomas Modly am Mittwoch (Ortszeit) im US-Verteidigungsministerium.

Es werde weiterhin nach Möglichkeiten gesucht, wo die Soldaten ausserhalb des Schiffs untergebracht werden könnten, um sie zu isolieren. Der Flugzeugträger liegt derzeit vor der Pazifikinsel Guam vor Anker.

93 Besatzungsmitglieder seien positiv auf das Virus getestet worden, sagte Modley. 86 von ihnen zeigten Symptome, müssten aber nicht stationär behandelt werden. Nach und nach soll die gesamte Mannschaft auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden.

Ursprünglich bestand die Besatzung aus rund 5.000 Mitgliedern. Modly machte erneut deutlich, dass es nicht möglich sei, das hochgerüstete und nuklearbetriebene Schiff komplett zu evakuieren. Der Plan sei stets gewesen, so viele Crewmitglieder wie möglich von Bord gehen zu lassen, wie es die Sicherheit des Schiffs zulasse.

Es sei wichtig zu verstehen, dass der Flugzeugträger nicht mit einem Kreuzfahrtschiff verglichen werden könne, "nur weil er gross ist und schwimmt und viele Leute an Bord hat", sagte Modly. Der Chef der Marineoperationen, Michael Gilday, sagte, etwa 1.000 Soldaten müssten an Bord bleiben, um die Sicherheit und den Betrieb zu gewährleisten.

Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Insolvenz

00:59 Uhr: Wegen der Coronavirus-Krise stellt die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das habe der Vorstand der Vapiano SE entschieden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Köln mit. Zugleich werde geprüft, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssten.

Das Unternehmen hatte am 20. März seine Insolvenz mitgeteilt und erklärt, der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs eingetreten. Zugleich hatte das Unternehmen einen "dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise" gerichtet. Damit hoffte der Vorstand, den innerhalb einer Frist von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können.

Nun teilte Vapiano SE mit, es sei keine Lösung für den zuletzt aufgrund der Covid-19-Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von insgesamt zusätzlich ca. 36,7 Millionen Euro gefunden worden. "Insbesondere konnte keine abschliessende Einigung mit den finanzierenden Banken und wesentlichen Aktionären über die Beiträge zu der angestrebten umfassenden Finanzierungslösung erzielt werden", schrieb Finanzvorstand Lutz Scharpe in der Pflichtmitteilung für die Börsen. Mangels Einigung über eine solche Finanzierungslösung hätten auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen Covid-19-Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden können.

Sämtliche durch die Vapiano SE betriebenen Restaurants blieben wegen der Coronakrise weiterhin bis auf Weiteres geschlossen, hiess es weiter. Deutsche und internationale Franchisenehmer seien aber von der Insolvenz der Vapiano SE unmittelbar nicht betroffen. Die Vapiano SE betreibt weltweit eigenen Angaben zufolge 230 Restaurants, in Deutschland 55.

Alle Meldungen vom Mittwoch, 1. April:

Schulen in Kalifornien bleiben bis Sommer geschlossen

23:10 Uhr: In Kalifornien bleiben die Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum Sommer geschlossen. Dies teilte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch mit. Schulen würden den Unterricht online fortführen. In dem US-Westküstenstaat sind rund sechs Millionen Schüler von der Regelung betroffen. Schon seit Wochen sind die Schulen geschlossen. Das laufende Schuljahr geht in den meisten Bezirken Mitte Juni zuende.

In Kalifornien sind nach Informationen vom Mittwoch mehr als 8.700 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, in dem Westküstenstaat starben bereits 185 Menschen.

UN-Klimakonferenz COP26 verschoben

22:18 Uhr: Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Die Konferenz soll nun im kommenden Jahr abgehalten werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest.

"Im Lichte der andauernden, weltweiten Effekte von Covid-19 ist es nicht mehr möglich, eine ehrgeizige, inklusive COP26 im November 2020 abzuhalten", so die Begründung. COP26 ist das Kürzel für die nächste Klimakonferenz.

"Die Welt ist derzeit einer nie da gewesenen globalen Herausforderung ausgesetzt und Staaten fokussieren zu Recht ihre Bemühungen darauf, Leben zu retten und Covid-19 zu bekämpfen", sagte der britische Minister für Wirtschaft und Energie, Alok Sharma.

Trotz der Verschiebung der Weltklimakonferenz will die EU-Kommission an ihrem Zeitplan festhalten und bis September ein neues europäisches Klimaziel für 2030 präsentieren. Dies kündigte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans am späten Mittwochabend in Brüssel an. Derzeit gilt, dass die EU den Treibhausgas-Ausstoss bis 2030 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 bringen will. Die Kommission will die Marke auf 50 bis 55 Prozent hochsetzen, vorher aber die Auswirkungen genau prüfen.

Zu viele Corona-Infektionen: Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb auf

22:10 Uhr: Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt eine Münchner Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. "Es geht darum, dass wir keine neuen Patienten aufnehmen, und die Patienten, die entlassen werden könnten, aktuell nicht entlassen", erläuterte der Sprecher des Helios Klinikum München West, Marten Deseyve, am Dienstagabend auf Anfrage. "Alle Patienten, die jetzt da sind, bleiben auch weiter da." So sollten Infektionsketten unterbrochen werden. Bislang wurden 14 Patienten und 2 Mitarbeiter positiv getestet, wie Deseyve sagte.

Coronavirus lässt Zahl der Morde in Medellín auf Rekordtief sinken

21:22 Uhr: In der kolumbianischen Millionenmetropole Medellín, die einst für das Kartell von Pablo Escobar berüchtigt war und unter der Gewalt des Drogenbosses litt, ist die Zahl der Morde aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Covid-19-Pandemie so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Wie das Sicherheitssekretariat der Stadt bekanntgab, wurden dort im März 18 Menschen getötet. "Das ist eine historische Zahl", sagte Medellíns Sicherheitssekretär José Gerardo Acevedo in einem Video der Stadtverwaltung auf Twitter. Die Gesamtzahl der Morde in diesem Jahr liege bei 86, was einen Rückgang um 44 Prozent darstelle. Auch bei anderen Delikten sei die Zahl gesunken. Der März war nach einem Bericht der Zeitung "El Espectador" der Monat mit den wenigsten Morden in Medellín in 40 Jahren.

Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA nachgewiesen

21:05 Uhr: In den USA sind mehr als 200.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore von Mittwoch hervor. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) verzeichnete die Universität 203.608 Fälle. Ein Grossteil der Infektionen wurde im Bundesstaat New York registriert. Gemessen an der absoluten Zahl der bestätigten Infektionen sind die USA inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

In China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 erstmals nachgewiesen wurde, gab es bis Mittwoch rund 82.000 bestätigte Infektionen. In Italien, das in Europa am schwersten getroffene Land, waren es mehr als 110.000 Fälle, in Deutschland mehr als 76.000. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil es in kaum einem Land genügend Tests gibt, um Menschen flächendeckend zu untersuchen.

Krankenhäuser in Paris überlastet - Schwer Erkrankte werden in andere Regionen transportiert

20:36 Uhr: Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu. "Wir hatten eine äusserst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind", sagte Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwoch dem Sender Franceinfo. "In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation."

Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon sagte am Abend, dass in Frankreich nun 4032 Patienten der COVID-19-Krankheit erlegen seien.

Es starteten zwei Sonderzüge mit schwer erkrankten Covid-19-Patientinnen und -Patienten aus der Hauptstadtregion in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne. In den speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen wurden 36 Patienten transportiert und in Krankenhäuser in Brest, Rennes und Saint-Brieuc gebracht. Nach den Worten von Salomon gelangten bisher 344 schwer erkrankte Patienten in Regionen, die weniger von der Pandemie betroffen sind.

Putin unterzeichnet Gesetze für härtere Gangart

20:00 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat in der Corona-Krise den Weg für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Russland freigemacht. Der Präsident unterzeichnete am Mittwochabend mehrere Gesetze, darunter auch eine Vollmacht für die Regierung, im ganzen Land den Ausnahmezustand zu verhängen. In Kraft traten durch Putins Unterschrift auch die vom Parlament am Vortag beschlossenen Gesetze für schärfere Strafen bei Verstössen gegen die Quarantänevorschriften und wegen der Verbreitung von Falschnachrichten. Möglich sind nun hohe Geld- und Haftstrafen.

Putin sagte bei einer als Videokonferenz organisierten Regierungssitzung, dass sich die Lage um das Coronavirus in Russland verschlimmere. Landesweit gab es nach offiziellen Angaben am Mittwoch fast 2.800 Infektionen, mehr als die Hälfte davon in Moskau. Mehr als 20 Menschen starben bisher an der Lungenkrankheit. Nach Darstellung von Putin stehen mehr als drei Millionen Menschen in Russland unter Quarantäne.

Bundesstaat New York: Knapp 400 Tote an einem Tag - Spielplätze schliessen

19:35 Uhr: Im besonders heftig von der Corona-Krise getroffenen US-Bundesstaat New York halten sich die Bürger nach Ansicht von Gouverneur Andrew Cuomo nicht streng genug an die weitreichenden Kontaktbeschränkungen. Dies gelte vor allem für junge Leute. "Wer muss noch sterben, damit ihr versteht, dass ihr eine Verantwortung habt?", sagte Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er verkündete, deshalb die Spielplätze in New York City zu schliessen.

Derweil stieg die Opferzahl an einem Tag um 391 auf mehr als 1900. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 84.000 - das sind 9.000 mehr als am Dienstag. Der Höhepunkt der Pandemie wurde demnach für Ende des Monats errechnet.

Italien: Mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages

19:30 Uhr: Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona-Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80.572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Der Druck auf die Kliniken scheint abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

Die Regierung hat mittlerweile die Massnahmen wie Ausgangssperren bis zum 13. April verlängert.

Knappe Schutzmasken können ausnahmsweise wiederverwendet werden

19:10 Uhr: Angesichts des riesigen Bedarfs wegen der Corona-Krise sollen Schutzmasken für medizinisches Personal - falls nicht ausreichend vorhanden - unter besonderen Sicherheitsauflagen ausnahmsweise wiederverwendet werden, teilte das Gesundheits- und Arbeitsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Mittwoch mit.

Es wird demnach ein Verfahren möglich, bei dem Masken einer Person zugeordnet und durch Erhitzen dekontaminiert werden können. So könnten besonders Atemschutzmasken mit Filterfunktion maximal drei Mal wieder aufbereitet werden.

Verschiebung der Tour de France in der Diskussion - Neustart ab Juli?

18:23 Uhr: Bei den Planungen für die Wiederaufnahme der Radsport-Saison deutet sich eine Verschiebung der Tour de France an. Der Weltverband UCI und die Teams sind demnach übereingekommen, dass eine Austragung der Frankreich-Rundfahrt von höchster Wichtigkeit ist. Andernfalls stünden mehrere Mannschaften vor erheblichen finanziellen Problemen.

Laut UCI-Vizepräsident Renato Di Rocco kommen drei mögliche Termine für den Neustart der Saison in Betracht: Der 1. Juli, der 15. Juli oder der 1. August. Der Start der Frankreich-Rundfahrt ist für den 27. Juni in Nizza angesetzt und wird angesichts der Ausbreitung des Coronavirus immer unwahrscheinlicher. Die Tour-Organisatoren wollen laut Di Rocco mit einer Entscheidung bis zum 15. Mai warten. Auch eine Austragung ohne Zuschauer gilt als eine Variante.

Merkel würde Tracking-App auch selbst nutzen

17:41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für den Einsatz sogenannter Tracking-Apps in der Coronakrise ausgesprochen, wenn diese in Tests erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Merkel würde eine solche App nach eigenen Angaben auch selbst nutzen.

"Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden", sagte sie am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Wenn sich bei Tests dieser Apps herausstelle, dass sie die Nachverfolgung von Kontaktfällen besser überprüfbar machten, dann würde sie "unbedingt dafür sein, dass den Bürgern zu empfehlen und wäre dann natürlich auch bereit für mich selber das anzuwenden und damit vielleicht anderen Menschen zu helfen", sagte Merkel.

Die Technik zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten wird aktuell in Berlin von Soldaten in der Julius-Leber-Kaserne getestet. Es geht dabei um eine App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten.

Wimbledon wegen Coronakrise abgesagt

17:11 Uhr: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt Wimbledon aus. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde das vom 29. Juni bis 12. Juli angesetzte Tennis-Turnier nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit.

Die nächste Auflage wurde gleichzeitig für den 28. Juni bis 11. Juli 2021 angekündigt.

Podcast "Logbuch Quarantäne": Studentin Katja in Ecuador gestrandet

17:00 Uhr: Studentin Katja hat einen regelrechten Umbuchungsmarathon hinter sich. Die 23-Jährige war in Ecaudor gestrandet - und kam nur mit Glück zurück nach Frankfurt. Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Katjas ganze Geschichte.

Weitere Geschichten von gestrandeten Urlaubern finden Sie hier: Angst, Wut und Verzweiflung: Gestrandete Urlauber erzählen ihre Geschichte

Söder: Wollen keine Verschärfung, aber eine Verlängerung

16:55 Uhr: Bayerns Minsiterpräsident Markus Söder hat sich am Mittwoch-Nachmittag auf einer extra einberäumten Pressekonferenz zu den in Deutschland verlängerten Kontaktbeschränkungen geäussert.

Der CSU-Politiker betonte, dass man keine Verschärfung der Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus wolle, aber eine Verlängerung bis zum 19. April. "Die Massnahmen greifen, das spüren wir." Er betonte aber auch, dass nicht zu erwarten sei, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, "alles wird wie vorher".

Die Verlängerung sei einheitlich in Absprache mit Ländern und Bund getroffen worden, so Söder.

Mehr als 60 Coronafälle: Aufnahmestopp für Klinikum in Potsdam

16:41 Uhr: Das grösste Krankenhaus in Potsdam wird wegen einer Häufung von Corona-Infizierten für neue Aufnahmen geschlossen. Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch mit.

Am Freitag solle das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Stadt die Lage neu bewerten. Wie lange die Massnahmen im Ernst von Bergmann-Klinikum gelten, war zunächst offen.

Nur unabweisbare Notfälle wie etwa akuter Herzinfarkt und Frauen, die ein Kind bekommen, sollen noch in die Klinik dürfen. Die Häufung war am Wochenende aufgetreten.

Bislang wurde das Virus laut Klinik bei mehr als 60 Patienten nachgewiesen, 11 davon sind auf der Intensivstation. Sieben Infizierte seien bislang gestorben, der Grund der Infektion sei aber unklar.

Litauen stellt Flug- und Fährverkehr ein

16:40 Uhr: Litauen setzt im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus den internationalen Personenverkehr aus. Die Regierung in Vilnius untersagte am Mittwoch den Flug- und Fährverkehr.

Die Massnahme gelte nach Angaben von Gesundheitsminister Aurelijus Veryga ab dem 4. April. Ausgenommen von dem Verbot ist eine Fährverbindung zwischen der Ostseestadt Klaipeda und Kiel in Schleswig-Holstein.

Für den Warenverkehr bleiben die bereits zuvor für Ausländer geschlossenen Grenzen offen.

Algerien und Irak entlassen Tausende Häftlinge wegen Coronavirus

16:28 Uhr: Offenbar aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sollen in Algerien und im Irak Tausende Gefangene entlassen werden. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret zur Begnadigung von mehr als 5.000 Häftlingen.

Ausgenommen sind Häftlinge, die wegen Terrorismus, Korruption, Spionage, Drogenhandel, Vergewaltigung oder Mord verurteilt wurden. In dem nordafrikanischen Land wurden bisher 716 Infektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet, darunter 44 Todesopfer.

Im Irak ordneten die Gerichte die Freilassung von mehr als 750 Häftlingen an, hiess es aus Gerichtsquellen am Mittwoch. Ziel der Massnahme sei, eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Im Irak wurden bisher 715 Infektionen gemeldet, darunter 50 Todesfälle.

Israel stellt Teil der Raketen-Produktion auf Beatmungsgeräte um

16:19 Uhr: Israel stellt angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus eine Produktionslinie für Raketen auf die Herstellung von Beatmungsgeräten um. Bereits 30 Beatmungsgeräte seien an das Gesundheitsministerium geliefert worden, bestätigte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Mittwoch.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger SARS-CoV-2 mittlerweile bei 5.591 Personen in Israel nachgewiesen worden, 226 sind wieder genesen. 22 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Universität: Mehr als 4.000 Coronavirus-Tote in den USA

16:12 Uhr: In den USA ist die Zahl der gestorbenen Coronavirus-Patienten auf über 4.000 gestiegen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor, die am Mittwochmorgen (Ortszeit) 4.081 Todesfälle verzeichnete.

Mit rund 1.100 Toten ist die Millionenstadt New York demzufolge die am heftigsten getroffene Stadt. Weil die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet sind, werden provisorische Kliniken aufgebaut und vorhandene Einrichtungen mit zusätzlichen Betten aufgestockt.

Corona-Tote in Ecuador werden in Kühlcontainern gelagert

16:07 Uhr: In der ecuadorianischen Millionenmetropole Guayaquil werden die Corona-Toten in Kühlcontainern gelagert. Der erste von vier Containern sei in der Hafenstadt eingetroffen und auf dem Gelände eines Krankenhauses aufgestellt worden, sagte Bürgermeisterin Cynthia Viteri in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit).

In den Containern könnten nun die Leichen von Patienten aufbewahrt werden, die zuletzt in den Kliniken oder zu Hause gestorben waren. Zudem sei in einer Veranstaltungshalle ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet worden.

Vermutlich neun Corona-Tote in bayerischem Seniorenheim

15:52 Uhr: In einem Seniorenheim in Bayern sind neun Bewohner mutmasslich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rössle (CSU) am Mittwoch.

Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer COVID-19-Erkrankung als Ursache auszugehen.

Kontaktbeschränkungen sollen bis nach Ostern verlängert werden

15:45 Uhr: Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Coronakrise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern.

Die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen ausserhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäss den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren", heisst es in einer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Ehemaliger Regierungschef von Somalia an COVID-19 gestorben

15:42 Uhr: Der ehemalige Regierungschef von Somalia Nur Hassan Hussein hat sich in London mit dem Coronavirus infiziert und ist an den Folgen gestorben. Das sagte sein Sohn Haji Mohamed Nur Adde am Mittwoch dem somalischen Radiosender Radio Mogadischu.

Hussein, genannt auch Nur Adde, sei zwei Wochen lang krank gewesen. Der 1938 geborene Politiker war von 2007 bis 2009 Ministerpräsident von Somalia.

Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bislang mindestens fünf offiziell bestätigte Fälle von COVID-19 und keine Tote. In Grossbritannien haben sich mehr als 25 000 Menschen mit SARS-CoV-19 infiziert und mindestens 1.700 Menschen sind gestorben.

Ärzte aus Jena helfen in Italien

15:37 Uhr: Angesichts der hohen Zahl von Corona-Toten in Italien schickt Deutschland weitere Hilfe. Ein vierköpfiges Team aus Ärzten und Pflegenden der Uniklinik Jena machte sich am Mittwoch vom Erfurter Flughafen aus in Richtung Süden auf den Weg, wie die Thüringer Staatskanzlei auf Twitter mitteilte.

Die Mediziner sollten nach Neapel gebracht werden, berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt. Über die Pläne war bereits in der vergangenen Woche informiert worden.

Wendts Angaben zufolge bereitet sich ausserdem der ADAC darauf vor, weitere Italiener von Bergamo nach Bayern zu bringen, wo sie in Erlangen und Regensburg behandelt werden sollen. Zusätzlich sollen sechs italienische Intensiv-Patienten nach Köln gebracht werden. Am Mittwoch ist die Luftwaffe deshalb zu einem weiteren Flug nach Bergamo gestartet.

Britischer Tabakkonzern BAT arbeitet an Impfstoff gegen Coronavirus

15:34 Uhr: Der britische Tabakkonzern British American Tobacco (BAT), der Zigarettenmarken wie Lucky Strike und Dunhill herstellt, arbeitet mit einer Tochterfirma an einem Impfstoff gegen das Coronavirus - und nutzt dafür Tabakpflanzen. Wie BAT am Mittwoch mitteilte, arbeitet seine US-Biotechnologie-Tochter Kentucky BioProcessing (KBP) an der Entwicklung des Impfstoffs.

Der Impfstoff befindet sich den Angaben zufolge in der vorklinischen Prüfung. Er wurde also noch nicht an Patienten getestet und hat dafür auch noch keine Genehmigung der Gesundheitsbehörden.

Wenn die Tests gut verlaufen, will BAT aber bereits ab Juni zwischen einer und drei Millionen Impfdosen pro Woche herstellen. Der Konzern will dabei mit anderen Partnern und Behörden zusammenarbeiten.

KBP hat den Angaben zufolge einen Teil der genetischen Sequenz des Coronavirus geklont und auf dieser Grundlage ein sogenanntes Antigen entwickelt, welches eine Immunantwort im Körper und die Produktion von Antikörpern auslöst. Das Antigen wurde dann zur Vervielfältigung in Tabakpflanzen eingesetzt.

Ausnahmeregelung für Profi-Sport in NRW

15:29 Uhr: DFL-Präsidiumsmitglied Alexander Wehrle hat eine Ausnahmeregelung für die Profi-Sportler in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Die NRW-Landesregierung genehmigte unter den allgemeingültigen Hygienevorschriften, dass Berufssportler in der Coronakrise trainieren dürfen.

Dazu gehören unter anderem auch die Vereine der ersten und zweiten Fussball-Bundesliga, die nach und nach an ihren Übungsstätten unter strengen Auflagen ins Training zurückkehren.

Elfjährige in Indonesien gestorben

15:19 Uhr: Aus Indonesien ist ein weiterer Todesfall eines mit dem Coronavirus infizierten Kindes gemeldet worden. Ein elfjähriges Mädchen sei auf der Insel Madura gestorben, teilten die Behörden des südostasiatischen Landes am Mittwoch mit.

Das Kind war demnach wegen Dengue-Fieber am 19. März in ein Krankenhaus eingeliefert worden und am nächsten Tag gestorben. Tests ergaben erst diese Woche, dass das Mädchen auch mit dem Coronavirus infiziert war.

Brandenburger Landtag beschliesst Rettungsschirm

15:15 Uhr: Der Rettungsschirm für die Coronakrise in Brandenburg von bis zu zwei Milliarden Euro ist beschlossen. Der Landtag entschied am Mittwoch in Potsdam einstimmig darüber bei Enthaltungen von Linken und Freien Wählern und stellte eine aussergewöhnliche Notlage fest, damit neue Schulden möglich sind.

Das Geld soll unter anderem kleinen Unternehmen, Kita-Eltern ohne Betreuungsmöglichkeit und Krankenhäusern zugute kommen. Der Schutzschirm ist Teil des Nachtragshaushaltes für 2020, einem Rekordhaushalt mit einem Volumen von 15,2 Milliarden Euro.

Die Kredite sollen über 30 Jahre getilgt werden. Finanzministerin Katrin Lange (SPD) liess offen, ob ein weiterer Nachtragsetat nötig wird.

Vier weitere COVID-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim - 22 Opfer

15:11 Uhr: Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind mittlerweile 22 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien vier weitere Opfer dazugekommen, sagte eine Sprecherin der Diakonie Wolfsburg am Mittwoch. Die Diakonie betreibt das Heim.

Gleichzeitig gebe es auch gute Nachrichten: Vier Bewohner seien auf dem Weg der Besserung. "Die scheinen es tatsächlich zu schaffen." Wie viele Infizierte insgesamt in dem Heim leben, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Am Montag hatte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) von insgesamt 79 positiv getesteten Menschen gesprochen.

Rohre in Australien verstopfen

15:04 Uhr: Der Mangel an Klopapier in der Coronakrise hat auch in Australien ein Problem verschärft: Die Rohre verstopfen, weil die Leute anderes Material nutzen. Die Wasserbehörde von Sydney meldete am Mittwoch für den Monat März 22 Prozent mehr an Verstopfungen.

Das liegt demnach daran, dass mehr Feuchttücher und andere Materialien auf der Toilette genutzt werden - diese sollte man nicht herunterspülen. Die Zunahme an Blockaden hängt laut Behörde mit dem Toilettenpapier-Mangel während der Corona-Pandemie zusammen.

Adidas entschuldigt sich und zahlt jetzt doch Miete

14:41 Uhr: Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. "Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden", heisst es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. "Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht."

Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. Im Internet gab es Boykott-Aufrufe.

"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", heisst es in dem Brief weiter.

Gehaltsverzicht beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim

14:30 Uhr: Bei der TSG 1899 Hoffenheim hat wegen der Corona-Krise die Geschäftsführung mit den Lizenzspielern, dem Trainerteam und den Direktoren einen Gehaltsverzicht beschlossen.

Zuvor hatte der Club bereits einen Hilfsfonds aufgelegt, um Partner, deren Existenz unmittelbar mit dem Spielbetrieb der Bundesliga zusammenhängt, sowie auch wichtige Einrichtungen, Institutionen oder Sportclubs in der Rhein-Neckar-Region im Bedarfsfall zu unterstützen.

Bordgastronomie geschlossen - Bahn spendet Lebensmittel an Tafeln

14:03 Uhr: In den Bordbistros der Deutschen Bahn gibt es wegen der Coronakrise derzeit Speisen und Getränke nur in Einwegverpackungen und zum Mitnehmen.

Frische Speisen können nicht verkauft werden, auch wenn die Vorräte bereits angelegt wurden. Damit Currywurst, Chili und andere Speisen nicht verderben, hat das Unternehmen jetzt 600 Kilogramm Lebensmittel an die Frankfurter Tafel gespendet.

Nach Angaben einer Sprecherin haben in den vergangenen Tagen nicht nur Tafeln, sondern auch Feuerwehren und andere soziale Organisationen insgesamt mehr als 40 Tonnen Lebensmittel im Wert von 140.000 Euro erhalten.

Luftwaffe fliegt sechs weitere Italiener aus Bergamo aus

13:56 Uhr: Die Luftwaffe ist am Mittwoch zu einem weiteren Flug nach Bergamo gestartet, um schwer an COVID-19 erkrankte Italiener zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen.

Mit dem Flug des Airbus A310 MedEvac sollten sechs Intensiv-Patienten nach Köln gebracht werden, sagte ein Luftwaffen-Sprecher am Mittwoch in Berlin. Sie sollen in zivile Krankenhäuser behandelt werden.

Kanzleramt hält Corona-Tracking-App für vielversprechend

13:43 Uhr: Die Bundesregierung setzt grosse Hoffnungen in eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, die aktuell in Berlin getestet wird. Die Regierung suche "mit Hochdruck" gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) nach einer Lösung, die für Deutschland funktionieren könne, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Kanzleramtsminister Helge Braun halte den Ansatz des RKI, das mit dem Fraunhofer-Institut und zahlreichen Wissenschaftlern dazu kooperiert, für "sehr vielversprechend", fügte sie hinzu. Sie betonte, diese App könnte grenzüberschreitend in Europa funktionieren.

Jugendherbergswerk sieht Zukunft durch Corona-Pandemie gefährdet

13:41 Uhr: Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) sieht seine Zukunft durch die Corona-Pandemie als gefährdet an. "In den vergangenen Tagen wurden nahezu alle rund 450 Jugendherbergen der 14 DJH-Landesverbände geschlossen, und es ist absolut nicht absehbar, wann sie wieder öffnen können", erklärte Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz am Mittwoch in Detmold.

Es sei "eine existenzbedrohende Krise", wie sie der Verband in seiner 111-jährigen Geschichte noch nicht erlebt habe.

CSU strikt gegen aktuelle Lockerungen der Corona-Beschränkungen

13:37 Uhr: Die CSU hat sich vor einer Bund-Länder-Schalte zur Bekämpfung des Coronavirus strikt gegen ein Aufweichen der strengen Kontaktbeschränkungen ausgesprochen.

In der aktuellen Lage könne keine Entwarnung gegeben werden, "die Situation bleibt ernst", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch in einer Telefonschalte mit Journalisten.

"Es ist nicht die Zeit jetzt, um über Lockerungen zu reden." Zunächst müssten die vereinbarten Massnahmen wirken können.

Hausärzte fordern mehr Hilfe: "Unterstützt die, die euch schützen!"

13:26 Uhr: Die Hausärzte in Deutschland wünschen sich in der Coronakrise mehr Schutz und Unterstützung. "Unterstützt die, die euch schützen!", heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung des Deutschen Hausärzteverbands und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin vom Mittwoch.

"Gerade die, die in diesen herausfordernden Zeiten an vorderster Front arbeiten und damit einen Schutzwall gegen die Überforderung der Krankenhäuser bilden, müssen unbedingt Politik und Selbstverwaltung hinter sich wissen."

So müsste etwa die telefonische medizinische Betreuung in gleicher Weise vergütet werden wie die persönliche, fordern die Verbände. Ausserdem müssten Ärzte und Pflegende mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt werden.

Klare DFL-Ansage: Bundesliga-Geisterspiele nicht im Free-TV

13:20 Uhr: Auf ein Stadionerlebnis müssen die Fussball-Fans in Deutschland noch lange verzichten - doch trotz der steigenden Sehnsucht nach Live-Events wird es mögliche Geisterspiele nur in Ausnahmefällen im Free-TV zu sehen geben.

"Alles für alle frei zugänglich anzubieten, würde die Verträge, die wir auch mit den öffentlich-rechtlichen Sendern haben, sehr tangieren beziehungsweise die Wertigkeit komplett zerstören. Damit würden wir vertragsbrüchig werden", stellte DFL-Boss Christian Seifert klar.

Von der Leyen kündigt europäischen Plan für Kurzarbeitergeld an

13:08 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen europäischen Plan für Kurzarbeitergeld in der Coronakrise angekündigt. Die Initiative namens "Sure" solle Italien, Spanien und allen anderen von der Coronakrise besonders betroffenen EU-Staaten zugute kommen, sagte von der Leyen am Mittwoch in einer Videobotschaft auf Twitter.

Die Kommission werde diese Woche ein neues Instrument vorlegen, das mit einer Garantie aller Mitgliedsstaaten abgesichert sein solle.

In der Krise brauchten Unternehmen Unterstützung, die vorübergehend keine Aufträge hätten, aber dennoch ihre Fachkräfte halten wollten. "Dazu passt perfekt das Konzept der Kurzarbeit", sagte von der Leyen.

DAZN will Zahlungen an Sportverbände stoppen und Kurzarbeit anmelden

12:55 Uhr: Der Streamingdienst DAZN will weltweit die Zahlungen an die Sportverbände stoppen. Das betreffe die fälligen Summen für abgesagte und verschobene Veranstaltungen, berichten die Branchendienste "Sportspromedia" und "Sportbusinessdaily".

Auch beim Personal solle gespart werden. Für einen Teil der Mitarbeiter hierzulande wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kurzarbeit angemeldet.

In einer Stellungnahme vom Mittwoch hiess es: "Aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 auf den Sport prüft DAZN eine Reihe von Massnahmen, um es dem Unternehmen zu ermöglichen, diese schwierige Zeit zu überstehen und durchstarten zu können, sobald es wieder Live-Sport gibt." Zu Details wollte sich das Unternehmen nicht äussern.

Indien schickt trotz Mangel Schutzkleidung nach Serbien

12:52 Uhr: Indien hat trotz eines Mangels an Schutzausrüstung im eigenen Land 90 Tonnen Hilfsgüter nach Serbien geschickt. Dazu gehören unter anderem Schutzkleidung, Handschuhe und Masken.

Dies wurde bekannt, nachdem die UN-Entwicklungsagentur UNDP, die nach eigenen Angaben den Cargoflug organisiert hatte, darüber twitterte und indische Medien berichteten.

Die serbische Regierung hat laut UNDP das Material gekauft und die EU die Transportkosten übernommen. Ein Sprecher des indischen Gesundheitsministeriums wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht zu den Berichten äussern.

In Indien helfen sich Ärzte und Krankenpfleger in einigen Teilen des Landes zurzeit mit Regenmänteln aus, weil Schutzkleidung fehlt, wie örtliche Medien schrieben. Mindestens hundert Ärzte hätten in Quarantäne gemusst, nachdem sie ohne Schutzausrüstung Kontakt zu Coronavirus-Patienten hatten, berichtete der Fernsehsender NDTV.

Audi unterstützt Kliniken und Heime

12:47 Uhr: Der Autobauer Audi will Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. Das Geld fliesse zusätzlich zu den 600.000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Ausserdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer. Markus Duesmann, der am Mittwoch sein Amt als neuer Audi-Chef antrat, sagte: "Ich danke allen Audianerinnen und Audianern, die in dieser aussergewöhnlichen Zeit nach vorn schauen, mitanpacken und helfen, wo sie gebraucht werden."

Praxisärzte sehen keine akuten Medikamentenengpässe

12:25 Uhr: Die Praxisärzte sehen im Moment keine Anzeichen für grössere Medikamentenengpässe wegen der Coronakrise in Deutschland. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verwies am Mittwoch darauf, dass es bei bestimmten Substanzen, wie dem Narkosemittel Propofol auch schon früher Lieferprobleme gegeben habe.

Der stellvertretende KBV-Chef Stephan Hofmeister sagte bei einer online übertragenen Pressekonferenz, das Problem der Arzneimittelknappheit in einigen Sektoren sei eine Herausforderung, die schon vor Corona da gewesen sei. "Wir haben jetzt keine Indizien, dass sich das im Moment akut verschärft."

Hofmeister verwies darauf, dass China jetzt "wieder an den Start" gehe, wo viele der Rohprodukte für Arzneimittel herkämen. Man vermute, dass sich dadurch die Lage eher entspannen dürfte.

Berliner Bezirksbürgermeister infizierte sich bewusst mit Coronavirus

12:19 Uhr: Der Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne) hat sich mehr oder weniger absichtlich mit dem Coronavirus angesteckt. "Ich hatte mich fast schon bewusst infiziert, um mich auch zu immunisieren", sagte er am Mittwoch im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Er steckte sich demnach bei seiner Lebensgefährtin an, mit der er zusammen wohnt. In einer häuslichen Gemeinschaft sei es fast nicht möglich, sich nicht anzustecken, sagte er.

Deswegen habe er das "bewusst gemacht", sagte der Grünen-Politiker. Er habe gedacht, er sei nach einer Infektion drei Tage "mal ein bisschen unpässlich, und dann bin ich immun" - auch um gesund zu sein, wenn Teile der Verwaltung krank werden.

Es sei aber "doch etwas heftiger" gewesen, als er gedacht habe. Als langfristiges Ziel nannte er, dass sich so viele Menschen immunisieren, "dass uns die Krankheit nichts mehr anhaben kann".

Gefangene wollen mit Hungerstreik Haft-Unterbrechungen bekommen

12:17 Uhr: Mit einem Hungerstreik wollen Strafgefangene in der Haftanstalt im luxemburgischen Schrassig Haft-Unterbrechungen oder vorzeitige Entlassungen durchsetzen. Derzeit seien noch rund 20 von anfangs gut 40 Insassen im Hungerstreik, sagte der Leiter der Strafvollzugsverwaltung, Serge Legil, am Mittwoch in Luxemburg.

Sie hätten gelesen, dass wegen der Coronakrise manche Gefängnisse bestimmten Häftlingen Haft-Unterbrechungen gewähren wollten. "Und das möchten sie auch haben", sagte Legil.

Bereits mehr als 100.000 Infektionen und über 9.000 Tote in Spanien

12:03 Uhr: Im stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 864 neue Todesfälle gezählt worden. Dies ist die bisher höchste Zahl, die an einem Tag registriert wurde, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Mittwoch mitteilte.

Es war bereits der fünfte Tag in Folge mit mehr als 800 Toten. Die Gesamtzahl der Todesopfer kletterte damit auf 9.053.

Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen stieg unterdessen um knapp 8.000 auf mehr als 102.000. Gleichzeitig wurden knapp 3.500 Patienten, die wegen einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 an COVID-19 erkrankt waren, innerhalb eines Tages als geheilt entlassen.

Sportwettbetrug während des Coronavirus-Spielstopps in Ukraine

12:01 Uhr: Mitten der Coronakrise hat es in der Ukraine einen Betrugsversuch mit Sportwetten gegeben. Dabei handele es sich um vier nicht abgehaltene Freundschaftsspiele von Amateurclubs teils aus der fünften Liga, teilte die Ethikkommission des ukrainischen Fussballverbands der Deutschen Presse-Agentur in Kiew mit.

Die Spiele sollten demnach am 25. und 26. März in der südukrainischen Stadt Berdjansk ausgetragen werden. Zudem habe es auf einer gefälschten Internetseite Ankündigungen für Freundschaftsspiele für den 29. März im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad gegeben.

Der Verband hat nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Freitag die Europäische Fussball-Union UEFA darüber informiert. Es solle Anzeige erstattet werden. In der Ukraine gab es wiederholt Skandale um geschobene Fussballspiele und Wettbetrug.

Philologenverband fordert ausreichend Infektionsschutz an Schulen

11:56 Uhr: Der Deutsche Philologenverband fordert Hygiene-Mindeststandards an Schulen, falls diese nach Ostern tatsächlich wieder öffnen sollten. "Das sind notwendige Hausaufgaben für die Kultusminister in den Osterferien", teilte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing am Mittwoch mit.

Die Politiker sollten sich zu konkreten Massnahmen von Fachleuten beraten lassen. Etwa in der Frage, ob an allen Schuleingängen Desinfektionsmittelspender aufgestellt werden sollten.

Bundesregierung unterstützt Start-ups mit Milliardenpaket

11:35 Uhr: Die Bundesregierung unterstützt innovative und zukunftsträchtige Start-up-Firmen in der Coronakrise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket. Mit zwei Milliarden Euro soll die Wagniskapitalfinanzierung erweitert werden, wie das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, das Paket sei ein "starkes Signal", dass Start-ups auch in der Krise weitermachen könnten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, es sei viel erreicht worden bei der Förderung von Start-ups, dies dürfe durch die Krise nicht gefährdet werden.

SPD erwägt Vermögensabgabe zur Bewältigung von Coronakrise

11:25 Uhr: Die SPD findet eine Vermögensabgabe zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen der Coronakrise überlegenswert. Eine einmalige Abgabe durch besonders wohlhabende Bürger sei "eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen", sagte Parteichefin Saskia Esken der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" von Mittwoch.

Zuvor hatte dies bereits die Linke gefordert. Die FDP hingegen hält nichts davon.

Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine "faire Lastenverteilung" gebraucht, sagte Esken. Diese könne für die SPD nur so aussehen, "dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen".

VW-Tochter Seat startet Produktion von Beatmungsgeräten in Spanien

11:23 Uhr: Die spanische VW-Tochter Seat hat mit der Herstellung von Beatmungsgeräten begonnen. Im Hauptwerk Martorell bei Barcelona sei die Produktion angelaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

150 Beschäftigte nutzten eine Montagelinie für den Seat Leon zur Serienfertigung der Geräte. Dafür seien grössere Umrüstungen nötig gewesen.

Man wolle einen "Beitrag zur Entlastung des von der Coronavirus-Krise schwer getroffenen spanischen Gesundheitssystems leisten", hiess es. Die Zulassung der Geräte stehe aber noch aus. Spanien ist nach Italien das derzeit von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Europa.

Kündigungsschutz für Mieter tritt in Kraft

11:21 Uhr: Für Mieter und Verbraucher gelten ab diesem Mittwoch die neuen Regeln zum verbesserten Schutz in der Coronakrise. "Mit den heute in Kraft getretenen zivilrechtlichen Vorschriften erhalten Mieter, Verbraucher und Kleinstgewerbetreibende eine wichtige Verschnaufpause, die sie benötigen, um staatliche Hilfen und Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen zu können", erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

"Die Regelungen stellen sicher, dass Mieter und Gewerbetreibende in dieser schwierigen Zeit nicht ihr Zuhause oder ihr Betriebs- oder Ladenlokal verlieren."

Die Regelungen gelten vorerst bis Ende Juni. So kann Mietern und Pächtern in diesem Zeitraum nicht gekündigt werden, falls sie ihre Miete wegen der COVID-19-Pandemie nicht zahlen können. Sie müssen dies allerdings zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Pariser Flughafen Orly geschlossen

11:18 Uhr: Der zweitgrösste Pariser Flughafen Orly ist seit Mittwoch für Reisende geschlossen. In der Coronakise waren die Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent eingebrochen.

Der grösste Pariser Flughafen Charles de Gaulle im Norden der Hauptstadt bleibt dagegen für den nationalen und internationalen Verkehr geöffnet.

Im vergangenen Jahr flogen mehr als 30 Millionen Passagiere von und nach Orly im Süden von Paris, darunter auch viele Deutsche. Wann der Flughafen wieder öffnet, ist unklar.

Krankenhäuser im Grossraum Paris sind überlastet

11:07 Uhr: Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Coronakrise in den Krankenhäusern zu. "Wir hatten eine äusserst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind", sagte Aurélien Rousseau, Direktorin der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwochmorgen dem Sender Franceinfo.

"In der Region Paris gibt es 1.200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2.700 Patienten auf der Intensivstation", so Rousseau weiter. Man habe die Kapazitäten in den letzten Wochen zwar mehr als verdoppelt, doch man stosse nun an die Grenzen der Möglichkeiten. "Jeder gibt wirklich alles, ein Intensivbett nach dem anderen wird aufgetrieben."

Modeunternehmer Mey lässt in Fabrik nun ebenfalls Atemschutzmasken nähen

10:55 Uhr: Auch das Modelabel Mey fertigt in der Coronakrise nun Atemschutzmasken. "Bereits vor einigen Wochen haben wir in unserem Werk in Ungarn begonnen, Mund- und Nasenmasken für die Regierung dort zu produzieren", sagte Matthias Mey, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, dem Magazin "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

Im Zuge der weiteren Ausbreitung des Erregers kamen dann weitere Anfragen von Krankenhäusern und Arztpraxen hinzu.

"Meine Frau arbeitet selbst als Ärztin in der Notaufnahme hier im Krankenhaus - insofern wusste ich früh, welcher Mangel an Masken auf uns zukommen wird", sagte der Unternehmer. In seiner Firma werde derzeit im Zweischichtsystem gearbeitet, in etwa zwei Wochen könnten 100.000 Masken geliefert werden. Diese seien allerdings weder medizinisch getestet noch zertifiziert, stellte Mey klar.

Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 701 Tote

10:44 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochvormittag 67.150 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,8.

Mindestens 701 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

10:42 Uhr: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schliessung der Geschäfte lasse dem Unternehmen "keine andere Wahl".

Zuvor hatte der "Spiegel" über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äussern.

Vor dem Hintergrund der Pandemie, habe die Geschäftsführung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH entschieden, "die Miete ab dem 1.4.2020 nicht zu zahlen", heisst es in dem Brief. Dies gelte zunächst für den Zeitraum bis Juni 2020.

Wie es danach weiter gehe, werde Galeria Karstadt Kaufhof zu gegebener Zeit entscheiden. Das Unternehmen werde alles daransetzen, "eine neue wirtschaftliche Basis zum nachhaltigen Betrieb unserer Warenhäuser" zu finden.

ESA bereitet mitten in Coronakrise Vorbeiflug von Merkursonde an Erde vor

10:35 Uhr: Mitten in der Coronakrise bereitet das Team der europäisch-japanischen Merkurmission BepiColombo im ESA-Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt einen Vorbeiflug der Sonde an der Erde vor.

Das Manöver am Karfreitag steht im Zeichen von Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie, wie die Europäische Weltraumagentur ESA am Mittwoch mitteilte: Die Operation wird demnach mit begrenztem Personal im ESA-Kontrollzentrum ausgeführt.

Denn auch im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum Esoc müssen die Ingenieurinnen und Ingenieure als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie die derzeit in ganz Europa geltenden sozialen Distanzregeln einhalten. Verschoben werden kann das Manöver aber nicht.

"Der Vorbeiflug an der Erde ist eine Phase, in der wir täglichen Kontakt mit der Raumsonde brauchen", erklärte die Leiterin des BepiColombo-Flugkontrollteams bei der ESA, Elsa Montagnon. "Dies ist etwas, das wir nicht aufschieben können - BepiColombo wird so oder so an der Erde vorbeifliegen."

Studie: Ausgangssperre im chinesischen Wuhan hat wohl 700.000 Ansteckungen verhindert

10:19 Uhr: Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Massnahmen in Wuhan, das als Epizentrum der Pandemie gilt, innerhalb der ersten 50 Tage hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Grossbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag.

Bis zum 19. Februar, dem 50. Tag nach dem Ausbruch, gab es den Autoren zufolge in China 30.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle. "Unsere Analyse legt nahe, dass es ohne das Reiseverbot in Wuhan und die nationale Notfallreaktion bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 700.000 bestätigte COVID-19-Fälle ausserhalb von Wuhan gegeben hätte", erklärte Christopher Dye, Wissenschaftler der Universität von Oxford.

"Chinas Kontrollmassnahmen scheinen gewirkt zu haben, indem sie die Übertragungskette erfolgreich durchbrochen haben."

Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April

10:08 Uhr: Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Coronakrise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an.

Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Verein verlost in Corona-Krise sechsmonatiges Grundeinkommen

10:00 Uhr: In der Coronakrise brechen vielen Menschen Aufträge und Einnahmen weg. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch wieder über das Thema Grundeinkommen.

Der Deutsche Musikrat hatte kürzlich eine auf sechs Monate befristetes staatliche Zahlung in Höhe von 1.000 Euro für Künstler gefordert. An diesem Mittwoch will der Verein "Mein Grundeinkommen" 40 bedingungslose Grundeinkommen von monatlich 1.000 Euro für ein halbes Jahr verlosen.

Wer freiberuflich arbeite, stehe durch die Coronakrise vor Hartz IV, erklärte Vereinsgründer Michael Bohmeyer. Menschen, die in Kurzarbeit geschickt würden oder für die Kinderbetreuung unbezahlten Urlaub nehmen müssten, würden sich verschulden. "Das Grundeinkommen durchbricht diese Abwärtsspirale."

Klöckner: "Werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können"

9:58 Uhr: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte, dass ausländische Saisonarbeiter trotz der Coronakrise nach Deutschland kommen.

"Wir werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können", sagte sie am Mittwoch im "ARD-Morgenmagazin". Die Landwirte seien in grosser Not.

Es ginge jetzt darum, den Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Erntesicherung zu lösen. "Wir müssen eine Lösung finden, wir können die Bauern hier nicht hängenlassen", betonte die CDU-Politikerin.

Bitkom: Coronavirus wird Digitalisierung Deutschlands vorantreiben

9:51 Uhr: Die Folgen der Bekämpfung des Coronavirus können nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom die Digitalisierung in Deutschland erheblich fördern.

"Die Coronakrise hat uns die Bedeutung digitaler Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sehr klar vor Augen geführt. Die Krise ist ein Weckruf, die Digitalisierung nun massiv voranzutreiben", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Mittwoch in Berlin.

Und weiter: "Wir haben uns in der Vergangenheit zu viel Zeit bei der Digitalisierung gelassen. Jetzt heisst es, digitale Infrastruktur aufzubauen, Geschäftsprozesse umfassend zu digitalisieren und neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln."

Lufthansa-Konzern meldet Kurzarbeit für 87.000 Beschäftigte an

9:41 Uhr: Der Lufthansa-Konzern will in der Coronakrise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87.000 Mitarbeiter beantragt worden ist.

Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal "Business Insider" berichtet. Der grösste Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135.000 Männer und Frauen.

Betroffen von der Kurzarbeit seien sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Zu den bereits bekannten rund 27.000 Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere grosse Blöcke bei der Swiss (9.500) und der Austrian (7.000).

Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Bei den Piloten der Lufthansa steht eine Einigung mit der Vereinigung Cockpit noch aus.

Kräftige Kursverluste am deutschen Aktienmarkt

9:36 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch neue Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie breit gemacht. Der Leitindex Dax erhielt keinen Halt von den Börsen in Asien und den USA und gab kurz nach Handelsbeginn um 3,31 Prozent auf 9.606,60 Punkte nach.

Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die 10.000-Punkte-Marke geschafft. Der MDax für mittelgrosse Unternehmen büsste 2,37 Prozent ein auf 20.542,69 Punkte. Der EuroStoxx 50 startete mit einem Kursverlust von knapp 3 Prozent in den neuen Monat.

Pflegeheim im Odenwaldkreis nach Corona-Todesfall unter Quarantäne

9:33 Uhr: Nach dem Tod einer Bewohnerin durch COVID-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch.

Zu diesem Zeitpunkt habe noch kein Ergebnis des Coronavirus-Tests vorgelegen. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass die Frau sich mit dem Virus infiziert habe.

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt.

13-jähriger Junge in London an Coronavirus gestorben

7:39 Uhr: In Grossbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen.

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag.

Der Fall des Jungen zeige, "wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmassnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern", sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Der 13-Jährige ist das mutmasslich bislang jüngste COVID-19-Todesopfer in Grossbritannien. Ebenfalls am Dienstag hatten die belgischen Behörden den Tod eines zwölfjährigen Mädchens nach einer Ansteckung mit dem Virus gemeldet. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.
In Grossbritannien wurden bis Dienstag 1.789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gezählt.

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür

7:06 Uhr: In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Massnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hiess es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6:30 und 19:30 Uhr draussen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab.

Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

Panamaische Aktivisten für die Rechte von Trans-Menschen äusserten Sorge, Menschen mit einer anderen Geschlechtszugehörigkeit als der, die in ihrem Ausweis steht, könnten unter der neuen Massnahme Probleme bekommen.

In Panama wurden bisher 1.181 Infektionen mit dem Coronavirus und 30 Todesfälle bestätigt. Das kleine Land zwischen Kolumbien und Costa Rica mit nur etwa vier Millionen Einwohnern gehört damit zu den lateinamerikanischen Staaten mit den meisten bekannten COVID-19-Fällen.

Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht

6:00 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell.

Man müsse sehen, dass man im Moment in der Coronakrise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

05:16 Uhr: Kalifornien will wegen der Coronakrise vorzeitig bis zu 3.500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich 4 Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsässen.

Mit mehr als 120.000 Insassen sind die Gefängnisse in dem US-Westküstenstaat stark überfüllt. Anwälte von Häftlingen und Aktivisten drängen angesichts steigender Coronavirus-Fälle auf vorzeitige Entlassungen. Die Behörden stellten kürzlich Besuche von Familienangehörigen in den Gefängnissen ein.

In Kalifornien sind nach Informationen am Dienstag mehr als 8.500 Infektionen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. In dem Westküstenstaat starben bereits 181 Menschen.

UN-Chef Guterres: Grösste Herausforderung seit Weltkrieg

05:13 Uhr: Die Coronakrise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die grösste Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York.

"Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen."

Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf

04:13 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer "globalen Allianz" gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind", heisst es in einem gemeinsamen Namensartikel in der "Financial Times" (Mittwoch). "Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen."

Der Namensbeitrag unter der Überschrift "Für eine globale Allianz gegen die Pandemie" wurde ausser von Bundespräsident Steinmeier auch von Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. "Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt", schreiben sie darin weiter.

"Uns ist bewusst, dass eine solche Allianz aus vielen Akteuren nicht leicht zu schmieden und zu führen sein wird", versichern Steinmeier und die vier anderen Staatsoberhäupter. "Wir glauben aber, dass der Versuch jede Mühe wert ist. Die Allianz könnte sich auf die Hoffnungen und die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen stützen und sie als Kraftquelle erschliessen. Jetzt ist nicht die Zeit für geopolitische Grabenkriege."

Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

03:55 Uhr: Die Ortschaft Ferrera Erbognone liegt in der Corona-Hochburg Lombardei, nur rund 50 Kilometer von Mailand entfernt. Trotzdem sieht es so aus, als sei das Dorf in der Provinz Pavia bisher von der Virus-Welle verschont geblieben.

Dass keine Fälle registriert wurden, kann Zufall sein. Doch die Einwohner teilen ihre Freude über ihre besondere Situation mit vielen Medien in Italien - als Zeichen für gute Nachrichten in schlimmen Zeiten.

"Wir sind stolz und glücklich über diese Situation", sagte Ladeninhaberin Mery De Luca der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings hätten die Bewohner trotzdem auch Angst, weil so viele andere Menschen um sie herum an der COVID-19-Krankheit gestorben seien.

In Ferrera Erbognone leben viele Ältere, also Menschen mit hohem Risiko zu erkranken. "Wir waren vom ersten Tag an extrem vorsichtig", erzählt De Luca. Atemschutz und Handschuhe würden bei ihr im Laden stets getragen.

Bürgermeister Giovanni Fassina hat sich gefragt, ob Vorsicht der einzige Grund sein kann. Ob viele im Dorf Antikörper hätten und immun seien - solche Spekulationen schossen hoch.

Mehr zu dieser besonderen Geschichte lesen Sie hier: "Stolz und glücklich": Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Tauziehen geht weiter

01:20 Uhr: Das Tauziehen um das Schicksal von mehreren Tausend Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" auf seinem Weg nach Florida geht weiter. Nachdem Floridas Gouverneur Ron Desantis erklärt hatte, er wolle das Schiff mit seinen inzwischen acht Corona-Infizierten nicht in den Haufen von Fort Lauderdale einlaufen lassen, stellte sich inzwischen auch die Bezirkskommission quer.

"Heute keine Entscheidung", twitterte das Gremium des Broward County am Dienstagabend (Ortszeit). An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden".

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte unterdessen vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. "Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schrieb er auf der Internetseite seines Unternehmens, das die "Zaandam" und das Schwesterschiff "Rotterdam" betreibt. Beide Schiffe sind derzeit zusammen unterwegs in der Karibik und haben 2.500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, darunter etwa 80 Deutsche.

Die Zahl der Corona-Infizierten auf der "Zaandam" ist nach Angaben Ashfords inzwischen auf acht gestiegen. 193 Personen hätten Grippe-Symptome.

Nun will sich auch US-Präsident Donald Trump in dem Tauziehen einschalten. Trump sagte am Dienstagabend (Orszeit), er werde bald mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprechen. "Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für Menschlichkeit." Der Präsident fügte hinzu: "Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind."

Coronavirus: Weisses Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

00:44 Uhr: Das Weisse Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington vor.

Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Massnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100.000 Toten einstellen müssten: "Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein." Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. Auch Trump nannte die Zahlen ernüchternd.

Alle Meldungen vom Dienstag, 31. März:

Fast 500 Tote innerhalb von 24 Stunden in Frankreich

23:00 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstagabend in Paris. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gebe es 3523 Todesopfer, so Salomon.

Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, stieg demnach um mehr als 450. Fast 23 000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, sagte Salomon. Mehr als 5000 davon auf Intensivstationen.

Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 700 Tote

21:20 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 67.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 15 500 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 15 250 Fällen und 148 Toten und Baden-Württemberg mit mehr als 13 300 Fällen und 196 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,6.

Mindestens 700 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

20:23 Uhr: Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim.

Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt

19:00 Uhr: Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Zuerst hatte BR-Klassik darüber berichtet.

Neuseeland blockiert Ausreise von 12.000 Deutschen

18:42 Uhr: Die Regierung Neuseelands blockiert weiter die Ausreise von Ausländern, die wegen der Corona-Krise nach Hause wollen - darunter rund 12 000 Deutsche. Die deutsche Botschaft in Wellington teilte am Dienstag auf Facebook mit, dass das neuseeländische Aussenministerium die Vertretungen aller Länder informiert habe, dass der ursprünglich bis Mittwoch laufende Stopp der Rückführungsflüge verlängert worden sei. "Für wie lange wurde nicht gesagt."

Premierministerin Jacinda Ardern habe in einer Pressekonferenz erklärt, dass die Regierung an "Rahmenbedingungen" für eine Wiederaufnahme der Flüge arbeite, hiess es in der Mitteilung der Botschaft weiter. Dies werde "einige Tage" dauern.

Neuseeland ist das Land, in dem noch die meisten deutschen Touristen wegen der Corona-Krise festsitzen

Trump und Erdogan beraten über Coronakrise

17:59 Uhr: US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich in der Coronakrise beraten.

Nach Darstellung des Weissen Hauses waren sich die beiden Staatschefs in ihrem Telefonat am Dienstag einig, dass es derzeit für Konfliktländer wichtiger denn je sei, Vereinbarungen über einen Waffenstillstand einzuhalten und an Lösungen zu arbeiten - insbesondere im Fall von Syrien und Libyen.

Die Präsidenten wollten eng im Kampf gegen das Virus und bei der Stärkung der Wirtschaft zusammenarbeiten, erklärte Sprecher Judd Deere. Aus dem türkischen Präsidialpalast hiess es, dass Erdogan und Trump über bilaterale und regionale Entwicklungen sowie über den Kampf gegen das Coronavirus gesprochen hätten. Man wolle Erfahrungen und Daten austauschen.

Prognose: 150.000 bis 200.000 Arbeitslose durch Coronakrise im April

17:50 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit geht wegen der Coronakrise von einem kurzfristigen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen um 150.000 bis 200.000 aus. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur (BA), Detlef Scheele, am Dienstag in Berlin.

Zuwächse seien auch bei der Grundsicherung zu erwarten, für deren Zugang ab Mittwoch Erleichterungen gelten sollen. Der nächste Zähltag steht am 12. April an, valide Zahlen gibt es bisher nicht.

Es sei derzeit zu erkennen, dass Arbeitslosigkeit vor allem in der Gastronomie und im Tourismus unausweichbar ist. Dort verfügten viele Betriebe nicht über ausreichende Rücklagen, um ihre Leute halten zu können.

Spanien: Grosses Massnahmenpaket gegen Auswirkungen der Coronakrise

17:44 Uhr: Spaniens linke Regierung hat ein grosses Massnahmenpaket zur Linderung der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise geschnürt.

Dazu zählt unter anderem:

  • Die Strom- und Wasser-Versorgungsunternehmen dürfen säumigen Kunden demnach die Verträge während des mindestens noch bis zum 11. April geltenden Alarmzustands nicht kündigen, wie der für Soziales zuständige Vize-Ministerpräsident Pablo Iglesias am Dienstag bekanntgab.
  • Zu den 50 zeitlich befristeten Massnahmen gehören unter anderem Kleinkredite für einkommensschwache Mieter und finanzielle Hilfen für Freiberufler und Hausangestellte. Alle ärmeren Bürger, die ihren Job verlieren und kein Anrecht auf Arbeitslosenhilfe haben, werden eine monatliche Hilfe von 440 Euro bekommen.
  • Ausserdem wurde ein Verbot aller Zwangsräumungen wegen Mietschulden verhängt, das sechs Monate nach Ende des Alarmzustandes in Kraft bleiben wird. Alle Mietverträge, die während der geltenden Ausgangssperre ablaufen, müssen vom Vermieter automatisch und ohne Mieterhöhung um sechs Monate verlängert werden.
  • Grosse Immobilienbesitzer müssen Mietern, die unverschuldet säumig werden, entweder einen Schuldenerlass von 50 Prozent gewähren oder die Schuldenrückzahlung auf drei Jahre strecken.

Turkmenistan will Wort "Coronavirus" nicht mehr erwähnen

17:38 Uhr: Das autoritär geführte Turkmenistan in Zentralasien will Medienberichten zufolge das Coronavirus aus dem täglichen Sprachgebrauch verdrängen - notfalls auch mit Staatsgewalt.

Das Wort sei bereits aus Informationsbroschüren der Behörden über die Krankheit gestrichen worden, berichteten unabhängige lokale Medien in der Hauptstadt Aschchabad. Selbst wer die Pandemie in Privatgesprächen erwähne, könne festgenommen werden.

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, die staatlich kontrollierten Medien dürften das Coronavirus nicht mehr erwähnen.

Umwelthilfe: Schadstoffrückgang durch Corona ist nicht nachhaltig

17:27 Uhr: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten trotz der Coronaviruskrise keineswegs für erledigt.

Zwar sehe man seit März an den allermeisten Messstationen niedrigere Stickstoffdioxid-Werte, sagte DUH-Chef Jürgen Resch. Wie stark sie zurückgingen, hänge aber sehr von der unterschiedlich verringerten Verkehrsmenge und den jeweiligen Wetterbedingungen ab.

Eine Station in Dortmund etwa habe zuletzt sogar höhere Werte gemessen als im Vorjahr. Der Rückgang bei den meisten Stationen sei ohnehin nicht nachhaltig. "Er wird nur so lange anhalten, bis wieder die 'Normalität' Einzug hält", sagte Resch.

Junge deutsche Freiwillige hängen in Uganda fest

17:24 Uhr: Mehrere Hundert junge Freiwillige warten noch wie andere Deutsche im Ausland auf einen Rückflug in die Heimat. So hängen wegen der Corona-Pandemie und der Folgen für den Flugverkehr 30 junge Entwicklungshelfer in Uganda in Ostafrika fest.

Sie gehören zu Teilnehmern des Programms Weltwärts. Einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert.

Nach Angaben einer Weltwärts-Sprecherin in Bonn sind bis Dienstag 2.707 von 3.170 Freiwilligen nach Deutschland zurückgekehrt. Für 94 der übrigen 463 Betroffenen sei bereits eine Rückflugmöglichkeit gefunden.

Doch mit einigen Regionen gebe es Probleme, so auch mit Südamerika, sagte die Sprecherin. Wichtig sei aber, "dass eine sichere Heimkehr vor eine schnelle geht".

Weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle

17:21 Uhr: Drei Monate nach den ersten gemeldeten Fällen gibt es weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus sowie fast 40.000 COVID-19-Todesfälle. Von den bis Dienstagvormittag nachgewiesenen 777.798 Infektionsfällen in aller Welt gehen 386.282 - also knapp die Hälfte - auf Europa zurück, wie eine Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auf Twitter zeigte.

International gibt es 37.272 registrierte Corona-Todesfälle, davon 26.110 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Grossbritannien.

Türkische Regierungspartei will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

17:18 Uhr: Angesichts der Coronakrise hat die türkische Regierungspartei AKP ein Gesetz zur vorzeitigen Entlassung von bis zu 90.000 Gefangenen auf den Weg gebracht.

Einen entsprechenden Entwurf habe die Partei am Dienstag gemeinsam mit der ultranationalistischen MHP im Parlament in Ankara eingereicht, sagte der stellvertretende AKP-Fraktionsvorsitzende Cahit Özkan. Die AKP hat mit ihrem Bündnispartner MHP eine Mehrheit in der Nationalversammlung.

Özkan sagte, die Haftzeit von Risikogruppen solle in Hausarrest umgewandelt werden. Dazu gehörten Inhaftierte ab 65 Jahren, Frauen mit kleinen Kindern und nachweislich schwer kranke Insassen. Ausserdem sollen Inhaftierte im offenen Vollzug ihre Strafe zu Hause absitzen.

Bis zu 90.000 Inhaftierte wären von dem neuen Gesetz betroffen, sagte Özkan. Von der Regelung ausgenommen seien Gefangene, die wegen Vergehen wie Gewalt gegen Frauen, vorsätzlichem Mord, Sexualstraftaten, Drogendelikten und Terrorverbrechen einsässen.

"Logbuch Quarantäne": Deutsches Paar in USA gestrandet - das ist ihre Geschichte

17:05 Uhr: Christian ist mit seiner Frau wegen des Coronavirus in Fort Lauderdale, USA, gestrandet. Die Hotels wurden geschlossen und geldgierige Vermieter verlangten Unsummen von ihm für ein Dach über dem Kopf. Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Christians ganze Geschichte.

Hier finden Sie noch mehr mehr Geschichten von gestrandeten Urlaubern

Erste Kommunen machen Tragen von einfachem Mundschutz teilweise zur Pflicht

17:00 Uhr: In der Debatte um eine Maskenpflicht zur Eindämmung der Coronakrise preschen inzwischen einzelne Kommunen nach vorn. Im thüringischen Jena soll ab kommender Woche das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Supermärkten und im Nahverkehr zur Pflicht werden.

Gleiches plant der Landkreis Nordhausen in Thüringen. Auch das hessische Hanau rief seine Bürger zur Verwendung einfacher Schutzmasken auf.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sehen derzeit keine Notwendigkeit für eine generelle Mundschutzpflicht (Eintrag 16:04 Uhr).

Werksschliessung bei VW bis 19. April

16:57 Uhr: Volkswagen verlängert die Schliessung der Werke seiner Kernmarke in Deutschland wegen der Corona-Pandemie um weitere zehn Tage. Statt wie zuletzt geplant bis zum 9. April soll die Fertigung nun bis zum 19. April ausgesetzt bleiben, hiess es am Dienstag aus dem Unternehmen.

Die Unterbrechungen waren schon einmal ausgedehnt worden. VW hat Kurzarbeit für Zehntausende Beschäftigte angezeigt.

Prüfung verschoben - Hamburgs Abiturienten erhalten mehr Zeit

16:54 Uhr: Hamburg gibt den Abiturienten mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung. Die Abiturprüfungen starten fünf Tage später und zeitgleich mit Schleswig-Holstein, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag mitteilte.

"Der Beginn der schriftlichen Prüfungen soll wie in Schleswig-Holstein auf den 21. April verschoben werden, um den Schülerinnen und Schülern mehr Vorbereitungszeit zu ermöglichen." Zudem werden mit Rücksicht auf die gesundheitliche Lage drei Mal so viele Nachschreibtermine angeboten.

Die schriftlichen Abiturprüfungen werden nun in der Zeit vom 21. April bis 6. Mai stattfinden. Hamburg übernehme die Zeitplanung von Schleswig-Holstein. Bereits in dieser Woche sollen die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen und die Einzelheiten der Abiturprüfungen besprechen.

Reichster Kolumbianer spendet 20 Millionen Dollar

16:40 Uhr: Kolumbiens dem US-Magazin Forbes zufolge reichster Mann will umgerechnet 20 Millionen Dollar im Kampf gegen das Coronavirus spenden. Dies berichteten kolumbianische Medien unter Berufung auf einen Brief des Unternehmers Luis Carlos Sarmiento an den Präsidenten Iván Duque am Montagabend (Ortszeit).

Sarmiento ist Gründer und Präsident des Finanzkonglomerats Grupo Aval y Valores. Sein Vermögen schätzt Forbes auf mehr als neun Milliarden Dollar.

Aus dem Brief geht auch hervor, wofür das gespendete Geld verwendet werden soll: die Versorgung der ärmsten Bevölkerung, die Anschaffung von zunächst 300.000 Testkits auf das Coronavirus und Beatmungsgeräte für Patienten.

Mehr als 65 000 Corona-Nachweise in Deutschland - 664 Tote

16:38 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag 65.516 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Mindestens 664 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Mehr als 1000 Tote durch Corona in den Niederlanden

16:22 Uhr: Die Zahl erfasster Todesopfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist in den Niederlanden auf 1.039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag meldeten.

Die Zahl registrierter Infektionen stieg demnach um 845 auf 12.595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet.

Brandenburg und Sachsen verlängern Ausgangsbeschränkungen

16:20 Uhr: Nach Bayern und dem Saarland haben nun auch Sachsen und Brandenburg die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie über Ostern hinaus verlängert.

In Brandenburg gilt sie nun bis zum 19. April, in Sachsen bis zum 20. April. Dies beschlossen die Regierungen der beiden Länder am Dienstag.

Auch Berlin, wo die Beschränkungen bis Sonntag befristet sind, plant eine Verlängerung. Das kündigte Vize-Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Im Senat bestehe Einigkeit darüber.

Corona-Fälle in Altenheim in Schleswig-Holstein

16:18 Uhr: Nach zwei Corona-Todesfällen in einem Altenheim in Tornesch in Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche sind weitere Infektionen mit dem Virus gemeldet worden.

Zu den Infizierten gehören auch sieben Pflegekräfte, wie der Pressesprecher des Kreises Pinneberg, Oliver Carstens, am Dienstag mitteilte. Derzeit sei unklar, wie das Virus in die Einrichtung gelangte.

Von den rund 30 Bewohnern des Altenheims wurden aktuell 8 positiv auf das Coronavirus getestet. Zwei von ihnen befinden sich im Krankenhaus, wie die Pressestelle mitteilte

Wolfsburger Klinik nimmt wieder Patienten auf - Dutzende Infizierte

16:06 Uhr: Das Klinikum Wolfsburg nimmt wieder Patienten auf, nachdem es am Sonntagabend wegen Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft einen vorübergehenden Aufnahmestopp verhängt hatte.

"Ich darf sagen, dass wir das Klinikum seit 12 Uhr heute Mittag wieder in Betrieb genommen habe", sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) am Dienstag. 90 Prozent der Testergebnisse lägen vor.

Demnach sind 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Davon sind rund ein Drittel im ärztlichen Dienst, etwa zwei Drittel Pflegekräfte und ein paar wenige in der Verwaltung, wie Bernadett Erdmann, die Leiterin der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg, mitteilte.

Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland

16:04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. "In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf.

Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Moskaus Corona-Chefarzt positiv getestet - Treffen mit Putin vor einer Woche

15:47 Uhr: Moskaus prominentester Coronavirus-Chefarzt hat sich mit dem hochansteckenden Virus SARS-CoV-2 infiziert. Dennis Prozenko hatte erst in der vergangenen Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Krankenhaus Kommunarka in der Hauptstadt geführt.

Der Gesundheitszustand des Mediziners sei normal, teilten die Ärzte der Agentur Interfax zufolge am Dienstag mit. Prozenko werde in der Moskauer Klinik behandelt.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin werde regelmässig auf das Coronavirus getestet."Es ist alles in Ordnung." In Russland gibt es mit Stand vom Dienstag 2.337 Corona-Fälle.

Athen: Erste Coronavirus-Infektion in griechischem Flüchtlingslager

15:49 Uhr: Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte.

Die Menschen, die mit der aus Afrika stammenden Frau in Kontakt gekommen sind, seien isoliert worden. Ähnliche Massnahmen seien im Camp von Ritsona im Norden Athens getroffen worden.

Es werde nun nachgeforscht, wo genau die Frau infiziert wurde. Im Lager von Ritsona - wo nach Schätzungen der Athener Medien rund 3.000 Menschen leben - ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis.

Bundesliga-Prognose: Geregelte Saison erst wieder 2021/22

15:46 Uhr: Angesichts der massiven Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie rechnet DFL-Chef Christian Seifert auch für die kommenden Saison mit erheblichen Spielplanänderungen und schliesst auch Europapokalspiele am Wochenende offenbar nicht mehr aus.

Für die kommende Spielzeit sei unter den Ligen und internationalen Verbänden "grosse Flexibilität und Entgegenkommen" gefordert. Jeder müsse "die eine oder andere Kröte schlucken", meinte Seifert am Dienstag während einer Video-Pressekonferenz nach der DFL-Mitgliederversammlung auf die Frage, ob Champions-League-Partien an Samstagabenden im Anschluss an Bundesliga-Spiele zu erwarten seien.

"Eine geregelte Saison wird es erst wieder 2021/22 geben", prophezeite der 50-Jährige.

Siemens Healthineers mit US-Zulassung für Blutgastests bei Corona

15:43 Uhr: Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat für sein neuestes Blutgas-Analysesystem die Zulassung von der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Einsatz in der Akutbehandlung erhalten.

Das System sei ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von COVID-19-Erkrankungen, teilte der Konzern am Dienstag in Erlangen mit. Die Analyseergebnisse helfen den Aussagen zufolge bei der Behandlung infizierter Patienten und der Überwachung von Atemnot.

Ausserdem würden Blutgastests routinemässig bei Beatmungspatienten durchgeführt.

ZDF gewährt in Corona-Krise Produzenten Liquiditätshilfen

15:41 Uhr: Angesichts der Coronakrise greift das ZDF Produzenten mit Liquiditätshilfen unter die Arme. Es sei ein Fonds mit bis zu 15 Millionen Euro gebildet worden, teilte der Sender am Dienstag in Mainz mit.

Produzenten von Auftragsproduktionen könnten Abschlagszahlungen auf die in den jeweiligen Verträgen vereinbarten jeweiligen nächsten Raten beantragen. Intendant Thomas Bellut sagte: "Wir haben eine besondere Verantwortung gerade auch für kleinere und mittlere Produktionsfirmen, die jetzt eine unbürokratische Unterstützung brauchen."

Thailand droht bei Aprilscherzen über Corona

15:05 Uhr: Thailand versteht bei Aprilscherzen über das Coronavirus keinen Spass. Es sei gegen das Gesetz, am 1. April vorzutäuschen, dass man COVID-19 habe, warnte die Regierung am Dienstag auf Twitter.

Menschen auf der ganzen Welt litten unter dem Ausbruch der Krankheit. Das sei Grund genug, solche Scherze zu unterlassen.

Thailand hat ein Gesetz, nach dem das Verbreiten von Fake News mit Gefängnis- und Geldstrafen geahndet werden kann.

Bundesliga setzt bis mindestens 30. April aus

15:00 Uhr: Die Bundesliga-Clubs halten an ihrem Ziel fest, die unterbrochene Spielzeit trotz der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Dies bestätigte DFL-Chef Christian Seifert nach der Video-Mitgliederversammlung der 36 Profi-Clubs am Dienstag.

"Wir haben gemeinsam den Beschluss gefasst, das ist auch heute noch der Stand", sagte Seifert bei einer Videopressekonferenz. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich.

Am Dienstag folgte die Mitgliederversammlung dem Vorschlag, die Saison vorerst bis mindestens zum 30. April weiter auszusetzen.

Fast Hälfte der Intensivbetten frei für Corona-Patienten

14:26 Uhr: Rund 45 Prozent der bestehenden Intensivbetten in Deutschland sind nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit frei für die Behandlung von Coronavirus-Patienten. Diese freien Kapazitäten seien etwa durch die Verschiebung von planbaren Operationen geschaffen worden, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf. Er hatte dort zusammen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum besucht. Spahn sollte anschliessend auch an der Sitzung des Landeskabinetts teilnehmen.

"Eines ist klar: Es wird in den nächsten Tagen eine steigende Zahl von Intensiv- und Beatmungspatienten geben", sagte Spahn. Anders als in anderen europäischen Ländern habe sich Deutschland aber darauf vorbereiten können, weil die Corona-Infektionen "sehr frühzeitig" und auch durch umfangreiche Tests im Land erkannt worden seien.

Insgesamt gibt es in Deutschland nach offiziellen Angaben rund 28 000 Intensivbetten. Die Krankenhäuser sollen nach einer Einigung von Bund und Ländern diese Kapazitäten verdoppeln, um besser für die Behandlung vieler schwer erkrankter Patienten mit dem Coronavirus gerüstet zu sein.

Kurzarbeit in 470.000 Betrieben angezeigt

14:09 Uhr: In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise seien; damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen.

Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Epidemie im Eilverfahren Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend bereits ab 1. März gelten. Unternehmen können demnach bereits dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten im Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sind statt zuvor ein Drittel. Zudem werden Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge, die sie auch bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Bewältigung der Krise sei eine "historische Aufgabe", sagte Heil. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz". Zugleich sagte er, dass es Anlass "zur realistischen Zuversicht" gebe. Deutschland habe einen der stärksten Sozialstaaten auf der Welt. Zur Finanzierung der Massnahmen verwies der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Dienstag erneut auf die Rücklagen BA in Höhe von 26 Milliarden Euro.

Eilantrag gegen Corona-Massnahmen im Saarland gescheitert

13:59 Uhr: Ein Eilantrag gegen die Ausgangsbeschränkung wegen der Corona-Pandemie ist im Saarland vor Gericht gescheitert. Ein Bürger hatte sich vergeblich gegen Allgemeinverfügungen des Gesundheitsministeriums gewandt, wie das Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis am Dienstag mitteilte (6 L 340/20). Der Antragsteller hatte argumentiert, die Massnahmen seien unverhältnismässig, und es fehle eine Rechtsgrundlage.

Das Gericht sah dagegen die Ausgangsbeschränkung weder als unverhältnismässig noch als rechtswidrig an. Bei einer Folgenabwägung habe das private Interesse des Antragstellers hinter dem öffentlichen Interesse an einem wirksamen Gesundheitsschutz der Bevölkerung des Saarlandes zurückzutreten. Das Gesundheitsministerium sei seiner grundrechtlichen Schutzpflicht nachgekommen. Es gelte, die Ansteckungen mit der Vermeidung sozialer Kontakte zu bremsen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu vermeiden.

Der Beschluss des Verwaltungsgerichts ist nicht rechtskräftig. Binnen zwei Wochen ist die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) des Saarlandes in Saarlouis möglich.

Kretschmann hält Exit-Debatte für unseriös

13:39 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der Coronakrise vor einer voreiligen Debatte über eine Exit-Strategie aus den strengen Ausgangsbeschränkungen gewarnt. "Die Lage ist unverändert ernst", mahnte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einer virtuellen Pressekonferenz in Stuttgart.

Er könne nachvollziehen, wenn sich viele Menschen eine schnelle Rückkehr zum normalen Leben wünschten. Aber jetzt sei nicht der Zeitpunkt für eine Debatte über eine Lockerung der Massnahmen.

Das sei unseriös. "Wir sind immer noch am Beginn der Krise." Spekulationen über eine Lockerung der Regeln zur Kontaktvermeidung verböten sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Polen verschärft Schutzmassnahmen gegen COVID-19

13:31 Uhr: Polen hat die bisher geltenden Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter verschärft. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürften das Haus nur noch unter Aufsicht eines Erwachsenen verlassen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Dienstag.

Der Zugang zu Parks, Plätzen, Stränden und Naherholungsgebieten werde eingeschränkt. In Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken sollen in der Zeit zwischen 10:00 und 12:00 Uhr nur Menschen ab einem Alter von 65 Jahren einkaufen dürfen.

Ausserdem dürfen sich in Geschäften nur drei Menschen pro Kasse gleichzeitig aufhalten. Vor dem Betreten der Läden müssen künftig alle Kunden Schutzhandschuhe anziehen.

Friseursalons, Kosmetik- und Tätowierstudios werden geschlossen. Leihfahrräder dürfen nicht mehr ausgeliehen werden.

Fast 850 Corona-Tote in 24 Stunden in Spanien

13:15 Uhr: Im extrem heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind am vierten Tag in Folge mehr als 800 Todesfälle verzeichnet worden. Innerhalb von 24 Stunden seien 849 neue Opfer gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Madrid mit.

Dies ist die bisher höchste Zahl an Opfern, die seit dem Beginn der Krise an einem Tag gezählt wurde.

Zahl der Corona-Todesfälle im Iran steigt auf fast 2.900

13:10 Uhr: Im Iran hat sich die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus offiziellen Angaben zufolge auf fast 2.900 erhöht. 141 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gestorben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran am Dienstag.

Damit gebe es nun 2.898 Todesfälle. Die Zahl der Infektionsfälle erhöhte sich demnach auf mehr als 44.600. In den vergangenen Stunden seien mehr als 3.100 Neu-Infektionen registriert worden, sagte der Sprecher Kianusch Dschahanpur. Neben den USA, Italien und Spanien ist der Iran eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder der Welt.

Zwölfjähriges Mädchen stirbt in Belgien an Coronavirus

12:58 Uhr: In Belgien ist ein zwölfjähriges Mädchen in Folge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. "Das ist ein sehr seltener Fall, aber er erschüttert uns sehr", sagte der für die Corona-Pandemie zuständige Behördensprecher am Dienstag in Brüssel. Demnach hatte das Kind zuvor drei Tage lang Fieber gehabt.

Es ist der erste Corona-Todesfall eines Kindes in Belgien. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.

In Belgien stieg die Zahl der Infizierten nach offiziellen Angaben auf 12.775, mehr als 700 Menschen starben an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Über 90 Prozent der belgischen Corona-Toten waren älter als 65 Jahre.

Weitere Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff - Warnung vor Toten

12:50 Uhr: Das Drama um zwei Kreuzfahrtschiffe in der Karibik mit rund 2.500 Besatzungsmitgliedern und Passagieren an Bord - darunter rund 80 Deutsche - spitzt sich zu. Auf der "Zaandam", die zusammen mit dem Schwesterschiff "Rotterdam" unterwegs ist, ist die Zahl der Corona-Infizierten nach Angaben des Betreibers Holland America Line inzwischen auf acht gestiegen.

193 Personen hätten Grippe-Symptome, vier Passagiere sind inzwischen verstorben, ohne dass die Todesursache bekanntgegeben wurde. Der Präsident des Unternehmens warnt nun vor weiteren Opfern, sollten die Schiffe nicht bald einen Hafen anlaufen können.

"Ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schreibt Orlando Ashford auf der Internetseite der Holland America Line.

Griechenlands schönste Hafenpromenade teils geschlossen

12:48 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat der griechische Zivilschutz beschlossen, die mehr als zehn Kilometer lange Hafenpromenade von Thessaloniki für alle Besucher zu schliessen. Die Massnahme gilt seit Dienstag für 14 Tage - jeweils zwischen 14:00 Uhr Ortszeit (13:00 Uhr MESZ) und 8:00 Uhr am Folgetag, wie der Zivilschutz am Dienstag mitteilte.

Scholz: "Wir haben harte Zeiten vor uns"

12:34 Uhr: Die deutsche Wirtschaft hat eine Überlebenschance, dennoch "haben wir harte Zeiten vor uns", sagte Bundesfinazminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag in München im Zuge der genannten Finanzhilfen für bayerische Unternehmen (Eintrag 12:17 Uhr).

Wir befinden uns in einer einzigartigen Situation, hiess es. Doch es werde wieder bergauf gehen und deutsche sowie die Weltwirtschaft sich erholen. Laut Scholz hat Deutschland das grösste Stabilisierungs-Programm für die Wirtschaft in seiner Geschichte auf den Weg gebracht. Bereits jetzt zeige sich, dass es richtig gewesen sei, "dass wir so grosse Schritte gegangen sind".

Söder über Situation in Bayern: "Überbrücken, überleben und dann wieder voll durchstarten"

12:17 Uhr: Die Ausgangsbeschränkung in Bayern wird verlängert, das teilte Ministerpräsident Markus Söder bereits am Montag mit. Nur einen Tag später hat das bayerische Kabinett unter Verstärkung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) weiter über die aktuelle Lage rund um das Coronavirus beraten. Hier die Ergebnisse, die am Dienstag in München vorgestellt wurden:

  • Es soll verhindert werden, dass die Wirtschaft in Schockstarre gerät und der Wohlstand verloren geht. Die Unternehmen sollen gestärkt werden.
  • Dafür bringt Bayern Steuerstundungen, ein Soforthilfe-Programm und ein 60-Milliarden-Euro-Fonds auf den Weg.
  • "Überbrücken, überleben und dann wieder voll durchstarten" (Söder), ist jetzt die Devise.

Geschlossene Zoos bitten um 100 Millionen Euro Soforthilfe

11:59 Uhr: Die wegen der Coronakrise geschlossenen Zoos in Deutschland haben den Bund dringend um 100 Millionen Euro Soforthilfe gebeten. Die Zoos arbeiteten derzeit "ohne Einnahmen bei gleichbleibend hohen Ausgaben", erklärte der Präsident des Verbands der Zoologischen Gärten, der Leipziger Zoodirektor Jörg Junhold, am Dienstag in Berlin.

Aktuell müsse ein einzelner grosser Zoo einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa 500.000 Euro verkraften.

RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen

11:45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag.

"Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf", erläuterte er. "Wir haben jetzt auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird."

Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests.

Corona-Infizierter verliess Quarantäne - Kontakt zu zehn Menschen

11:36 Uhr: Ein Corona-Infizierter in Schleswig-Holstein hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens zehn Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ob der Mann möglicherweise noch mehr Personen getroffen habe, werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Der Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, er kam in häusliche Quarantäne. Er wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Quarantäne-Bruch fiel auf, als die Behörden die Kontakte eines anderen Infizierten nachverfolgten, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dem Mann droht mindestens ein Bussgeld, möglicherweise auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstösse bekannt werden, sagte die Sprecherin des Kreises.

Womöglich Todesfälle auf "Corona-Mittel" zurückzuführen

11:22 Uhr: Die französische Arzneimittelbehörde (ANSM) warnt vor gefährlichen Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen bei experimentellen Methoden zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19. Krankenhäuser hätten bei ihren Corona-Patienten rund 30 schwere Nebenwirkungen von Medikamenten festgestellt, die derzeit von europäischen Forschern getestet werden, sagte ANSM-Generaldirektor Dominique Martin der Nachrichtenagentur AFP.

Auch drei Todesfälle könnten mit der Behandlung in Zusammenhang stehen. Den Corona-Patienten wurde in französischen Kliniken unter anderem das Arzneimittel Plaquenil verabreicht.

Es enthält den Wirkstoff Hydroxychloroquin, der in der Malaria-Prophylaxe Anwendung findet. Zudem wurde Kaletra eingesetzt, mit einer Kombination aus den Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir, die üblicherweise zur Behandlung von HIV-Patienten genutzt werden.

Der Präsident der Arzneimittelbehörde ermahnte alle Bürger, solche Medikamente "in keinem Fall" eigenmächtig einzunehmen. Sie dürfen in Frankreich nur unter strikter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus eingesetzt werden.

Autobranche fordert wegen Coronakrise Hilfe für Händler

11:14 Uhr: Die Autobranche hat die Politik angesichts der Coronakrise erneut dazu aufgefordert, betroffenen Autohändlern zu helfen. "Bundesweit steht der Automobilhandel derzeit vor massiven Problemen", heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten Appell mehrer Automobil-Verbände. Demnach sollen Bund, Länder und Kommunen rasch handeln, um "Insolvenzen und Job-Verluste im Kfz-Handel abzuwenden".

Weil Zulassungsstellen nur noch eingeschränkt oder gar nicht geöffnet seien, könnten Händler Autos nicht zulassen, heisst es in dem Appell weiter.

Moskau beschliesst im Eiltempo schärfere Gesetze

11:08 Uhr: Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstösse bei Quarantäne-Vorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Das russische Parlament - die Staatsduma - stimmte am Dienstag einem ganzen Paket für ein härteres Vorgehen der Politik zu.

Die Staatsduma beschloss hohe Geld- und Haftstrafen auch wegen fahrlässiger Infektion von Mitmenschen. Je nach Schwere des Vergehens, wenn eine Infektion etwa zum Tod von Menschen führt, sind Strafen bis zu sieben Jahre Haft möglich.

Ausserdem sind Geldstrafen von bis zu zwei Millionen Rubel - umgerechnet 22.800 Euro - bei Verstössen gegen die Quarantäne vorgesehen. Bei einer Verbreitung folgenreicher Falschnachrichten etwa in den Medien können bis zu fünf Millionen Rubel Strafe verhängt werden, im Wiederholungsfall das Doppelte.

Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern in Corona-Zeit

11:05 Uhr: Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern im Internet in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. "Einerseits beobachten wir in der Coronakrise beeindruckende Wellen der Solidarität. Andererseits ruft die Krise auch Betrüger und windige Geschäftemacher auf den Plan, welche die Ängste und Sorgen der Menschen ausnutzen wollen, um sich zu bereichern", sagte der Vorstand des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Es gebe Anbieter, die mit falschen Gesundheitsversprechen Kasse machen wollten, führte Müller aus. "Andere haben auf Online-Plattformen zum Beispiel eine Packung Toilettenpapier für 20 Euro oder 1 Liter Händedesinfektionsmittel für 199 Euro angeboten."

"Daneben erhalten wir auch Hinweise auf vermutliche Fake-Shops, die Artikel wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Die Artikel seien angeblich vorrätig. Die Zahlung ist jedoch nur per Vorkasse möglich. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Betreiber der Shops sind nicht erreichbar und die Käufer erhalten das bezahlte Geld nicht zurück."

Infektionsgebiet im Nordosten Rumäniens gesperrt

10:59 Uhr: Rumänien sperrt die im Nordosten gelegene Stadt Suceava und acht benachbarte Dörfer, weil dort mehr als ein Viertel aller Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten sind. Das beschloss die Regierung am späten Montagabend.

Von den landesweit 2.109 Patienten, die mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert sind, leben 593 in der Kreishauptstadt Suceava, die rund 92.000 Einwohner hat. Vor allem das Kreiskrankenhaus von Suceava gilt als Infektionsherd.

Indonesien lässt keine Ausländer mehr einreisen

10:52 Uhr: Indonesien verhängt im Kampf gegen das Coronavirus einen Einreise- und Durchreisestopp für Ausländer. Ausnahmen werde es für Diplomaten und andere offizielle Besucher sowie Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz geben, kündigte Aussenminister Retno Marsudi am Dienstag an.

Ab wann der Einreisestopp gilt, sagte er nicht. In dem südostasiatischen Inselstaat gibt es bislang 1.414 bestätigte Fälle des Virus, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen kann.

Eine ähnliche Reisesperre haben auch andere Staaten eingeführt, darunter Australien, Neuseeland und Singapur.

Kardinal in Rom an COVID-19 erkrankt

10:47 Uhr: Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an COVID-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews.

Der 66-Jährige habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

63.000 Corona-Infizierte in Deutschland

10:30 Uhr: Derzeit - Stand Dienstag, 00:00 Uhr - sind mehr als 63.000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Robert-Koch-Institut am Dienstag mit, davon seien 583 Todesfälle. 16.100 Menschen seien laut der Schätzungen aber auch bereits wieder genesen.

Das Durchschnittsalter der Verstorbenen an COVID-19 liege bei 80 Jahren. Mehr als 500 Todesopfer waren 70 Jahre und älter, die jüngste Verstorbene war 28 Jahre alt, litt aber an einer Vorerkrankung.

31 Personen unter 60 Jahren sind bislang an den Folgen des Virus verstorben. Das RKI betonte nochmals, dass sich jeder - egal in welcher Altersklasse - mit dem Coronavirus infizieren könne.

RKI empfiehlt Mund-Nasen-Schutz

10:15 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) rund um Präsident Lothar Wieler hat am Dienstag über die Coronavirus-Lage in Deutschland informiert. Dabei ging es unter anderem auch um eine Mundschutz-Pflicht in der Bundesrepublik.

Dazu sagte Wieler: "Es sind zwei Dinge zu beachten: Es wird in der Öffentlichkeit meist nicht zwischen Mund-Nasen-Schutz und einer Sicherheitsmaske unterschieden. Die Masken (FFP2), die wirklich Viren abhalten, müssen von Pflege-Personal getragen werden, um sich vor einer Infektion zu schützen."

Und weiter: "Der Mund-Nasen-Schutz dient vor einer Infektion anderer, wenn man selbst infiziert ist. Das ist sinnvoll, das empfehlen wir."

Airbnb lässt Unterkünfte nun bis Ende Mai kostenlos stornieren

10:04 Uhr: Die Vermittlungsplattform Airbnb kommt von der Corona-Krise betroffenen Reisenden weiter entgegen: Bis Ende Mai gebuchte Unterkünfte können kostenlos storniert werden. Die bisherige Ausnahmeregelung galt nur bis Mitte April.

Zugleich macht Airbnb 250 Millionen Dollar locker, um Vermieter für die Ausfälle zumindest teilweise zu entschädigen, wie die Firma aus San Francisco in der Nacht zum Dienstag ankündigte.

Jena plant Mundschutz-Pflicht

9:44 Uhr: Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. "In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden", teilte die Stadt mit.

Die Massnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Grundausstattung an Masken. Damit wolle man Pflegekräfte, Ärzte, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr und andere Menschen in systemrelevanter Infrastruktur versorgen. An die Bevölkerung erging die Bitte: "Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen."

Laborärzte: Flächendeckende Coronavirus-Tests "illusorisch"

08:17 Uhr: Für grossflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan keine Möglichkeiten. "Die wünschenswerte 'flächendeckende' Testung ist derzeit illusorisch", sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, wozu das Robert-Koch-Institut Kriterien erarbeitet habe, sagte Bobrowski. Damit Hausärzte und Fachärzte weiterhin diese "wichtige medizinische Priorisierung" durchführen und gezielt Hilfe leisten könnten, brauche es ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Mediziner, sagte der BDL-Vorsitzende. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zur Zeit bei rund 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche.

Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab. "Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten", sagte Bobrowski. Massnahmen zur Ausweitung der Tests sollten immer von den fachärztlichen Diagnostikern im Labor ausgehen, wie dies derzeit der Fall ist.

Joschka Fischer: Krise wird Zusammenhalt in EU stärken

07:39 Uhr: Nach Einschätzung des früheren Bundesaussenministers Joschka Fischer wird die Corona-Krise den Zusammenhalt in der EU stärken. "Der gemeinsame Markt, die gemeinsame Währung und die Zentralbank" würden sich zur Krisenbewältigung für die Europäer als unverzichtbar erweisen, schrieb Fischer in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Nationale Alleingänge in der Krise bezeichnete er als "sicheren politischen und ökonomischen Selbstmord der beteiligten EU-Mitgliedstaaten". Deshalb werde es diesen nicht geben.

"Diese Krise zwingt die Europäer noch mehr zusammen, zu mehr Solidarität, denn was wäre die Alternative?", schrieb Fischer. Der Ex-Aussenminister erwartet überdies erhebliche Veränderungen im Verhältnis von Markt und Staat in den westlichen Demokratien. "Der Staat wird sehr viel mehr zum steuernden Vorsorgestaat werden", erwartet Fischer.

Nach der Krise solle der Anteil des Staates wieder zurückgeführt werden, forderte Fischer. "Am besten, indem man dann allfällige Reprivatisierungserlöse in einen Staatsfond überführt und so die Allgemeinheit beteiligt." Der "Vorsorgestaat" dürfe in der Zukunft jedoch nicht wieder in ein vergleichbares Desaster wie jetzt münden. Es werde dabei auch um die Stabilität, Effizienz und die Kosten der Gesundheitssysteme gehen.

Experten warnen vor Folgen psychischer Belastung

07:24 Uhr: Die psychische Belastung der Bundesbürger durch die Coronavirus-Pandemie ist nach Ansicht von Experten in Krisenplänen noch nicht ausreichend berücksichtigt. "Die Fachleute müssen sich darauf einstellen, dass sowohl eine Welle von Gesunden kommen wird, die plötzlich Ängste haben, die behandelt werden müssen - als auch auf die Verschlechterung der Symptomatik von bereits psychisch Erkrankten", sagte die Berliner Psychiaterin Iris Hauth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. In China hätten sich Krisentelefone als hilfreich erwiesen. Bereits psychisch erkrankte Menschen benötigten weitergehende Hilfen wie zum Beispiel Video-Sprechstunden.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat bereits eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline geschaltet. Die aktuelle Situation löse Unsicherheit und Befürchtungen aus, hiess es vom Verband. Die Hotline mit der Nummer 0800 777 22 44 sei täglich von 8 bis 20 Uhr geschaltet.

Pastor in den USA wegen Verstössen gegen Corona-Anordnungen festgenommen

06:53 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida ist ein Pastor wegen Verstössen gegen die staatlichen Anordnungen in der Corona-Krise vorübergehend festgenommen worden. Der 58-jährige evangelikale Geistliche wurde in Gewahrsam genommen, weil er am Sonntag zwei Gottesdienste in der Stadt Tampa abgehalten hatte, wie aus Dokumenten der örtlichen Gefängnisverwaltung hervorging. Er habe damit gegen die Versammlungs- und Ausgangsverbote verstossen, hiess es in den Unterlagen.

Der Pastor habe sich "absichtlich und wiederholt" über die geltenden Anweisungen zum Schutz vor der Pandemie hinweggesetzt, schrieb der örtliche Polizeichef Chad Chronister im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe damit seine eigene Kirchengemeinde sowie die gesamte Gemeinde Tampa in Gefahr gebracht.

Der Geistliche glaubt entgegen der Warnungen der medizinischen Fachwelt nicht daran, dass das neuartige Coronavirus gefährlich sein kann. Seine Gottesdienste bezeichnet er zudem als essenzielle Dienstleistungen, die folglich trotz der geltenden Restriktionen des öffentlichen Lebens fortgeführt werden dürften.

Nach Ausstellung eines Haftbefehls hatte sich der Pastor selbst der Polizei gestellt. Er kam gegen eine Kaution von 500 Dollar nach weniger als einer Stunde wieder auf freien Fuss. In Florida gab es bis Montag rund 5.400 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 63 Todesopfer.

Vietnamesischer Imbiss verkauft "Corona Burger"

05:17 Uhr: Das ist kein Aprilscherz, sondern kommt aus der Abteilung Pandemie-Humor: Ein Imbiss in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi verkauft "Corona Burger". Betreiber Hoang Tung (36) erzählte der Deutschen Presse-Agentur, dass er damit ursprünglich Kindern eine Freude machen wollte.

Als die ersten Nachrichten über das Coronavirus in China gekommen seien, sei alles so negativ gewesen, auch sein Geschäft sei schlechter geworden. "Also habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wie man anders und positiv sein kann." Das Burger-Brötchen erinnert von seiner Form her daran, wie das neue Virus unter dem Mikroskop aussieht.

Am ersten Tag habe er 50 Burger verkauft, sagt Tung. Tage später seien es 100 gewesen. Der Burger kostet umgerechnet um die 3 Euro, es soll ihn nur für eine begrenzte Zeit geben.

Verschärfung der Ausgangssperre in Spanien

03:41 Uhr: In Spanien ist in der Nacht zum Dienstag eine ebenso drastische wie umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Corona-Krise in Kraft getreten. Seit Mitternacht dürfen alle Bürger, die nicht in wesentlichen Wirtschaftssektoren tätig sind, nicht mehr zu ihrer Arbeitsstelle fahren. Das entsprechende Dekret der linken Regierung gilt zunächst bis zum 9. April. Betroffen sind vor allem das Baugewerbe und weite Teile der Industrie.

Bisher durften im Rahmen des seit 15. März geltenden Alarmzustands alle Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten konnten, weiter das Haus verlassen, um ihren Jobs nachzugehen. Alle Betroffenen sollen weiter ihr Gehalt bekommen und die nicht geleisteten Stunden später nachholen. Viele Unternehmer und Regionalpräsidenten haben die neuen Regeln scharf kritisiert.

Die kurzfristig angekündigte Verschärfung des Ausgangsverbots sollte ursprünglich schon am Montag in Kraft treten. Sie war aber am späten Sonntagabend um 24 Stunden verschoben worden, damit die Betroffenen "die letzten unbedingt erforderlichen Arbeiten" zur Einstellung der Aktivitäten erledigen. Ob die Massnahme Wirkung zeigt, sollen die nächsten zwei Wochen zeigen. Mit mehr als 85.000 Infektionsfällen und über 7.300 Toten ist Spanien nach Italien das am heftigsten von der Krise betroffene Land Europas.

Trump als Südkorea-Experte: Seoul hat "38 Millionen" Einwohner

02:22 Uhr: Peinlicher Lapsus von US-Präsident Donald Trump: Auf die Frage nach der Anzahl von Tests auf das Coronavirus in den USA und in Südkorea wies Trump eine Reporterin bei einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit) im Weissen Haus zurecht: "Ich kenne Südkorea besser als jeder andere. (...) Wissen Sie, wie viele Menschen in Seoul sind? Wissen Sie, wie gross die Stadt Seoul ist? 38 Millionen Menschen. Das ist grösser als alles, was wir haben." So gut kennt Trump Südkorea dann allerdings doch nicht: Nach Angaben der südkoreanischen Regierung leben in der Hauptstadt Seoul 9,7 Millionen Menschen - im ganzen Land sind es knapp 52 Millionen.

Ian Young, Korrespondent der Zeitung "South China Morning Post" in Vancouver (Kanada), spottete auf Twitter, Trump habe vor der Pressekonferenz womöglich den Wikipedia-Eintrag über Seoul gegoogelt - und dann die Höhe über dem Meeresspiegel mit der Bevölkerungszahl verwechselt. In dem englischen Wikipedia-Eintrag steht die Höhe von Seoul abgekürzt als "38 m" - also 38 Meter, im Englischen ist das kleine "m" aber auch gebräuchlich als Abkürzung für Millionen.

Bei der Frage der Reporterin ging es um die Aussage Trumps, wonach die USA inzwischen mehr als eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet haben. "Wir haben bei weitem mehr Tests ausgeführt als jedes andere Land auf der Welt", sagte Trump.

Das stimmt in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat etwa Südkorea pro Kopf mehr Menschen getestet, als es die USA haben. In den USA gibt es inzwischen rund 160.000 bestätigte Infektionen mit dem neuen Coronavirus - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Rund 3.000 Menschen starben.

Kanada hilft Ureinwohnern beim Umzug in die Wildnis

02:07 Uhr: In der Corona-Krise hilft Kanadas Regierung den Ureinwohnern des Landes dabei, sich in der arktischen Wildnis zu verteilen. Dafür sollen rund 2,6 Millionen (rund 1,6 Millionen Euro) kanadische Dollar zu Verfügung gestellt werden, teilte die Regierung in Ottawa am Montag (Ortszeit) mit.

Viele Ureinwohner in dem Gebiet Nordwest-Territorien im Norden Kanadas lebten eng zusammen in grossen Familienverbünden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gebe, sagte Kami Kandola, Gesundheitsbeauftragter der Region. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis des Gebiets ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können, um sich und andere so vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen.

"Unsere Ältesten und Weisesten haben uns immer gesagt: 'Es wird ein Tag kommen, an dem wir auf das Land gehen müssen. Und jetzt ist dieser Tag'", sagte Norman Yakeleya, Chef der Dene-Ureinwohner.

Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern

01:11 Uhr: Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern im Internet in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. "Extremsituationen verstärken gute und schlechte Verhaltensweisen. Einerseits beobachten wir in der Coronakrise beeindruckende Wellen der Solidarität. Andererseits ruft die Krise auch Betrüger und windige Geschäftemacher auf den Plan, welche die Ängste und Sorgen der Menschen ausnutzen wollen, um sich zu bereichern", sagte der Vorstand des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir erhalten inzwischen täglich Hinweise von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Coronakrise."

Es gebe Anbieter, die mit falschen Gesundheitsversprechen Kasse machen wollten, führte Müller aus. "Andere haben auf Online-Plattformen zum Beispiel eine Packung Toilettenpapier für 20 Euro oder 1 Liter Händedesinfektionsmittel für 199 Euro angeboten. Daneben erhalten wir auch Hinweise auf vermutliche Fake-Shops, die Artikel wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Die Artikel seien angeblich vorrätig. Die Zahlung ist jedoch nur per Vorkasse möglich. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Betreiber der Shops sind nicht erreichbar und die Käufer erhalten das bezahlte Geld nicht zurück."

Gegen Auswüchse bei Preisen oder irreführende Gesundheitsversprechen gehe der Verband der Verbraucherschützer entschieden vor, sagte Müller. "Wir haben bereits mehrere Abmahnungen ausgesprochen. Zudem hat der vzbv Verbraucher dazu aufgerufen, Verdachtsfälle an die Verbraucherzentralen und ihren Bundesverband zu melden."

Einreisestopp für Europäer in USA soll verlängert werden

00:15 Uhr: Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der US-Regierung für Besucher aus Europa soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Montag im Garten des Weissen Hauses. Dies werde dabei helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, sagte Trump. "Es ist sehr wichtig, Grenzen zu haben."

Es blieb zunächst unklar, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, verlängert werden sollte. Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmassnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen.

Etwa seit Mitte März können Menschen aus dem Schengenraum, Grossbritannien und Irland nicht mehr in die USA reisen. Ausgenommen davon sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte "Green Card". Auch deren Angehörige sind ausgenommen. Die Regelung sollte zunächst für 30 Tage gelten.

Alle Meldungen vom Montag, 30. März:

Jena führt teilweise Mundschutzpflicht ein

22:45 Uhr: Wie die Ostthüringer Zeitung unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtet, führt die Stadt Jena eine Mundschutzpflicht in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr ein.

"Neben Masken werden auch Tücher oder Schals als Schutz anerkannt. Diese müssen aber auch die Nase und den Mund abdecken", heisst es. Der Erlass soll ab kommender Woche gelten.

Italien verlängert Ausgangsverbote

21:11 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis mindestens Ostern. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Sie waren vor rund drei Wochen, am 10. März, angelaufen.

Autor von Hitsong "I Love Rock 'n' Roll" an Coronavirus gestorben

20:40 Uhr: Der US-Musiker Alan Merrill, Autor des Hitsongs «I Love Rock 'n' Roll», ist im Alter von 69 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Merrill sei am Sonntag in einem Krankenhaus in New York gestorben, teilte seine Tochter bei Facebook mit. Er habe gerade an einem neuen Album gearbeitet.

Merrill hatte «I Love Rock ‘n’ Roll» 1975 als Mitglied der Band Arrows geschrieben. 1982 veröffentlichte die Sängerin Joan Jett ein Cover des Songs, das weltweit zum Erfolg wurde. Jett trauerte nun via Twitter um Merrill. «Mit grossem Dank und Traurigkeit wünsche ich ihm eine sichere Reise auf der anderen Seite.» Auch Musiker Meat Loaf, in dessen Band Merrill eine Zeit lang Gitarrist gewesen war, betrauerte den Tod seines früheren Kollegen. Merrill sei ein «grossartiger und sehr talentierter Mensch» gewesen, schrieb er bei Facebook. «Ich bin jetzt sehr traurig.»

Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich

19:35 Uhr: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Italien ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Die Zahl der aktuell Erkrankten nahm bis Montag um 1648 auf 75 528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. In die Zahl sind Tote und Geheilte nicht eingerechnet. Die Zahl der Gesamtinfektionen stieg auf 101 739, wie der Zivilschutz mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11 591.

Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ

19:10 Uhr: Auch beim dritten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: "Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen."

Infizierte werden der Polizei gemeldet

17:43 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat die kommunalen Gesundheitsämter angewiesen, täglich aktuelle Listen mit Adressen aller Corona-Infizierten an die Polizeibehörden zu übermitteln. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Montag ein entsprechendes internes Schreiben an die Landkreise und kreisfreien Städte, über das die Fraktion der Linken im Schweriner Landtag die Öffentlichkeit informiert hatte.

Polizisten müssten rechtzeitig wissen, "ob sich am Einsatzort gegebenenfalls eine COVID-19-infizierte Person aufhält", heisst es demnach zur Begründung der Massnahme.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Heinz Müller sagte der Nachrichtenagentur AFP, er halte die Anordnung für zulässig, da der Schutz der Polizisten vor einer Infektion in diesem Fall wichtiger sei als das Patientenrecht. In Mecklenburg-Vorpommern wurden inzwischen 366 Menschen positiv getestet. 90 Prozent von ihnen müssen in "häuslicher Isolation" auf ihre Genesung warten.

Auch in Baden-Württemberg geben einzelne Gesundheitsämter Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weiter. Die Praxis wurde unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigt, da der Polizei Schutzkleidung fehle. Der Datenschutzbeauftragte Baden-Württembergs, Stefan Brink, sagte, in Einzelfällen könne das Abrufen von Patientendaten rechtlich gedeckt sein. Nicht zulässig sei es, "dass die Polizei alle Infiziertendaten bei allen Gesundheitsämtern abruft".

Woidke will Ausgehbeschränkungen in Brandenburg verlängern

17:31 Uhr: Die Ausgehbeschränkungen in Brandenburg in der Corona-Krise sollen nach den Plänen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) um zwei Wochen ausgeweitet werden. "Die bisher gültigen Festlegungen unter anderem zum Aufenthalt im öffentlichen Raum werden vom 6. bis 19. April verlängert", teilte die Staatskanzlei am Montag in Potsdam mit. Das Kabinett werde darüber an diesem Dienstag beraten.

Regierungssprecher Florian Engels verwies auf die steigende Zahlen der Menschen, die in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. "Es gibt keinen Anlass, jetzt nachzulassen bei den Bemühungen." Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuvor deutlich gemacht, dass eine schnelle Lockerung der Beschränkungen nicht im Raum steht.

Seit Montag vergangener Woche dürfen die Brandenburger draussen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person ausserhalb des Haushalts bei 1,5 Metern Abstand unterwegs sein. Für das Betreten öffentlicher Orte gibt es Ausnahmen wie Arbeit, Einkaufen, Arztbesuche oder dringende Behördentermine. Bis zum 19. April galt ohnehin die Regelung, dass die meisten Läden geschlossen sind. Ausnahmen gelten für Krankenhäuser und Arztpraxen, Supermärkte, Banken, Poststellen und Tankstellen.

Das Kabinett will auch über einen neuen Bussgeldkatalog entscheiden. Darin sollten Bussgelder bei Verstössen festgeschrieben werden, die landesweit angewendet werden.

Corona-Infektionen in Bundeswehr stark angestiegen

17:09 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in der Bundeswehr ist einem Bericht zufolge deutlich angestiegen. Der Sanitätsdienst gehe von 187 bestätigten Infizierungen und 767 begründeten Verdachtsfällen aus, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Montag vorab. Gegenüber dem vergangenen Freitag habe es einen Anstieg von 36 Infektionen und 41 Verdachtsfällen gegeben.

Am 11. März betrug die Zahl der Infizierungen neun. Den ersten bestätigten Fall eines infizierten Soldaten hatte es Ende Februar gegeben.

Putin fordert harte Strafen für Quarantäne-Verstösse

16:53 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert harte Strafen wegen Verstössen gegen Coronavirus-Quarantäne. Es gebe bereits in ganz Russland Einschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Putin am Montag bei einem Gespräch mit den Bevollmächtigten der Präsidialadministration in den Regionen. Gleichwohl würden die Regeln oft nicht eingehalten. "Und die örtlichen Behörden verschliessen da die Augen", kritisierte Putin. Das zeuge nicht nur von fehlender Disziplin und Vernunft. "Das ist kriminelle Achtlosigkeit", sagte er.

Der Kremlchef begrüsste die Entscheidung der Hauptstadt Moskau, eine Ausgangssperre für alle Bürger zu verhängen – mit Ausnahme etwa von Einkäufen, Wegen zur Arbeit und zum Müllcontainer. Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin kündigte an, dass bereits an diesem Dienstag ein Gesetz über die Strafen in allen drei Lesungen verabschiedet werde. Demnach drohen bei Verstössen gegen die Quarantäne Strafen von zwei Millionen Rubel (22.800 Euro) bis zu sieben Jahre Haft.

Zugleich betonte Putin einmal mehr, dass Russland früh Massnahmen ergriffen und dadurch eine explosionsartige Ausbreitung der COVID-19-Erkrankungen verhindert habe. Er sprach sich dafür aus, Erfahrungen anderer Länder im Kampf gegen die Pandemie zu berücksichtigen.

Die wirtschaftlichen Verluste sind nach Kremlangaben zweitrangig. Putin ordnete auch an, in den Regionen mehr Krankenbetten, Tests und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Wie das geschehen soll, war allerdings unklar. In Moskau gibt es zum Beispiel nicht einmal einfachste Dinge wie Masken, Desinfektionsmittel oder Schutzausrüstungen zu kaufen. Nach offiziellen Angaben lag die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in Russland am Montag bei mehr als 1800. Etwa zehn Menschen starben demnach im Land bisher an dem Virus.

Ministerpräsident Kretschmann für Mundschutz beim Einkaufen

16:48 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält einen Mundschutz beim Einkaufen wegen des Coronavirus für sinnvoll, will ihn aber noch nicht zur Pflicht machen. "Dazu müssen wir erst die ausreichende Zahl an Masken haben, ohne dass der vorrangige Einsatz im medizinischen und pflegerischen Bereich beeinträchtigt wird. Dieser hat absolute Priorität", teilte Kretschmann am Montag in Stuttgart mit.

Er werde das Thema am Mittwoch in der Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin aufrufen. Die österreichische Regierung hat wegen des Coronavirus eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt.

Saarland verlängert Corona-Massnahmen

15:45 Uhr: Die saarländische Landesregierung hat die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus bis einschliesslich 20. April verlängert. Das teilte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag mit. "In Anbetracht der Entwicklungen halten wir eine Verlängerung der Massnahmen im Geleitzug der anderen Bundesländer für dringend erforderlich", betonte er (siehe auch 13:22 Uhr).

Das Saarland habe sehr früh reagiert. "Wir können erste Erfolge ablesen, aber die Lage bleibt aufgrund der nach wie vor steigenden Infektionszahlen sehr ernst." Würden die Massnahmen zu früh gelockert, riskiere man einen Rückfall. "Handeln wir jetzt nicht entschlossen, beginnen wir am Ende von vorn. Durch die heutige Entscheidung sorgen wir über den 3. April hinaus für Planungssicherheit", erklärte Hans.

Die Regelungen im Saarland waren am 21. März in Kraft getreten und zunächst auf 14 Tage befristet. Es gilt eine Ausgangsbeschränkung und ein deutlich begrenztes Freizeit-Angebot.

Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

15:30 Uhr: Das Parlament in Ungarn hat wegen der Corona-Krise ein umstrittenes Notstandsgesetz verabschiedet, das Regierungschef Viktor Orban mit weitreichenden Vollmachten ausstattet.

Das Gesetz wurde am Montag mit der deutlichen Mehrheit der Abgeordneten von Orbans Fidesz-Partei angenommen, die im Parlament in Budapest über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügen. Orban kann nun im Rahmen des Notstands von unbegrenzter Dauer per Dekret regieren.

Kritiker befürchten, dass das Gesetz das Machtgefüge in Ungarn weiter zugunsten der Regierung verändert. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel, die die Möglichkeit einer "erzwungenen parlamentarischen Pause" vorsieht.

Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

15:03 Uhr: Das Land Niedersachsen hat nach dem Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gebe es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gewährleistet sei, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann am Montag in Hannover.

Die SPD-Politikerin appellierte zudem an Angehörige, auf Besuche älterer Angehöriger zu verzichten. "Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle." Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote für Alters- und Pflegeheime nicht beachtet worden seien.

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind 17 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie die Stadt am Montag mitteilte. Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten.

"Wir waren am Boden zerstört": Das Coronavirus kam auch auf Lisas Trauminsel Mauritius an - im Podcast hören Sie die ganze Geschichte:

Bund: Inzwischen 20 Millionen Schutzmasken ausgeliefert

14:31 Uhr: Für den Kampf gegen das Coronavirus sind über den Bund inzwischen 20 Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken beschafft worden.

Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Die Beschaffung von Schutzausrüstung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, darunter etwa in der Textilindustrie.

Barcelona-Profis verzichten auf 70 Prozent der Gehälter

14:28 Uhr: Die Spieler des spanischen Fussballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf grosse Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde.

Darüber hinaus würden die Spieler Geld zur Verfügung stellen, damit die Angestellten des katalanischen Vereins weiterhin ihre vollen Gehälter bekommen. Barca hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, für alle Angestellten im sportlichen und nicht-sportlichen Bereich Kurzarbeit anmelden zu wollen.

Facebook macht 100 Millionen Dollar für Medien locker

14:26 Uhr: Facebook will in der Coronakrise regionale Medien mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Davon sollen 25 Millionen Dollar als Förderung verteilt werden, erklärte das Online-Netzwerk am Montag.

Eine erste Förderrunde ging an 50 Redaktionen in den USA und Kanada. Die restlichen Mittel sollen den Medienunternehmen über Marketingausgaben zukommen.

Dabei gehe es im Kern darum, dass Facebook bei ihnen Anzeigenplatz erwirbt, berichtete der US-Sender NBC. Facebook hatte bereits Anfang 2019 angekündigt, über einen Zeitraum von drei Jahren regionale Medien mit 300 Millionen Dollar zu unterstützen.

Brüssel fordert offene Grenzen für Saisonarbeiter

14:24 Uhr: Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, die Freizügigkeit von Saisonarbeitskräften während der Coronakrise nicht einzuschränken. Die Einführung von Grenzkontrollen zur Eindämmung der Pandemie sei "verständlich", erklärte die Behörde am Montag.

"Doch müssen systemrelevante Arbeitskräfte ihr Ziel trotzdem unbedingt ohne Zeitverlust erreichen können." Erntehelfer müssten in der Krise wie auch etwa medizinisches Personal, Sicherheitskräfte und Arbeitskräfte im Verkehrssektor als systemrelevant eingestuft werden, fügte eine Kommissionssprecherin hinzu.

Inflation sinkt in der Coronakrise - im März nur noch 1,4 Prozent

14:20 Uhr: Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich inmitten der Coronakrise verlangsamt.

Im März lag die Jahresinflationsrate bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anhand erster Daten mitteilte. Im Januar und Februar waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils noch um 1,7 Prozent gestiegen.

Zwei weitere Covid-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim - Schon 17 Opfer

14:08 Uhr: Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind zwei weitere Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Damit steigt die Zahl der Opfer in dem Alters- und Pflegeheim für Demenzkranke auf 17, wie die Stadt Wolfsburg am Montag mitteilte.

Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten. "Am Sonntag hatten wir insgesamt 79 positive getestete Personen in dem Heim", sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) bei einer Pressekonferenz. Um weitere Infektionen zu verhindern, seien positiv und negativ getestete Heimbewohner räumlich strikt voneinander getrennt worden.

IOC: Olympia in Tokio wird am 23. Juli 2021 eröffnet

14:08 Uhr: Die auf 2021 wegen des Coronavirus verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden und am 8. August enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach der eigentlich geplanten Eröffnungsfeier gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt.

Netanjahu in Quarantäne - Beraterin mit Coronavirus infiziert

14:05 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begibt sich vorsorglich in Quarantäne, weil sich Medienberichten zufolge eine seiner Beraterinnen mit dem Coronavirus infiziert hat.

Der Regierungschef und sein enger Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, teilte sein Büro am Montag mit. Anschliessend würden das Gesundheitsministerium und Netanjahus Leibarzt ein Ende der Quarantäne festlegen.

Zuvor war Netanjahus Beraterin für strengreligiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie israelische Medien berichteten.

Luft wegen Corona-Sperren auch in deutschen Städten sauberer

13:56 Uhr: Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen.

Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

Derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten geplant

13:49 Uhr: Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich ist nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) derzeit nicht geplant. Er schliesse aber nicht aus, dass das auch in Deutschland eine Möglichkeit sein könnte, sagte Söder am Montag in München. Aber: "Derzeit ist das nicht geplant, das zu tun."

Ermittlungen gegen mehr als 450 Menschen in Türkei

13:46 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in der Türkei innerhalb von zwei Wochen Ermittlungen gegen 459 Menschen eingeleitet worden. In den meisten Fällen gehe es um "manipulative" Beiträge in sozialen Medien, sagte Justizminister Abdülhamit Gül am Montag. Ausserdem werde unter anderem wegen des Verkaufs gefälschter Atemschutzmasken und Verstösse gegen die Quarantäne ermittelt.

Insel Phuket abgeriegelt - Rückholprogramm für Thailand

13:40 Uhr: Die bei Touristen beliebte thailändische Insel Phuket riegelt zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Grenzen für Fahrzeuge ab. Die Massnahme gilt nach Angaben des Gouverneurs der Provinz von Montag bis 30. April.

Ausserdem wurden dort alle Strände, Zoos und Tiershows geschlossen, ebenso das Rotlichtviertel. In Thailand gilt seit Donnerstag der Ausnahmezustand.

Söder: Länder müssen sich bei Corona-Patienten gegenseitig helfen

13:34 Uhr: Bei der medizinischen Behandlung der Corona-Patienten müssen sich die Bundesländer nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besser untereinander abstimmen.

Da einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich stärker betroffen seien als andere, werde man in Deutschland überlegen müssen, wie eine Verteilung funktionieren könne, sagte Söder am Montag in München. Hier gebe es derzeit noch viel Optimierungs- und Verbesserungsbedarf.

In Bayern gebe es schon einige Kommunen wie Rosenheim in Oberbayern, in denen die Klinikkapazitäten ausgelastet seien.

Söder: "Lage ist weiter sehr, sehr ernst"

13:22 Uhr: Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst", erklärte der CSU-Chef auf einer Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei. Söder betonte zugleich mehrmals, dass es keine Verschärfungen der Massnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus geben wird. Mitte April soll bundesweit beurteilt werden, wie es weitergeht.

Zur Versorgung der Corona-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich erhöhen. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 sogenannten Hilfskliniken vor, sagte Söder. "Ein Engpass ist und bleibt Material", sagte er mit Blick auf die Versorgung mit Schutzmasken und Atemgeräten. Am Wochenende seien eine Million neue Masken unter Polizeibegleitung verteilt worden. Das Gesundheitssystem werde weiter "aufgerüstet" und "hochgefahren".

In Bayern, das Bundesland ist neben Baden-Württemberg am stärksten von der Corona-Krise betroffen, gebe es bei den Infizierten-Zahlen weiter eine exponentielle Entwicklung. Es sei aber ein "ganz leichter Trend erkennbar", die Kurve der Infektionen flache etwas ab, bemerkte Söder. Die Verdoppelung sei zwar auf fast fünf Tage angewachsen, es gebe aber nach wie vor keinen Anlass für eine Entwarnung.

Startdatum von Olympia 2021 steht fest

13:02 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie verschobenen Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli kommenden Jahres eröffnet werden. Auf diesen Termin einigten sich das Internationale Olympische Komitee, die Stadt Tokio und der japanische Staat, wie japanische Medien am Montag nach einer Exekutivsitzung des OK in Tokio berichteten. Die Sommerspiele sollten eigentlich vom 24. Juli bis 9. August dieses Jahres stattfinden, die Eröffnung der Paralympics war für 25. August geplant gewesen.

Die Spielen waren vor einer Woche wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie ins nächste Jahr verlegt worden. Die zentralen Fragen rund um die beispiellose Verschiebung des grössten Sportereignisses der Welt soll eine Krisengruppe beantworten.

EZB-Vize für Einführung von Corona-Bonds

11:54 Uhr: Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat sich für die Einführung von europäischen Corona-Anleihen in der Virus-Krise ausgesprochen. "Ich bin für Corona-Bonds", sagte er am Montag dem spanischen Radiosender COPE. Die Corona-Krise sei ein Schlag, der uns alle treffe.

In der EU ist zuletzt ein Streit über die Einführung von Corona-Staatsanleihen (Bonds) entbrannt. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt verärgert über Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geäussert, die sich zurückhaltend zu einer gemeinsame Schuldenaufnahme zeigte.

Italien fordert mit anderen Ländern der Eurozone wie Spanien oder Frankreich eine gemeinsame Schuldenaufnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Corona-Bonds wie auch Österreich oder die Niederlande jedoch ab.

Österreich erlässt Schutzmasken-Pflicht bei Einkäufen

11:30 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag in Wien mit.

Kreuzfahrtschiff mit Toten und Corona-Infizierten findet keinen Hafen

11:05 Uhr: Mit vier Toten und zwei Corona-Verdachtsfällen an Bord hat das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" am Sonntagabend (Ortszeit) Kurs auf die Karibik genommen. Dafür fuhren die "Zaandam" und ein zweites Kreuzfahrtschiff, die "Rotterdam", in den Panamakanal ein, wie die Kanalbehörde mitteilte. Zuvor seien rund 400 gesunde Passagiere von der "Zaandam" auf die "Rotterdam" gebracht worden. Der genaue Zielhafen der Kreuzfahrtschiffe blieb weiter unklar.

Die niederländische Reederei Holland America Line konnte zunächst keine konkreten Angaben dazu machen, wo die Pasasgiere von Bord gehen können. Der Chef des Kreuzfahrt-Anbieters, Orlando Ashford, erklärte, sein Team arbeite "rund um die Uhr" daran, "einen Zielhafen zu finden". Die Situation sei "schwierig und noch nie dagewesen".

Entgegen erster Pläne sollten die beiden Schiffe als "Tandem zusammenbleiben. Die "Rotterdam" war zur Unterstützung geschickt worden, um die "Zaandam" mit Lebensmitteln, Personal und Corona-Tests zu versorgen. Zunächst war geplant, dass sie ins kalifornische San Diego zurückkehren sollte.

In einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video forderte Ashford die Passagiere beider Schiffe auf, Abstand zu halten. Mindestens zwei der insgesamt 1800 "Zaandam"-Passagiere wurden nach Angaben der Reederei vom Freitag positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Vier Passagiere seien gestorben.

Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" war am 7. März in Buenos Aires gestartet und hatte das Kap Horn umfahren. Mehrere südamerikanische Häfen lehnten die Aufnahme der kranken Passagiere aus Angst vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ab. Tagelang lag das Schiff vor der Küste Panamas vor Anker. Ob der eigentliche Zielhafen Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida die "Zaandam" anlegen lässt, ist noch ungewiss.

Maschinenbauer denken über Stellenstreichungen nach

10:40 Uhr: Stellenabbau wird für die deutschen Maschinenbauer in der Corona-Krise zunehmend ein Thema. "Personalabbau - auch von Teilen der Stammbelegschaft - ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Montag mit Blick auf eine Umfrage des Verbandes. Daran hatten sich 965 Mitgliedsfirmen beteiligt. Die exportorientierte Branche, die schon im vergangenen Jahr die weltweite Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen hatte, beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter.

Der Umfrage zufolge rechnen knapp 96 Prozent der Unternehmen 2020 mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren könnten. Gut 60 Prozent hiervon beziffern diese auf 10 bis 30 Prozent. Um die Rückgänge abzufangen, haben den Angaben zufolge bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer die Kapazitäten runtergefahren, überwiegend über Arbeitszeitkonten, aber auch durch Einstellungsstopps und Kurzarbeit.

Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. "Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu", erläuterte Wiechers. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt worden seien, seien nicht in den deutschen Werken angekommen. "Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen", sagte Wiechers.

Easyjet lässt komplette Flotte am Boden

09:45 Uhr: Die britische Fluggesellschaft Easyjet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschliessungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt.

Easyjet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45.000 Kunden nach Hause. "Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen", teilte das Unternehmen mit. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar.

Twitter löscht zwei Botschaften von Jair Bolsonaro

8:21 Uhr: Twitter löscht zwei Botschaften von Jair BolsonaroDer Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmassnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regeln verstossen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten.

Bolsonaro hat wiederholt eine "Hysterie" über das Virus angeprangert und die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe" bezeichnet. Der rechtsradikale Staatschef warnte auch vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft durch die Anti-Corona-Massnahmen regionaler und kommunaler Behörden und plädierte für eine rasche Rückkehr zur Normalität im öffentlichen Leben.

Bei den von Twitter gelöschten Botschaften handelt es sich um zwei Videos, die zeigen, wie Bolsonaro sich persönlich über Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums für den Kampf gegen die Pandemie hinwegsetzt. Der Präsident ist dabei zu sehen, wie er am Sonntag durch die Hauptstadt Brasília läuft, sich mit Unterstützern trifft und sie drängt, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Im Brasilien gab es laut den amtlichen Zahlen bis Sonntag rund 3.900 Corona-Infektionsfälle. 114 Todesfälle durch die Pandemie wurden im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas gezählt.

"Preisexplosion" bei medizinischer Schutzkleidung

7:56 Uhr: Der in der Coronakrise drastisch gestiegene Bedarf an Schutzkleidung in den medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat laut einem Medienbericht zu einer "Preisexlosion" geführt. So sei etwa der Einkaufswert für hochwertige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage um 3.000 Prozent von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen, gegeben, berichten jetzt NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" aufgrund gemeinsamer Recherchen.

Auf dem Markt für medizinische Schutzkleidung herrschen den Berichten zufolge "Chaos" sowie zunehmend auch unseriöse Praktiken. "Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen", sagte Olaf Berse, Geschäftsführer von Clinicpartner, einer bundesweiten Einkaufsgemeinschaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell. Filter seien nicht funktionsfähig, die Zertifikate gefälscht. Dies gefährde Patienten und Personal.

Die Gewerbeaufsicht in Niedersachsen warnt den Berichten zufolge vor einem Fall von Betrug durch einen fiktiven Arzneimittelgrosshändler aus Bremen. Die Firma verschicke ein gefälschtes Zertifikat.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte, dass der Staat bei der Versorgung mit medizinischer Schutzkleidung Abhilfe schaffen müsse. "Das ist nichts, was der Markt auch nur im Ansatz lösen könnte", sagte Lauterbach dem Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher". Er forderte die Schaffung einer Bundesagentur, die Firmen in Deutschland mit der Produktion beauftragt.

Corona-Massnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis

05:30 Uhr: Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmassnahmen einzudämmen. Zu gross ist die Angst, die Menschen könnten die gerade erst durchgesetzten Kontaktbeschränkungen zu ignorieren beginnen. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel am Wochenende bereits um Geduld gebeten hatte, weist nun eine ganze Reihe ihrer Minister Forderungen zurück, angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Belastungen möglichst bald über einen Ausstieg aus den schärfsten Massnahmen zu reden. Unions- und SPD-Minister sind sich nach der ersten Woche Shutdown durchaus einig - doch die Diskussion endet nicht.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Debatte Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn Einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, dass gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Massnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Der Deutsche Städtetag hat indes verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Coronakrise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde.

Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Massnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Massnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Massnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können."

Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Massnahmen akzeptieren können."

Trump rechnet mit 100.000 Corona-Toten

01:54 Uhr: US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronakrise in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmassnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. "Das ist eine furchtbare Zahl."

Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Massnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmassnahmen seiner Regierung.

Intensivmediziner: Corona-Patienten bundesweit zentral verteilen

01:03 Uhr: Intensivmediziner fordern eine zentrale Verteilung von Corona-Patienten auf die Kliniken in Deutschland. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht sein, würden die Kliniken in einigen Regionen über ihre Belastungsgrenze kommen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). "Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die in einem solchen Fall die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteilt."

Dabei sollten das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, regte er an. Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister seiner Vereinigung zu melden. Von den rund 1.160 Kliniken hätten das erst etwa 700 getan.

Trump erwartet Corona-Höhepunkt in zwei Wochen

00:41 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwartet, dass die Zahl der Toten in der Coronakrise in den USA in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen könnte. Deswegen verlängere er die ursprünglich bis zum 30. März geltenden Richtlinien zur sozialen Distanzierung bis zum 30. April, kündigte Trump am Sonntag im Rosengarten des Weissen Hauses an. Je besser die Richtlinien eingehalten würden, "desto schneller wird dieser Alptraum enden", sagte Trump.

Vor zwei Wochen hatte die Regierung Richtlinien für zunächst 15 Tage veröffentlicht, die unter anderem vorsehen, dass Menschen Abstand zueinander halten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen vermieden werden sollen. Trump zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer das Schlimmste überstanden sei. "Wir können davon ausgehen, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Erholung sind."

Noch vor wenigen Tagen hatte Trump gesagt, dass er die USA bis Ostersonntag - also in zwei Wochen - wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen wolle. Nun sagte er: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg gewonnen ist. Das wäre der grösste Verlust von allem." Trump versicherte zugleich: "Wir werden diesen unsichtbaren Fluch, diesen unsichtbaren Feind besiegen."

Mit Material der dpa und der AFP